Sonntag, 13. August 2017
Ein Dilemma
“Das Collegienhören selbst ist eigentlich nur zufällig; das wesentlich Notwendige ist, daß der junge Mann zwischen der Schule und dem Eintritt ins Leben eine Anzahl von Jahren ausschließend dem wissenschaftlichen Nachdenken an einem Orte widme, der Viele, Lehrer und Lernende in sich vereinigt.”
Wilhelm von Humboldt, der vor 250 Jahren geboren wurde, schrieb das im “Königsberger Schulplan” zur Reform des ostpreußischen Schulwesens. In diesem Sinne erfolgte auch seine Gründung der Berliner Universität 1809.
Das war die Zeit, als die Ärzte noch jeden Tag massenhaft Menschen durch den Aderlaß umbrachten, darunter auch Mozart.
Dieses einzige Beispiel mag ausreichen zu belegen, daß es sehr wohl auf den gezielten Ausbildungsgang für den geeigneten Studenten ankommt, wenn man die lernintensiven frühen Jahre nicht mit Gammelei verstreichen lassen will. Der noch wenig urteilsfähige junge Mensch - der gleichwohl bereits große Datenmengen aufnehmen kann wie später nicht mehr - braucht den Kanon der Älteren, die mit den Jahren Urteilsfähigkeit entwickelt haben.
Aber die rasante Entwicklung der Wissensgebiete hat dafür gesorgt, daß das Maximum des Wissens heute nur noch ein Minimum an allgemeiner Urteilsfähigkeit zuläßt.
Ein Dilemma.
Freitag, 11. August 2017
Partnerschaftsstabilitätsrückschlüsse
“Bei einer vor der Aids-Epidemie durchgeführten Untersuchung über Homosexuelle in San Francisco gaben 28% der Schwulen an, mehr als 1000 Sexualpartner gehabt zu haben. Von den Lesbierinnen hatte keine 1000 gehabt, und nur 2% sprachen von 100.”
(Pinker, Denken (Originaltitel ist präziser: How the mind works), S. 587)
Das Sexualverhalten von Lesben und Schwulen unterscheidet sich also außerordentlich stark. Warum sie in einem Atemzug genannt werden, erschließt sich nicht. Auch im Hinblick auf die Stabilität von Partnerschaften sind lesbische Verbindungen als stabil zu betrachten, während schwule Partnerschaften durch das destabilisierende Sexualverhalten als sehr instabil zu erachten sind.
“Symons (Evolution of Human Sexuality, 1979) bemerkt, daß homosexuelle Beziehungen einen guten Einblick in die unterschiedlichen Wünsche der beiden Geschlechter geben. Jede heterosexuelle Beziehung ist ein Kompromiß zwischen den Bedürfnissen eines Mannes und den Bedürfnissen einer Frau, so daß die geschlechtsspezifischen Unterschiede möglichst verringert werden. Homosexuelle dagegen müssen keinen Kompromiß eingehen, und ihr Sexualleben zeichnet ein unverfälschteres Bild der männlichen Sexualität …” (Pinker, Denken, S. 586f.)
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