Freitag, 14. Juli 2017

R.SCHUMANN - Fantasiestucke for cello and piano op.73

Eine Frau, wie sie im Orient undenkbar war und immer noch ist



Die Multimillionenerbin hatte nicht viel Auswahl. Das lag an ihrem calvinistischen Religiotentum im katholischen Frankreich. Die Eltern Necker fingen mit der Bräutigam-Suche schon an, als Germaine erst 12 war. So wurde sie Madame de Stal, woraus dann die bekannte Staël wurde. Die sich wiederum zu einer Gegnerin des Kolossalkriegers Napoleon entwickelte, der ihr Buch “Über Deutschland” verbot. Darin besichtigt sie die deutschen Länder und kommt zu einem ähnlichen, wenn auch anders bewerteten Urteil wie Thomas Mann in seiner Schrift “Ansichten eines Konservativen”: Französische Plapperzivilisation und deutsches Dichter- und Denkertum. “Land der Dichter und Denker” stammt von Staël selbst, was zweifellos eine skurrile Kennzeichnung darstellt. Jedenfalls war sie eine muntere Dame und scheute den schlechten Weg mit der Kutsche nach Frankfurt, Weimar und Berlin nicht. Ein Schlaganfall beendete ihr Leben leider früh, am 14.7.1817, mit 51 Jahren, dergestalt den Spruch bestätigend: Du bist so alt wie deine Gefäße. Aber davon wußte die Gute nichts, die moderne, naturwissenschaftliche Medizin entwickelte sich erst gut 100 Jahre später.

















Donnerstag, 13. Juli 2017

Mary Halvorson Trio @ Saalfelden Jazz Festival 2010

Die Schule erzieht ihre Schüler







Der hochwald erzieht seine bäume



Sie des lichtes entwöhnend, zwingt er sie,
all ihr grün in die kronen zu schicken
Die fähigkeit,
mit allen zweigen zu atmen,
das talent,
äste zu haben nur so aus freude,
verkümmern


Den regen siebt er, vorbeugend
der leidenschaft des durstes


Er läßt die bäume größer werden
wipfel an wipfel:
Keiner sieht mehr als der andere,
dem wind sagen alle das gleiche


Reiner Kunze