Donnerstag, 16. August 2012

Zum Verlieben!





Bildschön und schön gelegen in den niederrheinischen Feldern: 

keine riesigen Drehteile zerhacken den Horizont und verdunkeln den Himmel, keine Vögel werden gehäckselt, einfach prima, dieses neue Braunkohlekraftwerk, das rund um die Uhr zuverlässig Strom erzeugt. Billigen Strom! Ohne Subvention.

Man beachte den zartweißen Wasserdampf. Blauweiß wie sacht treibende Wolken.

Die großen Braunkohlevorkommen in der Nähe reichen noch mehrere hundert Jahre.
Großartig!  

(Bild: RWE)



" Essen, 15. August 2012, RWE Power AG

Effizient und hochflexibel: BoA 2&3 leistet wichtigen Beitrag zu Energiewende und Klimaschutz


  • NRW-Ministerpräsidentin Kraft, Bundesumweltminister Altmaier und RWE Chef Terium nehmen Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik (BoA) in Betrieb
  • Über 50% der Investitionssumme von 2,6 Milliarden Euro gingen nach Nordrhein-Westfalen / Deutliche CO2-Reduktion durch neueste Technik

In Grevenbroich-Neurath bei Köln ist heute die BoA 2&3 offiziell in Betrieb gegangen. Mit einem Wirkungsgrad von 43 Prozent und großer Flexibilität ist die Doppelblockanlage mit einer Gesamtleistung von 2.200 Megawatt (MW) das modernste Braunkohlenkraftwerk weltweit." (RWE) Der Name könnte ein bißchen attraktiver sein! Wie wär's mit BRAUNI SUPER ? Und "Klimaschutz" ist natürlich Blödsinn. Seit es die Erde gibt, gibt es Klimawandel. Und so lange es die Erde gibt, wird es Klimawandel geben. Derzeit leben wir in einer Zwischeneiszeit. Erfreulich.

Mittwoch, 15. August 2012

Pizza statt Panetta


28°C, in der Wärmeinsel Düsseldorf 30°C.



Der Sommer meldet sich an der Schwelle zum Herbst zurück. Schön. Da könnten Panetta und Clinton doch mal ruhig sein und sich entspannen. Stattdessen warnen sie den Iran vor der Unterstützung Syriens bzw. Assads. Was tat Teheran eigentlich 1980, als in Kabul ein linkes Regime herrschte, das Afghanistan entwickeln wollte und dabei von den Sowjets unterstützt wurde? Sie standen nicht gerade an der Seite Washingtons, aber sie halfen ihren schiitischen Islamisten gegen die Kabuler Sozialisten, während die USA die Taliban unterstützten. Lieber islamistische Fanatiker an der Macht in Kabul als Moskaus Verbündete, das war die kurzsichtige und phantasielose Logik des amerikanischen Außenministeriums. Die Folgen waren schlimm und dauern bis heute an. Haben die beschränkten Beamten in Washington etwas daraus gelernt?
Man hat nicht unbedingt den Eindruck. Wieder unterstützen sie die fanatischen Islamisten. Steckt der Kinderglaube an die Demokratie dahinter, von der nur infantile Köpfe annehmen können, daß sie aus der geistigen Steinzeit schnell in eine zivilisierte Zukunft führe? Da sollen sie doch noch einmal nach Kabul fahren, sich umsehen und mit Karzai sprechen.
Oder geht es um die machtpolitische Eingrenzung Persiens, und der schiitische Verbündete Assad soll abgeschafft werden zugunsten einer sunnitischen allreaktionären Einheitsfront gegen das schiitische Teheran? Seit an Seit mit den Saudis, die auch heute noch die Taliban unterstützen?
Irgendwie gefällt mir dieses Machtblockdenken nicht.
Clinton und Panetta kommen mir so blöde vor wie ihre Vorgänger, die den Taliban in Kabul zur Macht verholfen haben.
Nur mal unter uns gesagt.

Dienstag, 14. August 2012

Nicht mit der Tür ins Haus fallen





My love is like a red red ski, oder war’s eine Rose? Mal bei Robert Burns nachschlagen.
Aber ob Rose oder Ski, alles geht vorbei, die Rose verblüht, den P9 holt ein Sperrmüllsammler. Ein harter Bursche war das mit Führungseigenschaften und Griff.





Prima Revolution 1: Erst ist man nett, ein guter Eindruck ist immer hilfreich, und dann kann man mal einen ungläubigen Sender überfallen und die Verfassung anpassen, das ist eben die taqiyya.  In der tunesischen Hauptstadt Tunis haben heute mehrere tausend Menschen - überwiegend Frauen - für Frauenrechte demonstriert. Sie lehnen eine Formulierung im neuen schönen Verfassungsentwurf der regierenden Islamisten ab, in dem es heißt, Frauen und Männer ergänzten einander. Stattdessen müsse das Gesetz von 1956 in Kraft bleiben, nach dem beide Geschlechter vollständig gleichberechtigt sind. Ist das nicht vorlaut? (Quelle: DLF) Ben Ali hat diese Verfassung nicht geändert, das ist doch bedenklich. 

Prima Revolution 2: Präsi Mursi ist doch ein netter Mensch. Das weiß jeder. Aber Ägypten muß gut und gläubig bleiben. Da muß man eben auch manchmal Zeichen setzen und eine Zeitung mit schlechten Manieren wie "Al Dustur" , typisch für einen ungläubigen Herausgeber, beschlagnahmen und von den Kiosken verbannen. Die Ägypter haben eine wertebewußte Presse verdient. Keine, die die "Beschädigung des Präsidenten durch gesetzlich strafbare Sätze und Wörter" betreibt. Wo käme Ägypten da hin. 

((http://www.derwesten.de/politik/oppositionelle-aegyptische-zeitung-beschlagnahmt-id6975821.html) )   

Montag, 13. August 2012

Tutti Banani




Thomas Baumgärtel: "Kunst ist Banane" 

(Bild: Baumgärtel / Wiki.) 



Sie stand neben dem Tisch, auf dem malerisch Bananenschalen drapiert waren. Alles Banane bei uns, das sei die tiefere Botschaft dieser Installation, zudem nenne sich der Künstler Bo Banani, sagte sie auf Nachfrage. Und erläuternd setzte die junge Kunsthistorikerin hinzu, daß es nur zwanzig Museen in der Stadt gebe, aber fast eine Million Einwohner, und fünfhundert arbeitslose Kunsthistoriker. Dabei würden auch noch die Etats gekürzt! Es drohe der kulturelle Kollaps, mehr Steuern müßten her, die Reichen zahlten viel zu wenig! 
Die Reichen zahlten doch schon 42 %, lautete die Erwiderung. 

Und das große Schlupfloch von 42 bis 100? Die Reichen müßten ihrer Steuerpflicht hundertprozentig nachkommen, forderte die junge Kunstkennerin, sie zahle ihre Steuern auch hundertprozentig! 

Dann wäre ja alles weg, vom Einkommen, bei 100, ob sie sich denn von geklauten Bananen nähre? 

Sie stutzte, blickte verwirrt, es ginge doch um die Lücke, das Schlupfloch.  

Das seien doch Prozent, wenn sie für ihr Einkommen von 2000 Euro 42% zahle, dann wären das 840 Euro; verdiene aber jemand 200.000 Euro monatlich, der junge Fußballspieler Schweinsteiger zum Beispiel, dann zahle er 84.000 Euro monatlich. 

Die Kunsthistorikerin staunte. Wirklich? So gehe das mit den Prozent? Sie habe ja keine Mathematik studiert, nur Abitur gemacht, 2001 im Max-Ernst-Gymnasium … Sie zahle außerdem nur 500 Euro.  

Na sehen Sie, das sind 25%, das ist Ihr Prozentsatz bei der Einkommenssteuer; alles Banane jetzt?    

Sonntag, 12. August 2012

Wenn man schon Schmitt heißt, muß es wenigstens schillern




Poppers drei Welten
(aus: Eberhard Döring, Karl Popper, Einführung in Leben und Werk, S. 137)








Mir fällt zu Carl Schmitt nichts ein. Christian Linder fiel heute im DLF (Carl Schmitt im Nachkriegsdeutschland) auch nichts ein zu diesem schillernden Staatsdenker und Rechtsabenteurer. Warum porträtierte er ihn wohl in zwei Sendungen? Er verzichtete weitgehend auf eigene Bewertungen, die nur in der Auswahl des präsentierten Materials aufschien. Daß sich Juristen und Politologen im Rahmen ihrer Fächer mit ihm beschäftigen, leuchtet ein. Auch die Besprechung einzelner Schmitt’scher Schriften kann sinnvoll sein, allein, um seinen Denkstil kennenzulernen, aber auch, um seinen merkwürdigen Einfluß bis heute zu verstehen. Aber was soll eine biographische Skizze bewirken? Linder hat es dem Hörer nicht mitgeteilt. Ich kann in seinem Beitrag, der beim Rasieren sicher nicht uninteressant war, nur die Wirkung erkennen, Schmitts Name geläufig zu halten. 
Dabei könnte mehr erreicht werden, etwa der Nachweis, wie wenig großes Talent und Solidität zusammenpassen, oder, wie schwankend rechtliches Denken ist, und schließlich, wie gefährlich der Begriff des Politischen sein kann. 

Aber auch die Erinnerung an Poppers 3-Welten-Konstruktion läßt sich bei Schmitt anbringen. Intellektuelle Theorien sind in der wolkigen Welt 3 angesiedelt. In dieser (vorwiegend) geisteswissenschaftlichen Beliebigkeitswelt ist alles möglich, man darf sie aber nicht zu ernst nehmen, auch wenn es schwer fällt, ihren Einfluß zu begrenzen. 
Ergreift die Theorie die Massen, sollte man die Koffer packen, bevor es blutig wird.