Freitag, 30. Oktober 2009

Büchermassaker, Leopold Sonnemann, Afrikanische Kultur



Lesser Ury, Unter den Linden, 1925
Die Autokonstrukteure haben die Welt nachhaltig verändert. Herumdenker wie Marx und Heidegger haben sie zeitweilig verschlechtert.

- Gute Nachricht: Ban: Kein Klima-Vertrag in Kopenhagen

- Büchermassaker: "Ausgemistet, aussortiert, exiliert
Rückblick auf ein Büchermassaker: Wie der Rechtschreibreformwahn Lücken in die Schulbibliotheken riss
Als im Sommer 1996 die Einzelheiten der geplanten Rechtschreibreform bekannt wurden, glaubten besonders die Jugendbuchverlage, ihre Produkte ..." FAZ 29.10.09

- Afrikanische Kultur: Ritualmorde an Kindern in Uganda .
(dpa) Mehr als 20 Kinder sind seit Jahresbeginn Opfer von Ritualmorden in Uganda geworden. Laut einem Polizeibericht wurden seit Januar insgesamt 107 ...
Die Opfer werden häufig verstümmelt und enthauptet. «Das Opfern von Kindern ist eine nationale Gefahr geworden», so der Ethikminister Ugandas. Erst in der vergangenen Woche war ein wohlhabender Geschäftsmann aus Kampala verhaftet worden, der den Ritualmord an einem zwölfjährigen Jungen in Auftrag gegeben haben soll. Zwei «Zauberdoktoren» hatten ausgesagt, der Mann habe den Kopf des Jungen auf einem seiner Baugrundstücke als Opfergabe begraben wollen.
Uganda kündigte eine Verschärfung der geltenden Strafgesetze an, um Ritualmorde extra zu erfassen. «Das Gesetz ist schwach», hiess es. «Zauberdoktoren sollten streng bestraft werden und auch lebenslang hinter Gitter kommen können.» «Zauberdoktoren» verwenden abgetrennte Gliedmaßen für Rituale. (NZZ 24.10.09, SF)
/// Ähnliches gilt für den ganzen schwarzafrikanischen Teil des Kontinents.

- Dialektik
Der größte Feind des Fanatikers ist der andere Fanatiker.


- "Leopold Sonnemann
Der Musterbürger
Alleskönner: Leopold Sonnemann um 1870
27. Oktober 2009 Leopold Sonnemann ist ein Vergessener. Obwohl die Frankfurter täglich an seinen Werken vorbeigehen: am Palmengarten, am Frankfurter Hof. Über eine seiner Schöpfungen, den Eisernen Steg, laufen sie sogar. Doch kaum einer der Alteingesessenen und schon gar nicht die Eingeplackten wissen, dass Sonnemann der Spiritus Rector all dieser und noch zahlreicher weiterer Frankfurter Einrichtungen war. Allenfalls ist Lesern der F.A.Z. bekannt, dass Leopold Sonnemann die „Frankfurter Zeitung“ gegründet hat, das Vorgängerorgan der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. ...' FAZ

- Hilf dir selbst, das weckt die Kräfte (alias: dann hilft dir Gott). Besitzstreben, Eigenzentrierung: "Wie die Klassiker über Besitzstreben urteilten .
Egoismus ist die Triebfeder der Wirtschaft, doch gibt es auch moralische Bremsen / Von Erhard Glogowski
Die Klagen über Profitgier und sich ausbreitenden Egoismus, wie sie in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise vielfach zu hören sind, fänden ..." 12.10.09 FAZ

- Schweiz: "Die EU in engeren Spielräumen .
Wenn in der Schweiz wieder das Thema EU-Beitritt angetönt wird, sollte man im Auge behalten, dass die EU-Länder durch die Krise stark belastet worden sind. Zudem muten die europäischen Wachstumsperspektiven düsterer an als die der USA. Von Beat Gygi"
Jugendarbeitslosigkeit (bis 25) Schweiz 5,3%, EU-Mittelwert 19,8%. NZZ 24.10.

- DOW: 9962 (+200), amazon Q 3 G +63%, dt. Arbeitslos. sinkt auf 7,7% (von 8%)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

"Limit von zwei Grad Erwärmung ist praktisch Unsinn", Georges Geisterwege




Blüht so heimlich in der dritten Reihe - ein George-Blümlein? Nein, es ist Sedum telephium, die`Herbstfreude´, alias Fetthenne oder Fette Henne.


- Klima / Geoinsitute :
Interview zu Klimawandel und Erdpolitik, 28.10.09 FAZ

"Ein Limit von zwei Grad Erwärmung ist praktisch Unsinn


Drei große deutsche Geoinsitute stellen sich quer zur internationalen Klimapolitik. Statt nur über Temperaturen und Emissionen sollte über ein Erdsystemmanagement verhandelt werden, sagen die drei Direktoren. In Kürze soll das auf der gemeinsamen Konferenz "Klima im System Erde" in Berlin besprochen werden. Im Gespräch erläutern sie ihre Motive.

Die Klimadiplomatie hat formuliert, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad über das vorindustrielle Niveau steigen zu lassen. Warum kritisieren sie das in der Einladung zu Ihrer Konferenz?

MOSBRUGGER: Es ist zwar sinnvoll, sich ein Ziel vorzugeben, aber niemand wird Ihnen sagen können, ob mit dessen Erreichen das Problem gelöst ist. Das ist die eine Sorge. Wir wissen zu wenig, um sagen zu können, wo die Schwellenwerte für die wichtigsten Klimaelemente liegen. Das Problem, vor dem wir stehen, ist viel komplizierter als nur ein Klimawandel. Wir müssen das gesamte System in Betracht ziehen. Wenn ich das Zwei-Grad-Ziel erreiche und alle Tropenwälder abgeholzt sind, habe ich nicht unbedingt den Planeten, den die Gesellschaft haben will.

HÜTTL: Das Klima ist dynamisch. Im Laufe der Erdgeschichte gab es immer wieder dramatische Veränderungen, die weit über eine solche Grenze von plusminus zwei Grad hinausgingen. Und das war allein auf natürliche Faktoren zurückzuführen. Wir haben diese Faktoren heute nicht abgeschaltet, sie wirken weiter. Keiner von uns bestreitet den menschgemachten Anteil am globalen Wandel. Aber: Obwohl die Begrenzung der anthropogenen Einflüsse unbedingt notwendig ist, erreichen wir damit keine Klimakonstanz. ...

MOSBRUGGER: Ich denke, Modelle sind die besten Werkzeuge, die wir haben, um Zukunsftszenarien zu entwickeln. Aber man muss auch die Schwachstellen erkennen, die sie haben, und ich behaupte, die Schwachstellen sind nicht immer ausreichend dokumentiert. Das sage ich als jemand, der sich in der älteren Erdgeschichte auskennt, der weiß, dass die Klimamodelle typische Treibhausklimata, wie wir sie rekonstruieren können, nicht abbilden. Eine historische Situation, die komplett eisfrei ist und wo Wälder bis in achtzig Grad nördlicher Breite vorkommen, das bekommt man in Modellen bisher nicht hin. Da können Sie das Kohlendioxid hochfahren bis auf 1000 ppm, aber sie bekommen in achtzig Grad nördlicher Breite kein frostfreies Klima hin. Dennoch wissen wir, dass es das früher gegeben hat.
... " FAZ


- Hochlohnpolitik: Bauer-Verlag wird die Druckerei in Köln schließen und in Polen drucken. FAZ 28.10.

- Beate Uhse: "Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage; Weh dir, daß du ein Enkel bist!" (Faust I, Schülerszene) - Die Uhse wurde eines ZEITZEICHENS gewürdigt, affirmativ. Artikel zur Empfängnisverhütung und entsprechende Literatur standen am Anfang dessen, was wohl heute eher eine aufdringliche Pornoplage genannt werden muß.

- Was würde Georg Picht heute zur Pornoplage sagen? Ulrich Raulff forscht unermüdlich in Sachen Stefan George, im Interview mit Lorenz Jäger kommt auch Picht vor ("Wie hat George unser Land geprägt?", FAZ 24.10.09, s.a. Cord Riechelmann, "
Willkommen im Landerziehungsheim!"
FA Sonntagszeitung, 25.10.2009, zu Ulrich Raulff: "Kreis ohne Meister: Stefan Georges Nachleben. Eine abgründige Geschichte".)
"Ich habe auch Hellmuth Becker noch gekannt, den Sohn des Kultusministers. Ich wusste immer, dass es Verbindungen von George in die Reformpädagogik gab. Schon sehr früh, in Wickersdorf, dem Landschulheim; etwas weiter entfernt auch in Salem, der Schule von Kurt Hahn. Stärker wieder in dem Internat Birklehof im Schwarzwald, wo Picht wirkte." (Raulff) Im Sommer 1968 hielt Picht auf Anregung Johannes Schlemmers (sicher auch aus dem George-Kreis, darf man vermuten) zwölf Vorträge, die der Süddt. Rundfunk sendete. Einer widmete sich einem "Welt-Erziehungsproblem", dort heißt es ausgangs: "In ihrem tiefsten Kern ist die Bildungskrise eine moralische Krise der heutigen Welt. Man glaubt nicht an den Vorrang des Geistes, und weil man nicht an den Vorrang des Geistes glaubt, vermag man die materiellen Probleme nicht zu lösen." (Georg Picht, Mut zur Utopie, Piper 1969)
Da spuckten die Geister dann in die Hände und schickten alle, die ihren Namen fehlerfrei schreiben konnten, zu Gymnasium und Hochschule. Das hat uns eine zehntelgelehrte Barbarei eingetragen und Beate Uhse viele Freunde.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Steuersenkungen, Laffer-Kurve




Prima Klima! 8-13°C, Sonne!

Die Laffer-Kurve; man beachte auch die Senkrechten, die den amerikanischen und den EU-Einkommenssteuer-Durchschnitt markieren: etwa 30% in USA (bravo!), gut 40% in den EU-Ländern (pfui!).

- Steuersenkungen:
"Laffer-Kurve Steuerpolitik FAZ Plick.
Wann Steuersenkungen sich selbst finanzieren
26. Oktober 2009 Die Kunst der Besteuerung, bemerkte einst Colbert, besteht darin, die Gans so zu rupfen, dass sie möglichst viele Federn lässt bei möglichst wenig Geschrei. Bürger, die sich wie gerupfte Hühner fühlen, können renitent werden. Und sie ändern ihr Verhalten - zum Schaden des Fiskus. Wird ihr Einkommen zu stark besteuert, strengen sie sich weniger an, genießen mehr Freizeit oder tauchen ab in die Schattenwirtschaft. Werden Vermögenserträge zu hoch besteuert, sparen die Leute weniger und konsumieren mehr. Es wird weniger investiert und weniger Vermögen gebildet. Oder das Kapital flieht ins Ausland. Von einem bestimmten Punkt an führen höhere Steuersätze nicht mehr zu höheren Steuererträgen.
Diesen Gedanken hat der amerikanische Wirtschaftsprofessor Arthur Laffer 1974 in einer simplen Graphik verdeutlicht: Die Laffer-Kurve zeigt den Zusammenhang von Steuersatz und Steuereinnahmen. Erst steigt sie, ab einem bestimmten Punkt fällt sie wieder. Angesichts eines Spitzensteuersatzes in Amerika von damals 70 Prozent war zu vermuten, dass der Staat auf der falschen Seite der Kurve agierte. Durch niedrigere Steuern könnte er mehr Wachstum und letztlich mehr Einnahmen erzielen, sagte Laffer. Damit gab er den Anstoß für die Steuerreformen der Reagan-Regierung, die den Spitzensteuersatz in zwei Schritten auf 33 Prozent senkte. Zunächst gab es große Steuerausfälle, nach einigen Jahren starken Wirtschaftswachstums nahm der Fiskus aber mehr als je zuvor ein.
Steuersenkungen in Deutschland finanzieren sich selbst - ungefähr zur Hälfte
Wo stehen wir heute? Die Ökonomen Mathias Trabandt und Harald Uhlig haben aus einem volkswirtschaftlichen Modell für die Vereinigten Staaten und für vierzehn EU-Staaten die Laffer-Kurven der Einkommen- und Kapitalsteuern abgeleitet. Ihr Ergebnis: Der Fiskus könnte die Bürger noch etwas mehr ausquetschen - aber nicht mehr viel. In Amerika hätte er noch Potential für 30 Prozent mehr. In Europa, wo die Steuersätze schon deutlich höher sind, könnte er nur 8 Prozent, in Deutschland maximal 10 Prozent mehr Einkommensteuer erzielen. Bei den Kapitalsteuern ist der Spielraum deutlich geringer, weil Kapital mobiler ist und leichter ausweichen kann.
Die Hoffnung, dass niedrigere Steuern die Wirtschaft so stark stimulieren, dass der Staat am Ende gar mehr Steuereinnahmen hätte, wie es Laffer meinte, teilt Uhlig zwar nicht. Nach den Berechnungen von Trabandt und Uhlig würde sich eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer in Deutschland aber ungefähr zur Hälfte selbst finanzieren. „Etwa 80 Prozent des partiellen Selbstfinanzierungseffekts ergeben sich recht schnell, nach ein oder zwei Jahren“, schätzt Uhlig, der an der Universität Chicago lehrt.
Ein Schwachpunkt seiner Studie ist, dass sie nur mit Durchschnittswerten für die Steuern arbeitet. Für eine Unterscheidung nach Eingangs- und Spitzensteuersätzen reiche die Datengrundlage nicht, erklärt Uhlig. Dazu bezieht er sich auf eine Studie des französischen Ökonomen Thomas Piketty, der die Anreizeffekte auf einzelne Gruppen von Steuerzahlern genauer untersucht hat. Die größten Verhaltensänderungen ergeben sich demnach an den „Margen“, sagt Uhlig: „Dort, wo Menschen die Entscheidung treffen, mehr oder weniger zu arbeiten.“ Das betrifft etwa ältere Menschen, die überlegen, ob sie in den Ruhestand gehen. Oder Frauen, die den Eintritt in den Arbeitsmarkt erwägen. Oder all jene, die kein fixes Einkommen beziehen.
Der deutschen Regierung empfiehlt Uhlig, trotz der hohen Defizite Steuerentlastungen zu wagen: „Eine Steuersenkung, verbunden mit mittelfristiger Ausgabenkonsolidierung, wäre ein guter Weg“, meint er. Vorübergehend höhere Schulden seien bei den derzeit niedrigen Zinsen „das kleinere Übel“.
Mathias Trabandt/Harald Uhlig: How Far Are We From The Slippery Slope? The Laffer Curve Revisited. NBER Working Paper Nr. 15343, September 2009.

- Islamische Länder und Homosexualität: "In den meisten islamisch geprägten Staaten werden homosexuelle Handlungen mit unterschiedlich hohen Haftstrafen verfolgt. Hierzu gehören die Staaten Afghanistan, Algerien, Ägypten, Bahrein, Bangladesch, Brunei, Gambia, Guinea, Komoren, Irak, Katar, Libyen, Malaysia, Malediven, Marokko, Oman, Pakistan, Senegal, Singapur, Somalia, Syrien, Tunesien, Turkmenistan und Usbekistan.
Illegalität mit Todesstrafe:
In den sieben Ländern Iran, Nigeria (nördliche Landesteile), Mauretanien, Sudan (nördliche Landesteile), Jemen, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate droht die Todesstrafe." Wiki.
Warum wurde Westerwelle nicht Finanzminister? Er ist in der gesamten islamischen Welt eine Lachnummer. Schäuble scheint mir die einzige substanzstarke Person der Regierung zu sein, er war ein guter Innenminister, auf diesem Feld hat die FDP nichts zu bieten; Schäuble ist ein Staatsfunktionär bis in die Knochen und gegen Steuersenkungen; als Finanzminister kann er jede vernünftige Steuersenkung blockieren.

- Wird gespart? Bei den unsinnigen Windrädern? Bei dem extrem teuren Solarblödsinn? Die Mindestlohn-Lohntreiberei wird sowenig korrigiert wie der Trägheitsförderungs-Kündigungsschutz.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Neid in der Gesellschaft, Parteienzulassung



FAZ, Treskow

- " Neid in der Gesellschaft.
Der Neid ist eine starke, wenn auch tabuisierte Emotion, die unsere Gesellschaft tief prägt. Er kann die Wirtschaft lähmen. Was die Soziologie des Neides den Ökonomen sagen kann.
Von Franz Kromka, FAZ 26.10.09
Polemisch könnte man die deutsche Gesellschaft als ein "großes Neidkraftwerk" (Peter Sloterdijk) bezeichnen. Der Neid ist indessen ein ubiquitäres Phänomen. Er ist Teil jener kulturell unterschiedlich geformten Strategie, die Charles Darwin "struggle for existence" nannte. Damit ist er eine wichtige Triebfeder des wirtschaftlichen und politischen Lebens. Man will besser sein als diejenigen, denen man gleicht, und das heißt, mit denen man sich vergleicht. Der Neider nimmt schmerzend die materiellen Güter wie immateriellen Vorteile anderer wahr, und er ist dabei oft stärker daran interessiert, diese zu vernichten, als sie selbst zu erwerben.
Anders als früher wird heute der Neid verdrängt und tabuisiert. Vor nicht allzu langer Zeit hat das Christentum den Neid als ein Werk des Teufels verurteilt und damit eine Kultur der einander Ungleichen ermöglicht. Heute dagegen wird das Gebot der Nächstenliebe als Aufruf zur scheinbar Neid eindämmenden Expansion des Umverteilungsstaates verstanden. Aber der Neid lässt sich so nicht zähmen. In den am weitesten ausgebauten Wohlfahrtsstaaten sind die Menschen nicht solidarischer, sondern im Gegenteil missgünstiger und weniger hilfsbereit. ..." FAZ 26.10.09

- Microsoft: Will in 09 4000 neue Stellen besetzen. Raytheon krisenfest.

- Parteienzulassung: " Fehlerbehebung ausgeschlossen?
Im Bundeswahlausschuss entscheiden die Bundestagsparteien darüber, wer ihnen Konkurrenz machen darf. Das ist problematisch genug. Unerträglich ist, dass es keinen Rechtsschutz gibt. Von Martin Morlok, Uni Düsseldorf
Heute tritt der 17. Deutsche Bundestag in Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Vertreter der Partei "Die Partei" um Martin Sonneborn, den früheren Chefredakteur der "Titanic", und der "Freien Union" Gabriele Paulis sind nicht in den Bundestag gewählt worden. Die Wähler hatten am 27. September allerdings auch nicht die Möglichkeit, diese Parteien nicht zu wählen. Der Bundeswahlausschuss hatte beiden Gruppierungen die Zulassung verweigert und damit scharfe Kritik auf sich gezogen. "Die Partei" hat angekündigt, sie werde in dieser Woche Wahlprüfungsbeschwerde erheben.
Es geht um keine Nebensächlichkeit. Die Zulassung zur Wahl ist ein kritischer Punkt für die demokratische Legitimation der staatlichen Gewalt. Nicht zuletzt ist sie - zumal bei einem Wahlrecht mit einer prozentualen Sperrklausel - bedeutsam für die Offenheit des politischen Prozesses. Die aktuell erfolgreichen Parteien sollen jedenfalls unter dem Druck arbeiten, dass neue Konkurrenz auftreten kann.
Politische Parteien, die bisher nicht mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag oder in einem Landtag vertreten waren, werden nur zugelassen, wenn der Bundeswahlausschuss ihre Parteieigenschaft festgestellt hat. Der Ausschuss ist ein Kollegialgremium, das sich aus Vertretern der "etablierten" Parteien zusammensetzt und dem der Bundeswahlleiter vorsitzt. Gegen eine ablehnende Zulassungsentscheidung kann nichts unternommen werden, weder beim Ausschuss selbst noch vor Gericht. Paragraph 49 des Bundeswahlgesetzes sperrt allen gerichtlichen Rechtsschutz vor der Wahl und verweist auf das hier nur nachträgliche Wahlprüfungsverfahren. Lediglich gegen die Nichtzulassung einer Landesliste durch den Landeswahlausschuss ist die (verwaltungsinterne) Beschwerde zum Bundeswahlausschuss eröffnet. Auch europäischen Rechtsschutz gibt es nicht: Die Rechtsschutzgarantie in Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention erfasst keine wahlrechtlichen Streitigkeiten. ..." Faz 27.10.09

Montag, 26. Oktober 2009

Enzensbergers & Co., Monet ohne Feinstaubplakette



Claude Monet. Le pont de l'Europe, Gare Saint-Lazare. 1877. (Ohne Feinstaubplakette!)

- Kalte Füße und Schnee auf der Mütze: "THUNDER BAY – Yesterday was the International Day of Action on Climate Change. In Ottawa, cold weather kept the crowd from hitting the 5,000 people that organizers hoped. About 500 people showed up. In Calgary, a snowstorm dumped wet heavy snow on the city. ..." http://wattsupwiththat.com/
/// Habet den Mut, euch eures eigenen Thermometers zu bedienen und es selbst abzulesen ...

- Hyundai mit Rekordgewinn im 2.+3. Quartal - die Abwrackprämie machts möglich.

- Enzensbergers. Schlimmer als die Schweinegrippe war/ist der Neomarxismus in all seinen Variationen : Hänschen E. zog mit Familie nach Berlin, trennte sich dort von der Familie, und seine Ex-Frau mit dem exquisiten Namen Dagrun wurde mit seinem Bruder Ulrich E. Mitglied der Kommune I (Uwe Johnson / Hans-Magnus Enzensberger: Der Briefwechsel, Rez. 24.10.09;
dort auch: ' als er im Oktober 1966 im Zuge der Auseinandersetzungen um die Notstandsgesetze auf dem Frankfurter Kongress „Notstand der Demokratie“ mit großer rednerischer Geste ins Ganze und Allgemeine ausgriff, wurde deshalb Johnson sofort zum schärfsten Kritiker von Enzensbergers politischer Rhetorik: „Das ist Hochstapelei. Du kennst die Arbeiter nicht, die du da zum Generalstreik aufrufst.“ ')

- Backenhauergaffer: Ganz nah dran am Ring des privitivsten Kampfspiels Jörg Immendorf, Lüpertz, Müller-West., Lindenberg, Wondratschek. "So schlägt man sich in der Nacht auf die Ohren", FAZ 24.10.09

- Fällt nach Kritik tot um: Waadtländer Autor Jacques Chessex verteidigte Polanski, wurde in einer Veranstaltung dafür kritisiert und erlitt einen Herzschlag.

- Carl Schmitt, auch ein Schriftsteller: " Tatsächlich ist Schmitts Furor in puncto Zivilisationskritik seit seinen frühen Arbeiten – etwa zu Theodor Däublers «Nordlicht» – mit Händen zu greifen. «Grosse Städte, Luxusdampfer und Hygiene» seien die Signaturen der Epoche, heisst es dort, und alles laufe darauf hinaus, die Welt in eine Maschine der Betriebsamkeit und der Funktionslogik zu verwandeln. Was wäre das Antidot? Nichts anderes als gläubiger Gehorsam und Unterwerfung unter jene Kräfte der Ordnung, welche die Lebensführung nicht bloss dem Drang diesseitiger Glücksverheissung überlassen. Schmitt ging so weit, die Leugnung der Erbsünde mit der Auflösung der sozialen Sicherheiten gleichzusetzen. Wer das Böse bestreitet, das seit der Versuchung durch die Schlange im Paradies und dann mit Kains Brudermord in die Welt gekommen ist, wandelt auf Satans Spuren und bedient das Werk des Antichrist. ..." Heinrich Meier: Die Lehre Carl Schmitts. Vier Kapitel zur Unterscheidung Politischer Theologie und Politischer Philosophie. 2009; NZZ 24.10.09

/// Ein besonders giftiger Unsinn, der da aus der Phil. Fakultät quoll. Es ist eine recht eigenartige Sucht nach Sinn, die den Menschen umtreibt und viel Übles direkt oder indirekt bewirkt hat. Ganz Übles, wie den militanten Nationalismus, und üble Marotten, wie den teuren CO2-Unsinn. Die konkrete Sinnhaftigkeit der Dampfmaschine, des Otto-Motors, der Turbine etc. haben dagegen die Welt verändert und die uralte Geißel des Hungers überwunden.