Montag, 19. Juli 2021

Platon und Nietzsche Un-Zeitgenossen im Gespräch

Sie haben ziemlich viel gedacht und geschrieben, diese beiden, der Adelssproß Platon und der Pastorensohn Nietzsche; insgesamt sind mehr Mißverständnisse herausgekommen als gültige Erkenntnisse. Oder ist das beschönigend? Immerhin hat Platon mit seinen „Politeia“ die Vorlage für Stalin und Hitler geliefert. Und hat nicht Nietzsche solche Gedankenblasen losgelassen wie „Was fällt, das soll man auch noch stoßen!“*

Zuviel haben sie gewollt, zuwenig Kenntnisse besaßen sie, zu unbescheiden waren sie. 

Denn für diese Welt ist der Mensch nicht schlau genug, niemals merkt er eben allen Lug und Trug, den er auch selbst produziert.  


*Nietzsche, Zarathustra, 20: 

„Oh meine Brüder, bin ich denn grausam? Aber
 ich sage: was fällt, das soll man auch noch stossen!

Das Alles von Heute — das fällt, das verfällt: wer
wollte es halten! Aber ich — ich will es noch stossen!“

Donnerstag, 15. Juli 2021

Sie haben es bewältigen müssen ohne Dieseltechnik in Großgerät

 “1446 regnete es von Mitte Juli in einem fort bis in den Herbst.”

Glaser, Rüdiger: Klimageschichte Mitteleuropas - 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen

Teil II: 1000 Jahre Hitze, Fluten, Eis und Sturm

Klima von 1000 bis 1500, S. S. 69 


Mittwoch, 14. Juli 2021

Klimaschau #51: Zweifel an Hypothese "Mehr Kältewellen durch Klimaerwärm...

Hand auf's Herz: Wäre es nicht einfacher und sehr viel, viel billiger, mit richtigen - also grundlastfähigen - Kraftwerken Strom zu erzeugen? Die stehen zur Verfügung, sie heißen Kernkraftwerke und erzeugen Tag und Nacht, bei Flaute und bei Sturm, billig und zuverlässig Strom; und aus ihren Schornsteinen steigt nur weißer, schöner Wasserdampf!   

Was ist der Mensch? Ein Rätsel?

Jedenfalls ein Kontaktpunkt: 

“Wenn wir an die Komplexität chemischer oder organischer Prozesse denken, an die Makromoleküle des menschlichen Körpers, von dessen Funktionieren wir nur eine vage Idee haben, dann müssen wir den Menschen als einen Kontaktpunkt verschiedener Systeme, mentaler, organischer, neurophysiologischer, genetischer Systeme konzipieren, deren Zwischenbeziehungen sehr komplex sind, aber die unter dem Gesichtspunkt einer Reduktion von Komplexität gesehen werden. Eine Beschreibung der Gesellschaft muß sich dieser neuen Dimension anpassen.” 

Luhmann, Archimedes und wir, Interviews, S. 50


Und natürlich begegnen sich im Menschen soziale Rollen und Zugehörigkeiten. 

In den Kontaktprozessen zwischen den Systemen können Irritationen auftreten. Vom neurophysiologischen System können zum Beispiel durch Drogeneinfluß soziale Handlungsimpulse - also Sozialverhalten - ungewöhnlicher Art ausgehen.


Montag, 12. Juli 2021

“Der Aufstieg des Bürgertums”

So kann man es in der Geschichtsschreibung lesen. Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht sehr zutreffend. Wie es in der Wissenschaft so geht. Guter Standard, denn das meiste ist völlig falsch. Beim “Aufstieg des Bürgertums” fragt Luhmann versteckt und witzelnd, wo denn die Leiter gestanden habe. Den Aufstieg einer ganzen Schicht konnte “es selbstverständlich nicht geben”. “Wenn aber nicht durch Aufstieg einer neuen Klasse: wie sonst wurde die alte Ordnung der Dinge zerstört? Unsere Antwort lautet: durch die Ausdifferenzierung von Funktionssystemen.” 

In einem zeitlichen Prozeß bildete sich heraus, daß “für Politik nur noch Politik, für Kunst nur noch Kunst, für Erziehung nur noch Anlagen und Lernbereitschaft, für die Wirtschaft nur noch Kapital und Ertrag zählen”.*


Die Herkunft tritt zurück, die Schichtungsperspektive wird zum Hobby von Linken; in der Realität kann ein Bodybuilder mit Hauptschulabschluß Gouverneur werden, eine Pastorentochter ohne Beruf Regierungschefin und ein Montagearbeitersohn Medizinprofessor und milliardenschwerer Firmenchef.   


*Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 706ff.