Grenzen sichern, Asylrecht ändern
Die Damen und Herren Grundgesetz-Autoren waren erfüllt vom Schrecken der Hitler-Diktatur. Daher stammt der Asyl-Artikel, der heute und seit Jahrzehnten massenhaft mißbraucht wird. Die schnellen Kommunikations- und Reisemöglichkeiten der Gegenwart machen den Mißbrauch möglich und laden dazu ein. Das konnte niemand voraussehen. Differenzierung tut heute not. Dazu muß man aber das individuelle Anrecht auf Asyl aus dem Grundgesetz streichen zugunsten eines Kontingents, das im Innenministerium verwaltet wird und in Zahl und Anpassungsfähigkeit der Asylbegehrenden Rücksicht auf die heimische Bevölkerung nimmt.
Das Asylrecht in der jetzigen Form ist eine Gefährdung der inneren Sicherheit. In der Verfassung, die in Artikel 146 angemahnt wird, kann die Gewährung eines Massenmißbrauchsasylrechts nicht mehr stehen.
Freitag, 7. Juni 2024
Grenzen sichern, Asylrecht ändern
Donnerstag, 6. Juni 2024
Kafka und das ewige Leben
Dawkins und Kafka
Kafka, Eine kaiserliche Botschaft
Der Kaiser – so heißt es – hat dir, dem Einzelnen, dem jämmerlichen Untertanen, dem winzig vor der kaiserlichen Sonne in die fernste Ferne geflüchteten Schatten, gerade dir hat der Kaiser von seinem Sterbebett aus eine Botschaft gesendet. Den Boten hat er beim Bett niederknien lassen und ihm die Botschaft ins Ohr geflüstert; so sehr war ihm an ihr gelegen, daß er sich sie noch ins Ohr wiedersagen ließ. Durch Kopfnicken hat er die Richtigkeit des Gesagten bestätigt. Und vor der ganzen Zuschauerschaft seines Todes – alle hindernden Wände werden niedergebrochen und auf den weit und hoch sich schwingenden Freitreppen stehen im Ring die Großen des Reichs – vor allen diesen hat er den Boten abgefertigt. Der Bote hat sich gleich auf den Weg gemacht; ein kräftiger, ein unermüdlicher Mann; einmal diesen, einmal den andern Arm vorstreckend schafft er sich Bahn durch die Menge; findet er Widerstand, zeigt er auf die Brust, wo das Zeichen der Sonne ist; er kommt auch leicht vorwärts, wie kein anderer. Aber die Menge ist so groß; ihre Wohnstätten nehmen kein Ende. Öffnete sich freies Feld, wie würde er fliegen und bald wohl hörtest du das herrliche Schlagen seiner Fäuste an deiner Tür. Aber statt dessen, wie nutzlos müht er sich ab; immer noch zwängt er sich durch die Gemächer des innersten Palastes; niemals wird er sie überwinden; und gelänge ihm dies, nichts wäre gewonnen; die Treppen hinab müßte er sich kämpfen; und gelänge ihm dies, nichts wäre gewonnen; die Höfe wären zu durchmessen; und nach den Höfen der zweite umschließende Palast; und wieder Treppen und Höfe; und wieder ein Palast; und so weiter durch Jahrtausende; und stürzte er endlich aus dem äußersten Tor – aber niemals, niemals kann es geschehen -, liegt erst die Residenzstadt vor ihm, die Mitte der Welt, hochgeschüttet voll ihres Bodensatzes. Niemand dringt hier durch und gar mit der Botschaft eines Toten. – Du aber sitzt an deinem Fenster und erträumst sie dir, wenn der Abend kommt.
Wäre Dawkins überzeugender, wenn er sich der Methode Kafka befleißigen würde? Vielleicht, jedenfalls ist Kafka weit behutsamer und phantasiereicher als der polemische Atheist. Am Abend, am Lebensabend, wünscht sich der Wartende eine spezielle Nachricht, die Botschaft des ewigen Lebens. Die Botschaft stammt von einem Sterbenden, dessen Macht verlischt wie sein Leben. Kräftigt das die Botschaft? Nur in der Erwartung des Wünschenden. Es ist eine Botschaft der Unmöglichkeit, geboren aus dem Sterbeprozeß. Das ist ein origineller Kommentar Kafkas zur Legende der Heilsgeschichte.
Mittwoch, 5. Juni 2024
Kafka und der Liberalismus
Du mußt ihn selber finden!
Denke selbst, sapere aude.
Kafka und der Liberalismus
Franz Kafka
Gib’s auf!
Es war sehr früh am Morgen, die Straßen rein und leer, ich ging zum Bahnhof. Als ich
eine Turmuhr mit meiner Uhr verglich, sah ich, dass es schon viel später war, als ich
geglaubt hatte, ich musste mich sehr beeilen, der Schrecken über diese Entdeckung ließ
mich im Weg unsicher werden, ich kannte mich in dieser Stadt noch nicht sehr gut aus,
glücklicherweise war ein Schutzmann in der Nähe, ich lief zu ihm hin und fragte ihn
atemlos nach dem Weg. Er lächelte und sagte: „Von mir willst du den Weg erfahren?“
„Ja“, sagte ich, „da ich ihn selbst nicht finden kann.“ „Gib’s auf, gib’s auf“, sagte er und
wandte sich mit einem großen Schwunge ab, so wie Leute, die mit ihrem Lachen allein
sein wollen.
Montag, 3. Juni 2024
Kafka und die Pfadabhängigkeit
Franz Kafka (1883-1924)
Kleine Fabel
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so
breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich
rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so
schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im
Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ - „Du musst nur die Laufrichtung
ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Ein Fall von Pfadabhängigkeit. Einer solchen ist schwer zu entgehen, sowohl positiv wie negativ. Kafka wäre aber nicht Kafka, wenn er nicht unbedingt die negative Laufrichtung - nicht nur hier - bevorzugen würde.
Religionen sind besondere Systeme zur Erzeugung von Pfadabhängigkeit.
Dienstag, 19. März 2024
Ukrainekrieg, Hardt-Interview bei DW/YT
Es steht viel auf dem Spiel regional und global - China beobachtet genau, ob es sich vielleicht einen Angriff auf Taiwan erlauben kann, und die Ukraine leidet schwer unter diesem imperialistischen Krieg. Der Herr Hardt redet zwar kein dummes Zeug wie Altkanzler Schröder und Fraktionschef Mützenich, aber was er da herunterleiert von “Volkswille”, Nawalny und Solschenizyn, das klingt wenig überzeugend. In Deutschland gehen die Parteien sehr eigenartig mit dem “Volkswillen” um, keinen Kandidaten kann man als Person wählen, nur die Parteien können gewählt werden, und diese Macht nutzen die Parteizentralen bei der Kandidatenaufstellung weidlich aus. Man lese bei dem ehemaligen Bundespräsidenten Weizsäcker nach. Und im Krieg gibt es keine sicheren Einschätzungen, schon gar nicht von Leuten, die offenbar nicht wissen, daß Solschenizyn und Putin zu einem trauten Verhältnis gefunden haben.