Freitag, 11. September 2009

Blindflug mit Subprime-Hypotheken, Privatgeld, Geothermie



Strizz, Reiche, FAZ

- "Finanzkrise
„“
Spezial Die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise gewinnt an Fahrt. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat den früheren Vorstandschef und Mitbegründer des Hypothekenanbieters Countrywide Financial, Angelo Mozilo, wegen Betrugs angeklagt. ...In einer internen Email vom April 2006 beschrieb Mozilo von Countrywide angebotene Hypotheken, die praktisch keine Anzahlung des Hauskäufers verlangten, als 'Geschenk' . In einer weiteren Email vom September des gleichen Jahres äußerte sich Mozilo kritisch über später in Verruf geratene Hypotheken, die Hausbesitzern erlaubten, nur einen Bruchteil ihrer Zinsen zu zahlen. ' Wir haben keine Möglichkeit, die wahren Risiken dieser Kredite in unserer Bilanz mit angemessener Gewißheit zu bewerten ...' " 6.6.09 FAZ
/// Lange haben die staatlichen Finanzbürokraten der SEC gut geschlafen bzw. ihr Chef Spitzer hat sich heterosexuell gut amüsiert. Jetzt gilt es offenbar, nachträglich den kompetenten Max zu spielen. Mozilo wird sich vermutlich damit verteidigen, daß er gute Sozialpolitik mit erhöhtem Risiko betrieben habe. Hausbau für ärmere Kunden sei das erhöhte Risiko wert gewesen.

- Finanzkrise: "It's the liquidity, stupid.
G. S. Alljährlich kommt in Jackson Hole in Wyoming die Crème de la Crème der internationalen Geldpolitik zusammen. Mit Spannung wird dort jeweils der Auftritt des Vorsitzenden der wichtigsten Notenbank der Welt, der Fed, erwartet. Dieser blieb aber gemäss Redetext erstaunlich blass. Ben Bernanke lobt die zuständigen Behörden rund um den Globus für die Deutlichkeit und Schnelligkeit ihrer Reaktionen auf die Finanzkrise, und er zeichnet ein relativ optimistisches Bild der Konjunktur. Es bestünden gute Aussichten auf eine baldige Rückkehr zum Wachstum, das allerdings zu Beginn relativ schwach ausfallen werde. Am auffälligsten ist, wie ausgeprägt Bernanke in der Intensivierung der Finanzkrise im letzten Herbst Elemente einer klassischen Panik zu erkennen glaubt, wie sie Walter Bagehot im 19. Jahrhundert beschrieben hat. Eine solche sei immer möglich, wenn langfristige, illiquide Guthaben mit kurzfristigen, liquiden Verpflichtungen finanziert würden. Für Bernanke scheint sich alles in dieser Krise um Illiquidität zu drehen. Die Insolvenz, von der das Finanzsystem erfasst wurde, kommt bei ihm nur insofern vor, als er konzediert, dass in einer Spirale von Vertrauensverlust und sinkenden Vermögenspreisen die Abgrenzung zur Illiquidität schwierig ist. Entsprechend einseitig wirken seine Rezepte: Das Liquiditätsmanagement müsse verbessert werden, und Liquiditätsrichtlinien müssten sicherstellen, dass die Finanzinstitute nicht zu sehr von der Liquidität der Zentralbanken abhängig würden – auch wenn im Notfall nur sie einen Absturz der Liquidität verhindern könnten." 22.8. 09 NZZ

- Finanzkrise, Privatgeld:
Thorsten Polleit, Michael von Prollius, Frank Schäffler und Norbert F. Tofall
" Überwindung der Krise durch gutes Geld. FAZ 5.06.2009
Am Anfang des Beinahe-Kollapses des internationalen Finanzsystems stand eine zu lockere Geld- und Kreditpolitik. Nun soll dieselbe Politik die Krise beheben. Nicht jeden überzeugen die Argumente der Notenbanken. Bahnt sich nicht die nächste gefährliche Blase an? Vor diesem Hintergrund gewinnt eine alte Idee des Nobelpreisträgers Friedrich A. von Hayek neuen Charme: Was wäre, wenn Geld ein privates Gut wäre, das sich im Wettbewerb bewähren müsste wie andere Waren? Ist eine Welt denkbar ohne staatliche Geldmonopole? Die Autoren werben für den privaten Weg zu gutem, werthaltigem Geld, ohne die Schwierigkeiten des Konzepts kleinzureden. Doch der Lohn der Mühe liege auch in einem Zugewinn an Freiheit."
- - Alles stellt sich immer als sehr viel schwieriger, komplexer heraus, als man sich das mit dreißig vorgestellt hat. Man muß mit der Unsicherheit leben, sich damit abfinden, daß viele Probleme nicht rational entscheidbar sind. Es gibt immerhin den Franken als solidere Währung, und solide Unternehmen, deren Aktien rückversichern können.

- "Das Jahr nach Lehman.
Neue Regulierungen sind notwendig. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Finanzkrise gehört die Unzulänglichkeit vieler Regulierungen. Die Bilanzierung nach Marktpreisen wird nicht grundsätzlich in Zweifel gezogen, wohl aber manche ihrer Ausprägungen. Neue Eigenkapitalvorschriften erscheinen notwendig. Hinterfragt wird auch die Rolle der Ratingagenturen. ..." FAZ 11.9. ///
Die Liquidierung Lehman's war absolut notwendig. Die meisten Menschen lernen nur pathologisch. Die Schlafmützen der Bafin etc. hätte früh auffallen müssen, daß Tochterunternehmen außerhalb der Bilanz ohne Eigenkapital eine Haftungsvermeidung darstellen (IKB etc.).

- Neurowissenschaft im Netz bei der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft: Unterlagen zur Lehrerfortbildung zB: http://nwg.glia.mdc-berlin.de/de/courses/education/documents/

- "Geothermie bringt bisweilen die Erde zum Zittern
Die Mikrobeben in Basel zeigen, dass die Gewinnung von Erdwärme stets mit einem gewissen Risiko verbunden ist
Jede Art der Energiegewinnung und Energieversorgung ist mit Risiken behaftet. Harrisburg und Tschernobyl stehen für die mit der Atomenergie ..." FAZ 2.9.09 "Erdwärme gilt als umweltschonender Energieträger. Doch Basel stellt die Nutzung der Geothermie vorübergehend ein. Denn das Projekt hat mehrfach Erdbeben verursacht, die noch in Freiburg und in den Vogesen gespürt wurden."

Donnerstag, 10. September 2009

Afghanistan, dämliche Dichter

- Afghanistan:

' „Die Bombardierung war legitim“

Für den Ermittler aus Kabul ist die Sache klar: Der Luftangriff vom Freitag hat die Sicherheit verbessert. Für Oberst Klein, der den Luftschlag befahl, ist das kein Trost mehr. Von den Nato-Verbündeten hagelte es scharfe Kritik. ...' 9.9.09 FAZ

/// Der Bundeswehr-Oberst wollte seine Leute schonen und forderte für 2 entführte Tanklastzüge Jagdbomber an. Tito als Partisanengeneral hätte in solchem Fall die ganze Siedlung verbrannt. Bis zum Vietnamkrieg war ein Teil der Partisanenbekämpfung, die unterstützenden Zivilisten, die Siedlungen des Gebietes zu liquidieren. Auch im Rahmen der regulären Kriegsführung war es jahrelang das Ziel, möglichst viele Zivilisten zu töten; im Falle der deutschen Städtebombardierung 1943-45 wurden abertausende alte Männer, Frauen und Kinder lebendig verbrannt (also nicht schonend erschossen), in Hamburg, Köln, Leipzig, Dresden, Jena etc. Der Luftterror gegen Zivilisten erreichte seinen Höhepunkt in Hiroshima und Nagasaki, der mit einem Schlag den blutigen Pazifikkrieg beendete. (Vgl. auch Cäsars Gallienkrieg und Grimmelshausens Simplicissimus, der gerade in neuer Schriftform bei hr2 vorgelesen wird.)-
Die neue Schonung der Zivilisten ist sicher zu begrüßen, allerdings ziehen sich auf diese Weise Kriege und Konflikte jahrzehntelang hin, weil die Partisanen stets möglichst viele Zivilisten als Schutzschild bei ihren Angriffen verwenden bzw. ihre Kommandozentralen und Waffenlager in Krankenhäusern und Kindergärten einrichten.

- Dämlicher Dichter oder: wer die Vergangenheit nicht kennt oder Pax Romana:
Ein Dichter lobt den Ordnungsstaat.

Zu "Vom Podest geholt" (F.A.Z. vom 1. September): Durs Grünbein schätze ich als Poeten sehr. Aber seine Interpretation der Vorgänge rund um die Varusschlacht - oder wie immer man sie nennen mag - lässt mich (ver)zweifeln. Natürlich wurde die Varusschlacht instrumentalisiert, als sich der deutsche Nationalismus im neunzehnten Jahrhundert eine eigene heroische Kontinuität erfand. Und dass die Germanen einen guten Teil ihrer Zeit für Kriege gegeneinander verwendet haben, stimmt auch, aber damit standen sie in der antiken Welt ja nicht alleine. Alles das rechtfertigt nicht, das Römische Reich zu verklären und den Kampf gegen dieses Imperium zur Dummheit zu erklären. Das römische Imperium war, anders als es seine Bewunderer wahrhaben möchten, zunächst einmal ein erbarmungsloser Aggressor. Wie Caesar in Gallien gewütet hat, kann man seiner eigenen Schrift entnehmen - die übrigens als Verteidigungsschrift gedacht war, weil man ihm sogar in Rom selber noch viel mehr und Schlimmeres vorwarf.

Alle Länder der Mittelmeerwelt, übrigens auch Griechenland, das nun wirklich nicht so dringend auf die römische Kultur angewiesen war, wurden erbarmungslos ausgeraubt. Vor jedem Frieden gab es - meist mutwillig von den Römern vom Zaun gebrochenen - Krieg, Vernichtung und Versklavung großer Bevölkerungsteile, und nach dem, was man Frieden nannte, Unterdrückung und maßlose Steuern. Kennt Grünbein nicht die antiken Bonmots über Varus, nach denen er, als er in Asien Statthalter war, als armer Mann in eine reiche Provinz gezogen ist und als reicher Mann eine arme Provinz verlassen hat? Kennt er nicht das hinlänglich detailliert beschriebene Schicksal der (damaligen) Friesen, die sich unterwarfen, aber die ihnen auferlegten Steuern nicht erbringen konnten und daher als Volk in seiner Gesamtheit in die Sklaverei geschickt wurden?

Die Siedlungspolitik der Römer bestand darin, eigene Veteranen an strategisch günstigen Orten anzusiedeln, die dem jeweiligen Statthalter helfen konnten, die Untertanen bei der Stange zu halten. Und was die Römer mitgebracht haben, waren nicht bessere Ackerbaumethoden, sondern, wie in Waldgirmes gerade ausgegraben, Herrscherstatuen. Belohnt wurden jene Adeligen, die rechtzeitig übergelaufen sind, mit einem Zipfel der Herrschaft und mit den zivilisatorischen Errungenschaften Fußbodenheizung und Bäder. Solcher Luxus ist dem Rest der Bevölkerung genauso vorenthalten geblieben wie zuvor. Rom brauchte in der Folge immer mehr und mehr Steuern für seine ausufernde Militärmacht, und bezahlen mussten das die Bauern, bis ihre Existenz so unerträglich geworden ist, dass sie beispielsweise in Gallien massenweise in die Wälder flüchteten und ein Leben als sogenannte Bagauden wie die wilden Tiere dem römischen Entwicklungsfortschritt vorgezogen haben. Hungerkatastrophen soll die römische Zivilisation vermieden haben? Bis zum Ende war das Römische Reich nicht einmal imstande, wenigstens im italienischen Kernland eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu organisieren, und blieb auf Ägypten und Afrika angewiesen.

Soll man alles das, was die antiken Schriftsteller selbst über die Greueltaten der eigenen Landsleute geschrieben haben, als kolonialismuskritische Verkleinerung abtun? Den deutschen Sonderweg mag man begründen, wie man will, aber mit dem Kampf gegen die Römer und dem damit verbundenen angeblichen Kulturverlust hat er nun wirklich nichts zu tun. Und es ist auch keineswegs sachgerecht, den Partisanenkrieg schlecht bewaffneter Einheimischer gegen eine deutlich besser gerüstete Militärmaschine einfach nur als Verrat und Hinterhältigkeit abzutun. Ich bin Jurist und durfte daher an der Universität lernen, die Klarheit des römischen Rechts zu bewundern. Erst später habe ich gelernt, dass das römische Recht im Mittelalter seine Renaissance deshalb und nur deshalb erfahren hat, weil die damaligen Machthaber nach neuen und effizienteren Mitteln der Machtausübung gesucht haben. Die organisatorische Effizienz des Römischen Reiches und des römischen Rechts hat sehr düstere Motive. Das alles zu unterdrücken, nur um den Ordnungsstaat preisen zu können und die Germanen als unverbesserliche Hinterwäldler darzustellen, ist nicht nur historisch falsch, sondern auch ziemlich beunruhigend.

DR. MANFRED DRENNIG, WIEN; LB FAZ 9.9.09

- Dämlicher Dichter oder der (literarische) Blockwart des Neidkartells und Vergangenheitsheuchler:
" Grass im Wahlkampf. Ich war ja auch mal in Kalkutta.
Vierzig Jahre nach seiner legendären Wahlkampftour für Willy Brandt unternimmt Günter Grass eine politische Lesereise über die Dörfer. Die Gäste brauchen keinen Wahl-O-Mat, um ihre Entscheidung zu treffen."

- Die dämlichste aber ... : ' Diesmal wurde das Festival mit einer Rede von Arundhati Roy eröffnet. Die indische Schriftstellerin hat sich einen Ruf als Globalisierungskritikerin und Stimme der Unterdrückten ihres Landes erkämpft, den sie auch in Berlin verteidigte, indem sie „das schwindende Licht der Demokratie“ (so der Titel der Rede) gegen die Fackel ihrer Wut hielt. Die demokratischen Ideale, so Roy, seien „aufgebraucht, hohl und sinnentleert“, die Institutionen der Volksherrschaft zu Krebsgeschwüren entartet, von denen das Volk nicht mehr geschützt, sondern aufgefressen würde. In Indien, das nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ins westliche Lager übergelaufen sei, habe die Globalisierung zwar eine wohlhabende Mittelschicht, aber zugleich eine viel größere notleidende Unterschicht hervorgebracht – „eine dünne Schicht fetter Creme auf einer großen Menge Wasser“. Während die Landbevölkerung durch die rücksichtlose Erschließung von Rohstoffvorkommen ihre Lebensgrundlagen verliere, werde die Hindu-Bevölkerung der Städte mit rassistischen Parolen gegen moslemische Mitbürger aufgehetzt. Es sei kein Zufall, dass die extremistische Hindutva-Bewegung im selben Augenblick stark geworden sei, als die Amerikaner den Kommunismus als Feindbild durch den Islam ersetzten. „Auch Hitler war, und ist, ihr Inspiration.“ ' FAZ 10.9.

Mittwoch, 9. September 2009

Die Gefahr steht links, Totalitarismustheorie




Thälmann-Pioniere mit ihrem "Hitlergruß", Emblem des Kinderverbandes der Diktatur

- Die Gefahr steht links: ' ... Beim Europaparteitag in Essen im Februar dieses Jahres kritisierte Lafontaine, nach dem Mauerfall 1989 sei die Chance vertan worden, „das Eigentum der ehemaligen DDR dazu zu verwenden, um eine demokratische Gesellschaftsordnung aufzubauen, das heißt, also auch Demokratie in der Wirtschaft zu realisieren“. Nun müsse man die Finanzkrise dazu nutzen, „endlich mal Ernst zu machen“ und „die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen“ an Unternehmen in Belegschaftsbeteiligungen umwandeln: „Die Belegschaftsbeteiligung ist die eigentliche demokratische Form der Wirtschaft.“
Im Juni in Berlin beim Parteitag zur Bundestagswahl griff er das Thema wieder auf: „Soziale Marktwirtschaft und freie Marktwirtschaft sind in unserer Zeit Lügenwörter.“ Erst wenn die Beschäftigten „selber Anteilseigner ihrer Betriebe sind und wenn sie in Betrieben und Verwaltungen mitbestimmen können, stoßen wir das Tor zu einer wirklich freien und sozialen Marktwirtschaft auf“. Die gegenwärtige Wirtschaftsordnung sei verfassungswidrig, sie beruhe auf der „Enteignung der Arbeitnehmer“. ' Ein Gerücht über Oskar Lafontaine, FAZ 5.9.

- " Die Totalitarismustheorie
Auch für die westliche, vornehmlich angelsächsische Vorstellung von Totalitarismus ist der 23. August 1939 so etwas wie ein Gründungsdatum, wenn auch von einer anderen Art. Die anfängliche Bestürzung im Westen darüber, dass offensichtlich antagonistische Regime wie Nationalsozialismus und Kommunismus über Nacht ihre Gegensätze hintanzustellen in der Lage sind, um gemeinsam zu handeln, hat der späterhin wirksamen Theorie vom Totalitarismus Auftrieb gegeben – vor allem in der Zeit des Kalten Krieges. Die Gemeinsamkeit zwischen roter und brauner Diktatur wurde in der institutionellen Ungebundenheit politischen Handelns ausgemacht. Allein Diktatoren des Typs von Hitler und Stalin und die von ihnen verkörperten Regime vermochten es, gleichsam aus dem Stand heraus, ohne Vorbereitung der öffentlichen Meinung, ohne parlamentarische, ohne repräsentative Abstützung eine sich dem gesunden Menschenverstand bzw. dem Geist der Zeit verschliessende Konstellation herbeizuführen. In Verbindung mit der auf «München 1938» folgenden Enttäuschung verdichtete sich das Bild der späten dreissiger Jahre zu einem Menetekel, auf das die Totalitarismustheorie die realistische – und für die politische Kultur des Westens insgesamt grundlegende – Antwort sein wollte. " Ideologie und Machtpolitik. Vor siebzig Jahren wurde in Moskau der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen – ein unheimliches Zeichen der Zeit. 22. August 2009, Neue Zürcher Zeitung -
Dan Diner ist Professor für Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur der Universität Leipzig.

- Stalin zuoberst, Thälmann und Ulbricht darunter, alle drei über dem großen Transparent mit der Beschriftung: WER DIE VERGANGENHEIT NICHT KENNT, DIE GEGENWART NICHT VERSTEHT, KANN DIE ZUKUNFT NICHT MEISTERN.
Derart orientiert tagen die Thälmann-Pioniere (kommunistischer Staatskinderverband in der sowjetisch besetzten Zone, Bild von 1953 : FAZ 27.8.09). Bei der Einschulung wurde man Mitglied, ich auch, man folgt der großen Mehrheit, und die Pioniere machten mit der FDJ diese interessanten Trommelumzüge. Einmal die Woche gab es den Schulungsabend. Treue zum Sozialismus, Aufbau des Arbeiter- und Bauernstaates, Stalins Lehren in der großen und ruhmreichen Sowjetunion, und dergleichen.

- "Eine dichte, schwarze Mähne auf dem Kopf, die Hände mir Haaren bedeckt, den Rock schief zugeknöpft, hatte er dennoch das Aussehen eines Mannes, der das Recht und die Macht hat, Achtung zu fordern ... Seine Bewegungen waren eckig, aber kühn und selbstbewußt. Seine Manieren liefen geradezu allen gesellschaftlichen Umgangsformen zuwider. Aber sie waren stolz, mit einem Anflug von Verachtung, und seine scharfe Stimme, die wie Metall klang, stimmte merkwürdig überein mit den radikalen Urteilen über Menschen und Dinge, die er fällte. Er sprach nicht anders als in imperativen, keinen Widerstand duldenden Worten, die übrigens noch durch einen mich fast schmerzlich berührenden Ton, welcher alles, was er sprach, durchdrang, verschärft wurden."
Wer ist's? Der Kerl bildete sich ein, nicht nur die Geschichte zu kennen, sondern auch noch ihre Bewegungsgesetze, und natürlich verstand er seine Gegenwart besser als alle anderen, weswegen er sie scharf angriff und höhnisch abkanzelte, die Strauß, Feuerbach, Bruno Bauer, Edgar Bauer, Echtermeyer, Ruge etc. , und er bildete sich nicht nur ein, die Zukunft zu kennen, sondern auch noch, ihr Geburtshelfer zu sein, zusammen mit Engels: Marx, der Rüpel, der fanatische Besserwisser, der verbale Henker. (Beschreibung: ein Russe, der Marx auf einer Sozialistenversammlung in Brüssel traf, Zitat bei Golo Mann, Dt. Geschichte, Abschnitt "Karl Marx")(sehr lesenswert!)

Dienstag, 8. September 2009

Moses Mendelssohn, Patri Friedman, Verbot der Glühbirne




12-25°C - schönes Spätsommerwetter


Moses Mendelssohn
(* 6. September 1729 in Dessau; † 4. Januar 1786 in Berlin) war ein deutsch-jüdischer Philosoph. Er gilt als Wegbereiter der jüdischen Aufklärung (Haskala).
Hundert von seiner Sorte würden heute in Israel gebraucht, dort, wo die Orthodoxen ins Kraut schießen. Für die Hamas würden leider auch tausend nicht ausreichen.

- Enkel Patri Friedman: " Siedler, zieht hinaus aufs freie Meer
Liegt unsere Zukunft auf den Ozeanen? Der Utopist Patri Friedman will schwimmende Staaten gründen. In weniger als hundert Jahren soll einer davon eine Weltmacht sein. ..." FAZ 8.9.09 + Ein Interview mit Patri Friedman finden Sie im Internet auf unseren Seiten www.faz.net/friedman .

- Verbot der Glühbirne (Herstellung in der EU, 100W matt): " ... Tatsächlich hat es bis zur letzten Augustwoche gebraucht, um den Sprecher der EU in dieser Angelegenheit eines substantiellen Irrtums zu überführen. Ferran Tarradellas, ein Katalane im glühbirnenfreien Brüsseler Büro, behauptet nämlich, mattierte Glühbirnen spendeten weniger Licht als klare. Und weil das Verbot alle mattierten Birnen zuerst trifft, dachten die Konsumenten das auch. Ralph Quinke hat nachgewiesen, dass das nicht stimmt: Die „Lumen“-Leistung einer mattierten und die einer klaren Glühbirne liegen gleichauf. Das heißt: Das Verbot mattierter Glühbirnen entbehrt jeder Grundlage. Es basiert auf Aberglauben. Oder schlechter Recherche. Zeit für ein Gericht, das „Mattierte“-Verbot zu kippen. Es fehlt nur ein Kläger. ..." FAZ 7.9.
- - Wie meinte Prof. jur. Markus Kerber, Kläger gegen den Lissabon-Vertrag, über das neue Begleitgesetz: Die EU muß zur europäischen Gemeinschaft zurückgestutzt werden. (FAZ 7.9.)

- Krisenzeichen, Bildung: Gerade in der Krise ist die Bildung wichtig, und ohnehin ist das lebenslange Lernen lebenswichtig: da gehen wir doch zur Volkshochschule in O., subventioniert, und belegen den Kurs WEINE AUS DER NEUEN WELT I und natürlich auch II . Mit Verkostung. Prost!

An alle Wahlberechtigten



An alle Wahlberechtigten

zum Deutschen Bundestag

im September 2009

Sehr geehrter Wähler,

stöhnen Sie auch über die ständig steigenden Energiekosten, die uns immer weniger Geld zum Leben lassen? Wer hat Schuld daran?

Schuldig sind die Politiker im Bundestag und die Bundesregierung. Sie haben nicht nur ständig die Energiesteuern erhöht, sondern darauf auch noch die Mehrwertsteuer berechnet. Etwa 60 Milliarden Euro werden uns als Energiesteuern und öffentliche Abgaben abgenommen. Ohne die 60 Milliarden wären unsere Energiekosten nur halb so hoch. Und viele Produkte wären billiger.

Zusätzlich wird bei uns Stromkunden auch noch mit dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) kräftig abkassiert. Das EEG zwingt die Stromversorger, Strom aus Wind- und Solarenergie zu hohen gesetzlich festgelegten Preisen jederzeit abzunehmen (Zwangseinspeisung). Die Stromversorgung wird so zurzeit um weitere 10 Milliarden Euro pro Jahr verteuert mit weiter stark steigender Tendenz. Denn praktisch alle politischen Parteien wollen die regenerativer Energien ohne Rücksicht auf die Kosten und die Umwelt immer noch weiter ausbauen.

Das EEG subventioniert die Arbeitsplätze für die Fertigung und die Montage regenerativer Anlagen weit höher als jemals die Ruhrkohle subventioniert wurde. Die politisch verursachten hohen Energiekosten vertreiben energieintensive wirtschaftliche Betriebe aus Deutschland. In Spanien gingen für einen subventionierten „grünen“ Arbeitsplatz 2,2 reguläre Arbeitplätze verloren. In Deutschland ist es ähnlich.

Das EEG ist eine staatlich verordnete Umverteilung von unten nach oben, nämlich von Ihnen zu den Subventionsgewinnlern, die an den Wind- und Solarkraftanlagen ohne Risiko klotzig verdienen. Die ärmeren Bürger werden überproportional zur Kasse gebeten, damit Investoren überhöhte Gewinne verbuchen können. Wollen Sie sich dies weiter gefallen lassen?

Fragen Sie Ihre örtlichen Bundestagskandidaten, ob sie das EEG abschaffen und die Energiesteuern senken wollen. Machen Sie jedem klar, dass seine Antwort für Sie wahlentscheidend ist und dass Sie seine späteren Abstimmungen verfolgen werden. (Musterbrief s. Anlage).

Für weitere Fragen und Erläuterungen stehe ich Ihnen zur Verfügung.

Ihr Hans-Günter Appel

N A E B

Nationale Anti EEG-Bewegung e.V. 26419 Schortens

Prof. Dr. Hans-Günter Appel

Vorsitzender des Beirats drappel@t-online.de

Wenn sie aktiv mitwirken wollen, die Energieversorgung wieder bezahlbar zu machen, werden Sie Mitglied bei NAEB, oder unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

Jahresbeitrag: 40,- für viele nützliche Informationen. Anmeldung: www.naeb.info.

Spendenkonto: NAEB Berlin, Kto. Nr. 660 315 7851, BLZ: 100 500 00, Landesbank – Berliner Sparkasse.