Freitag, 17. April 2009

Gewalt, BERUFSFINDUNGsleitfragen



Das ist in O. zur Kirschblütenzeit.

Der Regen auf dem neuen Blätterdach hört sich gut an, ist aber auch naß.

- Gewalt: "Herr Reemtsma, der Harvard-Psychologe Steven Pinker hat vor einiger Zeit auf einen, wie er glaubt, unterschätzten Trend der Menschheitsgeschichte die Aufmerksamkeit gelenkt: Die Gewalt nehme ab; wir lebten heute vermutlich in der friedlichsten aller bisherigen Epochen. Pinker macht sogar eine Rechnung auf. Er behauptet: Wenn in den Kriegen des 20. Jahrhunderts ein gleich grosser Bevölkerungsanteil umgekommen wäre wie in den Kriegen einer typischen – zu Gewalt neigenden – Stammesgesellschaft von einst, dann wären zwei Milliarden und nicht hundert Millionen Tote zu beklagen. ..." Der dünne Firnis der Zivilisation, NZZ 4.4.09

- Gewalt: Eislingen: "Vierfachmord aufgeklärt. Freund des Sohnes: „Wir waren das zusammen“.
Ein Polizeisprecher zeigt auf einem Foto eine der beiden Tatwaffen, mit denen die Familie erschossen wurde
FAZ 17. April 2009 Eine Woche nach dem Vierfachmord von Eislingen ist das Verbrechen weitgehend aufgeklärt. Der 18 Jahre alte Sohn der Familie erschoss zusammen mit einem 19 Jahre alten Freund seine Eltern und seine beiden Schwestern, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Ulm mitteilten. Der Freund des Sohnes gestand demnach die Tat und gab den Ermittlern das Waffenversteck bekannt. Das Motiv der Tat ist allerdings noch völlig unklar, die Ermittlungen dazu und zum konkreten Tatablauf dauern an. Der Sohn hat die Tat nicht gestanden und schweigt zum Tatgeschehen. ..."
// Ein Motiv? Was für ein Motiv sollte das sein? Die satte Katze tötet nicht mehr, weil das ihre Weise der Ernährung ist, sondern weil in ihrem Kopf Gewalt und Lustempfindung eng miteinander verknüpft sind. Aus diesem Grund tötet auch der Fuchs alle Hühner im Stall.

- Sie töten gerne: "Mord in Afghanistan
Taliban erschießen Liebespaar
14. April 2009 Radikalislamische Taliban haben in der südwestafghanischen Provinz Nimros nach offiziellen Angaben ein unverheiratetes Liebespaar öffentlich erschossen. Provinzgouverneur Gholam Dastagir Asaad sagte am Dienstag, die 19 Jahre alte Frau und der etwa 23 Jahre alte Mann seien von zu Hause weggelaufen, als ihre Eltern ihnen die Heirat verweigert hätten.
Die Familie der Frau habe die beiden im Distrikt Khosh Rud aufgespürt und an die Taliban ausgeliefert, um über sie zu richten. „Die Extremisten haben sowohl den Jungen als auch das Mädchen durch Schüsse vor einer Ansammlung von Dorfbewohnern sinnlos getötet“, sagte Asaad. ..." FAZ 17.4.

- Höchststand 09: 14 Mrd.$ sog. Entwicklungshilfe zahlt Deutschland für Zwecke, die in der Vergangenheit völlig nutzlos waren.

- - BERUFSFINDUNGsleitfragen:
1. Was kann ich?
2. Was möchte ich?
3. Kann ich damit auch verläßlich Geld verdienen?
4. Wie ist meine Persönlichkeit beschaffen?
5. Paßt der Beruf zu meiner Persönlichkeit?

Donnerstag, 16. April 2009

Genveredelung, Klimaunsinn, Soziale Systeme



Ranunkel

- Genveredelung: "Peinlich. Von Heike Göbel. Das Anbauverbot für gentechnisch veränderten Mais legt offen, wie es um die Innovationsfreudigkeit der Union in Wirklichkeit bestellt ist. Es reicht eben nicht, Innovationsräte im Dutzend einzuberufen, wenn, auf wackeligste Gutachten gestützt, die wirtschaftliche Nutzung neuer Verfahren verboten wird. ..." FAZ

- Klimaunsinn: "In recent days, the French media have been reporting that President Nicholas Sarkozy is considering a cabinet reshuffle after the European Elections in June and that Claude Allègre is considered a possible ministerial candidate who may replace environment minister Jean Luis Borloo. Allègre is France's most eminent climate sceptic. He has also been a CCNet subscriber for many years. The very fact that he is a serious contender for the post of environment minister in itself is a clear signal that climate politics in Europe are changing rapidly.
--Benny Peiser, 16 April 2009 , CCNet

- Soziale Systeme: vielleicht genügt es, wenn wir uns darauf einigen, daß weder soziale Systeme noch psychische Systeme lebende Systeme sind. Sie sind an der Reproduktion organischer Moleküle nicht beteiligt, sie werden nicht von elektrochemischen Impulsen durchschossen. Die wechselseitige Kenntnisnahme der wissenschaftlichen Disziplinen im Blick auf diese unterschiedenen Bereiche ist, denke auch ich, durchaus erforderlich. Festhalten will ich nur, daß Steuerung, Planung, Intervention etc. ungeklärte Begriffe sind, vor allem, wenn das, was sie bezeichnen, 'gesollt' werden soll.
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zu Karl Schiller und seinen Epigonen Steinbrück-Merkel haben Sie offenbar kein Verhältnis. Das geht mir ähnlich. Für die Soziologie ist das eine bemerkenswerte Zuweisung, ganz parallel zu Luhmanns Antrittsvorlesung ABKLÄRUNG DER AUFKLÄRUNG. Für das Konzert der Disziplinen scheint mir das ein sehr salomonischer Beitrag zu sein. So könnte, so sollte man es halten. Weber würde wohl nicken.

- Geschichte des 19. Jahrhunderts: "Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Das Panoramabild eines Jahrhunderts . FAZ 1. April 2009 Die jüngsten großen Nationalgeschichten der späten Neuzeit Deutschlands gefielen sich darin, mit Aussagen darüber zu beginnen, was „im Anfang“ ihrer Geschichte gewesen sei: Napoleon beziehungsweise Bismarck (Thomas Nipperdey), das Fehlen einer Revolution (Hans-Ulrich Wehler), das Reich (Heinrich August Winkler) oder Brandenburg (Christopher Clark). Jürgen Osterhammels eingängiger und gleichzeitig systematisch-komplexer großer Wurf einer Weltgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts ersetzt den Eröffnungspaukenschlag durch eine auf den ersten Blick eher kuriose Erinnerung an ein Ende: daran, dass mit dem Tod von Darwins Schildkröte Harriet 2006 in Australien die allerletzte bekannte, freilich stumme Augenzeugin des neunzehnten Jahrhunderts das Zeitliche gesegnet hat. ..." 2.4.09

- BIZ, Heise: "Brauchen wir eine bessere makroökonomische Überwachung? Vor Ausbruch der Krise lagen alle relevanten Informationen vor, und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hatte auch mehrfach vor einer Krise gewarnt. (Braunberger)
Die BIZ hat sicherlich richtig gelegen, aber hinter ihr stand keine politische Kraft, die aus den Fehlentwicklungen zum Beispiel an den Kreditmärkten politische Konsequenzen gezogen hätte. Ein solches Überwachungsgremium könnte aus dem Financial Stability Forum entstehen, in dem Vertreter von Regierungen, Geldpolitik und Aufsicht sitzen und das ja bei der BIZ angesiedelt ist. Ein solches Gremium müsste frühzeitig Fehlentwicklungen thematisieren und in die konkrete Arbeit der Finanzaufsicht einfließen lassen.
Was ist mit den Eigenkapitalregeln?
Das wichtigste Problem ist meines Erachtens die Prozyklizität. Im Boom nahm die Kapitalausstattung immer mehr zu, und es wurde in überhitzte Märkte investiert. In der Krise wird das Eigenkapital immer knapper, was zur Selbstverstärkung der Krise beiträgt. Wir brauchen für dieses Problem eine schnelle Lösung, ebenso für die Bilanzierung, die zu dieser Prozyklizität ebenfalls beiträgt. ... Die Versicherungen waren mit Ausnahme der AIG kaum am amerikanischen Subprime-Immobilienmarkt investiert. Die Versicherungen haben als Branche auch kein Liquiditätsproblem gehabt. Unsere Kurse sind unter Druck, weil der Markt im Sog der Finanzmarktkrise Abschreibungen auf Teile der Kapitalanlagen, darunter auch Bank- oder Staatsanleihen, fürchtet. Die Versicherungsbranche ist aber insgesamt stabil." FAZ 2.4.

Mittwoch, 15. April 2009

Charakterlehre, Ökonomik, Christoph Schmidt, Feinstaub



Extraversion und Neurotizismus als Grundlage für die vier klassischen Temperamente

Eysenck sieht die Dimensionen Extraversion und Neurotizismus als grundlegende Beschreibungen einer klassischen Charakterlehre, wie sie bereits von Hippokrates und Galen aufgestellt worden ist. Sie nimmt an, daß es vier Temperamente gibt: das sanguinische, das melancholische, das cholerische und das phlegmatische. Der Philosoph Immanuel Kant hat diese Lehre in seiner “Anthropologie” fortgeführt und den Temperamenten die vier deutschen Bezeichnungen leichtblütig, schwerblütig, warmblütig und kaltblütig gegeben. Er betonte aber auch:
Also gibt es keine zusammengesetzten Temperamente, z.B. ein sanguinisch-cholerisches ..., sondern es sind in allem deren nur vier, und jede derselben einfach, und man weiß nicht, was aus dem Menschen gemacht werden soll, der sich ein gemischtes zueignet.
Eysenck schließt sich dagegen dem Psychologen und Philosophen Wilhelm Wundt an, wenn er die vier Temperamente auf zwei grundlegende Dimensionen, nämlich auf Extraversion und Neurotizismus zurückführt. Im Gegensatz zu Kant sind für Eysenck die Temperamente keine strikt voneinander getrennten Kategorien, sondern Bezeichnungen für prototypische Kombinationen der beiden Persönlichkeitsdimensionen

Sanguiniker: hohe Ausprägung in Extraversion und niedrige Ausprägung in Neurotizismus (= hohe Ausprägung in Stabilität)
Melancholiker: niedrige Ausprägung in Extraversion (= hohe Ausprägung in Introversion) und hohe Ausprägung in Neurotizismus
Choleriker: hohe Ausprägung in Extraversion und hohe Ausprägung in Neurotizismus
Phlegmatiker: niedrige Ausprägung in Extraversion und niedrige Ausprägung in Neurotizismus
(Dank an Oliver Walter! http://freenet-homepage.de/oliverwalter/Psychologie/Personlichkeit/Gesamtsysteme/gesamtsysteme.htm)

- Berufsliebe der besonderen Art: Merce Cunningham wird neunzig!
- Berufsliebe: Drei Generationen Schornsteinfeger, das ist immerhin schon bemerkenswert; noch bemerkenswerter scheint mir zu sein, daß die älteste Generation noch lebt, die müßte immerhin schon achtzig sein. Ein Leben mit dem feinen Ruß scheint also nicht so ungesund zu sein, wie ich mir dachte.

- 'Im Gespräch: Christoph Schmidt
„Die Große Depression sehe ich nicht kommen“
Christoph Schmidt ist in den Kreis der „Wirtschaftsweisen“ entsandt worden. Im Gespräch mit der F.A.Z. sagt der Arbeitsmarktforscher, warum er gegen Staatshilfen für Opel ist und wie die Kurzarbeit die Arbeitsmarkdaten verfälscht. ...' 21.2.09 FAZ
- "Große Depression 2.0 Die Wirtschaft schrumpft derzeit schneller als in der Großen Depression vor achtzig Jahren. Ob die staatlichen Konjunkturmaßnahmen helfen werden, ..." 14.4.09 Plickert // Tiefer hängen! Gute Stimmung verbreiten! Kaufen wir halt das iPhone später, das ist bitter, aber im Durchschnitt hat jeder Sozialhilfeempfängerhaushalt schon 5 Funkis. 1930 hatten die Leute nicht einmal ein Telefon.
- China hat im Februar 24% Autos mehr verkauft und erwartet für 09 ein BIP-Wachstum von gut 6%.
- US melden für Q1 gestiegene Bauanträge und höheren Autoabsatz.
- Die Krise sei noch nicht im Einzelhandel angekommen, sagt Einzelhandelspräsident Pellengar.

- Eben: "Die Ökonomik ist keine zweite Physik. Viele Wirtschaftswissenschaftler leben in artifiziellen, scheingenauen Welten / Von Viktor Vanberg
Die Auseinandersetzung um die Rolle der Wirtschaftspolitik, speziell der Ordnungspolitik, an deutschen Universitäten spiegelt eine Entwicklung ..." Vanberg

- Zimbabwe: Nach einer jahrelangen Hyperinflation von zuletzt über 230 Mio. % (!) p.a. ist der Zim-Dollar suspendiert. Rhodesien war einmal ein Wohlstandsland.

Dienstag, 14. April 2009

Woolworth, Mon810, Fortschritt vom Judentum zum Christentum


Wieder Morgennebel

10-20°C , erster Maikäfer!

- "Woolworth Deutschland beantragt Insolvenz. Billig einkaufen ist in der Krise eigentlich im Trend, Discounter gelten als Krisengewinner. Doch ein Unternehmen spürt das offenbar so gar nicht: Die Kaufhauskette Woolworth Deutschland hat Insolvenzantrag gestellt. Woolworth betreibt in Deutschland derzeit 323 Filialen mit etwa 11.000 Mitarbeitern." FAZ

- Mon810, seit 11 Jahren erfolgreich erfolgreicher, genveredelter Mais, Europas Wahn: Der Genmais und die Nahrungskette. FAZ 14. April. Der Mais "Mon810" der Firma Monsanto ist Studien zufolge als "Gefahr für die Umwelt" einzustufen. So begründete Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Dienstag das Verbot der genveränderten Maissorte.

- Fortschritt vom Judentum zum Christentum: "Für alle Völker gültig . Zum Brief "Ein mosaisches Gesetz" (3. Mose 19,18 von Leser Dr. Hans Frisch in der F.A.Z. vom 31. März möchte ich eine Klarstellung anbringen. ... die Einmaligkeit Jesu verstehen, der diese Gebot gänzlich über das Judentum hinaus als absolute und für alle Völker gültige ethische Maxime formuliert hat." Wittenzellner LB FAZ 7.4.09

- Neudeutsche Klassenfahrt und Bildungssauftour: " Nach Methanolvergiftung. Erkrankte Schüler werden aus Türkei ausgeflogen. Mit Methanol verunreinigter Wodka wurde den Schülern aus Lübeck zum Verhängnis. FAZ 02. April 2009 Die beiden wegen einer Methanolvergiftung in der Türkei ins Koma gefallenen Lübecker sollen an diesem Donnerstag nach Deutschland geflogen werden. Sie müssten weiter intensivmedizinisch behandelt werden, sagte ein Arzt des Anadolu-Krankenhauses in Antalya. Die „Lübecker Nachrichten“ berichteten unterdessen, dass der an einer Methanolvergiftung gestorbene Schüler an diesem Freitag in der Hansestadt beigesetzt werde. Die Lübecker Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen der Vorfälle in der Türkei eingeleitet.
Sieben Schüler eines Lübecker Bildungszentrums waren vergangene Woche während einer Klassenfahrt im türkischen Kemer schwer erkrankt, nachdem sie in ihrem Hotel zuvor gekauften Wodka getrunken hatten. Ein 21 Jahre alter Schüler war an den Folgen gestorben. Seine Obduktion im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hatte ergeben, dass er mindestens zwei Promille reinen Methylalkohol im Blut hatte." FAZ

- ' Verpasste Chancen. "Die Arabische Liga stellt sich hinter Baschir" (F.A.Z. vom 31. März) und versucht so die Einheit der arabischen Welt zu demonstrieren. Doch ... Die fragwürdige Rolle der arabischen Liga hat schließlich auch direkte Auswirkungen auf uns: Seit Jahren ermöglicht sie AL MANAR, dem TV-Sender der Hizbulla, antijüdische und antiwestliche Propaganda zu verbreiten. ... ' MDB Marina Schuster, LB FAZ 7.4.09

- Die weltbildordnende Kraft von Religion kommt hier schön und gut zum Ausdruck, und wer wollte da an Marxens Opium denken:
Luise Hensel
(1798-1876)

Müde bin ich

Müde bin ich, geh' zur Ruh',
Schließe beide Äuglein zu;
Vater, laß die Augen dein
Über meinem Bette sein!

Hab' ich Unrecht heut' gethan,
Sieh' es, lieber Gott, nicht an!
Deine Gnad' und Jesu Blut
Macht ja allen Schaden gut.

Alle, die mir sind verwandt,
Gott, laß ruhn in deiner Hand!
Alle Menschen, groß und klein,
Sollen dir befohlen sein.

Kranken Herzen sende Ruh',
Nasse Augen schließe zu;
Laß den Mond am Himmel stehn
Und die stille Welt besehn!

- Ein solches Angebot macht es auch Kriminellen einfacher, sich zu disziplinieren.

Montag, 13. April 2009

Internetradio, Luhmanns Soziale Systeme, WILHELM TELL




Nach dem Regen halbierte Temperatur: 10-12°C, morgens sehr neblig

Dieser fette, stets vollgefressene Bursche betreibt das Töten nur noch zur Unterhaltung; er spielt mit den Mäusen, beißt sie dann tot und läßt sie liegen


- Es gehört zu den geschenkten Erfreulichkeiten der Menschenwelt, daß dauernd an allen Ecken und Enden gebastelt wird, und dann fällt einem das Internetradio in den Schoß, ohne Störgeräusche, tausende Sender: Ottos Barockmusiksender, Ottos Klassik, Klassikgitarrensender, AVRO Radio-Festival, Sender, auf denen kein Wort gesprochen, etc. : herrlich!

- Luhmann, Soziale Systeme, S. 429: "Als Personen sind hier nicht psychische Systeme gemeint, geschweige denn ganze Menschen." Die Gesellschaft besteht aus sozialisierten Menschen, die dann Personen sind. Die Gesellschaft bleibt sich gleich bzw. ändert sich nur langsam, obwohl die Menschen dauernd sterben und neue heranwachsen. Die Unterscheidung Mensch / Person leuchtet ein und tut es wieder nicht. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Person sind andere als an Menschen. Lu. nimmt dann ein literarisches Beispiel (Genets Harcamone) um soziale Erwartungen zu illustrieren: "im Gefängnis der blendende Held, im freien Leben nichtssagend und matt".
Das macht doch keinen Sinn. Soweit geht der Einfluß sozialer Erwartung nicht. "Blendender Held" soll wohl heißen: vital, extravertiert, dominant, eloquent; so ein Typ ist das in wechselnden Milieus, wobei natürlich eine größere Rolle als das Milieu die Rangordnung einer angetroffenen Gruppe spielen kann. Auch das spricht für einen Theorieentwurf, der das ganze Zentralnervensystem einbezieht. Sonst werden nur soziale Phänomene, Kommunikationen erfaßt, die eine große Distanz zu den Vitalsystemen besitzen, also zum Beispiel Kommunikationen eher abstrakter Art in Recht, Wirtschaft, Wissenschaft.
Merkwürdig finde ich übrigens, daß Luhmann das verquere Geschreibsel eines Genet im Modebetrieb Paris für bare Münze nimmt. Ein schriftgläubiger Zettelkastenbewohner. Aber immer scharfsinnig und anregend.

- 13. April 1784: Die Uraufführung von Friedrich Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“; man könnte sagen, das sei wirklich nicht nötig gewesen, so jugendschlecht und gefühlstriefend wie es ist. Da lob' ich mir den WILHELM TELL !

- Afrikas alte Probleme: "Albino-Verfolgung in Afrika
Aberglaube an die Kräfte der „weißen Schwarzen“ ... In den meisten afrikanischen Gesellschaften sind Albinos Außenseiter. Sie haben es sehr schwer, eine Ausbildung und eine Arbeitsstellte zu bekommen, weil viele Afrikaner Albinismus für ansteckend halten. Zugleich gelten die „weißen Schwarzen“ vielerorts als unsterbliche Geister, oder man glaubt, sie seien von Dämonen besessen. Ihr Schicksal ist seit kurzer Zeit stärker in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt. Denn allein in Tansania sollen im vergangenen Jahr rund dreißig Albinos getötet oder verstümmelt worden sein. ..." FAZ
- - "Burundi. Albinos für Rituale ermordet.
Mehr als 30 Albinos wurden in den vergangenen Monaten in Burundi ermordet. Gezielt machen Banden im tansanischen Grenzgebiet Jagd auf Menschen mit dem Gendefekt. Denn ihrem Blut und ihren Körperteilen schreiben Medizinmänner magische Kräfte bei Ritualen zu. Die Killer verdienen mit dem Mord an einem Albino mehrere zehntausend Euro. ..." FAZ 2.12.08

- "Männlein und Weiblein lernen anders bei Sepien
Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es bei der Gemeinen Sepie (Sepia officinalis) auch im Hinblick auf die Orientierung im Raum. Dass ... Männchen stets an den geometrischen Mustern" Jungtiere und Weibchen nicht. FAZ 8.4.