Freitag, 6. März 2015

Steuerliche Ausbeutung





Nicht quadratisch, aber praktisch und billig, Reclams Sachbücher





El-Andalus! Da hört man immer wieder allerhand Löbliches. Alle sollen dort glücklich und zufrieden gewesen sein, und die Aristoteles-Kommentare des Ibn Rushd (Averroës, 1126-98) waren angeblich sehr wichtig für die Entwicklung Westeuropas. 
Die Wirklichkeit war anders. Schon die Eroberung Spaniens war kein Vergnügen für die Eroberten. Dabei blieb es, sie mußten zahlen. „Insgesamt wird man den Muslimen Desinteresse und Gleichgültigkeit gegenüber der christlichen Religion und Kultur, die sie nicht als ebenbürtig betrachteten, bescheinigen müssen. Die islamische Haltung kennzeichnete weniger eine bewußt gelebte Toleranz als vielmehr Indifferenz.“ 
(Pierre Guichard, Die islamischen Reiche des spanischen Mittelalters 711-1492, in: Geschichte Spaniens, Hg. Peer Schmidt, 2002, S. 101)
Die Mohammedaner zerstörten allerdings praktisch alle gotischen Spuren, in den spanischen Museen gibt es nichts mehr aus der Zeit der westgotischen Reiche. Die verschiedenen Emire und Kalifen waren vor allem an der eigenen Macht und der eigenen Prunkentfaltung interessiert. Ibn Rushds Schriften und er selbst wurden verboten und verbannt. Und eine Minderung des aristotelischen Einflusses auf die Scholastik hätte den zisterziensischen Reformer Bernhard von Clairvaux sehr gefreut, wie auch alle empirisch-analytisch denkenden Wissenschaftsfreunde. Mit seinen „Zweckursachen“ hat Aristoteles die europäische Wissenschaftsentwicklung lange Zeit gehemmt. Zugunsten blödsinniger Abschreiberei.

„Indifferenz“, übrigens, kennzeichnet das mohammedanische Verhältnis zu den Wissenschaften seit jeher und bis heute. Daher rührt der wissenschaftliche und zivilisatorische Rückstand des Orients. 











Donnerstag, 5. März 2015

Zauberlehrlingstreff EZB


Die EZB (alias Draghi) trampelt weiter auf dem Leitzins herum: er bleibt bei 0.05%. Zusätzlich startet sie ab nächsten Montag ein Anleihenkaufprogramm - eine indirekte Staatsfinanzierung. Not kennt kein Gebot, heißt es, und Notmaßnahmen wie eine Erhöhung der Liquidität haben ihren Sinn. In der Not. Sie helfen aber nicht gegen Faulheit, Verschwendung, Verschuldungssucht und Sozialstaat. Je mehr der Staat, der schlechte Unternehmer, unternimmt, desto weniger kommt heraus. Je mehr Geld der Staat umverteilt, desto stärker nimmt die Faulheit der Bürger zu - und desto unproduktiver werden sie. Die Neo-Keynesianer wie Draghi wollen die Pferde nicht nur saufen lassen, wie der ehemalige Wirtschaftsminister Karl Schiller es formulierte - sie setzen die ganze Landschaft unter Wasser. 

















Mittwoch, 4. März 2015

Mehr Epikur lesen







Sex gehört nicht zu den Dingen, die, so Diogenes von Oinoanda alias Epikur, zum glücklichen Leben verhelfen. 

Links: Epigraphica anatolica  Heft 45, 2012, S. 28





Dienstag, 3. März 2015

Sie erpressen den Steuerzahler



Es wird wieder gestreikt im Öffentlichen Dienst. Das heißt, die Gewerkschaft verdi will mehr Geld von den Steuerzahlern. Das ist eine Schweinerei, weil die Angestellten des Öffentlichen Dienstes praktisch unkündbar sind und daher ungefährdet zum Mittel der Nötigung und Erpressung greifen können. Und weil sie das Geld von Dritten, eben den Steuerzahlern, erpressen wollen. Die sind aber nicht Teil der Verhandlungen. Sie können sich auch nicht wehren. Daher muß die Rechtsschöpfung dahin gelangen, nur diejenigen Arbeitskämpfe im Bereich des Öffentlichen Dienstes zu akzeptieren, die keine Streikmaßnahmen beinhalten.

Artikel 9 GG

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.
(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.























Montag, 2. März 2015

Von Epikur bis Jefferson








Thomas Jefferson um 1800 (1743-1826)(Bild: Wiki./Rembrandt Peale)






Leben, Freiheit und das Streben nach Lebensglück nennt die Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 als unverzichtbare Rechte:
“certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness”.
Alle drei sind für die Zeit revolutionär, in Europa herrschen noch Adel und Monarchien, die ihre Bürger als Söldner verkaufen. Die Adel beutet noch in der Allianz mit dem Klerus den Dritten Stand aus. Zwei der Rechte wurden vorbildlich für spätere, bürgerliche Verfassungen, die Rechte auf Leben und Freiheit, doch mit dem Lebensglück taten sich europäische Staatsrechtler schwer. Sie schwärmten eher - gut hegelianisch - von der höheren Sittlichkeit des Staates. Das paßt(e) besser zu Untertan, Gehorsam, Uniform und Nation. 

Wie aber kommt das Lebensglück in die amerikanische Verfassung?
Da fällt uns doch das riesige Schriftdenkmal des Diogenes von Oinoanda (um 140) ein: „… wie may enjoy happiness through attainment of the goal craved by nature.“ (Übersetzung Martin Ferguson Smith, a.a.O., S. 12)

Da ist sie, die Happiness. Die Eudämonie des Epikur. Denn Diogenes war ein Freund Epikurs (341-270), der für ein glückliches Leben plädierte, nicht für Ruhm, Größe, Würde, Luxus, Sex und Amüsement. Die Philosophie, seine Philosophie, sollte dazu den Weg weisen.  
Und so erreichte die Happiness Thomas Jefferson, der sich als Epikureer verstand und den Entwurf für die Unabhängigkeitserklärung verfaßte. 









Ein kleines Bruchstück aus der riesigen Inschrift; im oberen Segment maßen die Buchstaben 3 cm

(Bild aus EPIGRAPHICA ANATOLIA, Heft 45, 2012, S. 10; s.a. www.dainst.org/de/project/oinoanda?ft=all )(Vgl. auch Blogeintrag v. 27.11.11)