Montag, 26. Januar 2009

George Mitchell's Rückkehr, Intelligenzen und Belohnungen

Gigerenzer (kein junger Spund unter fünfzig)

Fortdauer des kalten Winterwetters, aber immer stärker schimmert das Schneeglöckchenweiß durch das Hüllblatt.

- "#896: Pipes weblog on George Mitchell's return, Avigdor Lieberman's rise, Barack Obama's inauguration
Sonntag, 25. Januar, 2009 22:53 Uhr, Von: "D. Pipes Mailing List"
George Mitchell's Return to Middle East Diplomacy
http://www.danielpipes.org/blog/2009/01/george-mitchells-return-to-middle-east.html
... First, how can one hold in high regard someone who came out with the wretched Sharm El-Sheikh Fact-Finding Committee Report also known as the "Mitchell Report," of April 2001? I did an analysis of it when it appeared at "Mitchell report missed it." I called it "a great disappointment." A couple of excerpts:
it reveals the would-be peacemaker´s typical unwillingness to judge right and wrong.… Not wanting to offend, in other words, creates an illusionary balance of blame ("Fear, hate, anger, and frustration have risen on both sides," says the report) that makes it impossible to distinguish between aggressor and victim, between right and wrong. ...
Second, how can one take seriously yet another diplomatic initiative? Here is a partial listing of diplomatic initiatives undertaken since 2001:
* George W. Bush's June 2002 speech. * The Geneva Accords. * The Quartet. * The Roadmap. * The Mitchell Report * The Tenet Understandings * The Abdullah Plan. * The "Benchmarks" for peace. * The Zinni mission. * The Wolfensohn missio * The Ward mission.* The Dayton mission. * The Annapolis Foundation, headed by James L. Jones * The Fraser mission.
Albert Einstein defined insanity as "doing the same thing over and over again and expecting different results." Could someone explain to me how that definition does not apply to this fifteenth effort? Does anyone wish to wager on its chances for success? (January 22, 2009) ...

- "Wir stellen uns Intelligenz als eine überlegte, bewusste Tätigkeit vor, die von den Gesetzen der Logik bestimmt wird. Doch ein Großteil unseres geistigen Lebens vollzieht sich unbewusst und beruht auf Prozessen, die nichts mit Logik zu tun haben. Anstatt alle Gründe gegeneinander abzuwägen, handeln wir spontan „aus dem Bauch heraus“. Im abendländischen Denken galt Intuition einst als die sicherste Form der Erkenntnis, während sie heute als fragwürdige und unzuverlässige Richtschnur des Handelns betrachtet wird. Sind bewusste Entscheidungen wirklich immer besser? Können wir jene Situationen angeben, in denen weniger Zeit und Nachdenken tatsächlich von Vorteil ist? Gerd Gigerenzer zeigt, dass Intuitionen alles andere als nur impulsive Launen des Geistes sind. Ihnen liegen vielmehr unbewusste Heuristiken zugrunde, die effektiv arbeiten, indem sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Rest ignorieren. An der Intuition führt kein Weg vorbei – ohne sie brächten wir wenig zustande." Gefühltes Wissen. Die Erforschung der Intuition, Prof. Dr. Gerd Gigerenzer (seit 1997 Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung), Vortrag Teleakademie/swr 5.10.08 http://www.tele-akademie.de/

- In jeder sinnvollen Denkfigur liegt auch die Spiralkraft zum Un- und Irrsinn.

- Zenon hat auch auf der Ebene der Gemeinschaft und der Polis gedacht - hier hat Epikur ein großes Defizit, denn schließlich ist jeder ein Geselle in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft.
Dahinter steckt das Problem, daß die letzte Instanz im Hirn des Einzelnen das Belohnungssystem im Limbischen System ist - aber es sehr verschiedene Strategien gibt, das Belohnungssystem zu kalibrieren: die Ratte zB drückt die Belohnungselektrodentaste so lange, bis sie kollabiert (vgl. Videospieler, Heroinfreunde etc.). Deshalb geht es ohne Zenon bzw. die STOA nicht.

- BEO: "deshalb und wegen seiner ausgesprochenen Sprachbegabung, die vor allem bei weiblichen Exemplaren („Bea“) ausgeprägt ist". Wie beim homo s. !

- "1959 in der Literatur. Das wunderbare Jahr. Es war das Jahr, in dem die deutsche Literatur Weltniveau erreichte. Grass schrieb „Die Blechtrommel“, Böll spielte „Billard um halbzehn“ und Uwe Johnson vollzog in den „Mutmaßungen über Jakob“ die literarische Teilung Deutschlands. Es wird langsam Zeit, dass wir wieder ein Jahr wie 1959 erleben. Von Volker Weidermann ..." // Grass schrieb „Die Blechtrommel“: ein endloses Geseire mit längerem Verweilen in geilen Suhlstellen, denen damals unser besonderes Interesse galt, kommt fast ohne Kognition aus, dafür einschlägig politisch unterfüttert. Fand man schick.- Böll spielte „Billard um halbzehn“: Habe ich seinerzeit ganz gern gelesen, die sprachlich bescheidene, moralinsaure und gedankenarme Linolschnittmachart fiel mir noch nicht auf. Habe mich gewundert, daß der Fähmel soviel Zeit mit Billard verschwendete.- Uwe Johnson gestattete sich in den „Mutmaßungen über Jakob“ die Frechheit, das Lesen durch allerhand Mätzchen zu erschweren und seine ungeordneten und unreifen, aber sozialismusfreundlichen Gedanken dem Leser vor die Augen zu werfen (Cresspahl: "Wou du di Wöte ssu sätzn vemachs un isses mie wüklich eine s-til-le Ffreude dassu sou allens von einiger Äheplichkeit in dein vollgeläntn Kopf bewechs [...]" (Seite 211). Galt in den besten Salons als besonders schick. Keiner dieser Literaten beschäftigte sich mit der Gegenwart (Johnson versuchte es zumindest aus SBZ-Perspektive) oder blickte gar nach vorn. Ich bedaure die verlorenen Lektürestunden.
- "... so schafft der nachahmende Dichter in der menschlichen Seele eine falsche Ordnung. Er dient dem vernunftlosen Teile der Seele, der die Begriffe groß und klein nicht unterscheiden kann ..." Platon, Politeia, 10. Buch, Kröner S. 341
- Natürlich geht es immer noch unklüger: ebenfalls 1959 erschien Ionescos "Theaterstücke I" mit der KAHLEN SÄNGERIN; damit wurden sogar unschuldige Schüler kontaminiert. Im Stück kommt keine Sängerin vor, ein Feuerwehrmann fragt beiläufig gegen Ende nach ihr. "Auch ich", sagte Ionesco, "bin zum Schweigen gekommen, paradoxerweise durch die Rederei. DIE KAHLE SÄNGERIN ist ein Theaterstück des Schweigens, weil es nichts sagt. ..." Interview zeitmagazin 5.6.87

Sonntag, 25. Januar 2009

Areva, Qimonda: Politikversagen? Managementfehler? Gewerkschaftsdestruktion?

Strizz, Reiche, FAZ
Nichts ist schlechter zu ertragen als eine Reihe von guten Jahren. Oder: Rock it, baby, till it breaks.

- "Servus, Zukunft. Von Carsten Knop.
24. Januar 2009 Schon wieder verabschiedet sich Deutschland von zwei Zukunftstechnologien, und beide Nachrichten stammen von ein und demselben Tag: Siemens wird sich aus dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen Areva NP zurückziehen, in dem seit acht Jahren die verbliebene Kompetenz des Konzerns (und damit der Deutschen) rund um die zivile Nutzung der Kernenergie gebündelt ist. Und der Speicherchiphersteller Qimonda, ebenfalls ein ehemaliger Teil von Siemens, hat einen Insolvenzantrag gestellt.
Es wird viele Leute geben, die über beide Fälle nicht traurig sind. Wer ohnehin gegen Atomkraftwerke ist, darf sich über eine konsequente Entscheidung von Siemens freuen, die sich schon lange abgezeichnet hat. Und wer sich in der Chipindustrie auskennt, wird einem Unternehmen, das Halbleiter-Massenware zu teuer hergestellt hat, ebenfalls keine Träne nachweinen. Insofern ist es gut, dass die öffentliche Hand nicht bereit ist, in das Subventionsgrab Qimonda noch mehr Steuergeld zu werfen.
Deutsche Technik in asiatischer Hand.
Aber es gibt noch eine andere Wahrheit. So ist Qimonda dabei, eine hochmoderne Chiptechnologie zur Serienreife zu bringen, die dem Wettbewerb wieder voraus gewesen wäre und die nun wahrscheinlich vollständig in asiatischer Hand landen wird. Siemens wiederum steigt zu einem Zeitpunkt aus der Kernkraft aus, in dem diese Energiequelle eine Renaissance erlebt - jedenfalls jenseits der deutschen Grenzen. Fachleute erwarten, dass mittelfristig rund 400 neue Kernkraftwerke in der Welt gebaut werden.
Nun sind bei Qimonda vor allem Managementfehler an der Misere schuld, und die werden eben manchmal bestraft. Im Fall der Kraftwerkstechnik hingegen handelt es sich um das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung, für welche die Deutschen jetzt die Zeche zahlen müssen. Das Gemeinschaftsunternehmen mit den Franzosen, das bei der Gründung noch Framatome hieß, hätte nie gebildet werden müssen, wenn man wenigstens einen kleinen gesellschaftlichen Konsens über die Zukunft der Atomenergie in Deutschland gefunden hätte. Jetzt muss sich Siemens mit der Brennelementtechnik völlig vom "heißen" Teil dieser Energiequelle verabschieden und sich in den nächsten Jahren einen neuen Partner suchen, möglicherweise gar einen aus Russland. So etwas sollte Deutschland nicht mehr zu oft passieren.- " FAZ 24.1.
//
Politikversagen? Managementfehler? Gewerkschaftsdestruktion?
Dem Tenor des Kommentars kann man nur beipflichten! Handelt es sich da bei Siemens um einen Managementfehler? Ob solche bei Qimonda vorliegen, vermag ich nicht zu beurteilen, da Managementfehler in einem komplexen Hochunsicherheitsbereich stattfinden. Managementfehler sind eben keine Montagefehler oder KfW-300-Millionen-Überweisungen aus Nachlässigkeit. Öffentliche Hilfmittel verbieten sich generell, besonders, wenn die Belegschaft, der größte Kostenblock eines Unternehmens, keine Lohnsenkungen angeboten hat, wie das dringend geboten gewesen wäre.

- Apropos O. : - Trau keinem unter fünfzig. Daß Obama inzwischen Michael Jackson als King of Pop abgelöst hat, daran kann kein Zweifel bestehen. Daß er etwas von Kosmetik versteht, mag man glauben. Was aber ist mit seiner Lebenserfahrung? Mit Handelskriegstönen zu spucken, und hier geht es um ein ganz großes ökonomisches und zugleich bedeutendes außenpolitisches Thema, das kündigt keinen Meister an.

Teures grünes Spielzeug: Im Praxistest durchgefallen


Nachtfrost, -2 bis 3°, s

- "Im Praxistest durchgefallen.
Ihr Leitartikel „Im schiefen Dreieck“ sowie die Daten im Brief von Leser Professor Dr. Horst-Joachim Lüdecke „EU-Klimapaket als gelungener Faschingsbeitrag“ (beide in der F.AZ. vom 9. Januar) treffen genau ins Schwarze. Aus eigener Erfahrung möchten wir sie um drei Beispiele aus der Praxis ergänzen.
Für unseren Betrieb haben wir zwei Hybridfahrzeuge angeschafft, einen Honda und einen Lexus 400h, die in Bad Homburg und im Umkreis von zehn Kilometern eingesetzt werden. Der Honda verbrauchte etwa zehn Liter Superbenzin im Kurzstreckenbetrieb, im Winter noch mehr. Der Lexus zirka 15 bis 16 Liter.
Für die Beheizung eines Wintergartens haben wir eine Wärmepumpe installieren lassen. Die Heizleistung geht bei Temperaturen unter null Grad so stark zurück, dass der Raum nur mit zusätzlicher Beheizung durch einen Elektroheizkörper bewohnbar ist.
Die Stromerzeugung der Photovoltaikanlage auf unserem Dach ging im Winter gegen Null, da die Module schon bei geringem Schneefall verschneit wurden. Wenn man die Energieeinsparung-/Erzeugung am nötigsten hat (Kfz im Stadt-/Kurzstreckenbetrieb, Wärmepumpenbeheizung bei Temperaturen unter Null, Stromerzeugung auf dem Dach bei Schnee/Kälte), versagt die alternative Energieerzeugung fast total und man ist auf Benzin beziehungsweise Heizöl oder Gas angewiesen.
Hoffentlich erzeugen wir mit der Schilderung unserer Praxiserfahrungen einen Denkprozess bei all den Wählern, die durch gegenteilige Behauptungen verunsichert sind. "
Erika und Ernst Günter Fischer, Bad Homburg. LB FAZ 22. Januar 2009

- "Zinslose Staatspapiere für die schlechten Banken.
Jetzt wird über eine „Bad Bank“ nachgedacht. Sie soll den Geschäftsbanken faule Kredite abkaufen. Mit etwas Glück könnte die Bad Bank später zumindest einen Teil doch noch zu Geld machen. Finanzminister Steinbrück ist gegen eine solche Lösung - und zwar zu Recht. Ein Standpunkt von Ulrich van Suntum. ..." FAZ 23.1. //
Recht überzeugend: Aus einer größeren Krise kommt man nicht völlig elegant heraus, aber van Suntums Vorschlag scheint mir einer der besten zu sein, die auf dem Tisch liegen, weil in der Tat das Bonitätsproblem schnell lösbar wäre und die Banken nicht aus der Verantwortung entlassen würden. Die Beruhigung könnte schnell eintreten. Viele Detailprobleme der Bewertung blieben schwierig zu klären. Auch die Bilanzrichtlinien sollten eine Zeitlang weiter gelockert werden in Richtung des alten HGB.

- Eine gute Adresse in Berlin: http://www.humboldtgesellschaft.de/index.php

- Popper in der Nußschale:

Alles Wissen ist Vermutungswissen. Wir wissen nicht, wir raten.

Es gibt keine sicheren Wahrheiten. Es gibt nur Hypothesen, zu deren Aufgabe man jederzeit bereit sein muß.

Die Kritik ist wichtiger als das Dogma.

Es gibt Wahrheiten, aber keine Sicherheit.

Beispiel: Der Induktionsschluß (Der Weg vom Einzelnen zum Allgemeinen): Bei der Beobachtung eines Sees sieht der Betrachter eine große Anzahl von weißen Schwänen. Er schließt: Alle Schwäne sind weiß! Doch plötzlich sieht er einen schwarzen Schwan. Die Hypothese muß als falsch gelten.

Alle Theorien sind vorläufig.

Man muß naturwissenschaftliche Hypothese so gestalten, daß man die Ereignisse benennen kann, nach deren Eintreten die Theorie als falsch zu gelten hat. (Falsifikation)

Lernen durch Versuch und Irrtum.

Falsifikation statt Verifikation.

Mutmaßung statt Anmaßung .

(den Weltklimapropheten gewidmet)

- - Linksliberale und Linke haben eine deutliche Präferenz für Jazz, klass. Musik, Motorrad fahren, Gedichte lesen, Tagebuch schreiben; Konservative und Rechte präferieren deutlich TV-Dokumentationen, Country Music, Komödien, Barbesuch. (John Jost, NYU, "Die geheimen Leben von Linken und Konservativen", Focus 7/2007 // Wenn denn die Studie sauber gearbeitet wäre, könnte die Enthaltsamkeit bei Dokumentationen den linken Hang zum Irrealismus beleuchten. Ganz im Sinne des Al.-v.-Humboldt-Wortes: "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben."

- Die Traumtänzerei des Feuilletons: "Jochen Schmidt hat sich länger mit Proust befaßt, als dieser gelebt hat."

Samstag, 24. Januar 2009

Eichendorff und Caspar David Friedrich, zwei gleichgestimmte Zeitgenossen

Caspar David Friedrich (1774-1840), Der Wanderer über dem Nebelmeer (ca. 1817)

Letzte Heimkehr

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Der Wintermorgen glänzt so klar,
Ein Wandrer kommt von ferne,
Ihn schüttelt Frost, es starrt sein Haar,
Ihm log die schöne Ferne,
Nun endlich will er rasten hier,
Er klopft an seines Vaters Tür.

Doch tot sind, die sonst aufgetan,
Verwandelt Hof und Habe,
Und fremde Leute sehn ihn an,
Als käm er aus dem Grabe;
Ihn schauert tief im Herzensgrund,
Ins Feld eilt er zur selben Stund.

Da sang kein Vöglein weit und breit,
Er lehnt' an einem Baume,
Der schöne Garten lag verschneit,
Es war ihm wie im Traume,
Und wie die Morgenglocke klingt,
Im stillen Feld er niedersinkt.

Und als er aufsteht vom Gebet,
Nicht weiß, wohin sich wenden,
Ein schöner Jüngling bei ihm steht,
Faßt mild ihn bei den Händen:
»Komm mit, sollst ruhn nach kurzem Gang.« -
Er folgt, ihn rührt der Stimme Klang.

Nun durch die Bergeseinsamkeit
Sie wie zum Himmel steigen,
Kein Glockenklang mehr reicht so weit,
Sie sehn im öden Schweigen
Die Länder hinter sich verblühn,
Schon Sterne durch die Wipfel glühn.

Der Führer jetzt die Fackel sacht
Erhebt und schweigend schreitet,
Bei ihrem Schein die stille Nacht
Gleichwie ein Dom sich weitet,
Wo unsichtbare Hände baun -
Den Wandrer faßt ein heimlich Graun.

Er sprach: Was bringt der Wind herauf
So fremden Laut getragen,
Als hört ich ferner Ströme Lauf,
Dazwischen Glocken schlagen?
»Das ist des Nachtgesanges Wehn,
Sie loben Gott in stillen Höhn.«

KROONENBERG, Demokratie, Raus aus der Bewertungsfalle

Jobs und Wozniak

- 24. Januar 1984 . Apple stellt den Macintosh-Computer vor. Guter Job, Jobs. Aber der Mann hat ja nicht einmal studiert.- Seit der Mac eine Unix-Version verwendet, stürzt er nicht mehr ab, was er vorher auch nur selten tat.

- Kathederphilosophengeseire: "Armut, Werteverfall, Klimaerwärmung - die Menschheit befindet sich in einer kapitalen Krise, vielleicht sogar an einem entscheidenden Wendepunkt: Die von der Evolutionsbiologie Darwins und der Wirtschaftstheorie Smiths beeinflusste Philosophie von Gewinnmaximierung auf der Basis eines immer währenden Wirtschaftswachstums ist vom Motor zivilisatorischer Entwicklung zu deren Problem geworden. Abhilfe und damit Rettung für die Erde, so der Philosoph und Biologe Andreas Weber, kann nur ein neues konsequent Denken bewirken: Die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie unter Berücksichtigung einer Philosophie des Glücks. Wie lassen sich Ökologie und Ökonomie versöhnen? ..." Das philosophische Radio mit Andreas Weber über Biokapital 23.1.09 // Was an den Philosophischen Fakaultäten an Unsinn produziert wird und dann seinen Weg in die einschlägigen Medien nimmt, wird zu einer immer größeren Bedrohung für Rationalität und Kenntnisvermittlung.

- "Vor zehntausend Jahren nimmt der Frühling seinen Anfang. Die glitzernde Eiskappe, die Skandinavien bedeckt, schmilzt wie Schnee in der Sonne ... Jetzt herrscht Hochsommer. Wir Menschen haben uns zu einer erfolgreichen, allerdings sorgenvollen Art entwickelt. Das Klima ist so gut wie stabil, aber wir fürchten uns trotzdem davor, daß es in hundert Jahren ein Grad wärmer sein wird. Der Meeresspiegel steigt kaum noch, aber wir benehmen uns, als seien wir in Lebensgefahr ... Wir sorgen uns um die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere um uns herum, obwohl die noch nie so groß war wie heute. ... Aber in zehntausend Jahren beginnt der Herbst ... Das Wetter können wir auch nicht weiter als zehn Tage vorhersagen ... Aber wenn wir auch das Wetter in einem Monat nicht vorhersagen können, so können wir doch prophezeien, daß nach dem Sommer der Herbst kommt. ... Uns genügt das Wissen um eine längerfristige Zyklizität: die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ... kann man berechnen, wann die nächste Eiszeit sein wird: in 23000 Jahren sind wir mitten drin. ..." (SAL. KROONENBERG, DER LANGE ZYKLUS, DIE ERDE IN 10000 JAHREN, wb 2008, S. 7-11, KROONENBERG lehrt Geologie an der TU Delft) -

- Der größte Vorzug der Demokratie ist zweifellos der reibungslose und unblutige Machtwechsel. Ihr größtes Problem ist wohl die Verflachung, die von großen Teilen der Bevölkerung ausgeht und die sich vor allem in sozialistisch gestimmten Staaten unkontrolliert ausbreitet. Die USA ohne ihre wettbewerblich organisierten Schulen und Hochschulen hätten andernfalls so abgewirtschaftet wie Deutschland, wo es vor allem noch die Unternehmen sind, die sich noch erfolgreich um Leistung bemühen neben einzelnen akademischen Initiativen und engagierten Hochschullehrern.

- "Marius Reiser, Neutestamentler, Universitätsreform:
Warum ich meinen Lehrstuhl räume. Aus Protest gegen die Verwandlung der Universität in eine Lernfabrik entschloss sich der Theologieprofessor Marius Reiser zu einem bisher einmaligen Schritt. Mit Ende des Wintersemesters tritt er von seinem Lehrstuhl zurück, und das, obwohl er noch viele Jahre vor sich gehabt hätte. Ein Fanal. ..." 20.1.09 FAZ // Probleme der Sozialdemokratisierung alias Bildungstonnenideologie: Wer massenhaft studierunfähige Abiturienten in die Unis lockt, muß für diese lernunwilligen Studenten die Hochschule zur Schule machen (heuchlerisch BOLOGNA-PROZESS genannt); wo aber die Faulen, die Untüchtigen und die Störer die Mehrheit bilden, kann keine universitäre Atmosphäre mehr entstehen.

- Alles, was nicht der Unterhaltung dient und kein Massenpublikum interessiert, wird auf die Seite gedrängt: aus der Kabelanlage verschwindet zuerst Musique 3 aus Brüssel, dann Bloomberg. Letzteren Sender kann man dann wieder empfangen, wenn man auf digitalen Empfang umstellt.- Selbst der Vorspann der Tele-Akademie des SWR setzt jetzt zwei Nackte ein. Die Albernheit kennt keine Grenzen. Wunderbar gegenüber WDR und RTL: das Internet!

- Eine sehr schöne Initiative der FAZ: " Fazit-Preise "Jugend schreibt" verliehen .
Junge Intensivtäter, schrullige Kräutersammler, pensionierte Kampfpiloten, Kammerjäger, Wachkomapatienten, Hiphopper - die Themen, mit denen ..." 23.1.

- Noch einmal : "Raus aus der Bewertungsfalle. Von Holger Steltzner. ...

Im Ergebnis wirken in dieser Krise die neuen Bilanz- und Aufsichtsregeln wie Brandbeschleuniger. Um den Teufelskreis aus Notverkauf, Kursverlust, Abschreibung, Eigenkapitalschwund und neuem Notverkauf zu durchbrechen, sollten die starren Regeln gelockert werden. Weil die Zeit für ein international abgestimmtes Vorgehen fehlt, muss ein eigener Weg gefunden werden. Wenn die Banken sich selbst in einen guten und schlechten Teil aufspalteten, blieben die Träger und die Manager der Risiken dieselben. Aber die Schrottpapiere könnten für eine gewisse Zeit zum Buchwert auf eine einzurichtende Institution des Bundes übertragen werden, für die die Regierung andere Aufsichts- und Bilanzregeln definiert. Das Risiko bliebe wie bei einer Abspaltung bei den bisherigen Eigentümern, der Bund müsste keine weiteren Rettungsmilliarden aufbringen. Die Banken gewönnen mehr als nur Zeit. Befreit von der Last der Unsicherheit, wüchse wieder das Vertrauen in den guten Teil der Bank, neue Kredite könnten vergeben werden. Und wenn sich irgendwann die Märkte wieder erholen, könnten die Eigentümer vielleicht sogar Bewertungsgewinne einstreichen." 24.1.09

- 'Debatte um „Bad Bank“ . „Wir haben das Geld wiedergesehen“ Wie gründet man eine „Bad Bank“? Bo Lundgren, Generaldirektor der schwedischen Finanzagentur Riksgälden, hat damit Erfahrung. Er war stellvertretender Finanzminister Schwedens und einer der wichtigsten Akteure während der Bankenkrise des Landes ...' FAZ 13.1.

- " Gerry Weber will trotz der Krise zweistellig wachsen
Der Modekonzern verdient 21 Prozent mehr / Immer mehr eigene Geschäfte
B.K. DÜSSELDORF, 12. Januar. Der Modekonzern Gerry Weber aus dem ostwestfälischen Halle demonstriert Zuversicht. Basis ist das abgelaufene Geschäftsjahr ..." FAZ

- " Obama will an Erbschaftsteuer festhalten .
ctg. WASHINGTON, 12. Januar. Der künftige amerikanische Präsident Barack Obama will verhindern, dass die Erbschaftsteuer wie bisher geplant ..." FAZ // Das ist natürlich zweitklassig für die USA, Bush wollte sie im Hinblick auf kleinere und mittlere Familienunternehmen abschaffen, wie dies auch für Deutschland wohlstandsfördernd wäre und wie etwa Österreich es vorgemacht hat. Allerdings wäre Obama mit den geplanten Freibeträgen von 3,5 Mio. bzw. 7 Mio. für Verheiratete erstklassig für das neidzerfressene Deutschland.
- " Den Erben droht eine Doppelbelastung
Unzureichende Regelung bei Erbschaftsteuer / Von Hans Flick und Frank Hannes
FRANKFURT, 19. Januar. Nach der Reform der Erbschaftsteuer werden vermehrt Fälle auftreten, in denen zu einer Belastung mit Erbschaft- oder ..." 20.1.
- " Die persönliche Finanzkrise der Erben
Banken geben nur ungern Kredite für die Begleichung der Erbschaftsteuer. Deshalb ist die Liquiditätsplanung wichtig. Fünfter Teil der Serie. ..." 13.1.