8°-18° s
- Österreich hat haushoch gewonnen: 4,2% Arb.losigkeit in 2008 (Deutschland 7,5% ! )
- Obama-Wahlkampfnotiz. Das religiöse Gefühl wird immer von Politikern und Führern aller Art mißbraucht werden können. Mit einer bestimmten Religion hat es nichts zu tun. Es speist sich aus Gruppengefühlen. Gern tritt es mit einem "Reinheitsgebot" auf, das dem religiös Fühlenden einerseits ein Überlegenheitsgefühl gibt, andererseits ihm ein unendliches Programm zur Selbstheiligung aufgibt. Darin steckt auch die sportive Motivation, immer besser zu werden. Leicht wird daraus eine moralistische Endlosspirale.
- NZZ 14.6. Umstrittener irakischer Pakt mit Amerika: das Photo zeigt etwa 15 schwarz vermummte Frauen, die ein Plakat des Vaters von Muktada as-Sadr zeigen. Ihr religiöses Verehrungsgefühl gilt einem charismatischen Banditen. Interessant ist, daß auch Charisma erblich sein kann.- Es ist bedauerlich und ein ewiges Problem, daß sich Rudeltiere für jeden Unsinn instrumentalisieren lassen.- Schwarz, übrigens, nimmt mehr Wärme auf als Weiß.
- "Ölpreis. Lob der Spekulation. Der Preisauftrieb am Ölmarkt hilft, die Verbraucher zum sparsamen Energieeinsatz anzuhalten. Er lenkt die Ölproduzenten, mehr in Forschung, Förderung und Verarbeitung zu investieren. Die Preissignale sind mächtiger als jeder Appell von Politikern. weiter
FAZ.NET Wirtschaft16. Juni 2008
- Nichts Neues aus der Neidgesellschaft: "Umfrage zur Sozialen Marktwirtschaft
Bürger finden Einkommensverteilung eher „nicht gerecht“
Die große Mehrheit aller Deutschen empfindet die Verteilung von Einkommen und Vermögen nicht als gerecht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung, die an diesem Montag anlässlich des 60. Jahrestages der Sozialen Marktwirtschaft vorgestellt wird. weiter
FAZ.NET Wirtschaft15. Juni 2008
Dienstag, 17. Juni 2008
Montag, 16. Juni 2008
Bürgerprivatversicherung, Weniger Pilzgifte in transgenem Mais
7-16° s, Nachtfrostansage
- "Weniger Pilzgifte in transgenem Mais. In gentechnisch verändertem insektenresisten Mais, der nach Anbauversuchen im vorigen Jahr in Deutschland geerntet wurde, findet man offenbar deutlich weniger Mykotoxine als in konventionellen Sorten. F.A.Z.10. Juni 2008
- "Im Gespräch: Pflanzenforscher Wolfgang Friedt
„Genmais ist unbedenklich für die Umwelt“. Der Gießener Forscher Wolfgang Friedt kämpft bei Versuchen mit Genmais mit dem Widerstand von Gentechnik-Gegnern. Nun fordert die linke Mehrheit im Landtag eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Dabei bringt Genmais Vorteile für Verbraucher mit sich, wie Friedt meint.
FAZ.NET Wirtschaft09. Mai 2008
- " Tipptopp Hirn : Es muss schon ein ganz besonderer Kopf sein, in dem dieser irritierend kalte Gedanke jahrzehntelang warmgehalten wurde: Mit 82 Jahren verfügte eine holländische Dame, sie wolle nach dem Tod ihren Körper und damit auch ihr Gehirn restlos der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Jahrzehnte vergingen. Mit 111 Jahren nahm sie ratsuchend Kontakt zu dem Groninger Hirnforscher Gert Holstege auf, sie sorge sich inzwischen, ihr Körper könne der Forschung allmählich nicht mehr so nützlich sein wie gewünscht. Der Neurologe beruhigte die hellwache, quietschfidele Greisin, ein Körper in dem Alter sei sogar ganz besonders interessant. Mit 112 und 113 nahm die Frau an einigen psychologischen Untersuchungen teil, und später dann, mit stattlichen 115 Jahren, ist die tapfere Dame für immer eingeschlafen. Ihr Körper landete wie Abertausende andere vor ihrem auch - und wie von ihr vorgesehen - auf dem Pathologie-Lehrtisch der Groninger Medizinfakultät. Ihr Gehirn aber könnte unter den zigtausend Exponaten der großen Hirnsammlungen dieser Welt einen besonderen Platz einnehmen. Denn die grauen Zellen der Holländerin waren quasi nicht von dieser Welt. Keinerlei "Verkalkungen", nicht eine verengte Arterie, allenfalls Spuren sogenannter neurofibrillärer Bündel und, wie Holstege in der Zeitschrift "Neurobiology of Aging" berichtet, "nahezu keinerlei Ablagerungen von Beta-Amyloid-Plaques", wie man sie bei Alzheimer erwartet. Gewiss, auch ihr Gehirn schrumpfte etwas. Im Hinblick auf die Zahl der Nervenzellen war sie allerdings auf dem Niveau von Sechzig- bis Achtzigjährigen. Ein Befund, der sich mit dem Ergebnis der letzten psychologischen Tests deckte, wonach ihre kognitiven Leistungen am Ende denen einer Sechzigjährigen entsprachen. Viel bemerkenswerter aber als das, was noch da war, könnte das sein, was ihr fehlte. Denn hat sich uns allen nicht längst eingeprägt, was für Alzheimer-Forscher beinahe zum Kernsatz der alternden Gesellschaft wurde: Alle Menschen erkranken irgendwann an Demenz, nur sterben die meisten eben vorher. Die aufrechte Holländerin verkörpert für uns die wohltuende Gegenthese: Sterblich mögen wir sein, auf Verfall sind wir aber keineswegs programmiert. Schade nur, dass in der wissenschaftlichen Literatur so viel über das Ende und so wenig über das Leben dieser bemerkenswerten Holländerin zu lesen ist. jom
Text: F.A.Z., 11.06.2008, Nr. 134 / Seite N1
- Raum und Volk: 1937 : 56 Mio. Deutsche, 2008 ca. 83 Mio.; Raum pro Kopf: 1950=14qm / 2000=40qm
- "Gleich, ungleich, gleich . . .
Ein Thüringer Bildungsausschuss auf Finnland-Reise
Auf einen Finnland-Ausflug haben sich in den vergangenen Jahren viele Politiker und Journalisten begeben. So jetzt auch die Vorstandsmitglieder ... So dauere die durchschnittliche Wartezeit eines Anwärters auf ein Hochschulstudium etwa drei Jahre. Die Berufswahl falle vielen schwer, und die Jugendarbeitslosigkeit sei extrem hoch.
- "Bürgerprivatversicherung : Es gehört schon eine ganze Portion Überwindung dazu, schöne Sommertage mit der Lektüre eines neuen Reformvorschlags für das deutsche Gesundheitswesen zu verbringen. Schließlich streiten Bund und Länder gerade noch um die Verwirklichung des Gesundheitsfonds als der "Krönung" des vor zwei Jahren von SPD und Union beschlossenen faulen Kompromisses zur Reform des Krankenkassensystems. weiter
Eekhoff, Johann: Bürgerprivatversicherung
FAZ.NET Feuilleton09. Juni 2008 (http://docs.google.com/Doc?id=dfxbprhp_466fw9sf7g6)
- Monika Maron: "Gesine Schwans Kandidatur. Ich wünsche mir, dass sie scheitert. Dem kommunistischen Regime hat Gesine Schwan nie Sympathie entgegengebracht. Und über das Beschweigen von Schuld hat sie ein eindrückliches Buch geschrieben. Warum gibt sie jetzt die Galionsfigur, mit der die SPD in den Hafen der Linken steuert? weiter
FAZ.NET Politik13. Juni 2008
- Auch mit den Lounge Lizards läßt sich gut laufen, fulminante Saxophone! (Voice of Chunk, Big Heart)
- Wenn das die Naturschutzfanatiker erfahren: Falken brüten auf dem fahrenden Braunkohlenbagger.
- "Rundfunk
Schafft die Gebühren ab!Das öffentlich-rechtliche System war einst von enormer erzieherischer Wirkung. Das Land ist aber erwachsen geworden, mit Radio und Fernsehen sollte es doch auch so weit sein. Anstalten des öffentlichen Rechts: Ihr seid alt genug, euer Geld selber zu verdienen. weiter
FAZ.NET Feuilleton16. Juni 2008
- "Weniger Pilzgifte in transgenem Mais. In gentechnisch verändertem insektenresisten Mais, der nach Anbauversuchen im vorigen Jahr in Deutschland geerntet wurde, findet man offenbar deutlich weniger Mykotoxine als in konventionellen Sorten. F.A.Z.10. Juni 2008
- "Im Gespräch: Pflanzenforscher Wolfgang Friedt
„Genmais ist unbedenklich für die Umwelt“. Der Gießener Forscher Wolfgang Friedt kämpft bei Versuchen mit Genmais mit dem Widerstand von Gentechnik-Gegnern. Nun fordert die linke Mehrheit im Landtag eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Dabei bringt Genmais Vorteile für Verbraucher mit sich, wie Friedt meint.
FAZ.NET Wirtschaft09. Mai 2008
- " Tipptopp Hirn : Es muss schon ein ganz besonderer Kopf sein, in dem dieser irritierend kalte Gedanke jahrzehntelang warmgehalten wurde: Mit 82 Jahren verfügte eine holländische Dame, sie wolle nach dem Tod ihren Körper und damit auch ihr Gehirn restlos der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Jahrzehnte vergingen. Mit 111 Jahren nahm sie ratsuchend Kontakt zu dem Groninger Hirnforscher Gert Holstege auf, sie sorge sich inzwischen, ihr Körper könne der Forschung allmählich nicht mehr so nützlich sein wie gewünscht. Der Neurologe beruhigte die hellwache, quietschfidele Greisin, ein Körper in dem Alter sei sogar ganz besonders interessant. Mit 112 und 113 nahm die Frau an einigen psychologischen Untersuchungen teil, und später dann, mit stattlichen 115 Jahren, ist die tapfere Dame für immer eingeschlafen. Ihr Körper landete wie Abertausende andere vor ihrem auch - und wie von ihr vorgesehen - auf dem Pathologie-Lehrtisch der Groninger Medizinfakultät. Ihr Gehirn aber könnte unter den zigtausend Exponaten der großen Hirnsammlungen dieser Welt einen besonderen Platz einnehmen. Denn die grauen Zellen der Holländerin waren quasi nicht von dieser Welt. Keinerlei "Verkalkungen", nicht eine verengte Arterie, allenfalls Spuren sogenannter neurofibrillärer Bündel und, wie Holstege in der Zeitschrift "Neurobiology of Aging" berichtet, "nahezu keinerlei Ablagerungen von Beta-Amyloid-Plaques", wie man sie bei Alzheimer erwartet. Gewiss, auch ihr Gehirn schrumpfte etwas. Im Hinblick auf die Zahl der Nervenzellen war sie allerdings auf dem Niveau von Sechzig- bis Achtzigjährigen. Ein Befund, der sich mit dem Ergebnis der letzten psychologischen Tests deckte, wonach ihre kognitiven Leistungen am Ende denen einer Sechzigjährigen entsprachen. Viel bemerkenswerter aber als das, was noch da war, könnte das sein, was ihr fehlte. Denn hat sich uns allen nicht längst eingeprägt, was für Alzheimer-Forscher beinahe zum Kernsatz der alternden Gesellschaft wurde: Alle Menschen erkranken irgendwann an Demenz, nur sterben die meisten eben vorher. Die aufrechte Holländerin verkörpert für uns die wohltuende Gegenthese: Sterblich mögen wir sein, auf Verfall sind wir aber keineswegs programmiert. Schade nur, dass in der wissenschaftlichen Literatur so viel über das Ende und so wenig über das Leben dieser bemerkenswerten Holländerin zu lesen ist. jom
Text: F.A.Z., 11.06.2008, Nr. 134 / Seite N1
- Raum und Volk: 1937 : 56 Mio. Deutsche, 2008 ca. 83 Mio.; Raum pro Kopf: 1950=14qm / 2000=40qm
- "Gleich, ungleich, gleich . . .
Ein Thüringer Bildungsausschuss auf Finnland-Reise
Auf einen Finnland-Ausflug haben sich in den vergangenen Jahren viele Politiker und Journalisten begeben. So jetzt auch die Vorstandsmitglieder ... So dauere die durchschnittliche Wartezeit eines Anwärters auf ein Hochschulstudium etwa drei Jahre. Die Berufswahl falle vielen schwer, und die Jugendarbeitslosigkeit sei extrem hoch.
- "Bürgerprivatversicherung : Es gehört schon eine ganze Portion Überwindung dazu, schöne Sommertage mit der Lektüre eines neuen Reformvorschlags für das deutsche Gesundheitswesen zu verbringen. Schließlich streiten Bund und Länder gerade noch um die Verwirklichung des Gesundheitsfonds als der "Krönung" des vor zwei Jahren von SPD und Union beschlossenen faulen Kompromisses zur Reform des Krankenkassensystems. weiter
Eekhoff, Johann: Bürgerprivatversicherung
FAZ.NET Feuilleton09. Juni 2008 (http://docs.google.com/Doc?id=dfxbprhp_466fw9sf7g6)
- Monika Maron: "Gesine Schwans Kandidatur. Ich wünsche mir, dass sie scheitert. Dem kommunistischen Regime hat Gesine Schwan nie Sympathie entgegengebracht. Und über das Beschweigen von Schuld hat sie ein eindrückliches Buch geschrieben. Warum gibt sie jetzt die Galionsfigur, mit der die SPD in den Hafen der Linken steuert? weiter
FAZ.NET Politik13. Juni 2008
- Auch mit den Lounge Lizards läßt sich gut laufen, fulminante Saxophone! (Voice of Chunk, Big Heart)
- Wenn das die Naturschutzfanatiker erfahren: Falken brüten auf dem fahrenden Braunkohlenbagger.
- "Rundfunk
Schafft die Gebühren ab!Das öffentlich-rechtliche System war einst von enormer erzieherischer Wirkung. Das Land ist aber erwachsen geworden, mit Radio und Fernsehen sollte es doch auch so weit sein. Anstalten des öffentlichen Rechts: Ihr seid alt genug, euer Geld selber zu verdienen. weiter
FAZ.NET Feuilleton16. Juni 2008
Sonntag, 15. Juni 2008
Weiteres Erdölfeld vor Brasilien entdeckt

"15. Juni 2008, 09:35, NZZ Online . Weiteres Erdölfeld vor Brasilien entdeckt. Repsol stiess Ende 2007 auf das Feld. Der spanische Ölkonzern Repsol-YPF hat die Entdeckung eines neuen Ölfeldes vor der brasilianischen Küste bekannt gegeben. Die Quelle berge ein «grosses Potential von Öl hoher Qualität», teilte das Unternehmen am Freitag in Madrid mit.
(sda/afp) Das Guara benannte Ölfeld liege demnach in der Nähe der Ende 2007 vor der brasilianischen Küste entdeckten Quelle Carioca. Die neue Entdeckung bestätige den Wert des Santos-Beckens als eine der der «vielversprechendsten Unterwasserregionen der Welt» für die Suche nach Öl, teilte Repsol-YPF weiter mit. "
- Saudi-Arabien will ab Juli 200.000 Fässer Öl täglich zusätzlich fördern.
Eibl-Eibesfeldt, Schulfach Wirtschaft, Jugendarbeitslosigkeit

8-15° kalt und bedeckt; da kann man sich mit der Vorstellung trösten, daß während der Weichseleiszeit vor etwa 117.000 Jahren bis zu 3 km Eis auf dem Land lastete. Ganz ohne gute Kohlekraftwerke begann dann, da wird einem warm ums Herz, vor ca. 11.560 Jahren die jetzige Warmzeit. 5. Zecke.
- Irenäus Eibl-Eibesfeldt, 15. Juni 1928
"Seit mehr als 50 Jahren beobachtet der Schüler des großen Konrad Lorenz die Menschen rund um den Globus – streng wissenschaftlich. Die daraus entstandene vergleichende Verhaltensforschung am Menschen, die "Humanethologie", hat ein eigenes Max-Planck-Institut in Bayern, das Eibl-Eibesfeldt viele Jahre leitete. Liebe und Hass, Krieg und Frieden, der mehrfache Doktor hat sich mit den großen Themen des Menschseins beschäftigt. Dabei vertritt der Österreicher einige kontroverse Thesen: Er warnt vor zuviel Zuwanderung in Europa, hält Kriege unter Umständen für arterhaltend und fordert von der Kunst eine Hinwendung zu mehr Ästhetik." (Klappentext)
- " Deutsche wollen Schulfach Wirtschaft. cara. FRANKFURT, 13. Juni. Die Vermittlung wirtschaftlicher Sachverhalte in der Schule ist nach Meinung der Deutschen noch ungenügend. Das hat eine repräsentative Umfrage des Ipos-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken ergeben. Von den 1006 befragten Erwachsenen befürworten 83 Prozent, ökonomische Zusammenhänge in der Schule künftig stärker zu vermitteln. Eine ähnlich große Mehrheit unterstützt die Forderung nach einem Schulfach Wirtschaft, junge Erwachsene sprechen sich sogar zu 92 Prozent für die Einführung aus. Allgemein deckte die Studie Wissenslücken im wirtschaftlichen Grundwissen der Deutschen auf. So ist nur etwa die Hälfte der Deutschen in der Lage, das Marktprinzip von Angebot und Nachfrage zu erläutern."
Text: F.A.Z., 14.06.2008, Nr. 137 / Seite 12
- "Jugendarbeitslosigkeit. Raus aus der Endlosschleife.
Jeder vierte Jugendliche sei nicht ausbildungsfähig, beklagt der Handwerksverband. Wer einen schlechten oder keinen Schulabschluss hat, ist chancenlos, stellt der Bildungsbericht fest. Muss nicht sein, sagen die Initiatoren des Projekts Joblinge und stellen den Anschluss wieder her. FAZ.NET Wirtschaft14. Juni 2008
// Die Jugendarbeitslosigkeit ist eine besondere Perversion des Sozialstaats, und, man könnte hinzufügen, des Schulaberglaubenstaates. Das Schulmodell der belanglosen literarischen Bildung, des Stillsitzens und des Katalogwissens, dargereicht von weltfremden Beamten, begünstigt das passive weibliche Lernen und schadet besonders praktisch begabten Jungen. Aus der Hauptschule ließe sich gut eine praktische Schule machen, aus der der literarische Unsinn der Böll, Grass, Lenz und Co. in seinem ausufernden Umfang ausgedünnt wäre zugunsten von Sprachtraining im angewandten Bereich. Sprechschulung alias Sprecherziehung gehörte ebenfalls dazu, weil deutliches Sprechen in Verkauf und Fernkommunikation eine große (Verstehens-) Rolle spielt. Liedtexte können eine größere Rolle spielen im Rahmen gemeinsamen Singens.
- Alison Wolf, DOES EDUCATION MATTER? Myths about education and economic growth, by Alison Wolf. Penguin Books, 2002, 332 pages.
A Book Review by Stephen Berry:" ... I will not end on a discordant note. That someone who works within the academic field of education should question the economic value of education speaks for a certain courage. That AlisonWolf should have done this in a book which is well argued and entertainingly written is better still. This book is a wake-up call to education policy makers the world over." (http://www.la-articles.org.uk/eoe.htm)
Kriminalstatistik
Kritik eines Ökonomen
25 Milliarden Euro Schaden durch Gewaltquellen
Nach der Vorlage der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik hat der Ökonom und Kriminalist Horst Entorf scharfe Kritik an einer zu schwachen Strafverfolgung geübt. "Die rechtspolitische Strategie, möglichst wenig Täter zu Haftstrafen zu verurteilen, ist gescheitert, wie die steigende Zahl von Gewalttaten, besonders von schwerer und gefährlicher Körperverletzung zeigt", sagte Entorf dieser Zeitung. Bei einem sehr hohen Anteil der von der Polizei aufgeklärten Fälle werde das Verfahren von Staatsanwälten mit oder ohne Auflagen eingestellt. Die Quote der Anklagen bei schweren Körperverletzungen sei auf gut 30 Prozent gefallen. Nur in 15 Prozent der Verurteilungen gebe es eine Haftstrafe ohne Bewährung. Das Abschreckungspotential der Strafjustiz verkomme, meint Entorf, der an der Frankfurter Goethe-Universität einen Lehrstuhl für Ökonometrie innehat und zu Fragen der Kriminalität forscht.
Der Ökonom kritisiert, dass die Statistik wegen der von 1994 bis 2006 um rund eine Million gesunkenen Gesamtzahl der Straftaten einen geringeren Schaden für die Bevölkerung suggeriert. Entorf sieht dagegen eine deutlich steigende Tendenz. Die verursachten Schäden sind nach seiner Aussage nur unzureichend erfasst, da lediglich das verlorene Eigentum berechnet werde. In einer Studie hat Entorf versucht, nach dem Muster des britischen Home Office zur Berechnung der Kosten der Kriminalität auch die physischen und emotionalen Schäden von Opfern zu messen sowie weitere volkswirtschaftliche Schäden wie Versicherungsleistungen und die nachgelagerten Kosten des Justizsystems mit einzubeziehen.
Zieht man diese Kosten für die Beurteilung der deutschen Gewaltkriminalität heran, kommt Entorf auf einen Anstieg der Schadenssumme von 22,9 Milliarden Euro im Jahr 1994 auf 24,7 Milliarden Euro im Jahr 2006 - eine Steigerung von fast 8 Prozent. In seiner Studie "Wirkung und Effizienz von Strafrecht" hat Entorf zudem die unterschiedliche Strafverfolgungspraxis und einen möglichen Zusammenhang mit Gewaltkriminalität untersucht. Seit der großen Strafrechtsreform von 1969 ist man bestrebt, Haftstrafen zu vermeiden. Nur noch 8 Prozent aller Urteile lauten heute auf Haft ohne Bewährung. In Bayern drohen einem überführten Räuber durchschnittlich 4,9 Monate Haft. Dagegen sind es in Schleswig-Holstein nur 2,4 Monate. Nur noch 11 Prozent der Heranwachsenden, die eine schwere Körperverletzung begingen, wurden zuletzt nach dem Erwachsenenstrafrecht abgeurteilt, vor dreißig Jahren waren es noch knapp 30 Prozent. Die richterliche Milde ist nach Ansicht Entorfs ein Grund für den starken Anstieg der Gewalttaten. (ppl.)
Text: F.A.Z., 05.06.2008, Nr. 129 / Seite 8
25 Milliarden Euro Schaden durch Gewaltquellen
Nach der Vorlage der neuen Polizeilichen Kriminalstatistik hat der Ökonom und Kriminalist Horst Entorf scharfe Kritik an einer zu schwachen Strafverfolgung geübt. "Die rechtspolitische Strategie, möglichst wenig Täter zu Haftstrafen zu verurteilen, ist gescheitert, wie die steigende Zahl von Gewalttaten, besonders von schwerer und gefährlicher Körperverletzung zeigt", sagte Entorf dieser Zeitung. Bei einem sehr hohen Anteil der von der Polizei aufgeklärten Fälle werde das Verfahren von Staatsanwälten mit oder ohne Auflagen eingestellt. Die Quote der Anklagen bei schweren Körperverletzungen sei auf gut 30 Prozent gefallen. Nur in 15 Prozent der Verurteilungen gebe es eine Haftstrafe ohne Bewährung. Das Abschreckungspotential der Strafjustiz verkomme, meint Entorf, der an der Frankfurter Goethe-Universität einen Lehrstuhl für Ökonometrie innehat und zu Fragen der Kriminalität forscht.
Der Ökonom kritisiert, dass die Statistik wegen der von 1994 bis 2006 um rund eine Million gesunkenen Gesamtzahl der Straftaten einen geringeren Schaden für die Bevölkerung suggeriert. Entorf sieht dagegen eine deutlich steigende Tendenz. Die verursachten Schäden sind nach seiner Aussage nur unzureichend erfasst, da lediglich das verlorene Eigentum berechnet werde. In einer Studie hat Entorf versucht, nach dem Muster des britischen Home Office zur Berechnung der Kosten der Kriminalität auch die physischen und emotionalen Schäden von Opfern zu messen sowie weitere volkswirtschaftliche Schäden wie Versicherungsleistungen und die nachgelagerten Kosten des Justizsystems mit einzubeziehen.
Zieht man diese Kosten für die Beurteilung der deutschen Gewaltkriminalität heran, kommt Entorf auf einen Anstieg der Schadenssumme von 22,9 Milliarden Euro im Jahr 1994 auf 24,7 Milliarden Euro im Jahr 2006 - eine Steigerung von fast 8 Prozent. In seiner Studie "Wirkung und Effizienz von Strafrecht" hat Entorf zudem die unterschiedliche Strafverfolgungspraxis und einen möglichen Zusammenhang mit Gewaltkriminalität untersucht. Seit der großen Strafrechtsreform von 1969 ist man bestrebt, Haftstrafen zu vermeiden. Nur noch 8 Prozent aller Urteile lauten heute auf Haft ohne Bewährung. In Bayern drohen einem überführten Räuber durchschnittlich 4,9 Monate Haft. Dagegen sind es in Schleswig-Holstein nur 2,4 Monate. Nur noch 11 Prozent der Heranwachsenden, die eine schwere Körperverletzung begingen, wurden zuletzt nach dem Erwachsenenstrafrecht abgeurteilt, vor dreißig Jahren waren es noch knapp 30 Prozent. Die richterliche Milde ist nach Ansicht Entorfs ein Grund für den starken Anstieg der Gewalttaten. (ppl.)
Text: F.A.Z., 05.06.2008, Nr. 129 / Seite 8
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