Dienstag, 30. März 2010

Meereis, Arktis, Antarktis; Elektro-Unsinn





UNTERES BILD: Globale Meereisfläche 1982-2009. Daten der Satellitenmessung
Ein bißchen hoch, ein bißchen runter, 's war immer so
Ein bißchen mehr in der Antarktis,
Ein bißchen weniger in der Arktis, 's war immer so

Bild: wattsupwiththat.com/2010/03/28/skating-on-the-other-side-of-the-ice/#more-17856

MITTLERES BILD: Durchschnitt aber praktisch wieder erreicht: die rote Kurve von 2010 schneidet die schwarze Kurve des langjährigen Monats-Mittels von 1979-2006
Bild: arctic-roos.org/observations/satellite-data/sea-ice/ice-area-and-extent-in-arctic / © 2000-2010 ${plonefoundation} et al. by the Nansen Environmental and Remote Sensing Center

OBERES BILD: Arktische Eiszunahme auch hier: nsidc.org/data/seaice_index/images/daily_images/N_timeseries.png




- Meereis-Unsinn: Bayer Climate Award 2010 für Professor Peter Lemke
Hohe Auszeichnung für Meereis- und Klimaforscher

Lemke : " Der internationale Klimabericht 2007
Die Signale sind eindeutig: Das Eis der Arktis zieht sich zurück und wird dünner. Noch nie wurde weniger Eis in der Arktis beobachtet als im September 2005, Messungen zeigen in der Arktis einen Temperaturanstieg um etwa ein Grad Celsius seit 1965."
Klimareport, 5.2.2007


- Elektro-Unsinn: " ... Kosten des Elektroautos, derzeit vor allem geprägt von immens teuren Batterien: Bei einem Elektrofahrzeug der unteren Mittelklasse, das in naher Zukunft auf den Markt kommen und eine Reichweite von 150 Kilometern haben werde, seien mit Mehrkosten von 10000 bis 15.000 Euro gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu rechnen, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Selbst wenn die Technik über große Stückzahlen preisgünstiger werde: Im Jahr 2020 seien immer noch 7000 bis 10.000 Euro extra zu zahlen. " Das Elektroauto ist vor allem eine ökonomische Herausforderung, FAZ 30.3.


Montag, 29. März 2010

Mary Douglas, Allmächtiger Gruppendruck



















- Am Morgen haben sich zwei Selbstmordattentäterinnen in zwei Zügen der Moskauer U-Bahn in die Luft gesprengt und mindestens 35 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 70 Fahrgäste wurden verletzt.

- Allmächtiger Gruppendruck: " Wenn dieser soziale Druck hinreichend stark und das Klassifikationssystem hinreichend konsistent ist, kommt auf diese Weise ein Prozeß der wechselseitigen Bestätigung und Verstärkung in Gang; das betreffende soziale System wird auf diese Weise außerordentlich stabil ". M. D., Ritual, Tabu und Körpersymbolik. Sozialanthropologische Studien in Industriegesellschaft und Stammeskultur. Frankfurt/M 1974 / engl. 1970, S. 86 ///
Islamische Milieus zeichnen sich meist durch hohe Geschlossenheit aus mit starkem Gruppendruck. Individuelle Wertungen sind weitgehend verboten und werden hart geahndet. Die Leitung der Gemeinschaften obliegt Einzelnen (Vätern, Clan-Chefs, Stammeshäuptlingen etc.), die diktatorisch herrschen.

- Als Willy Brandt einmal recht hatte:
"Brandts Verhältnis zu den Intellektuellen beruhte nicht immer auf Gegenseitigkeit; „dieser oberlehrerhafte Klugsch . . .“, notierte Brandt, wie Axel Schildt berichtete, nach Lektüre eines längeren Briefes von Günter Grass." Die Welt als Willy und Vorstellung, FAZ 27. März 2010, Tagungsbericht

Sonntag, 28. März 2010

Wer ist es?





Wer ist denn das?
Der Förster vom Silberwald? Der Erfinder des Nationalismus? Der Prophet des Weltuntergangs?

Er flog vor dem Abitur von der Schule in Utrecht, aus nichtigem Anlaß, machte dann aber an der ETH Zürich die Aufnahmeprüfung, studierte erfolgreich und bekam später einen angesehenen Preis. Ziemlich introvertiert war er, schätzte jedoch den Rotwein.
Wer ist's?
Er erbrachte beeindruckend den Nachweis, daß eine Aufnahmeprüfung für das Studienfach allein entscheiden muß, ob jemand studierfähig ist oder nicht. Das Abitur irgendeiner Schule hat wenig Aussagekraft, es ist eher Ausdruck des Glaubens an das Stempelwesen in einer Laufbahngesellschaft. Das gilt für Zeugnisse insgesamt, die wenig vergleichbar sind.
Er war studierfähig, und mehr als das. Er war ein genialer Experimentator, der nicht dachte, sondern untersuchte, wie er sich selbst ausdrückte. So etwas lernt man kaum in der Schule, wo eher das Schwafeln gut benotet wird, das für eine Beamten- und Politikerlaufbahn prädestiniert. Universitäre Beamtenesel in Würzburg verweigerten unserem Mann die Habilitation, weil er keinen Abitursstempel besaß.
Er übernachtete im Labor, wenn ihn die Arbeit fesselte. So fand er die Röntgenstrahlen.


- Im islamischen Sudan hätte der Rotweintrinker Wilhelm Conrad Röntgen (27.3.1845 Remscheid-1923 München) nichts zu lachen gehabt:

" Baschir: Wer trinkt, wird ausgepeitscht - Zwei Wochen vor den Wahlen in Sudan hat Präsident Baschir Alkoholtrinkern mit harten Strafen gedroht. ' Jeder, der Alkohol trinkt, wird ausgepeitscht ', sagte er in einer Wahlkampfrede. ..." FAZ

/// Merke: Islam heißt 'Frieden'. Prost!

Samstag, 27. März 2010

Es eif're jeder seiner auch frivolen, doch selbstbezahlten Liebe nach ...



Friederike Kempner
Beim Anblick eines prachtvoll gewesenen Buketts

So sieht es aus das Irdische
Nach kurzer Zeit!
Das sind die blendenden Irrwische
Der Zeitlichkeit!

Nein, nein, Frau Kempner, das ist der Blüten schön Beruf!
Die Blume, die muß schnell verblühen
Damit was Rundes aus ihr wird.


5-11°C - Der Frühling legt eine Pause ein


- Gumbrecht empfiehlt Sternes neu übersetzte "Empfindsame Reise"; ich habe seinerzeit den witzigen "Tristram Shandy" abgebrochen (nach 100 Seiten), weil zu verschwätzt (700 Seiten!). Man hatte als Pfarrer offenbar viel Zeit damals - nicht die Bauern, nicht die Handwerker - und ein großes Bedürfnis nach Unterhaltung. Die Wissensanforderungen sind jedenfalls heute so groß, daß ich nicht viele Stunden für einen Roman übrig habe. Auch wenn er als Motto ein schönes Epiktet-Zitat voranstellt: Nicht die Dinge verwirren die Menschen, sondern die Meinungen darüber.

- Chemie muß man lesen, Atmosphärenchemie, Klimatologie - es sind immer mehr Scharlatane mit Weltwirkungsabsichten unterwegs wie Michael Mann, Phil Jones, Pachauri, Latif und Schellnhuber, denen man nicht auf den Leim kriechen sollte. Obwohl der Weltklimarat und seine Lieferanten inzwischen im Zwielicht stehen und vier Untersuchungskommissionen tätig sind, ebbt der Demonstrationsklamauk nicht ab - heute nacht sollen für eine Stunde global die Lichter ausgehen.

- Sterne ist immerhin ein geistreicher Autor, so etwas kommt im Theater nicht mehr vor. Im Zweifelsfall dreht der Regisseur einen geistreichen Autor bis zur Unkenntlichkeit durch seine Regiemühle. Es ist daher wärmstens zu begrüßen, daß Wuppertal sein steuerfinanziertes Theater schließen will - das ist landauf, landab seit Jahrzehnten überfällig. Das Theater finanziere sich und seine Blödigkeiten selbst - ohne den Griff in die Tasche anderer Leute.

- Das Gleiche gilt natürlich für die Opernhäuser. Wer in die Oper gehen will, soll das tun und auch selbst bezahlen. Er soll nicht andere dafür bezahlen lassen, die nicht hingehen.

- Das wäre überhaupt das Elfte Gebot: DU SOLLST DEINE HOBBIES SELBST BEZAHLEN.

- „Trösten wir uns, das Geld ist nicht weg – es hat nur ein anderer!“
Das energiepolitische Dilemma in unserem Land besteht zu einem Gutteil darin, daß wesentliche naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Grundtatbestände, nicht genutzt sondern ignoriert werden. Solarstrom beispielsweise gilt regelrecht als substraktive Energie, weil er die Gesamtbilanz verschlechtert und demzufolge nur in besonderen Nischen berechtigt ist. Es ist doch der Entropie-Tod, wenn heute für die Herstellung einer Solaranlage fast die Energiemenge aufgebracht werden muß, die über die Lebensdauer der Anlage erzeugt werden kann. Die starke Förderung der Solarstromanlagen ist daher kaum verständlich. Wir zahlen zuviel und erreichen zuwenig.
Die Einspeisung von 1% Solarstrom verteuert die Stromrechnung um 15%. Energiestandort Deutschland – quo vadis?
In technologischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht wandelt sich Deutschland immer mehr zum Experimentierfeld für eine ideologisch motivierte einseitige Technologieförderung, ohne sich im geringsten Gedanken über deren Effizienz und Auswirkungen zu machen. Diese Belastungen der Stromkunden fehlen der Kaufkraft und damit der Konjunktur." Hans-Ulrich Pietz , Komm. auf faz.net

- Kann da Ovids Wort gelten: Wer gut verborgen blieb, hat gut gelebt?

Freitag, 26. März 2010

Elisabeth Noelle-Neumann verstorben, "Die Schweigespirale", Kernenergie






Elisabeth Noelle-Neumann und Otto Schlecht im Gespräch im Hotel Königshof Bonn am 12.4.1991, Tagung der Ludwig-Erhard-Stiftung - Verabschiedung des alten Vorsitzenden Karl Hohmann, Begrüßung des neuen Vorsitzenden Otto Schlecht (Amtswechsel am 1.3.1991, Foto: Engelbert Reineke / Bundesarchiv / Wiki.)







- Elisabeth Noelle-Neumann verstorben: "Schickt die Domestiken raus!" sagte angeblich bei einer Sitzung mehrmals Helmut Schmidt, Verteidigungs- und danach Finanzminister unter Brandt, und meinte damit die ranghohen Ministerialbeamten, so Reinhard Wilke in seinem Buch "Meine Jahre mit Willy Brandt - Die ganz persönlichen Erinnerungen seines engsten Mitarbeiters" (Rez. Blasius FAZ 15. März 2010). Hefty erwähnt in seinem lesenswerten Nachrufartikel heute in der FAZ "ihre Überheblichkeit". Was immer er damit meinen mag, Helmut Schmidts "Schickt die Domestiken raus!" wäre ihr nie über die Lippen gekommen. Sie war selbstbewußt, wie sollte sie nicht, und das nicht nur in der Wahl ihrer Garderobe, die recht farbig durch die grauen Einreiher blinken konnte, sie trug ihr Selbstbewußtsein aber nicht vor sich her wie Helmut Schmidt. Vor allem war sie aber die erste Dame der Demoskopie in Deutschland, ihr Allensbacher Archiv spiegelt die Befindlichkeit der Deutschen seit Bestehen der Bundesrepublik wider. Ihre Beiträge in der FAZ waren stets gewichtig, läppische Meinungsforschung interessierte sie nicht. In ihrem Buch "Die Schweigespirale" von 1980 gelingt ihr meisterlich die Verschränkung von praktischer Sozialpsychologie, die Literaturbefragung des Motivs der "Sozialen Haut" seit Platons "Politeia" und von demoskopischem Handwerk.
Sie stieß noch vor dem Verbot 1943 zur Frankfurter Zeitung, die 1949 zur FAZ wurde. Geboren 1916 gelang ihr ein beachtliches Lebenswerk, auf das sich positiv verweisen läßt. Jedes Gemeinwesen ist auf solche Figuren angewiesen. Von ihr bleiben Bücher und ihr Institut in Allensbach, das die Zeitgeschichte Deutschland weiter begleiten und dokumentieren wird.

- Kernenergie: Allensbach verzeichnet eine Zunahme derjenigen Bundesbürger auf 68%, die glauben, daß man nicht auf die Kernkraftnutzung verzichten kann, auf 15% fallen diejenigen die eine Umsetzung des Ausstiegs erwarten. Insgesamt verzeichnet Allensbach für die Kernenergie 44% Befürworter und 37% Gegner. ("Die Kernenergie regt nicht alle Bürger auf", FAZ 24.3.10)

- Bill Gates will sich bei der Entwicklung von kompakten Kernkraftwerken engagieren.