Montag, 30. Juni 2014

Rätselhafte Welt











Ernst Haeckel machte sich so seine Gedanken, und ziemlich forsch kam er zu Antworten auf seine aufgeführten Welträtsel.
Meine Rätsel allerdings hat er nicht einmal erwähnt, geschweige denn gelöst:



Irgendwo in der Nachbarschaft steht ein Kirschbaum. Wo, das weiß ich nicht. Daß die Amseln das wissen, kann ich mir vorstellen, sie haben von oben einen besseren Überblick. Warum aber pflücken sie irgendwo die Kirschen und fliegen dann nicht auf das nächste, sondern auf ein entferntes Dach, um gerade dort, immer an den gleichen Stellen, die Kirschen zu verspeisen und den sauberen Kern fallenzulassen?






Sonntag, 29. Juni 2014

Wes Wegs, Erwachsenenbildung?










Hier standen wohl die großen Pop-Bildchen des Alex Katz Pate.
Als ich auf diesem Kolleg das Abitur nachholte, gab es dort keinen Kunstunterricht. So konnte auch kein plattes Elaborat sich als Wandschmuck flächendeckend an der Außenwand präsentieren. Als Selbstporträt der jetzigen Kollegiaten?
Sie machten auf dem Sommerfest einen ähnlich freundlich-naiven Eindruck auf mich wie das abgebildete Paar. Allerdings wirkten viele weniger adrett und weniger schlank.

Fast so groß wie das Außenplakat war der Flachfernseher in der Cafeteria, der spuckende, tretende und beißende Fußballer aus Brasilien übertrug. Dort saß auch die derzeitige Kollegleiterin mit einer Lehrerin im Gespräch - was mag das Thema in dieser lauten Umgebung gewesen sein?
Auch sonst war es ziemlich lärmig, an jeder Ecke stand ein Gerät, aus dem gräßlicher Hip-Hop quoll. Zu meiner Zeit ging es zentraler zu. In der damaligen Mensa machte ein ziemlich professioneller Diskjockey die Musik, Stones, Iron Butterfly, Doors etc., dazu bediente er eine selbstgebaute Lightshow. Die Tanzfläche war voll, auch von außerhalb kam Publikum, die "Teilchen" waren willkommen, denn sie waren am Kolleg ziemlich spärlich vertreten, während jetzt eine deutliche Mehrheit weiblich ist.
Zu dem dezentral plärrenden Hip-Hop tanzte niemand, der Besuch war recht spärlich, was vielleicht teilweise mit dem schlechten Wetter zusammenhing, doch stehen viele Räumlichkeiten zur Verfügung, da sich die Gebäude fast verdoppelt haben. Und dies bei einem abgesenkten Niveau an den Jugendschulen.
Professionell war ein gelernter Koch, der ein sehr schmackhaftes Klein-Menu offerierte und schon viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt hatte. Gerne nahm er Koch- alias Trinkgeld.




Samstag, 28. Juni 2014

Sauber bleiben







Ach Gottchen, die auch! Die gottlose “Richard Dawkins Foundation for Reason and Science” hat sich mit den “Concerned Scientists” getroffen, speziell mit einer Person, die Politik studiert hat und jetzt alles über saubere Energie weiß. 

Da fällt einem doch sofort "Reinheit und Gefährdung" (“Purity and Danger”) von Mary Douglas ein. Sauber soll es sein, bei den Pygmäen und bei Al Gore und bei den Dawkins-Leuten auch.
Jungs und Mädels, möchte man ihnen zurufen, laßt es euch mal richtig wohl ergehen nach der Art von 500 Säuen. Wälzt euch im Dreck und versaut euch, der Himmel wird euch trotzdem nicht auf den Kopf fallen! (Hoffe ich doch.)

Aber das nützt nichts, immer kommen Faschistenführer daher, die Koscher-Gebote erlassen zur Sauberkeit, und die Abtrünnigen nehmen im Kopf trotzdem das “Purity-and-Danger-Raster” mit. Wenn erst das gelobte Land erreicht ist, so Mose, die Arbeiterklasse sich säubert vom Kapital, so Marx, oder das schmutzige CO2 weg ist, so der Weltklimarat, dann droht keine Gefahr mehr, dann erscheint der Messias, dann bricht der Kommunismus an, dann ist die Erde gerettet.

Ach Gottchen, Dawkins, geh in deinen Garten und mach dort den Salat sauber! Das reicht doch.

Freitag, 27. Juni 2014

Reformjuden










Auch ein Frankfurter - der Reformrabbiner Abraham Geiger (1810 F/M -1874 Berlin)
(Bild: Lesser Ury/Wiki.)



Geiger war gegen die brutale und, kinderärztlich gesehen, völlig irrationale Beschneidung männlicher Säuglinge. 

Er war eine Figur des liberalen Judentums im 19. Jahrhundert. Aber er wirkte nicht in die Breite und seine Nachfolger im 21. Jahrhundert, das läßt sich Wolfram Nagels Porträt im DLF (24.6.14) entnehmen, sind noch nicht weiter trotz vermehrter Kenntnisse des Kosmos. 
Sie glauben immer noch an Mose, die Koschergebote und die sauberen Judengene von seiten der Mutter. Im Protestantismus gibt es dagegen sogar einzelne säkulare Pastoren. Wie kann es sein, daß die Religionsjuden in Europa trotz Moses Mendelssohn nicht nur keine Aufklärung hervorgebracht haben - Ansätze dazu gab es schon in der griechischen Antike - sondern auch die verschrobenen Rituale bewahren? Offenbar verstellt der archaische Geist der Mose-Bücher die abstrahierende und geistig fruchtbarere Perspektive, die die Texte des Neuen Testaments eröffnen, und die dann auch den Kulturprotestantismus ermöglichten.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Entjüngung II


Aus einer Korrespondenz: 

... ich weiß ja nicht, wie gut Sie es gehabt haben bzw. haben, aber Ihre Kinder haben es auch gut getroffen, weil sie begehrt sind und sich manches leisten können im Beruf, wofür die Älteren abserviert worden wären. 
Da viele Faktoren zu gewichten sind, ist ein Saldo schwer zu bilden. 

Wie lange werden die Unternehmen die Politikfehler, etwa die mutwillige Verteuerung der Energie und die unkluge Rentenpolitik, aussteuern und auffangen können? Das ist völlig ungewiß. Vielleicht zieht sich der Niedergang lange hin und erst Ihre Enkel werden unter den heutigen Politikfehlern gravierend leiden. 
So ist es beabsichtigt, die Politfunktionäre der Gegenwart werden dann ihre üppige Pension verzehren. ..."

20.06.2014 FAZ Die Generation Y will nicht umziehen Heiner Hoppmann hat einiges gesehen von der Welt in seiner langen Karriere in der Pharmaindustrie. Als Jungmanager des Höchst-Konzerns wurde er mit gerade mal 26 Jahren für längere Zeit nach Ecuador geschickt. Dagegen zu protestieren wäre ihm erst gar nicht in den Sinn gekommen. Auch in seinen späteren Stationen bei Schering und Ratiopharm war er häufiger unterwegs als zu Hause. Umso weniger kann der heute 56 Jahre alte Vorstandschef des Pharma-Zulieferers Aenova Group verstehen, wie sehr sich seine Nachwuchskräfte, die sogenannte „Generation Y“, gegen einen Ortswechsel sperren.
Seit Monaten versuche er zum Beispiel, eine leitende Position im sonnigen Miami zu besetzen, erzählt Hoppmann – die ausgesuchten Kandidaten wollen aber lieber in Bayern bleiben. Und selbst innerhalb des Freistaats sind sie bockig. „Die Leute bewegen sich nicht mal von Bad Aibling nach Tittmoning“, sagt er. „Der eine hat gerade ein Haus gebaut, beim anderen will die Freundin nicht mitkommen.“
Das Ganze wäre für den Lenker eines Konzerns mit mehr als 700 Millionen Euro Umsatz und 4500 Beschäftigten (davon 3500 in Deutschland) leichter zu verschmerzen, wenn Aenova nicht ohnehin Personalsorgen hätte. „Der Fachkräftemangel ist unser größtes Problem, wir kriegen keine Leute mehr“, sagt Hoppmann unumwunden. ... Aber insbesondere an seinen süddeutschen Standorten mit geringer Arbeitslosigkeit sind gute Kräfte rar. „Wir brauchen Mechatroniker, Maschinenbediener, Ingenieure, Laboranten, einfach alles“, beschreibt es Hoppmann. Auch deswegen schaut er für neue Werksansiedlungen nach Osteuropa. In Rumänien, sagt der Aenova-Chef, mache man mit den Fachkräften, sobald sie geschult seien, gute Erfahrungen – anders als etwa in Indien. ..."