Sonntag, 7. November 2010

transit




transit

die blätter fallen, fallen tief und sacht
schwebend ihr flug, verhalten
voll zögern und spiralig spielend
den transit zu verlängern

ihr braun ist brauner, heller ist ihr rot
ihr gelb, ihr rost deckt horizonte
die farbe gilt nicht mehr dem sexus
die lust des lichtes ist's
das schwärt und bricht und doch noch brennt

braunrot wird dunkel jetzt
schwarz steht das holz
im tal, enthüllt
ein weiter blick von oben her
wird blind
und sinkt

wolf doleys



aus: wolf doleys, ins blaue springen
(http://bit.ly/b62av8)

Samstag, 6. November 2010

Pu, nein, nicht der Bär







So schön und zivilisiert kann ein Ausflug bei strahlendem Sonnenschein in Amerika sein, allerdings sind kleine Straßen für den Castor-Transport ungeeignet.

(Bild: http://oekoreligion.npage.de/)






Haben Sie sich ein paar Rauchmelder aus dem Urlaub in Schottland mitgebracht? Die arbeiten vielfach mit Americium. Rauchpartikel absorbieren die Ionen, der Stromfluß wird unterbrochen und der Alarm ausgelöst. Americium ist stark radioaktiv. Das ist aber kein Problem, so lange man den Rauchmelder nicht ißt, was wenig üblich ist, weil er partout nicht schmeckt. Denn wie beim Plutonium, das man ebenfalls nicht essen sollte, blockiert schon ein Blatt Papier die alpha-Strahlung.
So einfach ist das. Eingeschlossen in einem Stahlbehälter oder selbst in eine Plastiktüte ist ein kleines Stückchen Plutonium relativ ungefährlich (aber auch hier gilt: nicht essen; mehr als zehn Kilos sind für die Plastiktüte außerdem ungeeignet).
Hält man das Plutonium an die Wange, oder nimmt man es mit ins kalte Bett, dann fühlt man die angenehme Wärme dieses Stoffes, der viel länger wärmt als ein Kirschkernkissen (dafür kann man das Kirschkernkissen getrost essen, wenn es kalt ist; Vorsicht aber bei empfindlichem Magen).

Die wohlige Wärme des Plutoniums entsteht durch den radioaktiven Zerfall, und diese Wärme läßt sich wunderbar in Energie umsetzen. Schöne, kleine Plutoniumbatterien wurden zB bei Apollo-Missionen eingesetzt, bei Tiefseetaucheranzügen und bei Herzschrittmachern, wo große Blockbatterien einfach unpraktisch wären, schon wegen des großen Knubbels in der Brust, zumindest der männlichen, und weil man sie immer wieder austauschen muß.

Ziemlich prima also, was man mit dem Plutonium anfangen kann, man könnte damit zu Hause auch viel Heizöl sparen. Also, vielleicht kriege ich ein paar Castoren, wenigstens einen.

(Vgl. John Emsley, Chemie im Alltag II, S. 264ff. sowie Blog-Eintrag v. 23.4.10)

Freitag, 5. November 2010

Rette deine Seele!







Im Hintergrund leuchtet die Inschrift des Kreuzes, die es schwer hat gegen die weltlichen, profanen Zeichen, die sich vordrängen






John Gray, Londoner Evolutionsbiologe, hat dem Humanismus und dem Gotteswahn wieder einmal die Leviten gelesen in seinem neuen Buch: "Von Menschen und anderen Tieren" (2010). Ja, natürlich, der Mensch ist kein Überwesen, und er wurde so wenig geschaffen von einem Über-Tier wie die Orchideenmantis oder die Brackwespe.


Ganz anders kommt Andreas Püttmann daher mit seinem Titel: "Gesellschaft ohne Gott" , ebenfalls 2010 erschienen. Es geht ihm allerdings weniger um Gott als um die im weitesten Sinne wirtschaftlichen Folgen der Entchristlichung Deutschlands. Hayek wird zitiert, der, selbst religiös enthaltsam, sich aber von dem positiven Einfluß des Christentums auf Ehrlichkeit, Vertragstreue, Eigentums- und Familienrespekt überzeugt zeigt. Die wirtschaftlich viel bessere Verfassung der christlichen deutschen Südländer gegenüber dem Norden sei kein Zufall.
Püttmann verweist ebenso auf katholische Regionen in Afrika, die positiv gegen nichtchristliche Gebiete abstechen bei Aids-Rate, der Familienstabilität und der wirtschaftlichen Entwicklung.
Dazu muß man ebenfalls einen Blick auf die islamische Welt werfen, die zwar kein Aidsproblem besitzt und über stabile Familien verfügt, jedoch politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und technisch seit Jahrhunderten blockiert ist und nur durch Impulse von außen zu ganz geringfügigen Neuerungen fähig ist.
Das Problem ist nur bei den deutschen Lutheranern lösbar: sie haben sich von frommem Geist weit entfernt und stellen eher eine religiös gefärbte Sozialdemokratie dar. Sie werden weiter abnehmen. Der Katholizismus besitzt stärkere Glaubenswurzeln, mit ihm ließe sich vielleicht ein Arrangement vorstellen wie es Kant und sein Diener Lampe pflegten: die des Glaubens bedürftigen glauben lassen. Die anderen stärker erziehen und bei Regelverletzungen durchgreifen.

(Vgl. die Rez. in der FAZ: Püttmann 23.8.10, Gray 20.2.10)

Donnerstag, 4. November 2010

Politische Schiffsdialektik





Deutscher Solar-Energiedampfer vor dem Untergang





"Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,

gibt's einen, der die Sache regelt",


hieß es neulich aus politischen Breiten.

Worauf aus gewöhnlich gut unterrichteten Seefahrerkreisen zu hören war:


"Auf jedem Schiff, das schwimmt und schwabbelt,

ist einer drauf, der dämlich sabbelt."


Diese Ergänzung war nötig; zumal beides, wie die zwei Seiten einer Münze, zusammengehört. Sie fallen auch manchmal völlig zusammen.

Mittwoch, 3. November 2010

Mildes Lüftchen







Genießen auch die Milde




Da weht so ein mildes Lüftchen heute, 8-16°C, und überwiegend blieb es trocken. Weht es von Süden? Nein, ich glaub', es kommt von Westen, weit von Westen. Nicht gerade von diesem Luftikus, aber doch aus dieser Richtung:
Die Sozialdemokratisierung Amerikas legt eine Pause ein, das Klima hat wieder eine Chance, weiterer Klimabelastungsunsinn für die arbeitenden Bürger in ihren Unternehmen wird vertagt.
Ja, Amerika, du hast es besser, meinte schon Goethe. ("Den Vereinigten Staaten")