mo -5°s mi 0° s
- Na bitte: ISLAM heißt nicht nur Frieden, sondern auch Gnade: "Gnade zum Opferfest. Von Rainer Hermann. König Abdullah: Gnade für das „Mädchen von Qatif”
FAZ 18. Dezember 2007 Zum Opferfest erlässt der saudische König gewöhnlich Verbrechern die Strafe. Eine Verbrecherin ist für die strenge saudische Justiz auch das 19 Jahre alte „Mädchen von Qatif“. So heißt in der Presse die junge Frau, die vor mehr als einem Jahr von sieben Männern verschleppt und vergewaltigt worden war.
Als das geschah, war sie in der Begleitung eines Mannes gewesen, der nicht mit ihr verwandt und auch nicht ihr Ehemann war. Wegen dieses Verstoßes gegen die in Saudi-Arabien vorgeschriebene Geschlechtertrennung wurde sie vor einem Jahr knappen in erster Instanz zu 90 Peitschenhieben verurteilt. Die jugendlichen Vergewaltiger erhielten Haftstrafen von zwei bis sieben Jahren.
Strafe auf 200 Peitschenhiebe erhöht
Das „Mädchen von Qatif“, dessen Name bis heute nicht bekannt ist, legte Berufung ein, worauf das Gericht die Strafe am 14. November auf 200 Peitschenhiebe erhöhte und dazu noch eine Haftstrafe von sechs Monaten verhängte.
Als Grund gaben die Richter in Qatif an, dass sich das Mädchen in unerlaubter männlicher Gesellschaft befunden habe. Nur deswegen sei auch die Vergewaltigung möglich gewesen. Drastisch erhöht worden sei die Strafe als Reaktion darauf, dass die Frau über mit der Hilfe der Presse das Gericht beeinflussen wollte. Ihr Anwalt Abdurrahman al Lahim verlor deswegen sogar seine Lizenz.
Machtkampf mit den konservativen Religionsgelehrten
Es hätte noch schlimmer kommen können. Denn die junge schiitische Muslima aus Qatif hatte den Rechtsweg noch nicht ganz ausgeschöpft. Die nächste Instanz wäre das Appellationsgericht in der Hauptstadt Riad gewesen. Dem sitzt der Richter Ibrahim Bin Salih Al Chudairi vor.
Er hatte in einem Interview mit der Zeitung „Okaz“ am 27. November gesagt, er hätte die junge Frau zum Tode verurteilt. König Abdullah kam ihm nun zuvor, hob das Urteil gegen die Frau auf und ordnete an, dem Anwalt die Lizenz zurückzugeben.
Mutmaßlich provoziert er damit einen neuen Machtkampf mit den konservativen Religionsgelehrten und der von ihnen dominierten Justiz. Erst im Oktober hatte Abdullah angeordnet, das Justizwesen, umzugestalten und zu modernisieren.
Nicht an die Geschlechtertrennung gehalten
Zu den mächtigen konservativen Religionsgelehrten gehört Justizminister Muhammad Al Scheich, ein Nachkomme von Ibn Abdalwahhab, dem Begründers des wahhabitischen Islams. Der Justizminister versuchte nun aus der Not, in die er geraten war, eine Tugend zu machen, und sagte der saudischen Zeitung „Al Dschasira“, der König habe das Urteil ja nicht angezweifelt, sondern lediglich das Leid der Verurteilten gemildert. Abdullah habe im öffentlichen Interesse das Recht zu Gnadenerlassen - er wollte damit andeuten, dass das Urteil nicht falsch sei.
Ende November hatte sein Ministerium zwei Texte ins Internet gestellt, in denen behauptet wurde, die junge Frau habe ihr unzüchtiges Verhalten gestanden. Sie habe auch zugegeben, vor ihrer Verschleppung unbekleidet im Wagen des Mannes gewesen zu sein. Es sei bedauerlich, dass die Presse Partei für die junge Frau ergriffen habe. Zudem trat ein Beamter des Justizministeriums im saudischen Fernsehen auf und sagte, die Frau trage selbst die Schuld an ihrer Vergewaltigung, weil sie sich nicht an die vorgeschriebene Geschlechtertrennung gehalten habe.
Druck von Menschenrechtsorganisationen
Die junge Frau, die die Sympathien der saudischen Öffentlichkeit gewonnen hatte, sollte dämonisiert und diskreditiert werden. Die meisten Saudis glaubten nämlich ihre Darstellung, nach der sie, nun verheiratet, mit ihrem früheren Verlobten unterwegs war, der ein gemeinsames Bild von beiden besaß. Während ihres Treffens wollte er ihr das Foto überlassen. Die junge Frau sah dabei die Chance, von ihm nicht länger erpresst zu werden.
Nach dem zweiten Urteil am 14. November wandte sich der Anwalt Lahim an die saudische Menschenrechtsorganisation, das „Mädchen von Qatif“ mit einem Gnadengesuch an den König. Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ schaltete sich ein und der amerikanische Präsident Bush protestierte bei König Abdullah.
Der Monarch habe aber trotz des internationalen Interesses an dem Fall völlig unabhängig entschieden und sich nicht durch das Ausland drängen lassen, sagte jetzt Mufleh al Qahtani von der saudischen Menschenrechtsgesellschaft. Unklar war am Montag nur noch, ob auch ihrem früheren Verlobten die Peitschenhiebe erlassen worden sind.
- "Türkei: Der Paukenschlag des Pianisten. Wie gefährlich ist die Regierung Erdogan? Mit der Ankündigung, wegen des sich ausbreitenden Fundamentalismus seiner türkischen Heimat den Rücken kehren zu wollen, hat der Pianist Fazil Say das Land in einen neuen Streit gestürzt. " // Die demokratisch gewählte Regierung Erdogan ist ein Klon der demokratisch gewählten Regierung Hitler. Die wirtschaftlichen Erfolge bestätig(t)en scheinbar beide. Für beide ist die Demokratie nur ein Vehikel für ihre revolutionären Absichten. Das Wahl-Argument ist zweitrangig gegenüber der individuellen Freiheit, die der Koran vollständig und ohne jede Ausnahme verneint (vgl. Kelec, FAZ 17.12.). Und der Koran ist wie seinerzeit MEIN KAMPF das Fundament der Regierung Erdogan und seiner Parteibewegung. Die Demokratie ist völlig unverzichtbar, aber noch sehr viel schwerer wiegt die individuelle Freiheit. Eine Demokratie, die die individuellen Rechte nicht durch einen zivilisierten Rechtsstaat stabil garantiert, ist nicht sehr viel wert. In einer Gesellschaft, in der nicht die Luft der Freiheit weht, kann keine liberale Demokratie gedeihen.
- - Keine IBACH-Klaviere mehr: schade. Kein Argument für Bonze Beck.
- Interessant: "Eine bürgerliche Revolution in der Schweiz
Als Insider schüttelt man ob der verzerrenden Berichterstattung über die politischen Verhältnisse in der Schweiz oftmals ungläubig den Kopf. In der Schweiz findet zurzeit, weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, nichts weniger als eine bürgerliche Revolution statt. Wachsende Bevölkerungsteile der westlichen Zivilisation sind immer weniger bereit, die negativen politischen Auswirkungen der letzten Jahre stillschweigend zu akzeptieren. Staatsverschuldung, immer höhere Steuern, ungehinderte Zuwanderung und so weiter haben einen negativen Einfluss auf unsere Lebensqualität. Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb wir diese Auswirkungen nicht bekämpfen sollten. Trotz ihrer Langsamkeit beginnt diese Umwälzung, wohl auf Grund der stark ausgebauten Volksrechte, in der Schweiz und wird in den nächsten Jahren die gesamte westliche Welt erfassen. In der Gefolgschaft dieser Umwälzung befinden sich mittlerweile Zehntausende erstklassig ausgebildete, bestverdienende, meist drei- bis viersprachige junge Akademiker. Wer dahinter hinterwäldlerischen Populismus für Zukurzgekommene oder Rassismus vermutet, hat rein gar nichts verstanden. Unser Ziel besteht darin, unter Berücksichtigung der bürgerlichen Tugenden den allgemeinen gesellschaftlichen Niedergang zu stoppen und den Menschen als freie und selbstverantwortliche Individuen ihre Würde zu garantieren. Wir wollen einen kleinen, effizienten Staat, weniger Staatsverschuldung auf Kosten der nächsten Generation und eine qualitativ hochstehende Zuwanderung von Arbeitenden.
Wer dies begriffen hat, versteht, wie brisant diese Ziele für die bisherigen Profiteure des Niedergangs sind, und der versteht auch, wieso sich ein Filz aus Politik und Medien mit dermaßen schrillen Tönen dagegen wehrt."
DR. NILS LEUZINGER, PFÄFFIKON, SCHWEIZ LB Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2007, S. 8
- - Brandt: "Mauerfall und Wiedervereinigung waren auch ein Verdienst Brandts, der früh dazu beitrug, dass nicht nur kommunistische Diktatoren, sondern auch deren osteuropäische Völker den Deutschen wieder zu vertrauen begannen. Andere Gründe für den Zusammenbruch des Ostblocks und die vielfältigen Grenzöffnungen waren aber der von Brandt kritisierte Nato-Doppelbeschluss, der die UdSSR an ihre wirtschaftlich-militärischen Grenzen trieb, und der Erfolg der polnischen Gewerkschaft Solidarität, der Brandt distanziert gegenüberstand. Die Ausstellungsmacher haben hier einen etwas zu hagiographisch-monokausalen Blick walten lassen." Willy-Brandt-Haus in Lübeck. Die schönste Gedenkstätte für einen Kanzler. Von Martin Thoemm, FAZ // Da gäbe es noch viel anzumerken, etwa die Widerzulassung der SED-Filiale KPD als DKP, die massenhaft junge Gimpel anzog und verheizte, die Schönrederei der DDR, die die SPD betrieb, der Beginn der gigantischen staatlichen Schuldenmacherei, die Aufblähung des öffentlichen Dienstes ...
Dienstag, 18. Dezember 2007
Montag, 17. Dezember 2007
Zappa, Putin, Pleistozän
mi 2° s a -3° klar 7825 1,4375
- Ein Lob den 68ern, den Musikern: anders als die Politschaum- und Straßenschläger vom Schlage Joschka Fischers haben sie etwas Schönes hinterlassen: "Hot Rats", beispielsweise, Zappas mitreißende, so einfallsreich wie präzise gespielte Jazzrockplatte; und auch die ganz alten Klamotten wie FREAK OUT können sich noch hören lassen; die Texte sind schwächer, aber nie unintelligent, oft geschmacklos, oft witzig und machmal wirklich glänzend, wie etwa das umwerfende Lied von BOBBY BROWN voller funkelndem Witz und Spott (auf "Sheik Yerbouti"). Schade, daß Z. das Rauchen nicht aufgeben konnte.
- Nach dem Palaverende der 14000 (!) Klimaspesenritter auf Bali: '"Amerika distanziert sich vom Klima-Kompromiss : "Nicht nur Industriestaaten gefordert" / Vages Mandat für Verhandlungen in Bali beschlossen." 17.12.
-"Steinmeier lobt Putin: „Hohes Maß an Stabilität“
Außenminister Steinmeier hat dem russischen Präsident Putin bescheinigt, er habe in seiner Regierungszeit ein „hohes Maß an Stabilität“ erreicht. „Zertifikate über die Qualität der russischen Regierungsform“ wolle er aber nicht ausstellen, sagt Steinmeier im F.A.Z.-Interview." // Ich finde, daß Steinmeier ein klasse Kölner Karnevalsprinz wäre ... seine Kanzlerin wäre zudem eine gute JUNGFRAU im Team! Vielleicht könnten sie zusammen eine nette Karnevalssitzung mit YUKOS-Chef Chodorkowsky im GulagKZ veranstalten. Mit Direktübertragung.
- " Kasparow um Wahl gebracht - Der russische Oppositionspolitiker und frühere Schachweltmeister Garri Kasparow wird nicht zur Präsidentenwahl im März antreten ... in ganz Moskau Sitzungssäle verweigert worden ..." 14.12. FAZ
- " Brown kritisiert Moskau - Der britische Premierminister hat die Schließung von drei Zweigstellen des "British Council" durch die russische Regierung ..." 14.12. FAZ
- "Jagd auf Putin-Muffel
Nachspiel zu den Duma-Wahlen
Als Nachbereitung der am meisten vorhersehbaren Duma-Wahlen im postsowjetischen Russland blasen die Provinzgouverneure zur Jagd auf Putin-Muffel. ..." FAZ 15.12.
- - "Pleistozän
Das Pleistozän (1,7 Mio. - 10.000 Jahre) ist die untere Abteilung des Quartärs und wird unterteilt in Unteres und Oberes Pleistozän. Sie ist eine Zeit großer Vereisungen und wird deshalb auch Eiszeitalter genannt. Gegliedert wird es nach den Hauptvereisungen vom Älteren zum Jüngeren in Nordeuropa in präglaziale Komplexe, Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeit. Im Alpenraum erfolgt die Unterteilung in Günz-, Mindel-, Riß- und Würm-Kaltzeit. Die zwischen den Kaltzeiten befindlichen Warmzeiten heißen in Nordeuropa Cromer, Holstein und Eem.
Die genannten Kalt- und Warmzeiten geben allerdings nur einen groben Überblick. nach neueren Forschungsergebnissen fand insgesamt ein 23maliger Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten statt.
Die Prähistorie gliedert das Pleistozän nach Kulturstufen des Menschen in Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit.
Wichtige Ereignisse:
- mehrfache drastische Kältevorstöße (Kalt- oder Eiszeiten in vielen Gebieten der Erde), unterbrochen von ausgeprägten Warmzeiten
- Veränderung des Erdreliefs durch Gletscher
- Kälteformen der Tiere und Pflanzen (Dryas-Flora) in Steppen und Tundren
-- Entwicklung von verschiedenen Hominiden
- verbreitet von Riesenwuchs bei Wirbeltieren
- durch Eiszeiten bedingter Artentod
- Neandertaler, Homo-erectus- und Homo-sapiens-Formen
(http://www.geoglossar.de/erdgeschichte/pleistozaen/pleistozaen.html)
- Ein Lob den 68ern, den Musikern: anders als die Politschaum- und Straßenschläger vom Schlage Joschka Fischers haben sie etwas Schönes hinterlassen: "Hot Rats", beispielsweise, Zappas mitreißende, so einfallsreich wie präzise gespielte Jazzrockplatte; und auch die ganz alten Klamotten wie FREAK OUT können sich noch hören lassen; die Texte sind schwächer, aber nie unintelligent, oft geschmacklos, oft witzig und machmal wirklich glänzend, wie etwa das umwerfende Lied von BOBBY BROWN voller funkelndem Witz und Spott (auf "Sheik Yerbouti"). Schade, daß Z. das Rauchen nicht aufgeben konnte.
- Nach dem Palaverende der 14000 (!) Klimaspesenritter auf Bali: '"Amerika distanziert sich vom Klima-Kompromiss : "Nicht nur Industriestaaten gefordert" / Vages Mandat für Verhandlungen in Bali beschlossen." 17.12.
-"Steinmeier lobt Putin: „Hohes Maß an Stabilität“
Außenminister Steinmeier hat dem russischen Präsident Putin bescheinigt, er habe in seiner Regierungszeit ein „hohes Maß an Stabilität“ erreicht. „Zertifikate über die Qualität der russischen Regierungsform“ wolle er aber nicht ausstellen, sagt Steinmeier im F.A.Z.-Interview." // Ich finde, daß Steinmeier ein klasse Kölner Karnevalsprinz wäre ... seine Kanzlerin wäre zudem eine gute JUNGFRAU im Team! Vielleicht könnten sie zusammen eine nette Karnevalssitzung mit YUKOS-Chef Chodorkowsky im GulagKZ veranstalten. Mit Direktübertragung.
- " Kasparow um Wahl gebracht - Der russische Oppositionspolitiker und frühere Schachweltmeister Garri Kasparow wird nicht zur Präsidentenwahl im März antreten ... in ganz Moskau Sitzungssäle verweigert worden ..." 14.12. FAZ
- " Brown kritisiert Moskau - Der britische Premierminister hat die Schließung von drei Zweigstellen des "British Council" durch die russische Regierung ..." 14.12. FAZ
- "Jagd auf Putin-Muffel
Nachspiel zu den Duma-Wahlen
Als Nachbereitung der am meisten vorhersehbaren Duma-Wahlen im postsowjetischen Russland blasen die Provinzgouverneure zur Jagd auf Putin-Muffel. ..." FAZ 15.12.
- - "Pleistozän
Das Pleistozän (1,7 Mio. - 10.000 Jahre) ist die untere Abteilung des Quartärs und wird unterteilt in Unteres und Oberes Pleistozän. Sie ist eine Zeit großer Vereisungen und wird deshalb auch Eiszeitalter genannt. Gegliedert wird es nach den Hauptvereisungen vom Älteren zum Jüngeren in Nordeuropa in präglaziale Komplexe, Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeit. Im Alpenraum erfolgt die Unterteilung in Günz-, Mindel-, Riß- und Würm-Kaltzeit. Die zwischen den Kaltzeiten befindlichen Warmzeiten heißen in Nordeuropa Cromer, Holstein und Eem.
Die genannten Kalt- und Warmzeiten geben allerdings nur einen groben Überblick. nach neueren Forschungsergebnissen fand insgesamt ein 23maliger Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten statt.
Die Prähistorie gliedert das Pleistozän nach Kulturstufen des Menschen in Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit.
Wichtige Ereignisse:
- mehrfache drastische Kältevorstöße (Kalt- oder Eiszeiten in vielen Gebieten der Erde), unterbrochen von ausgeprägten Warmzeiten
- Veränderung des Erdreliefs durch Gletscher
- Kälteformen der Tiere und Pflanzen (Dryas-Flora) in Steppen und Tundren
-- Entwicklung von verschiedenen Hominiden
- verbreitet von Riesenwuchs bei Wirbeltieren
- durch Eiszeiten bedingter Artentod
- Neandertaler, Homo-erectus- und Homo-sapiens-Formen
(http://www.geoglossar.de/erdgeschichte/pleistozaen/pleistozaen.html)
Sonntag, 16. Dezember 2007
Winter, Blocher
mo -2° s m 4° s a -4° Heizöl 72,20 (69,75)
Zwei große Bussarde fliegen gemeinsam um die Hausecke. Na, na.
- Ein früher, kalter Winter - kein Hinweis auf Klimaerwärmung. Die Klimaspesenritter beenden ihr unsinniges Palaver auf Bali. Daß nichts erreicht wurde, ist in diesem Fall erfreulich. Nach ein paar kalten Wintern werden die Scharlatane als solche auch für Wetterabergläubische erkennbar sein.
- Blocher: "Die Schweiz übersteht auch dieses Beben
In einem unerwarteten Manöver haben diese Woche in der Schweiz die vereinigte Linke sowie ein paar Abweichler aus den Fraktionen der Liberalen (FDP) und der Christdemokraten (CVP) den ungeliebten und unbequemen Justizminister Blocher aus dem Amt gekippt. Dieser Coup war nach dem für Schweizer Verhältnisse überwältigenden Wahlsieg von Blochers Schweizerischer Volkspartei (SVP) im letzten Oktober nicht mehr erwartet worden. ...
Bevor man sich die Ursachen und Auswirkungen der bisher größten Niederlage Blochers vor Augen führt, sollte man die Gründe für seine politischen Erfolge analysieren. Der in der Nähe Schaffhausens geborene Pfarrerssohn ist seit dreißig Jahren die größte Reizfigur der Schweizer Politik. Er schaffte den Aufstieg vom mittellosen Bauernknecht zum milliardenschweren Chemieindustriellen aus eigener Kraft. Gleichzeitig baute er die bei seiner Ankunft 1977 darniederliegende Bauern- und Gewerblerpartei SVP kontinuierlich zur größten und stärksten Partei der Schweiz aus. ...
Wenn unter einem Populisten ein Mensch verstanden wird, der seinem Publikum stets nur das erzählt, was es je nach Wetterlage hören möchte, ist Blocher das Gegenteil: Er ist seinen Positionen treu geblieben und vertritt mit sturer, geradezu langweiliger Beharrlichkeit die Werte, auf die er seine Kollegen in harten Auseinandersetzungen eingeschworen hat: die politische Unabhängigkeit der Schweiz, direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität. Als bürgerlicher Anti-Achtundsechziger zerpflückte Blocher unerbittlich die Ansprüche des öffentlichen Sektors und plädierte für einen schlanken Staat mit niedrigen Steuern. Seinen Schlachtruf gegen die "Linken und Netten", gegen "die Sozialisten" und die "classe politique" entnahm er in einem Akt von Diebstahl geistigen Eigentums dem Programm der freisinnig demokratischen Partei der Schweiz: "Mehr Freiheit und Eigenverantwortung, weniger Staat", lautete bis weit in die achtziger Jahre der Slogan der FDP. Heute hat ihn sich die SVP aufs Banner geheftet.
Blochers Aufstieg ist nicht das Resultat von Demagogie und Volksverzauberung. Man muss den erstaunlich stabilen und nachhaltigen Durchmarsch der SVP vor dem Hintergrund erklären, dass im Gefolge der Achtundsechziger-Bewegung auch das bürgerliche Establishment markant nach links abdriftete. Die Staatsquote stieg zwischen 1984 und 2002 massiv an, Steuern und Abgaben wurden unschweizerisch angehoben. Vor allem aber spaltete die EU-Frage das Land. Blocher bewies den überlegenen Instinkt. Er ahnte, dass die Schweizer nicht bereit sein würden, ihre Unabhängigkeit und ihre direkte Demokratie auf Geheiß ihrer Intellektuellen und Bundesräte in einem transnationalen Gebilde aufzulösen. Schweizer sind im Grunde ihres Herzens Verfassungspatrioten. Nichts hält das Land so sehr zusammen wie die Tatsache, dass alle mit allen über die Dinge, die sie betreffen, streiten und abstimmen können.
Im Grunde wurde Blocher ein Opfer seines eigenen Erfolgs. Bezeichnenderweise haben nicht seine Schwächen und Fehler, sondern seine Stärken und Qualitäten zu seiner Abwahl geführt. ... Blochers zahlreiche Anhänger bedauern, dass der Landesführung eine ausgewiesene unternehmerische Persönlichkeit verlorengeht. Grundsätzlich wissen aber alle, dass die granitsolide Schweiz auch dieses Beben überstehen wird.
Der Verfasser Roger Köppel ist Verleger und Chefredakteur des Zürcher Wochenmagazins "Die Weltwoche". Text: F.A.Z., 15.12.2007, Nr. 292 / Seite 10 // Max Frisch: Hat er eigentlich etwas Bemerkenswertes, außer seinem Freibad, zur Orientierung in seinem Land beigetragen? Dürrenmatt hat ja noch nicht einmal ein Freibad entworfen.
Zwei große Bussarde fliegen gemeinsam um die Hausecke. Na, na.
- Ein früher, kalter Winter - kein Hinweis auf Klimaerwärmung. Die Klimaspesenritter beenden ihr unsinniges Palaver auf Bali. Daß nichts erreicht wurde, ist in diesem Fall erfreulich. Nach ein paar kalten Wintern werden die Scharlatane als solche auch für Wetterabergläubische erkennbar sein.
- Blocher: "Die Schweiz übersteht auch dieses Beben
In einem unerwarteten Manöver haben diese Woche in der Schweiz die vereinigte Linke sowie ein paar Abweichler aus den Fraktionen der Liberalen (FDP) und der Christdemokraten (CVP) den ungeliebten und unbequemen Justizminister Blocher aus dem Amt gekippt. Dieser Coup war nach dem für Schweizer Verhältnisse überwältigenden Wahlsieg von Blochers Schweizerischer Volkspartei (SVP) im letzten Oktober nicht mehr erwartet worden. ...
Bevor man sich die Ursachen und Auswirkungen der bisher größten Niederlage Blochers vor Augen führt, sollte man die Gründe für seine politischen Erfolge analysieren. Der in der Nähe Schaffhausens geborene Pfarrerssohn ist seit dreißig Jahren die größte Reizfigur der Schweizer Politik. Er schaffte den Aufstieg vom mittellosen Bauernknecht zum milliardenschweren Chemieindustriellen aus eigener Kraft. Gleichzeitig baute er die bei seiner Ankunft 1977 darniederliegende Bauern- und Gewerblerpartei SVP kontinuierlich zur größten und stärksten Partei der Schweiz aus. ...
Wenn unter einem Populisten ein Mensch verstanden wird, der seinem Publikum stets nur das erzählt, was es je nach Wetterlage hören möchte, ist Blocher das Gegenteil: Er ist seinen Positionen treu geblieben und vertritt mit sturer, geradezu langweiliger Beharrlichkeit die Werte, auf die er seine Kollegen in harten Auseinandersetzungen eingeschworen hat: die politische Unabhängigkeit der Schweiz, direkte Demokratie, Föderalismus und Neutralität. Als bürgerlicher Anti-Achtundsechziger zerpflückte Blocher unerbittlich die Ansprüche des öffentlichen Sektors und plädierte für einen schlanken Staat mit niedrigen Steuern. Seinen Schlachtruf gegen die "Linken und Netten", gegen "die Sozialisten" und die "classe politique" entnahm er in einem Akt von Diebstahl geistigen Eigentums dem Programm der freisinnig demokratischen Partei der Schweiz: "Mehr Freiheit und Eigenverantwortung, weniger Staat", lautete bis weit in die achtziger Jahre der Slogan der FDP. Heute hat ihn sich die SVP aufs Banner geheftet.
Blochers Aufstieg ist nicht das Resultat von Demagogie und Volksverzauberung. Man muss den erstaunlich stabilen und nachhaltigen Durchmarsch der SVP vor dem Hintergrund erklären, dass im Gefolge der Achtundsechziger-Bewegung auch das bürgerliche Establishment markant nach links abdriftete. Die Staatsquote stieg zwischen 1984 und 2002 massiv an, Steuern und Abgaben wurden unschweizerisch angehoben. Vor allem aber spaltete die EU-Frage das Land. Blocher bewies den überlegenen Instinkt. Er ahnte, dass die Schweizer nicht bereit sein würden, ihre Unabhängigkeit und ihre direkte Demokratie auf Geheiß ihrer Intellektuellen und Bundesräte in einem transnationalen Gebilde aufzulösen. Schweizer sind im Grunde ihres Herzens Verfassungspatrioten. Nichts hält das Land so sehr zusammen wie die Tatsache, dass alle mit allen über die Dinge, die sie betreffen, streiten und abstimmen können.
Im Grunde wurde Blocher ein Opfer seines eigenen Erfolgs. Bezeichnenderweise haben nicht seine Schwächen und Fehler, sondern seine Stärken und Qualitäten zu seiner Abwahl geführt. ... Blochers zahlreiche Anhänger bedauern, dass der Landesführung eine ausgewiesene unternehmerische Persönlichkeit verlorengeht. Grundsätzlich wissen aber alle, dass die granitsolide Schweiz auch dieses Beben überstehen wird.
Der Verfasser Roger Köppel ist Verleger und Chefredakteur des Zürcher Wochenmagazins "Die Weltwoche". Text: F.A.Z., 15.12.2007, Nr. 292 / Seite 10 // Max Frisch: Hat er eigentlich etwas Bemerkenswertes, außer seinem Freibad, zur Orientierung in seinem Land beigetragen? Dürrenmatt hat ja noch nicht einmal ein Freibad entworfen.
Samstag, 15. Dezember 2007
Intelligenzen, Eysenck:Regression zur Mitte, Quartär
mi 2° b 1,44 92,28
- "Werder Bremen geht mit Bayern München ..." Nachrichten WDR 3 . Die Rasenrotzer, Lotto und ähnliche Prekariatsnachrichten, die es zu Zeiten Adenauers nach den Nachrichten gab, sind nunmehr fester Teil der WDRnachrichten. Die res publica verlangt politische Informationen: seit Brandt werden die Nachrichten zunehmend solche des Prekariats.
- Intelligenzen: Bei Lebewesen aus Fleisch und Blut, also aus Proteinen (und Wasser), wird natürlich auch die Intelligenz, werden die verschiedenen Intelligenzen fleischlich vererbt. Was sonst. Zu 50 % oder mehr. Aber nicht linear. Siehe Mendel. Jede zugeheiratete DNS bringt alles durcheinander. Die nächste Generation kann intelligenter sein. Oder anders intelligent. Oder weniger intelligent. Das ist eine Lotterie. Aber es gibt eine Tendenz: die Regression zur Mitte. Sehr dumme Eltern haben wahrscheinlich, im Mittelwert, intelligentere Kinder. Sehr intelligente Eltern haben, wahrscheinlich, im Mittelwert, weniger intelligente Kinder. Die Individualwerte können jedoch immer ganz anders ausfallen, sie sind unberechenbar. (Vgl. Hans Jürgen Eysenck , Die Ungleichheit der Menschen, Ist Intelligenz erlernbar? Dt. 1984/ engl. 1973, S. 117)
- Quartär
Die Welten trinken und tränken
sich Rausch zu neuem Raum.
Und die letzten Quartäre versenken
den ptolemäischen Traum.
Verfall, Verflammen, Verfehlen,
in toxischen Sphären, kalt,
noch einige stygische Seelen,
einsame, hoch und alt.
Gottfried Benn
- Quartär, seit 2 Mio. Jahren: o Weh: Wechsel ausgeprägter Warm- und Kaltzeiten; eine Oszillation von 10 -15° (!) Temperaturdifferenz; viele Arten sterben durch den Einfluß der Eiszeiten aus; während der Warmzeiten leben Nashörner und Flußpferde in Nordrhein-Westfalen.
- "Werder Bremen geht mit Bayern München ..." Nachrichten WDR 3 . Die Rasenrotzer, Lotto und ähnliche Prekariatsnachrichten, die es zu Zeiten Adenauers nach den Nachrichten gab, sind nunmehr fester Teil der WDRnachrichten. Die res publica verlangt politische Informationen: seit Brandt werden die Nachrichten zunehmend solche des Prekariats.
- Intelligenzen: Bei Lebewesen aus Fleisch und Blut, also aus Proteinen (und Wasser), wird natürlich auch die Intelligenz, werden die verschiedenen Intelligenzen fleischlich vererbt. Was sonst. Zu 50 % oder mehr. Aber nicht linear. Siehe Mendel. Jede zugeheiratete DNS bringt alles durcheinander. Die nächste Generation kann intelligenter sein. Oder anders intelligent. Oder weniger intelligent. Das ist eine Lotterie. Aber es gibt eine Tendenz: die Regression zur Mitte. Sehr dumme Eltern haben wahrscheinlich, im Mittelwert, intelligentere Kinder. Sehr intelligente Eltern haben, wahrscheinlich, im Mittelwert, weniger intelligente Kinder. Die Individualwerte können jedoch immer ganz anders ausfallen, sie sind unberechenbar. (Vgl. Hans Jürgen Eysenck , Die Ungleichheit der Menschen, Ist Intelligenz erlernbar? Dt. 1984/ engl. 1973, S. 117)
- Quartär
Die Welten trinken und tränken
sich Rausch zu neuem Raum.
Und die letzten Quartäre versenken
den ptolemäischen Traum.
Verfall, Verflammen, Verfehlen,
in toxischen Sphären, kalt,
noch einige stygische Seelen,
einsame, hoch und alt.
Gottfried Benn
- Quartär, seit 2 Mio. Jahren: o Weh: Wechsel ausgeprägter Warm- und Kaltzeiten; eine Oszillation von 10 -15° (!) Temperaturdifferenz; viele Arten sterben durch den Einfluß der Eiszeiten aus; während der Warmzeiten leben Nashörner und Flußpferde in Nordrhein-Westfalen.
Freitag, 14. Dezember 2007
Mindestlohn, Erziehung, warmes Tertiär
mi 4° 7.954
- Mindestlohn würde 1,9 Millionen Jobs kosten. Der Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze. Doch wie viele Stellen wären eigentlich betroffen? Das ifo-Institut schätzt, dass bei einem flächendeckender Mindestlohn von 9,80 Euro 1,9 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen würden. Selbst bei 7,50 Euro wären es noch 1,1 Millionen Stellen. "
- "Dem Aufschwung geht die Luft aus
Das Wachstum in Deutschland wird sich 2008 deutlich verlangsamen, sagen führende Wirtschaftsforscher. Dafür machen sie die Politik mitverantwortlich. Gleichwohl rechnen die Experten mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosen. ... Der deutschen Finanzpolitik sprechen die Wirtschaftsfachleute auch weiterhin einen negativen Einfluss auf die Konjunktur zu. Für dieses Jahr erwartet das Ifo-Institut einen ausgeglichen Staatshaushalt; das IfW sogar einen leichten Überschuss. Im kommenden Jahr falle aber wieder ein leichtes gesamtstaatliches Defizit an.
Es würden zusätzliche Sozialausgaben beschlossen, aber wachstumsförderliche Steuersenkungen verweigert, kritisieren die IfW-Ökonomen. Es gelte, „eine schleichende Erhöhung der Steuerbelastung zu vermeiden“. Das Ifo-Institut betont, „die massive Anhebung der Mehrwertsteuer, die Verteuerung wichtiger Grundnahrungsmittel und zuletzt der neuerliche Höhenflug der Rohölpreise schmälerten in erheblichem Umfang die Kaufkraft und die Konsummöglichkeiten“. Trotz der günstigen Arbeitsmarktentwicklung habe sich daher die Konsumentenstimmung wieder verschlechtert." FAZ 14.12.
- "Erziehung ist auch eine Frage der Bildung FAZ 11.12.07
Zum Artikel "Pisa: Soziale Herkunft noch immer entscheidend - Streit über Vorveröffentlichung und Prämien für neue Studie" in der F.A.Z. vom 3. Dezember: Pisa-Tests können sich darauf verlassen, in Deutschland aufgewühlte Reflexe auszulösen. Das ist auch jetzt wieder so. Dabei haben diese Tests nur eine bescheidene Aussagekraft. Zum Beispiel deshalb, weil einzelne Länder ihre Prüfungskollektive spezifisch ergebnisorientiert zusammenstellen. Dass es Leute gibt, die solche Untersuchungen gern veranstalten, weil sie sich damit den Anschein von Wichtigkeit geben können, ist eine Sache. Eine ganz andere ist es, ob man bei der Analyse jeder neuen Messung immer gleich bildungs- und sozialpolitisch grundsätzlich werden muss. Man kennt das ja inzwischen: Einmal sind die Lehrer schuld, einmal ist es die Sozialstruktur. Oder beide.
Der Unfug wird dadurch vermehrt, dass die Analysten, die am lautesten räsonieren und am selbstverständlichsten die Interpretationsherrschaft an sich reißen, am ehesten Ursache und Wirkung verwechseln. Oder die wahren Kausalzusammenhänge unterschlagen. Dazu gehört, dass kein anderes Land derart wahllos so viele bildungsferne Kulturfremdlinge angesiedelt hat wie Deutschland. Das kann nicht ohne Auswirkungen auf die Effizienz des Unterrichts bleiben. Die Kollateralfolge, dass Privatschulen wie Pilze aus dem Boden schießen, spricht Bände. Neben den Plätzen, die Deutschland beim Pisa-Test in der Regel belegt, steht die Beobachtung unter Mängelrüge, dass der Sozialstatus den Bildungserfolg beeinflusst. Die Ursache entzieht sich sozialreparativem Schwarmgeist. Sie ist vor allem darin zu sehen, dass Sozialstatus und Erziehungssorgfalt positiv korrelieren. Mehr Erziehungssorgfalt führt zu besserem Bildungserfolg. Der Bildungserfolg aber entscheidet maßgeblich über den zu erlangenden Sozialstatus. So schließt sich der Kreis. Dieser Mechanismus ist nicht nur nicht korrekturfähig, er ist auch nicht korrekturbedürftig. Für die Tatsache allein, dass minderer Sozialstatus mit geringerer Erziehungssorgfalt einhergeht, gibt es freilich keine zwingenden Gründe.
Bildungsbezogene Erziehungssorgfalt beginnt zum Beispiel damit, dass man sein Kind konsequent zum regelmäßigen Schulbesuch anhält. Sie drückt sich darin aus, dass man mit seinem Kind so oft wie möglich in der Sprache des Gastlandes spricht, in dem zu leben man so begierig ist. Oder darin, dass man etwa als Vater die Lehrerin, die sich besorgt über Verhalten und Leistung des Kindes äußert, nicht mit der kulturwidrigen Replik brüskiert: "Wenn Sie wären Mann, dann ich vielleicht ernst haben Sie."
PETER PIETSCHMANN, BLAUSTEIN, LB Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2007, Nr. 288, S. 10
- - Schön: Tertiär: Vor 65 Mio. bis 2 Mio. Jahren: Die Warmzeit des Erdmittelalters mit tropischer Vegetation in Mitteleuropa dauert während des Alt-Tertiärs Paläogen weiter an. Alle Pole wunderbar eisfrei.
- Mindestlohn würde 1,9 Millionen Jobs kosten. Der Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze. Doch wie viele Stellen wären eigentlich betroffen? Das ifo-Institut schätzt, dass bei einem flächendeckender Mindestlohn von 9,80 Euro 1,9 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen würden. Selbst bei 7,50 Euro wären es noch 1,1 Millionen Stellen. "
- "Dem Aufschwung geht die Luft aus
Das Wachstum in Deutschland wird sich 2008 deutlich verlangsamen, sagen führende Wirtschaftsforscher. Dafür machen sie die Politik mitverantwortlich. Gleichwohl rechnen die Experten mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosen. ... Der deutschen Finanzpolitik sprechen die Wirtschaftsfachleute auch weiterhin einen negativen Einfluss auf die Konjunktur zu. Für dieses Jahr erwartet das Ifo-Institut einen ausgeglichen Staatshaushalt; das IfW sogar einen leichten Überschuss. Im kommenden Jahr falle aber wieder ein leichtes gesamtstaatliches Defizit an.
Es würden zusätzliche Sozialausgaben beschlossen, aber wachstumsförderliche Steuersenkungen verweigert, kritisieren die IfW-Ökonomen. Es gelte, „eine schleichende Erhöhung der Steuerbelastung zu vermeiden“. Das Ifo-Institut betont, „die massive Anhebung der Mehrwertsteuer, die Verteuerung wichtiger Grundnahrungsmittel und zuletzt der neuerliche Höhenflug der Rohölpreise schmälerten in erheblichem Umfang die Kaufkraft und die Konsummöglichkeiten“. Trotz der günstigen Arbeitsmarktentwicklung habe sich daher die Konsumentenstimmung wieder verschlechtert." FAZ 14.12.
- "Erziehung ist auch eine Frage der Bildung FAZ 11.12.07
Zum Artikel "Pisa: Soziale Herkunft noch immer entscheidend - Streit über Vorveröffentlichung und Prämien für neue Studie" in der F.A.Z. vom 3. Dezember: Pisa-Tests können sich darauf verlassen, in Deutschland aufgewühlte Reflexe auszulösen. Das ist auch jetzt wieder so. Dabei haben diese Tests nur eine bescheidene Aussagekraft. Zum Beispiel deshalb, weil einzelne Länder ihre Prüfungskollektive spezifisch ergebnisorientiert zusammenstellen. Dass es Leute gibt, die solche Untersuchungen gern veranstalten, weil sie sich damit den Anschein von Wichtigkeit geben können, ist eine Sache. Eine ganz andere ist es, ob man bei der Analyse jeder neuen Messung immer gleich bildungs- und sozialpolitisch grundsätzlich werden muss. Man kennt das ja inzwischen: Einmal sind die Lehrer schuld, einmal ist es die Sozialstruktur. Oder beide.
Der Unfug wird dadurch vermehrt, dass die Analysten, die am lautesten räsonieren und am selbstverständlichsten die Interpretationsherrschaft an sich reißen, am ehesten Ursache und Wirkung verwechseln. Oder die wahren Kausalzusammenhänge unterschlagen. Dazu gehört, dass kein anderes Land derart wahllos so viele bildungsferne Kulturfremdlinge angesiedelt hat wie Deutschland. Das kann nicht ohne Auswirkungen auf die Effizienz des Unterrichts bleiben. Die Kollateralfolge, dass Privatschulen wie Pilze aus dem Boden schießen, spricht Bände. Neben den Plätzen, die Deutschland beim Pisa-Test in der Regel belegt, steht die Beobachtung unter Mängelrüge, dass der Sozialstatus den Bildungserfolg beeinflusst. Die Ursache entzieht sich sozialreparativem Schwarmgeist. Sie ist vor allem darin zu sehen, dass Sozialstatus und Erziehungssorgfalt positiv korrelieren. Mehr Erziehungssorgfalt führt zu besserem Bildungserfolg. Der Bildungserfolg aber entscheidet maßgeblich über den zu erlangenden Sozialstatus. So schließt sich der Kreis. Dieser Mechanismus ist nicht nur nicht korrekturfähig, er ist auch nicht korrekturbedürftig. Für die Tatsache allein, dass minderer Sozialstatus mit geringerer Erziehungssorgfalt einhergeht, gibt es freilich keine zwingenden Gründe.
Bildungsbezogene Erziehungssorgfalt beginnt zum Beispiel damit, dass man sein Kind konsequent zum regelmäßigen Schulbesuch anhält. Sie drückt sich darin aus, dass man mit seinem Kind so oft wie möglich in der Sprache des Gastlandes spricht, in dem zu leben man so begierig ist. Oder darin, dass man etwa als Vater die Lehrerin, die sich besorgt über Verhalten und Leistung des Kindes äußert, nicht mit der kulturwidrigen Replik brüskiert: "Wenn Sie wären Mann, dann ich vielleicht ernst haben Sie."
PETER PIETSCHMANN, BLAUSTEIN, LB Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2007, Nr. 288, S. 10
- - Schön: Tertiär: Vor 65 Mio. bis 2 Mio. Jahren: Die Warmzeit des Erdmittelalters mit tropischer Vegetation in Mitteleuropa dauert während des Alt-Tertiärs Paläogen weiter an. Alle Pole wunderbar eisfrei.
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