Freitag, 20. März 2009

Preußens Fritz, Skinner, Schulmassakerstudie




Die Schneeheide blüht noch.

Wäre Burrhus Frederic Skinner doch bei seiner Kiste geblieben, die auch heute noch verwendet wird!

- "Preußen wurde der erste Staat Europas mit allgemeiner Schulpflicht ... Friedrich Wilhelm schien es undenkbar, daß sein Nachfolger anderen Tugenden huldigen könne. So war er entschlossen, den Sohn nach seinem Ebenbild zu formen. Doch Kronprinz Friedrich wollte ihm nicht entsprechen. Die Mutter - eine stolze, verwöhnte Welfin - die ihren groben Mann verachtete und der auch dessen Lebenswerk fremd blieb - nahm den Sohn rasch gegen den Vater ein. Ihre Bosheiten steckten an und wurden von dem Knaben begierig aufgegriffen. Friedrich widerstrebte harter Zucht. Er neigte zu höfischen Tändeleien, zu einem Leben in seidenen Gewändern, zu Flötenspiel und Versemacherei." Bodo Scheurig, Friedrich der Große, in: Preußische Portraits, Hamburg 1969

- Skinner: "Geburtstag des amerikanischen Verhaltensforschers Burrhus Frederic Skinner 20. März 1904.
Der Versuchsaufbau ist denkbar einfach: Man nehme zum Beispiel eine Ratte und setze sie in eine Schachtel. In der Schachtel befindet sich nichts außer einer Lampe, einem Hebel und einem Futterspender. So lange die Lampe leuchtet, bekommt die Ratte jedes Mal etwas Futter, sobald sie den Hebel betätigt. Schon nach kurzer Zeit ist klar: Ohne dass jemand eingreifen muss, hat die Ratte schnell gelernt, wie das System funktioniert.
Burrhus Frederic Skinner hat durch diesen Versuch mit der Skinner-Box gezeigt, dass man das Verhalten von Tieren ganz einfach kontrollieren kann – am besten durch eine Belohnung. Skinner übertrug diesen Gedanken auch auf die menschliche Welt und träumte von einer gewaltlosen Gesellschaft, hervorgerufen durch die absolute Verhaltenskontrolle. ..." WDR5 Zz // Man versuche einmal, Hunde nur durch Belohnung stubenrein zu bekommem. Lorenz hat das schon zurechtgerückt: erwünschtes Verhalten läßt sich am besten durch Belohnung ansteuern, unerwünschtes Verhalten wird durch Bestrafung ausgesteuert.
Das Prinzip der Verhaltenslenkung von außen spitzte Skinner zur fixen Idee zu, indem er den Kopf zur Blackbox erklärte und damit das Gehirn zur Tabula rasa.
Angeborene Verhaltensweisen gab es für diesen Ideologen nicht, der konsequent alle Intelligenz (en) zur Frage des Milieus machte. Seine Erklärung, er könne durch Stimulation von außen aus jedem Dummkopf einen Einstein machen, verursachte einen bis heute anhaltenden pädagogischen Schaden. Die Skinner-Schule des Behaviorismus nahm massiv Einfluß auf die Schulpolitik, Programme wie HEADSTART verschlangen Unsummen und scheiterten sämtlich.

- Schulmassakerstudie: "Eine Studie aus dem Jahr 2006, die neunundneunzig Amokläufe an Schulen auf der ganzen Welt seit 1974 aufgeschlüsselt hat, zeigt, dass es viermal Täterinnen waren. " Was treibt junge Mädchen in den Tod? FAZ 20.3.09
- Unter Menschen: ' „Die Welt wäre ein besserer Ort ohne Dich“ .
Natürlich hat Jay Asher von den Ereignissen in Winnenden gehört, die Bilder waren auch auf CNN zu sehen, weil jedes „High School Shooting“ außerhalb des Landes die Amerikaner offenbar darin versichert, nicht allein mit diesem Phänomen zu sein (sie führen die eingangs genannte Statistik von 2006 mit großem Vorsprung an). Asher versteht auch, warum sein Jugendbuch in eine ungefähre Nähe zu dem Unglück rückt, er selbst aber sieht Parallelen zu einem ganz anderen Fall: Megan Meier, ein Mädchen mit Zahnspangen aus einem Vorort von St. Louis, erhängte sich im Oktober 2006 in ihrem Kleiderschrank, nachdem sie auf ihrer MySpace-Seite von einem Jungen namens Josh Evans gemobbt worden war.
„Die Welt wäre ein besserer Ort ohne Dich“, lautete Joshs letzter Eintrag. Vorher hatte er über eine längere Zeit im Netz mit Megan geflirtet. Nur: Diesen Jungen gab es gar nicht. Eine Nachbarstochter hatte sich „Josh Evans“ gemeinsam mit ihrer Mutter und einer Bekannten ausgedacht. Dass Megan Psychopharmaka nahm, hatten die Beteiligten offenbar gewusst. Die Nachbarsmutter ist im vergangenen November wegen Computerbetrugs verurteilt worden - es war der erste amerikanische Prozess gegen „Cyberbullying“ überhaupt. ' Ebenda.

- Skiunfall: "Natasha Richardson ist tot". Wer immer das sein mag: Schulen sollten Schüler keinesfalls an eine Risikosportart heranführen.

Donnerstag, 19. März 2009

Nobelpreis schützt vor Torheit nicht, Kunisch und das Tabakskollegium



Das Tabakskollegium: Hat der dämliche Maler doch die Zeitungen vergessen!

- Nobelpreis schützt vor Torheitnicht: Die Ökonomen haben die Krise nicht nur nicht vorhergesehen, sie äußern sich auch völlig konträr zu den Heilungsaussichten und -maßnahmen. Gefährlich sind solche Apostel wie Krugman, die in ihrem verblendeten Staatsglauben Heilung durch Zentralisierung erwarten und damit die Macht der Staatsbürokraten erweitern wollen.

- Tabakskollegium des friedensfreundlichen "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I. (reg. 1713-1740): "... Worum es FW dabei eigentlich ging (und was auch heute noch ausgesprochen modern anmutet), war die tägliche Presseschau. ... Die für das Tabakskollegium gehaltenen Zeitungen waren die BERLINER, die HAMBURGER, die LEIPZIGER, die BRESLAUER, die WIENER, die FRANKFURTER BLÄTTER, außerdem noch französische und holländische. ..." Gerhard Prause, Tratschkes Lexikon für Besserwisser, ZEIT 11.6.1982
- Johannes Kunisch fühlt in seinem Vortrag über Friedrich II. und seine Ode über das VERGESSEN ganz mit dem jungen Fritz mit und läßt den Vater alt aussehen. Auch auf Anfrage sieht er das Kollegium nur rauchen und saufen.

- ODE AUF DAS VERGESSEN
...
So läßt du gleich und gleich verwesen
Den Schurken und den Ehrenmann.
Verdienste haben, Macht besitzen,
Das alles nützt nicht gegen dich.
Wie eitel, ach, ist unsere Größe!

FRITZ 2 1737 Rheinsberg (Der eitle Geck hat die Ode auf Französisch geschrieben, Deutsch war ihm bekanntlich zu barbarisch; Übersetzung Weinrich)
http://books.google.com/books?id=Wuvtsj5AOsMC&pg=PA113&lpg=PA113&dq=Friedrich+II.++Ode++VERGESSEN&source=bl&ots=TSQKrmreuM&sig=AP50idSAXyazlTjqhZwBksfHPho&hl=de&ei=mVnCSaLhOYTH-AbG--T5Bg&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result#PPA116,M1

- Zu dieser Ode im konventionellen Stil paßt gut Friedrichs Verachtung militärischer Grundregeln (der etwa, das Leben der Soldaten möglichst zu schonen).

- Wenn die Sphärenmusik den Turbolader dazuschaltet: Man lernt doch immer etwas dazu, wenn man eine Rezension von Herrn Hinck liest : ' Sollen wir es mit Thomas Mann halten, den der „österreichische Snob“ Rainer Maria Rilke anwiderte? „Sein Ästhetizismus, sein adliges Getu’, seine frömmelnde Geziertheit waren mir immer peinlich und machten mir seine Prosa ganz unerträglich.“ ' FAZ 19.3.09 Dieses schöne Zitat Manns kannte ich noch nicht, ich muß sagen, es gefällt mir gut, und es bezieht sich ja gar nicht auf Rilkes Lyrik, wo es sicher Eindrucksvolles gibt. Auch Rilkes Sympathisieren mit Mussolini war mir nicht bekannt, es erinnert mich an eine Passage in Muriel Sparks "The Prime of Miss Jean Brodie", wo Mussolini ebenfalls positiv bedacht wird. Raddatz hatte ich seit seinem unsterblichen Goethe-Bahnhof eher unter DAMPFLOK rubriziert, aber Hincks Titelverleihung als "Turbo unter den deutschen Essayisten" trifft besser diesen Pfeifton, den der Turbolader erzeugt, und den man bei Raddatz gut hinzuhören kann.

- Oft hört man das Wort 'Kunst' aussprechen wie 'Heiliger Geist'.

Mittwoch, 18. März 2009

Jetzt den Klimakitsch kippen! Europa, Phelps



Nachtfrostreif, tags 10°C

Jetzt den Klimakitsch kippen!

- Beryllium 10 and climate. Quick primer:
Beryllium-10 is an isotope that is a proxy for the sun’s activity. Be10 is produced in the atmosphere by cosmic ray collisions with atoms of oxygen and nitrogen. Beryllium 10 concentrations are linked to cosmic ray intensity which can be a proxy for solar strength. ..." http://wattsupwiththat.com/

- "Europa ist in größter Gefahr. Zu klein, zu allein, zu zaghaft: Der Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008, Paul Krugman, hat vor wenigen Tagen die europäischen Regierungen für deren ökonomisches Krisenmanagement getadelt. Er hat die besten Gründe dafür. Von Thomas Strobl. " FAZ 18.3.09 //
Komm.: Europa sind nicht die Brüsselkraten: Europa ist seit längerem in größter Gefahr durch bürokratischen Zentralismus, völlig überhöhte Steuern, durch soziale Hängematten, die nicht zur Arbeitssuche ermuntern und die die Sockelarbeitslosigkeit seit Jahrzehnten mit jeder Rezession steigen lassen. Sozialbürokratie und Umweltfanatismus kommen noch dazu. Der Herr Krugman sieht das doch äußerst blauäugig. Der Schikanefrieden von Versailles, den Keynes anspricht, hat durch politische Vergiftung nach 1918 selbstredend den Nationalismus und Protektionismus gestärkt, die Europäer, namentlich die französischen Nationalisten, hätten besser auf die kluge amerikanische Position einschwenken sollen statt sie auszuschalten, und diese politische Brunnenvergiftung hatte natürlich auch ökonomische Konsequenzen. Dieser Nationalismus ist heute in Europa fast überall überwunden. Eine Rückkehr scheint unwahrscheinlich. Aber natürlich gibt es ein Länder-Haftungsproblem, wenn sich Balkanstaaten wie Griechenland auf Kosten der anderen EU-Partner durchmogeln wollen und die französische Verwaltung über eine CO2-Politik die deutschen Autohersteller austricksen will. Staatliche Ausgabenprogramme und Nullzinsen sind da kein Patentrezept. Niedrigzinsen und die halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Freddie und Fannie Mac initiierten die gegenwärtigen Probleme - und die Haftungsweitergabe pflanzte sich wie ein Kettenbrief fort. Die Haftung muß auf allen Ebenen wieder direkt greifen, angefangen bei den Kreditnehmern, die sich eben nicht mehr große Konsumausgaben wie Großfernseher, große Geländewagen, Schwimmbad und Yachten durch Hypotheken leisten können mit der Kalkulation auf den steigenden Preis ihres Hauses.- Auch alte Probleme der Autoindustrie in einem gesättigten Markt werden durch alte keynesianische Rezepte nicht gelöst: bei steigender Anbieterzahl durch vor allem ostasiatische Produzenten mit niedrigeren Lohnkosten sind Überkapazitäten entstanden. Da müssen wohl die Montagelöhne sinken oder die Zahl der Montageeinheiten. Oder die Zollpolitik muß die Lücke schließen. Das wäre dann Protektionismus, der durch höhere Endverbraucher-Preise zu bezahlen wäre. Das gilt für Amerika und Europa gleichermaßen.

- 'Im Gespräch: Edmund Phelps

„Die großen Banken sind unkontrollierbar geworden“ .Edmund S. Phelps
02. März 2009 Viele Anleger blicken voller Hoffnung auf die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken sowie auf die Garantie- und Ausgabenprogramme der Regierungen. Sie hoffen auf steigende Kurse an den Börsen. Auch Politiker versuchen, den Optimismus zu fördern.
Wirtschaftsnobelpreisträger Edmund Phelps sieht das anders. Die Anleger wollten noch nicht erkennen, wie groß die Unsicherheit sei. Gerade die Amerikaner seien noch zu optimistisch. Die großen Banken seien unkontrollierbar geworden, erklärt er weiter und geht davon aus, dass sie in gegenwärtiger Form nicht mehr lange bestehen werden. Er hält sogar eine Verstaatlichung für möglich. In diesem Falle würden sich Aktionäre und Anleihegläubiger die Finger verbrennen.
Präsident Barrack Obama und Notenbankchef Ben Bernanke versuchten in ihren jüngsten Reden, Optimismus auszustrahlen. Sind sie auch optimistisch?
Es ist schwierig, so vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken wie sie es tun. Ich glaube nicht, dass wir in diesem Lande zu wenig Vertrauen haben. Im Gegenteil. Amerikas bekannter Optimismus war zwar wichtig für den ökonomischen Erfolg, den wir in den vergangenen Jahrzehnten hatten. Faktisch geht er jedoch manchmal zu weit. Das zeigte sich zum Beispiel daran, dass, egal wie hoch die Hauspreise auch waren, kaum jemand daran denken wollte, dass sie einmal fallen könnten. Das überzogene Vertrauen in die Zukunft macht unsere Wirtschaft sehr anfällig für spekulative Exzesse.
Mit entsprechenden Folgen ...
Ja, wir tragen gerade sehr unübliche Konsequenzen einer solchen Übertreibung. Selbst mitten im wirtschaftlichen Abschwung jedoch scheinen die Leute Monat für Monat überrascht zu werden, dass die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Häuser immer weniger wert werden. Insgesamt kann man im Moment nicht sagen, dass die Amerikaner zu wenig Vertrauen hätten. Sondern es gibt Anzeichen dafür, dass sie noch zuviel davon haben.

Heißt das, die amerikanischen Bürger müssen erst einmal ihre Erwartungen herunterschrauben auf ein normales Niveau?

Ich hoffe nicht, dass sie ihren gesamten Optimismus verlieren werden. Aber sie müssen realistischer werden. Sie sollten nicht davon träumen, politische Eingriffe könnten die Hauspreise wieder auf das Niveau bringen, auf dem sie vor einem oder zwei Jahren noch waren. So etwas ist krank. Sie sollten auch nicht erwarten, Investitionen in alternative Energien oder die Ausweitung der Gesundheitsfürsorge könne für Wohlstand sorgen. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesen Dingen. ...' FAZ

Dienstag, 17. März 2009

Daimler, Persönlichkeitsbeurteilung, Säugetiernähe



Daimler

Das Gras wächst wieder, +5° auf 10° C heute.

- Was für ein Name: Gottlieb Daimler, geb. 17. März 1834 . "Oh Lord, won't you buy me a Mercedes-Benz". Aber: Den Konstrukteur Karl Benz, der 1885 das erste Benzinauto baute, hat Daimler nie persönlich kennengelernt. Nach dem hölzernen Motorrad folgten 1886 das Motorboot und die Motorkutsche, im selben Jahr, in dem Karl Benz seinen, von einem Zweitakter angetriebenen, Patent-Motorwagen der Öffentlichkeit vorstellte. Erst 1926 vereinigten sich die Unternehmen „Benz & Co. Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim“ und „Daimler Motorengesellschaft“ zur Daimler-Benz AG.

- Massaker kann man mit einem Messer begehen, einem Hammer, einem Beil, einer Machete, einem Samurai-Schwert, mit einem Auto, mit einem Sprengstoffgürtel, einem Flugzeug, mit Bakterien und Viren etc. Psychotizisten sind kreativ. Es kommt darauf an, Psychotizisten schon im Kindergarten zu entdecken.
- Persönlichkeitsbeurteilung: "... daß zukünftige Kriminalität mit merklichem Erfolg aus der Persönlichkeitsbeurteilung ganz kleiner Kinder vorhersagbar ist." H.J. Eysenck, 'Kriminalität und Persönlichkeit', Vorwort 1976, S. 12

- Krise: "Die Krise als Waterloo der Ökonomik .
Ordnungsökonomik galt als altmodisch. Die Weltfinanzkrise ist aber entstanden, weil gegen fundamentale ordnungspolitische Grundsätze verstoßen ..." 16.3.

- Säugetiernähe: " Privatschule wirbt mit Streichelzoo .
In Schwalbach werden zwei bilinguale Privatschulen vorbereitet. Die Grundschule am Kronberger Hang soll zunächst 20 Kinder aufnehmen. ..." 16.3. FAZ // Bemerkenswert, daß es zwischen Säugetieren ein solches Nähegefühl geben kann: Mensch und Katze / Hund / Pferd etc.

- Eine neue Studie der Universität von Wisconsin, Milwaukee, stellt die Welt des vermeintlich vom Menschen beeinflußten Klimawandels auf den Kopf.
Jede Änderungsphase des 20. Jahrhunderts kann nach den Worten von Dr. Anastasios Tsonis als natürliche Schwankung begriffen werden. Dabei treten von Zeit zu Zeit Verschiebungen auf, eine Erwärmungsphase wird von einer Abkühlungsphase abgelöst oder umgekehrt. Die letzte Änderung trat etwa 2000 ein, als die Erwärmung von Abkühlung abgelöst wurde. Seit 2001 zeigen die Temperaturen fallende Tendenz. Solange aber nicht klar ist, welches Ausmaß die natürlichen Schwankungen haben, kann man den menschlichen Beitrag nicht bemessen.....
Den gesamten Text finden Sie hier: http://www.eike-klima-energie.eu/?WCMSGroup_4_3=6&WCMSGroup_6_3=1247&WCMSArticle_3_1247=485

- Tonnenideologie: " Literaturmarathon. 100 Feste in 24 Stunden " !

- Dow 7.395 +2,5% Dax 7.395 -1,4%

Montag, 16. März 2009

Lehrbuchfall Wagner, Unmäßigkeit als Programm, Sozialisation




Psychotizist Ernst August Wagner

Gegenwehr gegen die journalistischen Schmeißfliegen von BILD & Co. in Winnenden

- Lehrbuchfall Wagner: "Ernst August Wagner. Der erste Amokläufer von Winnenden. Von Peter-Philipp Schmitt. Ernst August Wagner töte am 3. September 1913 aus Scham und Rache 14 Menschen.
FAZ 13. März 2009 Sorgfältig legte sich Ernst August Wagner am Abend des 3. September 1913 ein Dolchmesser und einen Totschläger bereit. Am nächsten Morgen erschlug und erstach er zunächst seine Frau Anna im Bett neben sich, danach - noch immer nur mit Nachthemd und Socken bekleidet - seine schlafenden Kinder, die Söhne Robert und Richard sowie die beiden Töchter Klara und Elsa. Die fünf Toten deckte er zu.
Dann zog er sich an, holte seine drei Schusswaffen, dazu reichlich Munition (mehr als 500 Patronen), schloss die Haustür hinter sich ab und ging von Degerloch hinunter nach Stuttgart zum Bahnhof. Dort stieg er in den Zug nach Ludwigsburg und erreichte schließlich nach einem weiteren Fußmarsch den Ort Mühlhausen an der Enz, wo er als junger Mann (1901) Lehrer war. Dort zündete er mehrere Gebäude an und schoss auf jeden, der ihm in die Quere kam - so lange, bis ihm die Munition in seinen Mauserpistolen ausging und er überwältigt wurde. Am Ende sind neun Mühlhausener tot, elf weitere schwer verletzt.
Der Amokläufer Wagner, Jahrgang 1874, tötete an einem Tag 14 Menschen. Als Beweggrund seines Handelns gab der unbescholtene schwäbische Hauptlehrer an: Scham und Gewissensbisse. Weil er vor zwölf Jahren in Mühlhausen Unzucht mit Tieren getrieben habe, die Leute sich seither über seine Verfehlungen lustig gemacht hätten, habe er sich zur Selbsttötung entschlossen, sagte Wagner.
Seine Familie wollte er mit in den Tod nehmen und sich zugleich auch noch an den Mühlhausenern für ihre „Schadenfreude“ rächen. Das Gerede und Getuschel über sein schändliches Tun, all die Verhöhnungen, Verspottungen und sogar Verfolgungen, von denen Wagner vor Gericht sprach, existierten allerdings nur in seiner Phantasie: Niemand in Mühlhausen, schreiben die Autoren Bernd Neunzer und Horst Brandstätter in ihrem Buch „Wagner“, habe auch nur etwas von der Sodomie in den Ställen des Dorfs geahnt.
Der dichtende Wahnsinnige
Das Strafverfahren gegen den offensichtlich unter Wahnvorstellungen leidenden Wagner wurde Anfang 1914 eingestellt, der Neununddreißigjährige in eine bekannte „Irrenanstalt“ gebracht - in die Heil- und Pflegeanstalt Winnenthal im Ort Winnenden. Dort starb der Patient, als „Mordbrenner“ weithin bekannt, 24 Jahre später an Tuberkulose. „Der gehört nach Winnenden“ ist bis heute synonym für einen Menschen, der nicht ganz richtig im Kopf ist.
Im Schloss der Stadt Winnenden befindet sich noch immer ein Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie, „Zentrum für Psychiatrie“ genannt. Wagner war gewiss nicht der einzige Massenmörder, der in Winnenden „einsaß“. Er war aber der erste Amokläufer, der mit dem Ort in Verbindung gebracht wurde. In den dreißiger Jahren zählte das Haus etwa 600 Kranke, Hunderte von ihnen wurden von den Nationalsozialisten infolge der sogenannten Euthanasieaktionen getötet oder starben an Hunger und Vernachlässigung. Etwa 400 Patienten hat das Zentrum heute wieder.
Ernst Wagner, von Schriftstellern wie Hermann Hesse literarisch verarbeitet (in der Novelle „Klein und Wagner“, 1919), wurde in Winnenden zum Dichter. Er bekam eine Beamtenpension und eine Einzelzelle, schrieb Gedichte, Flugblätter und Dramen - unter anderem das Theaterstück „Wahn“ über König Ludwig II. von Bayern.
// Ein erschreckend interessanter Fall. Nach Wagner könnte der Persönlichkeitspsychologe Eysenck sein Psychotizismus-Extraversion-Neurotizismus-Modell entwickelt haben. Für Kriminalität aller Art spielt Psychotizismus eine bedeutende Rolle, siehe: H.J. Eysenck, 'Kriminalität und Persönlichkeit'. Psychotizismus ist eine von drei Persönlichkeitseigenschaften im P-E-N-Modell von Eysenck, neben Extraversion und Neurotizismus. Die Dimension beinhaltet abgeschwächte Merkmale der Schizophrenie bei gesunden Menschen. Nach Eysenck zu Psychotizismus gehörende Merkmale sind Aggressivität, Gefühlskälte, Egozentrik, Impulsivität, Kreativität und Antisozialität.

- " Den typischen Psychotizisten sieht Eysenck “als Einzelgänger, der sich nichts aus Menschen macht; er ist oft unangenehm, paßt nirgend hinein. Er kann grausam und unmenschlich sein, es kann ihm an Gefühl und Einfühlungsvermögen mangeln, er kann ganz und gar gefühllos sein. Er ist anderen, sogar seinen eigenen Verwandten und Bekannten, feindlich gesinnt, und aggressiv selbst denen gegenüber, die er liebt. Er hat eine Schwäche für sonderbare und ungewöhnliche Dinge und ist gleichgültig gegenüber der Gefahr, er liebt es, andere zum Narren zu halten und aus der Fassung zu bringen (Eysenck, 1976, S. 31).
Diese Beschreibung bezieht sich in ihrer Gesamtheit natürlich nur auf Extrembeispiele, auf Personen, die relativ hohe Ausprägungsgrade aufweisen. Personen, die mittlere Ausprägungsgrade besitzen, sind selbstverständlich viel häufiger als die extremen und zeigen diese Verhaltensmuster nur zu einem viel geringer ausgeprägten Grad. Psychiatrische Begriffe, die mit diesen Verhaltensmustern zu korrespondieren scheinen, sind ‘schizoid’ und ‘psychopathisch’. ‘Persönlichkeitsstörungen’ ist ein anderer Begriff, der einem in den Sinn kommt. Unser Konzept des ‘Psychotizismus’ überlappt sich mit allen drei dieser diagnostischen Begriffe (Eysenck & Eysenck, 1991, S. 6).
Aus diesen Beschreibungen geht hervor, daß Eysencks Psychotizismus v.a. an Verhaltensmuster von Menschen erinnert, die von Persönlichkeitsstörungen wie der paranoiden, der schizoiden, der schizotypischen und v.a. der antisozialen Persönlichkeitsstörung betroffen sind. Daher scheint es angemessener zu sein, sich den Pol Psychotizismus als zusammenfassende Beschreibung für diese Persönlichkeitsstörungen und weniger für Psychosen vorzustellen." http://freenet-homepage.de/oliverwalter/Psychologie/Personlichkeit/Gesamtsysteme/gesamtsysteme.htm

- Rocknacht, Jazznacht, Literaturmarathon - Unmäßigkeit als Programm.
- Monika Ferres und Weizsäcker auf einem Niveau: BILD-Werbung: Daß sich Fußballer, Schauspieler, Unterhalter, Sänger daran beteiligen, kann nicht verwundern; daß sich Rich.v. Weizsäcker ebenfalls einspannen läßt, will etwas heißen. Der Sänger bedankte sich bei BILD: "Danke für die Titt'n."
- Besuch einer Abiturklasse in der Akademie: eine Fastabiturientin trug bei 4°C Außentemperatur einen Minirock, der knapp das Gesäß bedeckte, ohne Strümpfe. Das wird bestimmt die Lernatmosphäre stark unterstützen.
- Die Gesellschaft besteht nicht aus Menschen, sondern aus den Kommunikationen von Personen, meint Luhmann; aus Menschen werden durch die Sozialisation Personen mit zurechenbaren und erwartbaren Handlungen. Was darf man von der Schule als Sozialisationinstanz erwarten? Die Schuluniform?