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Sonntag, 14. Februar 2021

Folter dient dem katholischen Heil, sagt der Dechant

 

“Und im Volke sagte man: »Feuer oder Strick, Tod ist es.« Und die Frauen weinten, und die Männer murrten dumpf. Und Klaas sagte: »Ich schwöre nicht ab. Macht mit meinem Leibe, was Euerer Barmherzigkeit gefällt.« Der Dechant von Ronsse, Titelman, schrie: »Es ist unerträglich zu sehn, wie frech dieses ketzerische Ungeziefer vor dem Richter auftritt. Ihre Leiber zu verbrennen, das ist eine kurze Pein; es gilt ihre Seelen zu retten und sie auf der Folter zu zwingen, daß sie ihren Irrtümern entsagen, auf daß sie nicht dem Volke das Ärgernis erregende Schauspiel geben, wie Ketzer in Verstocktheit sterben.« … 

Obwohl die päpstliche Inquisition zu der Zeit von Karls Regierung durch den Scheiterhaufen, durch die Grube und durch den Strick hunderttausend Christen getötet hatte, und obwohl das Gut der armen Verdammten in die Kisten des Kaisers und des Königs geströmt war wie der Regen ins Rinnsal, so erachtete das Philipp für zu wenig; er drängte den Landen neue Bischöfe auf und bestand darauf, die spanische Inquisition einzuführen.”


de Coster, Charles. Uilenspiegel und Lamme Goedzak (German Edition) (S.183, 247). Subach. Kindle-Version.


Schuldkult ist eine Verirrung des Geistes, aber eine große Tafel im Petersdom, die die zahllosen Großverbrechen des Katholizismus auflistet, wäre schon angemessen.



Donnerstag, 11. Februar 2021

Karl V. und sein Sohn Philipp II. bei de Coster

“Um diese Zeit griff das geistliche Gericht einen vlämischen Bildner, einen Katholiken; er hatte sein Bild, eine Statue Unserer Frau, deren ausbedungenen Preis sich der Besteller, ein Mönch, zu zahlen weigerte, mit seinem Meißel ins Gesicht geschlagen mit den Worten, er wolle lieber sein Werk vernichten, als es zu einem geringen Preise hergeben. Da ihn der Mönch als Bilderstürmer angab, wurde er ohne Erbarmen der Folter unterworfen und endlich verurteilt, lebendig verbrannt zu werden. Bei der Folter hatte man ihm die Fußsohlen geröstet; als er nun, gehüllt in den Sanbenito, vom Gefängnisse zum Scheiterhaufen ging, schrie er: »Haut mir die Füße ab! Haut mir die Füße ab!« Und Philipp hörte von weitem diese Schreie; und er war vergnügt, aber er lachte nicht. … Philipp, seine vornehmen Diener, die Prinzen, Grafen und Ritter und die Damen waren da; der Bildner wurde mit einer langen Kette an einen Pfahl gefesselt, der mitten in einem feurigen Kreise von Strohbüscheln und Reisigbündeln stand, so daß der arme Sünder langsam braten mußte, wenn er sich, um dem gähen Feuer zu entrinnen, in der Mitte hielt. … die Arme gekreuzt und die lange Kette hinter sich nachschleppend, schritt er gegen das brennende Stroh und Reisig, und er warf sich aufrecht in die Flammen: »Seht, so sterben die Vlamen angesichts der spanischen Henker.


de Coster, Charles. Uilenspiegel und Lamme Goedzak (S.66-67). Subach. Kindle-Version.