Freitag, 8. Oktober 2010

Verklärter Herbst






Das Weinlaub leuchtet





Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht -
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

1912 Georg Trakl (1887-1914)

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Tattoo you







Lohnt die Lektüre, was man nur von wenigen Romanen sagen kann





- Haftung, die einzige Sprache, die gut verstanden wird: Jerome Kerviel zu 3 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt sowie zu Schadenersatz von 4,9 Mrd.


- Die Sprache eines Romans dagegen ist vieldeutig.
Schirrmacher : "dass Kunst und Literatur Menschen verändern können, der „Zauberberg“ ist der Roman der intellektuellen Steigerung eines ganz mittelmäßigen, eigentlich ziemlich dummen Jungen aus Hamburg." (Thilo Sarrazin im Streitgespräch, FAZ 1.9.10)
" Abenteuer im Fleische und Geist, die deine Einfachheit steigerten ", heißt es in den letzten Zeilen des Romans. Hans Castorp lernt dazu, zweifellos, durch Madame Chauchat, Naphta und Settembrini, von einer "intellektuellen Steigerung" zu sprechen, überdehnt die Bedeutung dieses Bildungskapitels auf dem Zauberberg. In der Atmosphäre des infektiösen Treibhauses wird nicht gelernt: klares, diszipliniertes bürgerliches Denken, konstruktiver Pragmatismus, politische und geschichtliche Analyse etc. So kann man einen Roman mißverstehen, und für den FAZ-Feuilletonisten Schirrmacher und sein überall oberflächliches Verstehen ist das ja auch ganz typisch, ob er nun von der Basenabfolge des Genoms handelt, marktschreierisch "Entschlüsselung des Genoms" geheißen, oder ob er Sarrazins Buch liest und überall "Biologismus" versteht, obwohl er biologisch völlig ungebildet ist und Biologie in Sarrazins Buch nur eine Nebenrolle spielt.

- Könnte sich Herr Wulff nicht "Allahu Akbar" auf die Wange tätowieren lassen, nicht auf Arabisch, wohlgemerkt, der Originalsprache Allahs, sondern latinisiert, dergestalt das Verbindende der abrahamitischen Religionen betonend?
Am besten ginge er dann auch dorthin, wo der Islam tatsächlich die Grundlage von Staat, Politik und Kultur bildet, "Teil des Landes" ist, zB nach Persien, Saudi-Arabien, Kuweit etc. Da kann er erste Kenntnisse über den Islam erwerben:

" Im islamischen Gemeinwesen hingegen ist die Steinigung eine öffentliche Angelegenheit. Für den Vollzug gibt es detaillierte Vorschriften. Die Steine dürfen nicht zu schwer sein, weil dann die Bestrafung nur von kurzer Dauer wäre, sie dürfen nicht zu klein sein, weil dann der Tod allzu lange hinausgezögert würde. Gedanken machen sich die Schariagelehrten auch darüber, wie die Werfer sich aufzustellen haben und ob ein Opfer, dem es zu entkommen gelingt, von weiterer Strafverfolgung frei sei.
Nach den Regeln ihrer Zunft handeln selbst noch die Autoren der kuweitischen Enzyklopädie (erschienen in den Jahren 1993 bis 2007) diesen Stoff ab. Dass dieses ganze theozentrische Gedankengebäude mit der heutigen Auffassung von der unveräußerlichen Würde des einzelnen Menschen nicht im entferntesten zu vereinbaren ist, kommt ihnen keinen Augenblick in den Sinn. ..." Vier Männer müssen die Unzucht der Frau bezeugen: Die Steinigung, eine Züchtigung gemäß islamischem Recht / Von Tilman Nagel, Orientalist, FAZ 20.10.10

Wulff könnte sich dann auch ein paar Gedanken machen, was der Unterschied zwischen dem Islam im allgemeinen und Mohammedanern sein könnte. Letztere gibt es in allen Schattierungen, sogar solche, die dem Islam abgeschworen und damit nach der Scharia ein todeswürdiges Verbrechen begangen haben.
War je ein Bundespräsident noch unbedarfter?

Mittwoch, 6. Oktober 2010

http://freesakineh.org







- Sakineh Ashtiani soll gesteinigt werden:

" Niemand weiß, wann Sakineh Ashtiani gesteinigt werden wird. Vielleicht heute, vielleicht morgen, vielleicht in einem Jahr. Wenn der richtige Zeitpunkt für die iranische Justiz gekommen sein wird, dann wird man die dreiundvierzigjährige Iranerin bis zur Brust eingraben, ihren Kopf mit einem Tuch verhüllen und diesen so lange mit Steinen bewerfen, bis sie stirbt. ...

Seitdem das Schicksal von Frau Ashtiani öffentlich bekannt ist und ihr Foto kursiert, haben mehr als 190 000 Menschen die von der iranischen Autorin Azar Nafisi initiierte Internetkampagne (http://freesakineh.org) gegen die Hinrichtung unterschrieben, demonstrierten Tausende gegen die Steinigung, hat der brasilianische Präsident Lula da Silva der iranischen Regierung angeboten, Frau Ashtiani Asyl zu gewähren. Vergeblich. Teheran zeigt sich stur. Je mehr die Aufmerksamkeit wächst, desto mehr entwickelt sich der Fall zu einem Politikum, mit dem Iran dem Westen und der Opposition im Inneren zeigt, dass es Menschenrechte mit Füßen treten kann. ..." FAZ 20.8.10


- " Join us in Auburn, Alabama! 'Where the sky is always blue!'
for our annual Supporters Summit and Schlarbaum Award for Jim Rogers

What a remarkable struggle underlies all the headlines we see today. The state keeps restricting, taxing, closing, hindering, and destroying, but private markets keep struggling to innovate, develop, and build the future. It has never been clearer that the future of liberty is bound up with the development of the private sector, even as government keeps hitting it with hammer blows. The state's efforts to stimulate have had the reverse effect. The recovery is largely a myth, as this conference will demonstrate. Real change must rest on an intellectual foundation. And that means sound economic theory and policy in the Misesian tradition. ..." mises.org

Dienstag, 5. Oktober 2010

Au, au, n-tv







Stuttgart-Botnang, 1958, hinterm Wald, gegenüber der Schule:
Dahin fuhr nicht einmal die Schwäbische Eisenbahn, aber eine Grundschule gab es, in der kein rotgrüner Lehrer die Schüler indoktrinierte. Dieses stramme Schwabenexemplar versah alle Fächer, am liebsten aber gab er das Fach HEIMATKUNDE. Das große Relief, das er dazu verwendete, steht mir noch vor Augen, desgleichen sein Tafel-Lineal, mit dem er schwätzenden Schülern zu neuer Aufmerksamkeit verhalf. Man mußte dazu die Innenhand darbieten; ich zog sie einmal zurück, ohne jede böse Absicht, worauf das gute Stück auf der Bank zersplitterte. Überraschung allenthalben, auf Schülerseite mit glucksendem Gekicher. Ich habe es nicht bereut.




- Stuttgart-Mitte vor dem Bahnhof: Greser&Lenz bringen es auf den Punkt! In ihrer Karikatur in der FAZ v. 2.10.10 (s. faz.net : Witze für Deutschland) lassen sie den unpünktlichen Sitzblockierer aus Ulm sagen:
"Ich bin leider zu spät! Wenn die Strecke von Ulm schon ausgebaut wäre, hätte ich pünktlich hier sein können."

Der Reisedemonstrant war nämlich unterwegs mit der Schwäbischen Eisenbahn:

1. Auf de' schwäb'sche Eisebahne
Gibt's gar viele Haltstatione:
Schtuagart, Ulm and Biberach
Meckabeure, Durlesbach.
|: Trulla trulla trulla-la :|
Schtuagart, Ulm und Biberach
Meckabeure, Durlesbach.

...
(Das Lied von der Schwäbischen Eisenbahn, Willy Reichert)



- Au, au, n-tv : "gewiß nicht linkslastigen privaten Fernsehsender n-tv", schreibt Herr Heuer.

Da schüttelt man die Ohren und greift zur Lesebrille. Einer der ganz konsequent linken Kanäle, dabei mehrere hundert Meter unter dem Niveau des linken Flaggschiffs Süddeutsche Z., einer der dämlichsten Kanäle in der Medienlandschaft überhaupt, läppisch im Ton, äffisch* in den Animationen - schwummm! wird nach jeder Wirtschaftsnachricht eingespielt - einer der Sender, der auch in der Bildauswahl sich ganz der linken Einäugigkeit bedient, dieses linke Medienmachwerk soll "gewiß nicht linkslastig" sein?

Ich sehe abends aus alter Gewohnheit noch die "Telebörse", die einmal unter Friedhelm Busch ein ernsthaftes Magazin unter dem Dach von n-tv war, und ärgere mich über die jämmerlichen Reste mit dem linken Beiwerk. Herr Heuers Hinweis soll mir Impuls sein, es bei DAF, dem Deutschlandfunk und dem fabelhaften FAZfinance.net zu belassen.

Im übrigen kenne ich kein Medium mit größererer Reichweite in Deutschland, daß nicht, wie auch die FAZ, wenigstens ein linkes Feuilleton hätte.
Hilfreiche Hinweise auf liberale, nichtstaatsgläubige Qualitäts-Medien nehme ich gerne entgegen.

Das Stuttgarter Phänomen ist interessant. Die 68er sind jetzt im Pensionsalter, aber ihre primitiven Straßenblockierungsgewohnheiten üben sie auch als pensionierte rote Richter, als verrentete rotgrüne Lehrerinnen, als rote Journalisten i.R. noch aus. Siehe auch den roten Heiner Bremer auf n-tv, Ex-STERN-Chefredakteur, Jahrgang 1941, der auch noch mit neunzig seinen stinkroten Mist über das Publikum auskippen wird, wenn seine Herzkranzgefäße mitmachen.

Der Stuttgarter Kopfbahnhof belegt eine irrsinnig große Innenstadtfläche mit toten Gleisen (100ha! Wahnsinn!), der Stuttgarter Kopfbahnhof ist zudem das größte Bahnverkehrshindernis Europas, s.o.
Dieses Monstrum zu beseitigen ist eine großartige Infrastrukturinvestition für Stuttgart und Europa. Dagegen anzugehen nach allen Planungsverfahren, Beschlüssen vom Bundestag bis zum Stadtrat und nach den Auftragsvergaben der vergangenen Jahre, dagegen primitivste Straßenkämpfer aus dem ganzen Land mit Bussen heranzuschaffen, das entlarvt die Bundes-SPD und die Grünen als destruktive Kräfte, die mit Baustellenanwohnern, die ihre Ruhe haben wollen, ihre reaktionären Interessen verfolgen.

Der Staat hat drei Hauptaufgaben: innere und äußere Sicherheit zu gewährleisten und große Infrastrukturmaßnahmen durchzuführen.
Auch gegen pensionierte rote Richter, die Bundes-SPD und reisende Berufskrakeeler.

Wahrlich, wahrlich, es gibt keinen idiotischeren linken Sender als n-tv!

* Da rief gerade der Australopithecus von gegenüber an. Jawohl, den Ausdruck "äffisch" ziehe ich mit großem Bedauern zurück und entschuldige mich bei allen Primaten. "Kindisch" muß es heißen! Die n-tv-Mitarbeiter bekommen ja auch einen Teil ihrer Vergütung in rotgrünen Lutschern ausbezahlt.

Montag, 4. Oktober 2010

Nebelmorgen








Septembermorgen


Im Nebel ruhet noch die Welt,

Noch träumen Wald und Wiesen:

Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,

Den blauen Himmel unverstellt,

Herbstkräftig die gedämpfte Welt

In warmem Golde fließen.

(1827)
Eduard Mörike ( 1804 - 1875 )




- Junge Männer greifen nicht nur Polizisten an, sondern schlagen sich auch gern auf der Kirmes: 59 Verletzte auf dem Oktoberfest

- Stuttgart sieht an der Bahnhofsbaustelle, das Bauvorhaben ist seit langem rechtmäßig beschlossen, aus dem ganzen Land herangekarrte Jugendliche, auch Ältere; aber vor allem junge Fanatiker bewerfen Polizisten mit Flaschen und versprühen Pfefferspray; außerdem blockieren sie die Bauarbeiter durch Barrikaden, Baumhäuser etc.
Das Argument der Straße: war schon zuzeiten von SA und SDS immer primitiv, sollte gänzlich entfallen, seit die Einführung des Internets jedem eine Argumentation von mehr als drei Plakatworten erlaubt (die dann eventuell von Fanatikereltern auch noch ihren Kindern umgehängt werden!).
Nötigung durch herangekarrten (schwarzen) Mob war immer widerlich. -

Ich habe übrigens persönliche Erinnerungen an den Stuttgarter Schloßgarten, sehr blasse inzwischen. Ich besuchte vor vielen Jahren die Grundschule in Stuttg.-Botnang und bekam dort wie alle anderen den Auftrag, Spendenpostkarten für das Müttergenesungswerk zu verkaufen. Das tat ich brav nachmittags im Schloßgarten vor dem Hauptbahnhof. Und auch erfolgreich. Überzählige Beträge verwendete ich für Fahrgeld und Schokolade.


- Der Platitüdenkönig sprach: "Die Zukunft gehört den Nationen, die offen sind für kulturelle Vielfalt, für neue Ideen und für die Auseinandersetzung mit Fremden und Fremdem. Deutschland muss mit seinen Verbindungen in alle Welt offen sein gegenüber denen, die aus allen Teilen der Welt zu uns kommen. Deutschland braucht sie! Im Wettbewerb um kluge Köpfe müssen wir die Besten anziehen und anziehend sein, damit die Besten bleiben. Meine eindringliche Bitte lautet: Lassen wir uns nicht in eine falsche Konfrontation treiben. Johannes Rau hat bereits vor zehn Jahren klug und nachdenklich an uns appelliert, "ohne Angst und ohne Träumereien" gemeinsam in Deutschland zu leben." Chr. Wulff, derzeit BP
Solche Köpfe braucht niemand.