Dienstag, 26. Mai 2009

Rund 2,5 Cent für die Kilowattstunde Strom



Das Kernkraftwerk Gundremmingen (Abkürzung KGG) ist mit einer Leistung von 2 × 1344 MW das leistungsstärkste deutsche Kernkraftwerk (seit 1976). Es steht in Gundremmingen im Landkreis Günzburg in Bayern. Betreiber ist die Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG), die zu 75 % der in Essen ansässigen RWE Power AG und zu 25 % der in Hannover ansässigen E.ON Kernkraft GmbH gehört.

- Stell' dir vor, es ist Krise und keiner geht hin: GfK-Index: stabiler Konsum, IFO leicht gebessert .
- Aber die Konjunkturkrise klopfte bei Auto- und Chemiebetrieben an: "Unylon und Pongs & Zahn in Bedrängnis.
Der Betrieb bei Unylon läuft derzeit weiter. Um 3,8 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Quartal des laufenden Jahres gesunken. Das hat nicht alle Branchen gleich getroffen, doch unter anderem leiden die Automobil- und Chemiebranche leiden besonders stark. ..." 26.5. FAZ

- Rotgrünes Ameisenpulver 'Aeroxon': unsere lieben kleinen Mitgeschöpfe auf dieser Einen Welt, die Ameisen, haben die lästige Angewohnheit, den Sand unter den Steinplatten zwecks Verfolgung ihrer Brutgeschäfte emsig und eifrig an das Tageslicht zu bringen. Dagegen gibt es Geruchspulver, das die Ameisen vertreiben soll. Das funktioniert auch, allerdings ziehen die Kleinen nur fünfzehn Zentimeter weiter. Rotgrün wirkt, aber besser ist Baygon.

- Gut, weil nicht Rotgrün, ist auch das Philips-Internetradiomodul NP 1100, das über die Auxiliary-Eingänge an die bestehende Stereoanlage angeschlossen wird und tausend nichtrotgrüne Sender heranschafft (kleiner Nachteil: Senderanwahl erfolgt über die 'Favoritenliste', feste Stationstasten fehlen).

- Rotgrün findet ja Verfassungspatriotismus prima. Dolf Sternberger hat dieses papierraschelnde Wort erfunden, Habermas und Kumpels haben es aufgegriffen. Noli me tangere: Patria, Patriotismus. Heimat, igitt. Dabei liegen die Dinge recht einfach: Wer die ersten zehn Jahre in einer bestimmten Nachbarschaft und Landschaft aufgewachsen ist, hat dort seine Heimat, welche Oberhoheit dort immer geherrscht haben mag. Wer diese stationären Anfangsjahre nicht erlebt hat, besitzt keine Heimat. Danach kann man sie nicht mehr erwerben. Beim "Vaterland" fängt schon die Ideologie an, da es sich dabei um einen Staat, ein politisches Großgebilde handelt, das für das Sensorium der heranwachsenden Kinder unerfahrbar ist. In einem Staat schaffen die gemeinsame Sprache, auch bestimmte Gebräuche und Rituale, ein Gefühl der Vertrautheit, aber die Landschaften in einem Flächenstaat sind zu unterschiedlich, um sinnvoll von einem "Vaterland" (Patria) zu sprechen. Es bedarf der höheren Unsinnsatmosphäre der Phil. Fak., um ein Wort wie VERFASSUNGSPATRIOTISMUS hervorzubringen.

- 26. Mai 1959: Die Gründung des Deutschen Atomforums: "Das Deutsche Atomforum (DAtF) wurde bereits im Jahr 1959 gegründet, um die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland zu fördern. Die Mitglieder des seit 1961 eingetragenen und auch gemeinnützigen Vereins sind Unternehmen aus Industrie und Wirtschaft, Forschungseinrichtungen, Organisationen und Einzelpersonen."

„ Die Energieversorgung sichern“ ist der Titel einer Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Dort finden sich Angaben zu den „Investitions- und Erzeugungskosten einiger Verfahren zur Stromerzeugung“ : Für die Solarenergie ohne Speicherung betragen die Speziellen Investitionskosten ca. 7000 US-$ je Kilowatt, die Brennstoffkosten 0 $ und die Stromerzeugungskosten ca. 70 Cent je Kilowattstunde. Fazit: „Die Photovoltaik ist noch sehr weit von der Wirtschaftlichkeit entfernt.“ (S. 27) Im Überblick:

Primärenergie Spez. Investi-
tonskosten Brennstoffkosten Spez. Stromerzeugungskosten
US-$/kW el ct/kWh th ct/kWh el
Kohle (zu Weltmarktpreis) ~ 1000 ~ 1 ~ 4
Erdgas ~ 400 ~ 2 ~ 4,5
Windenergie ~1000 0 ~ 5 ... 10
Photovoltaik ohne Speicherung ~ 7000 0 ~ 70
Photovoltaik mit Wasserstoff-Speicherung ~7000 + Umwandlungskosten 0 ~ 300
Kernkraft (alte Anlagen) ~ 600 ~ 0,5 ~ 2,5
Kernkraft (neue Anlagen) ~ 1500 ~ 0,5 ~ 3,5

Aus: Die Energieversorgung sichern. Eine Denkschrift der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften ( kostenloser Bezug: http://develop.servicesite.de/akdw/index.php?searchword=Denkschrift&option=com_search&Itemid= )

Geburtenförderung, Ressourcenknappheit und Überbevölkerung



Schweiz: Leben im Gedränge. Zeltstadt am Gurten-Festival 2007. (Bild: Reuters)

- «Wirtschafts-, nicht Bevölkerungswachstum braucht das Land»
Über staatliche Geburtenförderung, Ressourcenknappheit und Überbevölkerung


Der Staat kann und soll zur Sicherung der Renten keine Geburtenförderung betreiben, meint der Ökonomieprofessor Reiner Eichenberger. Die Schweiz leide vielmehr unter dem Bevölkerungswachstum. Dieses verursache der Gesellschaft enorme Kosten.
23. Mai 2009, Neue Zürcher Zeitung, Interview: crz.

Herr Prof. Eichenberger, braucht die Schweiz mehr Kinder, um die AHV zu retten?
Reiner Eichenberger: Auf keinen Fall. Aus sehr sorgfältigen Untersuchungen im Auftrag des Bundes – nämlich aus sogenannten Generationenbilanzen – wissen wir, dass heute im Durchschnitt ein Kind über sein ganzes zukünftiges Leben gerechnet mehr Leistungen und Transfers vom Staat erhält, als es an ihn mit all seinen Steuern und Abgaben bezahlt. Rein finanziell betrachtet kostet ein Kind die Gemeinschaft im Durchschnitt also mehr, als es ihr bringt. Wenn man dazurechnet, dass seine Mutter wegen Geburt und Erziehung oft weniger arbeitet und Steuern zahlt, sieht die Nettobilanz pro Kind noch negativer aus. Finanziell lohnend für die Gemeinschaft sind nur besonders produktive Menschen, die wegen des progressiven Steuersystems weit überproportional für die öffentlichen Lasten aufkommen. Wenn wir eine Politik verfolgen, die vor allem Durchschnittsbürger erzeugt, dann ist das für die Sicherung der AHV sogar schädlich.
Kindergeld für die Reichen

Soll die Politik also vor allem die Gutverdienenden dazu anhalten, mehr Kinder zu bekommen?
Nur, falls man Kinder für Milchkühe hält! Milchkühe muss man gezielt selektionieren. Da produktivere Eltern im Durchschnitt auch produktivere Kinder haben, müsste man tatsächlich gezielt die Fertilität produktiver Eltern steigern.
Sind diese Kinder wegen der langen Ausbildung nicht auch teurer?
Allfällige Mehrkosten werden durch die Mehreinnahmen mehr als ausgeglichen. Zudem ist die Ausbildung besonders produktiver Kinder zwar teuer, die Ausbildung weniger produktiver Kinder ist aber oft noch viel teurer. Ein Gymnasiast, das stimmt, kostet viel. Die Berufsschulen für viele Lehren kosten aber mehr, und manche Studiengänge – etwa Ökonomie – sind im Vergleich zu anderen geradezu billig. Zumeist ist ein Kind, das Sonderbetreuung braucht, teurer. Am teuersten wird es, wenn ein Kind später eine kriminelle Karriere einschlägt. Wenn man also behauptet, wir brauchen mehr Kinder für die AHV, müsste man diese Zusammenhänge berücksichtigen und die «richtigen» Kinder zuerst selektionieren und später effizient melken. Das halte ich für eine schreckliche Vision. Ausserdem traue ich dem Staat nicht zu, dass er das richtig machen könnte. Wenn eine Geburtenförderungspolitik gemacht wird, haben in der Regel eben nicht die produktiven Eltern mehr Kinder.
Soll der Staat gar keine Familienpolitik machen?
Familienpolitik ist sowieso überall, in der Steuerpolitik, der Bildungspolitik, der Gesundheitspolitik, der Verkehrspolitik usw. Da sollte man keine zusätzliche aktive Kindergeld-Politik machen. Wenn doch, müsste man vermeiden, dass die Massnahmen primär die unproduktiven Kinder subventionieren. Von einer aktiven Geburtenförderungspolitik halte ich aber nichts.
Kann mehr Kindergeld die Geburtenrate überhaupt beeinflussen?
Aufgrund ausländischer Erfahrungen weiss man, dass der Einfluss auf die Geburtenrate insgesamt sehr bescheiden ist. Aber die Geburten werden verlagert. Je grosszügiger der Staat Eltern in schwierigen finanziellen Verhältnissen unterstützt, sei es durch Kindergeld oder sonstige Subventionen, desto früher haben die Eltern Kinder, unter Umständen zu einem Zeitpunkt, da sie es sich ohne staatliche Zuwendung noch nicht leisten könnten. Zum Beispiel als «armer» Student. Das verursacht dem Staat hohe Kosten. Diese Auswirkungen des Kindergelds sind massiv, aber es wird nicht ernsthaft darüber gesprochen, weil man Gefahr läuft, in die politisch unkorrekte Ecke gestellt zu werden.
Oft wird behauptet, Kinder seien ein Armutsrisiko. Gleichwohl bekommen die unteren sozialen Schichten mehr Kinder als die höheren. Warum?
Grundsätzlich ist es mit Kindern wie mit allen schönen Dingen des Lebens: Wer reich ist, will mehr davon. Bei den Kindern kommt zusätzlich dazu, dass mit dem Einkommen auch die Kosten für die Kinder steigen. Je höher das Einkommen insbesondere der Frau, desto grösser ist der mit Kindern verbundene Verdienstausfall. Zudem haben reiche Eltern aufgrund ihres Lebensstils massiv höhere Ausgaben für ihre Kinder. Deshalb haben Gutverdienende oft weniger Kinder.
Müsste man ihnen also mehr Kindergeld geben?
Wenn man Gutverdienenden bessere Anreize geben will, sollte man ihnen nicht zusätzliches Geld hinterherwerfen, sondern man sollte zuerst die bestehenden negativen Anreize abbauen. So könnten Kinderabzüge und Abzüge für Fremdbetreuung erhöht werden. Noch besser wäre es, die Grenzsteuersätze für gut verdienende Eltern zu senken, etwa durch einen Elterntarif oder ein Splitting mit Kindern als Splittingfaktor.
Die Kosten der wachsenden Bevölkerung
Soll ein dichtbesiedeltes Land wie die Schweiz überhaupt Geburten fördern?
Nein, absolut nicht. Natürlich sind die eigenen Kinder für die Eltern das Grösste. Aber die Kinder anderer sind nicht immer so grossartig. Wenn gesagt wird, Kinder seien wichtig für die Gesellschaft, blendet man aus, dass es mit Kindern auch viel Ärger gibt. Es stimmt zudem überhaupt nicht, dass eine Gesellschaft durch Kinder innovativer wird. Wäre das so, müsste zum Beispiel Mexiko höchst innovativ sein. Und von Japan – einer «alternden Gesellschaft» – zu behaupten, es sei nicht innovativ, wäre schlicht absurd. Die Angst, dass wir dereinst zu wenig Junge für die Pflege all der Alten haben, ist unangebracht. Es wird immer Junge geben, und auch der technische Fortschritt wird Lösungen bringen. Bevölkerungswachstum hingegen wird der Gesellschaft enorme Kosten verursachen.
Welche?
Eine wachsende Bevölkerung führt zu dichterer Besiedlung, zu Landverschleiss, erfordert hohe Investitionen in die Infrastruktur, führt zu Lärm und Stress – man denke nur an die Verkehrsprobleme. Strassen und Züge – alles ist überfüllt. Die Schweiz hat europaweit das höchste Bevölkerungswachstum. Im Kanton Zürich beträgt es 2 Prozent. Wie soll das weitergehen? In einer solchen Situation zu behaupten, dass wir mehr Kinder brauchen, ist völlig unsinnig.
Warum hat es etwas Anrüchiges, über Überbevölkerung zu reden?
Weil bei diesem Thema eine gewisse Nähe zur Ausländerfeindlichkeit besteht. Dieses Thema hat die SVP gepachtet, weil die anderen Parteien nicht fähig waren, auf die Probleme, die es in diesem Bereich gibt, ernsthaft einzugehen. Die heutige Einwanderung sieht allerdings anders aus. Heute kommen vor allem gut qualifizierte, produktive Einwanderer. Und das heisst: bauen, bauen, bauen. Davon kann das Gewerbe, das politisch von der SVP vertreten wird, profitieren.
Brauchen wir eher eine Ressourcen- statt eine Familienpolitik?
Zumindest brauchen wir dazu einen gesellschaftlichen Diskurs. Und dafür braucht es eine solide Datenbasis. Man sollte endlich aufhören, einfach zu behaupten, dass wir der Einwanderung das Wirtschaftswachstum verdanken. So hat unsere Regierung noch im letzten Herbst ein im internationalen Vergleich gutes Wachstum von 0,5 Prozent ausgewiesen und behauptet, dass das auch eine Folge der Einwanderung sei. Bereinigt um das starke Bevölkerungswachstum von 1,4 Prozent, hatten wir aber damals längst eine Wirtschaftsschrumpfung um 1 Prozent pro Kopf. Wenn man noch berücksichtigt, dass die überdurchschnittlich produktiven Einwanderer auch überdurchschnittliche Löhne haben, war der Einkommensrückgang pro bisherigen Einwohner noch dramatischer. Wo sind also die positiven Effekte der Einwanderung? Die Regierung sollte wieder vermehrt kopfrechnen.
Was würde passieren, wenn die Bevölkerung in der Schweiz schrumpfen würde?
Ich sehe darin kein Problem. Leere Wohnhäuser wird es jedenfalls nicht geben. Einkommen und Lebensstandard und damit auch die Nachfrage nach Wohnraum steigen auch bei schrumpfender Bevölkerung. Das Gleiche gilt für den Schul- und den Verkehrsbereich. Unser Problem ist die Überbevölkerung. Natürlich können wir in der Schweiz 20 Millionen Einwohner unterbringen. Dann wäre die Schweiz einfach eine sehr grosse Stadt, was nicht nur schlecht sein muss. Das Problem aber ist der Wachstumsprozess. Bevölkerungswachstum verursacht enorme Kosten. Wir sollten auf Wirtschaftswachstum setzen, nicht auf Bevölkerungswachstum.
Wenn der Staat also den Kindersegen nicht fördern soll, wie kann er Kinder sinnvoll unterstützen?
Es gibt aus Sicht der Gesellschaft nichts Schlimmeres, als wenn Kinder später nicht für sich selber sorgen können. Deshalb soll man in die geborenen Kinder investieren. Sie sollen in geordneten Verhältnissen und stressfrei aufwachsen können. Man sollte Eltern die Möglichkeit geben, Kinder dann zu bekommen, wenn die Verhältnisse stimmen und die Eltern selber einen möglichst grossen Beitrag zum Wohlergehen ihrer Kinder leisten können.
Die Alterung – ein Weg zum Glück
Ist die alternde Gesellschaft also kein Schrecken?
Im Gegenteil. Mit steigender Lebenserwartung nimmt auch die Zahl der guten Lebensjahre zu. Die Menschen werden älter, weil sie gesünder sind, also auch länger fit bleiben und produktiv sein können. Deshalb nimmt mit der Alterung nicht nur die Jugendlast, sondern auch die Alterslast ab. Wenn wir es schaffen, das Pensionsalter klug zu flexibilisieren, ist die alternde Gesellschaft ein Weg zum Glück.
Was halten Sie von der Idee, Kinderlosen höhere AHV-Abzüge aufzuerlegen?
Nichts. Eine Besteuerung der Kinderlosigkeit wäre ja nur dann sinnvoll, wenn durch Kinderlosigkeit Kosten für die Gesellschaft entstünden. Das trifft aber nicht zu. Die Kinderlosen sind nicht die Bösen.

Reiner Eichenberger ist Ordinarius für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg / CH und Vater von zwei Kindern.

Montag, 25. Mai 2009

Grundgesetz, Nüsslein-Volhard warnt



Der Diktator Nordkoreas läßt die Bevölkerung hungern und testet eine Atombombe

15-27°C : ein erster Sommertag, Gewitter; die Meisen sind schon flügge und die Mehlschwalben fast.

- GG, Grundgesetz 60 : Man ist nicht schlecht damit gefahren, aber noch besser wäre man mit einer allgemeineren Verfassung zurechtgekommen, die, wegen ihres Allgemeinheitsgrades, nicht immer wieder angepaßt werden muß; das Asylrecht gehört so zum Beispiel nicht in eine Verfassung, es muß politisch den Zeitläuften angepaßt werden, sonst kommen Verbrecher wie Metin Kaplan und Chomeini in dessen Genuß. Andere wichtige Dinge von überragender Bedeutung fehlen, wie Verschuldungsobergrenzen.

- Nüsslein-Volhard: Bei den Engländern geht es auch ohne Verfassung, die besitzen weniger Hang zu Grundsätzlichem und zu fanatischen Ideen.
Ohne Gentechnik geht es aber nicht, weswegen die Warnung wichtig ist: " "Verbote vertreiben Gentechnik-Forscher"
km. BERLIN, 13. Mai. Die deutsche Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard hat der CSU und ihrer Agrarministerin Ilse Aigner vorgeworfen, ..." FAZ 14.5. 09 -
Deswegen ist es fatal, daß der im Amt bestätigte BP Köhler zu einer "grünen Revolution" aufruft, dergestalt den deutschen Umweltfanatismus unterstützend.
- Staatsoberhaupt: das Wort mag mir nicht gefallen.
- "Blockadechronik. Der andere Blick auf die Gentechnik.
20. Mai 2009 "Ein aufgeschlosseneres gesellschaftliches Klima" gegenüber der landwirtschaftlichen Gentechnik, das klingt heute mehr denn je wie ein frommer Wunsch. Der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die diesen Wunsch neben einer "verlässlichen" Rechts- und Gesetzeslage soeben in einem gemeinsamen Memorandum mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft formuliert hat, mag es dabei zuerst um die von ihr geförderten Forscher und Institute im Land gehen. Es gibt aber auch jene Stimmen, die seit Jahren für ein ausgewogeneres Verhältnis der Verbraucher zur Gentechnik werben, die ein Gegengewicht zu den lauten Kampagnen der meist wissenschaftsfernen Kritiker sein wollen. Eine der publizistischen Spitzen dieser Bewegung bildet der Frankfurter Autor Thomas Deichmann. Er hat in seinem Buch "Warum Angst vor Grüner Gentechnik?" in vielen Einzelartikeln, Analysen und Interviews aus den vergangenen acht Jahren nachgezeichnet, wie systematisch versucht wird, Fortschritt in den Biowissenschaften zu verhindern. Eine "Blockadechronik", meint dazu der Erfinder des Goldenen Reis, Ingo Portykus, in seinem Vorwort. " jom, FAZ

- Amerikanischer Pragmatismus: "US Energy Secretary Steven Chu says the US will not be able to cut greenhouse emissions as much as it should due to domestic political opposition. To the anger of environmentalists, he said that one compromise would be approving new coal-fired power plants without obliging them to capture and store their carbon.
--Roger Harrabin, BBC News, 21 May 2009 " CC-net, Beiser

- EON hält an Ergebnisziel fest, Telefonica geht's gut, K+S und AREVA auch (letztere sucht Kernkraftingenieure in Deutschland)(ils sont fou, ces ...)
1,40

Sonntag, 24. Mai 2009

Armutspropaganda der Wohlfahrtsverbände




Auch die Margeriten sind da; 12-24°C s

Die Einflußgebiete des Sozialismus

- Armutspropaganda der Wohlfahrtsverbände zur Ausweitung der eigenen Tätigkeitsfelder: LB FAZ Martin Haeusler : "Gegen die Entwertung des Begriffs "Armut" Ich bin gerade von einem vierwöchigen Aufenthalt in Mittelamerika zurückgekommen. In El Salvador liegt der staatliche Mindestlohn - und viele erhalten genau diesen Lohn - bei knapp 200 US-Dollar im Monat, Lebensmittel kosten nur unwesentlich weniger als in Deutschland, Wohlstandsgüter von Möbeln, der Waschmaschine bis zum Auto genau das gleiche wie in Deutschland. Kindergeld, Elterngeld oder irgendetwas in der Richtung gibt es nicht, statt dessen Schulgeld für weiterführende Schulen. Das nenne ich Armut. Was uns aber hier immer wieder verkauft wird, dass eine zweiköpfige Familie mit über 1800 EUR im Monat frei verfügbares (!) Einkommen arm sein soll, ist nichts als eine völlige Entwertung des Begriffs "Armut", die schon im Vergleich mit einem Land, das knapp 100 km östlich von Berlin anfängt, nichts als ärgerlich und peinlich ist."
- - LB Reinhold Schnabel: Das ist doch völlig egal, auf welche Zahlen sich das Schere-Gesülze bezieht. Der Gefälligkeitsjournalismus ist so oder so nur die Aneinanderreihung der hohlen Phrasen. Nehmen Sie einfach Diskriminierung, NPD, Rechts, Armut, Kinderarmut, Hartz-IV-Sklaverei, Ausländerfeindlichkeit und den ganzen anderen Nonsens und bringen Sie es mit der üblichen Eskalationsrhetorik (alle Deutschen sind Nazis und jedes Jahr werden es 30% mehr) - fertig. Sie können nichts falsch machen, denn das machen alle so.
Und es geht ja nicht nur um die Journalisten, denn die Dödl-WissenschaftlerInnen wollen sich ja auch eine goldene Nase verdienen. Deshalb sind die von Einzeluntersuchungen nunmehr übergegangen Indices zu schaffen. Das hat für die den Vorteil, dass die alljährlich die gleichen Untersuchungen mit den übliche beunruhigenden Ergebnissen machen dürfen.
Was mich beängstigt:
Früher hatten wir diesen Müll in SZ, FR, ZEIT & Co. Wenn sich nun auch die FAZ für diesen Blödsinn hergibt, frage ich mich ob wir in Deutschland überhaupt noch eine seriöse Zeitung haben."
- - LB FAZ Franz Wildner : "Für mich zeigen diese Landkarten nur das bekannte Bild, dass im konservativen Süden Deutschlands solider gewirtschaftet wird als anderswo und dass die Leute sich ihr Geld dort selber verdienen, anstatt auf staatliche Transferzahlungen zu warten. Das Problem lässt sich sicher nicht lösen, indem unter lauten Solidaritätsrufen Geldscheintransporte von Süd nach Nord organisiert werden. Diejenigen, welche sich auf ein bescheidenes Leben mit Arbeitslosengeld, Frührente und Hartz IV eingerichtet haben, werden ohne grausamen Druck nie wieder ihren Lebensstil ändern. Und die Berufshelfer wollen ihr Tätigkeitsfeld ausweiten, nicht Arme durch Arbeit zu Reichen machen.
PS: Ich habe mir früher unter Reichtum etwas völlig anderes vorgestellt, als dass ich einen Faktor 2 über dem Durchschnittseinkommen liege. Das Ziel deutscher Politiker ist wohl immer noch, dass alle Bürger einen leistungsunabhängigen Einheitslohn beziehen.
- - LB lu fauk : Nicht aussagekräftig .
Da Mieten bzw. Wohnkosten den größten Anteil der Ausgaben ausmachen, die ernormen Unterschiede aber hier nicht berücksichtigt werden, ist der Beitrag ohne Aussagekraft.
Wenn ich in Mecklenburg-Vorpommern 1.000 EUR weniger für eine Wohnung ausgebe als für eine gleichwertige in München, dann hab ich eben nachher 1.000 EUR mehr auf der Kralle. Wenn ich gleichzeitig 1.000 EUR weniger verdiene oder aus Sozialtransfers abziehe, dann ist mein Lebensstandard identisch. MaW in manchen Gegenden bin ich sicherlich mit 70 % des Durchschnittseinkommens massiv armutsgefährdet, in anderen bin ich mit 50 % recht wohlhabendend.
- - Eine persönliche Anmerkung: Ich habe seinerzeit als Junge die Schuhe meines Vaters aufgetragen, mit großer Unlust, aber nicht im Bewußtsein, arm zu sein. Heute scheint mir das undenkbar zu sein.

- Bolz, Diskurs über die Ungleichheit : " Halb Floskel, halb Kampfbegriff: In seinem neuen Buch entlarvt der Philosoph Norbert Bolz die Rhetorik der sozialen Gerechtigkeit.
Was haben die soziale Gerechtigkeit und Gott gemeinsam? Millionen Menschen glauben daran, obwohl keiner weiß, was genau gemeint ist. Außerdem sind beide Rätselworte untrennbar mit dem Begriff der Gleichheit verbunden. Während die Gleichheit der Menschen „vor Gott“ aber per se gilt, muss jene der sozialen Gerechtigkeit permanent hergestellt werden.
„Soziale Gerechtigkeit durch ,mehr Gleichheit´ ist heute ein Wert, dem man nicht nicht zustimmen kann – der Konsensbegriff Nr. 1“, notiert der Berliner Medienphilosoph Norbert Bolz in seinem neuen Buch; sie ersetze inzwischen das Heilige. „Wer ´soziale Gerechtigkeit´ will, ist offenbar nicht zufrieden mit Gerechtigkeit.“ ' Zur Hölle mit den Gleichmachern, Focus 21.03.2009 /
Norbert Bolz, Diskurs über die Ungleichheit - Ein Anti-Rousseau, 2009, Fink. Bolz (* 1953) ist ein deutscher Medien- und Kommunikationstheoretiker sowie Designwissenschaftler. Er lehrt als Professor an der TU Berlin.

- Arme Menschen jenseits des Sozialgesülzes: "Lucy Gordon ist tot. 24. Mai 2009 ... Die britische Filmschauspielerin hat sich zwei Tage vor ihrem 29. Geburtstag das Leben genommen." Erinnert an "The ballad of Lucy Jordan" und kritisiert die Klischees in dieser von Marianne Faithful eindringlich präsentierten Ballade. Mit dem Sportwagen durch Paris tut's nicht, wenn man unter Depressionen leidet.

Samstag, 23. Mai 2009

"Armutsatlas"



9-21° s H.öl 52,85 (52,35)

- "Armutsatlas zeigt soziale Schere
Vorpommern ist die ärmste deutsche Region
Von Philipp Krohn

18. Mai 2009 Die Armutsberichterstattung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer präziser geworden. Verschiedene Großstudien und Armuts- und Reichtumsberichte haben über Einkommens- und Vermögensverteilungen sowie über die Lebenslagen armutsgefährdeter Menschen aufgeklärt. Eine Forschungslücke bestand aber darin, wie sich das Armutsrisiko räumlich verteilt. Um sie zu schließen, hat der Paritätische Wohlfahrtsverband jetzt erstmals einen Armutsatlas vorgelegt.

Die Ergebnisse sind auf den ersten Blick wenig überraschend: Die wirtschaftlich prosperierenden Bundesländer Süddeutschlands weisen eine sehr viel geringere Quote des Armutsrisikos aus als im Norden, am schlechtesten schneiden die ostdeutschen Länder ab - auch unter ihnen wachsen die Quoten tendenziell in Richtung Norden. So liegt der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern mit 24,3 Prozent am höchsten, mit 10 Prozent in Baden-Württemberg am niedrigsten. ...
Zugrunde gelegt wurden Daten aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes von 2007. Als arm galt den Autoren eine alleinstehende Person, die monatlich über 764 Euro verfügt, für Paare mit zwei Kindern lag die Grenze bei 1835 Euro. Alleinerziehende mit zwei Kindern galten bei einem verfügbaren Einkommen von 1223 als arm. Damit orientiert sich die Studie an der Definition der Europäischen Union, in der die Quote bei 60 Prozent des mittleren Einkommens festgelegt wird. ..." FAZ 19.5.09
- - LB : "Bevor ich Deutschland verließ, arbeitete ich als Jobvermittler in Mecklenburg-Vorpommern. Mich entsetzte hier vielfach das Anspruchdenken vieler ALG 2 Empfänger. Gut abgesichert durch soziale Netzwerke und Nachbarschafthilfe, besaßen viele junge Leute Dinge die ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht leisten konnte. Als wir mit einer Gruppe junger Handwerker nach Skandinavien fuhren um diese in Jobs zu vermitteln, gab es Klagen, daß es keine Brötchen zum Frühstück in der Jugendherberge gab. Arbeitsangebote die einen hervorragenden Einstig in den Arbeitsmarkt geboten hätten (15 Euro netto), wurden zum Teil abgelehnt, weil sie nicht gut genug waren. Von einer generellen Armut im Osten kann deshalb nach meiner Meinung nicht die Rede sein. Mir tun die allerdings die arbeitswilligen Menschen leid, die ohne diese Netzwerke auskommen müssen. " Carl Eric Vethal (malta22)
+ Robert Hamacher (harohama)
Sie übersehen in ihren Anmerkungen, dass die PWV Studie von NETTO Beträgen ausgeht, während Sie mit Brutto Beträgen operieren ( incl. KV/RV usw.). Kein alleinstehender ALG2 Empfänger dürfte die Grenzlinie überschreiten, allenfalls diejenigen in Hochmietzonen a la München, Stuttgart kommen in die Nähe dieses Grenzbetrages.
Gleichzeitig wäre dieser Hinweis auch einer der wichtigsten Kritikpunkten an der Studie; reine Einkommensgrenzen zu definieren und sie regional zu bewerten, ohne die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in den Regionen einzubeziehen, ist methodisch straflässig.
Dass der "Staat" der Meinung ist, dass derjenige, der staatliche Transfer- und Aufstockungsgelder bekommt, per se NICHT ARM ist, ist nachvollziehbar. Dass aber alle Wohlfahrtsorganisationen ( incl. der "Tafeln") den ALG2 Empfänger als bedürftig ansehen, zeigt, wie gesellschaftlich umstritten die "staatliche" Armutsdefinition ist.
+ Wohlfahrtsverband ist natürlich interessengeleitet.
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
Deswegen und wegen der Art der Feststellungen sagt das Ergebnis nicht viel aus. Bestenfalls, daß die Kosten im Nord-Osten niedriger sind, die Einnahmen dort zumeist an den Steuerkassen vorbeilaufen und das schöne Institut der Nachbarschaftshilfe für geringe Belastungen sorgt. Deswegen muß das Leben dort nicht schlechter, kann oftmals sogar sehr viel besser, als anderswo sein. Dort möchte man vor allem in Ruhe gelassen werden von den Sprücheklopfern in Berlin.

- - Miegel, Meinhard u.a.
Wirtschafts- und arbeitskulturelle Unterschiede in Deutschland. Zur Wirkung außerökonomischer Faktoren auf die Beschäftigung. Eine vergleichende Untersuchung, gefördert von der Bertelsmann Stiftung.
Bertelsmann Gütersloh 1991 Broschur 149 S.
Eine Zusammenfassung: "In den reicheren Regionen, so ergaben Miegels Befragungen, sind die Deutschen leistungsbewußter und egoistischer, in den ärmeren sind sie bodenständiger, gastfreundlicher und befriedigen mehr Bedürfnisse außerhalb des Erwerbssektors. Sich selbst schätzen die Bewohner reicher Gegenden tendenziell ordnungsliebender, religiöser und weltoffener ein, als es ihre Landsleute in ärmeren Regionen tun; letztere halten sich für bodenständiger, ehrlicher, gastfreundlicher und ausdauernder. In den schwachen Kreisen gaben 37 Prozent der Bevölkerung an, dem Nachbarn bei der Wohnungsrenovierung zu helfen, nur 28 Prozent waren es in den starken. Vierzig Prozent der Menschen in den starken Kreisen glaubten, man müsse rücksichtslos sein, um Erfolg zu haben, in den schwachen waren es nur dreißig Prozent. Unternehmer in den reicheren Regionen hatten ein viel ausgeprägter positives Bild von sich selbst als ihre Kollegen in ärmeren Gegenden.
Auch einige Verbindungen zur Geschichte förderten Miegel und seine Mitautoren zutage: Die Menschen der beiden Gruppen unterscheiden sich nicht in der Konfession, wohl aber in der Intensität ihres Bekenntnisses: Je reicher die Gegend, desto höher war der Stellenwert, den die Bürger der Religion beimaßen. In der Landwirtschaft der starken Kreise galt früher überwiegend das zerstörerische Recht der Realteilung: Die Höfe wurden immer kleiner und unwirtschaftlicher, viele junge Menschen mußten sich schon früh ihr Geld in Handwerk und Handel verdienen und bildeten zwangsläufig kapitalistische Denkweisen heraus. Die schwachen Landkreise standen früher überwiegend unter preußischer Herrschaft, die starken gehörten meist zu süddeutschen Kleinstaaten, in denen der Weg vom König zur Wirtschaft schon immer kurz war, wie die Autoren glauben. Wichtig sei dabei auch die süddeutsche Kommunalverfassung mit ihren sehr mächtigen, vom Volk direkt gewählten Bürgermeistern.
In der Auswertung dieser bemerkenswerten Fakten müssen sich die Autoren allerdings teilweise auf theoretisch sehr dünnem Eis bewegen: Die Stichproben sind angesichts der komplexen Fragestellung sehr klein, die ermittelten Unterschiede in den Mentalitäten zwar statistisch signifikant, aber auch nicht weltbewegend. Und schließlich stellt sich das klassische Problem von Henne und Ei: Prosperieren bestimmte Regionen, weil die Bevölkerung kapitalistisch denkt, oder denkt sie kapitalistisch, weil die Menschen von klein auf die Erfahrung einer prosperierenden Wirtschaft gemacht haben?
Miegel und seine Koautoren ziehen aus dem knappen Material sehr weitgehende Schlüsse: Sollten tatsächlich „regionale Wirtschafts- und Beschäftigungslagen erheblich von Neigungen und Verhaltensweisen der jeweiligen Bevölkerung abhängen, wäre nicht nur fraglich, ob das Postulat gleicher materieller Lebensbedingungen verwirklicht werden kann, sondern mehr noch, ob es überhaupt verwirklicht werden soll". Miegel bezieht diese Aussage ausdrücklich nicht nur auf Deutschland, sondern auf Europa und die ganze Welt. Angesichts der nicht absehbaren Umwälzungen in Osteuropa ist diese Aussage zumindest kühn. " Nikolaus Piper,
EINKOMMENSVERTEILUNG, Was uns reich macht, © DIE ZEIT, 10.01.1992