Freitag, 19. November 2010

Hoppla, Herzchen







Ließ sogar Frauen in seinen philosophischen Garten -
Epikur 341-270 vor Seneca





- Herzschrittmacher ist Männersache : senkt die Sterblichkeit bei Männern um ca. 30%, wirkt bei Frauen aber nur geringfügig. (FAZ 17.11.10)
Diesen Geschlechtsunterschied konnte Alice Schwarzer in "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen" nicht erwähnen, weil diese kardiologische Studie neuesten Datums ist; ansonsten hätte sie die Resultate so interpretiert, wie es ihr in den Kram gepaßt hätte - vermutlich als männliche Fälschung. Ihr Buch aus den Siebzigern ist ein ideologisches Machwerk übelster Sorte und dürfte viele Frauen ungenießbar gemacht haben, so ungenießbar wie die Schwarzer selbst. Sie hat sich nie von diesem Traktat distanziert, sie schreibt dafür sogar noch aktuelle Vorworte (vgl. "Alice und der wunde Punkt" (FAS 21.11.10). Noch in den Neunzigern hörte ich einen entsprechenden Vortrag von ihr, der nach dem gleichen Muster gestrickt war: völlig fehlende naturwissenschaftliche Kenntnisse als Trägertextur, fabelhafte historische Erfindungen als Applikation, quergeschossen mit kurzschlüssigen Folgerungen und bestickt mit dreisten Forderungen. 2007 schreibt sie in ihrer "Antwort" (Vorabdruck in der FAZ): "Daß der Pornoboom eine direkte Reaktion auf die Emanzipation ist, zeigt auch seine Geschichte." (6.6.07) Den "Pornoboom" gibt es schon in der attisch-antiken Vasenmalerei, er zeigt sich auf römischen Wandmalereien. Die Pornographie wurde aber von vielen gegnerischen Autoritäten, zB auch von der STOA, in ihrer geistigen Wirkung begrenzt. Es war interessierten Schwatzonkeln wie Freud und seinen Schülern wie Wilhelm Reich vorbehalten, eine neue Sexpropaganda als Einfallstor für Massenpornographie zu etablieren, die 1968 als die "Sexuelle Revolution" des Freudomarxismus ins akademische Milieu eindrang, die Weihen als "Freiheitsbewegung" empfing und seitdem ein von den Medien gehegtes Massenhobby mit den ekelhaftesten Randphänomenen wurde. Poppers Wort, daß Freud zu den größten Kulturvernichtern zähle, wird in der massenhaften, flächendeckenden Pornographisierung der europäischen Gesellschaften direkt greifbar. Gegen die Befreiung des Primitiven, Ordinären und Ekelhaften wird sich jeder kultivierte Mensch verwahren. Zu behaupten, daß der "Pornoboom eine direkte Reaktion auf die Emanzipation" sei, zeugt aber von völliger ideologischer Verblendung.
Schwarzer meldet sich diese Woche zu Wort im STERN, welches sicher ein Organ von passendem Niveau ist.
Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn nicht vorige Woche Schwarzer anläßlich der Verleihung des "Freiheitspreises" die Laudatio auf Necla Kelek gehalten hätte. Die Frauenbewegung hat natürlich im Orient ein Betätigungsfeld, und die Einwanderung von anatolischen analphabetischen Bräuten nach Deutschland mit der damit verknüpften orientalischen Barbarei gegenüber Frauen nun auch hierzulande legitimiert einen gewissen Feminismus. Aber auch einen Feminismus der megärischen schwarzen Sorte, einen Feminismus aus der extrem naturwissenschaftlich unaufgeklärten Dunkelkammer?

- "Der größte Lohn der Selbstgenügsamkeit ist die Freiheit. Epikur, Spruchsammlung, 77
- "Es ist der wichtigste Teil des Heils, die Jugend zu bewahren und sich zu hüten vor jenen, die alles mit ihren rasenden Begierden beflecken." Epikur, Spruchsammlung, 80


- Meister Eckhart. Philosoph des Christentums. Neues Buch von Kurt Flasch. In der Rezension Wenzels, NZZ 13.3.10: "Eckhart traute sich zu, die christlichen Glaubenswahrheiten gewissermaßen restlos als Wissenswahrheiten erweisen zu können."
Das wäre nun etwas schwierig geworden, aber es ist doch bemerkenswert, daß bei aller Orthodoxie und Gläubigkeit ein Zug rationaler Interpretationsbemühung durch die christlichen Jahrhunderte weht. Der etwas jüngere Averroes (1126-1196) vertrat, vertraut mit Aristoteles, ebenfalls eine rational inspirierte Sicht auf den Islam. Seine Schriften sind bis heute verboten.

Donnerstag, 18. November 2010

Da lachten die Kapetinger







Das soll ein Reich sein?

Nicht mehr so viele, aber mit 328 eigenständigen Herrschaften im Jahr 1648 noch genügend viele Deutschländer.
Den Dreißigjährigen Krieg von 1618-1648, einen Fürstenkrieg, in dem sich vor allem Schweden und Franzosen in den Deutschländern tummelten, überlebte wahrscheinlich nur ein Drittel der Bevölkerung.

(Aus: Harms, Geschichtsatlas)




Aus einer Diskussion auf WUWT, Part II

Lipset called the US „The first new Nation“ – but are the US really a nation, are the Americans a people? Many of the Doleys family have gone to the US and have become Americans, distributing their asiatic genes on the „normal“ way – sex was established some hundreds of millions of years ago as a method to mix genes more frequently. Cultures operate contrasting: they exclude other individuals to preserve their cultural group. So the US-Chinese stick to their group, Latinas prefer Latin Lovers, Italians like Italians etc. There are genetic cross transfers, but only at the edges. Sam Huntington asked concerned: „Who are we?“
The most interesting answer gave Max Weber, the „Marx-Killer“, in his essays „The protestant sects and the spirit of capitalism“. The protestant sects came over from Europe and made the American wilderness overtake the wealthy Argentine (Latin „Silver Land“) within 150 Years (see David Landes, Poverty and Wealth of Nations).
So the Americans are the New Europeans, having the same pool of genes, but developing them in individualistic conditions, in an individual and pluralistic cultural framework allowing free enterprise and vitalizing sharp contrasts. This is not really a nation, it is a combination of apt individuals of very different origin in a nationlike frame.
This reminds somehow on the „Germanies“, les Allemagnes, as the French used to say, die Deutschländer, denn „Deutschland“, „Germany“ hat es nie im Singular gegeben, has never existed in a single land. Since 10.000 years all kinds of folks have crossed „Middle-Europe“, the Netherlands are kind of German as well as Austria. The early „Holy Roman German Realm“ consisted of 1789 (!) sub-realms – it was very loose and weak compared with France and England. „Germany“ actually is a late invention of nationalism in the 19th century stimulated and provoked by France and the UK. More provoked by the aggressive France, which attacked the Germanies since Louis XIV., and with Napoleon conquering all German lands till reaching Moscow.

It is a great misunderstanding to construct any connection of sadism and socialism, because of the fact, that the marxist fraction exercised terror to reach their aims. Socialism and marxism are branches of christianity, see Th. Morus, Utopia / Savonarola, „De simplicitate Christianae vita" / Campanella, Civitas solis, Der Sonnenstaat. But these christian authors are influenced by the POLITEIA of Platon, the archetypus of idealism, rationalism and a sort of communism. That is a line of tradition which has some merits, it can be and it should be contrasted with other ideas and it can be criticised, off course, but it should be considered as serious thinking. It is the true tragedy of thinking, that it can depart from good will and end in mass murder. Consider Robespierre. Consider Robespierre a genuine heir of Rousseau.
I see e.g. Obama in this line of caring Christians, but I personally don’t like caring very much. The same applies to the climate phantasies. Thinking often is entirely wrong. Hayek called it the PRETENSION OF KNOWLEDGE.

Mittwoch, 17. November 2010

Unfromme Erscheinungen





Kranichkeile unterwegs heute - die Knospen für den nächsten Frühling sind schon gebildet






Aus einer Diskussion:

Sadism and ideological murder

Erich Fromm was a German-Jewish marxist Freudian so called psychologist who wrote a lot of socialist Freudian phantasies, strictly avoiding empirical methods. So he did in his „ The Anatomy of Human Destructiveness“.
I admit being a young man I have read him with some appreciation.

Stalin was a sadist only in a very abstract way, so no real sadist, that is one who likes to make people suffer by his own hands.

Robert Conquest wrote „The Harvest of Sorrow: Soviet Collectivization and the Terror-famine.“
This awful killing of millions was not sadistic, it was political administrative mass murder „by the way“. The communists took away the harvest and left the farmers behind without corn, so they had no food and no seed for the coming year and the year after, and the communist party did not bother about the starving people.

But a sadist bothers: he enjoys to torture with his own hands, he is eager to see his victim suffering face to face.

The importance of childhood traumas is a psychoanalytical legend, is Freudian rubbish. Indeed, people are born with passions & perversions, partly with neuroticism and psychoticism, see Hans Jürgen Eysenck, Dimensions of Personality, Crime and Personality, etc.
It is quite important not to intermingle sadism and ideological mass murder. Ideologists as Lenin, Stalin, Hitler, Mao, Pol Pot were much more dangerous than an army of sadists. Ideological thinking can always have terrible results, especially if ideologists enter the state maschine.
As many people tend to think in simple ways and simple systems, ideologies will always remain dangerous potentially.

Dienstag, 16. November 2010

Nicht so schlimm wie Gabriel, nicht so grauenhaft wie Künast, nicht so ekelerregend wie Gysi, aber wahrlich schlimm genug






Was ist schöner als schönes Wetter nach einer Regenwoche?




- Akklamationsparteitag der CDU, nur die Präimplantationsdiagnostik scheint kontrovers zu sein, eine knappe Mehrheit stimmt mit Merkel für ein Verbot und damit gegen Sinn und Verstand.
Frau Zießler hat einen dubiosen, nicht gezeichneten FAZ-Kommentar ("Kanzlerin mit Kante") schön kommentiert auf faz.net

> "So so, die Kanzlerin zeigt "klare Kante" !
Frau Merkel mit den Begriffen "klar" und "Kante" in Verbindung zu bringen, klingt nicht nur wie ein Witz, das ist einer. Mag sie auch noch so krampfhaft die Patschhändchen zu Fäusten ballen, noch so oft den "Herbst der Entscheidungen" heraufbeschwören, noch so kantig ihr "alternativlos" in die Menge schleudern - das alles bringt nicht mehr Wirkung, als versuchte sie, bei "Wetten dass" den Pudding an die Wand zu nageln. An dieser Frau ist nichts klar, nichts kantig.
Diese Frau ist der Sargnagel für die CDU, wenn nicht für ganz Deutschland. Wie kann es bloß so weit gekommen sein? Vermutlich, weil diese Frau von allen unterschätzt worden ist. Nein, nicht ihre politischen Fähigkeiten, sondern ihre Machtgier, die ihresgleichen sucht. Es ist richtig: das Schicksal der CDU ist vorläufig mit dieser Kanzlerin verbunden. Die Partei hat zugelassen, dass es so weit gekommen ist, hat wie das Kaninchen auf die Schlange gestarrt und zugesehen, wie die Schlange all jene starken Kaninchen, die sich hätten gegen sie verbünden können, totgebissen hat. Und nun sitzt sie da wie hypnotisiert, die CDU, und wartet... Worauf? Auf eine Alternative? Die kann erst kommen, wenn Merkel endlich weg ist. Und für eine richtige Wahl müßte wir eine Auswahl haben
Helga Zießler


> Und auch Bryan Hayes hat nicht Unrecht:
"...die für das kämpft, was sie für richtig hält": Wir sind verloren...!
Denn für was steht Frau Merkel, die CDU? Für mehr Bürokratie, analytisches Totalversagen, immer mehr Steuern, ständiges Lügen, für das Verschenken von X Milliarden Steuergeldern pro Jahr ohne jeden Grund ans Ausland, für immer mehr Gesetze, immer mehr Gänglei, gnadenlose, taube Besserwisserei...
Und bisher hat sie nur rumgedödelt.
Wenn sie jetzt noch das Tempo ihrer Katastrophenpolitik erhöht, dann wird es selbst die bisher sehr leistungsfähige Wirtschaft nicht mehr schaffen, Deutschland vor dem Abgrund zu retten.

- Rein elektrisch kann 60 km fahren, der Opel Ampera hat aber noch einen Benzinmotor, das Gefährt kommt Ende 2011 zu einem Preis von 43.000 Euro (!).

Montag, 15. November 2010

Alles konstruiert





Glasersfeld

(Foto: Christian Michelides / Wikipedia)



- Glasersfeld, Ernst von, 1917-2010: "Der Konstruktivismus macht das Leben so viel schöner, weil man den Drang rechtzuhaben verliert", sagte Glasersfeld auf einem Kongress 2005.
Es gehört aber auch eine unaufgeregte Gelassenheit dazu, denn ständig wird man von den Platonikern und ihren Verwandten auf ihre unumstößlichen Ideen und "Wahrheiten" gestoßen, was schon Epikur leicht aus der Ruhe brachte.
Auch gilt es, der starken Tendenz zum Relativismus zu entgehen, die dem "Radikalen Konstruktivismus" innewohnt. Wenn der kluge Konstruktivist in Ansehung dessen, daß alles Denken Konstruktion ist, und daß das Gehirn bereits viele arteigene Vorannahmen für die Konstruktion auf stammesgeschichtlichem Wege gespeichert hat nach dem Motto: Es geht nicht um "Wahrheit", sondern ums Überleben - wenn er sich also milde in das Verstehen der Platoniker aller Lager bettet, dann würde das den ewigen "Wahrheits"besitzern und ihren Besitz- und Durchsetzungsansprüchen allzu sehr entgegenkommen und diese noch "wahrheits"besitzheischender machen.