Montag, 14. März 2011

“Sehr richtig”, gab Candide zu, “aber wir müssen unseren Garten bestellen.”





Schon was drin?



- 13°C, der Reviergesang der Vögel tönt neu nach alter Weise, die Bäume schlagen zwar noch nicht aus, aber die Knospen schwellen - nicht übel, nicht übel!

Kein Erdbeben, nicht einmal ein kleines, die Kontinentalplatten stoßen anderswo krachend aufeinander, keine gigantischen Bebenwellen - man kann sich freuen.
Tun wir es auch, loben wir den Tag und das moderate deutsche Klima, den erreichten Wohlstand, die gute Stromversorgung mit sicherer deutscher Kerntechnik, die funktionierende Müllabfuhr.

Ich glaube gar, die erste Meise hat einen Nistkasten zum Brüten bezogen, eigentlich zu früh, aber es hängt Gras aus den Fugen. Sie sind offenbar beim Nestbau.

Sonntag, 13. März 2011

Strahlender Kant






Dieser Hummel fehlt es an Strahlung, direkter Sonnenstrahlung - ohne die wird es ihr zu kalt und sie erstarrt




- Wenn wir von Kant sprechen, dann meinen wir den Kant der drei großen Kritiken und den nachkritischen Kant, also den reifen Kant. Den Kant der vorkritischen Schriften, früheren Schriften, den meinen wir nicht. Eine vorkritische Schrift ist “Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes” von 1763. Bereits hier verwirft er die deduzierenden Gottesbeweise. Das wird dann aber später in der Reifeschrift KRITIK DER REINEN VERNUNFT (KrV) von 1781 auf neuer argumentativer Höhe und Präzision behandelt:
“gänzlich fruchtlos und ihrer inneren Beschaffenheit nach null und nichtig” sind die Gottesbeweise, KrV , 2. Abteilung: Transzendentale Dialektik, 3. Hauptstück.
In der KRITIK DER PRAKTISCHEN VERNUNFT von 1788 sieht er die Vorstellung von der Existenz Gottes, die Religion und die Kirche als hilfreich an, da der Mensch den Hang habe, seinen Neigungen gegen seine Pflichten nachzugehen.
Das ist pragmatisch gedacht und wird auch heute noch so gesehen: Religion dient der Zähmung der Barbaren. Anders als Rousseau sah Kant den Menschen mit seinem Hang zur “ungeselligen Geselligkeit”, der seine Nächsten “nicht wohl leiden” kann, recht kritisch (“aus krummem Holz geschnitzt”).

Bei Goethe heißt es in dieser Hinsicht:
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt,
Hat auch Religion;
Wer jene beiden nicht besitzt,
Der habe Religion.
(Goethe, Zahme Xenien, S. 383 Berl. A.)

In seinem Aufweis der Unbeweisbarkeit der Existenz Gottes in der KrV erweist sich Kant als großer Aufklärer in einem Jahrhundert, in dem die Vorstellung einer wissenschaftlichen Beweisbarkeit Gottes noch sehr verbreitet war.


- “Also, fehlende Strahlung schadet. Die Wirkung kleiner Strahlendosen wird auch anderswo studiert. In einer japanischen Arbeit steht die Behauptung, ein Drittel aller tödlichen Krebsfälle wären zu vermeiden, würde man die Umgebungsstrahlung um den richtigen Betrag erhöhen. So wie der Mensch Spurenelemente in seiner Nahrung braucht, so hat er ebenso geringe Strahlendosen nötig.”
Dr. rer. nat. Hermann Hinsch, Radioaktivität. Aberglaube und Wissenschaft, 2010, S. 12

- "Mit der Information der "Washington Post" von heute ergibt sich folgender wahrscheinlicher Ablauf der Ereignisse:

Die Blöcke Fukushima 1, 2 und 3 waren in Betrieb als das Erdbeben eintrat. Die Reaktoren schalteten sich automatisch ab. Als das Netz ausfiel, liefen die Dieselgeneratoren ordnungsgemäss an und übernahmen die Stromversorgung der "Kühlung". Nach etwa einer Stunde beschädigte der Tsunami diese Dieselgeneratoren und die Batterien übernahmen die Stromversorgung. Die Inbetriebnahme portabler Generatoren gelang nicht rechtzeitig, so dass die Kühlung für einige Zeit unterbrochen wurde.
Inzwischen sind die Stromversorgung und damit die Kühlung wieder hergestellt, so dass es, möglich sein sollte, alle Temperaturen auf das gewünschte niedrige Niveau abzusenken. Die Zustand ist stabil.

Die Sicherheitstechnik hat das große Erdbeben und sogar mit dem extremen Tsunami ein Ereignis beherrscht, an das niemand gedacht hat. Sonst hätte man wohl viele Küstenzonen im pazifischen Raum nicht besiedeln dürfen. Ein Warnsystem ist immer noch im Aufbau. In der nächsten Planung eines Kernkraftwerkes wird man die Dieselgeneratoren sicher etwas weiter vom Ufer entfernt installieren.

Die Ereignisse in Fukushima sind nach der zeitweisen Unterbrechung der Kühlung offenbar wie folgt abgelaufen:

Wie bei allen Dampfkesseln sorgen automatische Ventile dafür, dass Dampf ggf. abgelassen wird, so dass der Druck im Gefäß zulässige Werte nicht überschreitet. Dieser Dampf kondensiert in einem grossen Wasserbecken innerhalb des druckdichten "Beton/Stahl Containments", das den Reaktorkessel umgibt. Ohne Stromversorgung konnten die Pumpen den Wasserverlust im "Reaktorkessel" nicht ausgleichen, so dass der Wasserspiegel offenbar zeitweise unter die Oberkante der Brennstäbe absank und die Temperatur lokal so weit anstieg, dass die Brennstabhüllen aus Zirkon begannen, durch chemische Reaktion Wasserstoff aus Wasser zu erzeugen. Dieser Wasserstoff gelangte zusammen mit Dampf ebenfalls zunächst in das Containment.

Das Containment ist in einem "normalen erdbebengeschützten" sog. Reaktorgebäude angeordnet, das keine Schutzfunktion hat. Es enthält Hilfsanlagen und sammelt die Abluft der Klimaanlagen im "radioaktiven Bereich", die kontrolliert über wirksame Filter und einen Schornstein praktisch ohne "Radioaktivität" in die Umgebung austritt.

Da auch aus dem Containment keine Wärme abgeführt werden konnte, stieg nach einiger Zeit der Innendruck ebenfalls an und zwang zur Druckentlastung über Ventile in das Reaktorgebäude, in dem die Klimaanlagen zwangsläufig ebenfalls "stromlos" waren. Daher stieg die Wasserstoffkonzentration an. Es kam offenbar zu einer Knallgasexplosion in Fukushima 1 im Reaktorgebäude, obwohl dort eingebaute Einrichtungen das eigentlich verhindern sollten. In Fukushina sind das elektrische Zünder, die den Anstieg der Wasserstoffkonzentration begrenzen, die leider in diesem Fall auch stromlos waren. In Deutschland wurden für diese Aufgabe Katalysatoren entwickelt, die "autokatalytisch", ohne elektrischen Strom, funktionieren.

Aus meiner Sicht ist das Ereignis eine weitere Bestätigung des sehr hohen Sicherheitsstandards der friedlichen Kernenergienutzung. Es gibt einen Hinweis für die zukünftige Beachtung des "Tsunamis" bei der Konstruktion der Kraftwerke in gefährdeten Küstengebieten. "

Ulrich Wolff

Samstag, 12. März 2011

Beileid nach Japan




Erster Bienenausflug bei 14°C Mittagstemperatur (nachts 2°C)



- Schlimmes Erdbeben in Japan über der Subduktionszone Eurasische, philippinische und pazifische Platte.

Von 1300 Toten wird gesprochen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Allerdings offenbar nur durch die Tsunamis. Dem starken Beben selbst hielten die Häuser weitgehend stand. Eine große technische Bauleistung.
Die Reaktorgebäude der Kernkraftwerke sind aus massiven Stahlbeton mit viel Bewehrungsstahl errichtet und noch weniger anfällig gegen Erdbeben als nahezu allen anderen Gebäude.

Ein Brand in einer Turbinenhalle befindet sich im konventionellen Teil des Kraftwerks und hat demzufolge lediglich dann eine nukleare Komponente, wenn es sich um einen Siedewasserreaktor handelt. Auch in diesem Fall ist der Wasserdampf nicht sehr radioaktiv.
Der betroffene Reaktor Fukushima 1 ist ein Siedewasserreaktor.
Wenn man davon ausgeht, daß ein Reaktorbehälter aufreißt, oder 2 Kühlkreise abreißen, dann kommt es zu einer Kernschmelze. Es entsteht ein Corium, welches den Reaktorbehälter durchdringt, sich mit dem Beton des Fundaments mischt und dann in dieser Verdünnung erstarrt. Der entstehende radioaktive Wasserdampf des Primärkreislaufs wird dann ggf. über einen Filter teilweise in die Umgebung abgegeben. Sehr wahrscheinlich wird der Schaden analog Harrisburg in einem zerstörtem Kernkraftwerk bestehen, Menschen werden vermutlich nicht Opfer eines derartigen Zwischenfalls. (Tschernobyl war/ist graphitmoderiert.)

Ein vergleichbares sehr starkes Erdbeben in Deutschland hätte 1000ende von Windmühlen umgeworfen und 10.000ende von Oekosolardächern hätten durch Kurzschlüsse die darunterliegenden Häuser in Brand gesetzt. Im Gegensatz zu Japan mit seinen 54 KKW, wären in diesem ökologischen Szenario viele Menschenopfer zu beklagen. Wenn man Naturkatastrophen in verschiedenen Ländern betrachtet so ist die Zahl der Todesopfer umso geringer, desto weiter die moderne Zivilisation fortgeschritten ist.

Bewunderungswürdig: die Disziplin der Japaner.

Freitag, 11. März 2011

Tigerente haßt Proskynese


















Am Stirnfleck erknt man den Fanatiker     




- "Oh, wie schön ist Panama”: Janosch aus Oberschlesien wird 80; begann mit 13 in einer Schlosserei in Hindenburg, die ganze Familie lebte auf 25qm, kein Abitur, ideale Bedingungen also, die Tigerente zu erfinden. Glückwunsch!

- Proskynese oder Prostration?
Der katholische Theologe Adel Th. Khoury aus dem Libanon ist ein freundlicher Mensch und ein wohlwollender Porträtist des Islams. In seinem lesenswerten Buch DER ISLAM (Herder 1988) spricht er im Abschnitt DAS GEBET von Prostration, wie es bei der kathol. Priesterweihe liturgisches Ritual ist: der Kandidat legt sich auf den Boden, um sich als neuer Mensch, als Priester zu erheben. Das Legen und Erheben symbolisieren den Wandel vom normalen Menschen zum Priester.

Beim wiederholten Berühren der Stirn mit dem Boden beim Pflicht”gebet” handelt es sich eher um ein totales Hingabe- und Unterwerfungsritual, eine liturgische Demutsgeste. Das Berühren des Bodens mit der Stirn symbolisiert die Kleinheit des Gläubigen und die Größe Allahs.
Daher wäre der Begriff “Proskynese” wohl zutreffender, auch im Vergleich der Religionen: die Juden sind Vertragspartner Jahwes, er hat einen Bund mit ihnen geschlossen; bei den Christen erniedrigt sich Gott sogar zum Menschen, ja, er opfert sich für diese auf und erhöht sie damit. Das ist religionshistorisch unerhört und einmalig.

Wenn der neue libysche Oppositionsführer den bezeichnenden Stirnfleck des übereifrigen Mohammedaners besitzt, eine Art Unterwerfungsabzeichen, was mag man da für die individuelle Freiheit in Libyen erwarten?

- E10 : “ ist es vor allem der letzte Verarbeitungsschritt der Dehydrierung des 96-prozentigen Alkohols bis nahezu 100 Prozent (sonst findet im Tank keine homogene Vermischung statt), der insgesamt so viel an zusätzlicher Energie erfordert, dass in summa mehr davon verbraucht wird, als bei der Verbrennung im Motor wieder herauskommt. Mit Mais als Ausgangsgetreide beträgt die Diskrepanz 30 Prozent (Quelle: Tad W. Patzek, University of California). …” Dittrich, EIKE / FAZ LB 11.3.11

Donnerstag, 10. März 2011

Frommeleien





Was hat Camilo Torres (re.) denn da in der Hand?
Muß gute Laune machen.

(Bild nezua.tumblr.com/post/196947427)





- Fromms HABEN ODER SEIN ist ein sozialistisches Erbauungsbuch ohne Realitätskontakt, zusätzlich mit dem Nachteil, daß der Autor mit beiden Beinen im freudianischen Sumpf steht. (Zum freudianischen Sumpf vgl. D.E. Zimmer, Tiefenschwindel)
Ich habe Fromms Buch als Student gelesen, und es hat mich eine Zeitlang verwirrt.
Einer der Hauptirrtümer der Geisteswissenschaften, insbesondere der Frankfurter Sozialisten (sog. Kritische Theorie), besteht in der völligen Verkennung der Wohlstand und individuelle Freiheit spendenden Rolle des Eigentums, wie sie von fern her aus der Stammesgeschichte der Säugetiere hergeleitet werden kann (nur das eigene Territorium ernährt den Nachwuchs). 
Die Theologie war stets befangen in einem unbiologischen, unrealistischen Menschenbild und rieb sich an weltlichen Dingen und Lebensstilen (“Tanz um das goldene Kalb”). Die ersten sozialistischen Utopien stammen daher aus theologischer Feder:
 Morus, Utopia und Campanella, Sonnenstaat. 

Sie inspirieren bis heute die “Befreiungstheologie” in Südamerika, auch wenn der Höhepunkt überschritten ist. In den Worten des Revolutionspriesters Camilo Torres: "Nach der Revolution werden wir Christen sagen können, daß wir ein System errichtet haben, in dem die Liebe zum Nächsten oberster Grundsatz ist."  
(Camilo Torres: Revolution als Aufgabe des Christen. Mainz 1969, S. 27)  
Ähnlich Ernesto Cardenal, ein Freund von Hugo Chavez. Im 3. Band seiner Memoiren schildert Ernesto Cardenal seine Begegnungen mit den Freunden Khomeini und Gaddafi. 

Christen sind gut beraten, eisern an der 2-Welten-Lehre der Kirchen festzuhalten. Wenn sie schon dem CREDO-QUIA-ABSURDUM folgen wollen. Und sie sollten christliche Autoren wie Gracian und Pascal nicht vergessen.