Donnerstag, 30. April 2009

Vornamen Summer Rose, Junes, Lilian




Der lustige Herr Blüm! Der listige Herr Blüm! Immer für einen Spaß gut! Der IG-Metaller Blüm. (War ich auch als junger Metallarbeiter, bin später, anders als Blüm, ausgetreten!) Rentengauner Blüm? Rentenversprechen als Stimmenkaufprogramm, obwohl die demographische Entwicklung in Deutschland doch langfristig berechenbar war? Oder war's nur ein Spaß?

Charles Manson, Fahndungsfoto, Januar 1971

bis 18°C !

- "... Die Rede ist vom Vornamen. Zwei amerikanische Soziologen haben die erstaunliche Frage gestellt, ob man das Abgleiten in eine kriminelle Karriere etwa mit dem Vornamen eines Jugendlichen erklären könnte (David Kalist, Daniel Lee: First Names and Crime: Does Unpopularity Spell Trouble? Social Science Quarterly 1, 2009). In einem sozialpsychologischen Umfeld ist das gar keine so ungewöhnliche Frage. Dass Vornamen einen Einfluss haben auf die Wahrnehmung einer Person, ist hinreichend belegt. Die Autoren suchten allerdings nach einem viel einfacheren Zusammenhang. Sie zählten zunächst die Häufigkeit von Vornamen in der Gesamtbevölkerung von jungen Männern in einem Bundesstaat aus. Unter den 15 000 Namen war Michael der häufigste, David lag in der Mitte, während so unbescholtene Namen wie Alec, Ernest oder Malcolm eher selten vorkamen. Diese Häufigkeit wurde dann mit der Häufigkeit der Vornamen bei straffällig gewordenen jungen Männern dieses Staates verglichen. Es stellte sich heraus, dass es unter Letzteren deutlich mehr Personen gab, die einen seltenen Vornamen trugen. Der Befund der Studie ließe sich dahin gehend deuten, dass ein ungewöhnlicher Vorname die Neigung zum Einstieg in die Kriminalität begünstigt. ..." FAZ 29.4.09
- Namen der ausgesetzten kleinen Kinder: "... Unterdessen werden immer weitere Details über die familiären Hintergründe von Ina R. bekannt. So handelt es sich bei ihrem Lebenspartner, dem ledigen und kinderlosen Sascha S. aus Bad Laasphe, um einen flüchtigen Häftling. Er war bis Anfang April unter anderem in der Justizvollzugsanstalt Senne wegen schwerer räuberischer Erpressung inhaftiert. Sascha S. kehrte am 2. April nicht mehr aus einem Urlaub in den offenen Vollzug in die Justizvollzugsanstalt Oelde zurück. Nach einem Bericht der „Westfalenpost“ war S. ein Zellengenosse des leiblichen Vaters der nun im Aostatal ausgesetzten Kinder. Der Mann war wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er im November 2006 seine damals sieben Wochen alte Tochter Summer Rose so heftig geschüttelt hatte, dass sie kurz darauf starb. Ina R. bekam dennoch ein weiteres Kind von ihm, den heute acht Monate alten Junes. ..." FAZ "Ausgesetzte Kinder. Deutsches Paar bei Aosta aufgespürt." FAZ 23. April 2009 / S. Blog 26. April 2009 //
Summer Rose, Junes, Lilian - ist das die Kreativität des Psychotizisten / Kriminellen ? Vgl. Blog 26.3.09 : " - Empirische Psychologie: ' Den typischen Psychotizisten sieht Eysenck “als Einzelgänger, der sich nichts aus Menschen macht; er ist oft unangenehm, paßt nirgend hinein. Er kann grausam und unmenschlich sein, es kann ihm an Gefühl und Einfühlungsvermögen mangeln, er kann ganz und gar gefühllos sein. Er ist anderen, sogar seinen eigenen Verwandten und Bekannten, feindlich gesinnt, und aggressiv selbst denen gegenüber, die er liebt. Er hat eine Schwäche für sonderbare und ungewöhnliche Dinge und ist gleichgültig gegenüber der Gefahr, er liebt es, andere zum Narren zu halten und aus der Fassung zu bringen (Eysenck, 1976, S. 31). ' http://freenet-homepage.de/oliverwalter/Psychologie/Personlichkeit/Gesamtsysteme/gesamtsysteme.htm

- Die ausgefallene Namensgebung dürfte über die Vererbung eine Rolle spielen: "... Antisoziales Verhalten teilweise erblich
Untersuchungen an Zwillingen und adoptierten Kindern haben bereits gezeigt, daß antisoziales Verhalten wohl teilweise erblich ist. Bei eineiigen Zwillingen verhalten sich beide mit höherer Wahrscheinlichkeit antisozial als andere Geschwisterpaare. Die Kinder von Kriminellen werden überdurchschnittlich oft selbst kriminell, selbst wenn sie im frühen Kindesalter von Familien adoptiert wurden, in denen es weder Kriminalität noch Mißhandlungen gibt.
Nun reagieren Kinder aber auf schlechte Behandlung sehr unterschiedlich - ein Phänomen, das Moffitt, Caspi und Kollegen in einer Arbeit von 2002 untersuchten: „Zwar vergrößern erlittene Mißhandlungen das Risiko, später kriminell zu werden, um 50 Prozent“ schreiben sie, „aber die meisten mißhandelten Kinder werden als Erwachsene nicht kriminell“. Um das zu erklären, gingen die Forscher Hinweisen nach, daß Neurotransmitter - Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin - eine wichtige Rolle beim Entstehen von Stimmungen, Verhalten und allgemeiner geistiger Gesundheit spielen. Moffitt und Caspi vermuten einen der Faktoren für eine Veranlagung zu antisozialem Verhalten in einem Gen, das für die Bildung des Enzyms Monoaminoxidase A (Maoa) verantwortlich ist. Dieses Enzym steuert die Pegel der Neurotransmitter im Gehirn. Eine seiner Aufgaben ist es, überschüssige Botenstoffe zu beseitigen, damit die neuronalen Schaltkreise ordnungsgemäß funktionieren können.
Genetische Ursachen
Tatsächlich sind heute fünf verschiedene Varianten (auch Allele genannt) des Maoa-Gens bekannt; drei davon treten allerdings selten auf. Die Autoren der Studie von 2002 untersuchten nun die beiden Haupttypen. Eines ist das sogenannte Low-Activity-Allel. Es verursacht einen niedrigen Spiegel des Maoa-Enzyms und findet sich bei etwa einem Drittel aller Männer. Die meisten anderen besitzen das sogenannte High-Activity-Allel. Um ihre Hypothese zu testen, betrachteten die Forscher noch einmal die Teilnehmer der Dunedin-Studie. Deren Lebensgeschichten waren bereits untersucht, so daß man wußte, daß 11,8 Prozent dieser Männer als Kind Mißhandlungen erlitten hatten und bei zusätzlichen 28 Prozent Mißhandlungen vermutet wurden. Die Forscher wußten, welche Studienteilnehmer durch antisoziales Verhalten aufgefallen waren - und wann. Deren Erbgut schauten sie sich nun auf die Maoa-Allele hin an. ..." Serientäter. Gibt es den geborenen Verbrecher?
Von David Rose, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5.11.2006, http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E4D11A6942DEA471CA1A4AB8333D0746B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

- Fälle: Joseph Kallinger: Mißbrauchte und tötete einige seiner Kinder. Sein Sohn half ihm dabei
Carles Manson: Tötete mit seiner Kommune auf bestialische Weise die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate und ihre Gäste
Ottis Toole: Grub schon als Kind nach Leichenteilen. Etwa 25 Opfer
Henry Lee Lucas: Komplize von Ottis Toole. Behauptete 100 Morde begangen zu haben
Jeffrey Dahmer: Folge einer „normalen” Kindheit waren 17 Opfer und Nekrophilie
Ian und Myra Brady-Hindley: Folterten elf Kinder und Jugendliche bis zum Tod
Anatoli Onopriyenko: 52 Opfer quer durch die Ukraine. Allein in den vier Monaten vor seiner Verhaftung soll er 42 Morde begangen haben
Kaspar Petrov: Der Lette wurde 2005 wegen Mordes in 38 Fällen verurteilt
Marianne Nölle: Der „Todesengel von Köln” tötete 17 Menschen mit einem Beruhigungsmittel und versuchte es bei 18 weiteren
Fritz Haarmann: Der „Werwolf von Hannover” tötete 24 Jungen durch Bisse in den Hals, 27 weitere mögliche Opfer blieben vermißt, 1925 enthauptet
Frederick und Rosemary West: Folterten und töteten zwölf Mädchen und mauerten die Leichenteile ein. Ihr Haus ist in Großbritannien als „House of Horror” bekannt
http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Manson
- - Die genetische Bedeutung erscheint besonders schlagend beim Geschlecht: Kriminalität ist ein fast rein männliches Phänomen, schwere Delikte sind bei Frauen besonders selten, Mörderinnen gibt es praktisch nicht. Wo sie doch vorkommen, geschieht die Tat meist unblutig und schmerzarm.

Mittwoch, 29. April 2009

Demokratie, GLOBAL WARMING, Mist der Geschichte



Bankkaufmann Ackermann hat gut lachen, er hat die Bank nicht schlecht gesteuert

Hasardeur Friedrich: mehr Glück als Verstand gehabt (Bild: FAZ)

10-15°

- POLISH ACADEMY OF SCIENCES QUESTIONS GLOBAL WARMING "CONSENSUS" : " The phenomenon observed today, in particular the temporary rise of global temperature, is the result of the natural rhythm of climate change. "
--Geological Science Committee, Polish Academy of Sciences, February 2009; CCNet 64/2009 - 24 April 2009 -- Audiatur et altera pars

- Mist der Geschichte. Der Lord von Mist Market, Dahrendorf; GESCHICHTE ist schwierig, aber noch viel schwieriger: GEGENWART ! : Der Soziologe als Spinner: "... Nicht nur vulgärmarxistisch verblendete Studenten malten 1968 die Faschismusgefahr an die Wand! Dahrendorf wusste durchaus, wovon er sprach. Er ist der Sohn des sozialdemokratischen Widerstandskämpfers Gustav Dahrendorf und hatte selbst als Fünfzehnjähriger in Gestapo-Haft gesessen. Dahrendorfs Eintritt in die FDP erregte großes Aufsehen. Die Zeitungen teilten dramatisierende Erläuterungen des Jungpolitikers mit: Er habe vor der Alternative gestanden, sich zu engagieren oder an seinem Land zu verzweifeln und zu emigrieren. Dahrendorf wollte nach eigener Auskunft die für Deutschland angeblich typische Kluft von Macht und Geist überbrücken, profitierte aber von der am Anfang der Bildungsreformen noch ungebrochenen Autorität des Professors. Undenkbar, dass demselben Schritt eines Heinz Bude heute dieselbe Aufmerksamkeit zuteil würde. Wenn Dahrendorf ausführte, in der modernen Zeit regiere in Wissenschaft und Politik dasselbe Prinzip der Rationalität, formulierte er ein Ideal, das man im Licht der Soziologie Niklas Luhmanns als vormodern einordnen kann. Nachdem Dahrendorf auf einem Auto vor der Freiburger Stadthalle mit Rudi Dutschke diskutiert hatte, prophezeite der abgelöste Parteivorsitzende Erich Mende, er werde die FDP zwei Prozent kosten. Dahrendorf hielt im "Spiegel" dagegen, vielleicht werde er auch fünf oder gar zehn Prozent einbringen. In der Bundestagswahl 1969 verlor die FDP gegenüber 1965 3,7 Prozent der Zweitstimmen. ..." FAZ 27.4.09 // Laß fahren dahin ...

- Geschichtsnebel: "Friedrich der Große.
Der Gerhard Schröder seiner Zeit. ...
Mit diesem Image kriegerischer Unerschütterlichkeit und politischer Weitsicht will die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten jetzt aufräumen. In ihrem Konzept zum Friedrich-Jahr 2012, das sie an diesem Mittwoch in Berlin vorstellt, porträtiert sie den Preußenkönig als gewohnheitsmäßigen Hasardeur. Schon als Kronprinz, heißt es in dem Thesenpapier der Stiftung, sei er bei seinem Fluchtversuch mit Hans von Katte von der „Lust am Risiko“ getrieben gewesen, und als Monarch habe er mit dem Einmarsch in Schlesien bewusst die Existenz seines Staates aufs Spiel gesetzt. Um seine Kriegsrisiken abzusichern, ließ er den Gold- und Silbergehalt des Münzgelds reduzieren; unter den „Ephraimiten“, die sein Bankier Veitel Heine Ephraim auf den Markt warf, litt die preußische Wirtschaft noch lange Zeit. Ein Zocker und „Alles-auf-Rot-Chancensucher“ auf der Bühne Europas, spielte er zuerst Frankreich und Österreich gegeneinander aus, um anschließend von beiden in die Zange genommen zu werden. Dass Preußen im Siebenjährigen Krieg nicht unterging, verdankte er wiederum einem Glücksfall: Ende 1761 starb die Zarin Elisabeth, seine schlimmste Gegnerin. Ihr Sohn und Nachfolger Peter war ein Friedrich-Fan. ..." FAZ 29.4.09

- "Mehr Demokratie! Das Parlament nicht wählen, sondern auslosen? Passives Wahlrecht für alle? Warum denn nicht, meint der Berliner Publizist Florian Felix Weyh. ... FOCUS: Klaus Wowereit ist real von knapp 18 Prozent der wahlberechtigten Berliner und sicher von vielen Alimente-Empfängern gewählt worden und wird trotzdem als Kanzlerkandidat gehandelt. Wie werden wohl solche Politiker auf Ihre Vorschläge reagieren?
Weyh: Säuerlich. Ich konnte ihn neulich bei einer Kabarettveranstaltung beobachten. An den kritischen Stellen, an denen er hätte souverän lachen müssen, verkniff er das Gesicht. Ein typisches Funktionärsproblem. ..." FOCUS Nr. 47 (2007) 19.11.07

„Unser nirgendwo auf der Welt verstandenes Wahlrecht taugt kaum zur Geeignetenauswahl“
„Wer vom Staat alimentiert wird, soll nicht bestimmen dürfen, wie hoch man ihn alimentiert“
Florian Felix Weyh, „Die letzte Wahl. Therapien für die leidende Demokratie“, Eichborn, Die Andere Bibliothek, 319 S., 27,50 Euro

- Finanzkrise: "Dem Ruf nach wachsender Staatsmacht widerspricht der Sachbuchautor Peter Krieg. Aber auch er macht das Problem an England fest. Weil das dortige Zentralbanksystem von fast allen Nationen übernommen wurde, haben wir "kein freies Marktsystem mehr, sondern ein staatlich gelenktes, im Kern planwirtschaftliches". Dass der Staat sich nicht länger an die sozioökonomischen Gesetzlichkeiten des Gesamtsystems halten müsse, sondern "über der Gesellschaft" stehe, führe zu Fehlentwicklungen. In einer Welt "des permanenten Wandels und der Unvorhersehbarkeit geht es nicht primär um korrekte Prognosen, sondern um schnelle Anpassung an Folgen überwiegender Irrtümer. Und hier bringt nicht die Zentralisierung von Entscheidungen, sondern ihre größtmögliche Dezentralisierung die besten Ergebnisse."
Für Krieg wurde der liberale Geist des Laissez-faire schon von der Französischen Revolution zu Grabe getragen: "Im kontinentalen Europa eines Rousseau, Robespierre oder Napoleon wurde Freiheit vor allem als kollektive Angelegenheit einer fiktiven volonté générale interpretiert. Der republikanische und insbesondere der demokratische Staat war und blieb hier die große Illusion, dass jedermann auf Kosten von jedermann leben könne." Obwohl Krieg mit einem autoregulativen Liberalismus Ernst machen möchte, schickt er seine Quittung für die Krise an dieselbe Adresse wie Wade: "Wenn wir heute von ,Kapitalismus' sprechen, dann sprechen wir nicht mehr von einem freien, wettbewerbsgetriebenen, eigenverantwortlichen und anarchischen Wirtschaftssystem im Sinne eines Adam Smith oder Frédéric Bastiat, sondern von einem eng mit der Staatsgewalt verflochtenen polit-finanz-industriellen Komplex aus Privilegien, Lobbyismus, Protektionismus, Nepotismus und Korruption." Dabei liegen Regulierungsprozessen oft gute Absichten zugrunde. Krieg sieht den Ursprung der amerikanischen Immobilienkrise im Antidiskriminierungsgesetz von 1977, das Banken dazu aufforderte, "in allen Vierteln ihrer Stadt zu operieren. Wer sich dennoch an seriöse und bewährte Kreditstandards hielt, dem drohten Gesetzgeber und Zentralbanken hohe Geldstrafen an." Wie die "kurze Blüte" der Konsumgesellschaft durch staatlich dekretiertes Samaritertum an ihr Ende kam, ist auch bei Wolfgang König in "Universitas" nachzulesen. Er erinnert daran, dass "der Mangel" jahrhundertelang "den Alltag und das Denken" der Menschheit bestimmte, bis Paupertas der Cupiditas wich. Erlösung "brächte nur eine Entmaterialisierung der herrschenden Vorstellungen von Lebensqualität". Immanuel Kant ist schuld an der Inflation. Vom Ende der Systeme: Kunstmessen, Finanzkrisen und die Moral von der Geschichte. FAZ 29.4.09 Harms Rez.

Dienstag, 28. April 2009

Deutsche B. verdient 1,2 Mrd., Etatismus, Geschichte




Bei Pierre Bonnard scheint die Sonne.

8-9° und es regnet, regnet, regnet. Die Raupen kriechen ins Trockene.

- Deutsche Bank verdient 1,2 Milliarden Euro
Überraschender Gewinn im ersten Quartal 2009 – Investmentbanking erholt
Die Deutsche Bank hat nach dem Rekordverlust von 3,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr für das erste Quartal einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro gemeldet. Trotz dem starken Start äusserte sich Vorstandschef Josef Ackermann vorsichtig zum weiteren Jahresverlauf. ... Ackermann bleibt " NZZ

- Unterschiede Schweiz, Deutschland, Frankreich: "... Mit Blick auf Frankreich, Deutschland und England bin ich heute allerdings nicht so zuversichtlich. Die Menschen in Deutschland und Frankreich neigen stark zur Mentalität, dass der Staat es richten müsse. Das ist ein fundamentaler Unterschied gegenüber der Schweiz, in der die Bürgergesellschaft doch gegen allzu viel Staatseinfluss ist. Machen wir uns nichts vor, wir werden eine Kombination von Inflation und Steuererhöhungen sehen. ..." NZZ 7.3.09

- Der Weg öffentlicher Verblödung: Die Kündigung eines Fußballtrainers erscheint als wichtigste Meldung in allen Nachrichten, Wirtschaftsnachrichten kommen gar nicht, zuletzt die ausführliche Würdigung einer Schauspielerin: das wars für den dummen Deutschen. Am folgenden Tag bei den Nachrichtensendern völlige Streichung der Wirtschaftsnachrichten zugunsten einer stundenlangen Fußballpresseschwätzerei.

- " Kein Stalinismus ohne Kälte.
Ein Gespräch mit dem Historiker Karl Schlögel über Moskauer Erfahrungen und eine sachgerechte Geschichtsschreibung.
Für «Terror und Traum», sein Werk über das zwischen Barbarei und Modernisierung taumelnde Moskau des Jahres 1937, erhält Karl Schlögel nächste Woche den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. ... Historiker des Raumes.
gü. Spricht man über die wissenschaftliche Sonderstellung Karl Schlögels, so steht an vorderster Stelle seine Rückgewinnung des geografischen Raums für die Geschichtsschreibung. Nach der Vergiftung dieser Kategorie durch Geopolitik und nazistische «Lebensraum»-Ideologie war das ein zähes Unterfangen. Titelgebend wurde Schlögels Intention in seinem 2003 erschienenen Werk «Im Raum lesen wir die Zeit»." 7. März 2009, Neue Zürcher Zeitung //
"sachgerechte Geschichtsschreibung": Na ja, nicht totzukriegen, diese Vorstellung, Goethes hat es unsterblich kommentiert: Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
das ist der Herren eig'ner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.
- Geschichte: Nicht totzukriegen ist auch die Vorstellung des Lernens aus der Geschichte (s. auch Blog 25.4.09: "Die Geschichte rät ab"), besonders auf die Spitze getrieben, was den Geschichtsunterricht betrifft. Da kam mir ein Fall zu Ohren, der den kleingeistigen deutschen Geschichtsunterricht exemplarisch erhellt. Die heutige Nonne Katharina in Erfurt schildert in ihrer Autobiographie, wie sie als junge Schülerin durch KZ-Filme im Geschichtsunterricht in eine schwere Lebenskrise geriet. Hier wurde nicht nur wenig über Geschichte gelernt, es wurde ein junges, unbedarftes Mädchen multimedial überbelastet. Das dürfte kein Einzelfall sein, auch den robusteren Naturen wird durch endlose Aufladung und Wiederholung solcher Nazi-Themen-Filme keine positive Handreichung geleistet, dem Lande ebenfalls nicht (vgl. u.a. Burger, Rudolf, Geschichte als Therapie? Zur Konjunktur des historischen Bewußtseins, Merkur 661 Mai 2004).

- AMOKLAUF, Kretschmer: "Nach der mittleren Reife im Sommer 2008 scheint sich Kretschmer zusehends abgekapselt zu haben. In dieser Phase traten bei ihm wohl alarmierende Symptome auf. Zwischen Mai und September suchte Tim Kretschmer auf Geheiß seiner Eltern fünfmal das psychiatrische Klinikum am Weissenhof in Weinsberg auf. Dort soll er über massive psychische Probleme geklagt haben. Nach FOCUS-Informationen offenbarte der Jugendliche wohl gleich im ersten Gespräch einen „Hass auf alle“. Er vermittelte den Eindruck, dass er gar nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. Nach Ansicht von Fachleuten deutet dies auf eine Psychose hin. Rudolf Egg, Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden: „Wenn sich jemand bei einem ärztlichen Gespräch derart einlässt und diese Stimmung nicht begründen kann, spricht das gegen eine affektive Störung.“
Eine grundlose, sich steigernde Wut könne Zeichen einer sich entwickelnden Psychose sein. „Hier geht es um abnorme innere Verarbeitung“, so Egg. Dabei handle es sich um eine schwere psychische Erkrankung. „Häufig sind es endogene Psychosen, das heißt, dass die Ursache unklar ist.“
Die Aussage passt zu Andeutungen, die der Ärztliche Direktor der Weissenhofer Klinik, Matthias Michel, nach dem Amoklauf bei Reuters machte. Michel sinnierte über eine „schizophrene Psychose“. Im Ausnahmefall könne es „im Rahmen einer solchen Störung zum Beispiel zu einem Amoklauf oder zu gewalttätigen Übergriffen kommen“. ' Getrieben vom „Hass auf alle“, Focus 17/09, 23.3.09

- Herrnhuter : " Vor einem grauen Haar sollst Du aufstehen .
In der Evangelischen Brüder-Unität Herrnhut sind die Losungen für das Jahr 2012 gezogen worden. Überraschungen gibt es immer wieder - trotz ..." FAZ 25.4.09

Montag, 27. April 2009

Das Neue, Spanien, Microsoft, Elektroauto



10-15° b/h

Der Welt Herr

> Morgenstund hat Gold im Munde,
> Denn da kommt die Börsenzeit
> Und mit ihr die süße Kunde,
> Die des Kaufmanns Herz erfreut:
> Was er Abends spekulieret
> Hat den Kurs heut regulieret,
>
> Elend ziehen die Kuriere
> Mit dem kleinen Kursbericht,
Dass er DIESE WELT regiere
Von der ANDERN weiß ichs nicht:
Zitternd sehn ihn Potentaten
Und es bricht das Herz der Staaten.

(Achim von Arnim, 1828)


- Das Neue: Der Katholizismus hat sich immer schwer getan, Neuerungen zu verstehen, da macht Arnim keine Ausnahme; es fiel ihm, dem Katholizismus, im Vergleich zum Islam bis heute allerdings sehr sehr leicht. Das sind so die Unterschiede zwischen den Geisterreichen.
Carl Chr. v. Weizsäcker wies übrigens gerade in seinem Vortrag "Theoretisches zur Bewältigung der Weltwirtschaftskrie" vor der Nordrheinwestf. Akademie d. Wiss. am 24.4.09 darauf hin, daß Finanzinnovationen in der Geschichte stets Krisen bewirkten (wie zB Wechsel und Aktie)( die bis heute den den allg. Wohlstand befördern), aber sehr stimulierten. Was, im Unterschied zur Biologie, sich mit Lu. gut begreifen läßt. Glaube ich.

- Spanien: Regierung Zapatero hat Aznars Erbe abgewirtschaftet: 17,4% Arbeitslos.

- Wackelt WINDOWS wirklich? Microsoft mit Gewinnrückgang.
Der Softwarekonzern Microsoft Corp hat in seinem dritten Geschäftsquartal erstmals in seiner 23-jährigen Geschichte einen Umsatzrückgang verbucht. Auch der Gewinn fiel. ..." 24.4. FAZ

- Elektroauto: " Mehr Fragen als Antworten. Von Christian Bartsch FAZ 27. April 2009 ...
Wie Bernd Bohr, Vorstandsmitglied von Bosch, kürzlich bei einer Pressekonferenz hervorhob, kostet allein der elektrische Antrieb ohne die Batterie so viel wie der Einsatz eines Verbrennungsmotors. Der Preis für einen Batteriesatz (für heute noch zu geringe Reichweiten) liege zwischen 8000 und 12000 Euro. Um Reichweiten bis 200 Kilometer zu ermöglichen, die als untere Grenze der Akzeptanz durch die Käufer gesehen werden, müsste die heutige Lithium-Ionen-Batterie um den Faktor drei verbessert werden. VW nannte kürzlich den Faktor zehn, um den die Li-Batterien besser werden müssten, damit der Elektroantrieb zur echten Konkurrenz des Verbrennungsmotors heranwachsen könnte. Bis dahin werden nach den Worten von Bernd Bohr wohl noch 20 Jahre vergehen, wobei hinter dieser Zahl ein großes Fragezeichen steht, denn niemand weiß, in welcher Richtung sich Wirtschaft und Politik dann bewegen. ..." FAZ // Sehr interessante Zahlen! Die meisten Journalisten erwecken den Eindruck, als ob das Elektroauto eine reale Alternative zum Benzin- bzw. Dieselauto sei. Bartsch sei Dank!
- " Andreas Frick . Der Elektroantrieb beim Auto lohnt sich eigentlich nicht die Bohne. Ein Dieselmotor schafft etwa 40 % thermodynamischen Wirkungsgrad, das ist in Dampfkraftwerken nur schwierig zu übertreffen. Wenn man das alles mal überschlägt, ist es wesentlich effizienter, das Auto direkt mir einem Dieselmotor zu betreiben, als die Batterien durch die Gegend zu kutschieren. Brennstoffzellen brauchen auch große Pufferbatterien und sind nur für gleichmäßigen Betrieb geeignet. Evtl. kann man mit dieselelektrischem Antrieb einen besseren Wirkungsgrad erreichen, bei Eisenbahnen ist das eigentlich das beste System, auch wenn die DB das kaum nutzt. Man muß außerdem mal endlich den Gesamtaufwand rechnen, die Batterien müssen auch produziert werden. Dann sieht ein Hybrid Auto auch gegen ein SUV energetisch sehr alt aus. Und woher kommt bei einem Elektroauto der Strom? Da wir aus der Kernenergie aussteigen, vermutlich dann aus einem französischen Kernkraftwerk." LB FAZnet

- Ford macht weniger Verlust
- Deutsche Konsumstimmung bleibt erhalten.

- ! 69 Prozent des Spritpreises sind Mehrwert-, Energie- und Ökosteuer ! Benzinpreis 1,24 € : 0,39 € bekommt davon die Mineralölwirtschaft für ihre Arbeit, die Staatsbürokraten vereinnahmen 0,20 € Mst., 0,65 € Energiest. und 0,15 € Ökost. ! !

Sonntag, 26. April 2009

US-Wirtschaft, Stammzellforschung, Geschichten aus dem universalsozialdemokratischen Deutschland



11-19°

- "Amerikas Wirtschaft: Obama auf schmalem Grat. Von Claus Tigges, Washington
FAZ 24. April 2009 Barack Obama, Tim Geithner und Ben Bernanke wissen um die geringe Zuverlässigkeit von Konjunkturprognosen in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Die große Unsicherheit, die Unternehmen, Haushalte und Finanzmarktakteure beherrscht, macht die Vorhersage der ökonomischen Entwicklung noch schwieriger als gewöhnlich. Darum äußern der amerikanische Präsident, sein Finanzminister und auch der oberste Währungshüter nur vorsichtig ihre Hoffnung, dass die schwere Rezession, in der Amerika seit Dezember 2007 steckt, in diesem Jahr zu Ende gehen und 2010 zum Jahr einer behutsamen konjunkturellen Erholung werden könnte. ...
Glücklicherweise scheinen die Haushalte aus den bitteren Erfahrungen gelernt zu haben: Sie sparen mehr und bemühen sich um einen Abbau ihrer Schulden. Die niedrigen Volumina neuer Kredite sind nicht nur die Folge der Zurückhaltung der Banken, sondern auch einer geringeren Kreditnachfrage. Die gesunkenen Werte von Immobilien und Aktienportfolios hinterlassen Spuren in der Finanzplanung vieler Familien und lassen sie zögern, sich neues Geld zu leihen. Diese Entwicklung ist durchaus heilsam, und sie trägt dazu bei, die amerikanische Wirtschaft, wie Obama sagt, auf ein solideres Fundament zu stellen.
Umso wichtiger ist es, dass Regierung und Notenbank nicht den Boden bereiten für einen abermaligen auf Pump finanzierten Konsumrausch. Beide wandeln derzeit auf einem recht schmalen Grat: Denn so notwendig und wünschenswert eine Belebung der Kreditvergabe ist, so gefährlich wäre es, wenn die umfangreichen Bemühungen Washingtons Haushalte und Unternehmen letztlich doch nur wieder tiefer in den Schuldensumpf führten. Sie dürfen nicht durch staatliche Garantien und andere Anreize dazu verleitet werden, Kreditverträge zu schließen, die die finanziellen Möglichkeiten der Schuldner übersteigen und unkalkulierbare Risiken heraufbeschwören. Das ist das große Übel, das die aktuelle Krise ausgelöst hat und das nicht zuletzt die Federal Reserve und der amerikanische Kongress zu verantworten haben. Die Fed, weil sie viel zu viel Liquidität in die Wirtschaft gepumpt hat, und der Kongress, weil er sich einer Reform der Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae widersetzt und die perversen Anreize zum Hauskauf aufrechterhalten hat.
Der Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft, ob er nun gegen Ende dieses Jahres oder etwas später einsetzt, wird dann dauerhaft tragfähig sein, wenn der Konsum wieder mehr im Einklang mit der Einkommensentwicklung steht und nicht durch riskante, variabel verzinste Darlehen angeheizt wird, die auf den gestiegenen Buchwert des Hauses aufgenommen werden. Die Steuersenkungen für Millionen Haushalte, die Obama als Teil des fast 800 Milliarden Dollar teuren Konjunkturpakets durchgesetzt hat, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Was noch fehlt zu einer gesunden Stärkung des privaten Konsums - er trägt immerhin rund zwei Drittel zur Wirtschaftsleistung bei -, ist eine glaubwürdige Verpflichtung zu einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Das laufende Budgetjahr wird die Regierung wohl mit einem atemberaubenden Defizit von rund 1,8 Billionen Dollar abschließen. Doch solange der Präsident sogar Pläne für zusätzliche Milliardenausgaben schmiedet, sind die Steuererleichterungen kaum etwas wert. Denn die Menschen im Lande verstehen durchaus, dass die hohen Schulden eines Tages zurückbezahlt werden müssen. Wachstumsschädliche Steuererhöhungen in erheblichem Umfang lassen sich nur dann vermeiden, wenn Schulden durch Ausgabenkürzungen abgebaut werden.

- Geschichten aus dem universalsozialdemokratischen Deutschland: "Ausgesetzte Kinder
Deutsches Paar bei Aosta aufgespürt.
Die Mutter der Kinder
23. April 2009 Vier Tage, nachdem sie drei kleine Kinder allein in einer Pizzeria im italienischen Aosta-Tal zurückgelassen haben, sind die Mutter und ihr Lebenspartner am Donnerstag von der Polizei gefunden worden. Die beiden waren in einem Waldgebiet rund zehn Kilometer von der Stadt Aosta entfernt unterwegs, als die Einsatzkräfte sie am Nachmittag aufspürten. Sie seien festgenommen worden und sollten im Polizeipräsidium vernommen werden, sagte ein Sprecher der Polizei.
Bislang hätten sie sich noch nicht zu den Gründen ihres Verschwindens geäußert. Es sei Anzeige wegen Aussetzung von Minderjährigen erstattet worden. Auch die Staatsanwaltschaft Siegen hat Vorermittlungen gegen die Mutter aufgenommen.
Der Partner der Mutter
Die 26 Jahre alte Frau aus dem sauerländischen Finnentrop und ihr 24-jähriger Lebensgefährte hatten nach den Worten des Polizeisprechers in Aosta nicht versucht, vor der Polizei zu flüchten. Sie hätten auch keinerlei Widerstand geleistet. Auf die Spur des Paares seien die Ermittler durch mehrere Hinweise gekommen. Die beiden seien auf einem Weg in einem Waldgebiet gelaufen. Italienischen Medienberichten zufolge sind sie bei guter Gesundheit.
Geld- und Rauschgiftprobleme
Am Donnerstag machten sich zwei Jugendamtsmitarbeiter des Kreises Olpe auf den Weg nach Italien, um die Kinder aus einem Heim in Aosta nach Deutschland zurückzuholen. Der Mutter wurde das Sorgerecht vorläufig entzogen. Die Staatsanwaltschaft Siegen leitete ein Vorermittlungsverfahren gegen die Mutter ein. Oberstaatsanwalt Johannes Daheim sagte, man prüfe, ob die Frau ihre Fürsorge- oder Erziehungspflicht verletzt habe. Das setzt allerdings erhebliche Gefahren oder Schäden für die Kinder voraus. „Das Zurücklassen der Kinder in einer Gaststätte scheint diese Voraussetzungen eher nicht zu erfüllen“, so Daheim. Zudem werde geprüft, ob die Mutter ihre Unterhaltspflicht verletzt hat.
Immer weitere Details über die familiären Hintergründe
Unterdessen werden immer weitere Details über die familiären Hintergründe von Ina R. bekannt. So handelt es sich bei ihrem Lebenspartner, dem ledigen und kinderlosen Sascha S. aus Bad Laasphe, um einen flüchtigen Häftling. Er war bis Anfang April unter anderem in der Justizvollzugsanstalt Senne wegen schwerer räuberischer Erpressung inhaftiert. Sascha S. kehrte am 2. April nicht mehr aus einem Urlaub in den offenen Vollzug in die Justizvollzugsanstalt Oelde zurück. Nach einem Bericht der „Westfalenpost“ war S. ein Zellengenosse des leiblichen Vaters der nun im Aostatal ausgesetzten Kinder. Der Mann war wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er im November 2006 seine damals sieben Wochen alte Tochter Summer Rose so heftig geschüttelt hatte, dass sie kurz darauf starb. Ina R. bekam dennoch ein weiteres Kind von ihm, den heute acht Monate alten Junes.
In Italien hielten sich Ina R., Sascha S. und die drei Kinder wohl seit Mitte April auf. Am Wochenende strandeten die fünf im Aostatal, als ihrem Kleinwagen der Sprit ausgegangen war. Die „Westfalenpost“ zitiert den Wirt der Pizzeria „Il Capanno“ mit den Worten, die fünf hätten gewirkt wie normale Touristen, die von einem Regenschauer triefend nass geworden sind. Als die junge Mutter und ihr Freund nach dem Essen kurz nacheinander den Gastraum verließen, habe er zunächst geglaubt, sie seien eine Zigarette rauchen gegangen. Als die beiden dann nicht mehr auffindbar waren, sei ihm klargeworden, dass sie in der Pizzeria einen sicheren Ort für die drei Kinder gesucht hätten." FAZ 23.4.09 // Was läßt sich aus dieser Kindernamenwahl schließen?

- Großartig: "Stammzellforschung
Reprogrammierung ohne Gentransfer

Hans Schöler, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, dessen Arbeitsgruppe einer der Schrittmacher bei der Entwicklung von iPS-Zellen ist.
FAZ 23. April 2009 Einem deutsch-amerikanischen Forscherteam ist ein weiterer Durchbruch in der Stammzelltechnik gelungen. Die Biologen, darunter Hans Schöler vom Max- Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, programmierten Mäusezellen in pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen: induzierte pluripotente Stammzellen) zurück, ohne dafür Gene in die Zellen einzuschleusen. Die Reprogrammierung wurde lediglich durch die Zugabe einiger Proteine bewerkstelligt. Diese Technik könnte einmal die Nutzung der umstrittenen embryonalen Stammzellen ersetzen.
Dafür müssten diese Technik bei menschlichen Zellen erprobt und aus den neuen piPS-Zellen (protein-induzierte pluripotente Stammzellen) einzelne Gewebe entwickelt werden.Da die deutsch-amerikanische Gruppe im Gegensatz zu anderen Forschern keinerlei zusätzliche Gene in die Hautzellen einsetzte, umging sie geschickt die potenzielle Gefahr von Krebs bei einem möglichen späteren medizinischen Einsatz. „Bei den genetischen Eingriffen kann es zu einer Inaktivierung anderer Gene oder sogar zu einer Entartung der Zelle kommen“, erläuterte Schöler.
Ziel jahrelanger Versuche
„Die Zugabe von Proteinen dagegen stellt nach heutigen Kenntnissen kein Risiko für das Erbgut dar.“ Die nun gewonnenen piPS-Zellen entwickelten sich in die drei grundlegenden Keimblätter, aus denen in der Embryoentwicklung alle Organe und Gewebe hervorgehen. Das Team unter Leitung von Sheng Ding vom Scripps Research Institute in Kalifornien beschreibt die Arbeit im Journal „Cell Stem Cell“ (online vorab).
Auf dieses Verfahren haben viele Forscher jahrelang hingearbeitet. Der nächsten Schritt sei natürlich die Übertragung der Technik auf menschliche Zellen, sagte Schöler, und warnte vor verfrühten Hoffnungen. Der Einsatz solcher Zellen als alternative Quelle für Zellersatztherapien liege in fernerer Zukunft.
Patientenspezifisch Therapien im Blick
Mit den piPS-Zellen lassen sich laut Schöler auch Krankheitsentwicklungen analysieren und patientenspezifische Therapien optimieren. „Es ist möglich, eine Reihe von Krankheiten quasi in die Kulturschale zu bringen“, sagte der Stammzellforscher. Da die piPS-Zellen im Gegensatz zu den seit 2006 üblichen iPS-Zellen ohne genetische Eingriffe erzeugt wurden, „sind sie unbelasteter, und die Aussagen, die man aufgrund der Untersuchung solcher Zellen treffen kann, sind genauer.“
Das Forscherteam hatte zunächst vier Kontrollproteine zu den Zellen gegeben. Die Zellen nahmen die Proteine auf, verdauten sie aber nach kurzer Zeit. Daher musste der Zyklus viermal wiederholt werden, bis die Zellen vollständig zurückprogrammiert waren. Die Kontrollproteine ließen die Forscher von Bakterien produzieren. Bei diesen waren genau jene vier Gene angeschaltet, die zuvor zur Rückprogrammierung von Zellen dienten.
Eine rasante Entwicklung
Damit hat sich die Reprogrammierung von Zellen in den vergangenen drei Jahren rasant entwickelt: 2006 gelang es Biologen erstmals, Zellen mit Hilfe von vier Kontrollgenen in iPS-Zellen zurückzuentwickeln. Später benötigten sie immer weniger Gene oder setzten sie nur noch vorübergehend in die Zellen ein. Nun ist der Schritt zur genfreien Reprogrammierung gelungen.