Sonntag, 10. Mai 2009

Buss: "Der Mörder in uns"



10-18°C, hübsches Wetter!

- "Morden lohnt sich, flüstern die Gene.
Töten muss evolutionsbiologisch sinnvoll gewesen sein, meint David Buss. Denn warum wäre es sonst so weit verbreitet?
Reduziert man das Weltgeschehen auf das egoistische Gen, wird alles recht einfach. Was auch immer wir tun: Wir tun es, um unsere Gene weiterzugeben oder um dafür zu sorgen, dass die bereits in neuen Körpern befindlichen Gene abermals in neuen Körpern auferstehen. Das Ganze ist gut verträglich mit dem Freudschen Sexualtrieb, der überall lauert, aber vielleicht auch mit buddhistischen Gedanken des ewigen Recyclings. Nicht nur die Rituale menschlichen Balzverhaltens, die David Buss in einer früheren Arbeit beschrieben hat, sondern auch dass Frauen schlecht einparken und Männer nicht zuhören, muss - soziobiologisch gesehen - Vorteile haben, die der Fortpflanzung dienen, genauer gesagt der Weitergabe der Gene ebenjener Frauen, die am schlechtesten einparken, und der Männer, die am schlechtesten zuhören.
David Buss geht in seinem Buch "Der Mörder in uns" von der aparten These aus, dass Morden etwas evolutionsbiologisch gesehen Vernünftiges sein muss, weil es sonst nicht so verbreitet wäre - zumindest in jedermanns Bewusstsein.
Dies führt dann in der Tat zu einer Reihe von erfrischenden Einsichten, wenn Buss unbekümmert um politische Korrektheit und moralische Bedenken diverse Typen von Tötungsdelikten (Tötung der Frau, des eigenen Kindes, von Vater oder Mutter, des Rivalen) daraufhin untersucht, ob der Täter nicht ganz normale, nachvollziehbare, "gute Gründe" für sein Töten gehabt hat. Und ein "guter Grund" ist alles, was den Fortpflanzungserfolg des Täters erhöht, was also (wenn er ein Mann ist) seinen Zugang zu guten Frauen erhöht und soziale Ressourcen beschafft (welche seinen Erfolg bei Frauen abermals verbessern). Es geht um den "Paarungsvorteil" in der Konkurrenz um Fortpflanzungschancen. Das Grundmuster ist auch aus anderen Studien klar: Bei Frauen kommt es auf Gesundheit, Schönheit, Treue an, also auf ihre direkte biologische Kapazität, Kinder zu bekommen und aufzuziehen. Bei Männern kommt es auf soziale Potenz an, Geld und materielle Ressourcen, soziale Macht und Stärke, um die Nachkommenschaft zu sichern und sich, Frau und Kinder gegen die Konkurrenz durchzusetzen.
Das Modell wirkt altertümlich und soll es auch sein: So, sagen die Soziobiologen, haben basale menschliche Verkehrsformen jahrtausendelang funktioniert, so sah das Erfolgsmodell des Überlebens aus in einer archaischen Gesellschaft ohne Staat, ohne Polizeischutz, wo die Ahndung von Totschlag zwangsläufig Privatsache blieb. Manche Wildwestfilme veranschaulichen solche Zustände und vermitteln, wie "rational" Tötungen eingesetzt wurden etwa im Konflikt zwischen Ackerbauern und den Besitzern großer Viehherden, zum Eigentumsschutz, aber auch bei der Etablierung von Banden (Schutzgeld) und schließlich in der Konkurrenz um Frauen. Und David Buss ist Professor für evolutionäre Psychologie in Austin/Texas, wo die Evolution inzwischen dafür gesorgt hat, dass nur eine Minderzahl der Konflikte gewaltsam gelöst wird.
Das räumt Buss auch umstandslos ein: Meist gebe es heute bessere Lösungen, als den Widersacher zu töten. Aber heftig gewünscht hätten es sich die meisten Menschen schon, mindestens einmal im Leben. Er hat dazu große Umfragen durchgeführt, an Tausenden von ordentlichen Menschen auf mehreren Kontinenten, und ungefähr drei Viertel von diesen, auch Frauen, berichteten davon, mindestens einmal im Leben den Wunsch verspürt zu haben, einen Konkurrenten zu töten. Nicht ganz so viele berichteten, dass sie sich schon einmal bedroht gefühlt haben.
Anhand paläoanthropologischer Befunde weist Buss darauf hin, dass in archaischen Gesellschaften ein hohes Tötungsrisiko bestand, dem zwischen zehn und dreißig Prozent vor allem der jungen Männer zum Opfer gefallen seien. Man hat, um zu solchen Zahlen zu kommen, beispielsweise uralte Friedhöfe primitiver Gesellschaften untersucht und geprüft, wie viele Personen anhand der Knochenbefunde eines unnatürlichen Todes gestorben waren. Dabei waren die Grenzen zwischen "privaten" Tötungsdelikten und "Kriegen" natürlich fließend. Auch Raubzüge (man denke an jenen der Römer gegen die Sabiner) hätten aber in erheblichem Umfang dazu gedient, sich in den Besitz von Frauen zu bringen oder von Ressourcen, um Frauen gewinnen, ernähren und samt Nachwuchs halten zu können.
"Mord", so erklärt Buss munter, "ist ein Ergebnis des Selektionsdrucks, dem unsere Art in ihrer Entwicklungsgeschichte ausgesetzt war." In der "kalten Kosten-Nutzen-Rechnung der Evolution" hatten jene Vorfahren Überlebensvorteile, die bereit und imstande waren zu töten (den Terminus "Mord" verwendet Buss nicht im deutschen juristischen Sinne, sondern gleichsinnig mit Totschlag und Töten). Ganz besonders schlecht aber war es, sich töten zu lassen: Man war dann nicht nur tot und konnte keine Gene weitergeben, man konnte zudem die Nachkommenschaft nicht schützen und riskierte, dass die ganze Sippe ausgelöscht wurde - und damit jede Spur der eigenen Gene. Da jahrtausendelang ein erhebliches Risiko bestand, getötet zu werden (während jahrtausendelang kaum jemand im Straßenverkehr umkam), haben wir entwicklungsgeschichtlich eine Reihe hochsensibler Schutzmechanismen entwickelt, die verhindern sollen, dass wir ermordet werden. So erklärt Buss auch die hohe Aufmerksamkeit von nahezu jedermann für Mord, in den Medien oder Kriminalfilmen.
Darüber hinaus haben wir ein breites Repertoire an effektiven Frühwarn- und Abwehrmechanismen; wir haben ein Gespür, wann Situationen gewalttätig entgleisen könnten und wann Personen anfangen, gefährlich zu werden. Dazu gehört etwa die verbreitete Fähigkeit, inmitten einer Menschenmenge blitzschnell ein wütendes Gesicht auszumachen. Dass wir nun wiederum gewappnet sind, uns gegen Mordversuche zu verteidigen, und dass wir bereit sind, für den Schutz gegen Tötungsdelikte einiges an Ressourcen einzusetzen, führt nach Buss dazu, dass es außerordentlich gefährlich (geworden) ist, zu versuchen, jemanden umzubringen.
Früher riskierte der Angreifer vor allem, selbst getötet zu werden, heute riskiert er eine lebenslange Freiheitsstrafe, in manchen Staaten der Vereinigten Staaten und einigen anderen Ländern auch den finalen Ausschluss von Fortpflanzungschancen durch Hinrichtung. Jedenfalls sei es den Kosten und Risiken eines Tötungsversuchs geschuldet, dass Morde relativ selten sind.
Recht überzeugend ist Buss in den Nachweisen, dass viele klassische Mordkonstellationen - gegen die verlassende Partnerin, gegen Kinder, gegen Eltern, gegen Rivalen - keineswegs pathologisch motiviert sind, nicht einer Krankheit entsprechen, sondern nachvollziehbar normalpsychologisch motiviert sind. Dafür bedarf es allerdings keiner Evolutionsbiologie, sondern der Musterung der tatsächlichen Fälle, bei Buss unter anderem einer großen Sammlung psychiatrisch begutachteter Mörder. "Ganz normale" Eifersucht und Rache sind in der Tat häufige Motive, erklärungsbedürftig ist in aller Regel nicht das Motiv, sondern warum der Täter das hohe Risiko schwerer Bestrafung einging.
Die zwei häufigsten Gründe hierfür sind: weil er entweder hoffte, einer Strafe zu entgehen, oder weil er sich angesichts der emotionalen Intensität seiner Wut und Rachewünsche weigerte, über mögliche nachteilige Folgen für ihn selbst nachzudenken. Es ist natürlich ein Leichtes, all diesen auf der Hand liegenden Motiven ein Verbindungsstück dahin zuzufügen, dass in archaischen Gesellschaften der Täter mit der Tat seine Fortpflanzungschancen verbessert hätte: Wer die untreue Frau behält, füttert in den Kindern die Gene anderer Männer. Wer seine Stiefkinder leben lässt, verschwendet Ressourcen an fremde Gene. Wer seine Rivalen leben lässt, begibt sich möglicherweise der Chance, die beste Frau zu erobern.
Es nervt auf Dauer die Penetranz, mit der Buss trotz der Vielfalt der tatsächlichen, relevanten Motive immer wieder auf die Fortpflanzungschancen rekurriert, die dadurch - oft nur theoretisch - verbessert werden könnten. Gleichwohl mag man glauben, dass in unserem evolutionspsychologisch gewachsenen seelischen Unterfutter eben verschiedene Muster eingestickt sind, die dazu führen, dass bestimmte Verhaltenstendenzen eine stärkere Ausprägung gewinnen. Stiefkinder haben empirisch gesehen eindeutig ein höheres Risiko, misshandelt zu werden, auch wenn die große Mehrheit nicht misshandelt wird.
Buss weist aber einen genetischen Determinismus entschieden zurück: dass es typische psychologische Konstellationen beim Menschen gibt, in denen Tötungswünsche aufkommen, bedeute keineswegs, dass wir dies dann tun müssen.
Das Buch arbeitet mit vielen Straftat-Vignetten und steter Wiederholung seiner zentralen Thesen; der Leser wird tief im Lager der Unwissenheit abgeholt, und mehrmals wird ihm versichert, dass Buss "durch einzigartige Forschungsarbeit" die Grundlagen "der tiefgreifendsten, umfassendsten und wissenschaftlich solidesten Theorie über den Mord entwickelt (habe), die je aufgestellt wurde". Da kann die wissenschaftliche Konkurrenz ihre Fortpflanzungshoffnungen wohl begraben. Neben populärwissenschaftlichen finden sich aber immer wieder auch anregende Passagen, und wer befangen ist von der Idee, Gewaltverbrechen und insbesondere die zunächst schwer verständlich erscheinenden innerfamiliären Morde könnten nur kranken oder schwer traumatisierten Gehirnen entspringen, sollte mit diesem Buch seine Gedankenwelt durchlüften.
Ein Wort noch zum Gen: Vielleicht fühlt es sich missverstanden. Vielleicht will es gar nicht ständig
weitergereicht werden. Vielleicht will es nur mal in Ruhe exprimiert werden. Das chillende Gen.
HANS-LUDWIG KRÖBER, FAZ 3.12.2007
David M. Buss: "Der Mörder in uns". Warum wir zum Töten programmiert sind. Aus dem Englischen von Andrea Kamphuis. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2007. VI, 285 S., geb., 24,95 [Euro].
// Die Bedeutung der kulturellen Evolution hat seit zweitausend Jahren stark zugenommen - besonders in den christlichen Ländern, in denen die Zahl der Totschläge kontinuierlich sank - bis etwa 1970, seitdem nimmt sie dort wieder zu.

- Romane machen leicht dumm: " Hans-Jörg Rheinberger und Staffan Müller-Wille schildern in ihrer faszinierenden Studie, die ein mehrjähriges Projekt des Berliner Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte zusammenfaßt, den Weg zum zeitgenössischen Vererbungskonzept als eine langwierige Entwicklung, die sich in vielen verschiedenen kulturellen Kontexten zutrug. Phänomene der Vererbung verankerten sich zunächst in einem weiten, von Medizin, Züchtung und internationalem Handel aufgespannten Raum. Dort wurden Regularitäten definiert und eine gemeinsame Sprache gefunden. An der Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verdichteten sich Vererbungsphänomene zu einem epistemischen Objekt, dem Gen, dessen Eigenschaften und Funktionen im Labor bis ins letzte Detail untersucht werden konnten. ..." Hans-Jörg Rheinberger, Staffan Müller-Wille: „Vererbung“. Geschichte und Kultur eines biologischen Konzepts. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009. 348 S., Abb., br., 13,95 Euro.

Samstag, 9. Mai 2009

Golo Mann und „diese beiden Lumpen“



- Golo Mann und „diese beiden Lumpen“ : "Auch Professoren und Geistesgrößen können so tückisch intrigieren, dass man sich noch fast 50 Jahre nach der Tat darüber ärgern kann, wenn man Einzelheiten erfährt. Der Tatort war die Universität Frankfurt, das Opfer Golo Mann, als Täter sind identifiziert Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, eine peinliche Nebenrolle spielte Ernst Schütte, in den sechziger Jahren Kultusminister in Hessen.
Zweimal sollte Golo Mann als Professor an die Universität Frankfurt berufen werden, nachdem der Historiker durch brillante Bücher auf sich aufmerksam gemacht hatte. Vor allem in seinem Werk „Deutsche Geschichte“ verband der Sohn von Thomas Mann geschichtliche Kenntnisse mit erzählerischer Begabung. Mann war für das Ordinariat ein Wunschkandidat des Uni-Präsidenten, die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät hatte ihn auf den ersten Platz ihrer Berufungsliste gesetzt, und der legendäre Carlo Schmid, selbst Lehrstuhlinhaber, warb nachdrücklich um den berühmten Historiker. Trotzdem scheiterte die Berufung.
Die Soziologie-Stars Adorno und Horkheimer, Begründer der berühmten Frankfurter Schule und Ideologie-Paten der linken Studentenbewegung, wollten an der Frankfurter Uni keine anderen Götter neben sich dulden. Sie flüsterten und schrieben, sie denunzierten und verleumdeten, lästerten über das Privatleben und den Charakter von Golo Mann, bis der Kultusminister eingeschüchtert aufgab.
Schütte, ursprünglich begeistert von Golo Mann, wollte sich mit den einflussreichen Koryphäen nicht anlegen und sagte Mann, der Lehrauftrag passe nicht zu einem Schriftsteller.
Carlo Schmid gegenüber argumentierte er, Mann sei Historiker und nicht Politologe. Der Fakultät teilte der Minister mit, Golo Mann habe selber abgesagt.
„Diese beiden Lumpen“, empörte sich Golo Mann 27 Jahre später. Das schmutzige Kapitel ist nachzulesen in der faktenreichen und fesselnden Biografie, die Tilmann Lahme jetzt zum 100. Geburtstag von Golo Mann veröffentlicht hat." Markwort, Tagebuch, Focus 16/2009

- Von „diesen beiden Lumpen“ Adorno und Horkheimer ist es nicht weit bis Herbert Marcuse und Reimut Reiche und der Sexuellen Revolution von 1968, die das bürgerliche Subjekt erst zum Menschen machen sollte. Nachwirkungen: " Mordprozess in Nürnberg. Mutter und Sohn schießen mit Armbrust auf Bruder.
Grund für die Tat, die ab morgen verhandelt wird, soll eine Anzeige des Opfers sein. Der hatte bei der Polizei ausgesagt, die beiden Angeklagten hätten sich an der siebenjährigen Halbschwester vergangen. " FAZ.NET Gesellschaft 23. April 2009

- David M. Buss (Evolutionpsychologe in Austin/Texas), "Der Mörder in uns", Spektrum Heidelb. 2007
Rez. 03.12.07 von Hans-Ludwig Kröber: "Morden lohnt sich, flüstern die Gene . Töten muss evolutionsbiologisch sinnvoll gewesen sein, meint David Buss. Denn warum wäre es sonst so weit verbreitet? "

- Hz.öl 53 (48,20)

Freitag, 8. Mai 2009

Mehr US-Bankenklarheit, Energie


Markus J. Riemenschneider

- Erfreulich: Jahrgang 1974, Junges Kolleg, Akademie der Wissenschaften NRW: "Markus J. Riemenschneider ist Facharzt für Neuropathologie und Max-Eder-Nachwuchsgruppenleiter der Deutschen Krebshilfe am Institut für Neuropathologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er studierte Medizin an den Universitäten Bonn und Düsseldorf und wurde während seines Studiums von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Bereits in seiner Doktorarbeit, die er an der Heinrich-Heine-Universität mit dem Prädikat „summa cum laude“ abschloss, befasste er sich mit der Erforschung der molekularen Grundlagen von bösartigen Hirntumoren (Glioblastomen) des Menschen. Hierbei konnte er ein neuartiges Gen identifizieren, welches zur Tumorentstehung in Glioblastomen beiträgt. ...
Mit seiner Arbeitsgruppe widmet er sich gezielt der Erforschung der molekularbiologischen und funktionellen Grundlagen der Entstehung und Ausbreitung von Glioblastomen, um molekulare Marker zu identifizieren, die eine verbesserte Prognoseeinschätzung sowie neue gezielte Therapieansätze ermöglichen. " http://develop.servicesite.de/akdw/index.php?option=com_content&task=view&id=311&Itemid=

- Der häßliche Deutsche: Steinbrück stellt Luxemburg, Österreich und die Schweiz in eine Reihe mit Ouagadougou, der Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso.

- Und schon wieder kühl, 16° C.

- Mehr US-Bankenklarheit: ' „Wir haben den Nebel der Unsicherheit über den Bankbilanzen gehoben um sicherzustellen, dass die führenden Banken, einzeln und gemeinsam, über ausreichend Kapital verfügen, um auch im Fall einer noch schlimmer als erwarteten Rezession weiter Kredite vergeben zu können“, erläuterte Geithner in einem Meinungsbeitrag für die „New York Times“. Unter der Führung der Federal Reserve hätten Hunderte von Bankenaufsehern aus verschiedenen Behörden die Bilanzen der 19 Institute 45 Tage lang genau unter die Lupe genommen. Sie hätten sie darum bemüht, weder zu streng noch zu rücksichtsvoll den Kapitalbedarf einzuschätzen. Sie hätten Verluste und Gewinne über die kommenden zwei Jahre prognostiziert und mit den vorhandenen Rücklagen und Eigenkapital verglichen. „Wir ersetzen mit dem Test Ungewissheit durch Transparenz.“ ... ' FAZ

- Noch ein schändliches Stimmenkaufprogramm : "07. Mai 2009 Einmal mehr versichert sich die große Koalition blitzartig der Zustimmung der Rentner. Ein Gesetz soll gewährleisten, dass die ob neuer Prognosen aufgeflammte Debatte über mögliche Rentenkürzungen im Keim erstickt wird, bevor sie im Wahljahr schwer kalkulierbare Folgen zeitigt. Kurzerhand hat das Kabinett Merkel eine Garantieklausel beschlossen, die den gesetzlichen Renten den Weg nach unten ein für alle Mal abschneiden soll, indem sie die Senkung der nominalen Renten selbst dann ausschließt, wenn die Löhne der Beitragszahler schrumpfen. ..." FAZ , Rente als Gnadenakt, Göbel // Sollen die Jungen doch mehr zahlen! Selber schuld, wenn sie nicht mehr sind! Es sind doch die Rentner, die noch eine Familie gründen , Möbel und Auto kaufen, Häuschen bauen müssen ... / Die Politik liebt undurchsichtige, kollektive Umlageverfahren, da kann sie die Stellen besetzen und sie kann sie für Wahlkampfzwecke einsetzen.

- Übrigens: "Sextus Empiricus (im späten 2. Jahrhundert) hat die Grundannahme der „pyrrhonischen“ Skepsis, nämlich dass gesichertes Wissen unmöglich sei, auf so gut wie alle Wissensgebiete angewendet. Damit stellt sein Werk eine Art „negatives Kompendium“ (Wolbergs) des Wissens seiner Zeit dar: Der Autor setzt sich mit einer Fülle von angeblichen Erkenntnissen auf sehr vielen Gebieten auseinander, wobei er mit den verschiedensten Argumenten bestreitet, dass gesichertes Wissen vorliege. Auf diese Weise werden sehr viele antike Theoreme und Lehrmeinungen referiert; nicht wenige davon sind nur bei Sextus Empiricus erhalten.
In den Grundzügen der pyrrhonischen Skepsis (3.3.9-12) setzt sich Sextus Empiricus auch mit dem Problem der Allmacht des Göttlichen angesichts des Bösen auseinander, wobei er die Idee einer göttlichen Lenkung der Welt bezweifelt. Diese Stelle bietet die älteste im Wortlaut überlieferte Formulierung der Argumentation der Skeptiker hinsichtlich der von Leibniz so genannten Theodizee." Wiki.

- Energie: Michael Limburg schrieb: "Lieber Dr. Franz,
mit vielem was sie schreiben kann man sehr einverstanden sein. Nur den Passus
7. Forschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien sind zügig voranzutreiben.
teile ich nicht. Wozu eine Technologie vorantreiben, die grundsätzliche, nicht behebbare Mängel hat? Selbst wenn - wie jetzt in Prenzlau versucht- großvolumige Stromspeicher geschaffen werden könnten, treiben diese nur weiter den Preis in die Höhe.
Anders als viele glauben, gibt es keinen Engpaß in der Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen vorzugsweise Öl und Gas. Öl und Gas reichen länger als wir, unsere Enkel und Urenkel werden verbrauchen können. Und selbst wenn diese doch irgendwann mal zur Neige gehen würden, bliebe immer noch die Kernenergie und die Kohleverflüssigung. Man muß nur das CO2 entteufeln. Das ist das tückische an der CO2 Kampagne. Sie zielt über die Energie auf den Lebensnerv der Zivilisation, der westlichen zumal. Schauen Sie mal in mein Buch: Die Klimahysterie- was ist dran. (z.B hier http://www.amazon.de/gp/product/3940431109/ref=s9_sims_gw_s3_p14_t1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-2&pf_rd_r=02RCG7VXY4Y1TYG1KDFY&pf_rd_t=101&pf_rd_p=463375173&pf_rd_i=301128, oder beim TVR medien Verlag direkt) Da habe ich - nach sehr langer und gründlicher Recherche- dazu Stellung genommen.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Limburg, Vizepäsdident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)
Tel: +49-(0)33201-31132
http://www.eike-klima-energie.eu/

- 1,3516 , WTI 41 Dollar

Donnerstag, 7. Mai 2009

"Wettbewerb ist ein Gebot der Nächstenliebe"



Endlich 19°C !

- Martin Walser : "Wettbewerb ist ein Gebot der Nächstenliebe .
Wir haben zu viel zu wissen gekriegt und fangen zu wenig damit an. Das Soziale an der Sozialen Marktwirtschaft ist keine Kompensation, keine ..." FAZ 6.5.
// Das ist ein bißchen hochformuliert, aber doch ein guter Beitrag zur sog. Kapitalismus-Diskussion. Man erinnere sich an den Großsprecher Walter Jens, der sich in einem Artikel für ein "sozialistisches Europa" aussprach (ZEIT 10/1993). Der Beitrag war überschrieben: "Ich bleibe, was ich bin: ein Scheiß-Liberaler". Im Sozialismus gibt es natürlich keine Libertas, nichts Liberales: da wird bevormundet, paternalistisch oder brutal. Jens war wohl ein 'Scheiß-Sozi', aber kein 'Scheiß-Liberaler'.

Ob sich die Finanzwelt so blamiert hat, wie Walser meint, liegt im Auge des Betrachters, auf so unsäglichem Abwrack-Niveau wie die Politbürokraten agierte die Finanzwelt aber nicht. So verantwortungslos wie die staatliche Finanzpolitik war das Geschäftsgebaren der DB wohl auch nie.

- Männergeschichten : 'Sauerland'-Terroristen, Swat-Tal-Talibankämpfer, Kurdisches Bilge-Hochzeits-Massaker: 'Das Blatt "Hürriyet" berichtete dazu am gleichen Tag, einer der Verhörten habe die Ermordung von Frauen und Kindern damit begründet, man habe die gesamte Familie "auslöschen" wollen, damit niemand übrig bleibe, um sich an den Tätern zu rächen. Bei dem Überfall am Montag waren auch 17 Frauen und sechs Kinder niedergeschossen worden. ...' von insgesamt 44 Ermordeten.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Kalt u. keine Sonnenflecken, Bonner Islamisten



Links mit Sonnenflecken 19.7.2000 - rechts 18.3.09 ohne

- NatGeo: Sun Oddly Quiet - Hints at Next “Little Ice Age”? 4.5.09 http://wattsupwiththat.com/2009/05/04/natgeo-sun-oddly-quiet-hints-at-next-little-ice-age/
// So fühlt's sich an: 9-11°C ! Nichts zu sehen von der Sonne.

- Pfeiffer sieht Tiefpunkt erreicht, Quiagen wächst stark

- Bonner Islamisten : " ... Inzwischen wartet die Werbeabteilung für den Heiligen Krieg allerdings mit neuen Stars auf: Abu Adam und Abu Ibraheem. Sei Januar flimmerte das Duo schon dreimal bei YouTube über den Netz-Bildschirm.
Bei den Protagonisten handelt es sich um Brüder aus Bonn, Yassin, 24, und Mounir Chouka, 27. Zwei Deutsch-marokkaner – begabte Schüler, integriert, intelligent, sportlich, beliebt im Freundeskreis, die dennoch langsam ins Radikalenmilieu abdrifteten. Ein Geschwisterpaar mit bürgerlicher Biografie, das sich Schritt für Schritt gegen westliche Normalität entscheidet und dafür den möglichen Märtyrertod vorzieht.
Bonn-Kessenich: Hier produziert der Süßwarenhersteller Haribo Gummibärchen und Lakritze, hier wuchsen die Choukas in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sie besuchten einen katholischen Kindergarten, die katholische Grundschule und das Gymnasium, spielten leidenschaftlich gern Fuß- und Basketball bei Fortuna Bonn und Blau-Weiß Oedekoven. „Die waren eigentlich immer gut drauf, hatten immer einen lockeren Spruch drauf“, erzählt ein ehemaliger Klassenkamerad von Yassin. Keine Spur von hetzerischen Tiraden – im Gegenteil, beide tranken auch mal ein Bier, trugen modische Klamotten. Als Yassin 2004 sein Abitur absolvierte, wählte ihn die Jahrgangsstufe zum Top-Kandidaten für den Titel „Superstar“. Danach begann er ein Studium der Elektrotechnik in Koblenz.
Sein älterer Bruder Mounir geriet als Jugendlicher mit der Polizei aneinander, weil er des Öfteren beim Schwarzfahren erwischt worden war. Einmal ermittelte die Bonner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen eines Drogendelikts. Das Verfahren wurde eingestellt.
Ein Leben im Gleichschritt. Beide leisteten ihren Grundwehrdienst als Sanitäter ab. 2003 begann der Ältere eine Lehre als Fachangestellter für Bürokommunikation in der Bonner Nebenstelle des Bundesamts für Statistik.
Im zweiten Lehrjahr veränderte sich der junge Mann zunehmend. Mounir Chouka ließ sich einen Bart wachsen, trug plötzlich eine Häkelmütze und erschien in einem Gewand im Büro, das nur strenggläubige Muslime tragen. Er wurde ernster, verschlossener, mutierte zum Einzelgänger, studierte im Koran, betete fünfmal am Tag. Der Wandel hing offenbar mit der Pilgerreise nach Mekka zusammen, die Chouka wohl 2005 absolvierte. „Er war plötzlich wie ausgewechselt“, erzählt ein ehemaliger Kollege. Der junge Frömmler besuchte nun häufig eine Moschee im rechtsrheinischen Bonn-Beuel, die bei den Verfassungsschützern als Radikalentreff bekannt ist. In deutschen Islamseminaren verinnerlichten Mounir und Yassin die Worte salafistischer Prediger, einer erzkonservativen Strömung des Islam, die alles Weltliche ablehnt.
Freiwillig nahm Azubi Mounir in der Berufsschule am evangelischen Religionsunterricht des Pfarrers Gerd Ka-minski teil. „Mounir war intelligent und sehr beredt. Er konnte trefflich argumentieren“, erinnert sich der Geistliche. Im Abschlussjahr 2006 zeigte Kaminiski den mit dem Oscar gekrönten Hollywood-Film „American Beauty“. Im Anschluss an die Diskussion über den Streifen bat Chouka den Lehrer, in den kommenden zwei Unterrichtsstunden einen Vortrag über den Islam halten zu dürfen. „Bei seinem Referat ließ er mit sanfter Arroganz durchblicken, dass er die vermeintlich bessere Religion lebte“, erzählt der Pfarrer. Selbst hitzige Debatten mit Klassenkameradinnen über die angeblich „notwendige Unterordnung der Frau“ habe er in einer geradezu aufreizenden Ruhe geführt. „Er wirkte dabei sehr überzeugend“, sagt Kaminski. Am Ende des Kurses verabschiedete sich Chouka von seinem Lehrer. Er werde nun abreisen, um besser Arabisch zu lernen und den Koran zu verstehen. Tatsächlich aber soll er sich im Jemen einer Gruppe von Kämpfern angeschlossen haben.
Nach seiner Rückkehr soll es zu heftigen Konflikten mit dem Vater gekommen sein. Nach Verfassungsschutz-erkenntnissen habe dieser Mounir daraufhin verstoßen. Der Sohn zog in ein Apartment, heiratete und setzte sich 2008 endgültig mit seiner Frau Nele in die afghanisch-pakistanische Grenzregion ab. Aus Solidarität mit seinem Bruder folgt Yassin ihm wohl ins Terrorlager. Anfang Dezember sollen die „Gotteskrieger“ Ermittlern zufolge an einem Angriff auf einen Nachschubtransport für die Nato-Truppen im pakistanischen Peschawar beteiligt gewesen sein. Hundert Lastwagen gingen in Flammen auf.
Es wird nicht die letzte Attacke gewesen sein: Im Video vom Karfreitag kündigt Yassin Chouka alias Abu Ibraheem an: „Nicht nur zum Töten bin ich nach Afghanistan gekommen, sondern auch um getötet zu werden.“ ' TERROR: Plötzlich wie ausgewechselt. Sie galten als die netten Jungs von nebenan, nun rufen die Brüder Yassin und Mounir Chouka aus dem Rheinland zum Heiligen Krieg auf. Aus FOCUS Nr. 17 (2009) // Wie meint Geert Wilders? Einwanderung aus islamischen Ländern beenden.

- "Ohne Vorbild kein Aufbruch", hieß die Überschrift eines größeren Artikels in der ZEIT v. 26.3.1993 zum "Zustand unserer Gesellschaft". Tja. Unter dem Bild der Leserbriefe dazu am 2.4.93 stand die Frage: "hilft Zucht und Ordnung?". Die Biographie des Wolfgang Neuss (Todestag gestern) gibt eine Antwort.