Montag, 11. November 2013

Korruption in den Apparaten, Korruption in den Köpfen

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Mojib Latif 1997: “Gemittelt über die nächsten 20 Jahre gehen wir davon aus, dass es eher kälter sein wird”

Der neue IPCC-Bericht liegt jetzt vor. Falls Sie schon etwas genauer darin gestöbert haben, ist Ihnen vielleicht folgendes Mysterium aufgefallen: Der IPCC schreibt, dass menschengemachte Treibhausgase in der Zeit zwischen 1951 und 2010 die Temperatur um 0,5-1,3°C erhöht haben. Wow, bis zu 1,3°C, das ist wirklich viel. Aber halt, laut offizieller HadCRUT-Temperaturstatistik ist es in dieser Zeit doch nur um 0,64°C wärmer geworden? Irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen: Kaum zu glauben, die Modelle spucken mehr Erwärmung aus, als in der Realität festgestellt. Und es scheint offenbar kaum jemanden zu interessieren. Offenbar hat der IPCC die Narrenkappe auf, die ihn gegen jegliche Kritik immunisiert. Helau! Und der Narr warf eine Handvoll Aerosole vom Wagen.
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Mojib Latif ist ein vielbeschäftigter klimaaktivistischer Vortragsreisender und in den Medien stets präsent, wenn es um die Ausdeutung des Klimawandels geht. Eloquent und mit Charme unterhält er die Nation mit gruseligen Zukunftsvisionen und fordert die Menschen auf, endlich auf einen klimatisch tugendhaften Weg zu finden. Bei all dieser Geschäftigkeit unterlief ihm im Jahr 2000 ein folgenschwerer Fehler. Er sagte dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel:
Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben
Wie wir wissen, kam es dann ganz anders und eine Serie von schlimmen Schneewintern mit Kälterekorden suchte Mitteleuropa ab 2010 heim (siehe z.B. Kapitel 4 in unserem Buch “Die kalte Sonne”). Alter Hut, werden Sie sagen, alles bekannt und schön peinlich. Aber die Pointe kommt jetzt erst. Es gibt nämlich noch eine kleine Vorgeschichte hierzu, und das Ganze wird noch um ein Vielfaches peinlicher. Der liebe Herr Latif hatte nämlich bereits im Jahr 1997 in der ZDF-Sendung “Hallo Deutschland” eine Klimaprognose abgegeben. Und die lautete:
Gemittelt über die nächsten 20 Jahre gehen wir davon aus, dass es eher kälter sein wird.
Glauben Sie nicht? Überzeugen Sie sich selbst (mit Dank an Michi Krüger für den Youtube-Upload):


Erst sagt Latif, es würde kälter werden. Wenige Jahre später droht er dann mit einer schneefreien Hitzelandschaft und in der Realität versinken wir mittlerweile allwinterlich in der weißen Pracht. Welches Spielchen betreibt Latif hier? Mehrfach ändert Latifs Fahne seine Richtung und niemand scheint es im munter sprudelnden Redeschwall zu bemerken. Ein wahrhafter Meister im modernen Klima-Hokuspokus.
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Sonntag, 10. November 2013

Stimmen der Opposition - Angelika Cholewa (Kurzversion)

http://www.youtube.com/v/s-YTaC5PpN4?version=3&autohide=1&autohide=1&feature=share&showinfo=1&autoplay=1&attribution_tag=U179BXlkjstHwlNpBDFS0Q


Die Banane war’s!

Launig hielt der Otto die Banane hoch zur Erklärung des schlechten SPD-Abschneidens bei der ersten freien Wahl in der DDR. Bei der Linken war das seit langem ein beliebtes Argument um zu erklären, warum so viele Menschen aus der Ostberliner Diktatur flohen und Ulbricht die Bürger einmauerte. Und natürlich mußte die Banane auch herhalten, um den Mauerfall am 9.11.89 und den Anschlußwillen der der Diktatur entronnenen Ostler an die Bundesrepublik als Motiv darzustellen. Der Sproß aus wohlhabendem Hause war wohlversorgt aufgewachsen, die Marktwirtschaft Erhards war produktiv und sicherte die Versorgung der Westbürger immer erfolgreicher, während in der russisch besetzten Zone unter sozialistischen Bedingungen Mangelversorgung herrschte. Bananen und Südfrüchte habe auch ich in Leipzig erst spät kennengelernt, und tatsächlich umgab sie der Zauber einer begehrenswerten fremden Welt. Weit schlimmer allerdings als das Fehlen von Südfrüchten wog die schlechte Versorgung mit heimischem Obst und Gemüse. In den HO-Geschäften herrschte in vielen Regalen gähnende Lehre, oft  gab es wochenlang im Winter keine frischen Produkte. Das kann sich so ein Schily nur abstrakt vorstellen, denn er hat es nicht über Jahre am eigenen Leib erfahren. Typisch, daß so ein reicher junger Fratz, vollgestopft mit Bananen, ausgerechnet den Sozialismus schick fand und als Linksanwalt dann die Kaufhausbrandstifterin und wohlhabende Pastorentochter Gudrun Ensslin verteidigte und ihr die Bananen ins Gefängnis mitbrachte. Da die Brandstifterin Ensslin im Gefängnis ebenfalls mit Bananen versorgt wurde, kamen ihr die wahrscheinlich schon zu den Ohren heraus und sie beschloß, nicht nur Feuer im Kaufhaus zu legen, sondern auch zu schießen für den Sozialismus. Wie Honecker.

Ganz anders erging es der jungen Angelika Cholewa im Gefängnis der SED. Beim Fluchtversuch aus der sozialistischen Barbarei wurde sie verhaftet. Im Gefängnis bekam sie nicht nur keine Bananen, sondern auch drei Wochen lang keinen Zahnbürste. Zahnschmerzern wurden zur Folter eingesetzt. Nach drei Jahren Haft unter brutalen Honecker-Gysi-Verhälnissen wurde Angelika Cholewa 1983 von der Bundesrepublik freigekauft. Da zog auch der rotgrüne Schily als Abgeordneter in den Bundestag ein.

Samstag, 9. November 2013

Sprüche klopfen, daß die Zahnfüllungen herausfallen



Den Menschen gibt es nicht, sondern nur sehr unterschiedliche Menschen, die ihr Leben auch sehr unterschiedlich gestalten und unterschiedlich genießen.
Für die meisten westlichen Länder gilt, daß sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Bürger in etwa 50 Jahren um 15 Jahre erhöht hat bei verbesserter Gesundheit. Wie die Menschen die verlängerte Lebensspanne genießen, differiert stark, je nach Vorlieben. Pauschale Zuschreibungen von außen sind stets unsinnig, besonders solche wie “wirklich leben”, “wahrhaft leben”. Jedes Subjekt macht  nach seinem Gefühl das Beste aus seinem Leben, soweit ihm das mental möglich ist.
Mit der chinesischen Eroberung kam auch die naturwissenschaftliche Medizin nach Tibet und wirkte sich aus:
“Die durchschnittliche Lebenserwartung der Tibeter beträchtlich erhöht.
Seit der friedlichen Befreiung 1952 hat sich der Lebensstandard der Tibeter ständig erhöht. So ist ihre durchschnittliche Lebenserwartung von 36 Jahren in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts auf heute 67 Jahre gestiegen.”
http://german.china.org.cn/german/188324.htm

- "Freundschaft mit dem Gottkönig ... Bis heute rechtfertigt China seinen Einmarsch nicht allein mit historischen Gründen, sondern auch mit dem Argument, es habe die Tibeter von einer hierarchischen Feudalgesellschaft, wie Harrer sie beschreibt, befreit und in die Moderne geführt. Doch die Tibeter, wie andere Völker, wollten gar nicht befreit werden.”
Heinrich Harrer: Sieben Jahre in Tibet. Mein Leben am Hofe des Dalai Lama, Ullstein Verlag, Berlin 2006, 447 Seiten, 47 Schwarzweißfotos, 18,95 Euro.

Nach wie vor gehen viele Tibeter bei gesundheitlichen Problemen zuerst zum Schamanen, bei größeren Problemen aber zum chinesischen Arzt, der meist eine Ärztin ist.
- "  Viele meiner Patienten leiden unter Höhenkrankheit und Arthrose. Sie haben in 5000m Höhe den heiligen Berg Kailash umrundet. Manchmal ist Religion auch nicht so gut."
Sagt die junge tibetische Ärztin, die in China westliche Medizin studiert hat und jetzt in ihrer Heimat als ambulante Ärztin von der chinesischen Verwaltung bezahlt wird.
(Tibet-Doku Teil 1, 3sat 15.5.08)

Freitag, 8. November 2013

Krasser Fall von Jugendarmut






Fast nackt und abgeschoben in die letzte Reihe:Kein Geld für ein Vereins-Hemd! 
Armut 1965







So manche Radio-Sendung und -meldung erinnert mich an meine Kindheit und Jugend in Armut. Ganz schlimm soll die Armut ja sein. Obwohl es heute nur noch eine statistische Armut gibt. Die Sozialleistungen haben die echte, tatsächliche Armut abgeschafft.

Wie war die damals, die richtige Armut? Es fehlte an allem. Ein paar Beispiele: die Ernährung war unausgewogen, oft gab es wochenlang kein Obst und kein Gemüse in der SED-Gysi-Diktatur. Früh habe ich als Schüler Hilfstätigkeiten verrichtet wie Balljunge auf dem Tennisplatz, Aushilfe im Blumenladen, Ferienarbeit beim Förster, Einsetzen von Asbestteilen im Metallbau, Hilfsarbeiter in der Papierfabrik etc. Mein erstes Fahrrad war ein verrostetes altes Hündchen vom Sperrmüll. Unangenehm war mir das Auftragen der alten Schuhe meines Vaters, aber ich hatte nicht das Gefühl, arm zu sein und litt nicht unter einem solchen Gefühl. 
Denn das hat schon Epiktet notiert: Nicht die Dinge, die Meinungen über die Dinge machen uns leiden. 
Wenn ich allerdings damals solche Propagandasendungen wie “Leben in prekären Verhältnissen”  (DLF) gehört hätte, wäre das vielleicht anders gewesen. Bekanntlich kann man den Menschen alles Mögliche einreden.
Meine Kindheit und Jugend in echter Armut hat mir mutmaßlich kaum geschadet, sie hatte auch große Vorteile im Gefolge wie die Einblicke in verschiedene Arbeitswelten. Die heutigen Sozialgeseire-Sendungen dürften dagegen allgemein desorientieren.


Bei den Autoren solcher Sendungen steht allerdings eine klare Orientierung dahinter. Alle sollen mehr bekommen, die sog. Reichen aber weniger. Vorzugsweise läßt der Deutschlandfunk linke Apostel wie Heiner Flassbeck zu Wort kommen, der bei Lafontaine diente:
“Eine florierende Wirtschaft lasse sich künftig nur noch über steigende Löhne erreichen, die zu Konsum führen, sagt Heiner Flassbeck. Der Wirtschaftsexperte begründet das mit fehlendem Konsum bei uns und einem wegbrechenden Exportmarkt durch die Abwertung vieler Schwellenländer.” (DLF 5.9.13)

Das ist mit dem Kleinhirn gedacht. Denn in reifen Volkswirtschaften geht zusätzlicher Konsum hauptsächlich in den Tourismus. Im kleinen Deutschland vor allem in den Auslandstourismus, anders als in Frankreich und den USA. Ob Krise oder nicht, in Deutschland fließt jedes Jahr mehr Geld in Auslandsreisen. Mehr Geld fließt auch in Telekommunikation und Internetprodukte. Hier aber gibt es mentale Probleme in Deutschland. Es gibt zu viele Angestellte und Beamte, aber zu wenig risikobereite, sehr reiche Unternehmer. Unternehmer, die auch hohe Verluste verkraften können. Unternehmer, die nicht nur in Allerweltsprodukte investieren.
Die Smartphones kommen aus den USA und aus Korea, sie machen ihren Weg über China, wo sie montiert werden. Sie werden dort zusammengesetzt, weil die Kunden in den Industrieländern günstige Preise wünschen, und die werden ermöglicht durch niedrigere Löhne in China.

Steigende Löhne in Deutschland bedrohen vor allem die einfachen Arbeitsplätze und verstetigen dadurch die Sozialhilfeempfängerschicht. Es gibt ja immer noch 2.800.000 Arbeitslose zwischen Flensburg und München.
Flassbeck träumt wahrscheinlich von der alten Mauer-DDR, wo alles reguliert und kontrolliert wurde und die Diktatur die Höhe der Löhne beschloß. Daß das zum Zusammenbruch führte, verdrängen diese Ideologen.
Nach der mutwilligen Demontage der Kernenergie sind die deutschen Unternehmen - Ausnahme SAP - in keiner neuen Industrie mehr vertreten. Sie sind nur noch innovativ in den alten Industrien, vorneweg der Autoindustrie, die aber von den rotgrünen Blockparteien angefeindet wird. Der Maschinenbau hat sich nach einer Krise in den 90er Jahren gut neu aufgestellt und vermag in alle Welt zu exportieren. Diese Exportstärke wird nun aber von allen möglichen Ideologen in Frankreich, England und Amerika kritisiert. Die deutschen Exportüberschüsse gefährdeten die Unternehmen der Nachbarländer, so das Argument; und auch Amerika ginge es besser, wenn die Deutschen mehr US-Waren importierten.
Sagt Krugman, der Keynesianer. An Krugman kann man übrigens sehen, zu welchem Blödsinn Wirtschaftsnobelpreisträger fähig sind. Das gilt allerdings auch für Akademikerpflänzchen der Physik, die mit ihren Kohlendioxid-Phantasien Geld in unproduktive Bereiche locken und dort vernichten. Dabei wird auch noch die Landschaft verschandelt wie im Falle der unzuverlässigen und teuren Stromerzeugung durch Windmonster. Dieses Geld könnte man wohlstandsfördernd in Dienstleistungsbereiche wie Privatschulen, Gesundheitsversorgung und Pflegeleistungen investieren.

Für Europa scheint aber insgesamt zu gelten: Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. (Goethe) Sie machen faul und unproduktiv und lassen Ideologen aufblühen.  

Donnerstag, 7. November 2013

Die Kurden sind die Kurden







Sonniges Stadtbild in Nusaybin, Südosten der Türkei  

(Foto: Soman / Wiki.)




Die EU beginnt eine neue Rund der Beitrittsverhandlungen mit den Islamisten in Ankara. Dort regiert der Sunnit und Nationalist Erdogan, der die Kurden nicht liebt und an Atatürk nur dessen Motto schätzt: Sei stolz, ein Türke zu sein. Nichttürken findet Erdogan weniger wertvoll. Er verfolgt eine Hinhaltetaktik gegenüber den Kurden, er räumt da und dort ein paar Rechte mehr ein, aber meist nur auf dem Papier als Versprechen. Gegenüber den Kurden vor Ort verfährt er brutal: In Nusaybin an der syrischen Grenze, bewohnt vor allem von Kurden und Arabern, läßt er eine Mauer bauen. Drüben liegt das syrische Qamishli.  Auch dort ist Kurdengebiet, und viele Kurden in der Türkei, Syrien und dem Irak hätten gern einen eigenen Staat. In Syrien operieren viele sunnitisch-arabische Islamisten aus Pakistan, Saudi-Arabien und Nordafrika, die, so behaupten türkische Kurden an der Grenze, von Erdogan mit Waffen und Einreise unterstützt werden. Deswegen kämpfen inzwischen auch türkische Kurden bei der Verteidigung der Kurdengebiete in Syrien gegen Banden wie Al Nusra, die die Kurden angreifen und die Gebiete in ihre Hand bringen wollen. Die syrischen Kurden sehen sich als Opfer zwischen den Fronten, sie halten von Ankara so wenig wie von Damaskus. Auch die Baath-Partei hat den Kurden keine Rechte eingeräumt und fürchtet deren Kurdenstaatswünsche. Ein Preis für die Unterstützung Assads könnte eine Anerkennung der Kurden als syrische Staatsbürger mit Autonomiestatut sein.

Die Lage bleibt schwierig an der türkisch-syrischen Grenze. Erdogan will seine Macht ausdehnen, das Osmanische Reich scheint ihm vor Augen zu stehen. Daher auch sein kürzlicher Besuch im Kosovo, um dort den bereits großen türkischen Einfluß zu verstärken.
Es mutet seltsam an, daß die Brüsselkraten die Beitrittsverhandlungen weiter betreiben wollen, obwohl bereits schlimme Fehler mit dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens gemacht wurden. Ein Rückbau der EU zu einer Freihandeslzone tut not. Darin hätte auch die Türkei Platz.

(Vgl. Die türkischen Kurden misstrauen Ministerpräsident Erdogan im Friedensprozess, DLF 1.10.13 http://www.welt.de/politik/ausland/article120670698/Unterstuetzt-die-Tuerkei-Syriens-Islamisten.html , http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/2312801/ )