Donnerstag, 12. März 2009

Heilsames Schweigen, Erziehungsgedanke, WELTBEVÖLKERUNG, VWL




Feierlicher Schein: Ein dänischer Polizist überreicht einer afghanischen Polizistin am Ende ihrer Ausbildung ihr Zeugnis. In einer koranischen Steinzeitzivilisation, in der Frauen Sklavenstatus haben, werden Polizistinnen ausgebildet? Das dürfte bei den Nichttalibanmännern eine solche Empörung auslösen, daß ihnen die Taliban nicht ganz so schlimm erscheinen werden wie vielleicht vorher.

- "Eupol in Afghanistan. Zivile Polizei oder Paramilitärs? Von Friederike Böge, Kabul
FAZ 10. März 2009 Es ist nicht leicht, die Europäische Polizeimission in Kabul zu finden. Selbst direkt vor dem Tor des Hauptquartiers der Eupol in der Dschalalabad-Straße zucken die Menschen mit den Schultern. Eupol? Nie gehört. „Meinen Sie vielleicht das deutsche Polizeiprojekt?“ Fast zwei Jahre ist es her, dass die Europäer von Deutschland den Auftrag übernommen haben, den Polizeiaufbau in Afghanistan zu koordinieren. Doch die Ergebnisse sind mehr als dürftig, und die Kritik an der Mission wird lauter. Zuletzt hat der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Kai Eide, deutliche Worte gefunden: „Ich hatte gehofft, dass die EU schneller aktiver werden würde.“ Es sei eine Schande, dass die Amerikaner auch beim Polizeiaufbau die Hauptlast tragen müssten.

- " Heilsames Schweigen. Über ihre Erlebnisse reden hilft nicht allen Terror- oder Verbrechensopfern – Schweigen kann für viele die bessere Strategie sein. Dies beobachteten Psychologen der US-Universität Buffalo, als sie untersuchten, wie Überlebende des Anschlags auf das World Trade Center vom 11. September 2001 ihr Trauma verarbeiteten. Menschen, die intensiv über ihre Gefühle sprachen, brauchten nicht nur länger zur Bewältigung, ihnen ging es auch gesundheitlich schlechter. „Therapeuten sollten es den Opfern überlassen, ob sie reden oder schweigen“, betont Studienleiter Mark Seery. Niemand sollte zum einen oder anderen gedrängt werden. " Focus 24/08 S. 100

- Winnenden-Schul-Massaker im Fernsehen: ' Die RTL-Reporterin Sarah Jovanovic hingegen schien geradewegs dem Kinderfunk entsprungen: „Es war Wahnsinn, überall standen die Rettungswagen rum“, berichtete sie, die Helfer freilich seien „superschnell“ vor Ort gewesen. „Ein Chaos vom Feinsten“ beobachtete sie vor der Schule. Minuten später tauchte sie auch bei n-tv auf, wo sie „ein Großaufgebot vom Feinsten“ registrierte. Jovanovics Fazit: „So was ist hier noch nie passiert.“ ' FAZ

- ERZIEHUNGSGEDANKE: Übrigens wurde seit 1970 ausgehend von Adorno und Habermas der Erziehungsgedanke aus der Schule verdrängt und durch den der Beschulung ersetzt. Inzwischen kennen viele Eltern nicht einmal mehr dieses Wort. Der freudianische Unsinn spielte die Persönlichkeitspsychologie in den Hintergrund und Bidungspolitiker wissen meist nichts mehr von der Formung des Menschen, die Bildung meint.

- SPD in Umfragen bei 27%, CDU bei 32% - Merkel sollte endlich in die SPD wechseln, bevor sie die CDU ebenfalls auf 27% bringt.

- WELTBEVÖLKERUNG: Vor 2000 Jahren betrug die Zahl der Menschen ungefähr 0,3 Mrd. (300 Mio.), heute etwa 6,4 Mrd. mehr, nämlich 6 767 000 000 Menschen (DSW). Die Fruchtbarkeitsrate soll in Afrika 4,6 Kinder/Frau betragen, in Deutschland liegt sie bei 1,4 Auch hier hat die Regierung Merkelmünte nichts außer Steuergeldverschwendung vorzuweisen. Die sog. Entwicklungshilfegelder sollten um 60% gekürzt werden, den Rest sollte man zu gleichen Teilen der Deutschen STIFTUNG WELTBEVÖLKERUNG und dem Wirtschaftsministerium überantworten. Das sog. Entwicklungshilfeministerium sollte gänzlich geschlossen werden, auch wenn das Nordkorea, China, Mugabe etc. sehr bedauern würden.
- "ENDE DES WACHSTUMS NICHT IN SICHT
Möglicherweise wächst die Bevölkerung Afrikas sogar noch schneller. Die gegenwärtigen Wachstumsprognosen gehen davon aus, dass die Fruchtbarkeitsrate in Afrika bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 2,5 Kinder pro Frau sinkt. Jüngste Untersuchungen, die dem DSW-Datenreport zugrunde liegen, vermitteln allerdings ein anderes Bild: Insbesondere in den Ländern Afrikas südlich der Sahara gehen die Fruchtbarkeitsraten nach diesem Szenario nur sehr allmählich zurück.
In Kenia beispielsweise lag die Fertilität in den frühen 1970er Jahren bei acht Kindern pro Frau und sank bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf fünf Kinder. Seither verharrt sie laut DSW auf diesem Niveau. In anderen Ländern wie Uganda sei überhaupt kein Rückgang der Fruchtbarkeitsrate festzustellen. Hier bekämen Frauen heute, wie schon 1950, im Durchschnitt sieben Kinder. Es bleibe daher abzuwarten, ob die Zwei-Kind-Familie ein realistisches Zukunftsbild Afrikas ist und ob das prognostizierte Bevölkerungswachstum nicht nach oben korrigiert werden muss." DSW-Datenreport 2008 www.dsw-online.de/

- "Europlatz Frankfurt. Licht am Ende des Tunnels. Von Michael Heise (Allianz). Die Konjunkturdaten der vergangenen Wochen zeichnen ein ziemlich verheerendes Bild. Selbst gestandene Zeitgenossen wie der amerikanische Exnotenbanker ..." 9.3.

- VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE: "Und vor allem muss es unverständlich sein.
Zu "Von der Wertfreiheit zur Wertlosigkeit" (F.A.Z. vom 27. Februar): Die in den vergangenen Jahrzehnten entwickelte und gewachsene Mathematisierung der Volkswirtschaftslehre ..." gefällt dem Finanzwissenschaftler aus Trier (Dietrich Dickertmann/Siegfried Gelbhaar: Finanzwissenschaft. Eine Einführung in die Institutionen, Instrumente und ökonomischen Ziele der öffentlichen Finanzwirtschaft. 2000) gar nicht. In seinem FAZ-Leserbrief vom 11.3.09 berichtet er von seinem Lehrer, der habe ihm als Habilitanden gesagt, "man brauche die VWL nicht". Tja. Daneben fragt ein Leserbrief, warum Norbert Walter (Chefvolkswirt DB) denn nicht bereits 2004 vor den amerikanischen Ramschhypotheken gewarnt habe. Die Volkswirtschaftslehre im allgemeinen taugt vielleicht wirklich nur zur Ersetzung der Katheder-Philosophie, aber nur, wenn sie die Mathematikmarotte aufgibt.- Dahinter steht, für jeden, nicht nur für Volkswirte, das unlösbare Problem, die Vielzahl der globalen Informationen aufzunehmen und zu analysieren. Gleichzeitig wird die Nachrichtenlage immer schlechter, weil seit 1970 auf breiter Front immer größere Nachrichtenteile in Spaß- und Sensationsnachrichten umgewidmet werden. Während der einzig ernsthafte Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg Deutschland gerade geschlossen wurde, stellen N24 und n-tv zugunsten von stundenlangen Gaffer- und Klatschreportagen die Wirtschaftsberichterstattung zeitweilig ganz ein.

- Experimentelle VWL : "Es wird berichtet über Ergebnisse einer Serie von Experimenten, in denen Versuchspersonen sich einem intertemporalen Planungs- und Entscheidungsproblem gegenübersehen. Der spezielle Kontext ist ein computer-simulierter Monopolmarkt über 50 Perioden mit relativ komplexen intertemporalen Interdependenzen zwischen den Variablen des Modells, wie Bekanntheitsgrad, Qualität. Die Aufgabe der Versuchspersonen ist es, einen möglichst hohen Gesamtgewinn über 50 Perioden zu erzielen. Um ihre Aufgabe zu erfüllen, verfügen die Versuchspersonen über ein computerisiertes Planungsinstrument, durch das vollständige kurzfristige Vorausbestimmbarkeit erreicht wird. Dabei leistet dieses Instrument sowohl die Prüfung der Durchführbarkeit eines Anspruchsniveaus für von der Versuchsperson bestimmte kurzfristige Zielvariablen, als auch die Prüfung der Verbesserungsfähigkeit von Anspruchsniveaus. Unsere Ergebnisse fallen in zwei Kategorien: erstens zur Zielbildung und zweitens zur Anspruchsanpassung. In der ersten Kategorie finden wir, dass eine Tendenz zur Konzentration auf bestimmte Zielsysteme zu beobachten ist. Diese sind in der Tat dazu geeignet, das dynamische System zu kontrollieren. Des weiteren zeigt sich, dass Zielpersistenz, ein Maß für die Tendenz einer Versuchsperson das gegenwärtige Zielsystem beizubehalten, stark mit dem erzielten Gesamtgewinn korreliert ist. In der zweiten Kategorie finden wir, dass die Anpassung der Anspruchsniveaus in starker Übereinstimmung mit Grundprinzipien der Anspruchsanpassungstheorie (Sauermann und Selten 1962, Selten 1998, 2001) erfolgt. Weiter finden wir, dass der Prozeß der Anspruchsanpassung in vielen Fällen in eine approximativ stationäre Situation führt, in der das Anspruchsniveau über mehrere Perioden hinweg bis auf geringfügige Abweichungen beibehalten wird. (Approximative) Stationarität erlaubt eine Voraussicht des Gesamtgewinns unter Beibehaltung der gegenwärtigen Politik. Einige Versuchspersonen, die eine (approximativ) stationäre Situation erreichen, verlassen diese in der Hoffnung, eine andere (approximativ) stationäre Situation mit höherem Periodengewinn zu erreichen." Vortrag Reinhard Selten, Bonn

- Italien baut neue Kernkraftwerke.



Es sehnt sich ewig dieser Geist...

August von Platen

Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite,
Und möchte fürder, immer fürder streben:
Nie könnt ich lang an einer Scholle kleben,
Und hätt ein Eden ich an jeder Seite.

Mein Geist, bewegt von innerlichem Streite,
Empfand so sehr in diesem kurzen Leben,
Wie leicht es ist, die Heimat aufzugeben,
Allein wie schwer, zu finden eine zweite.

Doch wer aus voller Seele haßt das Schlechte,
Auch aus der Heimat wird es ihn verjagen,
Wenn dort verehrt es wird vom Volk der Knechte.

Weit klüger ist's, dem Vaterland entsagen,
Als unter einem kindischen Geschlechte
Das Joch des blinden Pöbelhasses tragen.
(1826)

Mittwoch, 11. März 2009

OPEL, Verlierer der Abwrackprämie, CITIBANK u. Deutsche Bank starten gut




- OPEL: 2700,- € brutto für eine einfache Anlerntätigkeit: "Der Betriebsratschef des Opel-Werkes in Eisenach Harald Lieske hat die Opel-Beschäftigten bereits auf Forderungen nach Lohnkürzungen vorbereitet. Sie müssten im Rahmen des Sanierungskonzepts mit Lohneinbußen in zweistelliger Prozenthöhe rechnen, sagte Lieske in einem Zeitungsinterview. Lange Zeit galten die Opel-Beschäftigten im Branchenvergleich als überdurchschnittlich gut bezahlt. „Das ist heute allerdings nicht mehr der Fall. Seit 1993 wurden große Teile der übertariflichen Lohnbestandteile abgeschmolzen. Heute verdient ein Arbeiter bei Opel in der Produktion je nach Alter etwa 2700 Euro brutto im Monat“, sagte ein Opel-Sprecher." Opel-Aufsichtsrat verhandelt über Lohnverzicht, FAZ 10.3.09

- ' Verlierer der Abwrackprämie.
„Hoffentlich ist bald Ende mit dem Spuk“
Spezial Die Autohändler jubeln: Abwrackboom! Sonderkonjunktur! Doch viele Gebrauchtwagenhändler, die ihr Geschäft mit älteren Autos machen, schimpfen wie die Rohrspatzen über die Merkel-Subvention. Wir waren bei den Abwrack-Verlierern zu Besuch. ...' FAZ 10.3.

- Im Februar sanken die US-Autoabsätze um 41%, bei GM sogar um 53%; wer wird auch in einem solchen Schneewinter unbedingt ein neues Auto kaufen?

- Abwrackunsinn: "Das Unternehmergespräch: Burkhard Weller, Gründer des Autohandelsunternehmens Autoweller
"Nach Ostern beginnt das normale Leben" .
Im Autohandel hat die Abwrackprämie einen kleinen Boom ausgelöst. Burkhard Weller glaubt aber nicht daran, dass er lange dauert. Die Autokrise hat nichts mit der Finanzkrise zu tun. Es wurden ganz einfach zu viele Autos produziert. Weller hält den Markt schlicht für gesättigt. Auf 1000 Haushalte in Deutschland kommen 584 Autos. ... Absatzvolumen von jährlich 3 Mio. neuen Autos. Im vergangenen Jahr verkaufte Weller weniger Autos von Toyota, dafür um so mehr von BMW und VW. Toyota hatte 27 Monate lang kein einziges neues Modell herausgebracht. Das ist aber genau das, was die Kunden wünschen: neue, möglichst aufregende Modelle. ..." FAZ 9.3. // Seltsam, die Journalisten aus dem germanistischen Seminar behaupten dauernd auf allen Kanälen, daß die Kunden Öko-Autos mit Müsli-Motor wollen.

- Die US-Arbeitslosenzahlen Februar stiegen auf 8,1% - von Horrorzahlen ist in der TB die Rede, ohne daß die deutsche Zahl erwähnt würde: 8,5% (3,55 Mio. www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/monat/grafiken.pdf) .
Beeindruckend die Bilder von aktiven amerikanischen Arbeitssuchern.

- Wohlstand und Protestantismus: Der Bildungsökonom Ludger Wößmann hat den Zusammenhang von Protestantismus und wirtschaftlichem Erfolg neu erforscht. Seine Erkenntnis: Der Soziologe Max Weber hatte nur halb recht." DIE ZEIT, 23.12.2008
Ludger Wössmann überschätzt die allg. Bildung stark, Lesen, Schreiben, Rechnen sind natürlich für Mechanik, Handel und Naturwissenschaft als Grundelement bedeutsam, aber die Bildung der Philos. Fak. ist für den Wohlstand eher kontraproduktiv und für die Gesellschaft belastend, weil hier neben vielen teuren Hobbies wie Kunstgeschichte auch gefährlicher Unsinn wie Nationalismus und Marxismus entstand und weiter entsteht.

- Besser als Wössmann: Miegel, Meinhard u.a.
Wirtschafts- und arbeitskulturelle Unterschiede in Deutschland. Zur Wirkung außerökonomischer Faktoren auf die Beschäftigung. Eine vergleichende Untersuchung, gefördert von der Bertelsmann Stiftung.
Bertelsmann Gütersloh 1991 Broschur 149 S.
Eine Zusammenfassung: "In den reicheren Regionen, so ergaben Miegels Befragungen, sind die Deutschen leistungsbewußter und egoistischer, in den ärmeren sind sie bodenständiger, gastfreundlicher und befriedigen mehr Bedürfnisse außerhalb des Erwerbssektors. Sich selbst schätzen die Bewohner reicher Gegenden tendenziell ordnungsliebender, religiöser und weltoffener ein, als es ihre Landsleute in ärmeren Regionen tun; letztere halten sich für bodenständiger, ehrlicher, gastfreundlicher und ausdauernder. In den schwachen Kreisen gaben 37 Prozent der Bevölkerung an, dem Nachbarn bei der Wohnungsrenovierung zu helfen, nur 28 Prozent waren es in den starken. Vierzig Prozent der Menschen in den starken Kreisen glaubten, man müsse rücksichtslos sein, um Erfolg zu haben, in den schwachen waren es nur dreißig Prozent. Unternehmer in den reicheren Regionen hatten ein viel ausgeprägter positives Bild von sich selbst als ihre Kollegen in ärmeren Gegenden.

Auch einige Verbindungen zur Geschichte förderten Miegel und seine Mitautoren zutage: Die Menschen der beiden Gruppen unterscheiden sich nicht in der Konfession, wohl aber in der Intensität ihres Bekenntnisses: Je reicher die Gegend, desto höher war der Stellenwert, den die Bürger der Religion beimaßen. In der Landwirtschaft der starken Kreise galt früher überwiegend das zerstörerische Recht der Realteilung: Die Höfe wurden immer kleiner und unwirtschaftlicher, viele junge Menschen mußten sich schon früh ihr Geld in Handwerk und Handel verdienen und bildeten zwangsläufig kapitalistische Denkweisen heraus. Die schwachen Landkreise standen früher überwiegend unter preußischer Herrschaft, die starken gehörten meist zu süddeutschen Kleinstaaten, in denen der Weg vom König zur Wirtschaft schon immer kurz war, wie die Autoren glauben. Wichtig sei dabei auch die süddeutsche Kommunalverfassung mit ihren sehr mächtigen, vom Volk direkt gewählten Bürgermeistern.
In der Auswertung dieser bemerkenswerten Fakten müssen sich die Autoren allerdings teilweise auf theoretisch sehr dünnem Eis bewegen: Die Stichproben sind angesichts der komplexen Fragestellung sehr klein, die ermittelten Unterschiede in den Mentalitäten zwar statistisch signifikant, aber auch nicht weltbewegend. Und schließlich stellt sich das klassische Problem von Henne und Ei: Prosperieren bestimmte Regionen, weil die Bevölkerung kapitalistisch denkt, oder denkt sie kapitalistisch, weil die Menschen von klein auf die Erfahrung einer prosperierenden Wirtschaft gemacht haben?
Miegel und seine Koautoren ziehen aus dem knappen Material sehr weitgehende Schlüsse: Sollten tatsächlich „regionale Wirtschafts- und Beschäftigungslagen erheblich von Neigungen und Verhaltensweisen der jeweiligen Bevölkerung abhängen, wäre nicht nur fraglich, ob das Postulat gleicher materieller Lebensbedingungen verwirklicht werden kann, sondern mehr noch, ob es überhaupt verwirklicht werden soll". Miegel bezieht diese Aussage ausdrücklich nicht nur auf Deutschland, sondern auf Europa und die ganze Welt. Angesichts der nicht absehbaren Umwälzungen in Osteuropa ist diese Aussage zumindest kühn. " Nikolaus Piper,
EINKOMMENSVERTEILUNG, Was uns reich macht, © DIE ZEIT, 10.01.1992

- Nikkei bei 7086 (tiefster Stand seit 26 Jahren, die Niedrigzinspolitik wirkt nicht; aber da die Japaner keine deutsche Sozialgesetzgebung haben, funktioniert der Arbeitsmarkt trotzdem ganz gut und die Arbeitslosenrate ist im Januar von 4,3 Prozent auf 4,1 gesunken - vgl. Deutschland mit 8,5% 2/09)
CITIBANK hat Jan. u. Febr. 09 mit 8,3 Mrd. sehr gut abgeschnitten, ähnlich Deutsche Bank.

Dienstag, 10. März 2009

SCHWUNDGELD, Kandidatin Schwan



Reinehr

- - Erfreulich: Roland Reinehr, Jahrgang 1974, Junges Kolleg, Akademie der Wissenschaften NRW: "2001 begann er seine internistische Facharztausbildung am Universitätsklinikum Düsseldorf begleitet von seinen wissenschaftlichen Arbeiten zur Wechselwirkung zwischen Signalketten von Wachstums- und Todesrezeptoren in der Leber. ... Seine wissenschaftlichen Arbeiten im Zellkultur- und Tiermodell zur Leberschädigung und Regeneration umfassen vielfältige Methoden der Molekularbiologie, von der Polymerasekettenreaktion bis hin zur Fluoreszenz-Resonanz-Energietransfer-Mikroskopie. 2006 erfolgte die Habilitation durch die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Fach Molekulare Medizin. Im Sinne der Translation hat Roland Reinehr von Beginn an seine grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten mit seiner klinische Tätigkeit verknüpft, auch unter Zuhilfenahme bestehender Kooperation mit anderen Fachbereichen (Neurobiologie, Chirurgie) und Fakultäten (Biochemie, Physikalische Chemie). "

- "Merkel und die Konservativen. Hier Schweigen, da Strafen. Von Wulf Schmiese. Angela Merkel: „Eine Fremde geblieben in der Familie CDU”? FAZ 9. März 2009 Angela Merkel weiß, dass derzeit viele gegen sie sind in der CDU. Noch sind es nahezu Unbekannte, die sich öffentliche Kritik entlocken lassen. Ausgerechnet die Landesvorsitzenden aus Berlin, Bremen und Brandenburg äußern ihre Sorge, dass die Bundesvorsitzende sich mehr um das Profil der CDU kümmern müsse. Dabei wären deren Landesverbände schon selig, wenn sie auf jene 32 Prozent in den Umfragen kämen, wie sie derzeit für die CDU insgesamt erhoben werden. ... Doch die Bundeskanzlerin wagt darüber nicht einmal zu spotten, denn ihr bleibt nicht verborgen, dass ihre namhaften Kritiker derzeit bloß schweigen, untereinander aber kräftig Stimmung machen gegen die Chefin. ..."

- Beck-Office: SCHWUNDGELD . Geldpolitische Phyrrhussiege. Von Hanno Beck
FAZ 9. März 2009 Manche Ideen setzen sich nicht durch ihre Strahlkraft, sondern per Unfall durch. Selbiges könnte den Anhängern der sogenannten Freigeldlehre nun ins Theoriehaus stehen. Diese fordern seit Jahrhundert und Tag die Einführung von Schwundgeld, also Geld, das mit der Zeit immer weniger wert wird. Dieses Schwundgeld, so die Idee, verhindert, dass Menschen Geld unters Kopfkissen stopfen und es dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Dadurch, so die Freigeldanhänger, werden Wirtschaftskrisen verhindert. Auch der Zins steht nach der Auffassung vieler Anhänger alternativer Geldpolitik einer gesunden Wirtschaft entgegen, weswegen er abgeschafft werden solle.
Wirft man einen Blick an die internationalen Kapitalmärkte, so scheinen sich die alternativen Ideen der Geldtheorie derzeit mehr oder weniger per blanker Not durchzusetzen: In vielen entwickelten Volkswirtschaften sind die Zinsen unter Berücksichtigung der Inflationsrate mehr oder weniger null und damit nur noch auf dem Papier existent. Und angesichts von Zentralbanken, die verzweifelt die Geldpresse anwerfen, dürfte auch das Schwundgeld nicht lange auf sich warten lassen: Bisher hat noch jede exzessive Ausweitung der Geldmenge zu Inflation geführt, und Inflation ist nichts anderes als eine permanente Entwertung des Geldes - inflationäres Geld ist also Schwundgeld.
So bekommen Anhänger alternativer Geldtheorien per Unfall ihren Willen, doch es ist fraglich, ob sie sich dieses Sieges erfreuen können: Nullzinsen zerstören auf Dauer die Funktionsweise eines Kapitalmarktes, sie sorgen für aufgeblähte Vermögenspreise; und ihre Wirksamkeit ist fraglich, wie die Japaner nach Jahren der Nullzinspolitik wissen. Und die Wirkung eines inflationären Schwundgeldes wird vor allem dem Durchschnittsbürger zusetzen, denn letztlich wird er damit kalt enteignet. Der Sieg der alternativen Geldtheorie könnte sich als Pyrrhussieg erweisen - viele solcher Siege können wir uns nicht leisten.

- Kandidatin Schwan: "Watschenmann. Polen nimmt deutschen Korrespondenten ins Visier.
Thomas Urban, der Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Polen, sieht sich als "Polen-Feind" an den Pranger gestellt. Der Deutschland-Beauftragte der Regierung Tusk, Wladyslaw Bartoszewski, hatte in der vergangenen Woche dem Fernsehsender TVN24 gesagt, die "Anti-Polin" Erika Steinbach habe einen "Ghostwriter" in Warschau. Das sei der Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", Urban. Dieses Zitat sei auch vom größten polnischen Nachrichtenportal - onet.pl - verbreitet worden, teilte Urban am Montag mit.
In einer an mehrere Redaktionen verschickten Stellungnahme weist Urban darauf hin, dass damit zum ersten Mal seit zwanzig Jahren ein Auslandskorrespondent in Polen von einem Mitglied der polnischen Regierung öffentlich angegriffen worden sei. Zuletzt sei ihm das im April 1989 widerfahren, als ihn der damalige kommunistische Regierungssprecher Jerzy Urban als "Polen-Feind" bezeichnet habe. ... Öffentliche Angriffe und Nachstellungen von Bildreportern beeinträchtigen nach Urbans Angaben mittlerweile auch sein Familienleben. Anfeindungen von Mitschülern, Nachbarn und Geschäftsleuten war sie zuletzt 2006 ausgesetzt gewesen, nachdem ein satirischer Artikel in der "tageszeitung" über Staatspräsident Kaczynski eine Kampagne polnischer Zeitungen gegen deutsche Korrespondenten ausgelöst hatte. Die Polen-Beauftragte der Regierung Schröder, Gesine Schwan, hatte damals Öl ins Feuer gegossen: In einem Beitrag für die Zeitung "Rzeczpospolita" beschuldigte sie Thomas Urban, antideutschen Stimmungen in Polen Vorschub zu leisten. Urban sei ein guter Kenner Polens, schrieb Frau Schwan, zeichne aber in seinen Artikeln "ein negatives Polenbild".

- UBS: Die Alten werden es schon richten: die Pensionäre Grübel und Villiger leiten jetzt die UBS.

- "E-Books. Txtr - die deutsche Antwort auf Kindle
Hightech made in Germany - es gibt sie doch. Wizpac heißt das Berliner Unternehmen, das mit seinem elektronischen Lesegerät Txtr gegen Großunternehmen wie Amazon und Sony antreten will. Bei den Verlagen hat die Firma schon einen Stein im Brett ..." 4.3. FAZ

- 3-6°C , über 600m Schneefall; strengster Winter seit langem in Skandinavien.
H.öl 47,7 Audi glänzt 2008.

Montag, 9. März 2009

Ein Verlust neuer Technologien wäre fatal, Geldentwertung, Sparkurs Polens, Dow


Dow und Obama

- "... Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar erwartet schon in Kürze eine kräftige Geldentwertung in Deutschland. „Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schießen“, sagte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) FOCUS.
Er rechne „mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010“. Bei etwa fünf Prozent lag die Inflationsrate in Deutschland zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Straubhaar sagte weiter, die Energiepreise würden in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder anziehen. Eine Verdoppelung des Ölpreises auf bis zu 80 Dollar pro Fass sei „wahrscheinlich“. Auch Handwerksleistungen und Immobilien würden bald teurer. ..." Focus 20.2.09

- "Im Gespräch: Polens Finanzminister Jacek Rostowski über seinen Sparkurs
"Die Legende über unseren baldigen Zusammenbruch ist falsch"
In der Krise hat Polen im Gegensatz zu den meisten Nachbarn keine Ausgaben, sondern ein striktes Sparprogramm beschlossen. Finanzminister Rostowski ... Offen gesagt, ich fürchte, daß Länder wie Großbritannien oder die USA sich ein bißchen so verhalten, wie all die kleinen Leute, die in den letzten Jahren ohne eigenes Kapital hypotheken aufgenommen haben. ..." FAZ 7.3.

- "Auch wenn es bitter und in den Ohren der Machbarkeitsstrategen wenig befriedigend klingen mag: Den nächsten Crash verhindern wir nicht. "History is indeed little more than the register of the crimes, follies, and misfortunes of mankind", schrieb der große britische Historiker Edward Gibbon in seiner Geschichte über Verfall und Untergang des Römischen Reiches. Dass auch die Weltgeschichte der Finanzkrisen nichts anderes ist als ein großes "Inventar von Verbrechen, Torheiten und Unglücksfällen der Menschheit", haben die Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart in einer berühmten Studie nachgewiesen, indem sie den Verlauf der Finanzkrisen über acht Jahrhunderte und in sechsundsechzig Staaten der Welt untersucht haben. ..." Hank, Krise, FAZ 7.3.

- "„Ein Verlust neuer Technologien wäre fatal“
Deutschland muss seine Ideen besser vermarkten und gründungsfreundlicher werdenm, sagt Harhoff. Sonst entstehen Millionen neuer Arbeitsplätze anderswo
04. März 2009 Die Geschichte des MP3-Players darf sich nicht wiederholen, warnt Dietmar Harhoff, Vorsitzender der Kommission Forschung und Innovation. Deutschland muss seine Ideen besser vermarkten und gründungsfreundlicher werden. Sonst entstehen Millionen neuer Arbeitsplätze anderswo.

Professor Harhoff, was verstehen Sie eigentlich unter Innovation?

Eine Erfindung oder Idee, die auch kommerziell angewendet wird. Der schöne Gedanke allein reicht nicht aus. Um Wertschöpfung zu betreiben und Arbeitsplätze zu schaffen, muss man auch einen zahlungsbereiten Kunden finden.

Wie ist es laut Kommission um den Innovationsstandort Deutschland bestellt?
In der Ideenfindung haben wir Vorteile gegenüber anderen Ländern. Aber wenn es um die Markteinführung geht, hapert es. Der MP3-Player ist ein excellentes Beispiel. Die Technologie ist hier geschaffen worden, aber der erste Player kam vom Anbieter Rio aus dem Silicon Valley im Jahr 1989. Die Fraunhofer-Gesellschaft konnte sich über Hunderte Millionen Euro an Lizenzeinnahmen freuen. Aber diese Einnahmen machen weniger als ein Prozent der gesamten Wertschöpfung aus dieser Technologie aus. Das ist ökonomisch an Deutschland vorbei gelaufen.
Wo haben wir den Anschluss verpasst?
Eines vornweg: Die Innovationsfähigkeit in etablierten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, der chemischen und der Automobilindustrie ist hervorragend. Damit haben wir ja auch jahrelang hohe Exportüberschüsse eingefahren. Das reicht auf Dauer aber nicht, und wir tun uns schwer bei der Etablierung neuer Industrien. Da machen uns andere Nationen etwas vor. Vor allem die Vereinigten Staaten, aber auch Frankreich und Großbritannien. Dort gibt es deutlich mehr Gründungen, insbesondere aus Hochschulen und Forschungsinstituten. ...
Ein Abwanderung neuer Technologien wäre für Deutschland fatal. Einige Wagniskapitalgeber raten Gründern ja jetzt schon, wenn sie eine gute Idee haben, sofort in die Vereinigten Staaten zu gehen. Dort gibt es einen homogenen Markt, da sind die Wachstumsbedingungen gut, die Bürokratiekosten niedrig. Die Kommission fordert, dass Deutschland wieder zum Gründerland wird. In der Gründerzeit im 19. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg konnten wir das. Siemens, Krupp, Thyssen, Grundig, Nixdorf - das waren einmal Start-up-Unternehmen. Wir sehen keine Gründe, warum wir diesen Wachstumsmotor nicht wieder haben sollten." FAZ 5.3.

- Verrohung: "Deutschland. Polizei kämpft mit „Verrohung der Gesellschaft“
Die Zahl der Übergriffe auf Polizisten hat sich in Deutschland seit 1998 fast verdoppelt und liegt damit auf Rekordniveau. 6000 Fälle von „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ zählte die Deutsche Polizeigewerkschaft im vergangenen Jahr. Laut dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft muss die Polizei in Deutschland vermehrt gegen die „Verrohung der Gesellschaft“ kämpfen. ..." Focus 10.02.09 (www.focus.de/politik/weitere-meldungen/deutschland-polizei-kaempft-mit-verrohung-der-gesellschaft_aid_369905.html) s. auch: "Wir töten euch", Focus 10/09

- "Adidas legte für das vergangene Geschäftsjahr solide Zahlen vor. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung ist allerdings verhalten. " Glänzendes 4. Qu.
DB: Jan. u. Febr. gut

Sonntag, 8. März 2009

Nur Steine kennen keine Krisen, Bloomberg


Bald blühen sie.
Auch die Spottdrossel ist wieder da, trotz Dauerregen und 7°C .

- Wie war das mit der Klimaerwärmung?: "...The United States has shivered through an unusually severe winter, with snow falling in such unlikely destinations as New Orleans, Las Vegas, Alabama, and Georgia. On December 25th, every Canadian province woke up to a white Christmas, something that hadn't happened in 37 years. Earlier this year, Europe was gripped by such a killing cold wave that trains were shut down in the French Riviera and chimpanzees in the Rome Zoo had to be plied with hot tea to keep them warm. Last week, satellite data showed three of the Great Lakes -- Erie, Superior, and Huron -- almost completely frozen over. In Washington, DC, what was supposed to be a massive rally against global warming was upstaged by the heaviest snowfall of the season, which all but shut down the capital. ..."
Whatever happened to global warming? by Jeff Jacoby, The Boston Globe, March 8, 2009
http://www.jeffjacoby.com/4706/whatever-happened-to-global-warming


- Finanzkrise und kein Ende: " So fällt in der Krise alle Scham .
Von Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2009, S. Z1
Finanzkrisen gibt es, seit es den Kapitalismus gibt. In ruhigen Zeiten neigt die Welt dazu, das Risiko zu verdrängen. Jetzt ist der Schrecken groß. Und in ihrer Hektik verlieren die Staaten Maß und Ziel.
Paradiese sind gefährliche Orte. Adam und Eva können ein Lied davon singen. Es ist die größte Gefahr des paradiesischen Zustands, dass all jene, die in ihm leben, bald denken, es werde immer so bleiben. Der Garten Eden verleitet zu Unaufmerksamkeit und Sorglosigkeit und nährt das Gefühl falscher Sicherheit. Umso größer ist der Schrecken, wenn es vorbei ist. Könnte es nicht sogar sein, dass erst dieser Schrecken durch den Kontrast das Paradies als solches erkennbar macht, während die Gegenwart des goldenen Zeitalters bis dahin gar nicht recht gewürdigt wurde?
Seit Mitte der achtziger Jahre lebten die Menschen in einer Art irdischem Paradies, gewiss mit Schwächen und Ungerechtigkeiten. Aber zumindest in der reichen Welt Amerikas und Europas konnten sie der Meinung sein, ökonomische - und wohl auch politische - Katastrophen blieben ihnen erspart und ihr Wohlstand werde sich - wenngleich nicht immer zu ihrer vollsten Zufriedenheit und nicht für alle gleichmäßig - auf lange Sicht noch mehren.
Nicht erst aus der Erfahrung des Schocks der großen Krise heraus hat man die zwanzig Jahre davor die Zeit der "großen Mäßigung" (The Great Moderation) genannt. Das mag jene überraschen, die gewohnt sind, der Dominanz von Wall Street Unmäßigkeit und Übertreibungssucht vorzuwerfen. Doch darum geht es hier nicht. Mit Great Moderation ist gemeint, dass die Ausschläge des Konjunkturzyklus gedämpft und die Erfahrung dauernden Wechsels zwischen wirtschaftlichem Auf- und Abschwung abgemildert, wenn nicht gar abgeschafft schienen. Allein die Tatsache, dass dies eine Welt ohne (oder allenfalls mit nur geringer) Inflation war, kann gar nicht überschätzt werden, wenngleich auch das Verschwinden der Inflation, wie so vieles, bald als selbstverständlich genommen wurde. Die Jahre der Großen Mäßigung waren ein Zeitalter des Triumphs des amerikanischen Kapitalismus. Dann kam der große Knall. ..." FAZ //

Finanzkrisen gibt es natürlich, seit es ein entfaltetes Geldwesen gibt, Geldkrisen, seit es Geld gibt, und Krisen sind eine Grundeigenschaft alles Lebendigen. Fast jede Mutation ist kritisch, nur wenige stellen eine Verbesserung dar oder öffnen weitere Entwicklungen. Krisen begleiten jedes Leben in allen Bereichen: Krankheiten, Wachstumskrisen, Pubertätskrisen, Familienkrisen, Kriege - über längerfristig stabile Zeiten mit nur kleinen Krisen kann man sich nur freuen, sie sind die Ausnahme, einen Zwischenzeit. Finanzkrisen, die hauptsächlich Vermögenspreiskrisen sind wie die derzeitige, gehören zu den Luxuskrisen, weil es vor allem um Preisbereinigungen im Buchgeldbereich geht.- Auf einem ganz anderen Blatt steht die Opel- und GM-Krise, die ja schon mit kleinen Unterbrechungen zwanzig Jahre dauert, die vor allem mit hohen Löhnen und den asiatischen, auch deutschen Wettbewerbern zusammenhängt. Auch bei Chrysler und Ford gibt es seit Jahrzehnten eine krisenhafte Entwicklung, Chrysler stand schon mehrmals kurz vor dem Ende. Und stets gab es nach den Krisen noch bessere Autos als vorher. Allerdings sollte die Politik nicht künstlich Autoabsatzkrisen provozieren durch viele und immer höhere Schikanesteuern auf das Autofahren, wie das die deutschen Regierungen seit 1970 tun.

- Bloomberg, deutsche Dämlichkeit, letzter Tag der deutschen Ausgabe: Leider auch ein Symptom der deutschen Unbildung. Bloomberg war der einzige ernsthafte Wirtschaftsnachrichtensender. Deswegen konnte er nicht so viele Werbeeinnahmen erzielen wie etwas das überwiegend alberne n-tv. Er hinterläßt eine große Lücke. Sehr bedauerlich!

- Dax 3666 (-0,8%, Woche -5%) Dow 6.626 +0,5%