Freitag, 14. November 2008

Charismatische Herrschaft, Max Weber, Roosevelt

Strizz, Reiche, FAZ


- Charismatische Herrschaft, Max Weber
- Merkmale der charismatischen Herrschaft
§ 10. »Charisma« soll eine als außeralltäglich (ursprünglich, sowohl bei Propheten wie bei therapeutischen wie bei Rechts-Weisen wie bei Jagdführern wie bei Kriegshelden: als magisch bedingt) geltende Qualität einer Persönlichkeit heißen, um derentwillen sie als mit übernatürlichen oder übermenschlichen oder mindestens spezifisch außeralltäglichen, nicht jedem andern zugänglichen Kräften oder Eigenschaften oder als gottgesandt oder als vorbildlich und deshalb als »Führer« gewertet wird. Wie die betreffende Qualität von irgendeinem ethischen, ästhetischen oder sonstigen Standpunkt aus »objektiv« richtig zu bewerten sein würde, ist natürlich dabei begrifflich völlig gleichgültig: darauf allein, wie sie tatsächlich von den charismatisch Beherrschten, den »Anhängern«, bewertet wird, kommt es an. ..." Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, Grundriss der verstehenden Soziologie
(1922) (s. www.textlog.de/7415.html )

- F.D. Roosevelt: "... Roosevelt war ein scharfzüngiger Politiker – in der heutigen Debatte würde man ihn einen Populisten nennen. Sein New Deal, die Massnahmen und die präsidiale Rhetorik, bedrängte den Privatsektor, dem Entfaltungsmöglichkeiten immer mehr genommen wurden. Manager und Bosse wurden von ihm angeprangert, dass die Fetzen flogen. Seine Steuerpolitik war geradezu wirtschaftsfeindlich und wachstumshemmend, sein Verständnis der Handelspolitik war nicht viel weniger beschränkt als jenes seines Vorgängers Hoover. Der Vorwurf, dass Roosevelt die Depression unnötig verlängert habe, mag übertrieben sein, ganz aus der Luft gegriffen ist er nicht.
Im Nachhinein ist man oft klüger. Roosevelt und seine Mannschaft verfügten nicht über die wirtschaftspolitischen Erkenntnisse, die seither gemacht wurden. Sie gingen nach «trial and error» vor, was per definitionem Irrtümer enthält, und huldigten einem Kult der Machbarkeit, der in der amerikanischen Politik noch lange nachwirkte. Seine Grösse als Präsident beruhte darauf, dass er sein Amt dazu nutzte, um der geplagten und leidenden Bevölkerung Mut zu machen. Seine strategische Weitsicht und seine Kenntnis der deutschen Verhältnisse liessen ihn die Gefahren der europäischen Konflikte erkennen und die Dämonie Hitlers richtig einschätzen zu einer Zeit, in der der Vater des späteren Präsidenten Kennedy aus seinen nationalsozialistischen Sympathien kein Hehl machte. Roosevelt verhinderte auch, dass amerikanische Demagogen zur Linken und Rechten wie Huey Long oder Father Coughlin eine grössere Gefolgschaft erhielten, und rettete sein Land vor einer Politik, die in eine Diktatur hätte münden können.
Kein Vorbild
Dass sich der republikanische Präsident Reagan zeitlebens als Rooseveltianer zu erkennen gab, beruhte auf diesem politischen Vermächtnis, nicht auf der wirtschaftspolitischen Stossrichtung des New Deal. Wer glaubt, die Exzesse des heutigen Kasinokapitalismus müssten durch einen neuen New Deal des Staates ausgeglichen und bewältigt werden, kann in den Auswirkungen von Roosevelts Politik kein Vorbild entdecken. Wenn der Nachfolger Bushs im Weissen Haus diese Überzeugung mitnähme, wäre schon viel gewonnen. " NZZ 3.11.08

- Roosevelt: LB Branko Bosnjakovic, Tannay, 8.11.08 NZZ 8.11.08:
"... Zu ergänzen wäre: Seine Naivität und Unkenntnis hinsichtlich der sowjetischen Verhältnisse ließen ihn die Gefahren des kommunistischen Totalitarismus und der Dämonie Stalins unterschätzen, in einer Zeit, als dieser sich anschickte, die westlichen Demokratien für seine militärische Hilfe bezahlen zu lassen und die Völker Mittel- und Osteuropas zu versklaven. Die nachgiebige Haltung Roosevelts während der Jaltakonferenz, die wesentlich zur kommunistischen Herrschaft, die wesentlich zur kommunist. Herrschaft in Mittel-, Ost- und Südosteuropa beigetragen hat ..."

- - Möchtegernprophet Taleb, Komm. faz.net WD : Wo so ein Köpfchen nur halb versteht, interviewed von Peter Hammel (Pseudonym Jordan M.), da macht es sich gleich wichtig, wie das viele Testosteronproduzenten ab fünfzig gerne tun, die noch ein Moses, wenigstens ein Rasputin werden wollen. Sie geben ein uraltes Phänomen, die Unsicherheit, die Kontingenz, das mangelhafte menschliche Erkenntnisvermögen (Erare humanum est!) als ihre neue Entdeckung aus und blasen sich auf wie ein Ochsenfrosch. Eine Krise vorherzusagen ist ganz einfach, weil seit jeher nach der Krise die nächste Krise kommt. Leben ist Krise seit den ersten Archaebakterien. Wann die nächste Krise kommt und aus welchen Gründen, das macht den Moses aus, der aber auch nur zufällig richtig liegen kann. 2005 gab es noch einen Aufsatz aus der Bundesbank, der die Kleinstückelung und Verbriefung von Hypothekenkrediten als pfiffige Neuerung zur Risikominimierung lobte. So konnte man das sehen. Dabei müssen aber viele Nebenbedingungen eingehalten werden. Hinterher wissen es auch ein Taleb und ein Hammel besser. Aber verglichen mit den alten Krisen (Eiszeit! Pest! Cholera! Kleine Eiszeit!) geht es uns Gold. Es lebe die Luxuskrise!

- Brahms, Wiegenlied (Klavierlied): Guten Abend, gute Nacht

1. Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt, schlüpf unter die Deck:
Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt,
morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.

2. Guten Abend gute Nacht, von Englein bewacht,
die zeigen im traum dir Christkindleins Baum:
Schlaf nur selig und süß, schau im Traum's Paradies,
schlaf nur selig und süß, schau im Traum's Paradies.

Worte: 1. Strophe: altes Volkslied aus "Des Knaben Wunderhorn" (1808)
2. Strophe: Georg Scherer (1849)
Weise: Johannes Brahms, op.49, Nr 4 (1868) // Brahms Klavierlied versetzt wunderbar zurück ins Warme, Weiche, Wäßrige .

Donnerstag, 13. November 2008

Schlimmste Mehrwertsteuererhöhung der bisherigen Geschichte


Strizz, Reiche, FAZ / Kluge ungleich klug, FAZ

- Freitag, 19. Mai 2006: Merkelmünte und Mitläufer beschließen die schlimmste Steuererhöhung der bisherigen Geschichte! 19% Mehrwertsteuer! Neunzehn!! Wenn diese Herrschaften etwas für die Konjunktur tun wollen, dann brauchten sie nur zum alten hohen Satz von 16% zurückzukehren. !!

- Wo so ein Köpfchen
nur halb versteht, interviewed von Peter Hammel ( umbenannt: Jordan M.), da macht es sich gleich wichtig, wie das viele Testosteronproduzenten ab fünfzig gerne tun, die noch ein Moses, wenigstens ein Rasputin werden wollen. Sie geben ein uraltes Phänomen, die Unsicherheit, die Kontingenz, das mangelhafte menschliche Erkenntnisvermögen (Erare humanum est!) als ihre neue Entdeckung aus und blasen sich auf wie ein Ochsenfrosch. Eine Krise vorherzusagen ist ganz einfach, weil seit jeher nach der Krise die nächste Krise kommt. Leben ist Krise seit den ersten Archaebakterien. Wann die nächste Krise kommt und aus welchen Gründen, das macht den Moses aus, der aber auch nur zufällig richtig liegen kann. 2005 gab es noch einen Aufsatz aus der Bundesbank, der die Kleinstückelung und Verbriefung von Hypothekenkrediten als pfiffige Neuerung zur Risikominimierung lobte. So konnte man das sehen. Dabei müssen aber viele Nebenbedingungen eingehalten werden. Hinterher wissen es auch ein Taleb und ein Hammel besser. Aber verglichen mit den alten Krisen (Eiszeit! Pest! Cholera! Kleine Eiszeit!) geht es uns Gold. Es lebe die Luxuskrise! (Komm. zu: "Ein Gespräch mit Nassim Nicholas Taleb. Banker weg, wir brauchen eine Revolution!" FAZ 13.11.)

- DOW 8.835 +6,7% Dax 4650 Öl WTI 59,29 +6,6%

DES: Prognoseerhöhung, McGinn, Rezession



Der Benzinpreis fällt! Das freut! Eine schöne Grafik dazu auch! (Volker Reiche, FAZ)

- Deutsche EuroShop: Prognoseerhöhung nach gutem Neunmonatsergebnis 2008
- Möbelhandel erwartet für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von 4%. Die Finanzkrise ist noch immer komfortabel, die Bankkaufleute ausgenommen (da wieder ausgenommen SANTANDER).
- Metzler: Keine Kreditklemme.

- "Deutschland ist in der Rezession Jetzt ist es offiziell: Deutschland ist in die Rezession gerutscht - zum ersten Mal seit 2003. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im dritten Quartal um 0,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Das ist der zweite Rückgang in Folge." OECD sieht Euroraum und Amerika in der Rezession.
- - Freitag, 19. Mai 2006: Merkelmünte beschließen die schlimmste Mehrwertsteuererhöhung der bisherigen Geschichte! 19%! Neunzehn!! Wenn diese Leute etwas für die Konjunktur tun wollen, dann brauchten sie nur zum alten hohen Satz von 16% zurückzukehren. !!

- "McGinns zentrale These lautet, dass wir bestimmte Probleme aufgrund unserer eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten nicht lösen können. Dies liegt nach McGinn an der modularen Struktur unseres Bewusstseins. Die Thesen der modularen Organisation stammen dabei insbesondere von Jerry Fodors einflussreichen Buch „The Modularity of Mind“, Thomas Nagels "The View From Nowhere" und Noam Chomskys Sprach-Analysen. McGinn, Nagel und Fodor wurden wegen ihrer skeptischen Haltung gegenüber einer rein physikalistischen Lösung des Leib-Seele-Problems vom Philosophen Owen Flanagan als "New Mysterians" getauft.
Zur Lösung bestimmter Probleme haben sich laut McGinn im Laufe der Evolution leistungsfähige Module entwickelt. Für die Lösung einiger Probleme sind unsere kognitiven Module jedoch prinzipiell ungeeignet. Diese Probleme sind insbesondere die klassischen Probleme der Philosophie. Hierzu gehören nach McGinn etwa die Fragen nach Willensfreiheit und dem Selbst. Auf diese Fragen gibt es zwar Antworten – wir können sie jedoch aus prinzipiellen Gründen nicht finden. ..." (Wiki.) // Die Liste der Probleme, die unlösbar sind, gerät recht lang, wenn man in Geschichte und Gegenwart blickt.
- " Das Parkettgespräch. Nur ein Intermezzo . Vor den Aktienmärkten liegen noch drei bis vier gute Jahre. Klaus Holschuh leitet die Wertpapieranalyse der DZ Bank. / / Klaus Holschuh gehört nicht zu denjenigen, die schnell wankelmütig werden. ... Zu Holschuhs Erfahrungen gehört, daß Konjunktur, Zinsen und Aktienkurse in Amerika und Europa in der Regel einem zehn Jahre währenden Zyklus folgen. ' Derzeit stecken wir in Amerika in einer wirtschaftlichen Schwächeperiode, und in Europa steht uns eine solche bevor. Aber es handelt sich nur um ein Intermezzo von rund eineinhalb Jahren. Wir sind nicht am Ende eines großen Zyklus ... im zweiten Halbjahr wird die Rezession in Amerika kein Thema mehr sein. Die Konjunktursignale werden immer positiver, und eine Leitzinsanhebung durch die Fed wird von den Analysten als Zeichen wiedergewonnener Stärke begrüßt werden ' ... " FAZ 20.6.08

- Öffentlich-rechtlicher Klassenkampf um 20.15h: " Ein Sadist aus reichem Hause . "Sklaven und Herren": Der Terror in und nach der Schule bleibt ganz ungestraft. ..." 12.11. ARD

- 8° b, über 700m Schnee - das muß die Klimaerwärmung sein!

Mittwoch, 12. November 2008

"Das Sub-Prime-Virus: Ursachen und Folgen der Finanzkrise"

7-12° - sonnig
4621 (-3%) 8283 1,2507 ! 55,91 WTI

- "Amerika wechselt Kurs im Bankenrettungsprogramm.
Von Claus Tigges, Washington und Norbert Kuls, New York
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Große Aufregung nach der Rede von Finanzminister Henry Paulson
12. November 2008 Die amerikanische Regierung gibt ihren Plan auf, Banken und anderen Finanzmarktakteuren durch den Kauf fauler Kredite und problematischer Wertpapiere aus der Klemme zu helfen. Stattdessen soll das Beteiligungsprogramm zur Rekapitalisierung auf weitere Kreditinstitute und womöglich auf Versicherungsunternehmen und andere Finanzdienstleister ausgedehnt werden. Das hat der amerikanische Finanzminister Henry Paulson am Mittwoch angekündigt. Am New Yorker Aktienmarkt kam es anschließend zu starken Kursrückgängen. Der Dow-Jones-Aktienindex gab um 4,7 Prozent nach. Beobachter führten dies darauf zurück, dass Anleger Paulsons Ankündigung so deuteten, dass weit mehr Finanzunternehmen von der Krise erfasst sind als bisher vermutet. ..."

Öffentliche Vortragsveranstaltung der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften
Mittwoch, 12. November 2008, 19.00 Uhr

Seit einigen Monaten hält die Finanzkrise nicht nur die Akteure in Finanzinstituten in Atem, sondern beschäftigt auch die breite Öffentlichkeit.
Im ersten Vortrag wird herausgearbeitet, wie zweifelhafte Kreditvergaben in den USA das Weltfinanzsystem infiziert und viel Vertrauen zerstört haben. In allgemein verständlicher Form werden die Produkte erläutert, mit denen die negativen Auswirkungen übertragen wurden. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei ungleich verteilten Informationen, mangelnder Transparenz und fehlerhaften Anreizsystemen entgegengebracht. Behandelt werden außerdem das Einlagensicherungssystem in Deutschland, das zum Schutz der Sparer existiert, sowie die aktuellen (wirtschafts-) politischen Rettungsmaßnahmen.
Im zweiten Vortrag wird die Frage analysiert, ob die Finanzkrise weniger die Frucht eines Versagens von Märkten als vielmehr der Wirtschaftspolitik in den Vereinigten Staaten und in Europa ist.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

"Das Sub-Prime-Virus: Ursachen und Folgen der Finanzkrise"
Professor Dr. Andreas Pfingsten,
Finance Center Münster

"Die Finanzkrise: Marktversagen? Staatsversagen?"
Professor Dr. Manfred J. M. Neumann,
Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften

Dienstag, 11. November 2008

Flach & gut


Reiche, FAZ; könnte Strizz eigentlich ein Sproß des Halbbruders von Ex-Taxifahrerminister Fischer sein?
Nahe dem rheinland-pfälzischen Berg haben sich Demonstranten an einen unter den Gleisen befindlichen Betonblock gekettet. "Nichts ist teuflischer als ein aufrührerischer Mensch", meinte Luther.

- Wunderbar ist das und schwächt auch nicht die Binnennachfrage:
"Flach & gut.
Eine gute Idee setzt sich durch - auch gegen viele Widerstände. Vor einem Vierteljahrhundert haben die amerikanischen Ökonomen Robert E. Hall und Alvin Rabushka eine Idee in die steuerpolitische Arena geworfen, die so revolutionär wie anziehend ist: die "Flat Tax". Gemeint ist eine Einkommensteuer mit einem einzigen flachen (nichtprogressiven) Tarif, der alle Einkommen gleichmäßig erfasst. Im Gegenzug sollten alle Ausnahmen und Absetzungsmöglichkeiten bis auf einen Familienfreibetrag entfallen. Mit einer "Flat Tax" passe die Steuererklärung auf eine Postkarte, warben Hall und Rabushka. Sie bedeute eine enorme Vereinfachung, spare Hunderte Milliarden an Verwaltungskosten, unterstütze Steuerehrlichkeit und die Bildung von Kapital und sporne Wirtschaft und Bürger zu mehr Leistung an, wenn die Steuerlast mit steigendem Einkommen nicht immer mehr zunehme.
Die Idee der "Flat Tax" hat viele Freunde gewonnen und ist in der Praxis erprobt worden: Halb Osteuropa hat mittlerweile mehr oder weniger konsequente Varianten eingeführt, freut sich Rabushka im Vorwort zur deutschen Übersetzung seines Steuerkonzepts. Estland hat 1994 eine Einheitssteuer beschlossen, deren Satz auf 18 Prozent gesenkt wurde; es folgten Lettland und Litauen, dann Russland, Serbien, die Ukraine und die Slowakei, die Einkommen, Gewinne und Konsum seit 2004 einheitlich mit 19 Prozent besteuert. Jüngst kamen "Flat Tax"-Reformen in Georgien, Rumänien, Kirgistan und Mazedonien hinzu. Von Osten schieben sich die niedrigen Einheitssteuern immer näher an die alte EU heran (eine gewisse Ironie ist, dass eine Liechtensteiner Stiftung das "Flat Tax"-Buch herausgibt, die gute Kontakte zum Fürstenhaus und zur LGT-Bank hat, die noch ganz andere Steuersparmodelle anbietet). Rabushka hebt aber hervor, dass die Einheitssteuer zu höheren Steuereinnahmen geführt habe, weil die Wirtschaft sich - auch dank der Reform - sehr dynamisch entwickelt.
Neben all den ökonomischen Vorteilen, die Hall und Rasbushka überzeugend darstellen, bemühen sie sich auch um den Nachweis, dass ihre "Flat Tax" durchaus fair sei. Sie wollen den Einwand entkräften, dass es nicht gerecht sei, "wenn der Chef und die Sekretärin dasselbe zahlen" - so hieß es in Deutschland, als Kirchhofs Variante diskutiert wurde. Zum einen ist diese Kritik sachlich falsch, weil auch mit einer proportionalen Steuer der Großverdiener sehr viel mehr zahlt; zum anderen gibt es gute ethische Argumente für eine proportionale Steuer. Vor allem entspricht die Einheitssteuer dem Prinzip der Gleichheit vor dem Recht weit mehr als "Progressionsraten, mit denen eine Minderheit diskriminatorisch besteuert wird", wie Kurt Leube in der lesenswerten Einleitung schreibt."
PHILIP PLICKERT Buchtitel: Flat Tax
Buchautor: Hall, Robert E.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2008, Nr. 216 / Seite 10