Freitag, 21. Januar 2011

Gipfeltreffen







Gipfeltreffen





- Ein Chinese in Amerika: Hu Jintao, derzeit China-Chef; kein Lehrer wie Massenmörder Mao, sondern Wasserkraftwerksbau-Ingenieur. Gibt sich flexibel in Washington, indem er Menschenrechtsnachholbedarf einräumt. Das wird er nicht als wichtigste Aufgabe sehen, zumal er die Verirrungen, Instrumentalisierungen und Perversionen der Menschenrechteideologie kennen wird, etwa die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der jüngst dafür sorgte, daß als sehr gefährlich eingestufte Sexualserientäter in Deutschland entlassen werden mußten.
Obama hat Juristerei gelernt. Er zeigte sich, etwa beim Klimaaberglauben, ebenfalls als realitätstüchtig.
Schlimm schneidet die Physikerin Merkel ab. Noch schlimmer der Physiker Lafontaine.
Vom Experimentalphysiker Lichtenberg stammt die Bemerkung, wer nur etwas von Chemie verstehe, verstehe auch davon nicht viel. Das dürfte überholt sein. Die Arbeitsteilung hat sich in den Einzeldisziplinen als fruchtbar erwiesen, allerdings hat es zu einem gewissen “Fachidiotentum” geführt, und der Graben zwischen den Geisteswissenschaften und den Natur- und Ingenieurswissenschaften vertieft sich ständig weiter.
Das macht die Führerauswahl für Staatspersonal schwieriger.
Könnte man Ingenieuren mehr Realitätsverbundenheit zutrauen, mehr Nähe zu den wirkungsmächtigen Entwicklungen technisch verfaßter Gesellschaften als etwa Philosophen und Physikern? Meistens scheitern sie wohl daran, daß sie außerhalb der Technik naiv sind und zudem kommunikativ meist wenig begabt. Da sind Juristen meist überlegen. Auch das Recht vermittelt einen spezifischen Realitätsbezug. Allerdings sind Juristen meist der Technik gegenüber naiv, sie denken eher nominell, nicht technisch-konstruktiv.
Das Problem ist grundsätzlich nicht lösbar. Als Wähler sollte man aber den Familienhintergrund und den Bildungsgang von Kandidaten beachten. Aufsteiger wie Napoleon, Hitler, Stalin und Mao sind potentiell gefählich. Berufe mit Realitätsferne wie Philosophen und Physiker empfehlen sich nicht.

- Sehr erfreulich: Der neue "Wirtschaftsweise" Lars Feld will über wichtige Euro-Fragen abstimmen lassen. Die Bevölkerung! Das hört sich ja verdammt nach Demokratie an. Wo hat der Mann das her? Ach, er hat auch in der Schweiz studiert. Na, dann. Diese verklemmten Schweizer haben ja sogar einen Haushaltsüberschuß statt Schulden.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Meisenhaft









Die ersten Meisen treten paarweise auf
0-3°C






Franz Blei poträtierte seine Autorenkollegen in seinem “Großen Bestiarium”, teilweise recht originell.
Die Meise kommt aber nicht vor, obwohl Mascha Kaleko ganz nett gezwitschert hat.

Eine Autorin der Gegenwart käme vielleicht auch für den unprätentiösen Typus MEISE in Frage: Maria Beig. Geboren 1920 wuchs sie mit 14 Geschwistern auf einem schwäbischen Bauernhof auf, war Hofmädchen, dann Lehrerin und zuletzt schrieb sie, 8 Romane, darunter "Hermine. Ein Tierleben". Dabei geht es aber weniger um Tiere, als um das Mädchen Hermine.

- Wie erfreulich: Schweiz mit 3 Mrd. Fr. Staatsüberschuß; ja, wie machen die das denn?
Man sollte Schäuble und Merkel dort in die Lehre schicken.

- Solarsubventiosempfänger Conergy meldet sehr großen Verlust.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Billig heizen






Dieses bildschöne und nützliche Bauwerk am blauen Fluß in Shippingport, Pennsylvania, war der erste Leichtwasserreaktor und ging 1958 ans Netz
(Bild: Wiki.)



- Da biegen sich die Balken: "Wenn abends das Licht ausgeht .
Es könnte ein Atomunfall sein: Sat.1 spielt in dem Film "Restrisiko" das Unvorstellbare durch
"Alles unter Kontrolle!", schreit die Sicherheitschefin des Kernkraftwerks Oldenbüttel autofahrend ins Handy, keuchend, plusternd, anschließend ...
" FAZ 18.1.11 Tomasz Kurianowicz
/// Dieser bodenlose Horror-Antikernkraft-Propagandastreifen wird von einem SZ-Neuzugang Kurianowicz in einem großen Artikel im Feuilleton besprochen und gelobt - ohne ein einziges kerntechnisches Argument.

- Das Leitungswasser reicht oder 2 Fliegen mit einer Klappe:
Die Kernspaltung funktioniert nur mit Wasser im Leichtwasserreaktor. Deswegen heißt er so. Das (gewöhnliche) Wasser bremst die ungewünschten Neutronen ab und die wunderbare Spaltung des Urans 235 vollzieht sich und liefert nützliche Energie. Noch und noch, nicht nur, wenn die Sonne scheint. Oder der Wind weht. Gleichzeitig kühlt das Wasser auch die Brennstäbe, sehr praktisch.
Sollte das Wasser wärmer werden als Badewasser zuhause, werden die Neutronen weniger abgebremst und die Kernspaltung geht zurück oder hört ganz auf, falls das Wasser ablaufen sollte (Greenpeace ist alles zuzutrauen).
Der Reaktor kann also nicht explodieren.
Die Nachwärme läßt im schlimmsten Fall bei völlig fehlender Kühlung die Brennstäbe zusammenschmelzen (Harrisburg 1979). Das ist dann ein größerer, aber interner Schaden, kommt aber selten vor und ist viel billiger als die Subventionierung von Solarabzockern.

- Die Nachwärme bei ausrangierten Brennelementen hat auch etwas Praktisches: eingeschweißt in Edelstahl und mit Heliumhülle könnte man damit sicher und sehr billig im Wohnzimmer und im Garten heizen.
Dergestalt würde ich mich gerne an der Endlagerung der Brennelemente beteiligen, wenn man mich nur ließe.
Später vielleicht verkaufte ich die schicksilbernen kleinen Castörchen an Brüterkraftwerke in China. Das täte der Haushaltskasse gut.

- Die litarische Kultur zeitigt schöne Früchte:
“Jugendbuch. Der unendliche Spaß an der Apokalypse.
Weltuntergang, wohin man liest: Die amerikanische Autorin Suzanne Collins vollendet ihre „Panem“-Trilogie. Das Buch zeigt eine düstere Welt, für die sich nicht nur jugendliche Leser begeistern.” 19.1. FAZ

Dienstag, 18. Januar 2011

Beim Rauchen







Dioxin-Herstellung, Methode Helmut Schmidt






- Dioxin 3: Von allen 210 Verbindungen der Dioxin-Familie (75 DDs, 135 DFs) sind 92% relativ harmlos.
Das "Seveso"-TCDD gilt von den restlichen 8% im Tierversuch als das giftigste.
Die Nachricht, daß Dioxin gefunden wurde, ist recht bedeutungslos. Angesichts der vieltausenfachen Verbesserung der chemischen Analytik läßt sich praktisch jeder Stoff überall nachweisen, zumal die Grenzwerte extrem niedrig gesetzt sind. Den Würfel Zucker im Bodensee, der sich heute auffinden läßt, war noch vor zwanzig Jahren nicht identifizierbar. Zudem treten in einer Probe meist mehrere Dioxine gleichzeitig auf, giftige und ungiftige. Früher wurden alle dem TCDD zugeordnet, das sollte heute ausgeschlossen sein. Leider erfährt man von diesen wichtigen Details in der FAZ nichts.
Aus drei großen Studien an Arbeitern ergibt sich die "Vermutung, daß die carcinogene Wirkung von TCDD bei etlichen Arten von Versuchstieren größer ist als beim Menschen. Darüberhinaus scheint es beim Menschen weniger die Entstehung von Krebs als dessen Wachstum zu begünstigen. ... TCDD scheint allerdings das Risiko zu erhöhen, an einigen seltenen Arten von Krebs zu erkranken, doch gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, daß es die Wahrscheinlichkeit von Brust- und Gebärmutterkrebs verringert." (John Emsley, Parfüm, Portwein, PVC, Chemie im Alltag, 2003 VCH, S. 184; vgl. S. 176ff.)
Das wird alle Jahrmarkt-Pommes-frites-Esserinnen freuen. Und was würde der neunzigjährige Kettenraucher Helmut Schmidt sagen? Nicht nur beinhaltet der Zigarettenrauch Dioxin, das sehr giftige Nikotin und die karzinogenen Teerstoffe sind zudem alle längst eindeutig nachgewiesen.

- Physiker erfinden den Klimawandel wegen vermehrten Kohlendioxids in der Atmosphäre, andere widersprechen vehement, Techniker machen die Kernkraft als einer unendlichen Energiequelle nutzbar, andere Ingenieure setzen auf die Windmühlentechnik des 16. Jahrhunderts, Ökonomen entwerfen die Nachfrage- und die Angebotspolitik einschließlich der Verschuldung als Wirtschaftspolitik, die einen sehen Inflation am Horizont, die anderen Deflation, und eine Politologin sah die Deflation 2004 schon angekommen:
Alrun Ashberg: Die unheilvolle Entwicklung, die von den westlichen Demokratien ausgeht, 2000

Oh glücklich, wer noch hoffen kann,
aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! (Faust)

Könnte es eventuell helfen, den Akademikeranteil an der Bevölkerung drastisch zu senken, die technischen Fächer ausgenommen?

Montag, 17. Januar 2011

Beim Braten













Frühmenschen bei der Dioxinherstellung in der Wohnhöhle
(Aus: Carl W. Neumann, Das Werden des Menschen u. d. Kultur, Leipzig 1934)




- Die Rationalität des Menschen ist begrenzt, Beispiel Kriele: "Gemeinsam mit dem Philosophen Robert Spaemann hat Kriele ein Werk der christlichen Esoterik ediert, die "Großen Arcana des Tarot" des Russen Valentin Tomberg.
Kriele war von 1967 bis 1996 Ordinarius für Allgemeine Staatslehre und Öffentliches Recht in Köln. ... seine Frau Alexa Kriele betreibt gewerbliche "Engelarbeit". Der Jurist sieht darin eine Bestätigung der modernen Wissenschaft - gerade die Evolutionslehre etwa verdanke sich, so Martin Kriele, "himmlischen Fügungen und Inspirationen". Am 19. Januar feiert er seinen achtzigsten Geburtstag." FAZ 17.1.11 LORENZ JÄGER, Geisterseher in der Rechtswelt
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- Die Rationalität des Menschen ist begrenzt, Beispiel Dioxin: "Künstlich erzeugte Dioxine betraten die Weltbühne, als sich der Mensch das Feuer zunutze machte. Von diesem Zeitpunkt an mußten sich die Menschen an Dioxine gewöhnen. Im Laufe von Hunderttausenden von Jahren, in denen sie in ihren Höhlen und anderen Behausungen mit Holzfeuern heizten und kochten, haben die Menschen offensichtlich eine Widerstandsfähigkeit entwickelt, welche höher ist als die der meisten anderen Lebewesen. In Holz sich alle chemischen Elemente enthalten, die für die Entstehung von Dioxinen vonnöten sind, einschließlich Chlor. Dioxine entstehen bemerkenswert leicht. Dies veranschaulicht das folgende ... Experiment. Ein Silikatmaterial wurde mit Benzol und Eisenchlorid-Lösung getränkt und auf 150° erhitzt. Damit wurden die Bedingungen nachgeahmt, die beim Abbrennen eines Holzfeuers auf feuchter Erde herrschen. Nach dieser Behandlung konnten in der Versuchsanordnung meßbare Mengen von Dioxinen nachgewiesen werden. An diesen Ergebnissen überraschte insbesondere, daß Dioxine (einschließlich des "Seveso"-TCDD) bereits bei relativ niedrigen Temperaturen entstehen können. "
John Emsley, Parfüm, Portwein, PVC, Chemie im Alltag, 2003 VCH, S. 203f.