Donnerstag, 3. Juli 2008

Sextus Empiricus, D größter Nettozahler, Kernkraftwerke, Inflation, Neugründungen, Rosenthal, Naturwiss. und techn. Bildung, Kafka



STRIZZ, Reiche, FAZ

20°-16° Sch/R 7. Zecke
In-a-gadda-da-vida - ein Ohrwurm von Iron Butterfly; wir hörten ihn oft im SDAJ-Keller; arbeitete damals bei DEW im Schichtbetrieb, Titanitfabrik. Auch aus der Zeit : Gerry and the Pacemakers; Gerry bedenkt in einer späten Aufnahme John Lennon mit "God bless".
6354 1,5690 14447 11289

- Kafka, geb. 3. Juli 1883 . Hatte einige Probleme, schrieb schlank ohne Schwulst, starb jung und hinterließ kaum etwas Lesenswertes. Sehr unangenehm sein Zug zur Verrätselung und die Armut an positiver Wissensvermittlung; ich schätze die KLEINE FABEL, BERICHT AN EINE AKADEMIE, KAISERLICHE BOTSCHAFT, VOR DEM GESETZ, AUF DER GALERIE, JOSEFINE, DIE SÄNGERIN, allesamt Texte, bei denen die aufgewendete Lesezeit in einem fruchtbaren Verhältnis zur gebotenen Erkenntnis und zum Genußwert steht. Allerdings fehlt jungen Lesern, einige Ausnahmen mag es geben, der Lebensüberblick und der Leidenshorizont für diese Literatur, weswegen sie nur für Interessierte in Frage kommt. - Kafka erinnert mich von weit an Magritte und Satie.
( Übrigens ganz unästhetisch das bräsige Geschwätze Wagenbachs: " K. kannte die Elektrotechnologie "; gemeint ist die Elektrotechnik, die K. natürlich nicht kannte, er war völlig eindimensional gebildet, die er aber in einzelnen Produkten in den Fabriken sah. ) (Differentialpsychologisch interessant, wie sich zwei extrovertierte Schwafler wie Schirrmacher und Wagenbach auf den feinsinnig leidenden introvertierten K. schmeißen.)

- ! " überwies Deutschland im vergangenen Jahr 0,3 Prozent mehr nach Brüssel, als es aus den EU-Töpfen erhielt. Das entspricht rund 7,4 Milliarden Euro. In absoluten Zahlen bleibt Deutschland damit wie in den Jahren zuvor größter Nettozahler. Im Jahr 2006 hatte der deutsche Staat einen Nettobeitrag von rund 6,3 Milliarden Euro geleistet. ..." 1.7. FAZ

- "Toshiba baut Kernkraftwerke. Der Präsident des japanischen Mischkonzerns Toshiba hat den Bau Dutzender neuer Kernkraftwerke weltweit angekündigt. Bis 2015 werde sein Konzern mindestens 33 Atomreaktoren errichten, sagte der Präsident und Vorstandsvorsitzende von Toshiba, Atsutoshi Ni-shida, dem "Handelsblatt". Bis 2020 würden es schon 65 sein: "Allein auf dem amerikanischen Markt winken Aufträge für 31 Reaktoren." Toshiba hatte 2006 den amerikanischen Atomkraftwerksbauer Westinghouse übernommen und ist seit vergangenem Jahr Marktführer vor der französischen Areva. Schon um die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen, sei der Bau neuer Atomkraftwerke notwendig, sagte Nishida. dpa 30.6.

- " 30.06.08 Die Inflation hat die ganze Welt erfasst. 40 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter zweistelligen Teuerungsraten. Der Anstieg der Preise für Rohöl, Lebensmittel und andere Rohstoffe hat nicht nur hierzulande, sondern rund um den ..." FAZ

- In 2007 verbrauchten die USA 3% weniger Öl. China, Thailand, Malaysia u.a. subventionieren Ölprodukte immer noch.

- Angesichts wachsender Inflation. EZB erhöht Leitzins auf 4,25 Prozent. 4% Inflation in der €-Zone.

- "Immer weniger Neugründungen. Immer weniger Deutsche wagen den Weg in die Selbständigkeit: Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Tiefstand erreicht. Das geht aus der Studie "Gründungsmonitor ..." F.A.Z.24. Juni 2008
- Traurig: Der SPD-Vorzeigeunternehmer Rosenthal war in den neunziger Jahren am Ende und mußte an Wedgwood verkaufen, die jetzt ebenfalls an den hohen Löhnen gescheitert sind. JADE: sehr schön.

- Legende der Geschichte: "Wie Droysen einmal sogar Helmut Kohl antizipierte. Wie kann Geschichte wissenschaftlich untersucht werden und gleichwohl einer Gesellschaft Orientierung bieten, nachdem die alte Verheißung, aus der Historie für das Leben lernen zu können, nicht länger überzeugt? Jörn Rüsen hat vor ..." F.A.Z.23. Juni 2008

- "Die zehn Strategien des BDI für das kommende Jahrzehnt. Aufstieg durch Bildung. Wissen ist der Rohstoff unseres Landes. Deshalb muss das Land jeden individuell in seinen Talenten fördern, auf Kreativität, Wettbewerb und Eliten setzen und mehr für Bildung tun. ..." F.A.Z.23. Juni 2008, // NICHT BILDUNG ! Naturwissenschaftliche und technische Bildung ! Böll (Unsterblich: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral), Grass & Co. machen dumm und faul.
- "Staatsfinanzen. Ungenügend. Peter Struck und Günther Öttinger konnten sich bisher nicht auf die Ausgestaltung der Schuldenbremse für die Staatsfinanzen einigen. Man fragt sich, wie die beiden Politiker ihre Kommission auf ein Ziel einschwören wollen, das sie selber nicht kennen. ..." FAZ.NET Wirtschaft23. Juni 2008

- "Vom Leben des Sextus Empiricus ist nicht sehr viel bekannt. Aus einer Erwähnung bei Diogenes Laertios (9,116) ergibt sich, dass die erhaltenen Werke 180–200 n. Chr. verfasst sein dürften; aus Sextus’ Schriften geht hervor, dass er in Alexandria und Athen gewesen sein muss, der Ort seines Wirkens war aber vermutlich Rom, das mannigfaltige Erwähnung in seinen Schriften findet. Der Beiname Empiricus deutet auf Zugehörigkeit zur antiken Ärzteschule der Empiriker hin. ..." (Wiki.)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Putin, Chodorkowski, Ölkonzerne, Autohandel


STRIZZ, Reiche, FAZ
15-31° s 1,5880 6305 144,28 WTI 11216

- " 20 jahre Dax. Stürmische Zeiten für die Börse. Der Deutsche Aktienindex Dax wird zwanzig Jahre alt, doch kaum jemand mag feiern. Schlechte Nachrichten drücken die Stimmung der Börsianer. Bis vor kurzem wähnte sich die deutsche Industrie noch in trügerischer Sicherheit. ... hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Inflationsraten und Notenbankzinsen, der schwache Dollar, die schwächelnde Konjunktur in den Vereinigten Staaten, der Niedergang der dortigen Immobilienmärkte und die sich zuspitzende Finanzkrise.
Bis vor kurzem wähnte sich die deutsche Industrie mit dem Schwerpunkt Anlage- und Maschinenbau in trügerischer Sicherheit. Der Boom in China, Indien und anderen jungen Industriestaaten werde die Einbrüche in Amerika schon auffangen. Zudem seien die Petrodollarmilliardäre aus Arabien und Russland auf strategischer Einkaufstour, vor allem in Deutschland.
Nun weicht die mutige These von der Abkoppelung der Furcht, dass auch die aufstrebenden Wirtschaftsmächte von der guten alten Lokomotive der Weltwirtschaft abhängig sind. In Asien und anderswo hat sich der Ärger über die Teuerung schon in Protesten entladen, Energiesubventionen werden zu teuer, die täglichen Eingriffe in die Devisenmärkte riskanter. Das sind stürmische Zeiten für die Weltwirtschaft - und für die Börse." FAZ.NET Finanzen01. Juli 2008

- Während Enzensberger ein schönes Beispiel dafür ist, daß der Verstand erst mit den Jahren kommt, scheint es bei Soros so zu sein, daß der Verstand auch ausbleiben kann.
- - Im Gespräch: Johannes Huth, Europa-Chef und Partner der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) "... FRAGE: Aber angesichts der Kreditexzesse ist der Ruf nach einer Regulierung der Branche doch berechtigt?

ANTWORT: Wie schon gesagt, es gibt punktuell berechtigte Kritik an unserer Branche. So zum Beispiel der Wunsch nach erhöhter Transparenz, dem wir jetzt nachkommen. Grundsätzlich verstehe ich den Drang nach erhöhter Regulierung aber nicht - allein schon, weil ich an die freien Wirkungskräfte der Märkte glaube. Es mag zwar sein, dass einige Firmen hohe Schulden aufgenommen haben. Aber dadurch ist bislang noch keine Firma pleitegegangen, und es wurden keine Arbeitsplätze vernichtet. Ganz im Gegenteil - wir haben in den vergangenen fünf Jahren hierzulande viele Arbeitsplätze geschaffen. ..." 1.7.08

- Schröders Cheffreund: "Putin droht Timoschenko - Der russische Ministerpräsident Putin hat der ukrainischen Ministerpräsidentin Timoschenko abermals gedroht, Moskau werde seine Wirtschaftskooperation mit Kiew deutlich einschränken, wenn die Ukraine der Nato beitreten sollte. Das sagte Putin nach einem Treffen mit Frau Timoschenko in Moskau. Putin sagte, er hoffe, dass eine für beide Seiten befriedigende Lösung gefunden werde im Streit über den Preis für das russische Gas, das Russland an die Ukraine liefert. Nach Schätzungen des Chefs des Gasprom-Konzerns, Alexej Miller, wird die Ukraine künftig 400 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen müssen. Bisher zahlt das Land 179 Dollar. (dpa)"
- Russische Staatsanwaltschaft. Neue Anklage gegen Chodorkowski. Seit mehr als vier Jahren sitzt der Kremlkritiker Michail Chodorkowski im Gefängnis. Jetzt droht dem früheren russischen Ölmagnaten eine Verlängerung seiner Haft: Russische Staatsanwälte haben abermals Klage gegen ihn erhoben. ..." FAZ.NET Wirtschaft01. Juli 2008"

- Höchste Zeit, daß die amerikanischen Vorkommen nicht länger durch Umweltfanatiker blockiert werden: "Schwere Zeiten für Ölkonzerne
Aktienkurse haben nicht von Rekord-Ölpreisen profitiert
FRANKFURT, 30. Juni (Bloomberg). Die jüngste Ölpreishausse geht an den großen Ölkonzernen Exxon Mobil, Shell und BP vorbei. Trotz rekordhoher Ölpreise in diesem Jahr liegen die Aktienkurse dieser Konzerne im laufenden Jahr im Minus. Staatliche Ölgesellschaften aus Ländern wie Kolumbien und Russland drängen die großen Ölmultis immer öfter aus den wichtigen Fördergebieten hinaus.

Die Rohölförderung der börsennotierten Ölkonzerne sinkt damit insgesamt, womit die Vorteile des Ölpreises von zuletzt in der Spitze knapp 144 Dollar je Barrel - einem Anstieg von 46 Prozent seit Jahresanfang - nicht ausgenutzt werden. Die Aktien von Exxon, dem größten Ölkonzern der Welt, verzeichneten seit Jahresbeginn einen Kursverlust von 7,6 Prozent. Die Regierung von Venezuela hatte den Konzern aus dem Orinoco Belt hinausgedrängt, wo die größten Ölfelder in Südamerika liegen.

Die Aktien von Shell haben seit Jahresbeginn 4,6 Prozent nachgegeben; Russland hat dem Konzern die Kontrolle über das riesige Gasfördergebiet Sachalin-2 abgenommen. BP-Aktien verloren 8,1 Prozent; hier will der russische Staat das Gasfeld Kovytka in Sibirien übernehmen, das sich bereits in der Hand des Joint-Ventures TNK-BP befindet. Hingegen werden die Opec-Staaten aus dem Handel mit Rohöl und Erdgas in diesem Jahr nach Schätzungen des amerikanischen Energieministeriums mehr als 1000 Milliarden Dollar einnehmen. "Ölgesellschaften konkurrieren untereinander und mit den staatlichen Ölunternehmen um den Zugang zu Lagerstätten", sagte Analyst Ivor Pether von Royal London Asset Management. Dabei sei es für BP und Shell bedeutend schwieriger, die Förderrechte zu bekommen. Staatliche Unternehmen hätten besseren Zugang zu Finanzen und bessere Technologie.

"Um was es uns geht, ist der Zugang", bestätigte der Vorstandsvorsitzende von BP, Tony Hayward, am 11. Juni in London. Politische Faktoren, Eintrittshürden und hohe Steuern spielten ebenfalls eine Rolle: "Die Probleme bei der Förderung von mehr Rohöl sind nicht mehr geologischer, sondern politischer Natur", sagte Hayward. Wichtige Ölförderländer wie Russland, Nigeria und Venezuela bevorzugen offen inländische Unternehmen bei der Vergabe von Förderlizenzen. Die internationalen Konzerne kommen dabei seltener zum Zug. Etwa 80 Prozent der auf 1200 Milliarden Barrel geschätzten und gesicherten Ölreserven werden von staatlichen Förderern kontrolliert, wie aus Schätzungen von BP hervorgeht. Laut Jeroen van der Veer, Vorstandsvorsitzender von Shell, kommen neue Förderprojekte mittlerweile langsamer in Gang, da die beteiligten Regierungen über eine längere Zeit miteinander verhandelten."
Text: F.A.Z., 01.07.2008, Nr. 151 / Seite 22

- "Digitaler Graben zwischen Männern und Frauen wächst. ht. FRANKFURT, 29. Juni. Die Internetnutzung in Deutschland ist in diesem Jahr so stark gestiegen wie seit 2003 nicht mehr. Der Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung, die mindestens 14 Jahre alt sind, ist gegenüber dem ..." F.A.Z.29. Juni 2008

- "Autohandel. So schlimm wie nie. Die Deutschen kaufen kaum noch Neuwagen. Selbst Umweltautos sind Ladenhüter. Die Autohändler klagen - und so mancher Betrieb steht vor dem Aus. Geld wird nur noch in der Werkstatt verdient, nicht mehr im Handel. FAZ.NET Wirtschaft02. Juli 2008 // Diese erbärmliche Regierung mit der größten (Mst.-)Steuererhöhung aller deutschen Zeiten und ihrem Klimawahn läßt grüßen.

- "Außer Fachkräften fehlen in Hessen auch Hilfsarbeiter. jor. RHEIN-MAIN. Während die Arbeitslosigkeit in Hessen weiter zurückgeht, registriert die Arbeitsverwaltung immer mehr Stellen, für die Unternehmen überhaupt keine oder keine geeigneten Interessenten finden. ... "
F.A.Z.01. Juli 2008

Dienstag, 1. Juli 2008

"Klima-Planwirtschaft", Stammzellen, Maoisten



STRIZZ, Reiche, FAZ


15-27° s

- Seltsam, die jungen Fußballmillionäre erregen keinen Neid. Obwohl sie mit ihrer Herumspielerei auch noch andere Leute von der Arbeit ablenken.

- Hat dazugelernt: Enzensberger, Eine Altersfrage

Die alte Dame mit dem Krückstock,
was hat sie alles über sich ergehen lassen!
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen,
Brandbomben, Rentenformeln,
...
und noch dazu die vielen Kindstaufen,
Rohrbrüche und Beerdigungen.

Wie sie uns zuzwinkert
aus ihren kornblumenblauen Augen!
Ihr entzückendes Lächeln,
wo es nur herkommt?
Das weiß der Himmel.
> Und eben keine Armutsfrage!

- " "Klima-Planwirtschaft"
Hayek-Gesellschaft diskutiert über Umwelt und Freiheit. ppl. FREIBURG, 29. Juni. Der Versuch der Politik, mit langfristigen Mengenzielen für Kohlendioxid (CO2) und mit Quoten für bestimmte Energieformen den Klimawandel zu beeinflussen, stößt auf große Skepsis bei den Ökonomen der liberalen Hayek-Gesellschaft. Auf ihrer Jahrestagung in Freiburg gab es Warnungen vor einer "Klima-Planwirtschaft" und einer Einschränkung der Freiheitsräume der Bürger, wenn die Politik immer engere Vorgaben und immer mehr Verbote beschließe. Oft genug sei der ökologische Nutzen der Maßnahmen gar nicht erwiesen. Dagegen seien hohe Kosten und steigende Steuern zu befürchten.
In einer Diskussion zum Thema "Umwelt und Freiheit" betonte der Biologe und Zoologe Josef Reichholf von der Universität München, dass es seit der letzten Eiszeit mehrere stark ausgeprägte Warmzeiten gegeben habe. Diese seien stets günstig für die Entwicklung der Zivilisation und auch der Natur gewesen. So fielen in diese warmen Perioden das Aufkommen des Ackerbaus, die Entstehung der frühen Hochkulturen, die Blüte der Römerzeit und der Aufschwung im Hochmittelalter. Der Beginn der kleinen Eiszeit in der Neuzeit brachte härtere Wetterbedingungen in Europa und mehr Naturkatastrophen, etwa Stürme und Hochwasser. Angesichts des Ausmaßes der klimatischen Schwankungen in der Vergangenheit ohne jedes Zutun der Menschen, das Reichholf in seinem Bestseller "Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends" beschrieben hat, bezweifelt er die These von einer allein vom Menschen verursachten Erderwärmung der jüngsten Zeit. Es werde aber Druck auf Wissenschaftler ausgeübt, keine kritischen Meinungen zu äußern.

Auch in der Politik gebe es Zweifler, ergänzte der Ökonom und frühere Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Karlheinz Paqué (FDP), der nun an der Universität Magdeburg lehrt. "Aber wer sich öffentlich gegen die derzeitige Klimapolitik stellt, der begeht politischen Selbstmord, so aufgeladen ist das politische Klima." Im Jahr 2030 verursache Deutschland nur knapp 2 Prozent der weltweiten CO2- Emissionen, China dagegen gut ein Viertel, rechnete der Umweltpublizist Edgar Gärtner vor. Europa werde klimapolitisch immer unwichtiger. Die Beschlüsse der Bundesregierung von Meseberg und die EU-Pläne zur Reduktion des Kohlendioxids kosteten die Verbraucher und die Steuerzahler viele hundert Milliarden, wenn nicht gar Billionen Euro. "Ihr messbarer Effekt ist aber gleich null", meinte Gärtner. "Wenn Deutschland aufhören würde zu existieren, dann würde das Weltklima es nicht einmal merken", sagte Reichholf. Seiner Ansicht nach wird der zu erwartende Bevölkerungsrückgang in Deutschland von 20 Prozent bis zum Jahr 2050 die CO2-Reduktion von selbst erledigen.

Der Umweltjournalist Michael Miersch kritisierte, dass es in Umweltfragen zu viel Symbolpolitik gebe, die teuer und zuweilen sogar kontraproduktiv sei. Die hochsubventionierte Windkraft habe in Deutschland "bis heute kein einziges konventionelles Kraftwerk eingespart, weil der Wind nicht die konstante Grundlast garantieren kann", unterstrich er. Als weiteres Beispiel führte Miersch die Produktion von Biosprit an, die zunächst bejubelt wurde, nun aber verteufelt werde. Der Journalist Günter Ederer erinnerte daran, dass jeder einzelne Arbeitsplatz in der deutschen Solarindustrie jährlich mit 153000 Euro subventioniert werde - weit mehr als die 78000 Euro Subvention für jeden Kohlearbeiter.

Allgemein herrschte auf der Tagung Skepsis bezüglich der Aussagekraft von Prognosen. Der Ökonom Klaus-Werner Schatz vom Institut der deutschen Wirtschaft erinnerte daran, dass Umwelt-Apokalyptiker sich bereits in früheren Großprognosen schwer geirrt hätten. "Der weitbeachtete Bericht über ,Die Grenzen des Wachstums' des Club of Rome von 1972 hat völlig falsch eine Zukunft von Chaos und Elend vorausgesagt." Das Modell sei damals auch mit den modernsten Computern durchgerechnet worden. Doch sei etwa der technologische Fortschritt unterschätzt worden. Weit in die Zukunft gerichtete Makroplanungen beruhten auf einer "Anmaßung von Wissen", kritisierte auch der Berliner Wirtschaftshistoriker Gerd Habermann. So war der allgemeine Tenor der Vorträge, dass die Zukunft des Klimawandels eher unsicher, die zunehmende Ausbeutung der Steuerzahler hingegen sicher sei.
Text: F.A.Z., 30.06.2008, Nr. 150 / Seite 16

- " Biosuppe westfälisch Bei den Stammzellen rückt die saubere Lösung näher. Es ist, als hätten die Stammzellforscher ein zweites Leben. Das erste war vor allem Kampf und Krampf. Mit Moraldebatten um embryonale Stammzellen draußen, und drinnen im Labor ein zähes Ringen um die widerspenstigen Körperstammzellen. ... " F.A.Z.29. Juni 2008

- " Nach Selektion Baby ohne Brustkrebs-Gen
. LONDON, 29. Juni (KNA). Britische Ärzte haben erstmals eine Embryo-Selektion vorgenommen, um ein Baby vor einer erblichen Brustkrebserkrankung zu schützen. Wie die "Sunday Times" berichtet, hatte sich die 27 Jahre alte Mutter für ... "

- Was die Phil. Fak. so an gemeingefährlichem Unsinn produziert: ' Die deutschen Maoisten. China als Wunschland. Als vor einigen Wochen die Zeitschrift "Kursbuch" eingestellt wurde, interviewte der "Spiegel" den früheren Mitherausgeber Michael Naumann, den gescheiterten Hamburger Kandidaten der SPD für das Amt des Ersten Bürgermeisters. ... "Eine wirkliche Liebe der Menschheit wird nicht eher möglich sein, als bis die Klassen in der ganzen Welt abgeschafft sind" -, schloss Peter Schneider, dass die "Verwirklichung des Libidoprogramms unter den Bedingungen des Spätkapitalismus und Imperialismus . . . daher die Weltrevolution" sei. ... ' F.A.Z.29. Juni 2008

Montag, 30. Juni 2008

6418 Dax, Mugabe



Der Reim wäre in diesem Falle sauberer:
Ob Birne hart, ob Birne weich,
Im Fußball ist das völlig gleich.

- "Der Spitzbart muß weg!" (Ulbricht); da hatten Springer & Co. recht.

- - Erzverbrecher schwört mit Bibel in der Hand: " Mugabe zum sechsten Mal als Präsident vereidigt.
Afrikanische Wahlbeobachter: Zimbabwer haben nur aus Angst für ihn gestimmt.
tos. JOHANNESBURG, 29. Juni. Robert Mugabe hat sich am Sonntagabend für eine sechste Amtszeit als Präsident Zimbabwes vereidigen lassen. Die Nationale Wahlkommission hatte ihn zuvor zum Sieger der international scharf kritisierten Stichwahl um das Präsidentenamt am Freitag erklärt. Mugabe war der einzige Kandidat gewesen, nachdem Oppositionsführer Morgan Tsvangirai auf eine Kandidatur verzichtet hatte. Damit hatte Tsvangirai gegen die systematische Gewalt protestiert, die gegen seine Anhänger ausgeübt wurde. Die Wahlkommission teilte mit, der 84 Jahre alte Mugabe habe in allen zehn Provinzen des Landes eine "überwältigende Mehrheit" und insgesamt 85,5 Prozent der Stimmen bekommen. Tsvangirai nannte Mugabes Vereidigung "bedeutungslos" und eine "Selbsttäuschung". Die Eile des Präsidenten bei der Vereidigung dürfte damit zusammenhängen, dass er als bereits im Amt bestätigter Staatschef zu dem Treffen der Staatschefs der Afrikanischen Union (AU) reisen wollte, das an diesem Montag in Ägypten beginnt. ... "

Benn, KANN KEINE TRAUER SEIN

KANN KEINE TRAUER SEIN
Gottfried Benn
In jenem kleinen Bett, fast Kinderbett, starb die Droste
(zu sehen in ihrem Museum in Meersburg),
auf diesem Sofa Hölderlin im Turm bei einem Schreiner,
Rilke, George wohl in Schweizer Hospitalbetten,
in Weimar lagen die großen schwarzen Augen
Nietzsches auf einem weißen Kissen
bis zum letzten Blick -
alles Gerümpel jetzt oder gar nicht mehr vorhanden,
unbestimmbar, wesenlos
im schmerzlos - ewigen Zerfall.
Wir tragen in uns Keime aller Götter,
das Gen des Todes und das Gen der Lust -
wer trennte sie: die Worte und die Dinge,
wer mischte sie: die Qualen und die Statt,
auf der sie enden, Holz mit Tränenbächen,
für kurze Stunden ein erbärmlich Heim.
Kann keine Trauer sein. Zu fern, zu weit,
zu unberührbar Bett und Tränen,
kein Nein, kein Ja,
Geburt und Körperschmerz und Glauben
ein Wallen, namenlos, ein Huschen,
ein Überirdisches, im Schlaf sich regend,
bewegte Bett und Tränen-
schlafe ein!