Dienstag, 2. Juni 2009

Qi Lu, Opel, Jünger, Indien überrascht




Qi Lu

Pünktlich, die Pfingsrose

14-22°C : heute scheint die Sonne munter, heute geht die Welt nicht unter, heute ist es wirklich nett, alle lächeln so adrett

- Wurde doch bestimmt in einer guten Sozi-Gesamtschule gefördert : "Microsofts Internet-Chef: Der Mann mit dem Bing. ... Der 47 Jahre alte Qi Lu hat einen bemerkenswerten Lebensweg hinter sich. Er wuchs in völliger Armut in China auf („kein Wasser, keine Elektrizität, keine Seife, keine Zahnpasta“, sagte er in dem Zeitschrifteninterview). Er wollte erst in den Schiffsbau, was ein begehrtes Arbeitsfeld in China ist, aber dafür war er zu schmächtig.
Schließlich studierte er Computerwissenschaften in Schanghai, erst in der Hoffnung, später vielleicht einen Job in einer Radiofabrik zu bekommen. Die entscheidende Wendung kam, als ein Professor der renommierten amerikanischen Universität Carnegie Mellon einen Vortrag in der Universität hielt, wo Lu damals studierte. Der Professor war beeindruckt von Lus Fragen, und dabei blieb es nicht. Er verhalf dem aufgeweckten Studenten zu einem Stipendium bei Carnegie Mellon. Dort machte Lu seinen Doktortitel und arbeitete dann zunächst in der Forschung für den Computerkonzern IBM, bevor er zu Yahoo wechselte.
Lu hat sich im Verlauf seiner Karriere nicht nur mit seinem fachlichen Wissen, sondern auch mit seiner eisernen Disziplin einen Namen gemacht. Oft steht er schon um 3 Uhr in der Nacht auf, läuft vier bis fünf Meilen, um sich fit zu halten, und arbeitet bis abends um zehn Uhr. Bei allem Arbeitseifer ist der verheiratete Vater von zwei Kindern aber offenbar auch im Kollegenkreis sehr beliebt. Bei seiner Abschiedsparty von Yahoo wurden T-Shirts verteilt mit der Aufschrift: „Ich habe mit Qi gearbeitet. Du auch?“ ' FAZ 30.5.

- Einzelhandel solide, aber ohne Schwung, Indien überrascht mit 5,8% Wachstum in Q1

- Opel baut gute Autos - Toyota auch - Toyota (Honda, Nissan, Kia, Suzuki etc.) aber mit niedrigeren Löhnen, dem Hauptkostenblock eines Unternehmens - daher Staatshilfe nur bei entsprechenden Lohnsenkungungsangeboten der Belegschaft !

- DWS macht guten Gewinn, DB scheint es geschafft zu haben.

- " In dem unlängst veröffentlichten Briefwechsel zwischen dem deutschen Schriftsteller, Philosophen und Offizier Ernst Jünger und dem in Berlin aufgewachsenen israelischen Religionshistoriker Gershom Scholem stösst man auf den Satz: «Die Weltlage ist düster; vielleicht kommen wir ohne Wunder nicht aus.» Was mag Jünger im Jahre 1981 zu dieser pessimistischen, inhaltlich nicht näher begründeten Äusserung veranlasst haben? Wir wissen es nicht ..." NZZ 30.5. // Was Schriftsteller halt so schreiben in ihrer beschränkten Urteilsfähigkeit, wenn es nicht ohnehin DA-DA ist.
Die Dadaisten, junge, pubertäre Bengel gaben sich erst gar nicht die Mühe, etwas zu verstehen. Warum denken, wenn man Da-Da machen kann? Dabei ist das System Kunst seitdem geblieben. (Raoul Hausmann gründet die Zeitschrift "Der Dada"
Im Juni 1919)

Montag, 1. Juni 2009

Der Autokrat Friedrich II. führt den Rechtsstaat ein





14-24°C s; die Dompfaffen grasen den Schlangenknöterich ab.


- "Das Allgemeine Preußische Landrecht tritt in Kraft: 1. Juni 1794 .
Ein kleiner Müller und ein großer König – die beiden sind verantwortlich dafür, dass in Preußen am 1. Juni 1794 die fortschrittlichste Gesetzgebung auf dem ganzen europäischen Kontinent eingeführt wurde.
Wie das kam? Ein Müller mit Namen Arnold besaß eine Mühle an einem Oderzufluss, ein hoher Herr, der Landrat von Gersdorff, einen Karpfenteich. Beide brauchten Wasser, stritten darum, der Adlige bekam Recht, der Müller verlor seine Mühle. Doch dann griff kein geringerer als Friedrich der Große ein und hob den Rechtsspruch auf. In der Folge wurde in Preußen eine völlig neue Rechtsordnung erarbeitet, die die Gleichheit aller vor dem Gesetz garantieren sollte, ebenso die Unabhängigkeit der Rechtssprechung.
Allerdings erlebte Friedrich der Große die Einführung des Allgemeinen Preußischen Landrechtes nicht mehr, sie trat erst unter seinem Nachfolger und Neffen Friedrich Wilhelm II. in Kraft. Autor/in: Almut Finck" Zz W5

// Friedrich II. : " daß der verfluchte Kerl, der Arnold, mich hinters Licht geführt " hat (Haffner/Venohr, Pr. Profile). Der Müller Arnold, das sollte auch die WDR-Journalistin zur Kenntnis nehmen, war ein Lügner. Die große Justizreform von 1779/80, zu der auch das Projekt 'Allgemeines Preußisches Landrecht' gehörte, konstituierte den preußischen Rechtsstaat, der König trat damit hinter das Recht zurück, unterwarf sich ihm. Lügner Arnold veranlaßte den Autokraten Friedrich aber, rückfällig zu werden und die Justiz brutal zu entrechten. Er konnte es nicht lassen, den großen Max herauszukehren, aber die große Justizreform von 1779/80 wird dadurch nicht kleiner und das 'Allgemeine Preußische Landrecht' deswegen nicht unbedeutender.

- Dax 5156 +4% Hz.öl 52 (52,85) Dow 8500 (+223P.)

Sonntag, 31. Mai 2009

Pfingsten, das liebliche Fest, Haydn



12-22°C s, Gabelweihe zugezogen

- Pfingsten

Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen;
es grünten und blühten Feld und Wald;
auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken
übten ein fröhliches Lied die neu ermunterten Vögel;
jede Wiese sprosste von Blumen in duftenden Gründen,
festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.

Aus: Goethe, Reineke Fuchs
(1749-1832)

- Und was so an Spinnen hereinkrabbelt
Läßt sich kaum noch zählen.

- ' Todestag des Komponisten Joseph Haydn
31. Mai 1809
Er hat die Symphonie nicht erfunden, auch das Streichquartett nicht. Und doch hat Joseph Haydn das „Klassische“ in der Musik geprägt wie kein anderer Komponist. Weil angeblich Mozart ihn „Papa“ nannte, glaubte auch die Nachwelt Haydn zum „Papa Haydn“ verharmlosen zu können.
Harmlos ist seine Musik aber nur auf den ersten Blick. In dreißigjährigem Dienst bei den musikverrückten Fürsten Esterházy fand er Ruhe und Abgeschiedenheit genug, um „original zu werden“: Unermüdlich experimentierte er mit der kleinen Esterházyschen Hofkapelle, bis der Mann aus der niederösterreichischen Provinz die Weltstädte der Musik eroberte: 1788, im Jahr vor der Revolution, stammten neunzig Prozent aller in Paris aufgeführten Symphonien aus Haydns Produktion. Von einer Tournee in London will ihn sein Fürst zurückkommandieren, Haydn aber folgt nicht, im „bewust seyn, kein gebundener diener zu sein.“ –
Vielzitiert ist Haydns „Humor“, dabei wird sein Hang zu leiser Ironie gern übersehen. So blieb er der unbekannteste unter den berühmten Komponisten.' Holger Noltze, WDR5, Zeitzeichen

Samstag, 30. Mai 2009

Globale Abkühlung; Gestaltung, Umgestaltung, des ewigen Sinnes ewige Unterhaltung




Steig et al – falsified: "Antarctica as a whole is not warming, the Antarctic peninsula is, which is signficantly removed climatically from the main continent." ( http://wattsupwiththat.com/ )

10-20°C s; eine Lerche zog zu

- "Wird jemand die globale Abkühlung bemerken?
Es ist unvorstellbar, dass ein Jahrzehnt, nachdem die globale Erwärmung zu Ende gegangen ist, und nach sieben Jahren Abkühlungstrend mit keinem erkennbaren Ende, die Führer der Welt diese Fakten noch nicht zur Kenntnis genommen haben und immer noch Initiativen zur Beendigung der globalen Erwärmung verfolgen. Es liegt etwas gründlich im Argen bei offiziellen internationalen wissenschaftlichen Gremien wie dem IPCC, der immer noch nichts unternommen hat, die Führer der Welt über die globalen Temperaturen richtig zu informieren
Den ganzen Text finden Sie hier:
http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/wird-jemand-die-globale-abkuehlung-bemerken/edd1b1079d/
- - Anmerkung: Die Klimakonferenz IPCC gehören zwar auch Wissenschaftler an, sie ist aber ein politisches Gremium, kein wissenschaftliches.

- ' Im Gespräch: Lord Peter Levene. „Wir brauchen eine neue Kultur im Finanzgeschäft“
Nicht mehr, sondern klügere Kontrollen der Finanzbranche fordert Lord Peter Levene, Chairman des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd's. Den freien Markt hält er immer noch für den richtigen Ansatz. ... Geben Sie als Versicherer viel Geld an Banken?
Nein.
Was heißt das? Stellen Sie ihnen kein Kapital zur Verfügung?
Wir haben eine sehr konservative Anlagestrategie. Ein Drittel unseres Kapitals ist in Barmittel investiert, ein Drittel in Unternehmensanleihen und ein weiteres Drittel in Staatspapiere. " FAZ.NET Finanzen19. Mai 2009 // Gut, gut. Aber was soll das heißen? : " ... anpassen. Darin besteht eine Parallele zur deutschen Autoindustrie. Die deutsche Wirtschaft ist sehr abhängig von ihr. Aktuell erlebt sie Schwierigkeiten, aber das bedeutet natürlich nicht, dass sie zukünftig keine Autos mehr produzieren sollte. Es bedeutet nur, dass sie sich anpassen muss an die Anforderungen und beispielsweise umweltfreundlichere Modelle bauen muss." Hier zeigt sich grundsätzlich die conditio humana beschränkter Urteilsfähigkeit. Levene kann auch nicht alles lesen, er kann nicht alles durchdenken, er kann nicht alles beurteilen. Und sofort verfällt er ins hirnlose Nachplappern: "umweltfreundlichere Modelle bauen " . Eigentlich müßte er wissen, daß ausnahmslos alle Großanbieter sparsame Modelle anbieten, VW zB den 3,5l-Lupo. Gekauft wird er nicht. Die Leute wollen mehr PS und schnellere, schicke Modelle. Jahrelang hat der Smart nur Verluste gebracht. Das Mediengeschwätz rotgrüner Ideologen präsentiert Autos wie den Prius, gekauft wird er aus gutem Grund wenig (s. Eintrag Sonntag, 25. Januar 2009: Teures grünes Spielzeug: Im Praxistest durchgefallen. ) Levene könnte aber wissen, daß der Hauptschwächegrund bei alten Industrien die zu hohen Löhne im Westen sind, weil inzwischen, das war 1960 ganz anders, völlig anders, in Fernost gute Autos billiger gebaut werden. Es bleibt dabei: Die Urteilsfähigkeit auch gescheiter Menschen ist begrenzt. Selawi.

- Natürlich gilt, was teutsche Opelaner und Karstadt-Verkäuferinnen am meisten hassen: "Gestaltung, Umgestaltung, des ewigen Sinnes ewige Unterhaltung" Faust II, V. 6287 f. V 6287 f. ; sie weisen lieber darauf hin, daß gleich Feierabend sei, obwohl sie viel weniger arbeiten als ihre Großeltern (1925: 6-Tagewoche zu 10 Std. täglich bei 1-2 Wochen Jahresurlaub in der Fabrik, im Einzelhandel längere Arbeitszeiten)

- Evolutionsphänomene: "... Studie des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung in Rostock hat ergeben, dass Männer, die mit jüngeren Partnerinnen zusammenleben, eine deutlich höhre Lebenserwartung haben als Männer mit gleichaltrigen Frauen. Für die Untersuchung nutzten die Forscher Zahlen aus Dänemark, wo personenbezogene Daten leichter für die Öffentlichkeit zugänglich sind als in Deutschland. Die Forscher konnten frühere Studien bestätigen. ... Erstaunlich ist allerdings, dass die Vermutungen für das weibliche Geschlecht nicht zu gelten scheinen. Was Müntefering und Berlusconi hilft, das könnte für Madonna, Nena und Demi Moore demnach sogar schädlich sein. Die Studie lässt vermuten, dass die Frauen, die allesamt mit deutlich jüngeren Männern liiert sind, durch die Partnerwahl ihre Lebenserwartung verringern.
Nach der Untersuchung ist das Risiko, in einem bestimmten Alter zu sterben, für Frauen, die einen acht Jahre jüngeren Partner haben, um ein Fünftel höher. Je größer der Altersunterschied zum Partner, desto stärker sinkt die Lebenserwartung der Frauen.
„Diesen Zusammenhang können die bisherigen Theorien noch nicht erklären“, sagt der Autor der Studie, Sven Drefahl. Vielleicht seien Männer die schlechteren Pfleger. Fest steht jedenfalls, dass in dieser Konstellation auch die Männer eine geringere Lebenserwartung haben. ..." 29.5. FAZ

- Der Verstand kommt erst mit den Jahren, aber er kann auch ausbleiben: Wolfgang Fritz Haug: „Kritik der Warenästhetik“. Gefolgt von Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009. 350 S., br., 14,- Euro.

- Sprachentwicklung und Vorbild : Vernachlässigte Fünfjährige in Sibirien wuchs fast nur mit Haustieren auf: sie geht zwar aufrecht, bellt aber bei Geräuschen wie ein Hund und kann kaum sprechen. FAZ 29.5.09

Freitag, 29. Mai 2009

Johannes von Müller, Schuldenbremschen für die später



12-18°, aber sonnig

- Schmidt Schnauze hätte das auf den Weg bringen müssen, statt die Schulden hochzutreiben ! Heute kommt das sehr spät, und die regierenden Opportunisten und Stimmenkäufer terminieren auf 2020 ! ! : ' Bundestag billigt Schuldenbremse.
„Eine Entscheidung von historischer Tragweite“.
Mit der Zwei-Drittel-Mehrheit der großen Koalition hat der Bundestag eine in der Verfassung verankerte Schuldenbremse gebilligt. Die Grundgesetzänderung sieht vor, den Ländern ab 2020 keine neuen Schulden mehr zu erlauben und den Spielraum des Bundes stark einzuschränken. ' FAZ // Erfreulich: die jetzigen Akteure gehen davon aus, daß sie dann nicht mehr da sein werden. Man kann's kaum erwarten.

- IVG im ersten Quartal operativ im Plus

- "Vergessener Tacitus Helvetiens: Lieber ein Affe als unfrei .
Vor 200 Jahren starb der große Geschichtsschreiber und Bildungspolitiker Johannes von Müller, einer der letzten Universalgelehrten des späten ... " FAZ 28.5. // Ein schöner Artikel! Obwohl der Titel eher heißen müßte: Lieber ein Affe Napoleons als ein Freiherr vom Stein. Aber Frau Schmoll meint es immer gut mit den Schulgläubigen. 1807 durfte er als Hofgeschichtsschreiber Fritzens 2 die Geburtstagsrede halten mit dem schönen Titel: " La gloire de Frederic". Natürlich auf Französisch. Gentz hat ihn gut charakterisiert.

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- Buchempfehlungen für Pfingsten, das liebliche Fest:
- Benjamin Franklin, Autobiographie
- David Landes, Wohlstand und Armut der Nationen
Warum die einen reich und die anderen arm sind, Siedler Verlag, Berlin 1999

- Luhmann, die Wirtschaft der Gesellschaft