Freitag, 5. Oktober 2018

Eutyphron


Immer Ärger mit den Religiösen. In diesem frühen Platon-Dialog EUTYPHRON werden jedenfalls elementare Fragen erörtert, auch wenn sie am Ende keine klare Lösung finden. Weil es keine einfachen und immer gültigen Lösungen gibt. Nur der religiöse Aberglauben erfindet sie. Und will sie allen überstülpen.

“Im Gespräch mit Euthyphron, einem frommen Mann und Priester, der Kraft seines Amtes zu wissen glaubt, was das Gute, das Edle und das Gerechte sei und deshalb auf dem Wege ist, seinen eigenen Vater zu denunzieren, durch dessen Mißgeschick ein Mensch zu Tode kam, läßt Platon den Sokrates sagen: »Worüber also müßten wir uns wohl streiten und zu was für einer Entscheidung nicht kommen können, um uns zu erzürnen und einander feind zu werden? Vielleicht fällt es dir eben nicht bei: allein, laß es mich aussprechen und überlege, ob es wohl dieses ist, das Gerechte und Ungerechte, das Edle und Schlechte, das Gute und Böse. Sind nicht dies etwa die Gegenstände, worüber streitend und nicht zur völligen Entscheidung gelangend wir einander feind werden, sooft wir es werden, du und ich sowohl als auch alle übrigen Menschen?«1

Burger, Rudolf. Im Namen der Geschichte: Vom Mißbrauch der historischen Vernunft (German Edition) (Kindle-Positionen29-36). zu Klampen Verlag. Kindle-Version.
















Hilary Hahn : Ernst - Last Rose of Summer

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Hin und her


Männerkongress 2018: „MÄNNER. MACHT. THERAPIE.“

Was steckt hinter der Rückkehr zu archaischen Männlichkeitsbildern?

Von: Victoria Meinschäfer … Prof. Dr. Matthias Franz vom Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie erklärt den aktuellen Anlass für die Themenwahl: „Viele Männer sind stark verunsichert. Migration von außen, soziale Segregation von innen, Globalisierung, wachsende Umweltzerstörung, Digitalisierung der Arbeitswelt – all das befördert individuelle und kollektive Ängste.“"
Müßte man nicht zuerst fragen, warum sich die meisten Männer rasieren? Denn der Bart und die langen Haare sind ‘archaisch’, sozusagen Neandertal pur. So, wie die Hominiden eben ursprünglich aussahen. Insbesondere seit der Erfindung der elektrischen Rasierapparate hat sich das angenehm geändert. Aber es gibt immer Pendelbewegungen zurück zur Grundausstattung, zum elementaren Stammeserbe. 1968 waren lange Haare und Bart Ausdruck des Protestes gegen alles Mögliche, und gegen alles Traditionelle. Bei Rockmusikern wurde es vielfach zur Uniform bis heute. Das hat weiter keine Bedeutung, aber dieses Hin- und Her zwischen Neandertal und rasiertem Saubermann im Anzug wird so auch weiter zu erwarten sein, von der Mode zusätzlich angefeuert.
Wichtiger als das Erscheinungsbild sind allerdings die psychischen und sozialen Eigenschaften: Offenheit, Verläßlichkeit, Extra- und Introversion, Labilität und Verträglichkeit. Darauf kommt es an. Und sie gedeihen nicht überall gleichmäßig gut. In manchen Gruppen - Männerbild hin, Frauenbild her - wird Offenheit für Erfahrungen brutal unterdrückt, und wenn es durch die Ermordung der Schwester wäre.
Auch die Verläßlichkeit hat nicht überall die Gruppenunterstützung. Zu Beginn des Films “Easy rider” werfen die Langhaarträger ihre Uhren weg, mitsamt der Arbeit und ihrer Familie, und fahren los ins Blaue.
Extraversion als Geselligkeit genießt gruppenübergreifend viel Anerkennung, doch geht sie schnell auf Kosten des Individuums und des Zeitkontos; Newton und Nietzsche waren introvertiert.
Emotionale Labilität findet in Gruppen ebenfalls unterschiedliche Beachtung, je nach Wissen über psychische Zusammenhänge wird zum Beispiel ausgebeutet oder Hilfestellung geleistet.
Und schließlich ist die Verträglichkeit eine wichtige Dimension des Verhaltens. Blutrache, chronische Familien- und Stammesfehden sowie Bürgerkriege geben den Kindern eine fatale Orientierung.
Man könnte also sagen: Die Gruppen unterscheiden sich. Ob Glatze, Bart oder Zöpfe, egal:

Halte dich an die zivilisatorisch arrivierten Gruppen. Diskriminiere (lat. discriminare - unterscheiden) Personen und Gruppen, die zivilisatorisch zu wünschen übrig lassen. Laß dich nicht verunsichern durch Psycho-Onkels und Psycho-Onkelinnen!     

















Immer das gleiche Spiel: "Ernennung zum Richter am Supreme Court


1991 wurde Clarence Thomas nach dem Rücktritt von Richter Thurgood Marshall von Präsident George Bush für dessen Nachfolge am Supreme Court nominiert.

In den Hearings im von den Demokraten kontrollierten Justizausschusses schlug Thomas von demokratischer Seite wegen seiner Ablehnung von gezielter Vorteilsgewährung für Minderheiten (Affirmative Action) und seiner vermuteten Opposition gegen ein Recht auf Abtreibung heftiger Widerstand entgegen. Zudem wurden seine fachlichen Qualifikationen und sein Intellekt angezweifelt. Als im Verlauf der Hearings Vorwürfe laut wurden, Thomas habe eine frühere Untergebene, Anita Hill, sexuell belästigt, wurden die Anhörungen zum Medienspektakel. Die entsprechenden Zeugenaussagen gegen Thomas vermochten den Ausschuss jedoch nicht zu überzeugen und er überwies die Nominierung – ohne Antrag pro oder contra – an das Senatsplenum. Thomas bezeichnete das Verfahren in den wiedereröffneten Anhörungen am 11. Oktober 1991 als „High-Tech-Lynching für aufmüpfige Schwarze“[1]. Vier Tage später bestätigte der Senat Thomas mit 52:48 Stimmen im Amt, dem knappsten Ergebnis bei Richterwahlen im 20. Jahrhundert. ..." Wikip.