Mittwoch, 5. Februar 2014

Rückblick 2005


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2005, S. 13
Die FDP widerspricht in der Steuerpolitik der Union
Solms: Netto-Entlastung ist möglich und notwendig / Gegen Mehrwertsteuer-Erhöhung / Finanzierungspaket über 35 Milliarden Euro
mas. BERLIN, 20. Juni. Die FDP geht in der Steuerpolitik auf Gegenkurs zum möglichen Koalitionspartner. Die liberale Partei stellt eine Steuerreform mit einer Milliardenentlastung in Aussicht, die sie ohne eine Mehrwertsteuererhöhung finanzieren will. "Wer jetzt von Steuererhöhungen redet, gefährdet Strukturveränderungen bei staatlichen Transfersystemen und mindert den Druck auf die Kürzung staatlicher Ausgaben", beschloß ihr Präsidium am Montag. Das richtet sich offenkundig gegen die Union, aus deren Reihen wiederholt und unverblümt einer Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Flankierung von Sozialreformen das Wort geredet worden war. ..." FAZ

Dienstag, 4. Februar 2014

4. Februar 1897: Glückwunsch, Dicker!





Mit dem Zehnten fing es an - und wo sind wir heute?








“„Kümmere du, Staat, dich nicht um meine Angelegenheiten, sondern gib mir so viel Freiheit und laß mir von dem Ertrag meiner Arbeit so viel, daß ich meine Existenz, mein Schicksal und dasjenige meiner Familie selbst zu gestalten in der Lage bin.“ [56]
Die wachsende Sozialisierung der Einkommensverwendung, die um sich greifende Kollektivierung der Lebensplanung, die weitgehende Entmündigung des einzelnen und
die zunehmende Abhängigkeit vom Kollektiv oder vom Staat – aber damit zwangsläufig auch die Verkümmerung eines freien und funktionsfähigen Kapitalmarktes als einer
wesentlichen Voraussetzung für die Expansion der Marktwirtschaft – müssen die Folgen dieses gefährlichen Weges hin zum Versorgungsstaat sein, an dessen Ende der soziale
Untertan und die bevormundete Garantierung der materiellen Sicherheit durch einen allmächtigen Staat, aber in gleicher Weise auch die Lähmung des wirtschaftlichen
Fortschritts in Freiheit stehen wird. “”
(Ludwig Erhard, “Wohlstand für alle”, 12. Kap. VERSORGUNGSSTAAT - DER MODERNE WAHN, S. 245)




Reiß ihm die Beine aus, Dicker!

Erhard war kein ausgesprochener Freund des Finanzministers, obwohl mit Fritz Schäffer damals noch ein anständiger Mann Finanzminister war.

Montag, 3. Februar 2014

Überzeugende Erfolge






Die SPD legte immer großen Wert auf die Beeinflussung der öffentlichen Meinung über Zeitungsbeteiligungen. Das war überwiegend erfolgreich, doch Probleme gab es immer mit der direkten Parteipresse. Den alten "Vorwärts" gibt es nicht mehr, er ging pleite. Aber immer noch ist der Beteiligungsbesitz hoch, daß er langsam abnimmt, muß die SPD nicht betrüben, fahren doch fast alle Medien einen sozialdemokratischen Kurs. 
Und seit 100 Jahren agitiert die SPD-Presse für die Berufstätigkeit der Frau. Und für die Abschiebung der Kinder in Kitas. Erfolgreich auch hier. 

Je sozialdemokratischer Deutschland wurde, desto mehr Geld floß in die sog. "Familienförderung". Das Ergebnis der Familienpolitik ist überwältigend. 

(Nahles erscheint hier als Diebin, weil sie die gesetzlich vorgesehene Senkung des Rentenbeitrags verhindert.)

("... Beispiel Familienpolitik: Die Familie erbringt als kleinste und natürlichste Solidareinheit volkswirtschaftliche Leistungen, insbesondere in Erziehung und Pflege, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Die Alternative dazu wäre eine bürokratische und kaum zu bezahlende Rundumbetreuung durch den Staat. Sie würde den Menschen nicht nur jede menschliche Wärme und Würde, sondern am Ende auch die Freiheit nehmen. Darum können sich gerade Liberale eine Zerstörung der – von Gauland als rein konservativ eingestuften – Familientradition nicht wünschen. ..." Ulrich van Suntum (Uni Münster), Leserbrief FAZ 3.2.14

Sonntag, 2. Februar 2014

„Von Darwin zu Dolly“







2001 sendete hr1  das Funkkolleg „Von Darwin zu Dolly“, zu dem Utz Thimm und K.-H. Wellmann das Begleitbuch zusammenstellten. Von Von Darwin über Ernst Mayr bis Nüsslein-Volhard sind dort Schlüsseltexte abgedruckt.
Im Vorwort schrieben sie:
„Die Herausgeber sind beide Biologen. Wir haben studiert in einer Zeit, in der Umwelt – sprich Erziehung – alles galt. Einer von uns fand heraus, daß ‚Mutterliebe’ bei Mäusen erblich ist (genauer: Gemessen wurde die Zeitspanne, die Mäusemütter brauchen, um verlorengegangene Junge ins Nest zurückzutragen. Paart man immer nur die jeweils schnellsten und die langsamsten Mäuse untereinander, spalten sie sich bereits nach drei Generationen in zwei Gruppen, die unterschiedlich intensiv für ihre Nachkommen sorgen).
Das war für ihn nicht leicht zu verdauen: Wer damals daran erinnerte, daß es außer der Umwelt noch so etwas wie wie ein genetisches Erbe gab, machte sich einer reaktionären Gesinnung verdächtig.“
So war es, und „reaktionär“ zu sein galt gerade nicht als schick und ist es immer noch nicht wieder.

Dabei kann es gar nicht anders sein, als daß bei großen molekularen Maschinen, wie die Menschen es sind, auch die Verhaltensweisen Gegenstand von Vererbung sein müssen, allerdings nicht in der linearen Weise, wie Erbsen ihre Farbe vererben.

Samstag, 1. Februar 2014

William Broeksmit und Gunter Sachs


Um die 10000 Menschen töten sich in Deutschland jedes Jahr selbst - 1980 brachten sich 18451 Deutsche um, 1998 waren es 11644, 2008 9451, 2012 9890 - die starke Abnahme fällt ins Auge und dürfte mit der größeren Aufmerksamkeit zu tun haben, die für Depressive aufgebracht wird. Die Zahl wird vermutlich wieder ansteigen, weil die Altersklasse der sehr Alten zunimmt, und nicht alle Alten unbedingt am Alterskrebs sterben, auch nicht dement werden wollen, worauf das Beispiel Gunter Sachs hinweist.

Die meisten der zehntausend Suizide jährlich erregen keine mediale Aufmerksamkeit, anders bei bekannten Sportlern oder Unternehmern. Oder unbekannten reichen Leuten wie dem Manager der Züricher Rückversicherung, Wauthier. Solche Fälle finden Interesse, weil in der sozialistischen Denkungsart der Reiche als der Glückliche gilt. Die Linken freuen sich dann auch und betrachten den Suizid als “gerechte Strafe”.
Jetzt haben sie wieder Gelegenheit zu “klammheimlicher Freude” (Mescalero-Aufruf, Trittin), denn ein Vertreter ihres Lieblingsbuhberufs, der Bankkaufmann William Broeksmit starb mit 58 Jahren eines gewaltsamen Todes. Die Polizei sieht kein Fremdverschulden, ein Abschiedsbrief, wie im Fall Wauthier, fehlt allerdings. Broeksmit galt als hervorragender Risikomanager, der in dieser Funktion in den Vorstand der Deutschen Bank aufsteigen sollte, was an der Bürokratenbude Bafin scheiterte.