Mittwoch, 23. Mai 2012

Haste mal 7 Milliarden? Kostet dich aber Gebühren.





Straße ins Schuldenloch: Projektierte Siedlung in  Perdiguera / Aragonien. Der Rest wird nicht mehr gebaut. Geld alle, Nachfrage null.  





Kein Scherz: 
Neuer Staatskredit: Die Bundesregierung zahlt null Prozent Zinsen. 
Schäuble begibt erstmals Anleihen über zwei Jahre zu null Prozent. 

Das gab’s noch nicht, das ist eine Premiere  in der deutschen Geschichte! 
Sieben Milliarden sammelte Schäuble ein. Wie ist es möglich, daß so viele Investoren gezeichnet haben? Das ist Parkgeld, der Verlust durch Nullzinsen, Inflation (3,2% im Euro-Raum) und Kaufgebühren ist die Versicherungsprämie für Rückzahlung bzw. einen liquiden Markt. Jeder kann dort jederzeit verkaufen. Ein weiterer Grund dürfte aber das von der EZB ausgeschüttete Geld sein, das die Banken bezogen haben. Wohin damit? Deutsche Bundesanleihen müssen sie nicht mit Eigenkapital unterlegen wie Kredite an Betrügerschuldner wie Griechenland. (Als viele Banken 2010 die griechischen Staatsanleihen kauften, galten die ebenfalls als sicher. Durch die Wertherabsetzung gerieten viele Banken in Probleme.)  

Die rentablen Anlagemöglichkeiten des vielen EZB-Geldes in der Realwirtschaft sind begrenzt. Viele Unternehmen begeben inzwischen vermehrt selbst Anleihen. Große, kapitalheischende Innovationen von der Sorte Apple, Google Facebook und Co. sind in Europa rar. In Spanien flossen viele Millionen Euros in den Beton und in den Asphalt von Geistersiedlungen (Ciudad Valdeluz, Perdiguera / Aragonien u.a.), politisch induzierte Fehlinvestitionen. Grüntechnik und Kernkraft werden von den Grünfanatikern verdrängt. Dabei wären gerade neue Kernkraftwerke ein hervorragendes Realinvestment im rohstoffarmen Industrieland Deutschland. Der Bau neuer KKW könnte viel Kapital aufnehmen, die fertigen Werke würden den Strompreis halbieren. Vertragspartner wären verläßliche große Energieunternehmen und keine windigen Politiker. Diese haben gerade in Deutschland dafür gesorgt, daß nicht einmal mehr in Gaskraftwerke für die Reserve investiert werden kann. Da teurer Wind- und Solarstrom Einspeisevorrang haben, werden die schnell anfahrbaren Gaskraftwerke für Erzeugungslücken gebraucht, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Dies ist aber unberechenbar, und damit werden Kraftwerksinvestitionen unkalkulierbar. 
Ein Trauerspiel, nein, eine Farce. Außer für Schuldenminister Schäuble.

Montag, 21. Mai 2012

Häuserversenken



Diese beiden ungewaschenen Nachwuchssalamander logierten im großen Schneeschieber (Foto Nov. 11)














Häuser satt in Spanien, auch in Irland - aber leer. Woran mag das liegen? 
Am Staat. An Leuten wie Obama, Zapatero, Schröder etc. An Funktionären, die die Zentralbanken zur Geldausgabe und zu niedrigen Zinsen zwingen. Dann wird das billige Überschußgeld in Projekte investiert, die bei soliden Zinsen nicht rentabel wären. Trotz dieser staatlich induzierten Fehlinvestitionen, einer Art Konjunkturprogramm, fordern jetzt die Verschulder und Verschwender, allen voran der Wahlkämpfer Obama und ähnliche Typen, weitere Staatsausgaben zur “Konjunkturförderung”. Trotz der bestehenden großen Verschuldungen in den G-8-Staaten, die sich gestern in Camp David trafen. 
Die gescheiterten Konjunkturförderungsverschuldungsprogramme der 70er Jahre (Schiller und Schmidt) brachten Stagflation und waren der Startschuß zu der gigantischen Verschuldung heute. Das vergangene Obama-Konjunkturpaket von 800 Mrd. steigerte nur die US-Schulden. 
Daneben macht Merkel noch einen soliden Eindruck, die aber für die schlimmen, landschaftsverschandelnden Wind- und Solarsubventionen für teuren Strom alles andere als solide ist. 

Vielleicht wären die Entlastung der Unternehmen von viel zu hohen Steuern und Abgaben sowie Streichung des EEG doch das beste Konjunkturprogramm? 

Sonntag, 20. Mai 2012

Rotwein hilft





Diese Arterie ist ziemlich verstopft. Lebenslang Rotwein hilft - ich glaub dran (die Sies-Gruppe u.a. hat's gesagt) 
Polyphenole - speziell das Resveratrol - halten die Gefäßinnenwände sauberer.  

(Bild: Alex / Wiki.)



hr2 ist nicht die Bildzeitung. Insbesondere nicht das Magazin DOPPELKOPF. Die Programmidee ist einfach: Linke laden Linke ein, um sich über den Äther zu verbreiten. Erweitert wird das Schema durch die Einladung alter Bekannter, die um die Ecke in Darmstadt wohnen. Oder unbürgerliche Menschen mit interessanten Bezügen. So einer wurde vorgestern präsentiert: Carsten Pusch, Paläogenetiker jüngeren Datums, lockerer Plauderer und Alice-Cooper-Freund. Hat Tut-Anch-Amun inspiziert, die Medici und den Ötzi.  

Ja, die Pharaonen pflegten die Vollgeschwisterehe mit entsprechenden Defekten, die die Blutreinheit so mit sich bringt. Die Medici litten an Karies, ohne die MILCHSCHNITTE und MILKA. Und Ötzi, dem der Genuß von Hamburgern bei McDonalds lebenslang versagt blieb und der ein strammer, schlanker Südtiroler mit viel Bewegung und ohne Bauch war - der litt an Arteriosklerose wie Franz Fett, der Dauerfernseher.  

Das sind interessante Befunde! Gewöhnlich enden die DOPPELKOPF-Gespräche mit der Feststellung, daß der Kapilismus böse sei, die Natur zerstöre und uns alle krank mache. Und hinter allem Übel entweder die Amerikaner oder die deutschen Nazis steckten. Überraschung also.  
Wie läßt sich erklären, daß der Reinhold-Messner-Vorfahre ein Couch-Potatoe-Innenleben hatte? Pusch versuchte es mit der Borreliose, es gebe da Hinweise, daß sie die Arteriosklerose verstärke. Ja, Hinweise gibt es immer, leider in alle Himmelsrichtungen. Auf jeder Stinkstengelpackung steht, daß Rauchen tödlich sein könne. Trotzdem leben die Dauerraucher von der Sorte Helmut Schmidt mit 90 immer noch, bewegungsarm und im Rollstuhl, aber kettenrauchend. Ob der pathologische Befund bei Schmidt auch noch mindere Arteriosklerose erweisen wird? Wir sind gespannt! Ich glaube ja auch an Sport und Bewegung, seit ich Atheist bin. Aber die Zeichen verdichten sich, daß die genetische Veranlagung ausschlaggebend ist, bei Keith Richards und Frank Zappa, bei Hawking und bei Schmidt. Und daß im Ansatz der Vergleichsgruppen-Untersuchungen ein systematischer Fehler stecken muß. 
Aber das Studium der Vergangenheit erweist sich einmal mehr dem theoretischen Denken überlegen. Ein guter Befund.  

Samstag, 19. Mai 2012

Patente satt, wohin damit?





Leibinger-Kammüller erbte die väterliche Maschinenfabrik Trumpf (Lasertechnik) und wechselte erfolgreich von der Philologie zur Unternehmensführung. Die Firma hat ihren Sitz im protestantischen Ditzingen; auch in der Familie Leibinger gibt es einen pietistisch reformierten Hintergrund. 


(Bild: TRUMPF)





294.000 Deutsche erreichten 2010 einen Hochschulabschluß. Nie waren es mehr. Man darf allerdings vermuten, überwiegend in den Schwafelfächern, mit Abschreibleistungen vor allem, und mit braven, einfallslosen Fleißarbeiten wie sie die Pädagogin, Theologin und derzeitige Wissenschaftsministerin Schavan abgeliefert hat, die auch diese Zahl stolz verkündete. 
Vorschläge, wohin mit den unpatenten Akademikern, machte sie nicht. Dafür berichtete sie von deutschen Forschungserfolgen, die doppelt so viele ‘weltmarktfähige’ Patente erbracht hätten pro eine Million Einwohner wie die USA. Beeindruckende Tonnenideologie. In den 5-Jahresplänen der kommunistischen Diktatoren wimmelte es von solchen Zahlen. 
Die Forschung in Deutschland ist sicher gut, aber was nützt ein Patent auf den Computer Zuse 1, auf das MP3-Format, wenn es aufgrund der verbreiteten Beamtenmentalität an superreichen, unternehmerischen, risikobereiten Studienabbrechern fehlt wie Jobs, Gates, Brin und Zuckerberg? Das Geschäft mit den Computern machen die Deutschen heute nicht mehr, das MP3-Patent wurde in den USA vermarktet, Apple machte es zum Weltgeschäft. 
Auch mehr unternehmerische Schlosser wie Adam Opel könnte Deutschland mehr brauchen, während der Bedarf an schwadronierenden Damen durch Merkel, Kraft, vd Leyen, Löhrmann, Schröder, Schavan etc. wahrlich gedeckt ist. 
Adam Opel machte erst in Nähmaschinen, dann in Fahrrädern, die Nachfolger in Autos. Opel schaffte es nicht aus eigener Kraft auf den Weltmarkt, nach langen Verlustjahren steht heute das Werk Bochum zur Disposition. Opel produziert zu teuer. Die deutschen Hochlöhne spielen bei teuren Automodellen wie Porsche und Mercedes eine geringere Rolle, beim Opel-Astra aber eine so große, daß er künftig in England und Polen gebaut wird. Da ist es sehr hilfreich, wenn vd Leyen und Schäuble für noch höhere Löhne eintreten. 
Patente hält Opel übrigens ausreichend. Frau Schavan sollte einmal über das geeignete Anwendungsumfeld für Patente nachdenken. 
Ob der Theologin und Pädagogin dazu etwas einfällt?  

Freitag, 18. Mai 2012

Das Leben der anderen




Claudia Doleys und Inaiara Barros sind jetzt Freunde.


“Freunde” entspricht natürlich den amerikanischen “friends”, das ist eine Bekanntschaft völlig unbestimmten Grades, in der Regel hat das mit der großen Nähe eines deutschen “Freundes” rein gar nichts zu tun. 
Die Facebook-”Freunde” haben meist nicht einmal den Rang eine belanglosen Partybekanntschaft. Für ein Herdentier wie den homo sapiens spielt das aber keine große Rolle, Kommunikationsspiele mit Überraschungseinlagen mögen die Menschen. Und auch auf Facebook gilt: Jeder ist seines Kontos Schmied, wenn er denn schmieden kann.

Wieviel ein solches Unternehmen an der Börse wert ist, weiß ganz allein der Wind; Aktien für 104 Mrd. Dollars gingen jedenfalls heute ins Publikum. Da müssen die Facebook-Friends sich ins Zeug legen, damit die Werbeeinnahmen hereinkommen, mit denen sich Facebook finanziert.
Das werden sie wohl tun, denn nichts ist für Menschen interessanter als andere Menschen, Autisten ausgenommen. Und ein neuer Zweig der Anthropologie wird sich entwickeln: Vergesellungstypen und ihre Entwicklung auf Facebook unter Berücksichtigung globaler, regionaler und lokaler kultureller Einflüsse etc.
Die CLAUDIA mit ungarischen Wurzeln über weit her ist jetzt "friends" mit der indigenen INAIARA im Süden Brasiliens. Dabei wird es wohl bleiben, aber das hängt von den beteiligten Kommunikationsspielern ab, ganz wie im richtigen Leben. Einen großen Vorteil allerdings gewährt FACEBOOK, weswegen wir es großartig nennen wollen:

Anders als die Partykommunikation sind die Kommunikationen in hohem Maße zivilisations- und entwicklungsfähig. Das liegt zum einen daran, daß primitive Nebeneinflüsse weniger stark präsent sind als auf einer Party. Aussehen und Sexsignale bilden sich nicht unmittelbar in der Kommunikation ab. Zum anderen besteht mehr Raum für Überlegung und Gestaltung, da nicht spontan geantwortet werden muß. Schließlich lassen sich die Qualitäten und Eigenschaften  der "friends" besser, weil mit mehr Distanz, beurteilen, was Zeitverluste mit Idioten minimiert. 

FACEBOOK bietet dem Nutzer kostenlos also sehr viel. Aber in der Wirkung wird es in der Breite darauf hinauslaufen:

“Es hatte die Würkung, die gemeiniglich gute Bücher haben. Es machte die Einfältigen einfältiger, die Klugen klüger und die übrigen Tausende blieben unverändert.” 
Lichtenberg, Sudelbücher Heft E 128