Carlos Botero, Biologe an der Staatlichen Universität von North Carolina, erforscht mit anderen interdisziplinär den Einfluß der geophysikalischen Umwelt auf den Religionstyp. Zivilisatorisch ist der Monotheismus von größerer Bedeutung gewesen. Er entstand im Alten Ägypten und verbreitete sich mit Unterbrechungen im Nahen Osten. Semiten gründeten den Moses-Jahwe-Kult, besiegt von den zivilisatorisch weit überlegenen polytheistischen Römern. Unter der römischen Herrschaft, die die Oberpriester eliminierte, soweit sie nicht kooperierten, konnte eine bedeutsame jüdische Reformation gelingen, die der mosaischen Betonkopf-Ideologie einen entscheidenden Neuen Bund (NT) hinzufügte, das Christentum. Es war beeinflußt von griechischer Philosphie (Koheleth) und verbreitete sich im griechisch dominierten Kulturraum. Daraus wurde die KK, die katholische Kirche, die mit ihrer sublimen Theologie den oberflächlichen römischen Polytheismus langsam verdrängen konnte. Alles, was zur Herrschaft gelangt, wird gern behäbig und gedankenarm, weswegen eine neue Reformation Platz griff, die lutherisch-calvinistisch-protestantische. Sie ließ individualistische Kräfte zu, mit Hindernissen und “Ketzer”verbrennungen, die Gewerbefleiß und Naturwissenschaften weniger angriffen als die katholischen Dunkelmänner.-
Die eigentlich moderne Frage an Botero et al. ist also, wie sich die progressive Form des polemogenen Monotheismus gegen die reaktionären polemogenen Formen des Monotheismus durchsetzen konnte. Freitag, 28. November 2014
Mittwoch, 26. November 2014
Man kann als Neger sogar Präsident werden, in Rußland u.a. völlig ausgeschlossen
Präsident Obama,
übrigens ein erfolgreicher Schwarzer, hatte recht, als er in einer Rede vor
einem überwiegend schwarzen Publikum die schwarzen Gatten dazu aufforderte,
nicht nur bei der Zeugung ihrer Kinder anwesend zu sein, sondern auch die
Erziehung verantwortlich wahrzunehmen und für die Stabilität der Familie zu
sorgen.
Dienstag, 25. November 2014
Unter Neo-Nationalisten
„In einem Bericht des Generalstabs vom 9.11.1912 wunderte
sich der Schreiber über die dramatisch gestiegene Schlagkraft Serbiens.
Verbesserungen des Schienennetzes, die seit Beginn des Jahres im Gange waren,
die Modernisierung der Waffen und Ausrüstung sowie eine massive Aufstockung der
Grenzeinheiten (alles mit Hilfe französischer Darlehen finanziert) hatten aus
Serbien einen beeindruckenden Gegner gemacht.“ (Clark, Schlafwandler, S. 143)
Wie kamen denn diese Kredite Frankreichs an Serbien
zustande? Vielleicht, um gegen Wien einen nationalistischen Gegner aufzubauen?
Natürlich.
Gestern erfuhren wir, daß die Putin-Freundin Marine Le Pen
bzw. die Putin wohlgesonnene Partei „Front National“ einen 9-Millionen-Kredit von
einer russischen Bank bekam. Die nationalistische Marine verteidigt sich damit,
niemand sonst habe ihrer Partei ein solches Darlehen geben wollen. Tja. Das
Spiel geht auch umgekehrt. Das nationalistische Moskau will mit der
nationalistischen Marine und ihrer Partei die EU zersetzen.
Montag, 24. November 2014
Ach, Frans
Ulf “Dimberg wies nach, dass wir uns nicht entscheiden, empathisch zu sein, sondern dass wir es einfach sind ... Es begann vermutlich mit der Entstehung der Brutpflege … Da wir von einer langen Linie von Müttern abstammen, ... sollten wir über Geschlechterdifferenzen bei menschlicher Empathe nicht überrascht sein...Oft konzentrieren wir uns auf das Gesicht, aber natürlich drückt der ganze Körper Gefühle aus ... Die Körpersprache eines anderen wirkt auf unseren Körper ein und erzeugt dann ein emotionales Echo …”
FRANS DE WAAL, DAS PRINZIP EMPATHIE
Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können
S.93, 94,111,112
Zu dem Buch hat Delacroix ein opulentes Gemälde (“Der Tod des Sardanapal”) beigesteueuert:
Und in der FAZ v. 17.3.99 (Natur und Wissenschaft) war zu lesen: "Hartnäckige Gefühlskälte
Viele schwierige Kinder bleiben schwierig / Biologische Gründe? 17.3.99 FAZ gen./ Studie Paul Hastings und Carolyn Zahn-Wexler
Schwierige Kinder werden nicht selten zu schwierigen Erwachsenen. Schon im Vorschulalter zeigen manche Jungen ein aggressives, uneinfühlsames Verhalten, das viele von ihnen ein Leben lang nicht ablegen. Auffallend impulsive und aggressive Kindergartenkinder tragen möglicherweise sogar ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene mit dem Strafgesetz in Berührung zu kommen. Indizien für diese seit einigen Jahren diskutierte "Risikothese" lieferte jüngst eine Untersuchung der Psychologen Paul Hastings und Carolyn Zahn-Wexler vom amerikanischen National Institute of Mental Health in Bethesda. Sie zeigt, daß sich "antisoziales" Verhalten bei Kindern oft nicht verliert, sondern im Lauf der Entwicklung sogar noch verfestigen kann.
In die Studie wurden 82 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren einbezogen. Die Forscher legten deren Müttern und Vorschullehrern einen Fragebogen vor, der Aufschluß über aggressive Verhaltensstörungen gibt. Anhand der Ergebnisse teilten sie die Kinder daraufhin in Gruppen mit hohem, mittlerem und niedrigem Entwicklungsrisiko ein. Anschließend stellten die beiden Psychologen Mitleid und Einfühlungsvermögen der Kinder auf eine experimentelle Probe. Sie zeigten den Kleinen bewegende Videogeschichten eines gleichaltrigen Kindes, dem der Hund davonläuft und dessen heißgeliebter Großvater schwer erkrankt. Das Ausmaß der dadurch hervorgerufenen Emotionen lasen die Forscher an Herzfrequenz, Schweißabsonderung und anderen Reaktionen des autonomen Nervensystems ab.
Das Einfühlungsvermögen der Kinder wurde in einem weiteren Versuchsdurchgang auf die Probe gestellt. Sowohl der Versuchsleiter als auch die Mutter simulierten an unterschiedlichen Tagen einen kleinen Laborunfall, bei dem sie sich aus der Perspektive des Kindes hätten verletzen können. Die aggressiven Jungen aus der Hochrisikogruppe - nicht aber die Mädchen, die generell einfühlsamer waren - verhielten sich in diesem Empathietest auffällig. Zwar ließ sie der Unfall nicht gleichgültig, doch neigten sie zu herzlosen Reaktionen, machten sich über das Opfer lustig, verhöhnten oder beschimpften es sogar.
Als die Tests zwei Jahre später wiederholt wurden, hatte sich bei einem Teil dieser Jungen das gefühlskalte Verhalten verfestigt. Sowohl im Experiment als auch in den Einschätzungen der Eltern und Lehrer fielen sie durch geringes Einfühlungsvermögen, mangelndes Verantwortungsbewußtsein und schwieriges Sozialverhalten auf. Sogar in ihren Eigenbeurteilungen beschrieben sich die Grundschüler auf ähnliche Weise. Eine Nachbefragung der Lehrer nach abermals zwei Jahren ergab, daß dieses Persönlichkeitsmerkmal bei vielen Kindern stabil blieb. Etliche der schwierigen Vorschulkinder waren auch mit neun Jahren noch schwierig. Auf einem sich verfestigenden Vorurteil kann diese Einschätzung nicht beruhen, denn die Lehrer hatten zwischenzeitlich gewechselt.
Nach Ansicht von Hastings und Zahn-Wexler läßt sich das wenig einfühlsame Wesen der schwierigen Kinder zum Teil mit ihrer biologischen Konstitution erklären. Sie schließen dies aus den vegetativen Reaktionen beim Betrachten der Videofilme. Kinder, die bei den traurigen Geschichten physiologisch stark angesprochen wurden, zeigten auch bei dem simulierten Unfall mehr Mitgefühl. Sie schienen generell empfindsamer zu sein. Wenn manche Kinder fiktives, aber auch wirkliches Leid anderer kalt läßt, so könnte dies nach Ansicht der Psychologen darauf hindeuten, daß es ihnen an physiologischer Aktivierung und damit an der körperlichen Grundlage für Mitleid mangelt.
Es fanden sich allerdings auch Hinweise dafür, daß ein Mangel an Empathie kein unabänderliches Schicksal sein muß. Möglicherweise können Kinder dieses emotionale Defizit bei geeigneter Erziehung nach und nach kompensieren. Die Forscher ermittelten nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Erziehungsstil der Mutter zur Zeit der ersten Untersuchung und der Einfühlungsbereitschaft ihres Kindes zwei Jahre später. Als günstig erwies es sich, wenn Mütter bestimmt und fordernd mit ihren Sprößlingen umgingen, ihnen bei unangemessenem Betragen ins Gewissen redeten und sie in rationaler Weise darauf aufmerksam machten, was sie mit ihrem Tun bei anderen anrichteten. Ein feindseliger Erziehungsstil hingegen ging häufig mit abgestumpften, gleichgültigen Reaktionen der Kinder einher."
Weiterführend auch: Hans Jürgen Eysenck, Kriminalität und Persönlichkeit, Dt. 1977 sowie Niels Birbaumer, Robert F. Schmidt: Biologische Psychologie.
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