Sonntag, 4. Oktober 2009

Privatschulen, Goethe und Schiller meinten: Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens; Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Mensc




Es wird immer bunter, der Blätterfall ist jetzt hörbar, laut fallen die Bucheckern.

Disziplin, Ordnung und Sauberkeit: darauf pfiffen sie, auch sonst waren sie nicht zurechnungsfähig (linksradikale Studenten, FAZ/Klemm)

- "Der Kollege Bruno liest (wg. Ketzertum) zurzeit nicht öffentlich
Die Universität Helmstedt, das "Athen der Welfen", ersteht im Internet wieder auf: Ein Projekt der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel
Ein schlecht beheizter Hörsaal, eng sitzen die vierzig Studiosi beieinander, aufrecht, edel gekleidet, die Feder schreibbereit. Man schreibt ..." FAZ 23.9.09
/// 1809/10 von den französischen Eroberern geschlossen. 1784 erschien hier die weltweit erste Chemie-Fachzeitschrift "Chemische Annalen für die Freunde der Naturlehre, Arzneygelahrheit, Haushaltungskunst und Manufacturen" !

- Privat ist einfach effizienter: "Privatschulboom
Die Privatschulen in Deutschland expandieren. Sank beispielsweise die Zahl der Schulen im Osten Deutschlands zwischen 2000 und 2007 um mehr ..." FAZ 23.9.09 /// Auf das Schulklima kommt viel an.

- Privatschulgründung in Dreieich : "Eine Schule wie ein Unternehmen.
Strothoff investierte 15 Millionen Euro. ...
Zum Umfeld gehört auch die Schuluniform: blauer Rock oder Hose und weißes Polohemd. Das stärke den Gemeinschaftsgeist, glaubt Strothoff. In seiner Schule sollen die Schüler vorbereitet werden auf ein Leben im internationalen Umfeld. Dazu will er ihnen „exzellente Lernbedingungen“ bieten. In kleinen Klassen von durchschnittlich zwölf Schülern soll jeder Schüler individuell gefördert werden. Außerdem wirbt die Schule mit einem internationalen Lehrerkollegium, das nach neuesten pädagogischen Methoden arbeite. ... Äußerlich sind die Lehrer nicht von MHK-Mitarbeitern zu unterscheiden. Dunkler Anzug, dezentes Hemd und eine Anstecknadel im Revers gehören zum offiziellen Dresscode. Einen Ohrring oder einen Vollbart würde er ebenso wenig akzeptieren. Er glaubt: Wer durch die Einhaltung der Kleidervorschriften Disziplin zeigt, ist auch sonst diszipliniert, kommt pünktlich und sorgt für Ordnung und Sauberkeit.
Disziplin, Ordnung und Sauberkeit sind Strothoff wichtig. Den Hausmeister hat er genauso sorgfältig ausgesucht wie den Schulleiter. Auch Führung sei wichtig. Mit den Lehrern muss der Schulleiter Personalgespräche führen und über deren Einkommen entscheiden. Die Anfangsgehälter liegen freilich um 30 bis 40 Prozent über dem eines Lehrers an einer staatlichen Schule. Dafür wird viel Engagement erwartet. Auch gibt es kurze Kündigungsfristen. „Wer nicht reinpasst, muss gehen“, sagt Schmid. ... " FAZ 5.9.09
/// Eine erfreuliche Initiative! Es fehlt an Vorbildern und Maßstäben, nach denen sich andere Schulen ausrichten können. Man sollte aber an keiner Stelle übertreiben. Und die Möglichkeiten auch einer guten Schule werden leicht überschätzt. Es sollen zwar alle das Gleiche lernen, aber die Schüler sind unterschiedlich, ihre individuelle Begabung, ihre individuelle Aufnahmefähigkeit entscheiden zu großen Teilen über die Integration des Lernstoffs und dessen Wichtung im Bewußtsein des Schülers. Dieses Paradox der Pädagogik läßt sich nicht aus der Welt schaffen. Und Lehren und Lernen lassen sich auch nicht mechanisch betreiben, ob mit oder ohne Vollbart oder Ohrring. Die Lehrerpersönlichkeit steht im Zentrum des Unterrichts, dafür braucht er auch Spielraum.- Die seit vielen Jahren stetig steigenden 'Bildungsausgaben' haben die Qualität der öffentlichen Schulen nicht verbessert, weil, wie ich als Gymnasiallehrer feststellen mußte, das Lernklima immer mehr beschädigt wurde. Es fehlt an Disziplin, Ordnung und Sauberkeit. Bei Lehrern und Schülern. Es fehlt an Disziplinarmaßnahmen, die Störer in die Schranken weisen. Es fehlt an Schulleitern, die Lehrer entlassen (können), die sich regelmäßig von Schülern mit Schwämmen und anderen Gegenständen bewerfen lassen, die lauten Schwätzern und Rauchern Raum geben, die sich schlecht auf den Unterricht vorbereiten, die Bölls "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" als inhaltliche Leitschnur ihrer Textauswahl erkoren haben etc. Wenn Schüler gefordert statt verwöhnt werden (s. das gleichnamige, sehr lesenswerte Buch von Felix v. Cube), dann trägt das nicht nur zu ihrer Leistungsfähigkeit bei, sondern auch zu ihrer Lebenszufriedenheit.

- - Wie individuell und auch wie individuell schwierig Schülerwerdegänge sein können, dafür gibt der Andreas-Baader-Mitschüler Wendelin v. Boch ein gutes Beispiel (vgl. "MENSCHEN & WIRTSCHAFT. Saarland-Adel. Wendelin von Boch droht mit einer Verlagerung seines Unternehmens nach Luxemburg. Dass Wendelin Franz Egon Luitwinus Maria von Boch-Galhau einmal der Tradition seines Namens gerecht werden würde und das Ansehen der Familie ..." FAZ 4.9.09).
- - Boch gibt wohl auch ein Beispiel dafür, daß die wichtigsten Lektionen nicht in der Schule zu haben sind, sondern nur in der Hauptschule des Lebens. Zudem enthalten die Lehrpläne immer zu viel altes Gerümpel; für die deutschen Lehrpläne nach 1970 gilt verschlimmernd, daß sie, in den entsprechenden Fächern, große Mengen des Denkgiftes NEOMARXISMUS enthalten.
- - Seneca: „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“ (Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), XVII, 106, 12)

- Goethe und Schiller meinten:
Zur Nation euch zu bilden, ihr hoffet es, Deutsche, vergebens;
Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen euch aus.
(Xenien von Schiller u. G., Deutscher Nationalcharakter)
/// Das eine hat sich erledigt, auch wenn der Nationalstaat als Ordnungsstruktur nach wie vor unverzichtbar ist, und das andere liegt offenbar den deutschen Stämmen nicht im Blut.

- Novemberwetter: 10-12°C, Schauer; Igel und Fledermaus sind noch unterwegs.
Hz.öl 58,20 (58,05)

Samstag, 3. Oktober 2009

Drei deutsche Staaten unter dem EU-Dach wären vorzuziehen gewesen nach einer so langen Sonderentwicklung




- ' "Nationalismus, n'est-ce pas?" Akten zur Wiedervereinigung
Von Gina Thomas, London, FAZ
02. Oktober 2009 In der Regel unterliegen britische Regierungsdokumente der sogenannten Dreißigjahresregel, so dass sich der Staub legen kann, bevor sie zur Einsicht freigegeben werden. Das macht die Veröffentlichung des aufschlussreichen Schriftverkehrs der britischen Diplomatie zur deutschen Vereinigung umso bemerkenswerter. Im Regierungsapparat wird zwar mit beamtenhafter Logik differenziert zwischen Veröffentlichung und Freigabe. Aber das sind semantische Feinheiten. Der dicke, bei Routledge erschienene Band „German Unification 1989-90“ macht das Material allgemein zugänglich. Er ist ein Ableger der sehr viel umfangreicheren Akten zu Berlin im Kalten Krieg, die im Rahmen der von Historikern des Foreign Office nach und nach herausgegebenen Dokumentensammlungen erschienen sind.
Angesichts der immer noch frischen Erinnerungen an Margaret Thatchers Widerstände gegen den deutschen Einheitsprozess kommt dem Sonderband besondere Aufmerksamkeit zu, zumal sich im Anhang das berühmt gewordene Resümee jenes Seminars zur deutschen Geschichte vom März 1990 findet, zu dem die Premierministerin Historiker auf ihren Landsitz Chequers gebeten hatte. Dieses Dokument rief mit seiner als klischeehaft empfundenen Charakterisierung des deutschen Wesens Wogen der Empörung hervor, als sein Inhalt wenig später an die Öffentlichkeit durchsickerte. Strenggenommen gehört diese Begebenheit nicht in eine Sammlung von Foreign-Office-Dokumenten, da sie in Downing Street initiiert wurde von Margaret Thatchers außenpolitischem Sekretär Charles Powell, der die Premierministerin umstimmen wollte. Aber sie trug zu der allgemeinen, im britischen Außenministerium und anderswo vielfach beklagten Wahrnehmung bei, dass Großbritannien die deutsche Vereinigung wenn nicht zu verhindern, so doch zu verzögern suchte.
...
Dieser Missstand wird durch den jetzt vorliegenden Band korrigiert, früher, als Mallaby und alle anderen Beteiligten es wohl je gedacht hätten. Sonst wären ihre Ausführungen womöglich auch anders ausgefallen. Die Schriftwechsel dokumentieren nicht nur die gravierenden Bedenken der Premierministerin, die daraus folgende Kluft zwischen Downing Street und dem Foreign Office und die Ärgernisse über Alleingänge Kohls, der, wie die Premierministerin dem französischen Präsidenten Mitterrand erläuterte, keine Vorstellungen habe von den Empfindlichkeiten anderer in Europa. „Er scheint vergessen zu haben, dass die Teilung Deutschlands die Folge eines Krieges ist, den Deutschland angefangen hatte.“
...
Die resoluten Aktennotizen von Margaret Thatchers außenpolitischem Privatsekretär Charles Powell zeichnen ein lebendiges Bild der Gespräche mit Präsident Mitterrand, der die Bedenken der britischen Premierministerin gegen die deutsche Einheit schmeichlerisch bekräftigt, sich aber dann mit den Deutschen arrangiert, sobald er merkt, dass der Zug abgefahren ist. Bei einem Mittagessen im Elysée-Palast am 20. Januar 1990 stellt der französische Präsident fest, die plötzliche Aussicht auf die Vereinigung habe den Deutschen „eine Art mentalen Schock“ versetzt und sie wieder in jene „bösen“ Deutschen verwandelt, die sie einmal gewesen seien. Europa sei noch nicht reif für die deutsche Wiedervereinigung, erklärte Mitterrand. Wegen ihrer engen Freundschaft und der Tradition des gemeinsamen Vorgehens der beiden Länder, brüstete sich der Präsident gegenüber der Premierministerin, werde er ihr anvertrauen, wie unverblümt er sich Kohl und Genscher gegenüber geäußert habe.
...
„Die deutsche Stunde hat geschlagen: Sie werden ihr Schicksal bestimmen.“ Dazu Margaret Thatcher am Rand: „Nationalismus, n'est-ce pas?“ Einige Zeilen tiefer geht Powell auf Kohls Ärger über die britische Vorgehensweise ein. Sie wirke auf ihn wie der Versuch, die Flutwelle aufzuhalten, die ihn zum ersten Kanzler eines frisch vereinten Deutschland emportragen werde, einer künftigen Weltmacht. Diesmal merkt Frau Thatcher an: „Gewaltiger Nationalismus“. Und am Schluss, wenn Powell berichtet, dass die Briten wissen müssten, wie Deutschland zur Nato, zu den Helsinki-Abkommen, den Viermächterechten und der Europäischen Gemeinschaft stehe, bevor sie die Vereinigung geschehen lassen dürften, kommentiert die Premierministerin: „Wir haben wieder einmal recht, und Kohl nimmt uns übel, dass seine Taktiken durchschaut worden sind.“
Margaret Thatchers Abneigung gegen die deutsche Einheit war atavistisch, hatte aber auch sachliche Gründe: ihre Sorge um die prekäre Position Gorbatschows, auf den sie persönlich so viel gesetzt hatte, Befürchtungen wegen der Auswirkungen auf die Sicherheits- und Europa-Politik und wegen der Oder-Neiße-Grenze. Die meisten britischen Politiker und Beamten frustrierte diese Haltung. Sie erkannten, dass „wir das Problem beträchtlich erschweren, wenn wir es mit einer antagonistischen Einstellung angehen“, wie Nigel Broomfield, britischer Botschafter in Ost-Berlin, warnte.
Im Nachhinein allerdings wirkt das Chequers-Seminar längst nicht so anstößig, wie es damals empfunden wurde. Vielmehr zeugt es von einer Bereitschaft Margaret Thatchers, sich mit den tieferen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, wie sie unter anderem durch ihre in Charles Powells Gesprächsgrundlage für die geladenen Historiker eingeflossene Bemerkung belegt wird: „Während die Geschichte früher weitgehend bestimmt wurde von Persönlichkeiten und dem Ehrgeiz der Herrschenden, scheint mir, dass sie in Zukunft eher durch den Charakter der Menschen entschieden werden wird. Nichtsdestoweniger ist die Lehre der letzten zwei Jahre, dass weder Charakter noch Stolz durch Unterdrückung erstickt wurden.“ ...'

/// Drei Nationalisten- einer als Treuhänder
Es überrascht, daß nur Bush souverän genug war, nicht in den alten Kladderadatsch zurückzufallen. Die Teilung Deutschlands war eine Perversion, das konnte man offenbar von Amerika aus besser sehen (schon Woodrow Wilson sah den Charakter des Schikanefriedens von Versailles klar). Mitterand, Thatcher und Kohl verfallen dagegen in das alte Schema jeder Straßengang: Was ist unser Revier? Wer bedroht es oder könnte es bedrohen? Wie kann man die anderen Straßenbanden in Schach halten? Kohl wollte die Wiedervereinigung, wie die Verfassung sie befahl - und die Wiedervereinigung war nach der kommunistischen Totaldiktatur und der völligen Ruinierung der sowjetisch besetzten Zone durch die Honecker, Bisky und Gysi zweifellos eine große Wohltat für die darbende Bevölkerung. Als Bürger der "DDR" wäre das meine erstrebte Lösung gewesen. Und niemand wußte ja, was von den im Lande zwischen Rostock und Erfurt stationierten Panzern der Roten Armee zu erwarten war - wie lange sich Gorbatschow würde halten können, wußte niemand. Kohl handelte sozusagen als Treuhänder für die Ossis, und es gelang ihm, die perverse nationale Teilung zu überwinden. Mitterand und Thatcher dagegen handelten nicht national, sondern nationalistisch motiviert. Die Ossis waren ihnen gleichgültig, sie befürchteten eine Minderung ihrer jeweiligen nationalen Macht, gespeist aus der tausendjährigen europäischen Kriegsgeschichte. Das Geschehen in der SBZ überrollte alle; die Diktatur, die Mauer fielen, man fiel sich in die Arme, die Wiedervereinigung nahm ihren Lauf. Am Schreibtisch hätte man auf andere, für die Wessis finanziell sehr, sehr viel günstigere Lösungen setzen können, auf konföderale vielleicht. Es hätte dann drei deutsche Nationalstaaten gegeben: Österreich, die Bundesrepublik Deutschland und noch eine deutsche Republik. Man hätte später einen Dreierbund gründen können nach dem Schweizer Vorbild, aber im Rahmen der EU sollte und braucht auch nicht zuviel deutsche Einheit zu herrschen. Engländer und Franzosen sind auch ganz nett. Die Namensgebung "Tag der dt. Einheit" halte ich für völlig verfehlt, den Hauptstadt-Umzug für national vorgestrig und verschwenderisch.

Freitag, 2. Oktober 2009

Berliner Schnauze Sarrazin, Marokko schließt Zeitung



Rettete Berlin vor dem völligen finanziellen Ruin: Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin
(liquidierte ein Defizit von fast 2 Mrd. und legte zuletzt einen Überschußhaushalt vor.)

- Berliner Schnauze: " Sarrazin entschuldigt sich .
"Ich entschuldige mich dafür": Thilo Sarrazin
FAZ 01. Oktober 2009 Nach umstrittenen Äußerungen über Einwanderer hat die Berliner Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin eingeleitet. Es werde der Anfangsverdacht der Volksverhetzung geprüft, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht der Berliner „Morgenpost“. Der frühere Berliner Finanzsenator hatte mit Aussagen über in Berlin lebende Einwanderer in einem Interview in der Zeitschrift „Lettre International“ Empörung ausgelöst.
Thilo Sarrazin hat sich für seine umstrittenen Äußerungen über Berlin und zu Integrationsproblemen von Migranten mittlerweile entschuldigt. „Die Reaktionen, die mein Interview in „Lettre International“ verursacht hat, zeigen mir, dass nicht jede Formulierung in diesem Interview gelungen war“, schrieb der frühere Berliner Finanzsenator am Donnerstag in einer „persönlichen Mitteilung“. Sein Anliegen sei es gewesen, die Probleme und Perspektiven der Stadt Berlin anschaulich zu beschreiben, nicht aber einzelne Volksgruppen zu diskreditieren. „Sollte dieser Eindruck entstanden sein, bedauere ich dies sehr und entschuldige mich dafür.“
Die Bundesbank hatte sich bereits am Mittwoch „entschieden in Inhalt und Form von den diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin“ distanziert (siehe auch Sarrazin-Interview: Bundesbank in Aufruhr).
Sarrazin hatte in dem Interview gesagt, Berlin sei belastet von „der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlamp-Faktor“. Ein Problem sei, „dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden“, sagte Sarrazin. Aber „türkische Wärmestuben“ könnten die Stadt nicht voranbringen.
Zudem hatte Sarrazin in dem Interview gesagt: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“ Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde konterte: „Die Bundesbank sollte sich Gedanken darüber machen, warum sie so einen Menschen in ihren Reihen beschäftigt.“
Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Annelie Buntenbach, kritisierte Sarrazin scharf. „Sarrazin schürt in verantwortungsloser Weise Fremdenhass und gießt damit Öl auf das Feuer all derer, die ohnehin zu ausländerfeindlichen Ansichten neigen“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. ' FAZ

- Orientalismus beim Reformkönig: "Keine Karikaturen!
Marokko schließt Zeitung

Wegen einer Karikatur eines marokkanischen Prinzen ist die Zeitung "Akhbar Al Youm" in Casablanca geschlossen worden. Der dargestellte Prinz ..." 2.10. FAZ

- Orientalist Weidner: " Vernunft ist auch dem Orient nicht fremd.
Wie bringt man die Auseinandersetzung mit dem Islam voran? Stefan Weidners kluger Ratgeber empfiehlt, den Islam nicht als monolithischen Block zu betrachten. Sein größtes Problem mit dem Westen ist der Werterelativismus der Postmoderne. ..." 8.1.09 FAZ

- Klimaerwärmung: 5-13°C, R

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Orientalismus: Für Afghanistans Frauen hat sich in den letzten Jahren wenig verändert

Für Afghanistans Frauen hat sich in den letzten Jahren wenig verändert

Häusliche Gewalt, Zwangsehen und der Verkauf im Kindesalter sind noch immer verbreitet

Aisha ist als Vierjährige an einen Nachbarn verkauft und von seiner Familie jahrelang ausgebeutet und misshandelt worden. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Gewalt, Zwangsehen und der Verkauf im Kindesalter sind in Afghanistan verbreitet.
NZZ, Andrea Spalinger, Kabul
Aisha war drei Jahre alt, als die Taliban die südafghanische Provinz Helmand eroberten und ihren Vater töteten. Da eine Frau mit Kindern alleine damals kaum überleben konnte, sah sich die Mutter gezwungen, bald wieder zu heiraten. Der neue Vater sah in der Tochter aus erster Ehe nur eine Last und verkaufte sie für ein paar hundert Dollar an einen entfernten Nachbarn. Das vierjährige Mädchen wurde mit dem Sohn der Familie verheiratet und wie eine Sklavin behandelt. «Ich musste sehr hart arbeiten und bekam kaum etwas zu essen», erzählt die junge Frau. «Wenn der Schwiegervater oder die älteren Brüder meines Mannes unzufrieden mit mir waren oder schlechte Laune hatten, schlugen sie mich fast zu Tode. Manchmal haben sie mich zur Strafe auch mit heissem Wasser übergossen oder mit Drahtseilen ausgepeitscht. Immer wieder haben sie mir angedroht, mich umzubringen.»
Spuren der Tortur
Die heute 17-jährige Aisha zieht das grosse weisse Tuch, in das sie gehüllt ist, vom Kopf und zeigt Stellen, wo ihr dichtes schwarzes Haar nicht mehr wächst, weil die Kopfhaut so stark verletzt ist. Auch ihr Rücken und ihre Hände weisen Spuren der Tortur auf, die sie acht Jahre lang über sich ergehen lassen musste. Das Schlimmste scheinen indes die seelischen Wunden zu sein. Ruhig und gefasst berichtet die junge Paschtunin über das Martyrium im Hause ihres Ehemannes. Als sie von der Flucht aus dem Dorf erzählt, leuchten ihre Augen sogar kurz schelmisch auf. Dann kehren ihre Gedanken zur Mutter zurück, und Aisha kann die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Das Allerschlimmste sei gewesen, dass die Schwiegereltern ihr nicht erlaubt hätten, das Haus zu verlassen, nicht einmal, um ihre Mutter zu besuchen, erzählt sie mit erstickter Stimme. Ihre Mutter habe sie nicht verkaufen wollen. Doch sie sei machtlos gewesen gegenüber ihrem zweiten Mann und habe das Haus selbst nicht verlassen dürfen. Einmal habe die Mutter sie besucht und vergeblich versucht, ihr zur Flucht zu verhelfen. Danach sah Aisha sie nie wieder.
Aishas Schicksal ist kein Einzelfall. Tausende von Frauen in Afghanistan haben ebensolche Geschichten zu erzählen. Geschichten von häuslicher Gewalt, von Vergewaltigungen, von Zwangsheiraten und vom Verkauf im Kindesalter. Hunderte von jungen Frauen bringen sich jedes Jahr um, meistens durch Selbstverbrennung, weil sie keinen anderen Ausweg aus der Hölle sehen. Aisha ist eine von wenigen, die ihren Peinigern entkommen sind. Als im Haus eine Uhr verloren gegangen sei, habe man sie des Diebstahls bezichtigt und sie fast zu Tode geprügelt, berichtet sie. In dieser Nacht habe sie Gott angefleht, sie vom Leben zu erlösen. Er habe sie nicht erhört, doch am nächsten Morgen habe das Tor zum Hof offen gestanden, und sie habe dies als Zeichen Gottes interpretiert, dass sie sich selbst helfen müsse.
Die damals Zwölfjährige floh und rannte einem Dörfler in die Arme, der Mitleid mit ihr hatte. Auch der lokale Polizeichef war über das Elend des Mädchens erschüttert, das aus Nase, Mund und Ohren blutete und zwei gebrochene Arme hatte. So wurde sie nicht nach Hause zurückgebracht oder ins Gefängnis geworfen – wie es in Afghanistan in solchen Fällen üblich ist, weil die Ehre der Familie mehr zählt als das Leben einer Frau –, sondern landete in einem Spital. Von dort aus brachte sie ein Mitarbeiter der staatlichen Menschenrechtskommission nach Kabul, wo sie erst in einem Waisenhaus und später in einem Frauenhaus Unterschlupf fand.
«Die Situation der Frauen hat sich seit dem Sturz der Taliban 2001 verbessert», sagt Anarkali Honaryar, die für die Menschenrechtskommission arbeitet und eine der bekanntesten Frauenrechts-Aktivistinnen im Land ist. «Das Bewusstsein der Frauen hat sich geändert. Früher haben sie alles passiv ertragen, heute rufen sie um Hilfe, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.» Das sei eindeutig ein Fortschritt, doch die Lage der meisten Frauen in Afghanistan sei immer noch dramatisch, erklärt die 25-Jährige. Präsident Karzai hätte in den letzten acht Jahren mehr tun müssen, um rückständige Sitten zu durchbrechen. Zwangsehen und Kinderheiraten seien laut Verfassung verboten, doch vielerorts sprächen auch heute noch Stammesälteste und nicht staatliche Gerichte Recht, kritisiert Honaryar.
Tatsächlich entscheidet in weiten Teilen des Landes im Falle eines Streits zwischen zwei Familien weiterhin die Jirga, der Ältestenrat. Im Falle eines Mordes wird manchmal entschieden, dass die Tat mit einem weiteren Mord gesühnt oder durch ein Blutgeld vergolten werden soll. In den meisten Fällen wird jedoch ein Mädchen aus der Familie des Täters der Familie des Opfers als «Wiedergutmachung» übergeben. Dies war ursprünglich als Mittel zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Dorf durch eheliche Verbindungen gedacht. In der Praxis sieht es aber ganz anders aus. Die Fehden sind damit meist nicht beigelegt, und die betroffenen Frauen müssen dafür büssen. Diese Praxis widerspreche nicht nur der afghanischen Verfassung, die Mann und Frau gleichstelle, und der Uno-Menschenrechtscharta, erklärt Honaryar. Die unmenschliche Praxis sei auch nicht durch den Islam zu rechtfertigen, denn gemäss dem Koran dürfe niemand für die Verbrechen eines anderen bestraft werden.
Präsident Karzai hat westlichen Geldgebern und afghanischen Frauenorganisationen versprochen, die Situation der Frauen im Land zu verbessern. Unter anderem hat er ein Ministerium für Frauenangelegenheiten geschaffen, dem die einzige Ministerin des Landes vorsteht. Ferner setzte er eine Kommission ein, die Gesetze zur Stärkung der Frauen ausarbeiten soll. Viel herausgekommen ist dabei nicht. Im Gegenteil, wenn es hart auf hart kam, war Karzai in den letzten Jahren die Unterstützung konservativer Stammesältester und Mullahs wichtiger als das Wohl der Frauen. So hat er vor den Präsidentenwahlen im August mit Blick auf die Stimmen schiitischer Mullahs ein Familiengesetz für die schiitische Minderheit im Land verabschiedet, durch das sich die Position der Frau deutlich verschlechtert.
Shinkai Karokhail ist Sunnitin. Dennoch hatte sie im Parlament erbittert gegen das schiitische Familiengesetz gekämpft, das ihrer Ansicht nach einen Schlag ins Gesicht aller afghanischen Frauen bedeutet. Dank einer Quotenregelung sitzen heute 68 Frauen im 249-köpfigen Parlament. «Doch die meisten weiblichen Abgeordneten sind schwach. Kaum eine meldet sich je zu Wort und vertritt die Interessen der Frauen im Land», kritisiert Karokhail. In der Tat sind die meisten afghanischen Parlamentarierinnen Ehefrauen und Töchter von einflussreichen Lokalfürsten und fungieren als deren Marionetten. Karokhail hingegen ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern und hat sich den Kampf für Frauenrechte auf die Fahne geschrieben. Die Mittvierzigerin aus der Kabuler Oberschicht hat die Härten des afghanischen Ehelebens am eigenen Leib erfahren und wehrt sich wohl gerade deshalb so verbissen gegen frauenfeindliche Gesetze.
Katastrophale Rechtslage
Karokhails Mann hat vor ein paar Jahren gegen ihren Willen eine zweite Frau geheiratet (afghanische Männer können laut Gesetz bis zu vier Frauen ehelichen). Deshalb lebt sie heute von ihm getrennt, doch scheiden lassen will sie sich auf keinen Fall. «Als geschiedene Frau wäre ich in dieser Gesellschaft eine Ausgestossene. Zudem verlieren Frauen bei der Scheidung das Sorgerecht für die Kinder, und sie bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung», erklärt sie. Weil die rechtliche Lage so katastrophal sei, liessen sich viele Frauen jahrelang von ihren Männern misshandeln, ohne aufzumucken.
Ihr gehe es vergleichsweise gut, meint Karokhail. Sie könne in Kabul ein relativ unabhängiges Leben führen. Die meisten Frauen hätten überhaupt keine Chance, aus einer schlechten Ehe auszubrechen. Wenn sie nach Parlamentsdebatten nach Hause komme, sei ihr oft zum Heulen zumute, gesteht die engagierte Paschtunin. Nach vier Jahren im Parlament sei sie mehr als enttäuscht über die Bilanz. Dreissig Jahre Krieg hätten Afghanistan zu einer durch und durch machistischen Gesellschaft werden lassen, erklärt die Abgeordnete. Die Mujahedin glaubten, ein Anrecht auf das Land zu haben, weil sie es in den achtziger Jahren von den sowjetischen Besetzern befreit hätten. Obwohl sie nach dem Abzug der Sowjettruppen Afghanistan selbst zugrunde gerichtet hätten, sähen sie sich immer noch als die einzigen legitimen Machthaber. Frauen hätten in ihrem konservativen Weltbild nichts zu melden.
Armut und Unwissen
«Wenn ich es wage, im Parlament über Frauenrechte zu reden, werde ich niedergeschrien», berichtet Karokhail empört. Frauenthemen würden von den männlichen Kollegen immer gleich in einen religiösen Kontext gestellt und seien damit tabu. «Stammesführer und Warlords missbrauchen die Religion als Waffe gegen uns Frauen. Wenn wir für unsere Rechte kämpfen, beschimpfen sie uns als unislamisch und verwestlicht», sagt sie. «Doch im Grund geht es gar nicht um die Religion. Diese Männer sind ganz einfach erzkonservativ und wollen aus Machtgründen nichts am Verhältnis zwischen den Geschlechtern ändern.»
Mary Akrami, die nach dem Sturz der Taliban aus dem Exil in Pakistan zurückgekommen ist und sich seither für die Rechte der Frauen einsetzt, hat mit ähnlichen Widerständen zu kämpfen. Die afghanische Gesellschaft sei sehr traditionell und männerdominiert – im tadschikischen Norden ebenso wie im paschtunischen Süden, sagt die Leiterin des Afghan Women Skills Development Center (AWSDC). In ländlichen Gegenden verliessen die Frauen kaum je das Haus. Wenn man bei ihnen ansetze, komme man deshalb oft nicht sehr weit. Wenn man etwas an den gesellschaftlichen Strukturen ändern wolle, müssen man die Männer einbeziehen.
Das AWSDC versucht, mit Stammesältesten und religiösen Führern über für Frauen problematische Themen wie das Verheiraten minderjähriger Mädchen zu diskutieren und sie davon zu überzeugen, dass es im Koran keine Grundlage für solche Praktiken gibt. «Klar ist es nicht einfach», gibt Akrami zu. «Wir haben erst wenige Mullahs überzeugen können. Doch gegen ihren Willen werden wir längerfristig überhaupt nichts erreichen. Unser grösster Feind sind nicht die Männer, sondern Armut und Unwissen», sagt die junge Frau. Damit liegt sie wohl richtig. Afghanistan ist immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Jedes dritte Kind hier ist unterernährt. Die Lebenserwartung liegt bei 43 Jahren. Über die Hälfte der Afghanen ist laut Schätzungen arbeitslos, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. «Einen ungebildeten Bauern, der täglich ums Überleben kämpft, vom Nutzen von Frauenrechten zu überzeugen, ist schwierig», erklärt Akrami. «Wir müssen erst die Männer bilden, um das Schicksal der Frauen zu verbessern.»
Zwei Arten von Gefängnissen
Doch solche Veränderungen dauern Generationen, und Mädchen wie Aisha brauchen heute und nicht morgen Hilfe. Wenn ihre Ehemänner oder Väter sie aufspüren, werden sie umgebracht, weil sie die Ehre der Familie beschmutzt haben. Um Frauen in Not zu helfen, hat Mary Akrami 2003 das erste Frauenhaus in Kabul eröffnet. Mittlerweile gibt es drei Frauenhäuser in der Hauptstadt, deren Standort aus Sicherheitsgründen streng geheim gehalten wird.
«Die Hilfe, die wir bieten, ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein», sagt Anarkali Honaryar von der Menschenrechtskommission, welche die drei Frauenhäuser unterstützt. «Tausende von Frauen brauchten einen Unterschlupf. Wir können nur ein paar Dutzend von ihnen helfen.» So oder so sind Frauenhäuser aber keine nachhaltige Lösung in einem Land, in dem Frauen nicht gänzlich auf sich gestellt leben können. Nach einem Aufenthalt im Frauenhaus kann ein junges Mädchen nicht einfach einen Job suchen und eine Wohnung mieten. Sie hat zwei Möglichkeiten: Entweder sie geht zurück zu ihrer Familie, oder sie findet einen Mann, der sie heiratet. Selbst starke Frauen wie Anarkali, Shinkai und Mary wären nichts ohne die Unterstützung ihrer Familie oder ihres verständnisvollen Ehemanns im Hintergrund.
Die drei Frauenhäuser seien überfüllt und stellten keine langfristige Lösung dar, meint Akrami. Die Regierung müsse dringend einen Weg finden, betroffene Frauen und Mädchen wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Momentan werde vor allem versucht, die Geflohenen in beiderseitigem Einverständnis wieder zu den Familien zurückzubringen. Wenn ein Mädchen wie im Fall von Aisha aber nicht zurückwolle oder -könne, dann bleibe es jahrelang im Frauenhaus sitzen, abgeschnitten von der Aussenwelt.
«Aus Sicherheitsgründen können wir kaum je raus», stimmt Aisha mit traurigem Lächeln zu. «Ich fühle mich einsam und deprimiert.» Wahrscheinlich wird die 17-Jährige bald heiraten. Ein Mitarbeiter des Waisenhauses, in dem sie kurze Zeit wohnte, hat ihr einen Antrag gemacht. Stimmen sie die Hochzeitspläne glücklich? Was ist ihr Wunsch für die Zukunft? «Wenn ich eine Wahl hätte, würde ich nicht heiraten», sagt Aisha. «Wenn ich könnte, würde ich meine Mutter suchen und nach Kabul holen. Und ich würde studieren und mich wie Mary dafür einsetzen, dass es keine Gewalt gegen Mädchen mehr gibt und wir Frauen auf eigenen Füssen stehen können.» ' NZZ 26.9.09

China: Ein langer Marsch in die Nacht


Es herbstet - 10-13°C, Schauer - Heizung an

- Arbeitslos. in D nimmt im Sept. ab von 8,5% auf 8% (- 125.000 gegen August, +266T geg. 8/08; 3,345 Mio. ges.)

- China: Ein langer Marsch in die Nacht. So ist das China-Kapitel im SCHWARZBUCH DES KOMMUNISMUS von Stephane Courtois et al. überschrieben. "Bei der Machtübernahme in Shanghai im Mai 1949 gab es 103 Polizeiposten. Ende des Jahres waren es bereits 146." (Schwarzbuch, S. 532) (Rez. www.faz.net/s/RubF3CE08B362D244869BE7984590CB6AC1/Doc~E99AFBDAC524B46419BFA0040FEB3723C~ATpl~Ecommon~Scontent.html )
So beginnt Maos Diktatur, sie endet mit 76 - 82 Millionen Todesopfern (vgl. Rudolph Joseph Rummel, Demozid – der befohlene Tod, G. Heinsohn, Schwarzbuch, Wiki.) Unter den fürchterlichsten Staatsverbrechern steht er sogar weit vor Stalin und Hitler.

- So harmlos sieht es beim WDR5 aus: " Die Volksrepublik China wird gegründet. 01. Oktober 1949 .
„Die Hauptkraft unserer Unternehmungen ist die Kommunistische Partei Chinas. Die theoretische Basis unseres Denkens ist der Marxismus-Leninismus.“ Das sagte Mao 1954. Nachzulesen im kleinen Roten Buch, das die Grundlage für die so genannte proletarische Kulturrevolution in China werden sollte.
Am 1. Oktober 1949 rief Mao Zedong als Vorsitzender der Kommunistischen Partei die Volksrepublik China aus. Vorausgegangen war ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Nationalisten. Am Ende siegten die kommunistischen Truppen – rund 2 Millionen Anhänger der Nationalpartei Kuomintang unter Führung von Chiang Kai-shek flohen auf die Insel Taiwan und führten dort die Republik China weiter. Auf dem Festland entstand eine kommunistische Volksrepublik nach sowjetischem Vorbild. "

- Flucht vor Honecker, Bisky, Gysi: "Erinnerungen von Botschafter a.D. Hermann Huber. "Eine historische Aufarbeitung der Ereignisse, die zur deutschen Wiedervereinigung geführt haben, wird die dramatischen Vorgänge im Spätsommer und Herbst des Jahres 1989 in Prag nicht außer Acht lassen können, als Tausende von Flüchtlingen aus der DDR Zuflucht in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland suchten. Der im August 1989 plötzlich einsetzende Ansturm auf die Botschaft war nicht nur von der Dimension her ein Novum, sondern stellte auch qualitativ eine völlig neue Situation dar, mit der es galt sich auseinander zu setzen. Sie kumulierte schließlich am 3. November 1989 in einer Ausreiseregelung, die den eisernen Vorhang und die Berliner Mauer obsolet werden ließ." (www.prag.diplo.de/Vertretung/prag/de/02/Botschaftsfluechtlinge/__Botschaftsfluechtlinge.html)