Donnerstag, 10. Februar 2011
Mittwoch, 9. Februar 2011
Zum auf die Bäume gehen
Zum auf die Bäume gehen, diese Sonne - Eichhörnchen ganz oben
- Credo, quia absurdum est (»ich glaube, weil es unvernünftig ist«)
So ist das mit der "rationalen Staatsanstalt": Nach einer Woche war das Taschenradio aus Taiwan angekommen. Nein, nicht beim Adressaten, sondern beim Zoll in Köln-Wahn. Staatshoheitlich wurde ich am 22.1.11 informiert und aufgefordert, mit diversen Papieren und Geldbeutel das Gerät abzuholen. Es gab allerdings auch die Möglichkeit, die Papiere einzureichen und sich das Radio zuschicken zu lassen. So verfuhr ich per Fax am 25.1.11. Am 9.2., nach 14 Tagen, war noch immer nichts angekommen. Auf Nachfrage bekam ich dann die Auskunft, die Sendung sei ordnungsgemäß nach Leipzig gegangen; dort werde sie geöffnet, die Einfuhrumsatzsteuer festgesetzt (Zoll wird erst ab 150,-€ fällig) und das Radio dann erneut auf den Weg zum Adressaten gebracht, wo der Postbote dann kassiere. In einer Woche sei dies zu erwarten. Wir wollen sehen.
Wie soll man diese Geschichte aber bewertend verbuchen?
Soll man sie gar nicht bewerten? Dazu würde die analytische Philosophie raten. Die Dinge zu beschreiben reicht.
Zu tieferem Verstehen würde die Hermeneutik raten, jedes Phänomen stehe schließlich in einem größeren Sinnzusammenhang, den es zu entdecken gelte. Man könnte bei der Lektüre Jean Bodins beginnen.
Der kritische Rationalismus, Hans Albert wurde gestern 90 Jahre alt, würde das ganze Verfahren als irrational kritisieren: ein obrigkeitliches Staatsverständnis nimmt sich heraus, den privaten Bestellverkehr zu überwachen, seiner Herrschaftsprozedur zu unterwerfen und kostenträchtig und zeitraubend zu verfahren.
Audiatur et altera pars („man höre auch die andere Seite“): Wo kämen wir hin, wenn jeder Bürger einfach irgendwo etwas unbesteuert bzw. unverzollt bestellen dürfte?
Würde der kritische Rationalismus nicht kurz antworten: weiter.
Dienstag, 8. Februar 2011
Nie war er so wertvoll wie heute
Zwei Weggefährten und Freunde - das Buch ist eine harte, aber leicht lesbare Einführung in die Katheder-Philosophie. Es kann dazu verhelfen, die Philosophie doch nicht zu studieren und sie lieber als Hobby in pragmatischer Absicht zu betreiben, damit auch Feyerabends Autobiographie “Zeitverschwendung” berücksichtigend.
Hans Albert ist kein Rockmusiker wie Gary Moore, der starb gestern mit 58, Albert wird heute 90, da kann man doch nur gratulieren.
Er gehörte zu den wenigen, die die neomarxistische Salonschwafelei der Horkheimer, Adorno und Habermas nicht nur nicht mitmachte - da gab es auch noch andere - sondern diesen Herren auch mit kämpferischem Einsatz entgegentrat. Da die einschlägigen Medien von SPIEGEL bis ZEIT ihn weitgehend totschwiegen und er auch inneruniversitär ausgegrenzt wurde, erfuhr man erst spät von ihm und Popper, dessen Stellvertreter in Deutschland Albert noch heute ist.
Seinem Aufsatzband “Plädoyer für kritischen Rationalismus” von 1971 stellte er ein Lichtenberg-Motto voran:
“Selbst unsere häufigsten Irrtümer haben den Nutzen, daß sie uns am Ende gewöhnen zu glauben, alles könne anders sein, als wir es uns vorstellen.”
- Sudans Diktator Baschir spricht aus, was die Muslimbrüder vorhaben und wofür sie viele nützliche Idioten brauchen können:
" 99% der Bevölkerung in Nordsudan sind muslimisch, und dieser Staat wird gemäß der Scharia regiert werden ... wir wollen Freiheit für alle. Wenn aber jemand Ärger macht, tut er das außerhalb des Gesetzes". (FAZ 7.2.11)
Montag, 7. Februar 2011
Calvinist und Kupferstecher, Porträtist des friderizianischen Preußens

Ein Calvinist kann nicht nur lesen, er liest auch aus der Bibel vor: Chodowieckis Schwiegereltern Barez, von ihrem Schwiegersohn fein gestochen.
(Bild Wiki.)
Interessanter europäischer Fall:
Geboren 1726 in Danzig war Daniel Nikolaus Chodowiecki preußischer Bürger, wuchs deutschmuttersprachlich auf, bezog sich aber auch auf zurückliegende adlige polnische Vorfahren seines Vaters. Gehörten sie zu den wenigen polnischen Protestanten und flohen vor den Schikanen der katholischen Mehrheit ins protestantische Danzig? Seine Mutter stammte von Schweizer Hugenotten ab, die als Glaubensflüchtlinge aus Frankreich emigriert waren.
Er war der Sohn des Danziger Getreidegroßhändlers Gottfried Chodowiecki und dessen Ehefrau Marie Henriette Ayrer. Sein Großvater Christian, geboren 1655, war ebenfalls Kaufmann in Danzig. Der Miniaturmaler Gottfried Chodowiecki war sein Bruder. Er lernte bei seinem französischen Onkel Antoine Ayrer in Berlin und heiratete eine Berliner Hugenottin, Tochter des Seidenstickers Jean Barez aus Amsterdam. Es nimmt nicht wunder, daß ein Sohn, Louis Guilleaume Chodowiecki, ebenfalls Kupferstecher wurde.
Chodowiecki engagierte sich stark in der Berliner französisch-reformierten Gemeinde, auf deren Friedhof er begraben ist.
Diese Gemeinde gibt es heute noch, sie feierte 2009 Calvins Geburtstag (s. Blog u.a. 4.4.09).
“ Ich wolte gern ein mahl eine Folge von historischen Gegenständen bearbeiten … und muß immer beym tändelnden Modekram der Romane bleiben. “, schreibt er im März 1784 aus Berlin an eine Christiane Gräfin zu Solms-Laubach, die ebenfalls zeichnet und malt. (Briefe d. Deutschen aus einem Jahrtausend, Hg. Ina Seidel, Leipzig 1943)
Seine historischen Gemälde vermissen wir nicht, aber die vielen zeichnerischen Ansichten seiner Zeit schätzen wir sehr, etwa das alte "Brandenburger Tor" von 1764.
- Ceterum censeo: Back to the roots, Schluß mit Brüssel.
Sonntag, 6. Februar 2011
Islamische Badewannen
Ägypten, Kairo, Tahrir-Platz in der FAZ
Der neue starke Mann in Kairo,Suleiman, hat auch die fanatischen Islamisten der Muslimbruderschaft zum Gespräch eingeladen - kein gutes Zeichen. Die Muslimbruderschaft steht für die Eliminierung aller Freiheiten schlechthin, steht für totalitäre Diktatur im Zeichen der Scharia, für die gnadenlose Verfolgung aller Andersdenkenden.
Seit 20 Jahren erstarkt die Muslimbruderschaft und ist jetzt auf dem Sprung zur Macht. Ihr Ziel sind schnelle Wahlen, um sich auf dem Rücken besinnugsloser Massen an die Staatsspitze tragen zu lassen nach dem Beispiel Chomeinis und der Hamas.
All die wenigen Errungenschaften der Ära Sadat-Mubarak stehen auf dem Spiel.
Zum Beispiel auch die Arbeitsplätze der 2700 Ägypter des Schwarzwälder Badausstatters DURAVIT. (Vgl. FAZ 3.2.11) Das Werk in Kairo steht still. Wenn der Aufruhr anhält, muß die Produktion verlagert werden. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Ägypten durch die Vervielfachung der Bevölkerung wäre das sehr schlimm, denn Ersatz gibt es nicht.
Die Muslimbruderschaft versteht sich nur auf die Scharia und die Fanatisierung der Massen.
- Heute wurden in Teheran ausländische Kochrezepte im Fernsehen verboten.
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