Donnerstag, 21. April 2011

Sophrosyne oder Askese? Wieso oder?





Hier herrscht der Frühlingstrieb





- Osterbotschaft: “Ich denke, du solltest vom Tisch aufstehen, wenn du immer noch hungrig bist … du gewöhnst dich daran, abends nichts zu essen, und stellst fest, wie gut du dich fühlst …” , sagte Walter Bruening aus Montana, bevor er dieser Tage starb, mit 114 Jahren. (NZZ 16.4.11)

Vielleicht ist es dem ehemaligen Eisenbahner auch gelungen, sein Leben sinnreich zu bewirtschaften. Darauf kommt es an, und viel Sinn hat oft mit weniger Triebbefriedigung zu tun.
Never Catch your dreams before they slip away, so to say (“Ruby Tuesday”).

Für den mächtigen Nahrungstrieb jedenfalls sind Bruenings Empfehlungen in Mäusestudien gut bestätigt.

- Klima konkret: www.wolfgang-brune.eu/Klima_verstaendlich_richtig.html

Mittwoch, 20. April 2011

Unter Hasen







Natur pur - nach dem Früstück töten sie gerne zum Spaß noch eine Amsel




- Feldhase als Klimamigrant? Traf dasselbe Exemplar am selben Waldort erneut. Wir grüßen uns jetzt.

- Obama wird damit sicher in die Geschichte eingehen: Bewertungsagentur S+P stuft die Bonität der US-Staatsanleihen herab - im Ausblick. Der japanische Finanzminister lobt die US-Anleihen trotzdem.


- Deutschsicher: “1.Die Sicherheitsstandards der deutschen und japanischen Kernkraftwerke erfüllen alle nationalen und internationalen Kriterien und Anforderungen und haben keine Sicherheitsdefizite!

2. Das automatische Sicherheitssystem gründet in Japan (wie in USA) auf 2 unabhängigen Strängen mit einer nachfolgenden Splittung, in Deutschland dagegen auf 3 unabhängigen Strängen. Die Zuverlässigkeit der historisch bedingt unterschiedlichen Struktur der Systeme wurde in 40 Jahren eindeutig nachgewiesen!”
Ulrich Wolff

Dienstag, 19. April 2011

L'homme machine cybernétique






Breit, stramm, stark - die Achillessehne.
Eigentlich "unkaputtbar". Aber ein guter Sportler wie der Turner Hambüchen kriegt sie trotzdem gerissen. Sie reißt erst, wenn das Gewebe bereits länger geschädigt wurde, was sich beispielsweise durch geschwollenes Umgebungsgewebe anzeigt. Die Heilung nach der Operation dauert Monate.

Was veranlaßt Sportler - und Nichtsportler - ihren Körper so zu vergewaltigen, obwohl die Warnsignale des Schmerzes klare Hinweise geben? Um nach der Rehabilitation den alten Unsinn neu zu beginnen? Ähnlich verhält es sich bei Rennfahrern, Drogenkonsumenten etc.

Natürlich ist es der Ehrgeiz in einer geschärften Form. Aber der könnte sich anderen Objekten zuwenden, dem Plattensammeln, der Hundezucht, dem Wissenserwerb etc.
Vermutlich ist es die entwickelte Gewohnheit im Rahmen einer Neigung, die individuelle Tradition, die verstärkten Synapsen, deren Signalbahnen immer neu aufgerufen werden und bei jedem Aufruf noch etwas mehr gestärkt werden. Bis sie ein "Gehäuse der Hörigkeit" gebildet haben, aus dem auszubrechen schwer fällt.

Ideologien sind dergestalt eingeübte Denkbahnen, die zu verlassen Unlustgefühle im Gefühlhirn (Limbisches System) hervorruft. Und kulturelle Bräuche wirken ebenfalls ähnlich. Werden sie aufgehoben oder zerstört, tritt eine Desorientierung ein, die ganze Gesellschaften stark beeinflussen und allerhand Übersprungsverhalten auslösen kann. Hysterische Handlungen können sich leichter verfestigen (Rentner mit Trommeln in Stuttgart, Antikernkraftkrakeel mit Trillerpfeifen und Kostümen etc.).

Montag, 18. April 2011

Ideologie haftet wie Pech





Blütenstaub, goldener Blütenstaub - die Natur spart keine Energie





- “Wolfgang Leonhard 90
Wer sich in Deutschland für die Sowjetunion zu interessieren begann, als es diese noch gab, der stieß sofort auf Wolfgang Leonhard und dessen …” 16.4.11 FAZ
Noch immer lesenwert: “Die Revolution entläßt ihre Kinder” von 1955.
Leonhard brauchte trotz der in Moskau miterlebten Verbrechen, insbesondere auch gegen seine Mutter Susanne, lange Jahre, um den linken Totalitarismus zu überwinden.
Lesenswert auch seine Mutter: Susanne Leonhard: Gestohlenes Leben. Als Sozialistin in Stalins Gulag. Athenäum Verlag, Frankfurt/Main 1988
Zuletzt beschäftigte sich Leonhard mit der Rehabilitation Stalins durch Putin (“Anmerkungen zu Stalin”, 2009)

- Politverbrechertreffen: "Parteikongress in Kuba
Castro: Unsere Probleme zu lange ignoriert
Mehr als 500.000 Menschen feierten in Havanna den 50. Jahrestag der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht - unter ihnen auch Margot Honecker. Beim Parteikongress der Kommunisten sprach sich Staatschef Raúl Castro für eine Verjüngung der Politik aus. ..." FAZ 17.4.11

- “Angriffe auf Polizisten auf historischem Höchststand
Jeder zweite von Links-, jeder dritte von Rechtsextremisten
pca. BERLIN, 15. April. In Deutschland werden immer häufiger Polizisten von linksextremen Gewalttätern attackiert. Der jüngste Bericht zur Entwicklung …” 16.4.11 FAZ

Sonntag, 17. April 2011

Quäker und Kokskohle







Abraham Darbys
"Coalbrookdale at night." Ölgemälde von Philipp Jakob Loutherbourg d. J. aus dem Jahr 1801 / Wiki.
Coalbrookdale gilt als ein Ursprungsort der Industrialisierung


Glaube man doch, was man will - das meiste wird ohnehin falsch oder rein fiktiv sein. Der antike Skeptizismus hatte das schon herausgefunden. Aber wer glauben will, glaubt eben. Heiße er Augustinus, Albertus Magnus oder Luther, der am 17.4.1521 seinen individuellen Glauben auf dem Wormser Reichstag individuell vorführte. Als er sich gegen Papst und Kaiser durchgesetzt hatte, wurde ebenso orthodox und verfolgerisch wie seine Gegenspieler. Das pflegt meistens so zu sein.

Aber der Protestantismus traf auf diese große Unterstützung, weil er gegen eine unvital gewordene Ordnung kollektivistischer Natur einen individualistischen Akzent setzte. Das gab den Ausschlag und gibt ihn bis heute. Zwar ist das meiste Irrtum, aber die Fruchtbarkeit der Irrtümer fällt sehr unterschiedlich aus: Leibniz, Euler, Bernoulli, Watt, Smith, Darby, Nietzsche, Mörike, MIT - um nur ganz wenige Beispiele aus einer langen Reihe zu nennen, die aber verdeutlichen, welche Denkkultur Wissenschaft und Wohlstand geschaffen hat und noch heute, in großer Verallgemeinerung inzwischen, schafft.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Motto "Kopf und Hand" brachte das Radar zur Einsatzfähigkeit und zählte u.a. King Camp Gillette (GILETTE) sowie Hewlett und Packard (HP) zu seinen Studenten.