Dienstag, 10. März 2009

SCHWUNDGELD, Kandidatin Schwan



Reinehr

- - Erfreulich: Roland Reinehr, Jahrgang 1974, Junges Kolleg, Akademie der Wissenschaften NRW: "2001 begann er seine internistische Facharztausbildung am Universitätsklinikum Düsseldorf begleitet von seinen wissenschaftlichen Arbeiten zur Wechselwirkung zwischen Signalketten von Wachstums- und Todesrezeptoren in der Leber. ... Seine wissenschaftlichen Arbeiten im Zellkultur- und Tiermodell zur Leberschädigung und Regeneration umfassen vielfältige Methoden der Molekularbiologie, von der Polymerasekettenreaktion bis hin zur Fluoreszenz-Resonanz-Energietransfer-Mikroskopie. 2006 erfolgte die Habilitation durch die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Fach Molekulare Medizin. Im Sinne der Translation hat Roland Reinehr von Beginn an seine grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten mit seiner klinische Tätigkeit verknüpft, auch unter Zuhilfenahme bestehender Kooperation mit anderen Fachbereichen (Neurobiologie, Chirurgie) und Fakultäten (Biochemie, Physikalische Chemie). "

- "Merkel und die Konservativen. Hier Schweigen, da Strafen. Von Wulf Schmiese. Angela Merkel: „Eine Fremde geblieben in der Familie CDU”? FAZ 9. März 2009 Angela Merkel weiß, dass derzeit viele gegen sie sind in der CDU. Noch sind es nahezu Unbekannte, die sich öffentliche Kritik entlocken lassen. Ausgerechnet die Landesvorsitzenden aus Berlin, Bremen und Brandenburg äußern ihre Sorge, dass die Bundesvorsitzende sich mehr um das Profil der CDU kümmern müsse. Dabei wären deren Landesverbände schon selig, wenn sie auf jene 32 Prozent in den Umfragen kämen, wie sie derzeit für die CDU insgesamt erhoben werden. ... Doch die Bundeskanzlerin wagt darüber nicht einmal zu spotten, denn ihr bleibt nicht verborgen, dass ihre namhaften Kritiker derzeit bloß schweigen, untereinander aber kräftig Stimmung machen gegen die Chefin. ..."

- Beck-Office: SCHWUNDGELD . Geldpolitische Phyrrhussiege. Von Hanno Beck
FAZ 9. März 2009 Manche Ideen setzen sich nicht durch ihre Strahlkraft, sondern per Unfall durch. Selbiges könnte den Anhängern der sogenannten Freigeldlehre nun ins Theoriehaus stehen. Diese fordern seit Jahrhundert und Tag die Einführung von Schwundgeld, also Geld, das mit der Zeit immer weniger wert wird. Dieses Schwundgeld, so die Idee, verhindert, dass Menschen Geld unters Kopfkissen stopfen und es dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Dadurch, so die Freigeldanhänger, werden Wirtschaftskrisen verhindert. Auch der Zins steht nach der Auffassung vieler Anhänger alternativer Geldpolitik einer gesunden Wirtschaft entgegen, weswegen er abgeschafft werden solle.
Wirft man einen Blick an die internationalen Kapitalmärkte, so scheinen sich die alternativen Ideen der Geldtheorie derzeit mehr oder weniger per blanker Not durchzusetzen: In vielen entwickelten Volkswirtschaften sind die Zinsen unter Berücksichtigung der Inflationsrate mehr oder weniger null und damit nur noch auf dem Papier existent. Und angesichts von Zentralbanken, die verzweifelt die Geldpresse anwerfen, dürfte auch das Schwundgeld nicht lange auf sich warten lassen: Bisher hat noch jede exzessive Ausweitung der Geldmenge zu Inflation geführt, und Inflation ist nichts anderes als eine permanente Entwertung des Geldes - inflationäres Geld ist also Schwundgeld.
So bekommen Anhänger alternativer Geldtheorien per Unfall ihren Willen, doch es ist fraglich, ob sie sich dieses Sieges erfreuen können: Nullzinsen zerstören auf Dauer die Funktionsweise eines Kapitalmarktes, sie sorgen für aufgeblähte Vermögenspreise; und ihre Wirksamkeit ist fraglich, wie die Japaner nach Jahren der Nullzinspolitik wissen. Und die Wirkung eines inflationären Schwundgeldes wird vor allem dem Durchschnittsbürger zusetzen, denn letztlich wird er damit kalt enteignet. Der Sieg der alternativen Geldtheorie könnte sich als Pyrrhussieg erweisen - viele solcher Siege können wir uns nicht leisten.

- Kandidatin Schwan: "Watschenmann. Polen nimmt deutschen Korrespondenten ins Visier.
Thomas Urban, der Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Polen, sieht sich als "Polen-Feind" an den Pranger gestellt. Der Deutschland-Beauftragte der Regierung Tusk, Wladyslaw Bartoszewski, hatte in der vergangenen Woche dem Fernsehsender TVN24 gesagt, die "Anti-Polin" Erika Steinbach habe einen "Ghostwriter" in Warschau. Das sei der Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", Urban. Dieses Zitat sei auch vom größten polnischen Nachrichtenportal - onet.pl - verbreitet worden, teilte Urban am Montag mit.
In einer an mehrere Redaktionen verschickten Stellungnahme weist Urban darauf hin, dass damit zum ersten Mal seit zwanzig Jahren ein Auslandskorrespondent in Polen von einem Mitglied der polnischen Regierung öffentlich angegriffen worden sei. Zuletzt sei ihm das im April 1989 widerfahren, als ihn der damalige kommunistische Regierungssprecher Jerzy Urban als "Polen-Feind" bezeichnet habe. ... Öffentliche Angriffe und Nachstellungen von Bildreportern beeinträchtigen nach Urbans Angaben mittlerweile auch sein Familienleben. Anfeindungen von Mitschülern, Nachbarn und Geschäftsleuten war sie zuletzt 2006 ausgesetzt gewesen, nachdem ein satirischer Artikel in der "tageszeitung" über Staatspräsident Kaczynski eine Kampagne polnischer Zeitungen gegen deutsche Korrespondenten ausgelöst hatte. Die Polen-Beauftragte der Regierung Schröder, Gesine Schwan, hatte damals Öl ins Feuer gegossen: In einem Beitrag für die Zeitung "Rzeczpospolita" beschuldigte sie Thomas Urban, antideutschen Stimmungen in Polen Vorschub zu leisten. Urban sei ein guter Kenner Polens, schrieb Frau Schwan, zeichne aber in seinen Artikeln "ein negatives Polenbild".

- UBS: Die Alten werden es schon richten: die Pensionäre Grübel und Villiger leiten jetzt die UBS.

- "E-Books. Txtr - die deutsche Antwort auf Kindle
Hightech made in Germany - es gibt sie doch. Wizpac heißt das Berliner Unternehmen, das mit seinem elektronischen Lesegerät Txtr gegen Großunternehmen wie Amazon und Sony antreten will. Bei den Verlagen hat die Firma schon einen Stein im Brett ..." 4.3. FAZ

- 3-6°C , über 600m Schneefall; strengster Winter seit langem in Skandinavien.
H.öl 47,7 Audi glänzt 2008.

Montag, 9. März 2009

Ein Verlust neuer Technologien wäre fatal, Geldentwertung, Sparkurs Polens, Dow


Dow und Obama

- "... Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar erwartet schon in Kürze eine kräftige Geldentwertung in Deutschland. „Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schießen“, sagte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) FOCUS.
Er rechne „mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010“. Bei etwa fünf Prozent lag die Inflationsrate in Deutschland zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Straubhaar sagte weiter, die Energiepreise würden in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder anziehen. Eine Verdoppelung des Ölpreises auf bis zu 80 Dollar pro Fass sei „wahrscheinlich“. Auch Handwerksleistungen und Immobilien würden bald teurer. ..." Focus 20.2.09

- "Im Gespräch: Polens Finanzminister Jacek Rostowski über seinen Sparkurs
"Die Legende über unseren baldigen Zusammenbruch ist falsch"
In der Krise hat Polen im Gegensatz zu den meisten Nachbarn keine Ausgaben, sondern ein striktes Sparprogramm beschlossen. Finanzminister Rostowski ... Offen gesagt, ich fürchte, daß Länder wie Großbritannien oder die USA sich ein bißchen so verhalten, wie all die kleinen Leute, die in den letzten Jahren ohne eigenes Kapital hypotheken aufgenommen haben. ..." FAZ 7.3.

- "Auch wenn es bitter und in den Ohren der Machbarkeitsstrategen wenig befriedigend klingen mag: Den nächsten Crash verhindern wir nicht. "History is indeed little more than the register of the crimes, follies, and misfortunes of mankind", schrieb der große britische Historiker Edward Gibbon in seiner Geschichte über Verfall und Untergang des Römischen Reiches. Dass auch die Weltgeschichte der Finanzkrisen nichts anderes ist als ein großes "Inventar von Verbrechen, Torheiten und Unglücksfällen der Menschheit", haben die Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart in einer berühmten Studie nachgewiesen, indem sie den Verlauf der Finanzkrisen über acht Jahrhunderte und in sechsundsechzig Staaten der Welt untersucht haben. ..." Hank, Krise, FAZ 7.3.

- "„Ein Verlust neuer Technologien wäre fatal
Deutschland muss seine Ideen besser vermarkten und gründungsfreundlicher werdenm, sagt Harhoff. Sonst entstehen Millionen neuer Arbeitsplätze anderswo
04. März 2009 Die Geschichte des MP3-Players darf sich nicht wiederholen, warnt Dietmar Harhoff, Vorsitzender der Kommission Forschung und Innovation. Deutschland muss seine Ideen besser vermarkten und gründungsfreundlicher werden. Sonst entstehen Millionen neuer Arbeitsplätze anderswo.

Professor Harhoff, was verstehen Sie eigentlich unter Innovation?

Eine Erfindung oder Idee, die auch kommerziell angewendet wird. Der schöne Gedanke allein reicht nicht aus. Um Wertschöpfung zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, muss man auch einen zahlungsbereiten Kunden finden.

Wie ist es laut Kommission um den Innovationsstandort Deutschland bestellt?
In der Ideenfindung haben wir Vorteile gegenüber anderen Ländern. Aber wenn es um die Markteinführung geht, hapert es. Der MP3-Player ist ein excellentes Beispiel. Die Technologie ist hier geschaffen worden, aber der erste Player kam vom Anbieter Rio aus dem Silicon Valley im Jahr 1989. Die Fraunhofer-Gesellschaft konnte sich über Hunderte Millionen Euro an Lizenzeinnahmen freuen. Aber diese Einnahmen machen weniger als ein Prozent der gesamten Wertschöpfung aus dieser Technologie aus. Das ist ökonomisch an Deutschland vorbei gelaufen.
Wo haben wir den Anschluss verpasst?
Eines vornweg: Die Innovationsfähigkeit in etablierten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, der chemischen und der Automobilindustrie ist hervorragend. Damit haben wir ja auch jahrelang hohe Exportüberschüsse eingefahren. Das reicht auf Dauer aber nicht, und wir tun uns schwer bei der Etablierung neuer Industrien. Da machen uns andere Nationen etwas vor. Vor allem die Vereinigten Staaten, aber auch Frankreich und Großbritannien. Dort gibt es deutlich mehr Gründungen, insbesondere aus Hochschulen und Forschungsinstituten. ...
Ein Abwanderung neuer Technologien wäre für Deutschland fatal. Einige Wagniskapitalgeber raten Gründern ja jetzt schon, wenn sie eine gute Idee haben, sofort in die Vereinigten Staaten zu gehen. Dort gibt es einen homogenen Markt, da sind die Wachstumsbedingungen gut, die Bürokratiekosten niedrig. Die Kommission fordert, dass Deutschland wieder zum Gründerland wird. In der Gründerzeit im 19. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg konnten wir das. Siemens, Krupp, Thyssen, Grundig, Nixdorf - das waren einmal Start-up-Unternehmen. Wir sehen keine Gründe, warum wir diesen Wachstumsmotor nicht wieder haben sollten." FAZ 5.3.

- Verrohung: "Deutschland. Polizei kämpft mit „Verrohung der Gesellschaft“
Die Zahl der Übergriffe auf Polizisten hat sich in Deutschland seit 1998 fast verdoppelt und liegt damit auf Rekordniveau. 6000 Fälle von „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ zählte die Deutsche Polizeigewerkschaft im vergangenen Jahr. Laut dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft muss die Polizei in Deutschland vermehrt gegen die „Verrohung der Gesellschaft“ kämpfen. ..." Focus 10.02.09 (www.focus.de/politik/weitere-meldungen/deutschland-polizei-kaempft-mit-verrohung-der-gesellschaft_aid_369905.html) s. auch: "Wir töten euch", Focus 10/09

- "Adidas legte für das vergangene Geschäftsjahr solide Zahlen vor. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung ist allerdings verhalten. " Glänzendes 4. Qu.
DB: Jan. u. Febr. gut

Sonntag, 8. März 2009

Nur Steine kennen keine Krisen, Bloomberg


Bald blühen sie.
Auch die Spottdrossel ist wieder da, trotz Dauerregen und 7°C .

- Wie war das mit der Klimaerwärmung?: "...The United States has shivered through an unusually severe winter, with snow falling in such unlikely destinations as New Orleans, Las Vegas, Alabama, and Georgia. On December 25th, every Canadian province woke up to a white Christmas, something that hadn't happened in 37 years. Earlier this year, Europe was gripped by such a killing cold wave that trains were shut down in the French Riviera and chimpanzees in the Rome Zoo had to be plied with hot tea to keep them warm. Last week, satellite data showed three of the Great Lakes -- Erie, Superior, and Huron -- almost completely frozen over. In Washington, DC, what was supposed to be a massive rally against global warming was upstaged by the heaviest snowfall of the season, which all but shut down the capital. ..."
Whatever happened to global warming? by Jeff Jacoby, The Boston Globe, March 8, 2009
http://www.jeffjacoby.com/4706/whatever-happened-to-global-warming


- Finanzkrise und kein Ende: " So fällt in der Krise alle Scham .
Von Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2009, S. Z1
Finanzkrisen gibt es, seit es den Kapitalismus gibt. In ruhigen Zeiten neigt die Welt dazu, das Risiko zu verdrängen. Jetzt ist der Schrecken groß. Und in ihrer Hektik verlieren die Staaten Maß und Ziel.
Paradiese sind gefährliche Orte. Adam und Eva können ein Lied davon singen. Es ist die größte Gefahr des paradiesischen Zustands, dass all jene, die in ihm leben, bald denken, es werde immer so bleiben. Der Garten Eden verleitet zu Unaufmerksamkeit und Sorglosigkeit und nährt das Gefühl falscher Sicherheit. Umso größer ist der Schrecken, wenn es vorbei ist. Könnte es nicht sogar sein, dass erst dieser Schrecken durch den Kontrast das Paradies als solches erkennbar macht, während die Gegenwart des goldenen Zeitalters bis dahin gar nicht recht gewürdigt wurde?
Seit Mitte der achtziger Jahre lebten die Menschen in einer Art irdischem Paradies, gewiss mit Schwächen und Ungerechtigkeiten. Aber zumindest in der reichen Welt Amerikas und Europas konnten sie der Meinung sein, ökonomische - und wohl auch politische - Katastrophen blieben ihnen erspart und ihr Wohlstand werde sich - wenngleich nicht immer zu ihrer vollsten Zufriedenheit und nicht für alle gleichmäßig - auf lange Sicht noch mehren.
Nicht erst aus der Erfahrung des Schocks der großen Krise heraus hat man die zwanzig Jahre davor die Zeit der "großen Mäßigung" (The Great Moderation) genannt. Das mag jene überraschen, die gewohnt sind, der Dominanz von Wall Street Unmäßigkeit und Übertreibungssucht vorzuwerfen. Doch darum geht es hier nicht. Mit Great Moderation ist gemeint, dass die Ausschläge des Konjunkturzyklus gedämpft und die Erfahrung dauernden Wechsels zwischen wirtschaftlichem Auf- und Abschwung abgemildert, wenn nicht gar abgeschafft schienen. Allein die Tatsache, dass dies eine Welt ohne (oder allenfalls mit nur geringer) Inflation war, kann gar nicht überschätzt werden, wenngleich auch das Verschwinden der Inflation, wie so vieles, bald als selbstverständlich genommen wurde. Die Jahre der Großen Mäßigung waren ein Zeitalter des Triumphs des amerikanischen Kapitalismus. Dann kam der große Knall. ..." FAZ //

Finanzkrisen gibt es natürlich, seit es ein entfaltetes Geldwesen gibt, Geldkrisen, seit es Geld gibt, und Krisen sind eine Grundeigenschaft alles Lebendigen. Fast jede Mutation ist kritisch, nur wenige stellen eine Verbesserung dar oder öffnen weitere Entwicklungen. Krisen begleiten jedes Leben in allen Bereichen: Krankheiten, Wachstumskrisen, Pubertätskrisen, Familienkrisen, Kriege - über längerfristig stabile Zeiten mit nur kleinen Krisen kann man sich nur freuen, sie sind die Ausnahme, einen Zwischenzeit. Finanzkrisen, die hauptsächlich Vermögenspreiskrisen sind wie die derzeitige, gehören zu den Luxuskrisen, weil es vor allem um Preisbereinigungen im Buchgeldbereich geht.- Auf einem ganz anderen Blatt steht die Opel- und GM-Krise, die ja schon mit kleinen Unterbrechungen zwanzig Jahre dauert, die vor allem mit hohen Löhnen und den asiatischen, auch deutschen Wettbewerbern zusammenhängt. Auch bei Chrysler und Ford gibt es seit Jahrzehnten eine krisenhafte Entwicklung, Chrysler stand schon mehrmals kurz vor dem Ende. Und stets gab es nach den Krisen noch bessere Autos als vorher. Allerdings sollte die Politik nicht künstlich Autoabsatzkrisen provozieren durch viele und immer höhere Schikanesteuern auf das Autofahren, wie das die deutschen Regierungen seit 1970 tun.

- Bloomberg, deutsche Dämlichkeit, letzter Tag der deutschen Ausgabe: Leider auch ein Symptom der deutschen Unbildung. Bloomberg war der einzige ernsthafte Wirtschaftsnachrichtensender. Deswegen konnte er nicht so viele Werbeeinnahmen erzielen wie etwas das überwiegend alberne n-tv. Er hinterläßt eine große Lücke. Sehr bedauerlich!

- Dax 3666 (-0,8%, Woche -5%) Dow 6.626 +0,5%

Samstag, 7. März 2009

Wer zurückblickt, sieht nicht nach vorn, Cebit, Internet, THOMAS und die Brille



Der 'Leseapostel' des Konrad von Soest 1404 (Detail aus dem Wildunger Altar)

Man faßt am Trinkrand an: Schwarzenegger und Begleitung

- Obwohl es wieder eine Woche naß und kalt (-1 bis 6°C) war, klingt das morgendliche Vogelgezwitscher schon fast wie im Sommer; große Gruppe von Heidelerchen auf der Wiese. Die Vögel richten sich mehr nach dem steigenden Sonnenstand als nach der Temperatur (darin sind sie intelligenter als das IPCC).
Schneesturm an der US-Ostküste und Neuschnee in einzelnen Südstaaten.

- Erinnerung für die SED/Linke: " Es gibt alles, nur nicht immer, nicht überall und schon gar nicht, wenn es gerade gebraucht wird. " FAZ 4.3.09 // Volksweisheit in der SED/Linke-Diktatur.

- Wer zurückblickt, sieht nicht nach vorn. Polnischer Nationalismus: Wladyslaw Bartoszewski, der Deutschland-Berater des polnischen Ministerpräsidenten Tusk: Obwohl die französische Außenpolitik seit den Capetingern den Rhein als Grenze auch militärisch anstrebte, nahm Fritz Friedrich II. die von den Katholiken verfolgten Hugenotten in Preußen auf, weil sie gute Gewerbler waren und Geldkapital mitbrachten (und weil er etwas gegen Kaholiken hatte); ihr Gewerbefleiß und ihr Gewerbewissen bereicherte direkt die preußische Wirtschaft und strahlte erfolgreich in die preußische Bevölkerung aus. - Wenn Bartoszewski und Konsorten nicht so erbärmlich dumme Nationalisten wären, würden sie Steinbach und den Vertriebenen einen goldenen Teppich ausrollen, damit möglichst viele Ex-Pommern und -Schlesier das gleiche täten wie die Hugenotten seinerzeit in Berlin und Preußen.
- "Polen fragt nach den Nebenwirkungen einer Erpressung. Neue Töne im Fall Steinbach / Von Konrad Schuller
WARSCHAU, 6. März. Nach dem Verzicht von Erika Steinbach auf einen Platz im Beirat des geplanten Berliner Vertriebenen-Zentrums stand Wladyslaw Bartoszewski, der Deutschland-Berater des polnischen Ministerpräsidenten Tusk, einige Tage als Triumphator auf der Warschauer Bühne. Er hatte mit der Drohung gesiegt, die Berufung der von ihm zur "blonden Bestie" stilisierten Vertriebenenpräsidentin in den Beirat werde zu einem gewaltigen Wettersturz zwischen Polen und Deutschland führen. Schon am Freitag aber ist in der polnischen Diskussion ein neuer Ton angeklungen. Mehrere Zeitungen, darunter die beiden wichtigsten des Landes, die liberale "Gazeta Wyborcza" und die konservative "Rzeczpospolita", veröffentlichten ganzseitige Gastbeiträge, in denen Bartoszewskis Erfolg als Pyrrhussieg erscheint: als "Erpressung" des wichtigen Partners Deutschland, die Polen noch werde bezahlen müssen - und darüber hinaus als inhaltlich und moralisch zweifelhafter Irrweg.
Ein Argument ist dabei die These der Zeitung "Polska", dass die polnische Regierung durch ihre Angriffe auf Frau Steinbach Bundeskanzlerin Merkel vor die "fatale Wahl" gestellt habe, zwischen der Freundschaft mit Polen und der Unterstützung von "zwei Millionen Vertriebenen" zu wählen. "Die deutsche Regierungschefin wird der polnischen Regierung mit Sicherheit nicht so schnell vergessen, wie sie an die Wand gedrängt wurde", schreibt der Kommentator Andrzej Godlewski. Frau Steinbach habe in Deutschland durch die Angriffe Ansehen gewonnen, und Polen werde dafür "zur gegebenen Zeit" die "Rechnung" bekommen.
In der "Rzeczpospolita" geht der Auslandschef der katholischen Wochenzeitung "Tygodnik Powszechny", Wojciech Pieciak, ein Stück weiter. Er stellt fest, in dem ganzen Streit sei es nur um "Prestige- und Symbolfragen" gegangen, da das geplante deutsche Vertriebenen-Zentrum garantiere, dass die Geschichte nicht im revisionistischen Sinn "neu geschrieben" werde. Das Mittel der "Erpressung" gleiche in der Politik einer "Atomwaffe". Es erfülle seinen Zweck nur dann, wenn es niemals verwendet werde, weil es "gefährliche Nebenwirkungen" nach sich ziehe: die Beschädigung "des Vertrauens, des guten Willens, der Empathie". Aus "strategischer" Sicht sei der taktische Erfolg Bartoszewskis deshalb nichts Geringeres als "eine Niederlage der polnischen Deutschland-Politik".
Den moralisch-inhaltlichen Aspekt des Streits beleuchtet in der "Gazeta Wyborcza" Waldemar Kuczynski, der in der ersten demokratisch legitimierten polnischen Regierung nach der Wende Minister war. "Genau wie wir und wie jede Nation haben die Deutschen das Recht, ihre eigene Geschichte selbst zu schreiben, und niemand sollte versuchen, ihnen vorzuschreiben, wie sie sie zu schreiben haben", stellt er fest. Es gebe keinen Zweifel, dass die Mehrheit der Deutschen akzeptiert habe, dass ihr Volk die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und die darin verübten Verbrechen trage. "Lassen wir Steinbach in Frieden", folgert Kuczynski deshalb: "Denn wenn wir auch Opfer sind, so sind wir doch nicht ohne Schuld, wie das schon vor vielen Jahren die polnischen Bischöfe wussten", schreibt er in Anspielung auf den Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder aus dem Jahr 1965, der in der Formulierung "Wir vergeben und bitten um Vergebung" mündet. " Text: F.A.Z., 07.03.2009

- Was so in der Unterhose steht: Made in Vietnam, in Slovakia .

- Cebit : Der Herr Terminator eröffnet die Ausstellung mit seinem Bodybuilder-Schauspielerfreund Ralf Möller und trägt als kalifornischer Gouverneur Totenkopfgürtelschnalle.

- Wie sollte es anders sein angesichts höherer Fluktuation: "Digitale Welt: Ohne Handy und Internet geht nichts .
Handy und Internet sind jungen Menschen wichtiger als Liebe: Die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland würde einer Studie zufolge eher auf den aktuellen Partner oder das Auto verzichten als auf Handy und Internet. Das alarmierende Ergebnis einer repräsentativen Umfrage verdeutlicht, wie das digitale Zeitalter das Leben vieler Jugendlicher langsam aber sicher verändert. " Allg. Nachrichten // Die allgemeine Ersetzbarkeit der Individuen hat durch den Wohlstand zugenommen, aber auch durch die Betonung naturgemäß unstabiler emotionaler Bindungen. Man trägt Emotion, aber Emotionen sind nicht sehr langlebig.

- THOMAS : "Der Todestag des Philosophen und Theologen Thomas von Aquin. 7. März 1274
Mitten in seinem epochalen Meisterwerk, mitten drin in der „Theologischen Summe“, brach Thomas von Aquin alle Arbeit ab. Wohl kam er, wie gewohnt, morgens nach der Messe zu seinem Sekretär Reginald von Piperno. Doch er sagte kein Wort. Er diktierte keinen Satz. „Ich kann nicht“, war seine einzige Erklärung. Als Reginald das lähmende Schweigen nicht mehr ertrug und bestürzt in ihn drang, fügte der 48jährige nur diesen Satz hinzu: „Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh.“
Vier Monate später, am 7. März 1274, starb Thomas von Aquin. Der Heilige, dem sein eigenes Werk vorkam wie Stroh, war ein Gelehrter von immenser Kreativität. Er gilt als der bedeutendste Theologe der katholischen Kirche.
Das jähe Ende seines Schaffens aber hatte keiner vorausgesehen, am wenigsten er selbst. Was war der Grund dafür? Burn-out oder mystisches Erlebnis?" WDR5 Zz; vielleicht waren es ja Glaubenszweifel, wer weiß? Hans Conrad Zander war etwas matt in seinen kleinen Provokationen, die Theologie des Thomas wurde nicht deutlich. Unsinnige Behauptungen wie "die Araber dachten damals europäischer als wir" werden durch Wiederholung nicht zutreffender. Gemeint ist die Aristoteles-Rezeption, die über einzelne Araber wie Ibn Ruschd (Averroës) lief, die dann vor der islamischen Orthodoxie fliehen mußten. Aristoteles, gut, hat sich Mühe gegeben, zweifellos logischer als diverse Religionsbücher; aber das hatte seine Grenzen: "Von Natur sind jedenfalls Frau und Sklave unterschieden ... bei den Barbaren nehmen dagegen Frau und Sklave den gleichen Rang ein ... Deswegen sagen die Dichter: 'Es ist wohlbegründet, daß Hellenen über Barbaren herrschen', da Barbar und Sklave von Natur dasselbe ist." (Arist., Politik, Buch 1, Kap. 2) Ich würde doch den Epikur und den Zenon, den Pyrrhon und Karneades weniger missen wollen als Platon und Aristoteles, bei denen der Staatsaberglaube beginnt und die Anmaßung des Wissens. Vor allem aber gründet das Europäische auf der Ablehnung der orientalischen Despotie bei den Griechen, wie sie im Abwehrkampf gegen die persische Despotie welthistorische Bedeutung erlangt hat. Sonst würden wir heute noch als Hausmeister oder sonstiger Abhängiger vor dem großen Patron niederknien und den Ring küssen, wie das in der Türkei noch oft vorkommt. Und natürlich sind wir die Erben der attischen maritimen Technikorientierung (attischer Seebund). Die Erfindung der Brille und ihre massenhafte Verbreitung ab Endes des 13. Jh. wiegen schwerer als der Platon und Aristoteles zusammen. Intelligente Erfindungen gab es überall auf der Welt, namentlich in China, aber nur in Europa gab es einen breiten Markt, der die vielen technischen Erfindungen vermarktete und der nicht von einem Zentraldespoten abhängig war wie im Orient. Technik malgamiert mit protestantischer Arbeitsethik sind dann das globale Wohlstands- und auch Freiheitsmodell Europas und Neu-Europas (USA) geworden.-

Freitag, 6. März 2009

Kierkegaard: totaler Bankrott, Darwins Orang-Utan



Wenn schon nau, dann doch Akopalüze im Buick!

- " .. Im Jahre 1836 notierte Søren Kierkegaard – er war damals gerade dreiundzwanzig Jahre alt – in sein Tagebuch: «Man befürchtet im Augenblick nichts mehr als den totalen Bankrott, dem, wie es scheint, ganz Europa entgegengeht, und vergisst dabei die weit gefährlichere Zahlungsunfähigkeit in geistiger Hinsicht, die vor der Tür steht.» Nun ist der Untergang des Abendlandes schon so oft zu Unrecht vorhergesagt worden, dass man sich Schreckensszenarien sparen kann. Und doch ist die Welt, in der wir heute leben, mindestens so ungemütlich wie zur Zeit Kierkegaards. Für den Kampf gegen den «Bankrott» heisst dies: Er muss an ganz verschiedenen Fronten geführt werden." Ausserkapitalistisches Material 21. Februar 2009, Neue Zürcher Zeitung, Dieter Thomä. " Auch die Wirtschaft lebt von Voraussetzungen, über die sie selbst nicht verfügt.
«Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.» – So lautet ein berühmtes Diktum des Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde. Der Ökonom Joseph Schumpeter hat von «ausserkapitalistischem Material» gesprochen, aus dem die Pfeiler der kapitalistischen Ordnung bestünden. Lassen sich daraus Fingerzeige für die gegenwärtige Situation gewinnen? ..."

WD: Die Welt von 2009 ist mental weit "ungemütlicher" als 1836 zu Kierkegaards Zeiten, der Mensch ist also außerordentlich flexibel - zugleich lebt der Zeitgenosse in einem großen Güterluxus, der seine Lebensspanne bei guter Gesundheit verdoppelt hat. Keine so schlechte Entwicklung, zumal durch die stärkere Individualisierung nach 1945 auch die Kriegsbereitschaft im Dienste kollektiver Entitäten zurückgegangen ist.

- FAZ-Darwin-Serie: "Down House (18) Darwins Orang-Utan. Von Oliver Hochadel.
06. März 2009 Am 28. März 1838, einem ungewöhnlich warmen Frühlingstag, ritt Charles Darwin in den Londoner Regent's Park. Im dortigen Tiergarten sah er zum ersten Mal in seinem Leben einen Menschenaffen: Jenny. Der Zoo hatte den etwa dreijährigen Orang-Utan im November 1837 für die stolze Summe von 105 Pfund erworben und im eigens geheizten Giraffenhaus untergebracht.
Darwin besuchte Jenny noch zwei weitere Male. Er brachte eine Mundharmonika mit, die die Orang-Dame prompt an ihre Lippen setzte, und untersuchte, ob ihr Pfefferminze und Eisenkraut schmeckten. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten nutzte er den Londoner Zoo immer wieder als privates Versuchslabor. Die - heute würde man sagen - vergleichende Verhaltensforschung wurde ein Lebensthema Darwins. In seinem Notizbuch beschrieb er eindringlich nicht nur die Intelligenz - „als ob er jedes Wort verstünde“ -, sondern auch das breite Spektrum an Emotionen des Orang-Utans, das von Erstaunen beim Blick in den Spiegel, Zufriedenheit, Zuneigung, Traurigkeit und Trotz bis hin zur Wut reichte. Und ein paar Seiten später notierte er: „Der Mensch hält sich in seiner Überheblichkeit für ein großartiges Werk. Mir jedoch erscheint es wahrhaftiger, ihn als einen Abkömmling der Tiere zu betrachten. ...“

- Buick: "Der Todestag des amerikanischen Unternehmers David D. Buick. 5. März 1929
Er trug einen berühmten Namen – und starb verarmt an Krebs in einem Detroiter Krankenhaus. Im Jahr vor seinem Tod wurde bereits der zweimillionste Wagen der Marke „Buick“ verkauft – doch der Gründer und Namensgeber verdiente keinen Cent daran.
Die Lebensgeschichte von David D. Buick scheint die des „ewigen Versagers“ zu sein, der gute Ideen und guten Willen mitbrachte; dem aber die Fortune fehlte, die aus einem Unternehmer einen erfolgreichen Unternehmer macht.
Der 1855 geborene Buick verkaufte sein Patent zur Beschichtung von Badewannen, um mit 46 Jahren noch einmal umzusatteln. Er setzte auf das Automobil als Fortbewegungsmittel der Zukunft. 1901 war er in der Autoentwicklung weiter als Ford und andere Konkurrenten. Doch als die Motorisierung in den USA den Durchbruch schaffte, hatten die anderen aufgeholt. Buicks Mittel waren aufgezehrt. Er fand Geldgeber – und die fanden Buick bald überflüssig. Ob im Öl-Geschäft oder mit Immobilien: Auch danach klebte ihm Pech an den Fingern. Nicht jeder Tellerwäscher wird in den USA zum Millionär..." WDR5 Zz

- "Wie glücklich würde mancher leben, wenn man sich um anderer Leute Sorgen ein wenig kümmerte." Lichtenberg 1790
Wieviel besser ginge es manchem, wenn er sich um anderer Leute Sorgen ein wenig weniger kümmerte. Do. 2009