Donnerstag, 13. August 2015
Schutzwälle und Schutzmauern gab es immer - die größte war die chinesische Mauer. Schutzanlagen sind auch heute nötig gegen illegale Eindringlinge. Von ganz anderer Art war die Berliner Mauer, die die eigene Bevölkerung eingemauert hat - am 13.8.15. Sie zog sich in verschiedener Form durch das ganze Land. Auf Ostdeutsche, die die sozialistische Diktatur der Ulbricht, Honecker und Gysi verlassen wollten, wurde scharf geschossen und viele verloren ihr Leben. Einer der schlimmsten Mauermord-Fälle war der des jungen Maurers Peter Fechter, den die SED-KZ-Wächter von der Mauer herunterschossen und eine Stunde lang verbluten ließen. /// Peter Fechter 1962, 17 August an der Mauer niedergeschossen
Mittwoch, 12. August 2015
Mit 18 Jahren Handwerker
“Die Auswahl der Schüler der ‘Harlem Success’ erfolgt durch ein Losverfahren. Die Charter Schools leisten mehr, weil sie sowohl rechenschaftspflichtig als auch autonom sind.” (Ferguson, Niedergang, S. 147)
Aber diese privaten Schulen sind öffentlich finanziert, und sie leisten Beträchtliches in sozial schwachen Stadtvierteln. Ferguson behandelt diesen Punkt im Kapitel “Zivilgesellschaft”, und im Rückgang privater Schulen sieht er eine der Schwächen des Westens.
Da hat er recht. Aber sieht er genau genug hin?
Nehmen wir den Ladenräuber Michael Braun aus Ferguson. Mit 18 Jahren verläßt er die Schule und will eine Lehre als Handwerker beginnen. Mit 18 Jahren! Alfred Krupp hat die Schule mit 14 verlassen. Der Wohlstand hat die Schulzeiten verlängert und verdirbt damit die Reifung der Schüler. Motiviert werden die überlangen Schulzeiten durch die Behauptung, längere Schulzeiten seine gut für alle, für die Schüler und für den Wohlstand. Das sind Einflüsterungen von “Bildungs”-Ideologen, die jeder Realität entbehren. Gerade Schüler aus schwachen Elternhäusern mit niedrigem IQ werden durch die langgezogenen Schulzeiten depraviert. Und die Ideologen dieser degenerativen Entwicklung kommen vorwiegend aus der Philosophischen Fakultät und den Sozialwissenschaften. Sie sind inflationär gewachsen und ihre Absolventen überziehen die Gesellschaft mit ihrer lähmenden Ideologie. Herr Ferguson, das haben Sie glatt vergessen!
Dienstag, 11. August 2015
Ein großartiger Vortrag!- Als Obama gewählt worden war, sprach er bei einem einschlägigen Besuch auch die Afro-Amerikaner an, die jedoch etwas mit Beifall geizten. Der Grund lag in der sehr direkten Ansprache eines sehr schwerwiegenden Problems: der schlimmen familiären Instabilität bei großen Teilen der afroamerikanischen Bevölkerung. Unverblümt forderte Obama die schwarzen jungen Männer auf, nicht nur bei der Zeugung ihrer Kinder anwesend zu sein. Das traf und trifft ins Schwarze. Man betrachte den Fall des Michael Brown in Ferguson. Er wohnte bei Mutter und Stiefvater. Der Ladenräuber hatte mit 18 üppiges Übergewicht, raubte Genußmittel, lief verkehrsbehindernd mit seinem Komplizen mitten auf der Straße und griff zuletzt noch einen Polizisten an. Eine Menge Holz in einer kurzen Zeitspanne. Man darf vermuten, daß seine Erziehung nicht die beste gewesen sein kann, und daß seine Selbsterziehung - der Hüne war immerhin erwachsen - ebenfalls defekt war. Moffitt informiert hier im erweiterten Nachgang von Walter Mischels legendärem Marshmellow-Test über mehrere Studien, die die große individuelle und soziale Bedeutung der Selbstkontrolle erweisen - unabhängig von dem sozialen Status der Herkunftsfamilie. Ob Gesundheit oder (mütterliche) Zuwendung, Ausbildung oder Lebenserfolg, Kriminalität und Lebenszufriedenheit - die Selbstkontrolle hat erstaunliche Bedeutung in vielen Bereichen und ihr Training erscheint geradezu als ein Patentrezept. Nicht zuletzt senkt es die Rate früher, ungewollter Schwangerschaften. Man muß Terrie Moffitt und ihren Mitarbeitern für diese jahrelange fruchtbare Arbeit großen Dank abstatten. /// Terrie Moffitt: Young Children's Self-Control and the Health and Wealth ...
Montag, 10. August 2015
Der Prozeß der Zivilisation ist umkehrbar
Anstieg der Homizidraten (tödliche Gewalt) während der vergangenen 40 Jahre in allen europäischen Staaten (mit Ausnahme Finnlands)
Quelle: Manuel Eisner, Individuelle Gewalt und Modernisierung in Europa, 1200 bis 2000, S. 85, in: Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität, hg. von Günter Albrecht u.a., 2001, stw )
Die geringere Zuwanderung in Finnland besonders aus der archaischen mohammedanischen Kultur weist auf die Gründe des Wiederanstiegs der schweren Gewaltkriminalität nach jahrhundertelangem Sinken hin (vgl. auch Susanne Karstedt, Individualismus und Gewalt: Extreme Modernisierung oder Re-Traditionalisierung der Gesellschaft. Ein interkultureller Vergleich, in: Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität, hg. von Günter Albrecht u.a., 2001, stw .
Ein Beispiel: Am 27.9.12 ermordete ein Marokkaner eine junge Frau und Mutter in Neuss. Der des Deutschen nicht mächtige Einwanderer in die Sozialkassen erstach mit zwei Messern bestialisch seine Arbeitsamtsachbearbeiterin.
Sonntag, 9. August 2015
Wie das Recht so spielt
„Das bürgerliche Recht setzt Prinzipien um, während das
Common Law Konflikte schlichtet“, zitiert der Historiker Niall Ferguson in
seinem Buch „Der Niedergang des Westens. Wie Institutionen verfallen und
Ökonomien sterben“ (2012) das Fazit
eines Aufsatzes von Andrei Shleifer et al.
Das Römische Recht determinierte das französische Recht, das
wiederum das kontinentaleuropäische Recht dominierte und damit heute das
EU-Recht.
Das englische Common Law ist wesentlich ein pragmatisches Richterrecht.
„Wieso erwies sich das französische Recht letztlich als
schlechter als das englische?
Weil die französische Krone im Mittelalter anders als die
englische auf ihre Vorrechte pochte. Weil Frankreich im Innern weniger
befriedet und im Äußeren angreifbarer war als England. Weil die französischen
Revolutionäre Richter aus Mißtrauen in Automaten verwandeln wollten, welche die
Gesetze genauso umsetzen, wie sie von der Legislative formuliert und
kodifiziert worden waren. Das hatte zur Folge, daß sie weniger unabhängig und
die Gerichte von der Prüfung administrativer Akte ausgeschlossen waren. Der
französische Freiheitsbegriff war in der Theorie absoluter und in der Praxis
weniger wirkmächtig. Auf jeden Fall zogen die Franzosen, wie Tocqueville beim
Vergleich zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich in den 1830er und
1840er Jahren scharfsichtig bemerkte, Gleichheit der Freiheit vor. Dies führte
zu einem starken Zentralstaat und einer schwachen Zivilgesellschaft, und als
Frankreich dieses Modell in seine Kolonien in Asien und Afrika exportierte,
waren die Ergebnisse sogar noch schlimmer.“ (Niall Ferguson, „Der Niedergang
des Westens. Wie Institutionen verfallen und Ökonomien sterben“, S. 103f.)
Bis heute, kann man konstatieren. Weswegen sich England
illegalen Eindringlingen etwas besser erwehren kann als Frankreich und
eventuell das EU-Rechteerlassungsrecht verlassen wird.
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