Sonntag, 3. Januar 2010

Adenauers Menschenkenntnis, Messfehler, Menschiks Kalendarium, Filzhüte



Es hat geschneit - -3°C/-5°C
- 1960 und der Herr Weizsäcker: < ...In der Literatur waren oder wurden allmählich Wolfgang Koeppen, Heinrich Böll und der junge Günter Grass profilierte alternative Stimmen zur Ära Adenauer. Andere Autoren wandten sich dagegen stärker der neuen Gesellschaft im Ganzen zu. 1960 erschien Martin Walsers Roman "Halbzeit", mit dem er die Figur des Anselm Kristlein schuf, den er nutzte, wie auch in späteren Werken, um den Hang zum Aufsteiger- und Anpassertum zu behandeln. Wolfgang Weyrauch fragte nach moralischer Gesinnung und Erneuerung: "Wir essen statt zu denken." In seiner 1960 herausgegebenen Anthologie "Ich lebe in Deutschland" beklagte er auch die Haltung von Schriftstellerkollegen, die sich kritisch zur Politik stellten und sich zugleich von der Gesellschaft absonderten.
Über die politischen und westdeutschen Grenzen hinaus sei für das Jahr 1960 auf geistigem, kulturellem und politischem Gebiet an Ereignisse erinnert, die lebhafte Aufmerksamkeit auslösten. Es war zunächst der Tod von Boris Pasternak. Mit seinem Roman "Dr. Schiwago", den er in der Sowjetunion nicht hatte herausbringen dürfen, gab er ein unvergessliches Beispiel für den Mut zur künstlerischen Freiheit. In der DDR geriet der große Philosoph Ernst Bloch mit seinem Hauptwerk "Das Prinzip Hoffnung" in massive Kritik. Bloch war nach seinem Exil einem Lehrauftrag an die Universität Leipzig gefolgt, wurde dort alsbald aber wieder zwangsemeritiert. Der SED-Chefideologe Kurt Hager warf ihm vor, die "Arbeiter- und Bauernkinder zu verseuchen". ...> Der Verfasser war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin (CDU) und von 1984 bis 1994 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.Text: F.A.Z., 02.01.2010

/// Bloch kontaminierte dann die Tübinger Studenten. Wenn ich mich da selbst zitieren darf: "... Der Utopist Bloch hat diesem Zusammenhang schöne Wörter gegeben: "etwas" werde entstehen, "das allen in die Kindheit scheint und worin noch keiner war: Heimat." Nur scheint eben umgekehrt das Licht aus der Kindheit in die Welt des Erwachsenen, die dem unsensiblen Realitätsprinzip unterliegt und in der "no such thing as a free lunch" (Friedmans Kurzformel der Volkswirtschaft) existiert.
Indem sich der erwachsene Mensch latent nach einem Zustand der leistungslosen Bedürfnisbefriedigung in warmer und schützender Kleingruppe zurücksehnt, bleibt er wohl auch prinzipiell offen für Utopien. ..." (Wolf Doleys, Enfant perdu, 1994, S. 25) Das Zitat bezieht sich auf die letzten Zeilen des "Prinzips Hoffnung", jener den naiven Jüngling mitreißenden Suada, die ihm den Kopf besetzt und den Verstand raubt. Jahren harter Denkarbeit erst gelingt die Entdeckung der magischen und primitiven Denkvoraussetzungen Blochs und ihre Überwindung. Und da kommt ein ausgedienter Politfunktionär daher und nennt 2010 den Beschwörer marxistischen Unsinns einen "großen Philosophen". Es zeugt von Adenauers Menschenkenntnis, Weizsäcker seinerzeit empfohlen zu haben: "Gründen Sie jetzt Ihre Familie. Fördern Sie Ihre berufliche Erfahrung. Im Übrigen aber: In der Politik brauchen wir Sie nicht."

- Temperaturen-PostSkriptum: Prozentrechnen auf eine Skala? Muß das sein? Nein. Schlitzohr Giss-Hansen mißt mit passend ausgewählten Mittelwerten mehr Erhöhung: +0,52°C, UAH-Spencer nur +0,28°C . Auf 30 Jahre. Aber diese geringen Abweichungen liegen wahrscheinlich ohnehin in der Fehlertoleranz, auch wenn die UAH-Alabama-Satelliten genauer messen:
"Wie viel wärmer?
Ozeanwerte durch Messfehler zu hoch

Die Erwärmung der Weltmeere in den vergangenen fünfzig Jahren um einige zehntel Grad ist zwar unbestritten, aber die vielfach publizierten Werte sind möglicherweise zu hoch. Das hat eine Überprüfung von Viktor Gouretski vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven und Klaus Peter Koltermann von der Ozeanographischen Kommission der Unesco ergeben. Ausschlaggebend für die Messfehler sind die seit den sechziger Jahren mehrheitlich genutzten XBT - dehnbare Bathythermographen -, die von fahrenden Schiffen und von Helikoptern ins Meer geworfen werden und die die Temperaturen bis in große Tiefen registrieren. Wie die Forscher in der Zeitschrift "Geophysical Research Letters" berichten, hat der Vergleich von sieben Millionen Temperaturprofilen mit Daten verschiedener Temperatursonden gezeigt, dass die XBT-Werte im Schnitt um 0,2 bis 0,4 Grad zu hoch liegen. Mit den korrigierten Daten hätten die Weltmeere etwa ein Drittel weniger Wärme aufgenommen als bisher angenommen. " Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2007, S. 32

- Britischer Wetterdienst: “The cold weather comes despite the Met Office’s long range forecast, published in October, of a mild winter. That followed it’s earlier inaccurate prediction of a “barbecue summer”, which then saw heavy rainfall and the wettest July for almost 100 years.” (WUWT)

- "Kat Menschik, Das variable Kalendarium (FAZ 31.12.09)
Tagesaktuelle Geschehnisse, in der Geschichte gefunden: In ihrem Comic „Das variable Kalendarium“ lässt Kat Menschik großartige wie erschreckende Ereignisse als grafisches Feuerwerk erstrahlen ..." FAZ

/// Shine a light on him. Mir gefallen die grafischen Inszenierungen gut! Sie passen hervorragend zwischen zwei Bildergeschichten. Sie übertreffen diese in ihrem Hinweischarakter auf Vergangenes, dem nach-gedacht werden kann, privat und allgemein. Wann liefen einem denn die AC/DC über den Weg, da mußte man zum Wörterbuch greifen, denn der Englischunterricht war literarisch verbildet. Und Edison. Wie hat der Glühfaden den Lebensstil verändert, die Arbeitsbedingungen verbessert. Ohne Edison ständen die AC/DC im Dunkeln, keine Scheinwerfer strahlten sie an. Daher hätte der Glühbirne ein monumentales Denkmal gebührt, ein Doppeldenkmal mit Edison im Zentrum! Stattdessen rutschte Edison in die linke untere Ecke, während der Rocker erstrahlt. Diese beliebige inhaltliche Wichtung fand sich bisher in allen Sequenzen, damit ganz dem Zeitgeist entsprechend, aber doch leider nicht dem Geist. Pardon, Kognition.

- Ja, der Geist. "Keine Bilder für die Revolution
Eine Ausstellung in der Kunsthalle Wien fragt, wie die Kunst auf die Umbrüche von 1989 reagierte - und warum sie die Wende am Ende narzisstisch verschlief ..." Schümer 31.12.09
/// "Narzisstisch verschlief"? So kann man die gesteigerte Geistlosigkeit auch nennen.

- Wie meinte Beuys 1975? "Die Orte sollen alle so gut wie möglich genutzt werden, damit das große Ziel einer veränderten Gesellschaft erreicht wird." (Beuys ausstellen?, M. Ackermann, Kunstsammlung NRW)
/// Der Mann hatte einfach keine Zeit, seine Zeit zu erfassen.

Samstag, 2. Januar 2010

+0,28°C in 30 Jahren, Jehovah bis Klimaschutz; Schrödinger, Was ist Leben?




Dieser Bursche muß einen naturwarmen Hintern haben - bei -3°C/-1°C - sympathisch ist, daß man ihn nur auf der Mäuselauer sieht, die er mit stoischer Ruhe betreibt - ob er dabei über Schrödingers Katze nachdenkt?


Sind so bunte Kurven: Oben Hansen/Giss (Goddard Institute for Space Studies), unten UAH/Spencer (University of Alabama Huntsville)


- Gore hätte ja noch ein paar Grad draufgelegt: " Gisstemp versus UAH – 87,5% mehr Erwärmung nach 30 Jahren
Die Globaltemparatur 1979-2008, das ist ein Jubiläum: 30 Jahre Aufzeichnungen von Temperaturen der Atmosphäre via Satelliten. Seitdem die World Meteorological Organization “Klima” als “das durchschnittliche Wetter während einer Periode von 30 Jahren” definiert, haben wir nun erstmals eine Berichterstattung über einen kompletten Klima-Zeitraum, was die Satellitenmessung von oberflächennahen Temperaturen betrifft. Dies ist besonders interessant, weil Aufzeichnungen von Oberflächen-Thermometern immer wieder in der Kritik stehen, dem Wärmeinsel-Effekt einer wachsenden Bevölkerung rund um die Wetterstation nicht richtig Rechnung zu tragen.

Werfen wir einen Blick auf die obige Abbildung. Auf den ersten Blick, folgen die fünf Datensätze mehr oder weniger dem gleichen Trend. Doch was passiert, wenn wir die Basis jeder der fünf Temperaturreihen auf “1979 = 0″ stellen:
Die Temperaturreihe der MSU-Satelliten der Universität von Alabama endet 2008 mit einer Jahrestemperatur, die +0,28°C über 1979 zu stehen kommt.

Der weltumspannende Land-Ozean-Index von Giss Nasa stieg aber in derselben Zeit um +0,52°C. Dies bedeutet in der Tat 85,7% mehr Erwärmung bei Giss im Vergleich zu UAH-MSU nach 30 Jahren Satellitenmessungen der Temperatur der unteren Troposphäre. Die langfristige Trendlinie zeigt eine Steigung von +0,127°C resp. +0,162°C pro Dekade. Dies ergibt noch +27,6% mehr Erwärmung bei Giss Nasa gegenüber UAH. Es fällt also auf, dass der Unterschied der Langfrist-Trends (+27,6%) , welche sich nach der vollständigen Glättung von kurzfristigen Schwankungen ergeben, so sehr hinter der Differenz am Schlussjahr 2008 (+85,7% seit 1979) hinten nachhinkt. Dies ist teilweise auf den Super-El Nino 1997-1998 zurückzuführen, welcher die Satelliten-Temperaturen (UAH and RSS) entgegen dem Trend so bedeutend über die Oberflächentemperaturen schiessen liess und damit deren relative Kühlung zum Teil wettmachte. Zudem gibt es da noch “böse Zungen”, die behaupten, dass die Giss-Nasa-Temperatur handkorrigiert wurde. Tatsächlich stellt sich die Frage, warum diese von den Katastrophen-Alarmisten am häufigsten genannte Temperaturreihe in den frühen achtziger Jahren so kräftig anstieg, ( was eben die Satelliten nicht bestätigten), und warum Giss in den letzten Jahren noch auf eine leichte Erwärmung kam, während andere Messungen gleichzeitig eine leichte Abkühlung anzeigten, wodurch die Schere noch mehr aufging.

Die stärkere Erwärmung der Erdoberfläche gegenüber der Troposphäre ist besonders beunruhigend, denn
Klima-Modelle gehen davon aus, dass wenn sich die Oberfläche erwärmt, dies auch die Troposphäre tun sollte. Global gesehen sollte sich die Troposphäre (gemäss Satelliten) etwa 1,2 mal mehr als die Oberfläche erwärmen, wenn es nach den Klimamodellen geht. In den Tropen müsste die Troposphäre sogar 1,5 mal so schnell warm werden wie der Boden.
Quelle: The Air Vent.

Das Gegenteil von dem, was die Klimamodelle voraussagen, ist der Fall. Da nützt es nichts, wenn Giss bei der Temperatur noch etwas nachhilft (Oktober +0,73, dann +0,55, dann wieder +0,58). Gut dass es zwischen den mehr oder weniger unterschiedlichen Datensätzen und Netzwerken einen Wettbewerb gibt. Giss-Nasa-Boss und Klimatrompeter James Hansen führt den Temperaturindex mit der größten Erwärmung während Klima-Skeptiker Roy Spencer dem Satellitennetz mit dem Resultat der geringsten Erwärmung vorsteht. Kann dies Zufall sein?"
This entry was posted on Sunday, February 1st, 2009 at 8:52 pm and is filed under Deutsche Themen, Globale Temperatur. " http://climatepatrol.net/2009/02/01/gisstemp-versus-uah-875-mehr-erwarmung-nach-30-jahren/

- Für ein paar Grad mehr: Jim Steele (auf WUWT zu Goddard Institute for Space Studies-Chef James Hansen) :
I like the Hansen trick where 5 or 8 year averages hide the recent decline. Also a nice trick is to show global temperatures over a 120 year period and then compare it to sun spot cycles over just the past 30 years. The 2 different graphs not hide the recent declines in both temps and solar activity. The carefully chosen time scales also hide a previous graph produced by NOAA showing solar and SST are highly correlated.
http://www.oar.noaa.gov/spotlite/archive/images/sunclimate_3b.gif

- Jehovah bis Klimaschutz. Alles Unglück dieser Welt stamme daher, meinte Pascal, daß der Mensch nicht verstünde, ruhig auf seiner Stube zu bleiben.
Die neueste Variante der extrovertierten Wichtigtuerei findet sich bei den Weltrettern, denen es nicht mehr genügt, nützliche Dinge wie den Seeweg nach Indien zu finden. Ihre Aufplusterei hat Weltformat, und immer schamloser werden dafür Kinder instrumentalisiert, das jüngste Beispiel präsentiert die FAZ, oder vielmehr hat ein weltrettender Vater es geschafft, seinen weltrettenden Dreikäsehoch in die FAZ zu schieben.
In der Kommunikation reicht für die Anschlußfähigkeit irgendein Schlagwort, es mag inhaltlich bestimmt sein oder nicht, das spielt keine Rolle. Ein beliebiger Autor beginnt damit und es wird durchgehechelt, bis es alle langweilt oder ein neuer Schwätzer daherkommt.

- Schrödinger, Was ist Leben? „Leider ist Schrödingers Dilemma etwas, das im akademischen Leben weit verbreitet ist, wenn auch meist unter weniger prominenten Bedingungen. Professoren aus nahezu jedem Fach können ein Lied davon singen, daß das eine oder andere nebulöse Ideengebäude jeglichen Erkenntnisfortschritt verhindert und dennoch von allen, die ernsthaft mitreden wollen, Ehrerbietung fordert. Damit müssen wir leben – so wie mit dem Tod oder den Steuern. Es kann jedoch keinen Zweifel daran geben, daß dies beschämend im Hinblick auf all das ist, wofür Universitäten stehen wollen. Ist man mit einem solchen Dilemma konfrontiert, so ist die moralisch einzig richtige Reaktion nicht , sich zu fügen und sich nüchtern damit abzufinden, sondern wie Schrödinger aufs äußerste dagegenzuhalten.“ (Robert B. Laughlin: „Schrödingers Problem“, Oder: Was bei der Erfindung der Quantenmechanik nicht logisch zu Ende gedacht wurde. In: „Geist und Materie – Was ist Leben?“, Zur Aktualität von Erwin Schrödinger; Edition Unseld 13, Suhrkamp (2008), Seite 55f.)
Schrödingers Buch endet übrigens mit dem Epilog "Über Determinismus und Willensfreiheit".

- Licht bricht aus der Druckerschwärze. Heike Göbel ( "Die Kosten des Wurstelns: ... der Wirtschaftsfreiheit durch kluge Regeln Raum zu geben.")
zugeeignet:
Im Lärm des Jahresendgeschnatters
Welch holder Ton,
Welch klare Kraft !

Freitag, 1. Januar 2010

Der Weg der Selbsterkenntnis




Der Frost ist zurück, -3°C, vereiste Oberleitungen im Norden

Noch ein paar Sderne - ordentlich weit weg - da könnten doch Schellnhuber und Konsorten mal ein paar neue Energiebilanzen aufstellen und Mittelwerte ohne Schummeln ausrechnen; in der Mitte von M51 domiziliert ein Schwarzes Loch - wäre doch ein aufregend neuer Ort für die Potsdam-Alarmisten?! (http://farawayworlds.wordpress.com/2009/12/31/whirlpool-galaxie-m-51-neujahrsgrus/)




- Selbstachtung

Früher, da ich unerfahren
und bescheidner war als heute.
hatten meine höchste Achtung
andre Leute.
Später traf ich auf der Weide
außer mir noch mehre Kälber,
und nun schätz ich sozusagen
erst mich selber.

Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Karlspreis für den Zweiten Senat, Kernkraft oder der Niedergang von Siemens




Ja, was war das?


Das war jedenfalls richtig:
- " ISENSEE SCHLÄGT VOR:
Karlspreis für den Zweiten Senat
Manchen mag es nicht überraschen, was Josef Isensee zum Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts denkt. Doch wie der Bonner Staatsrechtslehrer ..." 17.12.09

Das war falsch, Pierer gegen diesen österreichischen Saubermann auszutauschen:

- Kernkraft oder der Niedergang von Siemens: Die Emirate bauen ein Kernkraftwerk und haben den Auftrag an ein südkoreanisches Konsortium gegeben. Früher hat Siemens auch (gute) Kernkraftwerke gebaut - heute wirbt der Moralistendoofi Löscher für grünen Quatsch wie teuren Windblödsinn und völlig überteuerten Solarunsinn.

Bart ab?
Erst ich, dann Reiche, kann das richtig sein? Mein Gott, wie soll das weitergehen 41 Jahre nach 1968? So alt sind wir schon? Und nicht im Stasi-Knast krepiert, nicht von Ulbricht an der Mauer erschossen, nicht einmal das sozialistische Bitterfelder Schwefeldioxyd in der Lunge! Alles glatt gegangen, cum grano salis, mit ein paar Balken im Weg und akademischen Habermashinterhalten, alles glatt, jetzt sogar gesichtsglatt. Na dann.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Schon mal ein Rückblick, Schneller Brüter



Scharfes Hinsehen: Her mit den Scannern, Leib, Leben und Gehirn sind unser Kostbarstes! (Die Auswertung macht der Computer automatisch, erst auf ein Signal hin schaut sich ein Sicherheitsmitarbeiter das Bild an.)

Scharfes Sehen: Neue Lesebrille von heute auf morgen! Wenn ich bedenke, wie viele Wochen das im sozialistischen Honeckerland gedauert hätte, wenn man da nicht Stasi-Offizier gewesen wäre.

- Schon mal ein Rückblick und eine Vorlage für gute Vorsätze in Berlin: " Mehr Gewalt, härtere Strafen
Am 1. Mai 2009 erlebte Berlin einen der brutalsten "Tage der Arbeit" seit langem. 500 Polizisten wurden Opfer von Gewalt. Die Antwort der Justiz fällt deutlich härter aus als in den Vorjahren.
Von Mechthild Küpper, FAZ 3.12.09
Der Mai-Krawall des Jahres 2009 fiel unerwartet brutal aus; fast 500 Polizisten wurden Opfer von Gewalt. Daher ist die Aufarbeitung des 1. Mai in diesem Jahr nicht nur Sache der Politik und der Polizei, sondern auch der Justiz: Staatsanwälte und Richter verfolgen aufmerksam, was aus den 457 Ermittlungsverfahren gegen Tatverdächtige geworden ist. Für Oberstaatsanwalt Michael von Hagen, Leiter der Staatsschutzabteilung, war der 1. Mai 2009 der erste, den er von Amts wegen begleitete. Es kam zu doppelt so vielen Haftbefehlen wie im Jahr zuvor, nämlich 65. Wo die Haftrichter bei den 150 Festgenommenen, für die ein Haftprüfungsverfahren eingeleitet wurde, keine Vorbelastung fanden und keine Fluchtgefahr sehen, hätten sie häufig entsprechende Anträge der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Da aber die Demonstranten auf den Friedrichshainer und Kreuzberger Straßen in diesem Jahr besonders aggressiv gewesen seien, werde das im kommenden Jahr anders sein, glaubt von Hagen. "In diesem Jahr haben die Gerichte höhere Strafen ausgesprochen, weil die Gewalt eine andere Qualität hatte", sagt er. So seien zum Beispiel abseits der Demonstration Molotow-Cocktails auf geparkte Polizeiwagen geworfen worden, in denen Beamte saßen. Das Signal der 1.-Mai-Prozesse von 2009 sei eindeutig: Am 1. Mai zu randalieren ist kein Kavaliersdelikt, auch nicht, wenn Alkohol im Spiel gewesen ist.

Von Hagen lobt die Arbeit der Polizei am 1. Mai. Die Ermittlungsgruppen hätten "viele sehr gute Bilder" von Randalierern in Aktion geliefert. Die Gruppendynamik bei den Demonstrationen verführe manchen jungen Mann, es anderen nachzutun und mit Flaschen auf Polizisten zu werfen. Zum Teil seien sie dabei so unvorsichtig, dass sie nicht wahrnähmen, wenn Beamte zusehen und sie in flagranti festnehmen könnten. Viele Teenager nähmen an solchen Krawallen mit der Einstellung teil: "Was soll mir schon passieren?"

Noch haben längst nicht alle Prozesse gegen Gewalttäter des 1. Mai ein Urteil gebracht. Bis Anfang Oktober wurden 139 Anklagen gezählt. Zwölf Mal wurden Freiheitsstrafen verhängt, elf Mal auf Bewährung, 38 Strafbefehle wurden ausgesprochen, 15 Verfahren wurden eingestellt. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr nach den Mai-Krawallen zwei Mordanklagen. Zwei Schüler sollen einen Molotow-Cocktail auf Polizisten geworfen haben, der dann eine Passantin schwer verletzte. Die 17 und 20 Jahre alten Jungen sagen, sie seien verwechselt worden. Der eine von ihnen stand am 1. Mai noch unter Bewährung; er hatte schon am 1. Mai vergangenen Jahres an Krawallen teilgenommen. Der Oberstaatsanwalt, der die Anklage beim Landgericht vertritt, lebt inzwischen unter Polizeischutz; Linksextreme bedrohen ihn im Internet.

Zwei andere Jugendliche, die ebenfalls wegen des Werfens von Brandsätzen auf Polizisten unter Mordanklage standen, wurden vom Landgericht zu Jugendstrafen von drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt - wegen Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Sie sagten, sie hätten niemanden gefährden wollen. Sechs Urteile, die das Amtsgericht Berlin-Tiergarten zwischen Mai und Oktober aussprach, belegen die Beobachtung, dass die Gewalttaten des 1. Mai vor Gericht ernsthaft gewürdigt werden: Ein nicht vorbestrafter 30 Jahre alter italienischer Sozialarbeiter, der kurz zuvor nach Deutschland kam, war des Landfriedensbruchs angeklagt. Er hatte 17 Flaschen auf Polizisten geworfen. Er wurde zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte Cristian P. legten gegen das Urteil allerdings Rechtsmittel ein. Nicht rechtskräftig ist auch das Urteil gegen eine 29 Jahre alte Schauspielerin, die seit Jahren ein festes Engagement in Würzburg besitzt. Sie hatte am 1. Mai eine Flasche auf Polizisten geworfen, traf jedoch nicht. Vor Gericht sagte sie, sie habe sie "entsorgen" wollen. Sie wurde zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Rechtskräftig ist das Urteil von 14 Monaten Gefängnis auf Bewährung gegen einen 23 Jahre alten Mann ohne Ausbildung, der von seinen Eltern unterstützt wird. Er hat eine Glasflasche auf Polizisten geworfen. Vor Gericht hat er gestanden. Die Taten, derentwegen er des Landfriedensbruchs und der versuchten Körperverletzung angeklagt war, seien spontan, "enthemmt" durch Alkohol, geschehen.

Das Urteil von drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis gegen einen strafrechtlich erheblich vorbelasteten 30 Jahre alten Mann aus Erfurt, der am 1. Mai in Berlin aus dem "schwarzen Block" militanter Demonstranten heraus Pflastersteine auf Polizisten warf und auch traf, ist nicht rechtskräftig. Der Mann hat erklärt, er habe auch in der Untersuchungshaft keine Erklärung für seine Taten gefunden, er habe wohl "Frust ablassen wollen". Sein Geld - etwa 1500 Euro im Monat - verdient er als freier Mitarbeiter einer Immobilienfirma.

Schon 2007 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt war der 28 Jahre alte Mann, der am 1. Mai dieses Jahres zwei Flaschen auf Polizisten geworfen hat, was er vor Gericht auch gestand. Er hatte auf dem "Myfest" Musik gemacht, sich über die Polizei geärgert und in betrunkenem Zustand Flaschen geworfen. Der Mann war als Selbständiger im Bühnen- und Messebau tätig gewesen. Gegen das Urteil von 18 Monaten Gefängnis ohne Bewährung legte er Rechtsmittel ein.

Der Erste, der in diesem Jahr wegen Gewalttaten am 1. Mai verurteilt wurde, war der 58 Jahre alte türkische Staatsbürger, Vater von sieben Kindern, der mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis in Berlin lebt. Der arbeitslose Kraftfahrer, der von Arbeitslosengeld II lebt, hatte, leicht alkoholisiert, zwei Flaschen auf Polizisten geworfen, was er auch gestand. Das Urteil von 14 Monaten Gefängnis mit Bewährung ist rechtskräftig.
Das Rätsel, was so viele treibt, die Berliner Mai-Demonstration zur Gewaltausübung zu nutzen, zu der sie danach weder politische noch persönliche Motive nennen können, soll der Kriminologe Klaus Hoffmann-Holland von der Freien Universität Berlin klären helfen. Anfang 2010 soll seine Studie fertig sein.

- Schneller Brüter: Ein Brutreaktor ist ein Kernreaktor, der nicht nur zur Energiegewinnung, sondern gleichzeitig zur Erzeugung weiteren spaltbaren Materials dient. Ein nicht spaltbares Nuklid wird in ein spaltbares umgewandelt und kann dann (nach Aufarbeitung und Einbringung in neue Brennelemente) anschließend als Kernbrennstoff verwendet werden. In einem gewissen Maß geschieht diese Umwandlung in jedem Kernreaktor; einen Brutreaktor zeichnet aus, dass er mehr Brennstoff herstellt, als er selbst in der gleichen Zeit verbraucht. ... Derzeit werden Brutreaktoren in den USA, in Russland, Frankreich, und Indien betrieben. In Japan wird derzeit ein neuer kommerzieller Brutreaktor entwickelt. Der reguläre Betrieb dieses Typs ist für 2050 vorgesehen.
Der erste deutsche Versuchs-Brutreaktor wurde in den Jahren 1971 bis 1974 in Karlsruhe gebaut. Diese Anlage, KNK-I, wurde 1977 zu einem schnellen Brüter mit der Bezeichnung KNK-II umgerüstet und war bis 1991 in Betrieb.
Am Niederrhein bei Kalkar wurde ab 1973 ein industrielles Brutreaktorkraftwerk gebaut. Nach zahlreichen Protesten und dem Reaktorunfall bei Tschernobyl (1986) kam es nie zur Inbetriebnahme oder gar Stromerzeugung, die für 1987 vorgesehen war (siehe Kernkraftwerk Kalkar)." Wiki.

- Gesamtschule: Wenn man die Windhunde mit den Schildkröten trainieren läßt, sind beide Gruppen glücklich, oder?