Montag, 15. Oktober 2012

Geld verbuddeln in unnötigen Flughäfen hat Spanien nicht gestärkt










Reife Volkswirtschaften wachsen naturgemäß weniger, die Nachfrage ist tendenziell gesättigt. 

Schwellenländer wie China und Indien wachsen entsprechend mit Raten von 5 bis 10%, weil die Nachfrage sehr groß ist; Ähnliches gilt für Rußland, das jedoch trotz hoher Energiepreise als Energielieferant unter Wachstumsproblemen leidet, weil die staatlich gelenkten Unternehmen ineffizient arbeiten. 
Weite Bereiche der Instandsetzung, Förderung und Erschließung werden wegen Bürokratie, Korruption, fehlender Technikkompetenz, Chauvinismus und fehlenden Mitteln nicht bedient. Ein effizientes Unternehmen wie Yukos, das amerikanische Kompetenz heranziehen wollte, wurde aus politischen Gründen zerschlagen. BP wurde übel mitgespielt und hat sich zurückgezogen. Ebenso RWE.  
Putins Patriarch Kyrill hält aber jetzt Messen für Erneuerungsinvestitionen, weil er neulich im Öl stand, das unaufhörlich aus den alten, maroden Röhren sickert. 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Schelsky und die neuen Priester










“Der politische Kollektivismus ist nicht nur eine politische und moralische Erscheinung; viel bedeutsamer scheint mir das religiöse Element in ihm zu sein”, schreibt Eric Voegelin im Vorwort zu seiner Studie “Die politischen Religionen” (1938/1996).

Hier knüpft offenbar Helmut Schelsky an, wenn er in seiner Kritik der neomarxistischen Intellektuellen eine Tiefendimension wahrnimmt:


“So darf man auch die Haltung, die die politischen Herrschaftsansprüche dieser neuen Klasse der ‘Heils- und Sinnvermittler’ stützt, nicht nur als politische Ideologie begreifen, sondern muß in ihr einen tiefer greifenden grundsätzlichen Lebensanspruch sehen, muß sie als ein das ganze Verhalten des Menschen bestimmendes Grundverhältnis zur Wirklichkeit verstehen, das nicht anders als ‘religiös’ genannt werden kann.”
(Helmut Schelsky, die Arbeit tun die anderen, Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen, 1975, S. 15)


Die ‘Naturreligion’, die der grüne Neomarxismus zusätzlich zum marxistischen Fundament aufgenommen hat, bestätigt die Diagnose Schelskys, der heute vor hundert Jahren in Chemnitz geboren wurde.  

Samstag, 13. Oktober 2012

Immer konstruktiv







Mechanisierte Maisernte




Die Dinge an sich sind unerkennbar, sagt auch Kant, aber man kann sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und sich konstruktiv zu ihnen verhalten.
Am Ende einer langen Erkenntnis- und Technikkette sieht die Maisernte dann aus wie Spaziergang, verglichen mit der Handarbeit vor nur hundert Jahren.







Auch der Maulwurf verhält sich konstruktiv zu den Dingen an sich, allerdings ohne größeren Erkenntnisdrang.














Nach der Maisernte 1830 in Virginia

Freitag, 12. Oktober 2012

Viel Spesen






Die Wege sind ungewiß, aber bekanntlich geht es hinter dem Horizont weiter.  





Manchmal geht es fast genauso weiter wie vorher. Das 2. Vatikanische Konzil vor 50 Jahren hätte man sich vielleicht sparen können. Viele Teilnehmer berieten und beschlossen jahrelang, doch zu wichtigen Entscheidungen kamen sie nicht:  
Geschlechtliche Vermehrung der Priesterschaft.
Reduzierung der Bevölkerungsexplosion.
Jedes Jahr drängen 40 Mio. Menschen neu auf die Arbeitsmärkte. Ohne ihre Arbeitsplätze mitzubringen.
Man muß auch von katholischen Klerikern erwarten, daß sie sich Gedanken über die unheilvollen Folgen religiöser Doktrinen machen. Daß sie effektive Geburtenregelung nicht nur zulassen, sondern auch unterstützen. 

Wenn schon Ethik, dann Verantwortungsethik. 

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Barbarenland








Die ehemalige Jukos-Anwältin Swetlana Bachmina
(Bild: newsru.is)


"Das Wichtigste ist, Mensch zu bleiben"
Ex-Jukos-Anwältin Bachmina über ihr Leben im Frauenstraflager
Von Christina Nagel, Moskau
Sechseinhalb Jahre Straflager wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung - so lautete 2006 das Urteil gegen die Juristin des Ölkonzerns Jukos, Swetlana Bachmina. Selbst Kremlnahe Juristen konnten das harte Urteil gegen die damals zweifache Mutter nicht nachvollziehen. Denn es gibt weder einen Geschädigten, noch hat sich die Juristin selbst bereichert. Ihre Anwälte sind überzeugt, dass sie ins Lager muss, weil sie sich geweigert hat, ihren Chef, Michail Chodorkowski, zu belasten. Sie erzählt, was es heißt, in einem russischen Frauenstraflager einzusitzen. ...“ 10.10.2012  DLF (nachlesbar auf  DLF)

Chodorkowski sitzt seit Jahren im sibirischen Straflager. Sein Unternehmen Jukos war weit effizienter als die Kreml-Firmen, es galt als transparent und gut geführt, Chodorkowski wollte eine EXXON-Beteiligung, er war und ist oppositionell – da schlug der Halbdiktator Putin zu.
Auch bei harmlosen Jugendprovokationen wie im Falle PUSSY RIOT gibt es barbarische Haft, wobei sich die orthodoxe Kirche als ekelhafter Handlanger der Macht versteht. Ihr primitiver Geisteszustand ist aber im Barbarenland Rußland durchaus verbreitet.

Das ist ein Grund, warum Moskauer Mittelschichtler gern nach Lettland ziehen und dort Immobilien erwerben. Des weiteren will die litauische Regierung nebenan sich unabhängig machen von russischen Energielieferungen durch den Bau eines japanischen Kernreaktors. Den könnte natürlich auch Siemens bauen, mutmaßlich noch besser als Hitachi, aber die Energiedummheit der Bundestagsparteien hat dem den Boden entzogen zugunsten von landschaftsverschandelnden, unzuverlässigen und teuren Windrädern. Dabei gilt auch für Deutschland, billigen Strom zu erzeugen und sich nicht abhängig zu machen von den Gaslieferungen der Herren im Kreml.