Dienstag, 4. September 2007

Kraniche, Fischer, Klima, Ideale, Nena schult

mo 9° mi 11° Sch Die ersten Kraniche über Odenthal. Die Schwalben sind noch da.

- Neuer Vorabdruck in der FAZ: Schreiber, Meine Jahre mit Joschka; fast 98 - 05 war Fischer der beliebteste Politiker - das ist doch die Frage wert, auch wenn die Mehrheit immer ein Herdenkriterium ist, was an einer so dubiosen Figur so beliebt macht? Sein ganzer Lebenslauf steht für Extreme und Energie, Fanatismus und Großmäuligkeit alias Rednerbegabung. Die soziale Virusinfektion NEOMARXISMUS, verbreitet von Typen wie Abendroth und Adorno, hat viele zeitweilig befallen, aber nur sehr wenige haben persönlich Gewalt ausgeübt, wie das der Fischer mit seiner Schlägerbande PUTZGRUPPE getan hat. Anders als Hitler, der einen ganz ähnlichen Werdegang aufweist, hat er sich später davon distanziert, was aber keine besondere Leistung darstellt. Durch Nacht zum Licht - diese Kurzundkleindeutung des Faust - liegt dieses infantile Deutungsmuster auch der außerordentlichen Beliebtheit des Fischer zugrunde? Und vielleicht der derzeit grassierenden Klimahysterie?
Wahrscheinlich sind große Gruppen der deutschen Bevölkerung so infantil, wie es ihre Vorgänger 1930 waren. Und wenn man auf den Diana-Kult blickt, dann gilt das vielleicht für große Teile der Bevölkerung allüberall. Aber es ist doch ein Unterschied: Kitsch, as Kitsch can und DURCH NACHT ZUM LICHT.

- Neue Sachbücher FAZ 03.09.07 "Ein unerhörter Zukunftsentwurf der Generation Klimaschock
Gedankenspiel mit der Apokalypse: Alan Weisman malt uns im stilvollen Detail aus, was auf der Erde passieren würde, wenn es keine Menschen mehr gäbe ... Man liest dieses Katastrophenszenario mit wachsender, am Ende elegisch getönter Faszination. ... Wunsch, die Welt, die Natur wieder ins Lot zu bringen." Neue Schauergeschichten, könnte man sagen, aber doch noch einmal der Begriff NATUR als Mythenmetapher: Hier steht die Vorstellung des Gartens Eden ganz deutlich Pate; dagegen hat die Erdgeschichte, die aus einer Abfolge von gigantischen Katastrophen besteht, in der es nie Stabilität gab, keine Chance.

- Scheint ein neuer Höhepunkt der Steuergeldverwendung zu sein: " Im Reich der Schmiere .
Theatertierquälerei als Intimitätshorror: Jürgen Gosch inszeniert die Uraufführung des neuen Stücks von Roland Schimmelpfennig in Berlin" Feuilleton 03.09.07

- Einfach noch mehr Demokratie wagen, mit noch mehr Luftballons: „An unserer Schule gibt es keinen Unterricht.
Eigentlich kennt man sie nur als Sängerin, doch nun betätigt sich Nena auf einem ganz anderen Feld: In Hamburg hat sie gemeinsam mit anderen die Neue Schule ins Leben gerufen. Doch der Unterricht dort sieht anders aus als anderswo.
#Nena, Sie haben die Neue Schule Hamburg mit ins Leben gerufen, in der am Montag mit dem Unterricht begonnen wurde . . . # +An unserer Schule gibt es keinen Unterricht, es sei denn, es würde von Schülern ausdrücklich gewünscht. Das ist der erste Unterschied zu anderen Schulen: Die Kinder an unserer Schule bestimmen ihren Schulalltag selbst. Sie entscheiden, was sie lernen, wann und mit wem. Sie folgen dabei ihrem eigenen Lehr- und Lernplan, der mit den Lehrern abgestimmt und dokumentiert wird. Der zweite große Unterschied: Alle Entscheidungen, die die Schule betreffen, werden in der mindestens einmal wöchentlich tagenden Schulversammlung gefällt, in der jeder Schüler und jeder Lehrer eine Stimme hat. + ...“ (der Vernunft doch wohl, nehme ich mal an, WD) FAZ 04. September 2007

- "Die Lebenserfahrung ist eine unwiderlegbare Autorität. Und sie besagt, daß Ideale den Menschen lebendiger und lebensfroher machen."
Michail I. Kalinin, Rede zum 23. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 5.11.1940
So wird von Politikern die Emphase des Rudeltiers h.s. geweckt und in Dienst genommen. Ideale betreffen immer etwas Gemeinsames einer Gruppe oder einer Gesellschaft, die Disposition dazu ist phylogenetisch kodiert und kann jederzeit für Schlägereien (Jets gegen Sharks, Westside Story), Eroberungen (Mohamed gegen die Mekkaner) oder "Klimaschutz" aktiviert werden.

Montag, 3. September 2007

George, Hitler, Stauffenberg, Platon

mi 16° b/s Kleine Eiszeit

- Karlauf, George: "... daß wir in unserem Staat keine anderen poetischen Werke zulassen können als Götterhymnen und Lobgesänge auf wackere Männer." Platon, Staat, 10. Buch 607. Der mit allerhand Geistesklimbim und Hymnen jonglierende G. - hätte ihn Platon ausnahmsweise in seinen Staat eingelassen? Ironie des belletristischen Denkens: der von G. politisch verwirrte Stauffenberg wandelt sich vom Saulus zum Paulus und wagt das Attentat auf Hitler, er kalkuliert aber leider die Sprengentfaltung der Bombe eher lyrisch .

Sonntag, 2. September 2007

Trübe Fragen

mi 17° b

-"Merkel mahnt
wus. KYOTO, 31. August. Mit einem dramatischen Aufruf, die internationalen Anstrengungen im Klimaschutz zu verstärken, hat Bundeskanzlerin Merkel ihre einwöchige Reise nach China und Japan abgeschlossen. "
F.A.Z., 01.09.2007, Nr. 203 / Seite 5 // In der einschlägigen Literatur für den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid wird ein Wert von etwa 32 Milliarden Tonnen genannt, so daß der deutsche Anteil bei nur 2,7% liegt. Das sind natürlich nur sehr, sehr grobe Zahlen, denn die Einträge durch Brandrodungen, um nur eines von vielen Beispielen zu nennen, sind dabei nicht erfaßt. Genauso wenig, wie der Wegfall des Regenwaldes als CO2-Großverbraucher in den Rechenmodellen der Klimapropheten erfaßt ist und die durch die Rodung verursachte Temperaturverdoppelung auf den gerodeten Flächen. Noch viel größer ist der Temperatureffekt durch die globale Verstädterung und die Temperaturerhöhung durch die vergrößerte Wärmeaufnahme von Beton und Asphalt. Was bewegt nun die Regierungschefin eines Landes, ein Problem großzureden, bei dem das eigene Land eine nur geringe Rolle spielt? Obwohl die vielfältige Rolle des CO2 nicht einmal zweifelsfrei feststeht? Wie kommt die Regierungschefin eines Landes dazu, die Energieschwierigkeiten des eigenen Landes durch ständige Verteuerungen auf verschiedenen Wegen weiter zu verschärfen?
Was mag das sein? Alte teutonische Monomanie? Am deutschen Wesen soll die Welt genesen? Das christliche Welterlösungsmotiv? Damit verbunden der monotheistische Wahn, daß es nur einen Gott gebe? Die spezifische Architektur des Gehirns, für einen wahrgenommenen Effekt (dabei werden reduktionistisch andere Effekte ausgeblendet) nur eine Ursache ausfindig zu machen, wobei wieder ein Ursachenbündel sowie der Zufall unterdrückt werden?

Samstag, 1. September 2007

Vom Sein und vom Schlechten

mi 17° R/b

- "Lasst uns Gott spielen! Lebensfragen: J. Craig Venter programmiert die Zukunft
War die Evolution nur ein Zwischenspiel? Auf Einladung von John Brockman diskutierten Koryphäen wie J. Craig Venter, Freeman Dyson, Seth Lloyd" Feuilleton 31.08.07 // Auch ein Kommentar zum Platonismus: Wenn wir fragten, was Leben sei, so Venter, dann säßen wir in der philosophischen Sch...

- "Vom Schlechten .
Das Lernen geht seine eigenen Wege. Vor fünfzig Jahren haben amerikanische Marktökonomen über eine Theorie des Zweitbesten nachgedacht." 31.08.07 FAZ. Heute geht es bei Mindestlohn und Kombilohn um die Frage, was das Zweitschlechteste sei. Ich erinnere mich, zuzeiten für 10,- D-Mark Nachhilfestunden gegeben zu haben.

Freitag, 31. August 2007

Zivilisation, Deutsche, Strizz

mo 15° R mi 17° R

- Bundesrauchfrei ab 1.9.07: sehr erfreulich; Rücksichtname ist vielen einfach unbekannt.
- Im Westpeloponnes: Orthodoxes Christentum, 500 Jahre türkische Besetzung: keine Regensammelsysteme bei Niederschlagsmengen p.a. etwa wie in D., keine Löschteiche, Büsche bis an die Häuser, ältere mit Weinberankung. (LB Scholz, 30.8.)

- Brautraubbrauchtum: "Bräute in Kirgistan: Geraubt, vergewaltigt, beschimpft
Viele Kirgisen lassen fremde Frauen entführen und heiraten sie noch in der Nacht". Die Kirgisen (64,9 % der Bevölkerung) sind ein Turkvolk und bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam. Außerdem leben dort Usbeken (13,8 %), Russen (12,5 %) und viele sehr kleine Minderheite. (Wikipedia). Europas Zivilisation ist etwas einzigartig Kostbares.

- "Merkel (CDU) rechnet mit harten Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Klimaschutzprotoll. „Aber es gibt keinen Weg, sich davor zu drücken“, sagte sie am Freitag im japanischen Kyoto. „Wenn wir nichts tun, müssen wir mit erheblichen Veränderungen unseres Klimas rechnen.“ "Gesetz um Gesetz schafft die Regierung Merkel neue Ansprüche im Namen „der Familien“, deren wahre Kosten sie verschleiert. Das dürften die vermeintlich Begünstigten bald an vielen Stellen merken: steigende Krankenkassen- und Pflegebeiträge, höhere Steuern und - im schlimmsten Fall - der Verlust des zu teuer gewordenen Arbeitsplatzes. Wirtschaftlich schonendere und damit langfristig tragfähigere Möglichkeiten, ihre Ziele zu erreichen, zieht die große Koalition gar nicht erst in Betracht." Schmidts Pläne: In Pflegezeit, Ministerin Schmidt will Arbeitnehmer sechs Monate für die Pflege freistellen, 31. August 2007 FAZ
Die bunte Mischung der sog. Deutschen dürfte insgesamt nicht schlechter sein als andere, Schweizer, Holländer, Briten und Neo-Briten vielleicht einmal ausgenommen; das politische Personal allerdings, Adenauer sticht heraus, ist deutlich schlechter seit Bismarck. Es vermag die Interessen des Landes nicht sinnvoll, zum Wohle der Bürger, einzuschätzen, verliert leicht jedes Urteilsmaß, fällt opernhaftem, wagnerianischem Wahn zum Opfer oder verliert sich in Opportunismus. Madam Merkels Mischung hat von allem etwas, dazu kommt allerdings die größte Steuererhöhung aller deutschen Zeitalter, verschärft durch missionarischen Klimamoralismus.

Da lachen die Chinesen: Klimawandel, Deutsche Medien betreiben Desinformation
Von Stefan Rahmstorf
, 31.8.07
"Was können/sollten wir tun?
Hermann Trouvain (liwiz) (faz.net, Kommentar zu Rahmstorf-Feuilletonartikel)
31.08.2007,
Wissenschaftler, die die „Wahrheit” kennen, sind immer suspekt. Z.B. in diesem Feld interpretieren sie vage Beobachtungen und ziehen Schlußfolgerungen auf Grund von Annahmen/Modellen.
Die Interpretation/Extrapolation der Daten (eventuell selektiert?) kann nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Eintreffen zukünftiger Zustände beschreiben. Die Wahrscheinlichkeit ist abhängig vom genutzen Modell und den verwendeten Daten. Wenn Wissenschaftler die „Wahrheit” beanspruchen, sollten sie als Anhänger einer Glaubensrichtung auftreten.
Worum geht es eigentlich für uns?
Quantitative Problematik der CO2-Emmissionen:
Wir emmitieren 12,3 to pro Kopf, China 3,1 und Indien 1,1. Absolut sind es in D 1015 Millionen, in C 3057, in I 1214.
Wir wollen bis 2050 30% CO2-Emissionen einsparen. Das sind 300 MT/Jahr.
China wird im gleichen Zeitraum den Ausstoß mind. um 100% und Indien um weit mehr als 100% erhöhen. Somit stehen unseren 300 mehr als 4000 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 aus fossilen Rohstoffen gegenüber. Afrika und Co fehlen dann noch in der Betrachtung.
Sollten wir unsere Bemühungen nicht auf Energieeffizienz (was ist technologisch machbar?) konzentrieren statt auf Dachdämmungen.
Sogenanntes "sicheres Wissen" ...
Reinhold Eysel (Eysel)
31.08.2007, 19:46
...gibt es nicht. Das sollte ein jeder Naturwissenschaftler als Elementarwissen SCHON wissen. Bestenfalls ist ein "Wissen" bis zum heutigen Tage nicht falsifizierbar.
Nun beschwert "der Herr" sich darüber, er werde diskreditiert. Ganz einfach mit gutem RECHT wird er das! Weil er nämlich vorgibt, den Stein der Weisen gefunden zu haben, nämlich SICHER zu wissen, dass der Mensch an allem schuld sei und dass man dies und das tun MÜSSE, sonst.... komme man in die "Hölle" oder mindestens der Weltuntergang drohe. Als "Glaubensbekenntnis" kann man das an "Unbedarfte" in unserer Medienwelt sicherlich verkaufen, sicher nicht - als "gesicherte Erkenntnis"an natuwissenschaftlich Geschulte, auch nicht an Nicht-Klimaforscher. Dafür sind die "weissen Flecken" der Herleitung VIEL zu groß. Wohlgemerkt: Ich behaupte NICHT, dass er NICHT recht hat, aber die SICHERHEIT mit der er behauptet im recht zu sein, DIE dieskreditiert ihn und den ganzen Bericht zu recht als wissenschaftliche Scharlatanerie.
+ WD: Rahmstorfs Basta-Wahrheiten grenzen an totalitären Geist: Herr Rahmstorf verkündete schon in seinem letzten Feuilletonartikel "Die Wahrheit zum Klima" (FAZ 11. April 2007); erzürnt stellt er nunmehr fest, daß es immer noch einige wenige Widerworte in den Medien gibt. Prozentual dürften diese skeptischen Beiträge vielleicht bei 10% liegen, bei der FAZ höher, bei n-tv, wo jede Pfütze, jedes Feuer, jeder Hagel, jeder Sturm mit einem Klimawandel in Verbindung gebracht werden, liegen andere Darstellungen im Promillebereich. Die meisten Bildbeigaben in den Medien folgen einem alarmistischen Muster. Rahmstorf suggeriert aber einen hohen Anteil an klimaskeptischen Beiträgen. So gibt er zu verstehen, daß er wahrscheinlich in seinen Arbeiten ähnlich verfährt: er läßt nur gelten, was ihm genehm ist und wertet alles andere grundsätzlich ab bzw. blendet es aus oder biegt es zurecht. Dazu paßt, daß er sich offenbar noch nie Gedanken über Erkenntnistheorie gemacht hat, über den Reduktionismus aller Modellbildung, über die Reichweite wissenschaftlicher Aussagen, über den Status von Hypothesen, über die große Schwierigkeit von Prognosen überhaupt auch bei sehr überschaubaren Phänomenen (vgl. Popper, Logik der Forschung). Wenn er dann die völlig undifferenzierten Hochrechnungen von „Klimawandeltoten“ der Weltgesundheitsorganisation bemüht, so enthüllt sich, daß ihm jede Einseitigkeit in seinem Glaubensstreit recht ist.
- DER MOPS UND DIE LIEBE: Mit STRIZZ hat D sicher die intelligenteste und humorigste Comicreihe weltweit