Mittwoch, 19. November 2014

Keine Frage









Tizian, Kain und Abel

(Quelle: Wiki./Grossmann)





“Rüstung für den Frieden?” fragte gestern die Thomas-Morus-Akademie. Ja, wofür denn sonst? Wäre Abel bewaffnet gewesen, um die parabolische Legende zu bemühen, hätte Kain nicht so leichtes Spiel gehabt.



Dienstag, 18. November 2014

Empathie







Wurde nicht kastriert (Foto: Wiki.)





Der achtzigjährige Massenmordanstifter und Psychopath Charles Manson hat von der Justiz die Erlaubnis zur Weitergabe seiner Gene an eine 26jährige erhalten, die ihn seit Jahren im Gefängnis besucht.

Nancy Spungen begab sich in den Drogensumpf des Sid Vicious (Sex Pistols) und wurde von ihm geschlagen und erstochen. 
Die junge Nikol R. nahm einen 22jährigen Seriengewalttäter aus der geschlossenen Psychiatrie bei sich auf, der sie brutal schlug und schließlich erstach. 


Die Aufzählung ließe sich endlos erweitern, insbesondere die, in denen die Empathie für Straftäter eine Rolle spielt. Nun gibt es Autoren, zum Beispiel den Pop-Primatologen de Waal, die der Empathie eine große Rolle zuschreiben für die Verbesserung der condition humaine. In den vorstehenden Fällen ist das Gegenteil der Fall. Man muß annehmen, daß Empathie leicht den Verstand benebeln kann, und deswegen auch in der Antike allgemein vor dem Mitleid gewarnt wurde. 

Vgl. auch Janay und Ray Rice, FAZ 23.10.14, "Mach ja nicht den Mund auf" 








Montag, 17. November 2014

Gabriel unterstützte den Sozialisten Ponta




Hermannstadt - hinten die Karpaten

(Bild: Mätes II./Wiki.)




Das rumänische Wahlergebnis überrascht. Nur noch wenige Siebenbürger Sachsen verblieben in Rumänien. Sie wurden nach 1945 vertrieben oder flohen vor der Roten Armee. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus siedelten noch viele über nach Deutschland. Der jetzt siegreiche Klaus Iohannis blieb, und tat, wofür die protestantischen Deutschen vor Jahrhunderten ins Land geholt wurden, er baute auf; er entwickelte als Bürgermeister Hermannstadt (Sibiu) und soll das jetzt für ganz Rumänien in Angriff nehmen. Viel Glück!




















Sonntag, 16. November 2014

Ach, Nietzsche


Höher als die Liebe zum Nächsten steht die Liebe zum Fernsten und Künftigen (Nietzsche).
Da zieht es einem doch die Socken aus. Nietzsche war immer gut für alles - das Geistreichste und das Blödeste.
Vom Fernsten wissen wir am wenigsten und können es deshalb nur schlecht oder gar nicht beurteilen. Man kann es deswegen auch nicht lieben.
Und das Künftige läßt sich nur ahnen, jedoch behaftet mit der größten Unsicherheit.
Hätten sich die Römer vorstellen können, daß Goten und Vandalen Rom erobern?
Konnten sich die Russen 1915 vorstellen, daß Lenin und Stalin das Land verwüsten würden? Viele Kommunisten bildeten sich ein, das "Fernste" und "Künftige" zu kennen und zu lieben - davon landeten die meisten in der bittersten Enttäuschung, im Straflager oder im gewaltsamen Tod.
Vorsicht, wenn es um die "Liebe zum Fernsten und Künftigen" geht. Zur Erde in 100 Jahren. Zum Leben nach dem Tode. Es drohen Irrtum, Scharlatanerie und Betrug.


















Samstag, 15. November 2014

Die sozialen Menschen können die niederträchtigsten Mörder sein











“Alle Gehirnwäsche und alle patriotischen Lieder werden nichts daran ändern: Wir werden immer zunächst an uns und erst dann an die Gesellschaft denken. Wenn das kommunistische "Experiment" irgendetwas Gutes gehabt hat, dann, dass es Klarheit über die Grenzen der Solidarität gebracht hat.

Auf der anderen Seite genügen auch rein egoistische Motive nicht. Es gibt so etwas wie einen "aufgeklärten" Egoismus, der uns dazu bringt, uns für eine Gesellschaft einzusetzen, die unseren Interessen am besten dient ...

Jede Gesellschaft muß ein Gleichgewicht herstellen zwischen egoistischen und sozialen Motiven, um dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft der Gesellschaft dient und nicht umgekehrt.”

FRANS DE WAAL, DAS PRINZIP EMPATHIE. Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können

S. 54-56

Das ist leider völlig undifferenziert, Herr Waal. Sie sollten doch wissen, daß selbst Ihre doofen Affen eine gewisse Individualität ausbilden, man kann sie deswegen unterscheiden. 

Und die Menschen sind außerordentlich individuell, außerordentlich ungleich. Es gibt die Menschen, die gar nicht anders können, als an sich und die eigenen Interessen zu denken, das sind die meisten, und es gibt die anderen, die sich selbst verlieren und sich vor allem für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Das sind weniger, aber sie sind oft besonders gefährlich und destruktiv. 

Nehmen wir ein plakatives Paar: Klaus Rainer Röhl und seine Frau Ulrike Meinhof. Beide sehr begabt, beide eloquent, beide durchsetzungsstark, beide linksextrem. Röhl aber dachte immer auch an seine Villa und seinen Porsche. Es dauerte lange, aber er kam mit den Jahren zu Verstand und griff nicht zur Pistole für eine bessere Welt. Meinhof tat genau das und erklärte: “Und natürlich darf geschossen werden.” Zuerst schoß sie mit Kaliber 9mm auf den Bibliothekar Linke und verletzte ihn schwer. Der Bibliothekar hatte den verurteilten Kleingangster Andreas Baader bei einem Freigang aus dem Gefängnis in einer Bibliothek begleitet. Hochintelligent wie sie war, fiel sie auf den primitiven Macho Baader herein und schoß immer mehr um sich für die Befreiung Deutschlands. Sie kam, völlig abgefüllt mit Gesellschaftsverbesserungsideologie, nicht mehr zu Verstand, ließ sogar ihre kleinen Töchter in ein arabisches Terrorlager entführen. Schließlich hängte sich selbst auf, auch das noch als Propaganda-Akt.        

Selbstverständlich gibt es neben diesen beiden Typen Linksextremisten auch noch viele andere Persönlichkeitstypen, und auf sie kommt es an, siehe dazu die Psychologen Asendorpf (Psychologie der Persönlichkeit) und Eysenck (Die Ungleichheit der Menschen), sowie den Biologen Maturana (Die Organisation des Lebendigen), und, für die Frage der Gesellschaft grundlegend, den Soziologen Luhmann (Soziale Systeme). Bei Luhmann kann man lernen, daß es so etwas wie “die Gesellschaft” gar nicht gibt, noch weniger, daß sich in “der Gesellschaft” auf dem Planungswege irgendwelche “Gleichgewichte” herstellen ließen. Das folgt den naiven Vorstellungen der POLITIK des Platon. 

In dieser programmatischen Schrift, die man aufmerksam für die Gegenwart studieren sollte, mischen sich stalinistische und faschistische Ideen auf das innigste. Platon dachte darin vom “Gemeinwohl” aus, alle gefährlichen Menschen tun das. Sie sind die geborenen Vergewaltiger sozialen Lebens.