Samstag, 26. Juni 2021
Klimaschau #46: Strom immer teurer, Wasserstoffkraftwerk im Garten, Stre...
“Welle von Dummheit”
“Erst vor wenigen Jahren verbreitete sich eine Welle von Dummheit anläßlich eines Viehsterbens. Da sagte man, Herzog Grimald (IV.) von Benevent habe Leute mit einem Pulver herübergeschickt, das sie über die Felder, Berge, Wiesen und Quellen ausstreuten … und an diesem ausgestreuten Pulver stürbe das Vieh. Wir haben es gehört und gesehen, wie aus diesem Grund viele verhaftet und einige umgebracht wurden …” *
So Agobard im 9. Jahrhundert. Heute wird CO2 über Wiesen und Felder ausgestreut, und das Kohlendioxid läßt die Pflanzen besser wachsen. Großartig, könnte man meinen, aber da gibt es ein Netzwerk von Klimaverleumdern, die ausstreuen, das CO2 verderbe die Luft und bewirke den Weltuntergang. Und wie weiland dem Rattenfänger von Hameln laufen den Klimaverleumdern Politiker und Sektierer hinterher und zetern an allen Ecken und Enden.
Ja, das Mittelalter ist vorbei, aber die mittelalterliche Mentalität, sie lebt fort und wird alle arm machen.
* Arno Borst, Lebensformen im Mittelalter, S. 374
Donnerstag, 24. Juni 2021
Zauberhaftes Wetter
“Wenige Jahre nach 816 schrieb Erzbischof Agobard von Lyon ein kleines lateinisches Buch ‘Über Hagel und Donner’. Darin heißt es:
‘Hierzulande glauben fast alle Menschen, Adel und Volk, Stadt und Land, Alt und Jung, daß Hagel und Donner von Menschen gemacht werden können. … der Sturm habe sich erhoben aufgrund der Zaubersprüche von Leuten, die Wettermacher heißen … daß sich derjenige einer ganz großen Lüge schuldig macht, der Gottes Werk einem Menschen zuschreibt.” *
Wem fiele da nicht “Lari-Fari”-Latif ein, der prophezeite, es werde “keinen Schnee” mehr geben? Wer dächte da nicht an den “Selbstverbrennung”sphysiker Schellnhuber?
Sind einige Physiker der Gegenwart dem Klima-Aberglauben verfallen? Beim Klima gibt es jedenfalls nichts zu meckern.
* Arno Borst, Lebensformen im Mittelalter, S. 372f.
Mittwoch, 23. Juni 2021
Land und Stadt
“In ihrem (der Bauern, WD) eigenen Kreis gelten starre Sitten der Rechtlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Gastfreundschaft; es sind formale Konventionen, von der Öffentlichkeit kontrolliert, nicht sittliche Normen, die eine persönliche Entscheidung erfordern würden. Vielmehr dient alle Gemeinschaft der Aufrechterhaltung und Sicherung des eingezäunten Horizonts. Durch das ortsgebundene Verhalten werden persönliche Beziehungen auch innerhalb der Gemeinde stark eingeschränkt; man hält sich die Nachbarn möglichst vom Leib. Die Vielzahl knorriger Charaktere auf dem Land widerspricht der Konformität der Lebensformen keineswegs, denn diese ordnen nur begrenzte Bereiche. Zum Beispiel kümmert sich das Dorf nicht um Familienangelegenheiten”.*
Was Arno Borst für das mittelalterliche Dorf ausführt, hätten wir eher schon für eine städtische Konstellation gehalten, suggerieren doch die Erzählungen vom solidarischen Dorfleben etwas anderes. Aber es ist wohl so, daß die Vorstellung vom “Zusammenhalt der Gesellschaft” stets eine Chimäre war. Tatsächlich könnte es eine totalitäre Vorstellung sein, die zusammenzwingen will, was nicht zusammengehört oder nicht zusammenpaßt; Herrschaften aller Art verfuhren so, zuletzt in großer Dimension Kommunismus und Nationalsozialismus. Was ist von dem regierungspolitischen Forschungsprojekt “Gesellschaftliche Zusammenhalt” zu halten?