Mittwoch, 28. Januar 2009

Abitur für alle, Anbinden der Bankverbindlichkeiten an das Gold, das in den Kellern der Zentralbanken lagert

Lohsse

-2 bis +2°C , kaltes, schönes Flugwetter

- Sehr erfreulich: Dr. Sebastian Lohsse, Jahrgang 1977, Junges Kolleg, Akademie der Wissenschaften NRW: "Seine wissenschaftliche Tätigkeit gilt dem Bürgerlichen Recht in seiner historischen Entwicklung vom antiken Römischen Recht über dessen Nachleben in Mittelalter und Neuzeit bis zum geltenden Recht einschließlich der aktuellen europarechtlichen Bezüge und der Bestrebungen zur Rechtsvereinheitlichung. " ( http://develop.servicesite.de/akdw/index.php?option=com_content&task=view&id=313&Itemid= )

- Wer bietet mehr? : " . Philipp Schuller setzt sich mit "Deutschland denken e.V." für mehr Investitionen in Bildung ein.
Philipp Schuller hat zwei schulpflichtige Kinder. Auch ihnen soll es einmal gutgehen. Es soll ihnen sogar bessergehen als dem 1966 geborenen ..." FAZ 26.1. // Da ist er wohl nur blind durch die Welt getappt, ohne die vielen Begabungsunterschiede auch nur zu bemerken, geschweige denn, daß er sich einschlägig belesen hätte, zum Beispiel bei: Hans Jürgen Eysenck , Die Ungleichheit der Menschen, Ist Intelligenz erlernbar? Dt. 1984/ engl. 1973, oder: Wilfried Meyer, Wollt ihr die totale Schule?, 1984 (M. war Gesamtschulrektor), schon gar nicht bei: Alison Wolf, DOES EDUCATION MATTER? Myths about education and economic growth, by Alison Wolf. Penguin Books, 2002, 332 pages. A Book Review by Stephen Berry:" ... I will not end on a discordant note. That someone who works within the academic field of education should question the economic value of education speaks for a certain courage. That AlisonWolf should have done this in a book which is well argued and entertainingly written is better still. This book is a wake-up call to education policy makers the world over." (http://www.la-articles.org.uk/eoe.htm) .- Da hätte Herr Schuller noch etwas zu tun. Übrigens bin ich examinierter Gymnasiallehrer (Studienassessor).


-Noch ein Vorschlag: "Gebt Karl Marx nicht recht! Von Thorsten Polleit . Die "Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol" sah Karl Marx ..." FAZ 26.1.09 // Nein! Machen wir nicht!- Polleit, seit vielen Jahren Warner vor den politisch manipulierten Niedrigzinsen, schlägt vor: ". Dieser Kunstgriff sichert die Zahlungsfähigkeiten der Banken. Kreditrückzahlungen und Bankenpleiten lassen die Geldmenge unberührt. Es kommt weder zu Deflation noch zu Inflation. Den Bürgern bleibt eine Enteignung größten Ausmaßes erspart, die ein Bekämpfen der Kreditkrise mit Staatsschulden verursachen würde. ..."

-Marvin Parsons (mapar)
"... Hybride sind nur Plazebos, technisch überzüchtet, in der Ökobilanz schlecht und wirtschaftlich Murks. Warum macht Toyota zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg Verlust (im Gegensatz zu den deutschen Herstellern), obwohl Weltmarktführer in Hybridautos, die angeblich so gefragt sind? Das eigentliche Geschäft in den USA macht Toyota übrigens weiterhin mit monströsen Pick-ups und SUVs. Der Feinstaub-Story, gesponsert von der französichen Autoindustrie, sind Sie auch aufgesessen, die wird aber die Verbreitung von Dieseln nicht verhindern. Bekannte in den USA fahren seit über 20 Jahren zufrieden Diesel (Mercedes und VW), den Treibstoff dafür gibt es dort auch an fast jeder Tankstelle, neuerdings in der schwefelarmen Qualität, die die modernsten Motoren benötigen. Dieselfahrzeuge schlagen alle anderen einschließlich Hybride bei Verbrauch und Reichweite und halten außerdem wesentlich länger als diese. Hybride werden nach einigen Jahren unverkäuflicher Sondermüll sein, wenn der Akku am Ende ist und ein Austausch teurer als der Restwert des Fahrzeugs. Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen und von Lobbyisten irgendwelchen Unsinn auftischen." Technik-Kommentar FAZ 27.1.09

- "Philadelphia’s Climate in the Early Days.
January, 1790 was a remarkable year in the northeastern US for several reasons. It was less than one year into George Washington’s first term, and it was one of the warmest winter months on record. Fortunately for science, a diligent Philadelphia resident named Charles Pierce kept a detailed record of the monthly weather from 1790 through 1847, and his record is archived by Google Books. Below is his monthly report from that book.
JANUARY 1790 The average or medium temperature of this month was 44 degrees This is the mildest month of January on record. Fogs prevailed very much in the morning but a hot sun soon dispersed them and the mercury often ran up to 70 in the shade at mid day. Boys were often seen swimming in the Delaware and Schuylkill rivers. There were frequent showers as in April some of which were accompanied by thunder and lightning The uncommon mildness of the weather continued until the 7th of February.
Compare that to January, 2009 with an average temperature of 27F, 17 degrees cooler than 1790. One month of course is not indicative of the climate, so let us look at the 30 year period from 1790-1819 and compare that to the last 10 “hot” years.
From Charles Pierce’s records, the average January temperature in Philadelphia from 1790-1819 was 31.2F. According to USHCN records from 2000-2006 (the last year available from USHCN) and Weather Underground records from 2007-2009, the average January temperature in Philadelphia for the last ten years has been 29.8 degrees, or 1.4 degrees cooler than the period 1790-1819. January, 2009 has been colder than any January during the presidencies of Washington, Adams, Jefferson, or Monroe. January 2003 and 2004 were both considerably colder than any January during the terms of the first five presidents of the US. Data can be seen here.
According to several of the most widely quoted climate scientists in the world, winters were much colder 200 years ago than now - yet the boys swimming in the Delaware in January, 1790 apparently were unaware. ..." http://wattsupwiththat.com/

Dienstag, 27. Januar 2009

Ifo-Index überraschend gestiegen, Qimonda, Integration




- "Geschäftsklima:
Mitten in der Wirtschaftskrise
ist der Ifo-Geschäftsklimaindex überraschend gestiegen - entgegen der Erwartungen von Fachleuten. Fast gleichzeitig hat das Bundeskabinett das zweite Konjunkturpaket zur weiteren Bekämpfung der Krise verabschiedet. Während mancher Analyst nun schon den „Silberstreif am Horizont“ zu sehen glaubt, gibt Ifo-Präsident Sinn keine Entwarnung. ..." 27.1.

-"Dominostein Qimonda. Von Christian Geinitz.
Nun also doch die Pleite. Nachdem es zunächst so aussah, als ob der Untergang von Qimonda mit Steuermillionen hätte verhindert werden können, ..." FAZ // Die ganze deutsche Halbleiterhochtechnik in Sachsen stehe auf dem Spiel - gut möglich. Bei jeder Massentechnik spielen die völlig überhöhten deutschen Löhne und die irrwitzig vielen und hohen Steuern eine zuletzt immer wieder bedeutende Rolle, die auch die besten Ingenieure offenbar nicht auffangen können.
- Die völlig überhöhten deutschen Löhne und die irrwitzig vielen und hohen Steuern, beides spielt zusammen, führt seit Jahrzehnten zur Ausdünnung von Servicepersonal allüberall - eine besondere Rücksichtslosigkeit gegenüber älteren Leuten und ein ständiges Ärgernis beim Kontakt mit Telefonzentren, die einem auch noch Idiotenmusik zur Ansage ins Ohr plärren.

- "VERDRECKTES KÖLN. Rheinische Wegwerf-Mentalität.
Nach der Schneeschmelze wurde es wieder gnadenlos deutlich: Köln ist vermüllt. Kein Grünstreifen oder Bürgersteig, der nicht mit Papierfetzen oder Plastiktüten besudelt wäre. Es muss an den Menschen liegen - denn in Hamburg oder München etwa sieht es nicht so aus. Wo bleibt der kölsche Lokalpatriotismus? Von Markus Schwering" Kölner St.-Anz. // Das ist der Katholizismus + jahrzehntelande SPD-Verwaltung (jetzt ein sozialdemokratischer CDU-Lateinlehrer) + jahrzehntelange Demontage alles Bürgerlichen durch WDR-Propaganda . Köln ist aber nicht nur schmutzig, sondern auch laut; einer seiner schönsten Plätze, die Domplatte, wird von jugendlichen Rüpeln mit und ohne Kofferradio rücksichtslos für knallendes Tretbrettfahren benutzt. Unter der Überdachung des Röm.-Germ. Museum säuft jugendliches Pack und stellt die Bierflaschen auf die dort ausgestellten Sarkophage. Schließlich wird der Autofahrer in Köln so schamlos abgezockt wie in keiner anderen deutschen Stadt. Oberbürgermeister und Lateinlehrer Schramma ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, daß das Lateinlernen als solches die Dummen dümmer macht, die Klugen klüger und bei den meisten nichts bewirkt.

- Wohlstand auf der Kippe: "... bleibt Erhards Weichenstellung mutig, wenn man bedenkt, daß gut ein Jahr nach seinem Antritt in Bad Homburg und wenige Monate nach der Währungsreform seine Kritiker und die Zweifler im November 1948 angesichts starker Preissteigerungen in den eigenen Reihen Recht zu bekommen schienen und mehr als neun Millionen Beschäftigte in einem Generalstreik gegen Erhards Politik protestierten. ..." Jürgen Jeske FAZ 7.10.98
Um solche entscheidenden Dinge kann sich die Dummheit der Dichter natürlich nicht kümmern, mit "Blechtrommel", "Billard um halb zehn"" und "Mutmaßungen" spüren sie lieber dem Alten, Guten und Sexuellen nach. Oder propagieren in "Örtlich betäubt" die Gesamtschule mit rauchenden Schülern (Grass).

- "Studie zur Integration. Gut integriert, wenig angepasst, abrutschgefährdet.
Von Mechthild Küpper, Berlin. 26. Januar 2009 Aus den Daten des Mikrozensus 2005, für den 800.000 Personen befragt wurden, hat die in Berlin ansässige Stiftung „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ ein Bild zum aktuellen Stand der Integration von Ausländern in Deutschland hergestellt. Unter dem Titel „Ungenutzte Potenziale“ fordert sie, die Datenlage weiter zu verbessern, um Stärken und Schwächen der einzelnen Herkunftsgruppen besser kennenzulernen.
Das deutsche Bildungssystem solle sich stärker der Integration annehmen, Schulen seien die einzigen öffentlichen Einrichtungen, die als „Integrationszentren“ wirken könnten. Die langjährige Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John sagte nach der Vorstellung der Studie am Montag in Berlin, es sei ein großes Verdienst der Arbeit, dass sie zum ersten Mal nicht pauschal von „Migranten“ spreche, sondern die Gruppen und ihre jeweils eigenen Integrationsschwierigkeiten klar identifizieren könne.
Unproblematische Integration aus EU-Ländern
Weitgehend unproblematisch gestaltet sich demnach die Integration in Deutschland für Bürger aus EU-Ländern (ohne die früheren Gastarbeiter-Anwerbeländern Italien, Spanien, Portugal und Griechenland), und besser, als nach Berichten über ihre Anpassungsschwierigkeiten zu vermuten wäre, ergeht es den Aussiedlern, der größten Gruppe unter den Einwanderern. Die in der Studie verwandte Definition von Integration ist anspruchsvoll: „In jeder Hinsicht den Einheimischen gleich“ ist daher keine Gruppe. Unter den 15 Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit Einwanderungshintergrund - das entspricht fast einem Fünftel der Bevölkerung - unterscheiden die Autoren Franziska Woellert, Steffen Kröhnert, Lilli Sippel und Reiner Klingholz acht Gruppen mit je eigenen Besonderheiten. Unter den Einwanderern aus dem Fernen Osten gibt es mehr Frauen als Männer, und sie führen mit deutschen Ehemännern mehr „bikulturelle Ehen“ als andere Einwanderergruppen, so dass die Forscher einen starken Anteil von Heiratsmigration vermuten. Unter den Afrikanern sind wiederum die Männer in der Mehrzahl (60 Prozent); besonders viele haben deutsche Frauen geheiratet. Nur 59 Prozent von ihnen besitzen noch eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Türken mit größten Integrationsschwierigkeiten
Die Türken erscheinen in der Studie als die Gruppe mit den größten Integrationsschwierigkeiten. 2,8 Millionen Menschen, das sind 3,4 Prozent der deutschen Bevölkerung, haben einen türkischen Hintergrund, die Hälfte von ihnen sind hier geboren, 86 Prozent von ihnen leben länger als acht Jahre in Deutschland, mehr als zwei Drittel von ihnen besitzen allein die türkische Staatsangehörigkeit. Von den Einheimischen sind nur zwölf Prozent jünger als 15 Jahre alt, bei den Türken sind es 28 Prozent. Die Türken haben viele Kinder und leben, wie die Einwanderer aus dem Nahen Osten, in den großen Haushalten (mit 3,2 Personen im Durchschnitt).
Unter den Älteren sind die Männer in der Mehrzahl - die ersten Gastarbeiter kamen allein. Türkische Migranten heiraten, vermutlich aus religiösen Gründen, nur selten deutsche Ehepartner (fünf Prozent), sie sind die Gruppe, in der die meisten Bildungsabbrecher (30 Prozent ohne Abschluss) und die geringste Quote von Hochschulreife (14 Prozent) anzutreffen sind. Ihre Erwerbslosenquote ist hoch (23 Prozent), ihre Jugenderwerbslosenquote liegt noch höher (bei 28 Prozent), verglichen damit ist die Zahl derer, die von öffentlichen Leistungen leben muss, ausgesprochen niedrig (16 Prozent). Bei der kulturell den Türken am ehesten vergleichbaren Gruppe der Migranten aus dem Nahen Osten leben 34 Prozent von öffentlichen Leistungen. ..." FAZ

Montag, 26. Januar 2009

George Mitchell's Rückkehr, Intelligenzen und Belohnungen

Gigerenzer (kein junger Spund unter fünfzig)

Fortdauer des kalten Winterwetters, aber immer stärker schimmert das Schneeglöckchenweiß durch das Hüllblatt.

- "#896: Pipes weblog on George Mitchell's return, Avigdor Lieberman's rise, Barack Obama's inauguration
Sonntag, 25. Januar, 2009 22:53 Uhr, Von: "D. Pipes Mailing List"
George Mitchell's Return to Middle East Diplomacy
http://www.danielpipes.org/blog/2009/01/george-mitchells-return-to-middle-east.html
... First, how can one hold in high regard someone who came out with the wretched Sharm El-Sheikh Fact-Finding Committee Report also known as the "Mitchell Report," of April 2001? I did an analysis of it when it appeared at "Mitchell report missed it." I called it "a great disappointment." A couple of excerpts:
it reveals the would-be peacemaker´s typical unwillingness to judge right and wrong.… Not wanting to offend, in other words, creates an illusionary balance of blame ("Fear, hate, anger, and frustration have risen on both sides," says the report) that makes it impossible to distinguish between aggressor and victim, between right and wrong. ...
Second, how can one take seriously yet another diplomatic initiative? Here is a partial listing of diplomatic initiatives undertaken since 2001:
* George W. Bush's June 2002 speech. * The Geneva Accords. * The Quartet. * The Roadmap. * The Mitchell Report * The Tenet Understandings * The Abdullah Plan. * The "Benchmarks" for peace. * The Zinni mission. * The Wolfensohn missio * The Ward mission.* The Dayton mission. * The Annapolis Foundation, headed by James L. Jones * The Fraser mission.
Albert Einstein defined insanity as "doing the same thing over and over again and expecting different results." Could someone explain to me how that definition does not apply to this fifteenth effort? Does anyone wish to wager on its chances for success? (January 22, 2009) ...

- "Wir stellen uns Intelligenz als eine überlegte, bewusste Tätigkeit vor, die von den Gesetzen der Logik bestimmt wird. Doch ein Großteil unseres geistigen Lebens vollzieht sich unbewusst und beruht auf Prozessen, die nichts mit Logik zu tun haben. Anstatt alle Gründe gegeneinander abzuwägen, handeln wir spontan „aus dem Bauch heraus“. Im abendländischen Denken galt Intuition einst als die sicherste Form der Erkenntnis, während sie heute als fragwürdige und unzuverlässige Richtschnur des Handelns betrachtet wird. Sind bewusste Entscheidungen wirklich immer besser? Können wir jene Situationen angeben, in denen weniger Zeit und Nachdenken tatsächlich von Vorteil ist? Gerd Gigerenzer zeigt, dass Intuitionen alles andere als nur impulsive Launen des Geistes sind. Ihnen liegen vielmehr unbewusste Heuristiken zugrunde, die effektiv arbeiten, indem sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Rest ignorieren. An der Intuition führt kein Weg vorbei – ohne sie brächten wir wenig zustande." Gefühltes Wissen. Die Erforschung der Intuition, Prof. Dr. Gerd Gigerenzer (seit 1997 Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung), Vortrag Teleakademie/swr 5.10.08 http://www.tele-akademie.de/

- In jeder sinnvollen Denkfigur liegt auch die Spiralkraft zum Un- und Irrsinn.

- Zenon hat auch auf der Ebene der Gemeinschaft und der Polis gedacht - hier hat Epikur ein großes Defizit, denn schließlich ist jeder ein Geselle in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft.
Dahinter steckt das Problem, daß die letzte Instanz im Hirn des Einzelnen das Belohnungssystem im Limbischen System ist - aber es sehr verschiedene Strategien gibt, das Belohnungssystem zu kalibrieren: die Ratte zB drückt die Belohnungselektrodentaste so lange, bis sie kollabiert (vgl. Videospieler, Heroinfreunde etc.). Deshalb geht es ohne Zenon bzw. die STOA nicht.

- BEO: "deshalb und wegen seiner ausgesprochenen Sprachbegabung, die vor allem bei weiblichen Exemplaren („Bea“) ausgeprägt ist". Wie beim homo s. !

- "1959 in der Literatur. Das wunderbare Jahr. Es war das Jahr, in dem die deutsche Literatur Weltniveau erreichte. Grass schrieb „Die Blechtrommel“, Böll spielte „Billard um halbzehn“ und Uwe Johnson vollzog in den „Mutmaßungen über Jakob“ die literarische Teilung Deutschlands. Es wird langsam Zeit, dass wir wieder ein Jahr wie 1959 erleben. Von Volker Weidermann ..." // Grass schrieb „Die Blechtrommel“: ein endloses Geseire mit längerem Verweilen in geilen Suhlstellen, denen damals unser besonderes Interesse galt, kommt fast ohne Kognition aus, dafür einschlägig politisch unterfüttert. Fand man schick.- Böll spielte „Billard um halbzehn“: Habe ich seinerzeit ganz gern gelesen, die sprachlich bescheidene, moralinsaure und gedankenarme Linolschnittmachart fiel mir noch nicht auf. Habe mich gewundert, daß der Fähmel soviel Zeit mit Billard verschwendete.- Uwe Johnson gestattete sich in den „Mutmaßungen über Jakob“ die Frechheit, das Lesen durch allerhand Mätzchen zu erschweren und seine ungeordneten und unreifen, aber sozialismusfreundlichen Gedanken dem Leser vor die Augen zu werfen (Cresspahl: "Wou du di Wöte ssu sätzn vemachs un isses mie wüklich eine s-til-le Ffreude dassu sou allens von einiger Äheplichkeit in dein vollgeläntn Kopf bewechs [...]" (Seite 211). Galt in den besten Salons als besonders schick. Keiner dieser Literaten beschäftigte sich mit der Gegenwart (Johnson versuchte es zumindest aus SBZ-Perspektive) oder blickte gar nach vorn. Ich bedaure die verlorenen Lektürestunden.
- "... so schafft der nachahmende Dichter in der menschlichen Seele eine falsche Ordnung. Er dient dem vernunftlosen Teile der Seele, der die Begriffe groß und klein nicht unterscheiden kann ..." Platon, Politeia, 10. Buch, Kröner S. 341
- Natürlich geht es immer noch unklüger: ebenfalls 1959 erschien Ionescos "Theaterstücke I" mit der KAHLEN SÄNGERIN; damit wurden sogar unschuldige Schüler kontaminiert. Im Stück kommt keine Sängerin vor, ein Feuerwehrmann fragt beiläufig gegen Ende nach ihr. "Auch ich", sagte Ionesco, "bin zum Schweigen gekommen, paradoxerweise durch die Rederei. DIE KAHLE SÄNGERIN ist ein Theaterstück des Schweigens, weil es nichts sagt. ..." Interview zeitmagazin 5.6.87

Sonntag, 25. Januar 2009

Areva, Qimonda: Politikversagen? Managementfehler? Gewerkschaftsdestruktion?

Strizz, Reiche, FAZ
Nichts ist schlechter zu ertragen als eine Reihe von guten Jahren. Oder: Rock it, baby, till it breaks.

- "Servus, Zukunft. Von Carsten Knop.
24. Januar 2009 Schon wieder verabschiedet sich Deutschland von zwei Zukunftstechnologien, und beide Nachrichten stammen von ein und demselben Tag: Siemens wird sich aus dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen Areva NP zurückziehen, in dem seit acht Jahren die verbliebene Kompetenz des Konzerns (und damit der Deutschen) rund um die zivile Nutzung der Kernenergie gebündelt ist. Und der Speicherchiphersteller Qimonda, ebenfalls ein ehemaliger Teil von Siemens, hat einen Insolvenzantrag gestellt.
Es wird viele Leute geben, die über beide Fälle nicht traurig sind. Wer ohnehin gegen Atomkraftwerke ist, darf sich über eine konsequente Entscheidung von Siemens freuen, die sich schon lange abgezeichnet hat. Und wer sich in der Chipindustrie auskennt, wird einem Unternehmen, das Halbleiter-Massenware zu teuer hergestellt hat, ebenfalls keine Träne nachweinen. Insofern ist es gut, dass die öffentliche Hand nicht bereit ist, in das Subventionsgrab Qimonda noch mehr Steuergeld zu werfen.
Deutsche Technik in asiatischer Hand.
Aber es gibt noch eine andere Wahrheit. So ist Qimonda dabei, eine hochmoderne Chiptechnologie zur Serienreife zu bringen, die dem Wettbewerb wieder voraus gewesen wäre und die nun wahrscheinlich vollständig in asiatischer Hand landen wird. Siemens wiederum steigt zu einem Zeitpunkt aus der Kernkraft aus, in dem diese Energiequelle eine Renaissance erlebt - jedenfalls jenseits der deutschen Grenzen. Fachleute erwarten, dass mittelfristig rund 400 neue Kernkraftwerke in der Welt gebaut werden.
Nun sind bei Qimonda vor allem Managementfehler an der Misere schuld, und die werden eben manchmal bestraft. Im Fall der Kraftwerkstechnik hingegen handelt es sich um das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung, für welche die Deutschen jetzt die Zeche zahlen müssen. Das Gemeinschaftsunternehmen mit den Franzosen, das bei der Gründung noch Framatome hieß, hätte nie gebildet werden müssen, wenn man wenigstens einen kleinen gesellschaftlichen Konsens über die Zukunft der Atomenergie in Deutschland gefunden hätte. Jetzt muss sich Siemens mit der Brennelementtechnik völlig vom "heißen" Teil dieser Energiequelle verabschieden und sich in den nächsten Jahren einen neuen Partner suchen, möglicherweise gar einen aus Russland. So etwas sollte Deutschland nicht mehr zu oft passieren.- " FAZ 24.1.
//
Politikversagen? Managementfehler? Gewerkschaftsdestruktion?
Dem Tenor des Kommentars kann man nur beipflichten! Handelt es sich da bei Siemens um einen Managementfehler? Ob solche bei Qimonda vorliegen, vermag ich nicht zu beurteilen, da Managementfehler in einem komplexen Hochunsicherheitsbereich stattfinden. Managementfehler sind eben keine Montagefehler oder KfW-300-Millionen-Überweisungen aus Nachlässigkeit. Öffentliche Hilfmittel verbieten sich generell, besonders, wenn die Belegschaft, der größte Kostenblock eines Unternehmens, keine Lohnsenkungen angeboten hat, wie das dringend geboten gewesen wäre.

- Apropos O. : - Trau keinem unter fünfzig. Daß Obama inzwischen Michael Jackson als King of Pop abgelöst hat, daran kann kein Zweifel bestehen. Daß er etwas von Kosmetik versteht, mag man glauben. Was aber ist mit seiner Lebenserfahrung? Mit Handelskriegstönen zu spucken, und hier geht es um ein ganz großes ökonomisches und zugleich bedeutendes außenpolitisches Thema, das kündigt keinen Meister an.

Teures grünes Spielzeug: Im Praxistest durchgefallen


Nachtfrost, -2 bis 3°, s

- "Im Praxistest durchgefallen.
Ihr Leitartikel „Im schiefen Dreieck“ sowie die Daten im Brief von Leser Professor Dr. Horst-Joachim Lüdecke „EU-Klimapaket als gelungener Faschingsbeitrag“ (beide in der F.AZ. vom 9. Januar) treffen genau ins Schwarze. Aus eigener Erfahrung möchten wir sie um drei Beispiele aus der Praxis ergänzen.
Für unseren Betrieb haben wir zwei Hybridfahrzeuge angeschafft, einen Honda und einen Lexus 400h, die in Bad Homburg und im Umkreis von zehn Kilometern eingesetzt werden. Der Honda verbrauchte etwa zehn Liter Superbenzin im Kurzstreckenbetrieb, im Winter noch mehr. Der Lexus zirka 15 bis 16 Liter.
Für die Beheizung eines Wintergartens haben wir eine Wärmepumpe installieren lassen. Die Heizleistung geht bei Temperaturen unter null Grad so stark zurück, dass der Raum nur mit zusätzlicher Beheizung durch einen Elektroheizkörper bewohnbar ist.
Die Stromerzeugung der Photovoltaikanlage auf unserem Dach ging im Winter gegen Null, da die Module schon bei geringem Schneefall verschneit wurden. Wenn man die Energieeinsparung-/Erzeugung am nötigsten hat (Kfz im Stadt-/Kurzstreckenbetrieb, Wärmepumpenbeheizung bei Temperaturen unter Null, Stromerzeugung auf dem Dach bei Schnee/Kälte), versagt die alternative Energieerzeugung fast total und man ist auf Benzin beziehungsweise Heizöl oder Gas angewiesen.
Hoffentlich erzeugen wir mit der Schilderung unserer Praxiserfahrungen einen Denkprozess bei all den Wählern, die durch gegenteilige Behauptungen verunsichert sind. "
Erika und Ernst Günter Fischer, Bad Homburg. LB FAZ 22. Januar 2009

- "Zinslose Staatspapiere für die schlechten Banken.
Jetzt wird über eine „Bad Bank“ nachgedacht. Sie soll den Geschäftsbanken faule Kredite abkaufen. Mit etwas Glück könnte die Bad Bank später zumindest einen Teil doch noch zu Geld machen. Finanzminister Steinbrück ist gegen eine solche Lösung - und zwar zu Recht. Ein Standpunkt von Ulrich van Suntum. ..." FAZ 23.1. //
Recht überzeugend: Aus einer größeren Krise kommt man nicht völlig elegant heraus, aber van Suntums Vorschlag scheint mir einer der besten zu sein, die auf dem Tisch liegen, weil in der Tat das Bonitätsproblem schnell lösbar wäre und die Banken nicht aus der Verantwortung entlassen würden. Die Beruhigung könnte schnell eintreten. Viele Detailprobleme der Bewertung blieben schwierig zu klären. Auch die Bilanzrichtlinien sollten eine Zeitlang weiter gelockert werden in Richtung des alten HGB.

- Eine gute Adresse in Berlin: http://www.humboldtgesellschaft.de/index.php

- Popper in der Nußschale:

Alles Wissen ist Vermutungswissen. Wir wissen nicht, wir raten.

Es gibt keine sicheren Wahrheiten. Es gibt nur Hypothesen, zu deren Aufgabe man jederzeit bereit sein muß.

Die Kritik ist wichtiger als das Dogma.

Es gibt Wahrheiten, aber keine Sicherheit.

Beispiel: Der Induktionsschluß (Der Weg vom Einzelnen zum Allgemeinen): Bei der Beobachtung eines Sees sieht der Betrachter eine große Anzahl von weißen Schwänen. Er schließt: Alle Schwäne sind weiß! Doch plötzlich sieht er einen schwarzen Schwan. Die Hypothese muß als falsch gelten.

Alle Theorien sind vorläufig.

Man muß naturwissenschaftliche Hypothese so gestalten, daß man die Ereignisse benennen kann, nach deren Eintreten die Theorie als falsch zu gelten hat. (Falsifikation)

Lernen durch Versuch und Irrtum.

Falsifikation statt Verifikation.

Mutmaßung statt Anmaßung .

(den Weltklimapropheten gewidmet)

- - Linksliberale und Linke haben eine deutliche Präferenz für Jazz, klass. Musik, Motorrad fahren, Gedichte lesen, Tagebuch schreiben; Konservative und Rechte präferieren deutlich TV-Dokumentationen, Country Music, Komödien, Barbesuch. (John Jost, NYU, "Die geheimen Leben von Linken und Konservativen", Focus 7/2007 // Wenn denn die Studie sauber gearbeitet wäre, könnte die Enthaltsamkeit bei Dokumentationen den linken Hang zum Irrealismus beleuchten. Ganz im Sinne des Al.-v.-Humboldt-Wortes: "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben."

- Die Traumtänzerei des Feuilletons: "Jochen Schmidt hat sich länger mit Proust befaßt, als dieser gelebt hat."