Montag, 17. September 2012

Das Eingemachte der Moderne







“Charakteristisch für die fundamentalistischen und in geringerem Grade für die kommunalistisch-nationalen Bewegungen ist, daß sie einige der zentralen, aus der Aufklärung stammenden Komponenten des kulturellen und politischen Programms der Moderne ablehnen, besonders die Autonomie und Souveränität der Vernunft und des Individuums. Hinzu kommt die Frontstellung nicht nur gegen die westliche Hegemonie, sondern gegen den Westen überhaupt. Die Konfrontation mit dem Westen geschieht nicht nur mit dem Ziel, in die neue hegemoniale Kultur zu deren Bedingungen einbezogen zu werden. Vielmehr wollen die Bewegungen die neue internationale, globale Szene für sich selbst, ihre Traditionen und Kulturen in Besitz nehmen - obgleich diese Traditionen unter dem Eindruck der Begegnung mit dem Westen umformuliert wurden.”

S.N. Eisenstadt, Die Vielfalt der Moderne, 2000, S. 243

Kommunalistisch-nationale Bewegungen sieht Eisenstadt beispielsweise in Indien und Sri Lanka. Sie zielen auf Abgrenzung und sind nicht-universalistisch orientiert. Islamistische, also fundamentale Bewegungen wollen nicht nur die eigene Gesellschaft totalitär nach ihren Vorstellungen umbilden, sondern wollen darüber hinaus die früheren eroberten Gebiete in Afrika und Europa zurückgewinnen.

Sonntag, 16. September 2012

Das macht ihm so schnell keiner nach




Samuel Huntington 2004



(Bild: WEF/Lauth/Wiki.)

Die Vorstellungen der Obama, Clinton, Westerwelle etc. beruhen auf der Vorstellung einer universalen Kultur, auf die sich alle Länder hinbewegen, die einen schneller, die anderen langsamer.
Demgegenüber verweist Huntington auf Faktoren, die in ihrer Bündelung spezifisch europäisch sind und so anderweitig nur teilweise vorkommen:

1. Das klassische Erbe
2. Katholizismus und Protestantismus
3. Europäische Sprachenvielfalt
4. Trennung von geistlicher und weltlicher Macht
5. Rechtsstaatlichkeit
6. Gesellschaftlicher Pluralismus
7. Repräsentativorgane
8. Individualismus

Samuel Huntington, Kulturen, S. 99

Auch im Mittelalter war der Westen schon ziemlich westlich. In der Moderne, das scheint mir Huntington zu übersehen, emanzipiert sich im Nachgang des altgriechischen Rationalismus naturwissenschaftliches und technisches Denken von Philosophie und Religion. Ergebnis ist der Westen, wie wir ihn heute kennen: wohlhabend und funktionsdifferenziert.  

Samstag, 15. September 2012

Friede, Freude, Eierkuchen




Fromme Menschen sorgen für Ordnung







Huntingtons Buch zum Bild bleibt lesenswert

Freitag, 14. September 2012

Der arabische Frühling blüht und blüht







Tote, Verletzte, Sachschaden in Libyen, Ägypten und Jemen, Mob greift US-Botschaften pünktlich zum 11.9. an.

Wie kommt es, daß arabische Banden über angebliche US-Filmchen (nur ein Kleinvideo?) schneller und besser informiert sind, als zum Beispiel Mitteleuropäer? Das Videofilmchen wurde Anfang Juli auf YOUTUBE eingestellt.   

Donnerstag, 13. September 2012

Ohne Schulden geht der Schäuble nie ins Bett








Und die anderen EU-Staaten machen es ebenso. Sie machen Schulden, Schulden, Schulden. Schuldenmachen macht so viel Spaß. 
Deswegen wird die Europäische Zentralbank zur Hilfe herangezogen.

Die EZB kauft auf dem Markt undifferenziert Staatsanleihen der Problemländer. Das kann man als Staatsfinanzierung werten. Die US-Notenbank und die B von England machen das auch so.
Bei dem Werner-Vorschlag (Richard Werner, FAZ 10.9.12) würden nur Kredite ausgebende Institute bedacht, keine Privatanleger, Vermögensverwaltungen, Versicherungen, Hedgefonds etc. Und nur deshalb, damit sie ihre Kernkapitalquote nicht durch verminderte Kreditausgabe stützen. Nicht aus Freundlichkeit. Indem die Banken weniger Kredite ausgeben und somit die Kredit-Risiken vermindern, können sie die jetzt neu geforderte Kernkapitalquote von 9% erfüllen, ohne weitere Kapitalmaßnahmen durchzuführen. Nur wenn die Banken die Kreditausgabe verringern, berührt das die Realwirtschaft, bekommt eventuell Bäcker Meyer weniger Kredit für die neue Filiale.
In die gleiche Richtung zielt der Vorschlag des Sachverständigenrates („5 Weisen“ und von 17 Prominent-Ökonomen, die über 60% liegenden Altschulden der Mitgliedsländer in einen Altschuldentilgungsfond zu geben bei verbleibender Haftung der Länder; die Refinanzierung soll über gemeinsame Anleihen erfolgen.
Das sind pragmatische Vorschläge, an denen man viel kritisieren kann, aber so lange die europäischen Wähler überwiegend an den Euro glauben, muß man sich von Hilfskonstruktion zu Hilfskonstruktion hangeln. Die Bundesregierung und die CUSPD sind so unverschämt, schon an neue Ausgaben zu denken bei immer noch steigender Neuverschuldung. Und die meisten Wähler unterstützen das erstaunlicherweise.
Da bleibt kaum Spielraum, auch einen hoffnungslosen Konkurs-Fall wie Griechenland loszuwerden. Dabei würden sofort nach Rückeinführung der Drachme viele reiche Griechen investieren, die seit zwei Jahren stillhalten und abwarten, wie das Ganze wohl ausgehen mag.