Sonntag, 5. Oktober 2008

Diderot, Hypo Real Estate, Abzug aus Georgien


7-10° Dauerregen, Novemberwetter

- 5. Oktober 1713 'Geburtstag des Schriftstellers und Philosophen Denis Diderot. „Diderot ist Diderot, ein einzig Individuum; wer an ihm oder seinen Sachen mäkelt, ist ein Philister.“
Goethe war voll des Lobes über den französischen Kollegen. Und der hatte Verteidigung nötig. Bei Priestern und Politikern war der Sohn eines reichen Messerschmieds verhasst. Laut kritisierte Diderot Klerus und Absolutismus. Selbst Haftstrafen konnten seine kritische Stimme nicht zum Verstummen bringen. Zeitgenossen schätzten seinen Witz und die umfassende Bildung des Studienabbrechers.
Die klügsten Köpfe Frankreichs, darunter Voltaire, Rousseau und Montesquieu, scharten sich im 18. Jahrhundert um den Philosophen, als er daran ging ein Werk zu schaffen, das verdeutlichen wollte: Im Zentrum aller Wissenschaft soll das Wohl des Menschen stehen. Seine „Enzyklopädie der Wissenschaften, Künste und Gewerbe" war ein Werk, das nicht nur informieren sollte, sondern auch kritisieren.
Zwei Jahrzehnte arbeitete er an diesem ständig bedrohten Lexikon, das ein eindeutiges Motto hatte: „Kein Pardon!“ ' Zeitzeichen WDR5, Veronik Bock / Ulrich Biermann // Es käme nicht nur darauf an, ein gebildeter Mensch zu sein, sondern auch tugendsamer, die Bildung befördere dies. Da irrte D.

- "Großbank in Gefahr. Rettungspaket für Hypo Real Estate gescheitert
Die Münchner Großbank Hypo Real Estate kämpft abermals ums Überleben. Das zunächst angekündigte Rettungspaket sei „derzeit nicht mehr gültig“, teilte die Bank mit. Die Zeit für eine Rettung bemisst sich jedoch offenbar nur noch in Stunden. In Finanzkreisen hieß es, bei einem Scheitern drohe die Zahlungsunfähigkeit - und damit womöglich eine allgemeine Bankenkrise in Deutschland. ..." FAZ

- WTI 122,5 $ am 6.5.08 - GS sagt 200 $ vorher

- Flott, die Russen: Steinmeier begrüßt russischen Abzug aus Georgien

Samstag, 4. Oktober 2008

Schwefeldioxid (SO2), Spaß, Aischa

Der September hatte wenigstens anfangs ein paar schöne, wenn auch kühle Tage!

6-10° b 10344 (Woche -7,1%)

- "In den Klimamodellen wird SO2 ganz anders behandelt als CO2: Man nimmt eine zusaetzliche Tendenz zur Wolkenbildung an, die proportional ist zum SO2-Gehalt. Dann wird es wegen Albedo-Zunahme kuehler. CO2 wirkt in den Klimamodellen viel komplizierter. Daher ist der Verdacht, SO2 und vielleicht auch anthropogenes NOx trügen zur gegenwaertigen Abkuehlung bei, viel fundierter als die Erwaermung durch CO2. ..." (Aus gewöhnlich gut unterrichteten Physiker-Kreisen)

- Beendet der Bloomberg-Moderator Richard Weiss die letzte Sequenz einer theoretischen Finanzmarktserie mit dem Satz: "Ich hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht!". Dann folgt mit erhöhter Lautstärke die Minimal-Musik-Pausenschleife. Das Willy-Brandt-Gymnasium läßt grüßen: da wird die "Formel gelöst", Bachelier englisch ausgesprochen, REASON (Vernunft) mit dem Grund ('reason') verwechselt.

- " Bomben für Aischa . Anschlag auf britischen Verleger. Die Londoner Polizei glaubt einen Anschlag islamischer Extremisten vereitelt zu haben. Am Wochenende hat sie drei Verdächtige festgenommen, ..." 29.9. FAZ

- Wenn mir etwas nicht langweilig wird, dann sind es Epiktet und Morton Feldman.

Freitag, 3. Oktober 2008

Sonne, FREIHEIT, Einheitsgesundheitsfond

"Here’s the problem with the sun. Newly discovered evidence that polar bears, CO2, climate change, and the sun are intimately connected in ways never envisioned.No wonder the sun seems to be slowing down. ... " (http://wattsupwiththat.com/2008/09/30/heres-the-problem-with-the-sun/)

5-10° b/R 5747 1,3737 90,83 WTI

- 'NASA: Sun is “blankety blankest” it’s been in the Space Age. From NASA Science News. Spotless Sun: 2008 is the Blankest Year of the Space Age. Sept. 30, 2008: Astronomers who count sunspots have announced that 2008 is now the “blankest year” of the Space Age. As of Sept. 27, 2008, the sun had been blank, i.e., had no visible sunspots, on 200 days of the year. To find a year with more blank suns, you have to go back to 1954, three years before the launch of Sputnik, when the sun was blank 241 times.
“Sunspot counts are at a 50-year low,” says solar physicist David Hathaway of the NASA Marshall Space Flight Center. “We’re experiencing a deep minimum of the solar cycle.” ...'
- Schwächste Sonnenwinde seit Messbeginn. Beginn des nächsten Sonnenzyklus unklar. 24. September 2008, 09:46, NZZ Online

-- Wieder ein Stückchen "DDR" unter Führung der unsäglichen Ulla und Sozi Seehofer: der Einheitsgesundheitsfond, der den Wettbewerb unter den Kassen bestraft: "15,5 Prozent nicht genug. Noch nicht das letzte Wort Bei der Höhe des künftigen Krankenkassenbeitrags ist trotz der deutlichen Festlegung des Gesundheitsministeriums auf 15,5 Prozent das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es sei jetzt zunächst Sache der Regierung, einen Beitragssatz festzulegen, sagte SPD-Fraktionsvize Ferner. Der Chef des Ersatzkassenverbandes hält mindestens 15,8 Prozent für nötig. ..." n-tv

- FREIHEIT, DAHRENDORF. Dieser Schlußsatz scheint mir der wichtigste zu sein in einer Zeit zwischen der Traumverlorenheit des Hedonismus und der Prekariatsvermehrung durch den Sozialstaat: "... Im Blick auf moderne Gesellschaften kann man, ja muss man vielleicht noch einen Schritt weitergehen. Auch Apathie kann Freiheit zerstören, ungenutzte Möglichkeiten schwinden dahin; auch hier eröffnen sich Chancen für Usurpatoren. Es ist also möglicherweise nicht genug, nur von der «Chance des Handelns» und nicht vom Handeln selbst zu sprechen. Es gibt auch so etwas wie eine Entropie der Freiheit. Daher ist tätige Freiheit nötig." Ralf Dahrendorf, Freiheit ist tätige Freiheit. Einige Überlegungen zur Anatomie eines unentbehrlichen Begriffs . Neue Zürcher Zeitung 29. März 2005 (http://www.nzz.ch/2005/03/19/li/articlecmcgt_1.109083.html#comment_article)

- FREIHEIT, MILL. [...] Die Gesellschaft kann (nämlich) ihre eigenen Erlasse ausführen und tut es auch; und wenn sie unvernünftige Befehle statt richtiger erlässt oder sich überhaupt in Dinge mischt, die sie nichts angehen, dann übt sie eine soziale Tyrannei aus, fürchterlicher als viele andere Arten politischer Bedrückung. Denn obwohl sie gewöhnlich durch so strenge Strafen nicht aufrechterhalten wird, lässt sie doch weniger Möglichkeiten zu entwischen, da sie viel tiefer in das private Leben eindringt und die Seele selbst versklavt. Schutz gegen die Tyrannei der Behörde ist daher nicht genug, es braucht auch Schutz gegen die Tyrannei des vorherrschenden Meinens und Empfindens, gegen die Tendenz der Gesellschaft, durch andere Mittel als zivile Strafen ihre eigenen Ideen und Praktiken als Lebensregeln denen aufzuerlegen, die eine abweichende Meinung haben, die Entwicklung in Fesseln zu schlagen, wenn möglich die Bildung jeglicher Individualität, die nicht mit ihrem eigenen Kurs harmoniert, zu verhindern und alle Charaktere zu zwingen, sich nach ihrem eigenen Modell zu formen. Es gibt eine Grenze für die rechtmäßige Einmischung öffentlicher Meinung in die persönliche Unabhängigkeit, und diese Grenze zu finden und gegen Übergriffe zu schützen, ist für eine gute Verfassung der menschlichen Angelegenheiten ebenso unerlässlich wie Schutz gegen politische Willkür. [...] John Stuart Mill, Über die Freiheit (1859), hg. von Manfred Schlenke, Stuttgart 1988, Seite 5ff.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

"Gestaltung, Umgestaltung, des ewigen Sinnes ewige Unterhaltung" G., Faust II, V. 6287f.

TRICHET, EZB

8-11° w

- UBS sieht Licht am Ende des Tunnels, Q 3 soll kleinen Gewinn bringen
- EZB rat-, aber nicht haltlos: Leitzins bleibt bei 4,25%
- "... «Déjà vu all over again»In einem populären Geschichtsbuch aus dem Jahr 1975 steht zu lesen: «Als Hauptgrund für die Depression der dreissiger Jahre gilt eine massiv übertriebene Ausweitung von Krediten, die, unter anderem, eine Orgie von Spekulation in Aktien finanzierte, zusammen mit einem Mangel an genügend Konsumenten-Kaufkraft, um Produktion und Stellenangebot weiter auf hohem Niveau zu halten.» Wirkt irgendwie bekannt. ..." Amerika und seine Depressionen, NZZ 27.9.08
- Wenn der Staat das Geldwesen monopolisiert und über die Zentralbank steuert, dann gibt es zwar ein Einheitsgeld, aber das ist eben politisch gesteuert. Da gilt größte Wachsamkeit.
- Einige Banken muß man natürlich schelten, die Ratingagenturen, die schlafmützige Staatsaufsicht, aber vergessen darf man auf gar keinen Fall die Kreditnehmer, die ihre Kredite nicht bedient haben, und die sie als Anlageinstrument mißbraucht haben.
- Wenn der Staat so richtig loslegt: 1914-18, 1923, 1939-45 .
- Übrigens: Dort, wo man nichts hat, hat man nicht einmal eine Finanzkrise. In Kuba und in Nordkorea wurden keine Hausbaukredite angeboten.


- ERPRESSER Die Rationalität im Wahn: FAZ Gerichtsreportage 1. Oktober 2008 "Im Amtsgericht Tiergarten in Berlin sitzt Herr Uth auf der Anklagebank: Nach seiner Kündigung und einer gescheiterten Ehe, startete er einen Rache-Feldzug an der Gesellschaft: Per Brief versuchte er 93 000 Menschen zu zwingen, ihm Geld zu überweisen. ..."

- Schauhinrichtung: "Hinrichtungen in Iran – Macht oder Schwäche? Versuch zur Durchsetzung islamischer Moralvorstellungen.
Seit dem Amtsantritt von Präsident Ahmadinejad nimmt die Zahl der Hinrichtungen in Iran zu. Dies kann als Anstrengung zur Durchsetzung von islamischen Moralvorstellungen und konservativen Machtansprüchen, aber auch als Anzeichen von Furcht vor einer Rückkehr reformorientierter Kräfte gelesen werden. ber. Kairo, 9. August 2007
Anfang August sind in Teheran zwei Iraner öffentlich gehenkt worden. Die beiden Männer mussten sich auf Hocker stellen; als die Henker sie wegstiessen, zogen sich die Schlingen zu, während die Toten von einem Kran hochgehievt wurden. So konnten die Zuschauer, die zum grossen Teil von der Regierung aufgeboten worden waren, die Hingerichteten besser sehen. Wie auf Kommando riefen alle «Gott ist gross». Ein unsichtbarer Moderator des makabren Schauspiels kündigte den Tod sämtlicher Lügner und Terroristen und das Ende von Amerika an. Das Henken der beiden Männer war kein Einzelfall; seit Jahresbeginn sind weit über 100 Personen hingerichtet worden. Neu war auch nicht, dass das Todesurteil öffentlich vollstreckt wurde; im Februar und im Januar waren ebenfalls mehrere Männer in der Öffentlichkeit durch den Strang hingerichtet worden. ..." NZZ 11.8.07 // Anmerkung: Bei dieser geringen Fallhöhe handelt es sich um eine langsame Erdrosselung.


- Sollte man nicht vergessen: " Warschaupakt plante nuklearen Überfall auf Westeuropa ... von hans rühle und michael rühle . Warschaupakt plante nuklearen Überfall auf Westeuropa Pläne eines präemptiven Kriegs im Spiegel ... 13. September 2008, Neue Zürcher Zeitung (www.nzz.ch/nachrichten/international/der_warschaupakt_plante_den_nuklearen_ueberfall_auf_westeuropa_1.830358.html)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

General Electric erhöht Kapital und gewinnt Buffett als Investor.

STRIZZ, Reiche, FAZ

Regen, Wind und Kühle: 8-14°

- In Nordkorea und Kuba wurden keine Kredite für den Häuserbau angeboten.

- "The Rescue Package Will Delay Recovery, by Frank Shostak | Posted on 9/29/2008
In his testimony to the Congress on September 24, Fed Chairman Bernanke urged the legislators to quickly approve the bailout of the financial sector with a package of $700 billion. Bernanke echoed Treasury Secretary Paulson's view that the bailout expense, while hefty, is needed to remove from banks' balance sheets the mortgage-linked assets, which are paralyzing the flow of credit.
I think it's extraordinarily important to understand that as we have seen many previous examples in different countries and in different times that choking up of credit is like taking the lifeblood away from the economy.
Most experts came out in strong support for the package. Without the rescue package, many large institutions that are "too big to fail" could go belly up. Many believe that the consequences of all this could be very severe to the real economy.
It is true that the financial system must be rescued; it must be rescued from the institutions holding bad debt that are currently draining capital while waiting for a bailout and adding little in return. It is they that are preventing wealth-generating activities in the financial sector and the other parts of the economy. ..." mises.org

- "Finanzkrise und Kapitalismuskritik. Moralischer Leerverkauf.
Seit der Bankenkrise ist die Kapitalismuskritik wieder ein heißes Thema. Jeder redet vor sich hin und keiner weiß Bescheid. Die Empörung über Dummheit und Gier der Finanz ist aber bestenfalls schlecht gespielte Unschuld. Von Jürgen Kaube. ..." 1.10.

- "General Electric erhöht Kapital und gewinnt Buffett als Investor.
Warren Buffett machte erst kürzlich Schlagzeilen, weil er mitten in der Finanzkrise bei der angeschlagenen Bank Goldman Sachs einstieg. Jetzt zückt Buffett abermals das Portemonnaie - um bei dem Mischkonzern General Electric auszuhelfen, der ebenfalls unter der Finanzkrise leidet. ..." FAZ

- Auch so eine Kapitalistengeschichte: "Das meist schwarze, hochbeinige Auto brachte Amerika in Bewegung und machte Henry Ford zum Multimillionär. Es stürzte das Unternehmen 1927 aber auch in eine schwere Krise. Henry Ford wollte das am Ende völlig überalterte T-Modell noch weiterbauen, als die Verkaufszahlen drastisch einbrachen.
In den Jahrzehnten zuvor hatte der Erfolg des T-Modells dazu geführt, dass Ford der wichtigste Autobauer der Welt wurde. Das Auto war einfach, praktisch, solide und preiswert - für die Feldwege im amerikanischen Westen ebenso geeignet wie für die Straßen Berlins. Insgesamt 15 Millionen Exemplare wurden gebaut - ein Rekord, den erst der VW-Käfer 1972 einstellte. Um die Stückzahlen zu erhöhen wurde die „Tin-Lizzy“ als erstes Auto der Welt ab 1913 am Fließband produziert und revolutionierte damit die Produktionsweise in der Autoindustrie. ..." Zz 1.10.

- Übrigens: Dort, wo man nichts hat, hat man nicht einmal eine Finanzkrise.