Mi 7° regnerisch abends spät 0°, Vollmond, atmosphärisches Fenster auf
- Das Krebsübel des von der Neidideologie des Marxismus beeinflußten Europas: "Französische Gewerkschaften. Siegeszug der Radikalen. Trotz Mitgliederschwunds bleiben die französischen Gewerkschaften mächtig. Der Paritarismus verschafft den „repräsentativen“ Gewerkschaften großen Einfluss. Nicolas Sarkozy will deshalb ihre Repräsentativität neu festlegen." FAZ 22.11.
- Wenn man das Geld nicht selbst verdienen muß, sondern in die Tasche der Bürger greift: "Jahresbericht Rechnungshof.
Der Bund verschwendet Milliarden
Von Manfred Schäfers 22. November 2007 Bundesbehörden prüfen fast nie, ob neue Projekte auch wirtschaftlich sind. In fast 85 Prozent der Fälle habe es eine solche Wirtschaftlichkeitsuntersuchung nicht gegeben, obwohl die Ämter dazu verpflichtet seien, kritisierte der Präsident des Bundesrechnungshofes, Dieter Engels, am Donnerstag in Berlin." FAZ
- Wenn man das Geld nicht selbst verdienen muß: "Chef des „Vizekanzleramtes“. Ein richtiger Staatssekretär am falschen Platz. Nach Münteferings Abschied lässt sich der Ausbau des „Vizekanzleramts“ durch die SPD nicht mehr kaschieren." 22.11. FAZ // Weizsäcker nannte das: Die Parteien machen sich den Staat zur Beute.
- "Amtshilfe unter SPD-Genossen
Zu "Russland sperrt Lufthansa Cargo aus" in der F.A.Z. vom 1. November: In der Meldung von den über Russland führenden Flugrouten äußern Sie die Vermutung, dank einer Intervention von Ministerpräsident Beck bei Bundesverkehrsminister Tiefensee sei die Gegenmaßnahme der Aussperrung der Aeroflot vom Transit über Deutschland sofort wieder aufgehoben worden. Damit hätte man sich des einzig wirksamen Druckmittels begeben, von Russland die Aufhebung der Maßnahme zu verlangen. Die Kurzsichtigkeit deutscher Politiker ist erstaunlich, dass aus Rücksicht auf regionale Wirtschaftsinteressen das viel größere globale Interesse der großen nationalen Fluggesellschaft leichtfertig hingegeben wird. Nicht zu übersehen ist, dass hier ein SPD-Genosse einem anderen, der Erfolge vorweisen muss, zu Gefallen handelt. Wie kann gegenüber Russland, das seit Jahren überhöhte und nirgendwo sonst geforderte Gebühren für den Überflug seines Territoriums erhebt, mit Aussicht auf Erfolg deren Aufhebung verlangt werden, wenn deutsche Politiker entsprechende Anstrengungen konterkarieren? Leider ist das kein Einzelfall, und es stimmt bedenklich, dass es immer wieder praktiziert wird."
DR. ERNST-JÖRG VON STUDNITZ, KÖNIGSWINTER, LB FAZ 22.11.2007
Freitag, 23. November 2007
Donnerstag, 22. November 2007
Rekordkälte, Politikversagen, Stimmenkauf, Lokführer
Mi 10° s 1,4873
- Klima-Erwärmung: "Rekordkälte in Mittelspanien . MADRID, 18. November (dpa). Ungewöhnliche Kälte lässt die Bewohner Mittelspaniens zittern. In der zwischen Madrid und Saragossa gelegenen Kleinstadt ... - 19° gemessen ... Am Freitag hatte es auf Mallorca geschneit. ..." FAZ
- Politikversagen bei steigenden Einkünften: "Die mit der steigenden Nachfrage nach Straßenverkehrsleistungen nicht Schritt haltenden Investitionen bewirken ständig steigende jährliche Staukosten in Höhe eines zweistelligen Milliardenbetrags. Die Einhaltung von Reiseterminen und die zuverlässige Anlieferung von Vorprodukten an Transportbänder von Montagebetrieben werden zunehmend unsicher. Auch insoweit entstehen beträchtliche Mehrkosten, ohne dass ein Ausweichen auf den Schienenverkehr Besserung verspräche. Der enorme staubedingte Mehrverbrauch an Treibstoffen und die dadurch entstehenden vermeidbaren Umweltschäden müssten eigentlich die Umweltpolitiker alarmieren. Aber von ihnen ist keinerlei Kritik zu hören. ... Die Engpässe sind offensichtlich politisch gewollt: Der Straßenverkehr soll mit zunehmenden Erstickungserscheinungen verteuert und unattraktiv gemacht werden - zugunsten des staatlichen Schienenverkehrsunternehmens." Straßenverkehr
Engpässe als politisches Instrument
Von Walter Hamm 21. November 2007
- Stimmenkauf: " Überdies hat das Unterlassen an sich notwendiger Investitionen finanzpolitischen Spielraum für die stark expandierenden Sozialausgaben geschaffen. Mehr sozialpolitische Wohltaten aus der Staatskasse versprechen weit mehr zusätzliche Wählerstimmen als Investitionen in das vernachlässigte bundeseigene Fernstraßennetz." Ebda.
-"Lieber Lokführer als Busfahrer
Die Lokomotivführer klagen über ihre geringen Löhne. In einem Geheimtreffen mit der Bahnspitze führen sie derzeit Gespräche im weiter schwelenden Tarifstreit. Im Vergleich zu anderen deutschen Arbeitnehmern schneiden die Lokführer-Löhne aber gar nicht schlecht ab. ... Lokführer mit Berufserfahrung: 20,-€, Busfahrer 10,72€ brutto." Von Matthias Müller.
21. November 2007 // Busfahrer: Anstrengende, anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit, die unablässig Aufmerksamkeit und Reaktion erfordert; Lokführer: Beamtenjob mit automatisierten (Brems-) Systemen.
- Klima-Erwärmung: "Rekordkälte in Mittelspanien . MADRID, 18. November (dpa). Ungewöhnliche Kälte lässt die Bewohner Mittelspaniens zittern. In der zwischen Madrid und Saragossa gelegenen Kleinstadt ... - 19° gemessen ... Am Freitag hatte es auf Mallorca geschneit. ..." FAZ
- Politikversagen bei steigenden Einkünften: "Die mit der steigenden Nachfrage nach Straßenverkehrsleistungen nicht Schritt haltenden Investitionen bewirken ständig steigende jährliche Staukosten in Höhe eines zweistelligen Milliardenbetrags. Die Einhaltung von Reiseterminen und die zuverlässige Anlieferung von Vorprodukten an Transportbänder von Montagebetrieben werden zunehmend unsicher. Auch insoweit entstehen beträchtliche Mehrkosten, ohne dass ein Ausweichen auf den Schienenverkehr Besserung verspräche. Der enorme staubedingte Mehrverbrauch an Treibstoffen und die dadurch entstehenden vermeidbaren Umweltschäden müssten eigentlich die Umweltpolitiker alarmieren. Aber von ihnen ist keinerlei Kritik zu hören. ... Die Engpässe sind offensichtlich politisch gewollt: Der Straßenverkehr soll mit zunehmenden Erstickungserscheinungen verteuert und unattraktiv gemacht werden - zugunsten des staatlichen Schienenverkehrsunternehmens." Straßenverkehr
Engpässe als politisches Instrument
Von Walter Hamm 21. November 2007
- Stimmenkauf: " Überdies hat das Unterlassen an sich notwendiger Investitionen finanzpolitischen Spielraum für die stark expandierenden Sozialausgaben geschaffen. Mehr sozialpolitische Wohltaten aus der Staatskasse versprechen weit mehr zusätzliche Wählerstimmen als Investitionen in das vernachlässigte bundeseigene Fernstraßennetz." Ebda.
-"Lieber Lokführer als Busfahrer
Die Lokomotivführer klagen über ihre geringen Löhne. In einem Geheimtreffen mit der Bahnspitze führen sie derzeit Gespräche im weiter schwelenden Tarifstreit. Im Vergleich zu anderen deutschen Arbeitnehmern schneiden die Lokführer-Löhne aber gar nicht schlecht ab. ... Lokführer mit Berufserfahrung: 20,-€, Busfahrer 10,72€ brutto." Von Matthias Müller.
21. November 2007 // Busfahrer: Anstrengende, anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit, die unablässig Aufmerksamkeit und Reaktion erfordert; Lokführer: Beamtenjob mit automatisierten (Brems-) Systemen.
Mittwoch, 21. November 2007
90 % Unqualifizierte, Norwegen, Überlegenheitsgefühle
21.11.07
Mi 10° Sch
- Ein schönes Symbol für die Kompetenz und das Niveau der Berliner Regierung: Der von Beck und Nahles vor 14 Tagen degradierte Ex-Parteivorsitzende Müntefering bekommt von Merkel einen schwarzrotgoldenen Fußball mit den Unterschriften der Kabinettsfußballer und entblödet sich nicht, damit herumzuspielen.
- "Möglicherweise ist aber nicht der Islam als solcher unser Hauptproblem, sondern die geringe Qualifizierung der Zuwanderer. Angelsächsische Länder wählen rigoros aus, vermeiden nach Kräften eine Vermehrung unqualifizierter Bürger. Gunnar Heinsohn schreibt im bereits genannten Heft des Merkur: "So schaffen seit 1980 Australien mit 80 Prozent und Kanada mit weit über 90 Prozent Qualifizierten unter ihren Einwanderern Traumquoten. Selbst England mit 75 und Amerika mit 50 Prozent Qualifizierten unter ihren Neubürgern schneiden noch sehr passabel ab. Kontinentaleuropa geht einen anderen Weg. Vor allem Frankreich und Deutschland holen sich unter hundert Zuwanderern nur zehn Qualifizierte. Das ist menschlich imponierend. Denn die 90 Prozent Unqualifizierten unter den bald elf Millionen nach Deutschland Gekommenen finden hier jene Obhut, die ihnen in der Anglowelt verweigert wird." Es wäre indessen naiv, auf die Dankbarkeit aller Zuwanderer zu bauen."' Nicht nur naiv, sondern idiotisch: '" Gleichfalls im Merkur schreibt Jörg Lau unter der Überschrift "Die Muslime und der dekadente Westen", Umfragen unter britischen Muslimen zeigten eine tiefe Ambivalenz gegenüber dem Westen: "Die jungen Muslime haben den Eindruck, in einem dekadenten Land zu leben, das seine eigenen Werte vergessen hat, dessen Freiheiten einen zu hohen Preis fordern und dessen Sitten zusehends verfallen. Wohlgemerkt: Nicht die Älteren beklagen hier wie üblich die Dekadenz der Gesellschaft im Licht einer intakten Vorzeit. Es sind die Jungen, die die Gegenwart verwünschen. Das ist etwas Neues in der Geschichte der Migration: Statt den Traum der Eltern von Aufstieg und Anerkennung umzusetzen, wendet sich die zweite und dritte Generation moralisch indigniert von der Mehrheit ab und kultiviert Überlegenheitsgefühle."'
ARNULF BARING FAZ 20.11.07
- Länderbericht: Norwegen . Auf Hochtouren . Das Ende des Energiereichtums ist nicht absehbar / Neue Reserven in der Arktis / Von Siegfried Thielbeer
Noch vor kurzem dachten die Norweger, dass ihre Quellen des Reichtums - Öl und Gas - allmählich versiegen werden. Neue riesige Gasreserven im Norden künden aber vom Gegenteil ..." 21.05.07 FAZ Norwegen ist zweitgrößter Erdgas-Lieferant der Europäer nach Rußland und sehr viel zuverlässiger und vertrauenswürdiger als das stalinoputische Rußland.
Mi 10° Sch
- Ein schönes Symbol für die Kompetenz und das Niveau der Berliner Regierung: Der von Beck und Nahles vor 14 Tagen degradierte Ex-Parteivorsitzende Müntefering bekommt von Merkel einen schwarzrotgoldenen Fußball mit den Unterschriften der Kabinettsfußballer und entblödet sich nicht, damit herumzuspielen.
- "Möglicherweise ist aber nicht der Islam als solcher unser Hauptproblem, sondern die geringe Qualifizierung der Zuwanderer. Angelsächsische Länder wählen rigoros aus, vermeiden nach Kräften eine Vermehrung unqualifizierter Bürger. Gunnar Heinsohn schreibt im bereits genannten Heft des Merkur: "So schaffen seit 1980 Australien mit 80 Prozent und Kanada mit weit über 90 Prozent Qualifizierten unter ihren Einwanderern Traumquoten. Selbst England mit 75 und Amerika mit 50 Prozent Qualifizierten unter ihren Neubürgern schneiden noch sehr passabel ab. Kontinentaleuropa geht einen anderen Weg. Vor allem Frankreich und Deutschland holen sich unter hundert Zuwanderern nur zehn Qualifizierte. Das ist menschlich imponierend. Denn die 90 Prozent Unqualifizierten unter den bald elf Millionen nach Deutschland Gekommenen finden hier jene Obhut, die ihnen in der Anglowelt verweigert wird." Es wäre indessen naiv, auf die Dankbarkeit aller Zuwanderer zu bauen."' Nicht nur naiv, sondern idiotisch: '" Gleichfalls im Merkur schreibt Jörg Lau unter der Überschrift "Die Muslime und der dekadente Westen", Umfragen unter britischen Muslimen zeigten eine tiefe Ambivalenz gegenüber dem Westen: "Die jungen Muslime haben den Eindruck, in einem dekadenten Land zu leben, das seine eigenen Werte vergessen hat, dessen Freiheiten einen zu hohen Preis fordern und dessen Sitten zusehends verfallen. Wohlgemerkt: Nicht die Älteren beklagen hier wie üblich die Dekadenz der Gesellschaft im Licht einer intakten Vorzeit. Es sind die Jungen, die die Gegenwart verwünschen. Das ist etwas Neues in der Geschichte der Migration: Statt den Traum der Eltern von Aufstieg und Anerkennung umzusetzen, wendet sich die zweite und dritte Generation moralisch indigniert von der Mehrheit ab und kultiviert Überlegenheitsgefühle."'
ARNULF BARING FAZ 20.11.07
- Länderbericht: Norwegen . Auf Hochtouren . Das Ende des Energiereichtums ist nicht absehbar / Neue Reserven in der Arktis / Von Siegfried Thielbeer
Noch vor kurzem dachten die Norweger, dass ihre Quellen des Reichtums - Öl und Gas - allmählich versiegen werden. Neue riesige Gasreserven im Norden künden aber vom Gegenteil ..." 21.05.07 FAZ Norwegen ist zweitgrößter Erdgas-Lieferant der Europäer nach Rußland und sehr viel zuverlässiger und vertrauenswürdiger als das stalinoputische Rußland.
Dienstag, 20. November 2007
Plankton, neue Klima-Befunde, Hauptschule, Schiller
Mi 6° b Maulwurf gedopt?
- "Kohlendioxid-Konsum in Ozeanen wächst. Das Phytoplankton der Meere könnte dem Kohlendioxid-Anstieg in der Luft und damit der Klimaerwärmung in den kommenden Jahrzehnten entgegenwirken. ..." FAZ Natur und Wissenschaft 14.11.07
- "Nahrhafte Eisberge. Meeresorganismen der Antarktis profitieren vom Schmelzwasser.
An der Küste der antarktischen Halbinsel sind in den vergangenen Jahrzehnten infolge der Klimaerwärmung große Eisschollen abgebrochen. Dadurch ..." FAZ 26.6.07
- "Droht die Apokalypse? Der Weltklimarat räsoniert, seine Kritiker randalieren.
Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Statt wieder die Sirenen heulen zu lassen, wie das dreimal zuvor funktionierte, hat der Weltklimarat ... wissenschaftlich Altbekanntes präsentiert. ... Tatsächlich gibt es plötzlich neue Befunde, die eine natürliche Erklärung des Phänomens ins Spiel bringen. So blieb denn auch der prognostizierte Meeresspiegelanstieg im IPCC-Bericht bei den bekannten maximal 59 cm bis Jahrhundertende. ..." Müller-Jung, 19.11.07 FAZ
- "Eine Schulform, die einmal "Hauptsache" war
Zur Glosse "Niveauverlust" und zum Artikel "Hauptschule bis 2013 abschaffen" über die Auflösung der Hauptschulen in Rheinland-Pfalz in der F.A.Z. vom 31. Oktober: Vorausschauende Politik sieht anders aus. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wird nun wohl letztmals auf die Schulform gelenkt, die einmal "Hauptsache" war und fast allein die Hauptlast einer verfehlten Bildungspolitik zu tragen hatte: unsere Hauptschule. Generationen von Schülern mit extremen sozialen Unterschieden und Begabungen sind hier unter widrigen Umständen mit geringen Mitteln unspektakulär von meist engagierten Hauptschullehrern gefördert worden. Diese Hauptschule konnte - allein gelassen und seit Jahren diskriminiert - weder die versäumte häusliche Erziehung nachholen noch das Scheitern der Integrationspolitik der vergangenen Jahre rückgängig machen. Dabei hätten schon ein Bruchteil der Mittel, die seither bei unsinnigen Projekten verschleudert wurden, und mehr moralische Unterstützung durch Politik, Presse, Wirtschaft und Gewerkschaft genügt, die einst intakten Hauptschulen aufzuwerten und zu stabilisieren.
In den weitsichtigen Empfehlungen des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen hieß es schon 1964: " . . . die Gesundung unseres Bildungswesens hängt davon ab, ob es gelingt, die Volksschule als die Haupt-Schule, die vielleicht . . . das 10. Schuljahr einschließt, . . . in ihrer Wirksamkeit zu steigern, ihre Leistungen zu bessern und ihr soziales Ansehen zu heben." Aber leider garantieren nur Persönlichkeiten von Format eine Bildungspolitik von Format. Und so wird unsere Hauptschule, die unsere Ministerin vor kurzem noch "stärken" wollte, über die Köpfe der Betroffenen hinweg ganz einfach abgeschafft. Hauptschüler und die mit ihnen verbundenen Probleme kann man nicht einfach durch eine Organisationsreform unter den Teppich kehren. Mit der Auflösung der Hauptschule werden deren Probleme nicht behoben, sondern nur innerhalb des Schulsystems verlagert.
ROLAND PFEIFER, PIRMASENS, LB Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2007, Nr. 268, S. 38
- "Schillers Blick in den Abgrund. Beunruhigt durch die Revolution in Frankreich, schreibt Friedrich Schiller eine bislang wenig beachtete Prophezeiung. 'Man wird in anderen Weltteilen in dem Neger die Menschheit ehren und in Europa sie in dem Denker schänden.' ... im siebten der 'Briefe zur ästhetischen Erziehung der Menschheit' von 1795. ..." Henning Ritter, Bilder und Zeiten FAZ 17.11.07 // Sagen wir: die Bevorzugung des Primitiven vor dem Elaborierten begegnet auf Schritt und Tritt und ist der hervorstechende Zug in den meisten Ländern christlicher Kultur: zugunsten primitiver Sport-, Mode- oder Sensationsberichterstattung bzw. Unterhaltungsaufgüssen werden elaborierte Inhalte entweder ganz gestrichen (n-tv & Co., WDR3: AM ABEND VORGESTELLT) oder auf Mitternacht geschoben (ARD/ZDF). Dazu gehört auch die Unterlegung von Nachrichten mit Technomusikschleifen mit Quittungstönen sowie aufdrehende Technomusik zwischen einzelnen Beiträgen; ähnlich das Vollstopfen von historischen Sendungen wie ZEITZEICHEN mit Akustik aller Art und mit albernen Schülergags. Wenn das Gymnasium zur Hauptschule wird.
- "Kohlendioxid-Konsum in Ozeanen wächst. Das Phytoplankton der Meere könnte dem Kohlendioxid-Anstieg in der Luft und damit der Klimaerwärmung in den kommenden Jahrzehnten entgegenwirken. ..." FAZ Natur und Wissenschaft 14.11.07
- "Nahrhafte Eisberge. Meeresorganismen der Antarktis profitieren vom Schmelzwasser.
An der Küste der antarktischen Halbinsel sind in den vergangenen Jahrzehnten infolge der Klimaerwärmung große Eisschollen abgebrochen. Dadurch ..." FAZ 26.6.07
- "Droht die Apokalypse? Der Weltklimarat räsoniert, seine Kritiker randalieren.
Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Statt wieder die Sirenen heulen zu lassen, wie das dreimal zuvor funktionierte, hat der Weltklimarat ... wissenschaftlich Altbekanntes präsentiert. ... Tatsächlich gibt es plötzlich neue Befunde, die eine natürliche Erklärung des Phänomens ins Spiel bringen. So blieb denn auch der prognostizierte Meeresspiegelanstieg im IPCC-Bericht bei den bekannten maximal 59 cm bis Jahrhundertende. ..." Müller-Jung, 19.11.07 FAZ
- "Eine Schulform, die einmal "Hauptsache" war
Zur Glosse "Niveauverlust" und zum Artikel "Hauptschule bis 2013 abschaffen" über die Auflösung der Hauptschulen in Rheinland-Pfalz in der F.A.Z. vom 31. Oktober: Vorausschauende Politik sieht anders aus. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wird nun wohl letztmals auf die Schulform gelenkt, die einmal "Hauptsache" war und fast allein die Hauptlast einer verfehlten Bildungspolitik zu tragen hatte: unsere Hauptschule. Generationen von Schülern mit extremen sozialen Unterschieden und Begabungen sind hier unter widrigen Umständen mit geringen Mitteln unspektakulär von meist engagierten Hauptschullehrern gefördert worden. Diese Hauptschule konnte - allein gelassen und seit Jahren diskriminiert - weder die versäumte häusliche Erziehung nachholen noch das Scheitern der Integrationspolitik der vergangenen Jahre rückgängig machen. Dabei hätten schon ein Bruchteil der Mittel, die seither bei unsinnigen Projekten verschleudert wurden, und mehr moralische Unterstützung durch Politik, Presse, Wirtschaft und Gewerkschaft genügt, die einst intakten Hauptschulen aufzuwerten und zu stabilisieren.
In den weitsichtigen Empfehlungen des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen hieß es schon 1964: " . . . die Gesundung unseres Bildungswesens hängt davon ab, ob es gelingt, die Volksschule als die Haupt-Schule, die vielleicht . . . das 10. Schuljahr einschließt, . . . in ihrer Wirksamkeit zu steigern, ihre Leistungen zu bessern und ihr soziales Ansehen zu heben." Aber leider garantieren nur Persönlichkeiten von Format eine Bildungspolitik von Format. Und so wird unsere Hauptschule, die unsere Ministerin vor kurzem noch "stärken" wollte, über die Köpfe der Betroffenen hinweg ganz einfach abgeschafft. Hauptschüler und die mit ihnen verbundenen Probleme kann man nicht einfach durch eine Organisationsreform unter den Teppich kehren. Mit der Auflösung der Hauptschule werden deren Probleme nicht behoben, sondern nur innerhalb des Schulsystems verlagert.
ROLAND PFEIFER, PIRMASENS, LB Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2007, Nr. 268, S. 38
- "Schillers Blick in den Abgrund. Beunruhigt durch die Revolution in Frankreich, schreibt Friedrich Schiller eine bislang wenig beachtete Prophezeiung. 'Man wird in anderen Weltteilen in dem Neger die Menschheit ehren und in Europa sie in dem Denker schänden.' ... im siebten der 'Briefe zur ästhetischen Erziehung der Menschheit' von 1795. ..." Henning Ritter, Bilder und Zeiten FAZ 17.11.07 // Sagen wir: die Bevorzugung des Primitiven vor dem Elaborierten begegnet auf Schritt und Tritt und ist der hervorstechende Zug in den meisten Ländern christlicher Kultur: zugunsten primitiver Sport-, Mode- oder Sensationsberichterstattung bzw. Unterhaltungsaufgüssen werden elaborierte Inhalte entweder ganz gestrichen (n-tv & Co., WDR3: AM ABEND VORGESTELLT) oder auf Mitternacht geschoben (ARD/ZDF). Dazu gehört auch die Unterlegung von Nachrichten mit Technomusikschleifen mit Quittungstönen sowie aufdrehende Technomusik zwischen einzelnen Beiträgen; ähnlich das Vollstopfen von historischen Sendungen wie ZEITZEICHEN mit Akustik aller Art und mit albernen Schülergags. Wenn das Gymnasium zur Hauptschule wird.
Montag, 19. November 2007
Staat, Klimawandel
Mi 4° b/R
- Der Staat ist das kälteste aller kalten Ungeheuer, notierte Nietzsche im Nachlaß der Achtziger Jahre. Daran mußte ich denken bei den Ost-(SBZ-)Berichten in der ARD-Montags-Serie DIE SECHZIGER JAHRE. Wie furchtbar die kommunistische Verbrechensmühle die Individuen schrotete. Staatsverbrecher wie Ulbricht und Honecker kamen ungeschoren davon. Ein Sklavenmeister wie Bisky sitzt im Parlament.- Schöne Film- und Musik-Dokumente; "My little Runaway" (Freddy Cannon?).
- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.06.2007, Nr. 24, S. K1
Leben mit dem Klimawandel. Gewinner und Verlierer
Wir bauen auf wärmere Zeiten
Die Menschen haben Kühlschrank und Klimaanlage erfunden. Da wird ihnen wohl auch noch etwas einfallen, wenn es demnächst ein paar Grad wärmer wird.
Von Winand von Petersdorff
Wenn die große Mehrheit der Klimaforscher recht behält, dann wird es demnächst auf der Erde wärmer. Schuld daran sind die Menschen. Das ist eine gute Nachricht: Denn Wärme beschert Wachstum, wie wir aus dem Gewächshaus wissen. Diese Erfahrung will allerdings zurzeit niemand hören.
Katastrophen ziehen mehr: Die Führer der G-8-Länder konnten sich in Heiligendamm sehr ernst und sehr entschlossen geben beim Kampf gegen die hohen Temperaturen. Aufs Volk können sie dabei zählen. Zu attraktiv ist der Lustschauder, der sich bei jenen einstellt, welche die globale Erwärmung als Apokalypse abhandeln. Dürren, große Fluten, Wirbelstürme und die Ausbreitung tödlicher Krankheiten sind in diesen Debattenbeiträgen die zwangsläufige Folge der Hitze. Und gelegentlich vernimmt man den Unterton, dass sie gerechte Strafe sind für einen Lebensstil in Überfluss und Dekadenz.
Katastrophen-Szenarien sind weit weg von der Wirklichkeit: Sie malen das Gesamtbild der Welt von morgen so düster, dass jedermann sogleich in Depressionen versinken möchte. Die positiven Effekte werden unterdrückt. So erscheint die Menschheit als ein zum Fortschritt ungeeigneter Haufen, der sich träge und depressiv seinem Schicksal ergeben muss.
Das verzerrt die Erfahrungen der menschlichen Geschichte. Die Zivilisation hat die Natur bezähmt. Und die Industrialisierung hat jene Wirtschaftszweige verabschiedet, deren Erträge vom Klima abhängen. Menschen finden allemal auf Klimaherausforderungen Antworten, von denen sie vorher nichts ahnten. Marktwirtschaftliche Systeme sind dafür besonders geeignet, weil sie Leistung und Innovation belohnen.
Nehmen wir den Kühlschrank. Das klingt profaner, als es ist. Lebensmittel verderben bei Hitze. Wer sie trotzdem isst, wird krank. Gegen Verderbnis kämpfen die Menschen seit Jahrhunderten: Sie pökeln, räuchern, wecken ein und kühlen mit Eis. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Carl von Linde Kühltechnikverfahren, die Lebensmittel frisch und vitaminreich halten. Die Lagerung (fast alle Haushalte haben einen Kühlschrank) und der Handel verderblicher Güter wären heute ohne Kühltechnik nicht denkbar.
Mehr noch: Seit es Klimaanlagen gibt, boomen Städte wie Los Angeles, Las Vegas, Phoenix, Houston oder Miami. Denn Ingenieurkunst hat die Folgen der Hitze gemildert. Golfspielen in Nordamerikas heißester Stadt Yuma, Arizona, mag Ausdruck eines dekadenten Lebensstils sein. Doch es liegt ein Trost darin: Menschen vermögen ein Gelände in unwirtlicher Gegend wirtlich machen.
Die Anpassungsfähigkeit der Menschen ist eine Variable, die in den Katastrophensimulationen der Klimaapokalyptiker weitgehend ignoriert wird. Was hätten sie wohl vor 2000 Jahren zu den Niederlanden gesagt? Hätten sie dem Land eine Chance zugebilligt? Ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Ein großer Teil des Landes wurde dem Meer und Binnengewässern abgerungen. Hollands Ingenieure haben ein ausgeklügeltes Wasserbewirtschaftungssystem mit 240 Kilometer Küstendünen, 420 Kilometer Meerdeichen und ein paar tausend Kilometer Deichen an Flüssen, Kanälen und Seen entwickelt. Die Holländer stellen sich jetzt auf neue Eventualitäten eines steigendes Meeresspiegels ein. In der Stadt Maasbommel errichtet die Firma Dura Vermeer eine Siedlung mit 34 Amphibienhäusern. Die Gebäude stehen auf Stahlstelzen. Kommt das Hochwasser, heben sich die Teleskopstangen auf bis zu 60 Zentimeter Höhe. Sollte das Wasser stärker steigen, geben die Stelzen über einen Schwimmer sowie einen Schnappverschluss das Haus frei. An die Ingenieure von Maasbommel, nicht an die Politiker von Heiligendamm sollte sich wenden, wer Angst hat vor Überschwemmungen.
Die Erkenntnis lautet: Anpassung funktioniert. Die Menschheitsgeschichte gibt Anlass zu Optimismus. "Es ist doch absurd anzunehmen, dass wir zwar in der besten aller Zeiten leben und unfähig sein sollten, uns dem Klimawandel anzupassen", sagt Thomas Gale Moore von der konservativen Denkfabrik Hoover der Stanford-Universität. Der Vordenker der Grünen, Ralf Fücks, argumentiert ähnlich: "Der Kapitalismus ist ein hochgradig lernfähiges, evolutionäres System, das bisher noch jede Krise und jede Opposition in einen Innovationsschub verwandelt hat."
Nüchternheit hilft bei der Lagebeurteilung. Ganz unabhängig von der Geographie und Sonnenstrahlung hängt die Verletzlichkeit eines Landes von der Wetterfühligkeit der Wirtschaftszweige ab. Wer auf Landwirtschaft (in Deutschland steuern Bauern ein Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung bei) angewiesen ist, ist in heißen Regionen in Gefahr. Wer vom Tourismus lebt, muss umdenken, aber nicht verzweifeln. Denn warmes Wetter stimuliert die Reiselust eher, statt sie einzudämmen.
Optimismus speist sich auch aus der Geschichte: Warme Tage waren gute Tage. Zwischen der Warmphase von 900 bis 1300 waren die Leute größer und gesünder (weniger Arthritis) als ihre Vorfahren, sie wurden älter, und die Bevölkerung wuchs schneller. Es entstanden fast alle historischen Bauwerke, die heute von europäischen Städtetouristen besucht werden, wie die Westminster Abbey, Notre-Dame oder der Kölner Dom. Diese Bauwerke sind Ausdruck der Frömmigkeit. Vor allem aber sind sie Ausdruck des Reichtums und der Zuversicht.
Wer sich ständig um das materielle Überleben scheren muss, fängt ein Gebäude wie den Kölner Dom nicht an. Städte wuchsen in jenen wärmeren Tagen, Universitäten und der Handel breiteten sich aus. Nicht nur in England, sondern auch in Norwegen und in Ostpreußen wurde Wein angebaut. Die Menschen waren offenbar gesünder, reicher und optimistischer damals als in den Jahrhunderten davor und unmittelbar danach, als eine Kälteperiode Krankheiten, Kriege und Hungersnöte über Europa brachte.
Zu Jubel besteht trotzdem kein Anlass. Alles ist eine Frage der Dosis. Kühle Gefilde mögen durch Erwärmung angenehmer werden, doch trockene Zonen vertragen zusätzliche Trockenheit schlecht. In dieser Hinsicht scheint die Klimalotterie extrem ungerecht zu sein. Sie bringt dort mehr Dürre, wo schon Dürre herrscht, und verschont oder begünstigt sogar die Industrienationen, die den Klimawandel ausgelöst haben.
Der Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change) kommt zu dem Ergebnis, dass Nord- und Südamerika sowie Nordeuropa feuchter werden, während die Mittelmeerländer und das südliche Afrika und Teile Asiens mit mehr Trockenheit und Wassermangel zu kämpfen haben. Die prophezeite Wärme produziert Verlierer in Ländern, die ohnehin schon unter Dürren leiden. Vor allem für die Menschen armer Länder Afrikas könne sich das Elend vergrößern.
Aber Wandel erzeugt eben auch Gewinner. Selbst in Afrika (siehe unseren Bericht auf der Seite K6) werden Farmer im Nildelta und im Hochland Kenias zu den Profiteuren des Klimas zählen, neben jenen Landwirten, die erfolgreich künstlich bewässern, wie der Yale-Professor für Forstwirtschaft, Robert Mendelsohn, in einer großen Studie in elf afrikanischen Ländern herausgefunden hat. In Russland freut man sich bereits heute: "Vielleicht wird es gut, und wir geben weniger Geld für Pelzmäntel und andere warme Sachen aus", sagte der russische Staatspräsident Wladimir Putin scherzend.
Das halb gefrorene Russland spürt - vielleicht vorschnell - neue Lebensgeister. Riesige vereiste Landflächen werden nutzbar werden für Landwirtschaft, schmuddlig-kalte Regionen werden zu touristischen Zielen. Außerdem schlummern in der Erde Bodenschätze, die am Ende der Kältestarre gehoben werden. Das Nordpolarmeer wird für Fischerei und Schifffahrt zugänglich. Der Seeweg zwischen Nordeuropa und Japan, Nordchina oder Korea ist durch das Nordmeer um 40 Prozent kürzer als durch den Suezkanal. Bisher ist die Nordostpassage nur passierbar, wenn russische Eisbrecher vorausfahren. Würde es wärmer, stünde die Abkürzung bis zu 150 Tage lang offen. Allerdings ist der Übergang schwer: Sibirien muss vorher dafür sorgen, das Städte, Straßen und Atomkraftwerke, die auf Permafrost-Boden heute noch recht stabil stehen, auch nach der Eisschmelze nicht im Morast versinken.
Keine Frage: Der Klimawandel bedeutet Neuverteilung. Reiche werden reicher werden, andere Reiche werden arm. Arme werden reich oder noch ärmer. Alle Varianten hat der Klimawandel in seinem Repertoire. Die ökonomischen Folgen sind ähnlich gravierend wie die Globalisierung und die Alterung in den Industrienationen, schreibt die Investmentbank Lehman Brothers. Und meistens erzeugt Umverteilung Konflikte. Die Hoheitsrechte des Polarmeers sind ungeklärt und laden die Völker zu Streit ein. Eine andere geopolitische Konsequenz des Klimawandels könnte es sein, dass die westlichen Industrienationen, die gegenüber China und Indien zurückzufallen schienen, wieder zu alter Stärke finden. China und Indien werden mit Wassermangel und Fluten zu kämpfen haben. "Wenigstens für ein paar Dekaden wird es auch ein paar Gewinner geben", räumt selbst Rajendra Pachauri ein, Leiter des notorisch pessimistischen IPCC. Und eine Prognose ist ohne Risiko: Menschen werden nicht regungslos zugucken, wie sich ihre Lebensgrundlagen verändern. Sie hoffen auf Gewinn. Das stimuliert den Unternehmergeist.
Wer die Trübsal hinter sich lässt, sieht: Die große Anpassung ist schon heute in vollem Gange. Viele Unternehmen wollen daran verdienen. Die amerikanische börsennotierte Aktiengesellschaft Monsanto arbeitet an einer Baumwollsorte, die Dürren übersteht. Die deutsche KWS AG sucht nach trockenresistenten Nutzpflanzen. Die neuen Sorten machen nicht nur die Firmen, Aktionäre und Bauern reicher, sondern mildern Folgen der Trockenheit.
Die Rückversicherungsgesellschaften finden im Klimawandel nicht nur gute Argumente, die Prämien zu erhöhen. Sie erweisen sich auch als Spezialisten der Risikominimierung. Hannover Rück und Münchener Rück transferieren Katastrophenrisiken mit sogenannten Cat-Bonds ("Katastrophen-Anleihen") in den Kapitalmarkt. Vom Handel mit den Katastrophenrisiken profitieren auch die Versicherten, deren Anlagen sonst ohne Versicherungsschutz blieben. Der französische Wasserkonzern Veolia hat Wasserentsalzungsanlagen in Israel und Australien gebaut und bekommt Anfragen aus der ganzen Welt. Profitieren könnte die Chemieindustrie, deren Produkte für Klimatechnik gebraucht werden (Photovoltaik, Brennstoffzellen, Leuchtdioden) und die Agrochemie (grüne Gentechnik, Pflanzenschutz und neue Düngemittel).
Eine Revolution werden künftig die Bodenpreise erleben. Was ist das Ferienhaus auf den Malediven wert, wenn die Inselgruppe in 50 Jahren im Meer versinkt? Was kostet eine Skihütte in den schneearmen Alpen? Wie teuer wird Wohnraum in Europa, wenn lauter Dürreflüchtlinge auf den Kontinent drängen? Niemand weiß das. Ganz Mutige spekulieren heute schon.
- Der Staat ist das kälteste aller kalten Ungeheuer, notierte Nietzsche im Nachlaß der Achtziger Jahre. Daran mußte ich denken bei den Ost-(SBZ-)Berichten in der ARD-Montags-Serie DIE SECHZIGER JAHRE. Wie furchtbar die kommunistische Verbrechensmühle die Individuen schrotete. Staatsverbrecher wie Ulbricht und Honecker kamen ungeschoren davon. Ein Sklavenmeister wie Bisky sitzt im Parlament.- Schöne Film- und Musik-Dokumente; "My little Runaway" (Freddy Cannon?).
- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.06.2007, Nr. 24, S. K1
Leben mit dem Klimawandel. Gewinner und Verlierer
Wir bauen auf wärmere Zeiten
Die Menschen haben Kühlschrank und Klimaanlage erfunden. Da wird ihnen wohl auch noch etwas einfallen, wenn es demnächst ein paar Grad wärmer wird.
Von Winand von Petersdorff
Wenn die große Mehrheit der Klimaforscher recht behält, dann wird es demnächst auf der Erde wärmer. Schuld daran sind die Menschen. Das ist eine gute Nachricht: Denn Wärme beschert Wachstum, wie wir aus dem Gewächshaus wissen. Diese Erfahrung will allerdings zurzeit niemand hören.
Katastrophen ziehen mehr: Die Führer der G-8-Länder konnten sich in Heiligendamm sehr ernst und sehr entschlossen geben beim Kampf gegen die hohen Temperaturen. Aufs Volk können sie dabei zählen. Zu attraktiv ist der Lustschauder, der sich bei jenen einstellt, welche die globale Erwärmung als Apokalypse abhandeln. Dürren, große Fluten, Wirbelstürme und die Ausbreitung tödlicher Krankheiten sind in diesen Debattenbeiträgen die zwangsläufige Folge der Hitze. Und gelegentlich vernimmt man den Unterton, dass sie gerechte Strafe sind für einen Lebensstil in Überfluss und Dekadenz.
Katastrophen-Szenarien sind weit weg von der Wirklichkeit: Sie malen das Gesamtbild der Welt von morgen so düster, dass jedermann sogleich in Depressionen versinken möchte. Die positiven Effekte werden unterdrückt. So erscheint die Menschheit als ein zum Fortschritt ungeeigneter Haufen, der sich träge und depressiv seinem Schicksal ergeben muss.
Das verzerrt die Erfahrungen der menschlichen Geschichte. Die Zivilisation hat die Natur bezähmt. Und die Industrialisierung hat jene Wirtschaftszweige verabschiedet, deren Erträge vom Klima abhängen. Menschen finden allemal auf Klimaherausforderungen Antworten, von denen sie vorher nichts ahnten. Marktwirtschaftliche Systeme sind dafür besonders geeignet, weil sie Leistung und Innovation belohnen.
Nehmen wir den Kühlschrank. Das klingt profaner, als es ist. Lebensmittel verderben bei Hitze. Wer sie trotzdem isst, wird krank. Gegen Verderbnis kämpfen die Menschen seit Jahrhunderten: Sie pökeln, räuchern, wecken ein und kühlen mit Eis. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Carl von Linde Kühltechnikverfahren, die Lebensmittel frisch und vitaminreich halten. Die Lagerung (fast alle Haushalte haben einen Kühlschrank) und der Handel verderblicher Güter wären heute ohne Kühltechnik nicht denkbar.
Mehr noch: Seit es Klimaanlagen gibt, boomen Städte wie Los Angeles, Las Vegas, Phoenix, Houston oder Miami. Denn Ingenieurkunst hat die Folgen der Hitze gemildert. Golfspielen in Nordamerikas heißester Stadt Yuma, Arizona, mag Ausdruck eines dekadenten Lebensstils sein. Doch es liegt ein Trost darin: Menschen vermögen ein Gelände in unwirtlicher Gegend wirtlich machen.
Die Anpassungsfähigkeit der Menschen ist eine Variable, die in den Katastrophensimulationen der Klimaapokalyptiker weitgehend ignoriert wird. Was hätten sie wohl vor 2000 Jahren zu den Niederlanden gesagt? Hätten sie dem Land eine Chance zugebilligt? Ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Ein großer Teil des Landes wurde dem Meer und Binnengewässern abgerungen. Hollands Ingenieure haben ein ausgeklügeltes Wasserbewirtschaftungssystem mit 240 Kilometer Küstendünen, 420 Kilometer Meerdeichen und ein paar tausend Kilometer Deichen an Flüssen, Kanälen und Seen entwickelt. Die Holländer stellen sich jetzt auf neue Eventualitäten eines steigendes Meeresspiegels ein. In der Stadt Maasbommel errichtet die Firma Dura Vermeer eine Siedlung mit 34 Amphibienhäusern. Die Gebäude stehen auf Stahlstelzen. Kommt das Hochwasser, heben sich die Teleskopstangen auf bis zu 60 Zentimeter Höhe. Sollte das Wasser stärker steigen, geben die Stelzen über einen Schwimmer sowie einen Schnappverschluss das Haus frei. An die Ingenieure von Maasbommel, nicht an die Politiker von Heiligendamm sollte sich wenden, wer Angst hat vor Überschwemmungen.
Die Erkenntnis lautet: Anpassung funktioniert. Die Menschheitsgeschichte gibt Anlass zu Optimismus. "Es ist doch absurd anzunehmen, dass wir zwar in der besten aller Zeiten leben und unfähig sein sollten, uns dem Klimawandel anzupassen", sagt Thomas Gale Moore von der konservativen Denkfabrik Hoover der Stanford-Universität. Der Vordenker der Grünen, Ralf Fücks, argumentiert ähnlich: "Der Kapitalismus ist ein hochgradig lernfähiges, evolutionäres System, das bisher noch jede Krise und jede Opposition in einen Innovationsschub verwandelt hat."
Nüchternheit hilft bei der Lagebeurteilung. Ganz unabhängig von der Geographie und Sonnenstrahlung hängt die Verletzlichkeit eines Landes von der Wetterfühligkeit der Wirtschaftszweige ab. Wer auf Landwirtschaft (in Deutschland steuern Bauern ein Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung bei) angewiesen ist, ist in heißen Regionen in Gefahr. Wer vom Tourismus lebt, muss umdenken, aber nicht verzweifeln. Denn warmes Wetter stimuliert die Reiselust eher, statt sie einzudämmen.
Optimismus speist sich auch aus der Geschichte: Warme Tage waren gute Tage. Zwischen der Warmphase von 900 bis 1300 waren die Leute größer und gesünder (weniger Arthritis) als ihre Vorfahren, sie wurden älter, und die Bevölkerung wuchs schneller. Es entstanden fast alle historischen Bauwerke, die heute von europäischen Städtetouristen besucht werden, wie die Westminster Abbey, Notre-Dame oder der Kölner Dom. Diese Bauwerke sind Ausdruck der Frömmigkeit. Vor allem aber sind sie Ausdruck des Reichtums und der Zuversicht.
Wer sich ständig um das materielle Überleben scheren muss, fängt ein Gebäude wie den Kölner Dom nicht an. Städte wuchsen in jenen wärmeren Tagen, Universitäten und der Handel breiteten sich aus. Nicht nur in England, sondern auch in Norwegen und in Ostpreußen wurde Wein angebaut. Die Menschen waren offenbar gesünder, reicher und optimistischer damals als in den Jahrhunderten davor und unmittelbar danach, als eine Kälteperiode Krankheiten, Kriege und Hungersnöte über Europa brachte.
Zu Jubel besteht trotzdem kein Anlass. Alles ist eine Frage der Dosis. Kühle Gefilde mögen durch Erwärmung angenehmer werden, doch trockene Zonen vertragen zusätzliche Trockenheit schlecht. In dieser Hinsicht scheint die Klimalotterie extrem ungerecht zu sein. Sie bringt dort mehr Dürre, wo schon Dürre herrscht, und verschont oder begünstigt sogar die Industrienationen, die den Klimawandel ausgelöst haben.
Der Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change) kommt zu dem Ergebnis, dass Nord- und Südamerika sowie Nordeuropa feuchter werden, während die Mittelmeerländer und das südliche Afrika und Teile Asiens mit mehr Trockenheit und Wassermangel zu kämpfen haben. Die prophezeite Wärme produziert Verlierer in Ländern, die ohnehin schon unter Dürren leiden. Vor allem für die Menschen armer Länder Afrikas könne sich das Elend vergrößern.
Aber Wandel erzeugt eben auch Gewinner. Selbst in Afrika (siehe unseren Bericht auf der Seite K6) werden Farmer im Nildelta und im Hochland Kenias zu den Profiteuren des Klimas zählen, neben jenen Landwirten, die erfolgreich künstlich bewässern, wie der Yale-Professor für Forstwirtschaft, Robert Mendelsohn, in einer großen Studie in elf afrikanischen Ländern herausgefunden hat. In Russland freut man sich bereits heute: "Vielleicht wird es gut, und wir geben weniger Geld für Pelzmäntel und andere warme Sachen aus", sagte der russische Staatspräsident Wladimir Putin scherzend.
Das halb gefrorene Russland spürt - vielleicht vorschnell - neue Lebensgeister. Riesige vereiste Landflächen werden nutzbar werden für Landwirtschaft, schmuddlig-kalte Regionen werden zu touristischen Zielen. Außerdem schlummern in der Erde Bodenschätze, die am Ende der Kältestarre gehoben werden. Das Nordpolarmeer wird für Fischerei und Schifffahrt zugänglich. Der Seeweg zwischen Nordeuropa und Japan, Nordchina oder Korea ist durch das Nordmeer um 40 Prozent kürzer als durch den Suezkanal. Bisher ist die Nordostpassage nur passierbar, wenn russische Eisbrecher vorausfahren. Würde es wärmer, stünde die Abkürzung bis zu 150 Tage lang offen. Allerdings ist der Übergang schwer: Sibirien muss vorher dafür sorgen, das Städte, Straßen und Atomkraftwerke, die auf Permafrost-Boden heute noch recht stabil stehen, auch nach der Eisschmelze nicht im Morast versinken.
Keine Frage: Der Klimawandel bedeutet Neuverteilung. Reiche werden reicher werden, andere Reiche werden arm. Arme werden reich oder noch ärmer. Alle Varianten hat der Klimawandel in seinem Repertoire. Die ökonomischen Folgen sind ähnlich gravierend wie die Globalisierung und die Alterung in den Industrienationen, schreibt die Investmentbank Lehman Brothers. Und meistens erzeugt Umverteilung Konflikte. Die Hoheitsrechte des Polarmeers sind ungeklärt und laden die Völker zu Streit ein. Eine andere geopolitische Konsequenz des Klimawandels könnte es sein, dass die westlichen Industrienationen, die gegenüber China und Indien zurückzufallen schienen, wieder zu alter Stärke finden. China und Indien werden mit Wassermangel und Fluten zu kämpfen haben. "Wenigstens für ein paar Dekaden wird es auch ein paar Gewinner geben", räumt selbst Rajendra Pachauri ein, Leiter des notorisch pessimistischen IPCC. Und eine Prognose ist ohne Risiko: Menschen werden nicht regungslos zugucken, wie sich ihre Lebensgrundlagen verändern. Sie hoffen auf Gewinn. Das stimuliert den Unternehmergeist.
Wer die Trübsal hinter sich lässt, sieht: Die große Anpassung ist schon heute in vollem Gange. Viele Unternehmen wollen daran verdienen. Die amerikanische börsennotierte Aktiengesellschaft Monsanto arbeitet an einer Baumwollsorte, die Dürren übersteht. Die deutsche KWS AG sucht nach trockenresistenten Nutzpflanzen. Die neuen Sorten machen nicht nur die Firmen, Aktionäre und Bauern reicher, sondern mildern Folgen der Trockenheit.
Die Rückversicherungsgesellschaften finden im Klimawandel nicht nur gute Argumente, die Prämien zu erhöhen. Sie erweisen sich auch als Spezialisten der Risikominimierung. Hannover Rück und Münchener Rück transferieren Katastrophenrisiken mit sogenannten Cat-Bonds ("Katastrophen-Anleihen") in den Kapitalmarkt. Vom Handel mit den Katastrophenrisiken profitieren auch die Versicherten, deren Anlagen sonst ohne Versicherungsschutz blieben. Der französische Wasserkonzern Veolia hat Wasserentsalzungsanlagen in Israel und Australien gebaut und bekommt Anfragen aus der ganzen Welt. Profitieren könnte die Chemieindustrie, deren Produkte für Klimatechnik gebraucht werden (Photovoltaik, Brennstoffzellen, Leuchtdioden) und die Agrochemie (grüne Gentechnik, Pflanzenschutz und neue Düngemittel).
Eine Revolution werden künftig die Bodenpreise erleben. Was ist das Ferienhaus auf den Malediven wert, wenn die Inselgruppe in 50 Jahren im Meer versinkt? Was kostet eine Skihütte in den schneearmen Alpen? Wie teuer wird Wohnraum in Europa, wenn lauter Dürreflüchtlinge auf den Kontinent drängen? Niemand weiß das. Ganz Mutige spekulieren heute schon.
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