Mittwoch, 4. Dezember 2013

Die Goten trieben es ärger





Die Vandalen waren gar nicht vandalistisch bei der Eroberung Roms 455, sie hatten es nur auf Wertgegenstände abgesehen. Sie stammten offenbar aus dem Weichsel- und Neisse-Gebiet, weswegen sie zeitweise für Slaven gehalten wurden. Vermutlich veranlaßten sie die Hunnenangriffe zur Wanderung nach Westen. In Spanien, immerhin ein ein ganzes Stück zu laufen, wurden sie zu arianischen Christen. Zu etwa 80.000 Personen (Prokopios) setzten sie 429 über Gibraltar nach Nordafrika über und eroberten Nordafrika, darunter die Kornkammer Roms, Karthago Land. Ostrom (Justinian, Belisar) erobern Nordafrika 534 und beenden das vandalische Königreich. Die geschlagene vandalische Reiterei setzt Byzanz in den Perserkriegen ein, Gelimer der Letzte verbringt seine Tage komfortabel in Ostrom. Die Vandalen verschwinden fortan aus den Quellen, wo mögen sie geblieben sein?   


Dienstag, 3. Dezember 2013

Tschuldigung, ham Se auch Salat-Gene intus? Se sehn so grünlich aus!






Rauf und runter wurde das Ergebnis einer Studie verbreitet:

SCHOCK-STUDIE
GENMAIS MACHT KREBS

Die Greenpisser und sonstigen Idioten klatschten sich auf die Schenkel und bliesen die Dumpfbacken auf, daß das Kleinhirn gequetscht wurde.

Das Blöd-Blättchen "Food and Chemical Toxicology" zog jetzt, ein Jahr ging ins Land, nach nicht endenwollender Kritik die Sabberei eines Franzosen als "unwissenschaftlich" zurück.
(FAZ 3.12.13)

Die Naturwissenschaften bleiben weiter von großer Bedeutung. Aber ein immer größerer Teil der Naturwissenschaftler gehört in den Komödiantenstadel der Philosophischen Fakultät.

Montag, 2. Dezember 2013

Vorsicht bei Sachverständigkeit








Im Rahmen des Forums “Inhalte und Grenzen der Planbarkeit” sprach Axel Ockenfels (Köln) zu “Pläne in der Wirtschaft”. 
Mit den Porträts der Wirtschaftsnobelpreisträger Hayek und Friedman brachte er gleich eingangs zum Ausdruck, daß die meisten Volkswirte wenig von Plänen halten. Dem dienten auch eine Reihe von zitierten Fehlprognosen, die einen Schatten auf die Planbarkeit warfen, insbesondere Merkels Feststellung von 2010, daß kein Weg um die Nutzung der Kernkraft herumführe. Mit Namen wie Jim Farmer unterfütterte Ockenfels die Auffassung, daß der Markt grundsätzlich zumindest kürzerfristig nicht zu schlagen sei. Staatliche Eingriffe in das Preisbildungsgeschehen machten immer neue Reparaturen nötig, wie die Preisverzerrungen durch das EEG derzeit eindrucksvoll bewiesen. Die Rolle des Staates sah Ockenfels in den Rahmensetzungen, wofür er, mit Bezug auf die Spieltheorie, als Beispiel die Versteigerungen der UMTS-Lizenzen sah.
Die Bieter hätten zu wenig bezahlt, weil das Auktionsverfahren nicht optimal gestaltet gewesen sei.
Ockenfels berief sich bei dieser Preiseinschätzung auf sachverständige Beobachter, die sich einig gewesen seien.  

War dem wirklich so?
Ich notierte seinerzeit:
Die Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 erbrachte für die Staatskasse rund 100 Mrd. DM. Eine riesige Summe für die blaue Luft über Deutschland, die die bietenden Firmen an den Rand des Ruins brachte (Mobilcom) und die Errichtung der UMTS-Netze für Jahre verzögerte. Damit entstand Unternehmen und Bürgern ein Schaden durch verspätete Einführung einer fortgeschrittenen Technik, die zudem die hohen Telefontarife der alten Mobilfunk-Technik hoch hielt. Der staatliche Versteigerer, der fast keinerlei Leistung einbrachte, schadete damit den privaten und gewerblichen Mobilfunk-Kunden.
Denn solche Auktionspreise zahlt der Kunde, wie dies auch bei der Finanzmarktsteuer sein wird. Wenn die Einführung einer neuen Übertragungstechnik durch staatlich hochgetriebene Preise verzögert wird, dann hat das zudem auf die ganze Wirtschaft ausstrahlende Effekte, auch international. Die Belastung für den Kunden soll in Österreich 100 € betragen haben, in Deutschland 620 € (s. Wiki-Artikel).


Ockenfels wäre doch besser bei Hayek und Friedman geblieben.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Nicht mehr Wissenschaft, bessere


Sie hält es mit der Flamme, keinesfalls aber so wie Nietzsche:

Ja, ich weiß, woher ich stamme,
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr’ ich mich.
Licht wird alles was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse,
Flamme bin ich sicherlich.

Nein, die Physiko-Chemikerin Katharina Kohse-Höinghaus ist eine effiziente Arbeiterin im Steinbruch der Naturwissenschaft. Sie sprach auf dem interdisziplinären Forum der Akademie der Wissenschaften NRW zur Planbarkeit des wissenschaftlichen Erfolgs. Eingangs präsentierte sie ein großes 12500 Tonnen-Teil des CERN mit dem dem kleinen Higgs, der aber sein kleines Higgs-Teilchen nicht der Kamera entgegenstreckte. Ja, Physiker-Spiellust und Ingenieursfleiß bringen einiges zustande, auch riesige Beschleuniger für kleinste Teilchen. Fleiß und Professionalität sind für solche Taten nötig, und historisch sah Kohse-Höinghaus den europäischen Porzellanerfinder Böttger als Beispiel, ebenso den Alfred Wegner.
Zu Fleiß und Professionalität gehöre aber auch der glückliche Zufall, Serendipität benannt (das aus dem Englischen stammt und sich über den Soziologen Robert K. Merton verbreitete).


Die Serendipität hatte natürlich ihre Hand im Spiel bei Porzellan-Böttger, denn eigentlich sollte er für seinen Sklavenhalterherrn August der Fette von Sachsen-Polen Gold machen. Und Columbus entdeckte ungeplant Amerika, und Hoffmann das LSD. Und auch der Schulabbrecher Liebig fummelte so herum und schuf den welternährenden Phosphatdünger in schweren Hungerzeiten. Aber wie plant man Forscher und Erfinder vom Rang der Böttiger, Liebig und Röntgen? 

Kohse-Höinghaus ging implizit davon aus, daß sich diese automatisch und von selbst in den Wissenschaftsapparaten einfinden, wo sie dann fleißig arbeiten. Der schöpferische Genius kam bei ihr nicht vor. Der spielt aber nach wie vor eine entscheidende Rolle. Und er besitzt oft nicht die quadratisch-praktisch-gute Apparate-Paßform. Um Unternehmen wie SUN und CISCO zu befeuern, braucht es Leute wie Bechtolsheim (Gates, Jobs, McKnealy etc.), und die wollen nicht unbedingt der Ordnung eines Studiengangs, eines ordentlichen Werdegangs dienen, sondern ihrem individuellen Forscherdrang nachgehen. Von seiten der Gesellschaft aus gesehen, gibt man ihnen am besten viel Freiraum. Der Rest findet sich ungeplant. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschft (heute Max-Planck-Gesellschaft) war ein frühes institutionelles Angebot an große Talente, die (privaten) amerikanischen Forschungslabors ebenfalls.
Ob die aktuellen Exzellenz-Initiativen in Deutschland und solche Kreationen wie caesar (Bonn) den Spitzentalenten genug Raum geben oder nur dem Mittelmaß dienen, also der Verstetigung, nicht dem Neuen, das bleibt abzuwarten. 
Deutschland verfügt nach dem Verlust der Kerntechnik, Mikroelektronik und Grüntechnik über keine nennenswerte Zukunftstechnik mehr. Und die grünen Ausgeburten der PhilFak unter Führung einer zweitklassigen Ex-Physikerin legen bereits die Axt an die verbliebene erfolgreiche Automobiltechnik.

Im Gespräch: Bert Sakmann, Nobelpreis Medizin | Projekt Zukunft - Sie hält es mit der Flamme, keinesfalls aber so wie Nietzsche: Ja, ich weiß, woher ich stamme, Ungesättigt gleich der Flamme Glühe und verzehr’ ich mich. Licht wird alles was ich fasse, Kohle alles, was ich lasse, Flamme bin ich sicherlich. Nein, die Physiko-Chemikerin Katharina Kohse-Höinghaus ist eine effiziente Arbeiterin im Steinbruch der Naturwissenschaft. Sie sprach auf dem interdisziplinären Forum der Akademie der Wissenschaften NRW zur Planbarkeit des wissenschaftlichen Erfolgs. Eingangs präsentierte sie ein großes 12500 Tonnen-Teil des CERN mit dem dem kleinen Higgs, der aber sein kleines Higgs-Teilchen nicht der Kamera entgegenstreckte. Ja, Physiker-Spiellust und Ingenieursfleiß bringen einiges zustande, auch riesige Beschleuniger für kleinste Teilchen. Fleiß und Professionalität sind für solche Taten nötig, und historisch sah Kohse-Höinghaus den Porzellanerfinder Böttger als Beispiel, ebenso den Alfred Wegner. Zu Fleiß und Professionalität gehöre aber auch der glückliche Zufall, Serendipität benannt (das aus dem Englischen stammt und sich über den Soziologen Robert K. Merton verbreitete). Die Serendipität hatte natürlich ihre Hand im Spiel bei Porzellan-Böttiger, denn eigentlich sollte er für seinen Sklavenhalterherrn August der Fette von Sachsen-Polen Gold machen. Und Columbus entdeckte ungeplant Amerika, und Hoffmann das LSD. Und auch der Schulabbrecher Liebig fummelte so herum und schuf den welternährenden Phosphatdünger in schweren Hungerzeiten. Aber wie plant man Forscher und Erfinder vom Rang der Böttiger, Liebig und Röntgen? Kohse-Höinghaus ging implizit davon aus, daß sich diese automatisch und von selbst in den Wissenschaftsapparaten einfinden, wo sie dann fleißig arbeiten. Der schöpferische Genius kam bei ihr nicht vor. Der spielt aber nach wie vor eine entscheidende Rolle. Und er besitzt meist nicht die quadratisch-praktisch-gute Apparatpaßform. Um Unternehmen wie SUN und CISCO zu befeuern, braucht es Leute wie Bechtolsheim (Gates, Jobs, McKnealy etc.), und die wollen nicht unbedingt der Ordnung eines Studiengangs, eines ordentlichen Werdegangs dienen, sondern ihrem individuellen Forscherdrang nachgehen. Von seiten der Gesellschaft aus gesehen, gibt man ihnen am besten viel Freiraum. Der Rest findet sich ungeplant. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschft (heute Max-Planck-Gesellschaft) war ein frühes institutionelles Angebot an große Talente, die (privaten) amerikanischen Forschungslabors ebenfalls. Ob die aktuellen Exzellenz-Initiativen und solche Kreationen wie caesar (Bonn) den Spitzentalenten genug Raum geben oder nur dem Mittelmaß dienen, also der Verstetigung, nicht dem Neuen, das bleibt abzuwarten. Deutschland verfügt nach dem Verlust der Kerntechnik, Mikroelektronik und Grüntechnik über keine nennenswerte Zukunftstechnik mehr. Und die grünen Ausgeburten der PhilFak unter Führung einer zweitklassigen Ex-Physikerin legen bereits die Axt an die verbliebene erfolgreiche Automobiltechnik.