Dienstag, 20. November 2012

Originelle Maßnahme






Der Herbst schreitet voran - zuletzt fallen die Ahornblätter mit ihrem intensiven Gelb










Gegen die Mischehe war der Finsterling ohnehin, aber wenn unvermeidlich, dann nur mit katholischen Kindern. Und dann dieser Georg Hermes , den sein erzbischöflicher Vorgänger  Ferdinand August von Spiegel noch gefördert hatte. Eine Art kantischen Katholizismus wollte der, das wurde als Häresie verboten bis hin zum Index der verbotenen Bücher. Im Hin und Her von katholischer Aufklärung und katholischer Reaktion sowie im Mischehenstreit zwischen preußischer Verwaltung und Bischof Droste von Vischering verfügte die Regierung in Berlin die Festnahme des dunklen und brutalen Bischofs und seine Verbringung auf die schöne Festung Minden, was am 14.11.1837 geschah. Das war vielleicht nicht besonders feinfühlig und rücksichtsvoll, aber doch sinnvoll für die katholischen Rheinländerinnen, die einen preußisch-protestantischen Beamten oder Soldaten heiraten wollten. Und die Kinder erhielten damit eine Chance, dem wenig arbeitsfreudigen Katholizismus zu entkommen.  


Montag, 19. November 2012

Jeder Bruder ist anders







Abdelghani Merah: «Mein Bruder, dieser Terrorist»



“Ähnlich äussert er sich in einem Interview im Rahmen einer Dokumentation, die Sonntag um 22.45 Uhr vom französischen Fernsehsender M6 ausgestrahlt wurde. Darin sagt Abdelghani laut der Website RTL.be: «Meine Mutter hat immer gesagt: ‹Wir Araber wurden geboren, um Juden zu hassen.› Ich habe das meine gesamte Kindheit hindurch gehört.»” Tagesanzeiger Zürich 11.11.12 (http://snipurl.com/25nbbyz)


Der Algerier Mohamed Merah tötete im März in Toulouse und Umgebung drei jüdische Kinder, einen Rabbiner und drei Fallschirmjäger.


Da es sich bei der arabischen Familie um ein zutiefst kollektivistisches Gebilde handelt, handelt es bei dieser öffentlichen Distanzierung des Sohns und Bruders von der Familie, die weiterhin stolz auf ihren Serienmörder ist, um eine sehr mutige Tat, die ihn möglicherweise auch in Gefahr bringt.

Es dürfte ein lesenswertes Buch sein.

Sonntag, 18. November 2012

30 bis 35 Stunden







 

Der “Bund Freiheit der Wissenschaft” tagte in Köln in frommem Hause, auf der Leinwand noch Kardinal Newmans Maximen für die Universitätsbildung  


Es war dunkel, der Professor nuschelte vor sich hin, es war schrecklich. So zitierte Elmar Tenorth auf der Tagung “Bildung durch Wissenschaft - wie ist das zu verstehen? Die Idee der Universität in ihrer Geschichte” einen Studenten, einen Hegel-Schüler. Und er stellte dazu verallgemeinernd fest, was auch möglich ist: schlechte Lehre, gute Studenten. 


So kann es sein, jedenfalls ist der breit interessierte Student, der studieren will, die Hauptsache. Und wenn einer wie Albertus Magnus mit den Jahren immer noch breit interessiert und studien- und forschungsgeneigt ist, dann können ihm, was läge näher, die Umrisse einer Universitätsidee aufscheinen. Ludger Honnefelder nahm sich dieses Themas an, er bot einen Überblick über die mittelalterliche Hochschule, in der sich die Artistenfakultät von der Eingangsstufe zur gleichwertigen Fakultät emanzipierte, später die “Philosophische Fakultät” geheißen.
Bildung durch Wissenschaft? Das könne die Universität nicht liefern, meinte Tenorth in seinem Vortrag “Das Studium der Massen - wie geschieht Bildung heute?”, aber sie kann durch ihre Strukturen Bildungprozesse erleichtern oder erschweren. Durch ihr Lehrangebot, durch ansprechbare Lehrer, durch ein günstiges Verhältnis von Lehrern und Studenten. Das ist sicher richtig, doch liegt allein in der Tatsache der Massenuniversität, die den einzelnen Studenten kaum zur Geltung kommen läßt, ein strukturelles Zahlenproblem. Die vernutzten Räume und die Lieblosigkeit der meisten Einführungsveranstaltungen an deutschen Staatsuniversitäten sprechen eine deutliche Sprache. Dies kontrastiert scharf zu den ehrwürdigen Oxbridge-Unis Großbritanniens, deren eine, Oxford, der spätere Kardinal John Henry Newman besuchte, was im Englischen mit “educated in Oxbridge” ausgedrückt wird. Der Theologe Johannes Schwanke aus Tübingen skizzierte Newmans Universitätsvorstellungen, die ganz seinem Studienort abgesehen waren und ein enges Betreuungsverhältnis vorsahen. Das hört sich jesuitisch an, bei Humboldt jedoch heißt es:


“Das Collegienhören selbst ist eigentlich nur zufällig; das wesentlich Nothwendige ist, daß der junge Mann zwischen der Schule und dem Eintritt ins Leben eine Anzahl von Jahren ausschließend dem wissenschaftlichen Nachdenken an einem Orte widme, der Viele, Lehrer und Lernende in sich vereinigt.” (W.v. Humboldt, Königsberger Schulplan, Menze S. 103)
Hier sind nur stark interessierte  Studenten  angesprochen, wie Humboldt einer war, und darunter eigentlich auch nur diejenigen, die keine Berufsausbildung brauchen, weil sie, wie Humboldt, versorgte Erben sind. Zweifellos findet in einer solchen Universität Bildung statt, und die englischen und amerikanischen Universitäten der ersten Reihe pflegen noch ein Stück dieser Gentleman-Ausbildung, die nicht in erster Linie eine Berufsausbildung im Auge hat. Entsprechend können die Absolventen dann auch Berufswege unabhängig von ihren Studienfächern einschlagen. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber es kann sie nur an Orten jenseits der Massenuniversität  geben.  Und an der Massenuni hat es auch der breit interessierte  Student  schwer unter den vielen wenig oder gar nicht interessierten Mitstudenten, die im Durchschnitt nur 30 bis 35 Stunden die Woche in und für die Uni arbeiten (Tenorth). 


Und Humboldt dürfte unbedingt noch zu ergänzen sein um die Bildung durch Selbstbildung. Der junge Mensch braucht nicht nur äußere Stoffe, sondern auch Texte zur Selbsterkenntnis und Selbstfindung. Sonst hilft alle äußere Bildung nur wenig, zu wenig.  
Hauptziel des Menschen kann sinnvollerweise nur sein, ein stabiles, überwiegend zufriedenes Leben zu führen. Das ist ohne Selbsterkenntnis und ohne Selbstfindung nicht zu haben.

Samstag, 17. November 2012

Mittelaltermonopol



Dein Schornsteinfeger, dein Blockwart
Der Kaminfeger versah in engen Städten mit Holzhäusern eine wichtige Aufgabe. Das ist 500 Jahre her. Mit dem Steinhausbau verringerte sich die Bedeutung des Kaminkehrens, bei den heutigen hochwertigen Brennmaterialien fällt nur noch wenig Ruß an, der Kehren vielleicht alle 5-8 Jahre nötig macht. Der jährliche Kehrzwang ist durch nichts zu rechtfertigen, vor allem nicht bei den Millionen freistehenden Einfamilienhäusern.
Dieses Kehrparasitentum wurde wegen der schwachen Motivlage seit Helmut Kohl angereichert mit Aufsichtsfunktionen hinsichtlich der Abgastemperatur und des CO2-Werts. Das greift aber in die Rechte des Heizers ein. Der wird in der Regel an einer sparsamen Heizung interessiert sein, deswegen gibt es auch keinen Regulierungsbedarf, aber in speziellen Fällen sind immer mehrere Ziele gegeneinander abzuwägen. Das kann nur der Heizungsbetreiber selbst tun.
Ziemlich affenartig wird die Angelegenheit, wenn Heizer mit Holz heizen. Diese ineffiziente Heizmethode mit hohem Schwebstoffausstoß unterliegt keinerlei Regulierung.
Auf dem Land ist das Kaminkehren ganz einfach dem Heizungshandwerk zu übertragen. Der Heizungshandwerker reinigt ohnehin die Heizung und mißt sie jährlich durch. Das kann er natürlich auch in der Stadt. Allerdings kann er die ungesunde Stadtverdichtung nicht beeinflussen. Während der Heizperiode stinkt die Stadt. Nicht mehr so stark wie zur Zeit der Kohleheizungen, als Schwefeldioxid noch eine reale Gefahr war. 1952, als alle Haushalte noch mit Kohle heizten, starben in London bei einem starken Dauersmog 4000 Menschen.  Aber auch bei hochwertigen Ölheizungen bleibt bei der extremen Verdichtung in großen Stinkstädten wie Köln einiges in der Luft hängen. Gasheizungen können Schwefeldioxid und Schwebstoffe weiter verringern, liefern aber Explosionsstoff ins Haus und immer wieder zerlegt Erdgas ganze Häuser ihren Bewohnern. In Frankreich wird viel mit billigem Kernkraftstrom geheizt, da gibt es kein Schwefeldioxid und keine Schwebstoffe. Und Kaminkehrung entfällt ebenfalls.  
In Deutschland rückt weiter der Kaminfeger an. Ungebeten. Schluß damit.

Immerhin wird ab 1.1.13 das Bezirkskaminfegermonopol geringfügig gelockert.

Freitag, 16. November 2012

Anthropologie für die Hosentasche








Die Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935), Tochter und Bruder eines Mathematikers, wurde von kollektivistischen braunen Barbaren die Lehrerlaubnis entzogen, ihr Bruder Fritz wurde von kollektivistischen roten Barbaren erschossen.

(Bild: Wiki.)



Wie sich das Genom zusammenwürfelt mit dem halben Chromosomensatz jeweils von Vater und Mutter, so entscheiden sich die grundlegenden körperlichen und geistigen Eigenschaften des Menschen. Seine Gesundheit, seine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Die Größe seiner Hände, des Kopfes, die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung. Die hormonelle Ausstattung. Durch Training läßt sich manches beeinflussen, der Muskelstatus etwa, die Blutgefäßgröße einschließlich des Herzens, aber nur innerhalb der Grenzen des individuellen Genoms. Auch eine Tennisspielerin mit höherem Testosteronspiegel und Anabolikaeinnahme kann nicht beliebig Muskelvolumen aufbauen. Ein mathematisch schwach begabter Mensch wird auch bei viel Übungsaufwand kein Gödel werden. Ein Gödel wird auch bei großer Bemühung ein schlechter Bauer sein. Die Variabilität ist begrenzt. Angesichts der vielen, aber recht unterschiedlichen genetischen Festlegungen kann ein sinnvoller Freiheitsbegriff nur auf dem individuellen Status gründen. Freiheit besteht darin, daß das Individuum sich so entwickeln und so leben kann, wie es seinen Anlagen entspricht. Darüber kann auch nur das Individuum selbst befinden nach Maßgabe seiner Selbsterkenntnis und innerhalb der Gesetze der Gesellschaft.
Dies erscheint um so wichtiger, da das Individuum zunächst völlig hilflos auf die Familie angewiesen ist und dort, hoffentlich, auf persönliche Liebe und Fürsorge trifft, in jedem Fall aber auch auf eine Zwangsgemeinschaft, die, je primitiver die Eltern geartet sind, Zwang auch gegen die Anlagen des Kindes ausüben.  
Nach den frühen Jahren erwartet der Schulzwang den jungen Menschen, Vater Goethe dürfte seinen Sproß Wolfgang nicht mehr zu Hause selbst unterrichten; wer weiß, was aus ihm geworden wäre mit einer vielleicht dümmlichen Klassenlehrerin unter lauter primitiven, dem Fußball ergebenen Mitschülern. In der Studienphase verlangt die Hochschule Unterwerfung. In der erwischte den begabten Physiker Andreas v. Bechtolsheim die universitäre Zwangstudienordnung, was den jungen Andreas in die USA entfliehen ließ, wo man nicht nur europäischen Kollektivismus im Kopf hat. Und siehe da, die Studienfreiheit für das Individuum Bechtolsheim zahlte sich auch für die vielen normal Begabten und noch mehr für die vielen Dummen aus, denn Bechtolsheim gründete eine Reihe von Firmen, in denen Normalbegabte und Dumme Arbeitsplätze fanden, gemäß dem Goethe-Wort:


“Daß sich das größte Werk vollende
Genügt ein Geist für tausend Hände.”
Goethe, Faust II, V, Mitternacht  

Man sieht, die individuelle Freiheit unterstützt die Entfaltung der individuellen Begabungen und damit die menschliche Arbeitsteilung, was allen Beteiligten nützt.
Alle Freiheitsbegriffe, die nicht die individuelle Freiheit als Fundament besitzen, sind nur ideologische Hervorbringungen.
Wenn etwa die HAMAS von “Freiheit” spricht, meint sie tatsächlich die islamistische Knechtung des Individuums, speziell des weiblichen. Wenn beispielsweise eine Marie Curie oder eine Emmy Noether im Gazastreifen geboren würden mit ihren großen Talenten, so würden sie bei den Islamistenbanden die Schuhe putzen. Im zivilisierten, dem Individuum Raum gebenden Israel aber wartete am Technion ein Lehrstuhl auf sie.