Freitag, 8. August 2008

WTI 117,75; Unabhängigkeit der Zentralbank

Ja, das Limbische System.

H2O : an diesem Molekül hängt auch viel. Weniger Schauer wären aber viel schöner; 18-20° .

- Sie trägt einen Namen mit Tradition und spricht Idiotendeutsch: earnings gut, auf diesem level, nicht so hawkish, schöne recovery, health care vielversprechend : Petra Kerssenbrock. Ils sont fous, ces allemands.

- "Die Ungewählten. 04. August 2008 Für die meisten Deutschen ist gerade die Unabhängigkeit der Zentralbank etwas, das Vertrauen einflößt. ..." The Rise of the Unelected von Vibert, Frank

- "... Was kann man noch von 68 lernen? Dass der Antiautoritarismus, der Grundzug der Revolte, brutal und destruktiv ist. Er verfolgt das Ziel, alle vermittelnden Instanzen zwischen dem Individuum und der Gesellschaft - Familie, politische und juristische Institutionen, Traditionen, Ethnien - zu entwerten. ..." Peter Furth, a.a.O. - - „Die verwahrlosten Kinder von Berlin. Mehr staatliche Kontrolle genügt nicht, wenn Eltern bei der Erziehung versagen.“ NZZ 23.2.08

Donnerstag, 7. August 2008

Antifaschismus, Tundra in der Antarktis?

Daß der Verstand erst mit den Jahren ...
16-26° s/b

- Innovationen bei den Teutonen: " Wie Schneeschippen im Sommer . Der Bericht über die im Bundestag beschlossene Novelle des Schornsteinfegergesetzes "Weniger Hoheit über die Heizungen" (F.A.Z. vom 28. Juni) ..." 23.7.

- "... Meines Erachtens ist der Antifaschismus ein moralisches Herrschaftsmittel, das der Ausgrenzung von Andersdenkenden dient. Ein so erfolgreiches Instrument lässt man natürlich nicht so ohne Weiteres kritisieren. Die Achtundsechziger sind es schließlich gewohnt, kultureller Hegemon zu sein. Das macht dumm. ..." „Die 68er-Revolte hat eine Wächtergeneration hinterlassen". Peter Furth, ehemals Professor an der FU, Doktorvater Rudi Dutschkes und geistiger Impulsgeber von 68, hat frühere Ideen verraten, um sich selbst halbwegs treu bleiben zu können. ..." FAZ, 6. August 2008

- - Tundra in der Antarktis? Wer hat denn da CO2 in die Luft geblasen? " Überbleibsel einer antarktischen Tundra . Dass dieses in der Antarktis entdeckte fossile Moos 14 Millionen Jahre alt ist, sieht man ihm nicht an. Es wurde seinerzeit auf natürliche Weise ... Die Fossilien lassen auf eine durchschnittliche Sommertemperatur von fünf Grad schließen. ..." 6.8. FAZ
- Vor 12679 Jahren (Jüngere Dryas) : Wer hat denn da CO2 in die Luft geblasen? " Abrupter Klimawandel innerhalb eines Jahres . In den Sedimentablagerungen des Vulkansees Meerfelder Maar in der Eifel hat eine Gruppe um Jörg Negendank und Achim Brauer vom Deutschen Geoforschungszentrum ...Die Forscher vermuten, daß sich Windstärke und -richtungen im Winter über Westeuropa abrupt änderten und kalte Winde aus Westen für eine rasche Vereisung sorgten." 6.8. FAZ

- Großes Orientorchester EL GUSTO (Israelis u. Araber) beim Jazzfest Berlin 2007, übertragen vom BR: die rythmische Logik geht auch dem Okzidentalen unmittelbar ein (Rentnerpublikum applaudiert). Fast alle der über vierzig Instrumente (auch Banjo und Kontrabässe) werden perkussiv eingesetzt.
Interessant: Hazmat Modine.

Mittwoch, 6. August 2008

Kleine Anthropologie


Schöner Sommertag: 17-26° s

- Kleine Anthropologie I : FAZ-Mejias (geborener Peter Hammel) meldet aus New York, daß dort diesen Sommer Wollmützen bei sonst spärlicher Bekleidung große Mode bei Männern sind.

- Kleine Anthropologie II: Im WDR irrlichtert das Gute in jeder Ecke, und einer der gütesten Moderatoren dort sorgt im Zeitzeichen immer wieder, mit albernen Schüleranimationen und Kindersprache, für saubere Weltsicht. Da trifft es auch, wenn das Datum will, den „alten Onkel Albert“. Wir erfahren vom Saubermann, daß „der alte Onkel Albert“ „privat kein Genie gewesen ist“.
Das hat vermutlich auch noch nie jemand behauptet, allerdings besteht die Tendenz in der Heldenverehrung, und dazu neigen alle gesellig lebenden Tiere, dem Häuptling oder Helden, wenn er sich erst einmal an die Spitze gebissen und dort längere Zeit, gar Jahrzehnte behauptet hat, besonders große, „geniale“ Fähigkeiten zuzuschreiben, die gern auf alle Bereiche der Persönlichkeit ausstrahlen. Darauf zielt unser guter Saubermann, er teilt die verbreitete Fehlsicht auf den Menschen, der gern aus einem Guß vorgestellt wird, und nicht aus "krummem Holz geschnitzt", wie Kant metaphorisch meinte.
Deswegen sei hier einmal für alle Katheder-Philosophen, Lyriker, Moderatoren, Sportsfreunde, Käseverkäufer und Fußballer festgestellt: der Mensch ist modular aufgebaut, die Systeme unter der Schädeldecke arbeiten recht unabhängig voneinander, und in den letzten dreißigtausend oder hunderttausend Jahren hat sich die Hirnarchitektur nicht verändert. Der Hirnstamm ist immer noch der alte, das Limbische System bewertet immer noch nach Maßgabe der Leidenschaften, das Kleinhirn kümmert sich um Laufen, Schwimmen, Fahrradfahren, und die dünne Hirnrinde oben drauf speichert allerhand Kulturkram und Biographie. Das ist etwas vereinfacht und unvollständig, aber dafür deutlich. Das Limbische System ist sehr dominant: Nahrung, Sex, Siegen, diese drei, haben Vorfahrt. Die Hirnrinde kann NEIN sagen, vom Rande her, aber nur, wenn das lange Jahre trainiert wurde, und sie wird trotzdem oft überhört. Anders ausgedrückt: Wenn dem „alten Onkel Albert“ mit dem Unterrock gewinkt wird, dann vergißt der leicht alle Relativität. Und manche jungen Spunde und alten Knacker fressen und saufen sich voll und sehen den anderen gern beim Sex, Siegen oder Verlieren zu; wie sie vom Nanga Parbat fallen oder Weltrekord laufen. Das wird sich nicht ändern. Das Limbische System wird sehr dominant bleiben. Die Leidenschaften werden herrschen. Moderat oder hemmungslos, je nach Trainingslage und genetischen und sozialen Rahmenbedingungen. Das Alter mindert manches. Deswegen sollten Wahlgrenzen möglichst hoch angesetzt werden. Daß der Verstand erst mit den Jahren kommt, glaubt man erst, wenn die Jahre da sind. Will heißen: wenn sich die Hormonspiegel senken, findet die Großhirnrinde eher Gehör. Der Saubermoderator meint also gar nicht „den alten Onkel Albert“, er meint den im vollen Hormonsaft stehenden jungen Albert. Der alte hätte sich den Tadel unseres Saubermannes mutmaßlich nicht mehr zugezogen (wiewohl auch Alter nicht automatisch vor Torheit schützt). Allerdings finden die Saubermänner dieser Welt immer etwas zum Klatschen und Tratschen. Auch das ist so Menschenart.

- Kleine Anthropologie III: " Briefe aus dem Gefängnis.
Liebe Mama, ich muss wissen, ob Du schuldig bist.
Manche Eltern rieten ihren Kindern nach der Verhaftung, sich von ihnen loszusagen, um ihre gesellschaftlichen und beruflichen Aussichten nicht zu gefährden. Olga Adamowa-Sljusberg lernte 1937 im Gefängnis von Kasan eine Frau kennen, die Lisa hieß und vor der Revolution in Sankt Petersburg aufgewachsen war. Sie hatte ihre Kindheit auf der Straße verbracht, denn ihre Mutter war Bettlerin. Nach 1917 arbeitete Lisa in einer Fabrik. Sie trat in die Partei ein und heiratete einen bolschewistischen Funktionär, der der Betriebsleitung angehörte. Die beiden lebten gut zusammen und erzogen ihre Töchter - Soja, die ältere, und Ljalja, die jüngere - zu musterhaften Pionierinnen.
"Manchmal fand in der Fabrik eine Kindermatinee statt", erzählte Lisa, dann stand unsere kleine Soja auf und sang in ihrem Seidenkleid mit dem Pionierhalstuch, und mein Mann sagte immer: "Es gibt kein Mädchen auf der Welt, das besser ist als unsere Soja. Sie wird eine Volkskünstlerin werden, wenn sie erwachsen ist." Dabei fiel mir ein, wie ich als Kind von Tür zu Tür gezogen war . . . Und ich liebte unsere Sowjetregierung so sehr, dass ich mein Leben für sie hingegeben hätte."
Lisas Mann wurde als Anhänger Sinowjews verhaftet. ("Wenn ich gewusst hätte, dass er Lenin verraten hat, hätte ich ihn eigenhändig erwürgt", sagte Lisa.) Dann wurde sie ebenfalls inhaftiert. Einmal erhielt Lisa einen Brief von Soja. Er traf am späten Samstag ein, dem Tag, an dem Häftlinge ihrerseits schreiben durften. Lisa saß gerade über einem Brief. "Liebe Mama, ich bin nun fünfzehn Jahre alt und möchte dem Komsomol beitreten. Deshalb muss ich wissen, ob Du schuldig bist oder nicht. Immer wieder denke ich: Wie konntest Du unsere Sowjetmacht verraten? Schließlich ging es uns so gut, und Du und Papa wart Arbeiter. Ich erinnere mich, wie schön unser Leben war. Du hast Seidenkleider für uns geschneidert und uns Süßigkeiten gekauft. Hast Du das Geld wirklich von ,ihnen'" - gemeint sind die "Volksfeinde" - "bekommen? Es wäre besser gewesen, wenn Du uns in Wollkleidern hättest herumlaufen lassen. Aber vielleicht bist Du gar nicht schuldig? Dann werde ich dem Komsomol nicht beitreten und ihnen Deinetwegen niemals verzeihen. Wenn Du doch schuldig bist, dann werde ich Dir nicht mehr schreiben, denn ich liebe unsere Sowjetregierung und hasse ihre Feinde. Und ich werde Dich hassen, wenn Du zu ihnen gehörst. Mama, sag mir die Wahrheit. Am liebsten wäre es mir, wenn Du unschuldig bist, obwohl ich dann dem Komsomol nicht beitreten kann. Deine unglückliche Tochter Soja."

Lisa hatte bereits drei der vier erlaubten Seiten für den Brief verbraucht, den sie an Soja schrieb. Sie überlegte einen Moment lang und bedeckte die letzte Seite mit mächtigen Großbuchstaben: "Soja, Du hast recht, ich bin schuldig. Tritt dem Komsomol bei. Dies ist das letzte Mal, dass ich Dir schreibe. Seid glücklich, Du und Ljalja. Mutter."

Lisa zeigte Olga die beiden Briefe und schlug dann mit der Stirn auf die Tischplatte. Tränenerstickt sagte sie: "Es ist besser, wenn sie mich hasst. Wie soll sie ohne den Komsomol leben - als Fremde? Sie würde die Sowjetmacht hassen. Es ist besser, wenn sie mich hasst." Von diesem Tag an, erinnert sich Olga, "ließ Lisa nie mehr ein Wort über ihre Töchter fallen und erhielt keine Briefe mehr".
Text aus "Die Flüsterer: Leben in Stalins Russland" von Orlando Figes, das am 9. August im Berlin Verlag erscheint (1088 S., 34 [Euro]). FAZ 26.7.

Dienstag, 5. August 2008

Steuerzahlerbund


15-20° tr, s/b

- "„Schleichender Bedeutungsverlust“. Dem Steuerzahlerbund laufen die Mitglieder davon. ... 100.000 Mitglieder haben in wenigen Jahren dem Bund der Steuerzahler den Rücken zugekehrt. Das bestätigte Bundesgeschäftsführer Reiner Holznagel der F.A.Z. Damit ist seine Mitgliederzahl um fast ein Viertel geschrumpft, wenn man sie mit dem Stand zu Beginn des Jahrzehnts vergleicht.. ... Karl Heinz Däke steht dem Verband seit 14 Jahren vor.
Der Präsident ist für einige im Verband zum Teil des Problems geworden. Als vor drei Jahren bekannt wurde, dass Däke aus verschiedenen Quellen insgesamt gut 180.000 Euro Jahreseinkommen bezieht, waren viele schockiert. So mancher verließ die Organisation, weil ihm das überzogen vorkam oder weil er sich über das undurchsichtige Verfahren ärgerte. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß nutzte die Gelegenheit, um endlich einmal den ewigen Kritiker zurückzuschlagen: „Der Pharisäer Däke sollte seinen Hut nehmen.“ " FAZ.NET Wirtschaft03. August 2008 // Tut mir leid, ich bin auch ausgetreten. Däke ist recht einfallslos und verdient sein Geld nicht. Der Steuerzahlerbund sollte kein Steuerberatungsverein sein, sondern eine Werbetruppe für ein Steuersystem nach Rosen oder Merz.

Montag, 4. August 2008

Solschenizyn, Clement, 1600 Megawatt

Alexander Solschenizyn als Häftling Nr. S 282 im Arbeitslager (1945-53). "Am Tag seines Todes ist in Deutschland, aus welchen Gründen auch immer, der „Archipel Gulag“ nicht lieferbar." FAZ // Ein politischer Denker war S. nicht. Er reagierte auf eine brutale Diktatur. Bedauerlich, daß er der Seuche des 19. Jahrhunderts verfiel, dem Nationalismus.

15-20° schwerer Regen in der Nacht, na w

- "Debatte über Parteiausschluss. Beck: Kein Richtungskampf - Clement: Tragikomödie in Hessen. Es sei „völliger Unfug“, wenn wegen der Debatte über Clement von „Zerrissenheit“ bei der SPD die Rede sei, sagt der Parteivorsitzende Beck. Der frühere Wirtschaftsminister sieht das wohl anders und giftet mit Blick auf die Pläne Andrea Ypsilantis: „Es gibt viele Sozialdemokraten, die das, was in Hessen passiert, mit Abscheu sehen“. ..." FAZ.NET Politik04. August 2008

- ETA-Terror: "Ihre Tränen, seine Freude, 3. August. Die Bürger und Besucher der schönen baskischen Hafenstadt San Sebastián müssen sich darauf gefasst machen, fortan auf der Strandpromenade um die "Concha" gelegentlich auch einem Massenmörder zu begegnen. ... " F.A.Z.03. August 2008 // Obama ist ja für die Exekution von Schwerverbrechern.

- "Der fuer Finnland vorgesehene Reaktortyp hat 1600 Megawatt und ist aus den 1000 MW Druckwasserreaktoren weiterentwickelt."
- "The Egmond aan Zee offshore wind farm (OWEZ) opened in October 2007 now has 36 Vestas V90-3.0 turbines producing 108 Megawatt. The project cost more than €200m, and was the first big wind farm to be built off the Dutch coast in the North Sea. Located 10 to 18km from the coast, the wind farm covers around 27 km² and is just visible from the coast when the weather is fine."

- "Gesättigt mit Wissen. Soziologische Sensation: Das Stichwortmanuskript von Webers "Politik als Beruf". Es ist wieder da, nach fast vier Jahrzehnten, in denen zwar noch dunkle Fotokopien existierten, aber das Original verschollen war: Max Webers ..." 23.7.